Kommentare

Gemütliche Warnung

Die Rheinland-Pfälzer sind eher gemütliche Menschen und vielleicht hat man es deshalb mit der Hochwasser-Warnung ein wenig ruhig angehen lassen.

Die stressfreie Sicht des Krisenforschers

"Niemand kann sagen, dass es solche Flutwellen im Ahrtal noch nicht gegeben hat", betonte der Krisenforscher Frank Roselieb. "Beim Hochwasser vor 200 Jahren waren die Dimensionen etwa noch gewaltiger." Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Da nimmt einer Bezug auf ein Ereignis aus dem Jahre 1821 und fordert vom Landrat, dass er sich daran hätte erinnern müssen. Es ist verdammt leicht, einen Schuldigen zu suchen und zu finden, wenn man im Nachhinein die Abläufe aus der sicheren und stressfreien Warte eines Krisenforschers beurteilen kann. Hätte es Roselieb besser gemacht, wenn er am 14.Juli Landrat des Ahrweiler-Kreises gewesen wäre?

Da fehlen einem die Worte ...

Wie so oft:
Menschliches Versagen hat also die Folgen der Flutkatastrophe noch sehr dramatisch verstärkt.
Dass auf die Warnungen nicht oder viel zu spät reagiert wurde, zeigt die dringende Notwendigkeit, dass man in hochwassergefährdeten Gebieten für alle Bürger verpflichtende Übungen und Schulungen vorschreibt.
Die Verantwortlichen müssen dabei besonders geschult werden.

Was aber auch wichtig ist, ist, die Frage, ob man den Menschen nicht davon abraten sollte, ihr Haus an derselben Stelle wieder aufzubauen?
Man sollte ihnen eine Prämie anbieten, wenn sie das tun.
Denn die Gefahr, dass so etwas wieder passiert, ist in diesem Gebiet nicht gering.
Offenbar hat es dort schon oft Hochwasser gegeben.
Keine Gebäudeversicherung wird solche Häuser doch versichern oder die Versicherung würde unbezahlbar hoch werden.

Präzise Warnung.

Hervorragend von der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Daumen hoch! Bis auf weiteres war der Landrat schuld.

Der schiebt es auf seine Sekretärin, die auf ihren Friseur und der auf seinen Hund.

Aber der ist als bloßer Befehlsempfänger natürlich nicht schuldfähig, insofern kann man das ganze klassisch deutsch auf sich beruhen lassen.

Ja,

hinterher hat man es dann immer schon immer gewusst.

Und dann müssen Köpfe rollen. Brot und Spiele. Die Bildzeitung wie immer vorneweg.

Flutkatastrophe !

Jetzt im Nachhinein wird großartig kritisiert, das war zu erwarten.
Es wird aber nicht auf das Kernproblem geachtet, dass es nicht wirklich effektive Katastrophen- Pläne und etliche Übungen im großen Stil gibt. es mag sicher zu spät der große Alarm ausgelöst worden sein, nur stellt sich mir die Frage, wer ist im Krisenstab, welche Kenntnisse und Ausbildung ist vorhanden, und wie oft wird geübt ???? Denn nur wenn ich all die Abläufe kenne, die Gegend mir wirklich mit allen möglichen Gefahren- Quellen bekannt sind, dann weiß ich, wann was zu tun ist.
Aus meiner Erfahrung weiß ich sehr wohl, dass für eine echte Katastrophe viel zu wenig vor-geübt wird, und oft die falschen Leute an den falschen Positionen sitzen, und schlicht überfordert sind. Es liegt am System, das in meinen Augen nicht die wirklichen Fachleute in der Verantwortung hat, mit fatalen Folgen !

...ttestEineMeinung #FF - feuere und fergiss sie ...

... nennt man beim Militär ungelenkte Raketen.

"wurde der Landkreis in der Nacht auf den 15. Juli präzise gewarnt, ohne jedoch rechtzeitig darauf reagiert zu haben. Es seien bei der Kreisverwaltung mehrere automatisierte Mails des rheinland-pfälzischen Landesumweltamts eingegangen"

Das klingt in etwa nach dem gleichen Prinzip von "Fire and Forget".

Klar kann man fragen, warum bei der Kreisverwaltung Mails mit Katastrophenalarmen nachts nicht sofort gelesen werden.

Aber man sollte auch fragen, warum in solchen Fällen, in denen es um Leib und Leben vieler Menschen geht, keine gelenkte Information stattfindet.

Nachrichten mit Bitte um sofortige Rückmeldung z.B. und falls die nicht erfolgt Alarmanrufe an einen sich erweiternden Personenkreis, um sicherzustellen, dass die Botschaft auch ankommt.

Fragen

Wenn so ein Hochwasser schon mal vor 100 und 200 Jahre da war, warum haben denn die Häuslebauer in der gefährlichen Zone gebaut.

Wie sagte der Bürgermeister von Schuld vor einer Woche " Ja wir werden die Häuser wieder da hin bauen wo sie standen"

Und wie sagten viele Betroffene, wir haben uns nach den letzten Hochwassern orientiert, obwohl man gewarnt wurde.

Ich behaupte man hat auf allen Ebenen nichts dazugelernt.

Auch frage ich mich wie empört hätte die Bevölkerung reagiert wenn von Behörden Seite vor Jahren die sehr gefährdeten Häuser abgerissen werden sollten??

Hinterher sind alle Großmäuler schlauer!!!!

Re : Louis 2013 !

Es gab in den letzten 20 Jahren ein paar Flutkatastrophen, und jedes Mal ist was daneben gegangen.
Zum Einen ist nicht der Bund zuständig, sondern die Städte und Landkreise. Der nächste Punkt den ich weiß, ist die leitende Funktion immer der BM, OB oder Landrat, der aber für diese Funktion keine echte Erfahrung und Lehre hat.
Insgesamt sollte der Katastrophenschutz verändert werden, so dass die oberste Leitung beim Bund liegt, in den Etagen darunter jeweils Kommandanten der Feuerwehr, die die nötige Ausbildung und Erfahrung mitbringen, und nicht ein OB oder Landrat, der Jura oder BW studiert hat.
Weiter sollten alle Abläufe, auch der Alarmierung, immer wieder geübt werden, wie es die Feuerwehr, THW oder Rettungsdienst tut. Denn nur dann werden schon im Vorfeld etliche Fehler weniger gemacht, und somit mehr Menschenleben gerettet !

13:27, Michael O

>>Wenn so ein Hochwasser schon mal vor 100 und 200 Jahre da war, warum haben denn die Häuslebauer in der gefährlichen Zone gebaut.<<

Weil die Häuslebauer da schon vor über tausend Jahren ihre Häusle gebaut haben.

Offene Fragen

Vielleicht wird hier Verantwortung und Schuld von oben nach unten verschoben.
Bei solch einer hohen Hochwasserprognose wie schon am 13. Juli muss ein überregionaler Krisenstab gebildet werden.
Man kann als Landesbehörde die Landkreise nicht sich selbst überlassen, nach dem Motto "die automatischen Emails sind gesendet und gut ist."

Ahrtal

Das Hochwasser im Ahrtal war zwar nicht kurzfristig aber langfristig vorhersehbar. Die Katastrophe ist hausgemacht. Das Ahrtal ist eng und steil. Die Wälder wurden abgeholzt und Weinberge angelegt. Der „Klimawandel“ ist eine faule Ausrede. Hier haben die Verantwortlichen beim Hochwasserschutz langfristig versagt, nicht nur bei der Alarmierung. Solch ein Wasserstand wird wiederkommen, ohne „Klimawandel“.
Hochwasserschutz kostet sehr viel Geld. Und dann passiert vieleicht 25 Jahre nichts. Die Gemeinden müssen mit Bundesvotschriften zum Hochwasserschutz gezwungen werden! Sonst wird bautechnisch nichts passieren.

So ist das

" Darin sowie in den Mails an die Kreisverwaltung sei gegen 21.30 Uhr ein erwarteter Pegelstand von fast sieben Metern genannt worden. Dennoch habe der Landkreis erst gegen 23.00 Uhr den Katastrophenfall ausgerufen und Evakuierungsmaßnahmen eingeleitet. "

Auch im Wetter in TV und Online wurde immer gewarnt.

" "Niemand kann sagen, dass es solche Flutwellen im Ahrtal noch nicht gegeben hat", betonte Roselieb. "Beim Hochwasser vor 200 Jahren waren die Dimensionen etwa noch gewaltiger." Vor 100 Jahren sei es ähnlich gewesen. Zudem sei man frühzeitig gewarnt worden. Aus Sicht des Forschers gibt es deshalb keinen Grund, auf eine Flutwelle wie die jüngste nicht vorbereitet gewesen zu sein. "

Der Satz ist ganz besonders wichtig, hätten die Verantwortlichen, doch eigentlich wissen müssen, so eine Katastrophe ist also nicht so neu, wie getan wird.

Das ist wie an den größeren Flüssen, wo die Hochwassermarken auch bis 1700 zurück gehen.

Grenzen unseres Staates

Das nicht alles optimal gelaufen ist, ist nicht von der Hand zu weisen, was nichts damit zutun hat, dass man im nachhinein immer schlauer ist, es ist so und man muss untersuchen woran es gelegen hat. In der Schweizer Presse liest man sogar von Staatsversagen, dem ich beitreten würde, zumal schon bei Corona die Grenzen unseres Staates aufgezeigt wurden. Wie jede andere Organisation auch, kann ein Staat nur funktionieren, wenn er personell, sachlich und finanziell gut ausgestattet ist - und das ist er nach 16 Jahren Merkel und Schäuble mit seiner Schwarzen Null eindeutig nicht!

Man lebt in

Man lebt in Hochwassergebieten und kennt das auch, hat es sogar 1-2 mal jährlich. Und nun kam mal etwas mehr mit Vorwarnung. Das die Verwaltung so reagierte in dem sie wie immer reagiert liegt an der Lethargie dieses Staates und seiner Bediensteten. Es fehlt der Zug was eine Frage der Erziehung der gesamten Gesellschaft ist. Und was wir da heute erleben ist eben "Bunt". Wenn das die Zukunft ist, dann möchte ich meinen Lebensabend woanders verbringen.

Sündenbock gesucht ...

Zitat: "Mehr als zwei Wochen nach der verheerenden Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz gibt es schwere Vorwürfe gegen den Landkreis Ahrweiler. Es sei präzise gewarnt worden, ohne dass Verantwortliche rechtzeitig reagiert hätten."

Mit "präzise" trifft man es wahrscheinlich auf den Punkt, in dem Sinne, dass die Warnungen vor der verheerenden Flutkatastrophe, sehr "präzise", sprich dosiert und vereinzelt ausgesprochen wurden.

Ein Katastrophenalarm muss aber über alle Kanäle gehen und laut vernehmbar für alle sein. Notfalls spannt man sich wie die Blues Brother ein Megaphon auf sein Auto und warnt die Bevölkerung.

Ich würde eher den Medien hier den Vorwurf machen, mal wieder versagt zu haben. Stattdessen sucht man jetzt mit einem Landrat einen Sündenbock.

Wie durchschaubar.

Nur um das mal zu unterstreichen

was uns hier seit der Katastrophe als Effekt von Global Warming verkauft wird (mit all der dazugehörigen Ökohysterie) findet im Ahrtal also alle ca. 100 Jahre statt. Vielleicht sollte man, statt Billionen in eine weitgehend wirkungslose Energiewende zu buttern, entsprechende Regionen better sichern!

Michael O (13:27)

Wenn so ein Hochwasser schon mal vor 100 und 200 Jahre da war, warum haben denn die Häuslebauer in der gefährlichen Zone gebaut.
Wie sagte der Bürgermeister von Schuld vor einer Woche " Ja wir werden die Häuser wieder da hin bauen wo sie standen"

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Ich frage mich, woher die Behauptung im Artikel stammt, dass es vor 100 und 200 Jahren schon mal gegeben hätte. Das ist schlicht und ergreifend nicht wahr! Das Hochwasser vor zwei Wochen hat alle historischen Höchstsstande um ein Vielfaches übertroffen. Wenn der der bisher gemessene Höchststand der Ahr bei 3,70m lag und diesmal der Pegel bei 7,70m ausgefallen ist, dann ist das deutlich schlimmer als vor 100 und vor 200 Jahren. Und die Tatsache, dass jahrhundertealte Gebäude zerstört wurde, man sieht es auf den Bildern, widerspricht auch dieser Behauptung.
Und was den Bürgermeister angeht: der hat gesagt, wer wieder aufbauen will, soll das tun, aber es werden keine Genehmigungen für Neubauten mehr erteilt.

Re : Margitt !

Grundsätzlich sollte der Katastrophenschutz in allen Belangen wesentlich mehr gestärkt werden. Und es braucht nicht nur fähige Pläne für verschiedene Szenarien, sondern auch immer wieder Übungen, in der auch die Bevölkerung jeweils mit einbezogen wird, damit so viele wie möglich ein Gefühl dafür kriegen. Dann müssen verschiedene Möglichkeiten der Alarmierung auch immer wieder geübt werden, und alle sollten auch funktionieren.
Soweit ich weiß, gibt es spezielle Karten, die von Fachleuten erstellt wurden und werden, die für bestimmte Gebiete Gefahrenquellen erfassen, die dann bei allen Bauten bedacht werden müssen. Und da sollte lieber vorsichtiger in Zukunft Genehmigungen erteilt werden.
Was die Elementarversicherung betrifft, hat ein Wissenschaftler errechnet, wenn alle eine solche haben müssen, wird es nicht so teuer. Nur wehrt sich die Versicherungslobby mit Händen und Füßen und die Politik wird wieder einknicken, auch wie üblich ! Dabei wäre die die beste Lösung für alle !

das war mir schon lange klar

da hat ein Beamter oder Verwaltungsangestellter sich wohl gesagt "ach komm, ist ja Wochenende, die mail (m.E. wahrscheinlich eher ein Fax - mails sind ja in Behördenaugen unsicher) kann ich auch noch am Montag lesen. Ich will jetzt Sportschau gucken."

War wahrscheinlich nicht ganz so überspitzt, aber es bestätigt mir einige Vorurteile:

• Wir müssen katastrophensensibler werden.
Es wird in Zukunft öfter Dürren, Überschwemmungen oder Wirbelstürme (neudeutsch Tornados) geben. (ich habe Einen am 30.08.1969 in Pforzheim als kleines Kind (üb-)erlebt)

• Die Natur nimmt keine Rücksicht auf Dienstpläne, Verwaltungsvorschriften, geregelte Arbeitszeit oder work-life-balance

• Wir brauchen ein ausfallsicheres Katastrophenwarnsystem. Es darf nicht sein, daß ein fehlendes Glied in der Alarmierungskette die Kette unterbrechen kann.
Lieber bekäme ich 25 Alarmierungen per App, Lautsprecherdurchsagen, SMS, Radio und Sirenen, als gar keine, wie es hier der Fall war.

@Louis2013 (13:08)

"Niemand kann sagen, dass es solche Flutwellen im Ahrtal noch nicht gegeben hat", betonte der Krisenforscher Frank Roselieb. "Beim Hochwasser vor 200 Jahren waren die Dimensionen etwa noch gewaltiger." Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Da nimmt einer Bezug auf ein Ereignis aus dem Jahre 1821 und fordert vom Landrat, dass er sich daran hätte erinnern müssen. Es ist verdammt leicht, einen Schuldigen zu suchen und zu finden, wenn man im Nachhinein die Abläufe aus der sicheren und stressfreien Warte eines Krisenforschers beurteilen kann. Hätte es Roselieb besser gemacht, wenn er am 14.Juli Landrat des Ahrweiler-Kreises gewesen wäre?
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Mal abgesehen davon, dass das, was der Roselieb da erzählt, völliger Quatsch ist. Der historische Höchststand der Ahr war 3,70m und diesmal ist der Pegel bei 7,70m ausgefallen. Die Dimensionen waren also nicht noch gewaltiger. Man sieht es auch daran, dass Jahrhunderte alte Häuser zerstört wurden, die sicher vor 1821 gebaut wurden

Flut in Rheinland-Pfalz - Gemütliche Warnung

M. E. liegt eine der entscheidenden Fehleinschätzungen zur Katastrophenentwicklung an diesem Abend vor Ort vor. Meine Frage lautet:
Wie kann ich als Entscheider vor Ort davon ausgehen, dass der Pegelstand stagniert bzw. sogar fällt bei anhaltendem Starkregen? Da liegt der Hase im Pfeffer. Als Stunden später realisiert war, das alles geflutet ist und wegschwimmt, war es schon zu spät für alles Präventive. Mir tut es unendlich leid um die vielen Opfer und die ganzen Auswirkungen, helfen wir alle mit bei der Linderung der schlimmen materiellen Verluste und Seelenschmerzen. Darauf kommt es jetzt an. Die Ablauf-Optimierungsdiskussion wird nötig sein und kommt erst noch.

Hinterher ist man immer schlauer,

Das ist aber nur ein Problem unter vielen, so eine Katastrophe die schlimm genug ist, hat früher DL nicht erschüttert, sondern man lernte aus Fehlern!
Was viel schlimmer ist, ist die Dekadenz von DL, ein 10.er Platz bei der Olympiade ist für ein 80 Millionen Volk nicht gerade schön!
Die Industrie das Parade Pferd schwächelt auch, die Innovationen laufen in anderen Ländern ab, der Genderwahn u.s.w.
Tja alles Anzeichen einer Dekadenz!
Beispiel Strom, wir können durch den Ausstieg von Atomstrom etc., zwar unser Gewissen beruhigen, durch den Import von Strom aus Frankreich der durch Atomenergie gewonnen wird, ist das aber auch nicht gerade schön und wir haben mit den teuersten Strompreis in der EU!
Auch die,Großprojekte werden mittlerweile von chinesischen Firmen getätigt in der EU, wie z.B. die Brücke in Kroatien, da kann man sich wenigstens auf Preis und Termine verlassen! Insgesamt sind uns andere Länder schon weit voraus, nur noch eine Frage der Zeit, bis es auch beim Volk ankommt!

Überbringer schlechter Nachrichten...

Überbringer schlechter Nachrichten hat man früher geköpft obwohl sie das Geschehen nicht zu verantworten hatten. Herr Roselieb ist nicht Landrat und deshalb ist die Frage, ob er es besser gemacht hätte, völlig deplaziert. Fakt ist, dass die Menschen nicht rechtzeitig und/oder unzureichend gewarnt wurden. Ich schreibe das aus eigenem Erleben. Das betrifft aber nicht nur den Kreis Ahrweiler. Verantwortlich für das Kommunikationsdesaster sind die Landräte und Bürgermeister. Niemand anderes. Sie haben sich in ihre Funktionen wählen lassen und wurden ihrer Verantwortung nicht gerecht. In meinem Kreis bestand zudem die Gefahr des Dammbruchs der Steinbachtalsperre. Viele Tausend Menschen waren in höchster Gefahr. Ob die Evakuierung rechtzeitig geschah, kann niemand sagen, weil der Damm glücklicherweise hielt. Eine Talsperre ohne technische oder wasserwirtschaftliche Funktion wohlgemerkt, deren Wartung höchstwahrscheinlich vernachlässigt wurde.

Ist man tatsächlich erst hinterher schlauer ?

Es heißt "Vorsicht", "Vorsorge", "Vorrausschau", "Vorhersage" mit Betonung auf "Vor..." - und genau das darf man von den Verantwortlichen erwarten: Vorher zu planen und zu überlegen.
Sicher: Man kann nicht alles retten. Häuser, Autos, Feld und Wald sind verloren.
Aber eine vernünftige Krisenvorsorge kann den Schaden begrenzen und vor allen Dingen Leben und Gesundheit der Betroffenen schützen.

Man kommt sich ja vor wie in einem amerikanischen Schundfilm a'la "Weißer Hai" oder "Earthquake": Wir dürfen keine Panik verursachen. Wir dürfen die Leute nicht in Aufregung versetzen ... und wer weiß ob es wirklich so schlimm kommt ... blahblahblah...

Hochwasser und Umweltkatastrofen gehören mittlerweile zum Alltag und da darf man erwarten, dass eine vernünftige Krisenvorsorge betrieben wird.

Ich weis es mal nicht!

Ich hatte genauso wie mein Sohn Warnungen auf dem Smartphon erhalten.

Na ja, mein haus liegt nicht an einem Fluss / Bachlauf.
Ich weis von vielen solchen Nachrichten in der Vergangenheit, vielleicht wurden diese nicht mehr so ernst genommen.

Keiner kann vorhersagen sagen an dieser Stelle soviel regen fällt das alles weck schwimmt.

Am 31. Juli 2021 um 13:33 von Traumfahrer

" Insgesamt sollte der Katastrophenschutz verändert werden, so dass die oberste Leitung beim Bund liegt, in den Etagen darunter jeweils Kommandanten der Feuerwehr, die die nötige Ausbildung und Erfahrung mitbringen, und nicht ein OB oder Landrat, der Jura oder BW studiert hat. "

Im Prinzip richtig, nur ist die Leitung noch viel länger und langsamer, als die Regionale, und bei Bund sitzen auch viele , die den Job wegen dem Parteibuch bekommen haben.
Fachwissen, ist sehr dünn gesät, beim verlagern wäre ich das sehr vorsichtig.

Wer nicht hören will…

Seit Jahrzehnten wird gerade im Ahrtal gewarnt: vor Abholzung, vor Flächenversiegelung und vor allem vor Einengung der Ahre.
Auch wurde entgegen der Warnungen vor regelmäßigen Hochwassern viel zu nah am Wasser gebaut.
Wollte aber Jahrzehntelang keiner hören.

Vorprogrammiert

Das kommt davon, wenn solche Schlüsselfunktionen mehr und mehr nur noch durch weltfremde Juristen und Betriebswirtschaftler besetzt werden, die alleine keinen Nagel in die Wand hauen können.

Gab es das vorher schon mal?

Ist der Klimawandel schon in allen Köpfen angekommen?
Na ja in der Natur ist er angekommen, wie man schmerzlich erfahren musste.
Da wir nicht in der Lage sind alle zu bevormunden, sollte unser erstes Augenmerk auf Vorsorge und Bewältigung des Klimawandel liegen.

Frühwarnsysteme

"Wenn die Pegelstände steigen und steigen, ohne das bis dahin etwas Schlimmes passiert ist" - ein entscheidender Schlüsselsatz.

Das dahinter stehende psychologische Phänomen, das zum (politischen) Nichthandeln, zum Abwarten führt, sollte endlich breit öffentlich diskutiert werden.

Nichts wäre zur Zeit wichtiger als genau darauf den Blick zu richten.

48h vorher

Für mich steht fest, dass das Versagen irgendwo in der letzten Meile stattgefunden haben muss.

Hier in Hamburg (wo eigentlich alles gut war) befand sich NINA und die Warnapp des Deutschen Wetterdienstes schon zwei Tage vor der Katastrophe im Dauerwarnzustand.

Einen Tag vorher habe ich ein Video eines TikTok-Nutzers gesehen, wo die Freiwillige Feuerwehr mit Lautsprechern durch ein Dorf gefahren ist um die Anwohner zu warnen.

In einigen Gemeinden scheint der Ernst der Lage offenbar erkannt worden zu sein. In anderen Gemeinden eben nicht.

Gewahrnt wurde jedenfalls sogar in Hamburg.

14:15 von Emil67

>>Da wir nicht in der Lage sind alle zu bevormunden, sollte unser erstes Augenmerk auf Vorsorge und Bewältigung des Klimawandel liegen.<<

Wie soll der kleine Mensch auf Erden jahrtausendealte Naturereignisse bekämpfen können?

Blicken sie bitte aus dem All auf den Globus (genug Fotos finden sie im www.), blicken sie auf Europa/Deutschland/Ahrweiler stellen sie sich Frau Merkel vor, die sagt: jetzt müssen wir uns sputen.

Das waren u.a. ihre Worte am Tag in Ahrweiler

Hinterher sind jetzt alle schlauer

Analyse ist zwar wichtig, um alle Punkte zu finden an denen Fehler gemacht wurden, aber man sollte sich hüten jemanden an den Pranger zu stellen.

Wenn man ehrlich ist, dann hat keiner solche Folgen erwartet.
Man kann auch nicht immer so handeln, als ob das Ende der Welt kommen würde.

Man hat jetzt daraus gelernt und kann sich entsprechend vorbereiten.

Re : Michael Will !

Diese nötige Ablauf- Optimierungsdiskussion wird, wenn sich die großen Wellen beruhigt haben, ganz schnell wieder versickern, weil leider sonst um ihre Positionen fürchten, auch wenn diese Diskussion zwingend notwendig wäre.
Grundsätzlich sollte der Katastrophenschutz so aufgestellt und organisiert sein, dass nur sehr gute Fachleute das eigentliche Sagen haben, und zwar von Oben im Bund, über die Länder bis in die Städte und Landkreise. Da sollte jeweils sehr erfahrene Kommandeure und Fachleute in den Krisenstäben sitzen, die über die nötige Kompetenz verfügen. Und es sollten immer wieder Übungen im großen Stil, unter Einbeziehung der Bevölkerung, stattfinden, um von der Alarmierung, Rettung von Menschenleben, Bergung, Absicherung usw. geübt wird, damit viele verstehen, worauf es ankommt, und was wann wichtig ist !

Die Schilderung der Warnungen läßt den Landrat

in einem sehr schlechten Licht erscheinen, und das hat nichts mit Besserwisserei nach der Katastrophe zu tun oder auch mit dem immer wiederkehrenden Erstaunen, daß so etwas noch nie (nie!) dagewesen wäre, man es also auch nicht hätte erahnen können. - Wer zu einem Zeitpunkt, wo die ersten Häuser schon weggeschwemmt wurden, den Alarm auslöst und die Bevölkerung auf die höheren Stockwerke verweist, der wußte auch im selben Moment, seiner Verantwortung durch die Vorwarnungen nicht gerecht geworden zu sein. - Das ist einfach ein ganz bitteres Fazit für den Menschen im Amt. -

Hinterher ist man schlauer

Oder auch nicht.

Das nächste, ähnlich verheerende Hochwasser wird an den gleichen Orten stattfinden.
Wahrscheinlich innerhalb der nächsten 200 Jahre.

Ob die Menschen dann besser geschützt sind, an anderen Stellen gebaut haben werden, ein besseres Frühwarnsystem verwenden, den "Das Problem kommt, warten wir mal ab"-Effekt in ihrer Gesellschaft in den Griff bekommen haben?

Ich glaube nicht. Menschen sind Gewohnheitstiere. Hat es gestern funktioniert, funktioniert es auch heute.
Länger zurück oder weiter voraus schauen zu wenige, als daß sich damit Wahlen gewinnen ließen.

Unsere Klima-"Experten"

Zitat: "Mehr als zwei Wochen nach der verheerenden Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz gibt es schwere Vorwürfe gegen den Landkreis Ahrweiler. Es sei präzise gewarnt worden, ohne dass Verantwortliche rechtzeitig reagiert hätten."

Wenn es nicht so traurig und katastrophal für die Menschen im Ahrtahl wäre, wäre das ja schon wieder lustig.

Die Klima-"Experten", die uns seit Jahren erklären, dass sie die durchschnittliche Welttemperatur in Abhängigkeit vom CO2-Gehalt in der Luft auf die fünfte Stelle hinterm Komma genau voraussagen können, sind aber damit überfordert vorauszusehen, dass es in einem Tal zu einer Flutkatastrophe kommen wird (Indikativ!), wenn dort binnen weniger Stunden 250 Liter Wasser pro qm herunterkommen?

Wer möchte im Vorfeld Menschen verunsichern,

wenn man erst im Rückblick belegen kann, was passiert ist?

Was lief falsch?

Im Nachhinein sind alle schlauer. Man sollte für die Zunkunft einige Schlüsse aus der Vergangenheit ziehen. Man hätte die Zerstörung von Häusern auch durch schnelle Warnungen nicht verhindern können. Einige Menschenleben hätte man dagegen retten können.
Da auf Ebene des Landes präzise Informationen vorhanden waren, diese auf Kreisebene jedoch nicht sachgerecht verarbeitet werden konnten, spricht für schwerwiegende Organisationsfehler im Bereich des Katastrophenschutzes.
Ein Landrat ist eben kein Katastrophenmanager. Vielleicht wäre es doch zielführunder auf Landesebene spezialisierte Katastropheneinheiten für die Zukunft zu etablieren, die als Spezialisten passgenau handeln können.

DIejenigen, die "forden", daß...

...der Landrat um 21:30 Mails liest sollten sich mal kurz an die eigenen Nase fassen.

Soll der Mann ( bzw. seine Mitarbeiter ) rund um die Uhr seine dienstlichen Mails im 5-Minutentakt checken ?

Regelmässiges üben hilft immer, egal wobei.

Bei der Einstellung, die in D mittlerweile sehr oft herrscht, macht da eh kaum einer mit. Vielleicht beim ersten mal noch, aber beim 17. nicht. Und Arbeitgeber wollen das bestimmt auch nicht, daß die Arbeit unterbrochen wird "nur wegen einer Übung".

WER von denen, die via Katwarn / Nina etc. eine Warnung erhalten haben, hat denn sein Haus / die Gegend verlassen ?
Dachten da nicht viele "... schon wieder eine Warnung, gäääähn... )?

Re : Tada !

Ja die Fehler- Analyse ist extrem wichtig, weil nur dadurch gelernt werden kann. Aber es ist auch wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, in so manchen Situationen lieber mal heftiger zu reagieren und handeln, nicht auf die Kosten zu schauen, wenn dadurch Menschenleben gerettet werden können.
Irgend wie habe ich den Eindruck, dass manche Personen die ganze Situation nicht wirklich so ernst genommen haben, nicht noch mal nachfragten, um sich zu vergewissern. Also scheint die Informationskette nicht so richtig geklappt, und dadurch zu spät und zögerlich gehandelt worden sein !
Ich denke, ohne jetzt auf jemand zu zeigen, diese Personen dürften sich selbst inzwischen fragen, was hätte ich besser machen können. ich denke es waren nicht nur einzelne, sondern auch viele Menschen, die nicht an solch ein Ereignis je dachten, und nicht vorstellen wollten !

@Am 31. Juli 2021 um 14:30 von FritzF

Wer möchte im Vorfeld Menschen verunsichern,

wenn man erst im Rückblick belegen kann, was passiert ist?

Zitat Ende

ich.

und wahrscheinlich die Angehörigen der Toten und wahrscheinlich die, die ihr nicht kasko-versichertes Auto noch gerne weggefahren hätten und die, die gerne noch Erinnerungstücke und Wertsachen gerettet hätten.

Und ganz ehrlich: Ich würde lieber 10x umsonst auf einen Hügel latschen, als 1x zu ertrinken.

14:05, Fraenki111

>> In meinem Kreis bestand zudem die Gefahr des Dammbruchs der Steinbachtalsperre. Viele Tausend Menschen waren in höchster Gefahr. Ob die Evakuierung rechtzeitig geschah, kann niemand sagen, weil der Damm glücklicherweise hielt. Eine Talsperre ohne technische oder wasserwirtschaftliche Funktion wohlgemerkt, deren Wartung höchstwahrscheinlich vernachlässigt wurde.<<

Lesen Sie mal den Wikipediaartikel über die Steinbachtalsperre. Der ist höchst informativ. Mangelnde Wartung war da wohl noch das geringste Problem. Offensichtlich ist diese Talsperre ein einziger Konstruktionsfehler.

um 13:51 von

um 13:51 von Blitzgescheit:
"
Ein Katastrophenalarm muss aber über alle Kanäle gehen und laut vernehmbar für alle sein. Notfalls spannt man sich wie die Blues Brother ein Megaphon auf sein Auto und warnt die Bevölkerung.

Ich würde eher den Medien hier den Vorwurf machen, mal wieder versagt zu haben. Stattdessen sucht man jetzt mit einem Landrat einen Sündenbock.

Wie durchschaubar.
"

->
Hä?
Landesamt warnt Landrat.
Landrat ist zuständig "notfalls, wie die Blues Brothers, per Megaphon auf'm Auto durch die Gegend zu fahren & die Bevölkerung zu warnen.
Das fällt in seinen Jobbereich.

"
Das Katastrophenschutzmanagement gehöre zur Kernfunktion jedes Kreischefs und jedes Oberbürgermeisters
"
Q: Artikel

"
Dass im Kreis Ahrweiler kein Voralarm ausgelöst worden sei, halte er für unerklärlich.
"
->
Saß vllt. grad bei 'nem Spendendinner mit 'n paar lokalen Baulöwen & man wollte "zum Wohle der Wirtschaft" entscheiden...
...wäre eine Erklärung...
...CDUler , moralischer Kompass & so...

Bzgl. der „Schuldzuweisungen“ abwarten

Fragt sich, ob nicht außerdem eine Lücke im Organisationsprozess, Zuständigkeiten, Entscheider usw. dazukam. Falls der schriftlich erstellt und eindeutig ist. Und die weitere Frage ist, ob die Bevölkerung, wenn es dann öfter mal blinden Alarm gibt, dem folgt. Auch da muss man häufiger erinnern auf allen medialen Kanälen, bundeseinheitliche Vorgehensweise, nicht individuell.
Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit, das es so ist oder kommt wie in den Kommentaren beschrieben, hoch. Und es kommt für weitere Vorbeugungsmaßnahmen auch andernorts ein Punkt hinzu: die Macht der Gewohnheit: Was bei einer roten Ampel ohne Nachzudenken zum Bremsen führt, hat hier evtl., falls überhaupt ganz gelesen, zum durchwinken geführt. To do: komplett Prozesse prüfen, absichern. Namensfelder-Kürzel an jeden wichtigen Schritt usw. Merke: was keinen Namen trägt und keine Anerkennung (Lob, Geld) findet, wird nicht gemacht. Himmel hilf, das ist doch alles simpel und war in Teilen vermeidbar.

@Wolf 2

"Das kommt davon, wenn solche Schlüsselfunktionen mehr und mehr nur noch durch weltfremde Juristen und Betriebswirtschaftler besetzt werden, die alleine keinen Nagel in die Wand hauen können."

Meines Wissens werden Landräte, Bürgermeister in ihr Amt gewählt und nicht eingesetzt.

Auf einem Auge blind

Manche erkennen erfreulicherweise ganz richtig, daß die Hochwasser-Katastrophe nicht auf den Klimawandel zurückzuführen ist.
Bei steigendem Wasserpegel hätte gehandelt werden müssen, historische Höchstwerte waren bekannt.

Gleichzeitig streiten die gleichen Menschen aber ab, daß ein jahrzehntelang zunehmender Pegelstand beim CO2 in der Atmosphäre nicht ebenfalls ein ernsthaftes Problem darstellt.

Woran mag es wohl liegen, das von zwei ernsthaften Problemen mit ähnlicher Struktur das eine erfasst, das andere aber verkannt wird?

14:29, Blitzgescheit

>>Die Klima-"Experten", die uns seit Jahren erklären, dass sie die durchschnittliche Welttemperatur in Abhängigkeit vom CO2-Gehalt in der Luft auf die fünfte Stelle hinterm Komma genau voraussagen können,<<

Nennen Sie bitte einen Klimaexperten, der das tat oder tut.

Dann schließe ich mich Ihren Anführungszeichen ausdrücklich an.

Der teuerste Strom ist der Atomstrom.

@14:04 von Leisetreter
Weltweit nur durch erhebliche Subventionen möglich.
Ursprünglich, und wie man an Iran und Stuxxnet sehen konnte, auch heute noch mit militärischem Hintergrund.
Die Forderungen der Betreiber für neue britische AKWs lauteten auf einen höheren garantierten (!) Strompreis von der Regierung.

Und: Unsere UrUr-Enkel werden noch für den "billigen" Strom bzw. dessen Müll, bezahlen.
PS.: Mit der Sicherheit ist es auch so eine Sache. Ich erinnere mich, dass vor einigen Jahrzehnten hier in Bayern sämtliche AKWs im Winter ausfielen, weil die Kühlung nicht mehr möglich war. Es wurde mit Notstromaggregat überbrückt - bis zu den damals fälligen Landtagswahlen.

Nach dem Lesen aller Kommentare

möchte ich noch einmal ganz deutlich auf eine Tatsache hinweisen:

Es fielen großflächig innerhalb kurzer Zeit erheblich mehr als hundert Liter Wasser pro Quadratmeter auf die Erde.

So etwas gab es in Deutschland noch nie.

Nicht einmal annäherungsweise.

Eine solche Katastrophe ist nicht beherrschbar.

Und wäre es auch dann nicht gewesen, wenn an den Hängen des Ahrtals nicht Weinberge, sondern Buchenmischwälder gestanden hätten. Die wären in den letzten Jahren sowieso vertrocknet, weil der Boden dort ausgesprochen flachgründig ist. Schiefergestein. Wasserundurchlässig. Sozusagen naturversiegelt.

Wer letztes Jahr durchs Rheintal gefahren ist, der hat den Zustand der Wälder auf der nicht weinbautauglichen Ostseite sehen können. Nämlich großflächig abgestorben.

Dazulernen

Hinterher ist keiner schlauer.
Das ist ja das Problem.

Die Erkenntnis, daß der Fluß dort hoch auflaufen kann, - bei dem vorangegangenem Hochwasser anno dunnemals sicherlich ebenfalls gesammelt -, war mittlerweile wieder verloren gegangen.

Und wenn man jetzt schon (und nicht erst in 120 Jahren) hört, daß die Häuser an genau der gleichen Stelle erneut gebaut werden sollen,
dann wird wohl nicht einmal zeitnah eine Erkenntnis stattgefunden haben.

Das stimmt so, prozessual ist hohes Verbesserungspotential

Ursache ist zudem mit, daß teils eine hohe Qualifikation erforderlich ist, die aber nur selten komplett in einem Job abgerufen wird: teuer! Dann wird gespart. An der Stelle frage ich mich, ob man nicht auch eine automatisierte Vorprüfung der Mails hinzunimmt, erfordert gewisse Textstandardisierungen, weiterer Kontrollschritt. Dto. üben, wie Militär. Da liegt sicher viel im argen und wenn das Ländersache bleibt, wird es nie einheitlich, was ineffizient ist. Individuell bleiben müssen die Entscheidungen usw. . Sowas kann jeder QM- Beauftragte, wenn er was kann. Jemand von Risk (Abt. Operative Risiken) mit ins Boot und dann geht das, wie in Konzernen auch! Und: Kontrollen, Audits. Ergebnis hängt immer noch an Menschen, aber es wird enorm besser und kostet kaum was.

14:41, Theaitetos

Sie bringen es sehr gut auf den Punkt.

14:24 von Tada

"Wenn man ehrlich ist, dann hat keiner solche Folgen erwartet."

Ich verweise der Einfachheit halber auf eine Liste und Beschreibung ähnlicher Ereignisse (seit dem Mittelalter) rund um die Ahr, die der Geograf, Heimatforscher und Kommunalpolitiker Karl-August Seel (1933-2018) zusammengetragen hat. Auch erklärt er da kurz die besonderen geografischen Bedingungen, die an der Ahr immer wieder zu solchen Ereignissen geführt haben.
Wenn man bedenkt, wie die Wetterlage vor dem 14. Juli war und dass die Warnmeldungen Stunden vor diesen Ereignissen relativ eindeutig waren, dann kann man nicht davon sprechen, dass die Folgen für niemanden vorhersehbar waren. Beim Landratsamt von Ahrweiler hätte man vorbereitet und schneller reagieren müssen.

Hier der Link zu "Die Ahr und ihre Hochwässer in alten Quellen" (Dr. K. A. Seel)
"https://www.kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb1983/hjb1983.25.htm"

14:41, harpdart

>>@Wolf 2
"Das kommt davon, wenn solche Schlüsselfunktionen mehr und mehr nur noch durch weltfremde Juristen und Betriebswirtschaftler besetzt werden, die alleine keinen Nagel in die Wand hauen können."

Meines Wissens werden Landräte, Bürgermeister in ihr Amt gewählt und nicht eingesetzt.<<

Ich habe unsere Landrätin jedenfalls in Direktwahl (mit-)gewählt und habe noch nichts davon gehört, daß das anderswo in Deutschland anders wäre.

Daseinsvorsorge.

im Mai 2000 hatten wir in der Eifel ein stärkeres Hochwasser. Dieses Mal kam, eigentlich wie zu erwarten, das Wasser den gleichen Weg. Von der Behörde kam keine Warnung, ist auch nicht nötig, man kennt die Lebhaftigkeit der Verwaltung. Die Feuerwehr hatte keine Sandsäcke, warum eigentlich nicht? Jetzt die Solidarität loben, soll vom Versagen ablenken. Daseinsvorsorge ist eine staatliche Aufgabe.

Nun ja

War der Klimawandel, kann der Landrat nichts dagegen machen

@von Sparpaket

Wenn dies alles stimmt, was in dem Artikel über die Wetterwarnungen berichtet wird, dann ist es richtig bitter für die Betroffenen.

@ Am 31. Juli 2021 um 14:44 von krittkritt

...
Unsere UrUr-Enkel werden noch für den "billigen" Strom bzw. dessen Müll, bezahlen.
PS.: Mit der Sicherheit ist es auch so eine Sache. Ich erinnere mich, dass vor einigen Jahrzehnten hier in Bayern sämtliche AKWs im Winter ausfielen, weil die Kühlung nicht mehr möglich war. Es wurde mit Notstromaggregat überbrückt - bis zu den damals fälligen Landtagswahlen.
Zitat Ende

ich habe mal auf dem Schauinsland bei Freiburg gearbeitet.
Wenn ich mit der Seilbahn zur Arbeit fuhr, kam man an zwei Windrädern auf dem Roßkopf vorbei.
Die Touris in der Kabine waren immer entsetzt (blablabla Verspargelung).

Kurz vor der Bergstation konnte man (direkt über die 2 Windräder) auf das älteste französiche AKW Fessenheim sehen, das sich seinen Ruf als Pannenmeiler mehr als verdient hat.

Ich konnte es mir nie verkneifen, auf diese "Sehenswürdigkeit" hinzuweisen.

Auf einmal waren die Windräder schön.

Der Atommüll wird die Erde ca 1Mio Jahre beschäftigen, und wir sollten auch an Überschwemmungen denken.

Vor Denken statt Nachdenken oder beides?

Was mich nach vielen Kommentaren bewegt, ist der Punkt, dass es wahrscheinlich mal wieder nur um dieses Vorkommnis gehen wird, wenn es um Prävention geht. Es gibt noch mehr Risiken, nicht nur Wasser. Eigentlich muss es einen zentralen Metaprozess aus Berlin geben, der sich nach unten nach Risikoarten und individuellen Gegebenheiten verzweigt, damit nicht in jedem Dorf etwas anderes gilt (oder vergessen wird) und man sich auch gegenseitig effizient unterstützen und aushelfen kann. Von Statements, dass man wegen so einem Tag seine Politik nicht ändert, wird keiner wieder lebendig!
Diesbzgl, insbesondere noch technisch aktuell und digital gestützt, hinken wir in den Amtsstuben Jahre hinter den Möglichkeiten her. Es wird Zeit für eine Modernisierung der Regierung und bitte nicht auf die Schlafwagentour, damit es vor Ankunft in Berlin und Ende der nächsten Legislaturperiode nicht noch mehr vermeidbare Tote gibt.

Eigentlich

Mag ich dies alles nicht mehr hören und es ist auch müddig über die Details der Schuld zu spekulieren. Was aber offenbar wird, ist ,dass in Deutschland auf allen Ebenen der Politik/Verwaltung viel geredet (auf Neudeutsch - kommuniziert) wird aber nichts getan wird, auch offensichtlich in den Didkusdionen um die Schulen unter Corona.
Das gleiche Problrm mittlerweile auch in der Industrie. Vielleicht sollte Bestandteil aller Top Positionen z.b. 2 Tage im Monat Handarbeit an der jeweiligen Badis sein

14:39 von fathaland slim

«Lesen Sie mal den Wikipediaartikel über die Steinbachtalsperre. Der ist höchst informativ. Mangelnde Wartung war da wohl noch das geringste Problem. Offensichtlich ist diese Talsperre ein einziger Konstruktionsfehler.»

Die Talsperre wollte man in den 1920-ern bauen. Dann kam der Auto-Rennsport, und man hat anstelle der Talsperre erst mal den Nürburgring gebaut. War mit mehr Aussicht auf Prestige und Geldverdienen.

Dann brauchte man aber doch die Talsperre als Trinkwasserreservoir. Rumgefrickelt an den Plänen, und abgespeckt dann doch gebaut. Zu teuer durfte sie nicht werden. Der Nürburgring hatte schon sehr viel Geld gekostet …

"Der Klimawandel ist angekommen"

@Emil67

Mit Starkregen, Sturm und Hitze zu argumentieren ist müßig. All das gab es schon immer. Auch verheerende Hochwasser gab es schon immer.
Selbst Klimaveränderungen kennt der Planet. Kann schon sein, daß das ein oder andere etwas anders ist, als vor 1000 Jahren.

Entscheidend ist gewiß, daß der CO2-Gehalt in der Atmosphäre seit Jahrzehnten ansteigt.
Das Problem, daß daraus erwächst, ist nicht bloß ein "Klimawandel", wir ändern die Atmosphäre. Ab 1000 ppm CO2 wirds dann mit dem Atmen schwierig.
Kennen Sie die "große Sauerstoffkatastrophe" in der Erdgeschichte?

Sie haben vollkommen recht mit ihrer Meinung, aber verharmlosen Sie das Problem nicht.

Ich vermag

nicht zu sagen, wer jetzt wo genau versagt hat. Nur das angeblich keiner verantwortlich ist - das glaube ich ganz sicher nicht.
Und nein - die Putzfrau und der Pförtner tragen keine Schuld.

Automatisierte Mails?!

Das war Alles an Warnung? Ich bin gespannt auf die Aufarbeitung… Man merkt es ist mal wieder Wahlkampf…
Wie wäre es wenn alle Parteien, Regierung, Bundestag und Bundesrat den Katastrophenschutz mittels eines Gesetzes optimieren? Notfalls auch eben die Zuständigkeiten verändern!

Tagesschau am 20.7. Nach

Tagesschau am 20.7. Nach Unwettern: Bund plant Hunderte Millionen an Soforthilfe

15:42 habe ich den folgenden Kommentar verfasst:

"Es gab frühzeitige, exakte Warnungen, die zwingend hätten befolgt werden müssen.

Hier haben Behörden versagt!

Das Personal wird für Ausnahmesituationen geschult und bezahlt, dass sie ihren Dienst für die Sicherheit der Bürger sorgen, dass solche Unglücke mit vielfachen Toten nicht geschehen.

Eine Warnung, eine gezielte Evakuierung und kein Mensch hätte sein Leben lassen müssen!"

Danach wurde mir nachgesagt, ich würde schwadronieren....u.m.

Sich selber hinterfragen

Ich bin selber Teil eines Krisenstabes und gebe ehrlich zu, dass ich vermutlich nicht 100 prozentig auf eine Katastrophe vorbereitet bin falls es mich selbst betrifft. Wer kann das schon von sich behaupten und wer hätte aufgrund einer Email SMS oder ähnliches sein Haus verlassen? Eine Evakuierung muss angeordnet und durchgesetzt werden! Wer traut sich das? Falls es unnötig war, möchte ich die Presse nicht hören!
Also selber an die Nase fassen, helfen und dazulernen, mehr kann man nicht machen.

P.S. Atomkraftwerke mit Notstromaggregaten zu ersetzen ist ungefähr so als mit einem Feuerzeug ein Kohlekraftwerk zu ersetzen

Re Fathaland

Höchste Niederschlagsintensität: 126,0 mm
fielen am 25.05.1920 bei Füssen (Allgäu) in 8 Minuten. Ok?

14:54 von fathaland slim

>>Nach dem Lesen aller Kommentare möchte ich noch einmal ganz deutlich auf eine Tatsache hinweisen:

Es fielen großflächig innerhalb kurzer Zeit erheblich mehr als hundert Liter Wasser pro Quadratmeter auf die Erde.

So etwas gab es in Deutschland noch nie.<<

Das stimmt nicht!

>>Eine solche Katastrophe ist nicht beherrschbar. <<

Das hat auch keiner behauptet.

Nach der Warnung hätten entsprechende Maßnahmen (Evakuierung) dazu geführt, dass vielleicht niemand sein Leben hätte lassen müssen.

Sachschäden können behoben werden...

Es gibt auch anderes Irreguläres

Es gibt auch noch andere Seltsamkeiten. Man hat den Eindruck, vor Ort ist spät geholfen worden. Ein zentrum von Freiwilligen sei geräumt worden, wo Menschen in einem Landkreis ohne Ärzte (weil die alle güberflutet wurden) jederzeit einen freiwilligen ausgebildeten Arzt aufsuchen konnten, und dann übernahmen die Behörden und die Busse sind nur von 10-16 Uhr besuchbar. Wieso hat man das nicht besser geregelt. Zur Erinnerung: Es gibt auch freiwillige Obdachlosenärzte, das ist alles längst Usus, dass man gwisse auf Ehrenamt basierenden Dienste hat, wo der Staat nicht helfen tut.

@fataland, 14.54

Dass die "Wälder auf der nicht weinbautauglichen Ostseite" des Rheintals "weitgehend abgestorben" seien, ist Unfug.
Aber das passt freilich ins Weltbild: dann ist der Starkregen ein Phänomen des Klimawandels (was so auf keinen Fall begründbar ist) und wir müssen alle die Grünen wählen. Durchsichtiges Manöver.

14:04 von Leisetreter

«… so eine Katastrophe die schlimm genug ist, hat früher DL nicht erschüttert, sondern man lernte aus Fehlern!
Was viel schlimmer ist, ist die Dekadenz von DL, ein 10.er Platz bei der Olympiade ist für ein 80 Millionen Volk nicht gerade schön!»

Erstens ist bei Olympia gerade Halbzeit.
Zweitens zählt man Medaillen + Rangfolge am Ende.
So man das denn zählen muss zum Nationalen Wohlbefinden.

Drittens sind zu wenige Medaillen bei Olympia natürlich viel schlimmer als für 10 bis 15 Mrd. Euro Schäden an Infrastruktur, Existenzen, plus Menschenleben noch dazu. Hilft nur schneller rennen, weiter werfen, höher springen. Das ist dann auch schöner.

«Auch die,Großprojekte werden mittlerweile von chinesischen Firmen getätigt in der EU, wie z.B. die Brücke in Kroatien, da kann man sich wenigstens auf Preis und Termine verlassen!»

Verlassen können sich in diesem Fall die Kroaten darauf, dass sie die teurste aller Möglichkeiten wählten, ihre neue Brücke in der Apotheke zu kaufen. Sinnlos.

@Blitzgescheit 14:29

Zitat: "Unsere Klima-"Experten"

Zitat: "Mehr als zwei Wochen nach der verheerenden Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz gibt es schwere Vorwürfe gegen den Landkreis Ahrweiler. Es sei präzise gewarnt worden, ohne dass Verantwortliche rechtzeitig reagiert hätten."

Wenn es nicht so traurig und katastrophal für die Menschen im Ahrtahl wäre, wäre das ja schon wieder lustig.

Die Klima-"Experten", die uns seit Jahren erklären, dass sie die durchschnittliche Welttemperatur in Abhängigkeit vom CO2-Gehalt in der Luft auf die fünfte Stelle hinterm Komma genau voraussagen können, sind aber damit überfordert vorauszusehen, dass es in einem Tal zu einer Flutkatastrophe kommen wird (Indikativ!), wenn dort binnen weniger Stunden 250 Liter Wasser pro qm herunterkommen?"

Ja, so ist das, wenn man keine Ahnung vom Unterschied zwischen Klimatologen und Meteorologen hat. Blitz.......

14:54, HalloErstmal2

>>Die Erkenntnis, daß der Fluß dort hoch auflaufen kann, - bei dem vorangegangenem Hochwasser anno dunnemals sicherlich ebenfalls gesammelt -, war mittlerweile wieder verloren gegangen.<<

Nein, war sie nicht.

Über den Hochwasserstand wird an deutschen Flüssen Buch geführt. Auch mittels Markierungen auf Meßstellen.

Deswegen weiß man, daß das Hochwasser diesmal etwa doppelt so hoch wie der bisherige Höchststand war.

Genaueres weiß man allerdings nicht, da die jahrhundertealte Meßstelle ebenfalls den Fluten zum Opfer fiel und weggerissen wurde.

15:26, derdickewisser

>>@fataland, 14.54
Dass die "Wälder auf der nicht weinbautauglichen Ostseite" des Rheintals "weitgehend abgestorben" seien, ist Unfug.
Aber das passt freilich ins Weltbild: dann ist der Starkregen ein Phänomen des Klimawandels (was so auf keinen Fall begründbar ist) und wir müssen alle die Grünen wählen. Durchsichtiges Manöver.<<

Ich bin die Rheintalbahnstrecke letztes Jahr mehrfach gefahren, mit offenen Augen. Der Anblick war schrecklich.

Was ich behaupte, ist kein Unfug.

Wahlkampf mache ich hier auch nicht.

Außerdem wähle ich die Linke.

Am 31. Juli 2021 um 13:55 von nikioko: Historische Vergleiche

Die Flut von 1910 ist durch Marken und Fotos belegt, man konnte daher errechnen, dass ca. 500-600 m3/s abflossen. Normal sind 8 m3/s an der Mündung.

Und nicht jedes Gebäude, das alt aussieht, ist es auch. Man baute vor allem keine Millionenwerte und 40m breiten Hausfronten in 120 m schmale Talengen. Und wenn das W kam, zog man sich halt zurück.

Ungeachtet einiger Ungereimtheiten ist die Kritik berechtigt. Keine Politpfeife, auch keine grüne (die sonst immer gegen das "weiter so!" stänkert) , hat den Mut, den Menschen zu sagen, dass genau JETZT der Zeitpunkt ist, die Dinge richtig zu machen: "So geht das nicht, Ihr müsst woanders hin.."

Auf der Homepage von Schuld steht, sie hätten den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" gewonnen. Blöd, dass die Natur anderer Meinung war...

Aber Svenja Schulze hatte ja sofort "Tempo 130" gerufen. Das wird das Hochwasser demnächst sicher aufhalten.

Und wann fällt hier endlich die Grenze von 1000 Zeichen, damit man einen Gedanken zu Ende führen ka

Nun ja

Höchste Niederschlagsintensität: 126,0 mm
fielen am 25.05.1920 bei Füssen (Allgäu) in 8 Minuten. 1920? Wie kann das sein? Ach ja das war dann ja wieder Wetter, ganz wie es gerade passt.

15:22, morgentau19 @14:54 von fathaland slim

>>“Es fielen großflächig innerhalb kurzer Zeit erheblich mehr als hundert Liter Wasser pro Quadratmeter auf die Erde.

So etwas gab es in Deutschland noch nie.“

Das stimmt nicht!<<

Dann nennen Sie bitte ein Beispiel für ein vergleichbares Ereignis. Ich nehme dann meine Behauptung gern zurück.

Lokal eng begrenzte Ereignisse am Alpenrand akzeptiere ich allerdings nicht.

>>“Eine solche Katastrophe ist nicht beherrschbar.“

Das hat auch keiner behauptet.

Nach der Warnung hätten entsprechende Maßnahmen (Evakuierung) dazu geführt, dass vielleicht niemand sein Leben hätte lassen müssen.<<

Die Warnung galt für ein Gebiet, in dem mehrere Millionen Menschen leben.

Wie hätten Sie die innerhalb weniger Stunden evakuiert?

15:21, Sternenkind

>>Re Fathaland
Höchste Niederschlagsintensität: 126,0 mm
fielen am 25.05.1920 bei Füssen (Allgäu) in 8 Minuten. Ok?<<

Ein eng begrenztes lokales Ereignis. So was gibt es gerade am Alpenrand öfters mal.

Ich schrieb aber was von „großflächig“.

Durchsagen über Funk und Fernsehen

Mal unabhängig davon, was vielleicht vom Landrat versäumt wurde: Wenn in Norddeutschland ein Hund oder eine Kuh auf der Autobahn ist, informiert der NDR Verkehrsfunk ganz Norddeutschland darüber.
Das gleiche wünsche ich mir auch für den Katastrophenfall, sei es eine Flutwelle, ein Brand oder sonst ein bedrohliches Ereignis. Woran scheitert das? Bzw: Woran ist das gescheitert?
Ich meine, in dem Fall wäre eine dringliche Durchsage, auch mit dem Zusatz: "Bitte warnen Sie auch ihre Nachbarn." o. ä. erforderlich gewesen.

Lernen

Aus Fehlern noch dazu wenn sie solche Katastrophale Folgen die auch Menschenleben gekostet haben müssen wir immer wieder lernen. Deshlab ist es richtig das ganz auf zu arbeiten und daraus die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen.
Mit Häme nach dem Motte die da oben kriegen es ja doch nicht hin ist niemand geholfen. Klare Fehlverhalten wenn es sie gegeben hat müssen aber auch Folgen haben bei jedem der sich rechtlich fahrlässig oder gar vorsätzlich verhält auch wenn es Landräte betrifft.
Eines ist aber auch klar der Traum wir könnten uns eine zu 100 % sicher Welt schaffen wird nie in Erfüllung gehen. Die Natur hält sich nicht an unsere Gesetze und Regeln sonder hat ihre Eigenen.

Versagen zurückzuführen, müssen noch genau geklärt werden, um sie in Zukunft ausschließen zu können, feststehen dürfte aber jetzt schon, dass das Ausmaß der Tragödie und der Schäden durch das Zurückhalten bzw. das Unterbleiben der unverzüglichen(!) Weiterleitung von elementar wichtigen Informationen vergrößert wurde.

@ um 14:56 von fathaland slim

Nahezu jeder Politiker, vom Stadtrat bis zum Bundeskanzler, tritt zur Wahl an, weil er/sie/es Verantwortung tragen will. Auch darin sind deren höhere Gehälter begründet. Das gilt auch für einen Landrat.
Dann sollen sie diese Verantwortung auch gefälligst tragen und sich hinterher nicht mit billigen Allgemeinplätzen herausreden.
Aber vielleicht sollten wenigstens Lokalpolitiker vor ihrer Wahl eine umfassende Prüfung in Heimatkunde ablegen müssen. Dann hätte der für das Ahrtal zuständige sich jederzeit an frühere Ereignisse erinnern können müssen.
Köpfe müssen da sicherlich nicht rollen.
Aber Verantwortung tragen sollte auch im
negativen Sinne selbstverständlich sein für gewählte Politiker. Denn das ist ein wichtiger Bestandteil ihres Jobs.
Auch wenn es im Ernstfall von denen immer ganz anders gesehen und von Medien ebenfalls gerne vergessen wird.

Nun ja

777 l/m² Regen gab es im Mai 1933 um Lindau - der deutschlandweite Monatsrekord. 1933? Alles sehr seltsam aber halt war da nicht was 1933? Evtl. Ein Vor-Klimawandel.

nikioko I Theaititos I Tada I

nikioko I Theaititos I Tada I fathaland slim I HalloErstmal2
Ich möchte einfach mal danke sagen, dass Sie den Artikel kritisch hinterfragen und sachlich einordnen.
Von der als Tatsachen hingestellten Sicht des Frank Roselieb bis zur menschlichen Natur, abgestumpft auf Warnungen zu reagieren.

Spätestens mit Pegelausfall Altenahr

Spätestens mit dem Ausfall des Pegels einige Kilometer flußaufwärts in Altenahr, der seinen letzten Wert von 575cm um 20:45 Uhr abgesetzt hatte, hätten doch alle Alarmglocken läuten müssen, auch in Bad Neuenahr in der Kreisverwaltung.

Die Frage ist allerdings: Auf welchem "Dienstweg" hätte der dortige Krisenstab davon Kenntnis erlangen "müssen"?

Erschreckend ist, daß die zahlenmäßige Mehrheit der Todesfälle im Ahrtal wohl im Bereich Bad-Neuenahr-Ahrweiler und Walporzheim aufgetreten ist; also genau dort, wo es am längsten Zeit gehabt hat für eine "rechtzeitige" Evakuierung.

Als Landrat könnte ich jetzt nicht mehr ruhig schlafen.

Am 31. Juli 2021 um 13:44 von der.andere

Wie jede andere Organisation auch, kann ein Staat nur funktionieren, wenn er personell, sachlich und finanziell gut ausgestattet ist - und das ist er nach 16 Jahren Merkel und Schäuble mit seiner Schwarzen Null eindeutig nicht!
___
Was haben denn Frau Merkel und Herr Schäuble mit Länderkompetenzen zu tun ?
Sie regieren auch nicht allein. Und dass man Schulden auch mal abbauen sollte, darüber herrschte eigentlich Konsens. Wenn nicht in Zeiten, wo die Einnahmen hoch sind und die Wirtschaft gut läuft, wann dann ?
Nur diesem Umstand haben wir es übrigens zu verdanken, dass man bei der Pandemie grosszügige Hilfen z.B. Kurzarbeitergeld in grossem Umfang zahlen konnte. Aber hauptsache,, es wird wieder gemeckert, ob berechtigt oder nicht. Meckern und nörgeln geht immer und ist auch einfach.

@ morgentau19 um 15.18 Uhr, Tagesschau am 20.7.

"15:42 habe ich den folgenden Kommentar verfasst:
"Es gab frühzeitige, exakte Warnungen, die zwingend hätten befolgt werden müssen.
Hier haben Behörden versagt!"

Sie haben völlig recht. Aber nicht nur die Behörden (wer immer damit auch gemeint ist) haben versagt. Einerseits sind in Organisationen wie Feuerwehr, THW ... hierarchische Befehlsstrukturen sicherlich erforderlich, um koordiniertes Handeln zu gewährleisten. Andererseits sehen wir aber hier, dass diese Strukturen versagen, wenn die obere Ebene pennt. Da muss mehr Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein her.
Das gilt übrigens für alle Behörden und genauso für die ör Sender, von denen ich ebenfalls erwartet hätte, dass sie im Notfall die Bevölkerung warnen.
Ich habe gelesen, dass ein einziger Pfarrer die Menschen gewarnt hat, indem er Sturm geläutet hat.
Ich mag mir gar nicht ausdenken und kann es mir auch nicht vorstellen, dass wir in Norddeutschland im Falle eine Deichbruches nicht "aus allen Kanonen" gewarnt würden.

15:22, morgentau19 @14:54 von fathaland slim

Es gab z.B. die Magdalenflut von 1342.

Klassische 5b Tiefdruckwetterlage. Immense Niederschläge und Überschwemmungen von West- über Ostfrankreich über Deutschland bis Böhmen. Dazu in der Provence und in Norditalien.

Der Main bei Würzburg + 10 m, in Frankfurt am Main stand das Wasser auf dem Römerberg (Rathausbereich).

Zahlreiche Orte in den Flussauen (Überschwemmung) und im Mittelgebirge (Hangrutschungen) wurden verlassen (Wüstungen). FUndamente dieser verlassenen Siedlungen sind noch zu finden.

@Zufriedener Optimist - 15:18

"Wie wäre es wenn alle Parteien, Regierung, Bundestag und Bundesrat den Katastrophenschutz mittels eines Gesetzes optimieren? Notfalls auch eben die Zuständigkeiten verändern!"

Das mit den Zuständigkeiten ist ein echtes Trauerspiel in unserer Republik.

Wiederholt muss man feststellen, dass die Kette: Bund - Land - Kommune in wichtigen Angelegenheiten nicht schlüssig funktioniert wenn es eigentlich "in einem Guss" geschehen müsste.

Zu den Beschwörungsformeln, wie gut sich unser föderales System bewährt hat gehört endlich mal der Aufriss, wo es deutliche Mängel hat:

- die bundesweite Vernetzung der Gesundheitsämter ist nicht möglich
- Beschaffungsmanagement und Koordination im Katastrophenfall nicht schlüssig
- Warnung der Bevölkerung im Katastrophenfall ungeprüft und unklar
- Hilfen werden nicht angefordert weil Kostentragung erst geklärt werden muss

Und jede Stellungnahme dazu endet im gleichen Malefiz zwischen Bund, Ländern und Gemeinden - nein, dafür sind wir nicht zuständig.

Am 31. Juli 2021 um 15:46 von draufguckerin (zweiter Versuch)

Wenn in Norddeutschland ein Hund oder eine Kuh auf der Autobahn ist, informiert der NDR Verkehrsfunk ganz Norddeutschland darüber.

Zitat Ende

Ich würde mir allgemein etwas mehr Informationen gerade vom NDR wünschen (immerhin zahle ich meine Rundfunkgebbühren alle ¼-Jahre an genau diese Firma)
Ganz Schleswig-Holstein ist in der medialen Hand eines Verlagshauses, das die Lokalzeitungen vereint und die Informationen hinter einer Paywall versteckt.
Wer informationen möchte, kann nur bei winzigen, nicht-kontrollierten Lokalblättern von Seite zu Seite springen und beim Großen Überschriften lesen.

Auf der Seite von NDR Schleswig-Holstein kommen am Tag etwa 8 neue Artikel aus dem gesamten Bundesland.

Im Katastrophenfall würde der NDR wahrscheinlich den Nachtrock nicht unterbrechen, da er mit irgendeinem anderen Sender zsammengeschaltet ist
(wie es in NRW auch der WDR gemacht hat, statt über die Flut zu informieren).

@frankyboyonline ich stimme Ihnen zu, die 1000-er Begrenzung ist sehr stö

13:33 von Traumfahrer

"Landrat, der Jura oder BW studiert hat".
Aber seine Spezialisierung auf Europarecht nach vieljährigem Studium sowie die Karriere im Wirtschaftsministerium müssen Pöhler doch auf seinen verantwortungsvollen Posten vorbereitet haben?

Abgestumpft auf Warnungen?

Das mag für den Normalbürger gelten. Ich frag mich allerdings: Hat sich niemand der flußaufwärts gelegenen Verbands- oder Ortsbürgermeister*innen oder Feuerwehrkommandanten/innen mal beim Krisenstab im Kreis gemeldet, Tenor: "Wir saufen hier ab, das Wasser steigt und steigt"?
Wie ist denn die Kommunikation geregelt dabei?
Und wenn keine stattfand: Wozu gabs dann überhaupt einen Krisenstab? Den noch Landesminister Lewentz sogar am frühen Abend noch besucht hatte.

Louis2013

"Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Da nimmt einer Bezug auf ein Ereignis aus dem Jahre 1821 und fordert vom Landrat, dass er sich daran hätte erinnern müssen".
So alt ist Pöhler ja nicht, daß er sich erinnern könnte. Aber man hätte das ja nachlesen können, als Verantwortlicher für eine so prekäre wasserbauliche Anlage der ganzen Siedlungen und Städte an der Ahr?!

Doch keine Klimakatastrophe?!

„ "Niemand kann sagen, dass es solche Flutwellen im Ahrtal noch nicht gegeben hat", betonte Roselieb. "Beim Hochwasser vor 200 Jahren waren die Dimensionen etwa noch gewaltiger." Vor 100 Jahren sei es ähnlich gewesen. Zudem sei man frühzeitig gewarnt worden. Aus Sicht des Forschers gibt es deshalb keinen Grund, auf eine Flutwelle wie die jüngste nicht vorbereitet gewesen zu sein.“

Das klingt nach Behördenversagen und nicht nach Klimakatastrophe.

Aber es ist ja Wahlkampf. Da macht sich das besser wenn das Klima Schuld sein soll.

13:27 von Michael O

"Wenn so ein Hochwasser schon mal vor 100 und 200 Jahre da war, warum haben denn die Häuslebauer in der gefährlichen Zone gebaut".
Weil sie keine Luxusdatschen dahingebaut haben, sondern in der bettelarmen Eifel ihre Mühlen an die Bäche und Flüsse setzen mussten und die sind nun mal unten.
Darüberhinaus führen Straßen für Ochsengespanne und Kutschen nicht über alle Höhen, sondern ebenfalls die Täler entlang.

Am 31. Juli 2021 um 14:04 von Leisetreter

Die Industrie das Parade Pferd schwächelt auch, die Innovationen laufen in anderen Ländern ab, der Genderwahn u.s.w.
Tja alles Anzeichen einer Dekadenz!
Beispiel Strom, wir können durch den Ausstieg von Atomstrom etc., zwar unser Gewissen beruhigen, durch den Import von Strom aus Frankreich der durch Atomenergie gewonnen wird, ist das aber auch nicht gerade schön und wir haben mit den teuersten Strompreis in der EU! Auch die,Großprojekte werden mittlerweile von chinesischen Firmen getätigt in der EU, wie z.B. die Brücke in Kroatien, da kann man sich wenigstens auf Preis und Termine verlassen!
___
Ich komme nicht umhin, Ihnen in fast allem recht zu geben. Lediglich letzterer Vorhalt liegt daran, dass wir überbordende Vorschriften, die sich auch noch ständig ändern, haben, sowie einen unablässig wiehernden Amtsschimmel. Sowas wie "kleine Dienstwege" gibt's bei uns eher nicht. Liegt aber daran, dass wir immer einen Sündenbock für alles brauchen.

@ fathaland slim

Lesen Sie doch bitte mal den Kommentar von @ um 14:58 von Eduart de Machina
Da kann man einen Link finden, der klare Nachweise aufzeigt, dass die Verantwortlichen sehr wohl auch auf dieses Ereignis hätten vorbereitet sein können. Nein! Müssen!
Ohne jede Ausrede!
Eigentlich sogar rauf bis zum Ministerpräsidenten und Innenminister.
So sieht eine klare Bildungslücke aus.

Hinterher schlauer?

An die ganzen User, die hier die Meinung vertreten, es solle nun im Nachgang ein Bauernopfer gesucht werden, und hinterher wäre es ja sehr leicht zu kritisieren und klug daher zu reden:

Hohe Gehälter von Politikern werden immer damit begründet, ein Politiker müsse unbestechlich sein und trage hohe Verantwortung.

Und jetzt wo man mal die Kehrseite dieser Verantwortung kennenlernt, wird man dann in Schutz genommen?

Wenn also der Job eines Politikers effektiv genau so wenig Verantwortung verlangt wie der Job eines Parkraumwächters, dann braucht ein Politiker ja ab sofort auch nur den Mindestlohn.

Gerade im Kreis Ahrweiler wurde 4 Tage vorher schon gewarnt. Da kann man nicht einfach um 15 Uhr das Büro abschliessen und ruhig ins Wochenende gehen. Man muss sich kümmern. Deswegen bekommen Politiker so viel Geld.

Am 31. Juli 2021 um 15:28 von stupid at first

Zitat: „ Ja, so ist das, wenn man keine Ahnung vom Unterschied zwischen Klimatologen und Meteorologen hat. Blitz.......“

Ja, denn das Wetter lässt sich aufgrund einer überschaubarer Anzahl von Eingangsparametern, einer hohen empirischen Wiederholgenauigkeit und der Kürze des Zeitfensters relativ sicher für wenige Tage voraussagen, wohingegen das Klima ein höchstkomplexes, Interdependentes System unterschiedlicher, teils negativ korrelierender Eingangsparameter, weswegen eine Voraussagbarkeit hier deutlich schwieriger ist.

Es ist ungefähr so, als ob man unfähig ist, einen Purzelbaum zu schlagen, dann aber eine akrobatische Figur mit dreifachem Rittberger und fünffachen Salto durchführen möchte.

Bingo.

You got it.

...ttestEineMeinung @31. Juli 2021 um 15:58 von Sternenkind

"777 l/m² Regen gab es im Mai 1933 um Lindau - der deutschlandweite Monatsrekord" [sic!]

Sie sagen es - Monatsrekord.

Nicht binnen weniger Stunden, also was soll das zum Thema beitragen?

13:55 von nikioko

"Ich frage mich, woher die Behauptung im Artikel stammt, dass es vor 100 und 200 Jahren schon mal gegeben hätte".
Hier schon mal eins: https://www.kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb1955/hjb1955.11.htm.
Als zweites, der umfangreiche heimatkundliche Bericht über ca. 85 Hochwasserkatastrophen vom Spätmittelalter bis in die 50er Jahre im Ahrwiki ist leider wegen der Hochwasserfolgen offline.

Proaktives Verhalten war Fehlanzeige

Man bekommt E-Mails, ja, aber man wartet ab, man könnte sich sonst Probleme einhandeln, wenn man falschen Alarm auslöst. Ja, das macht mich sprachlos.

Wie steht's mit proaktivem Verhalten?

Warum hat nicht Mal jemand zum Telefon gegriffen und sich nach mehr Details erkundigt und sich abgesprochen. Wie im Beitrag zu lesen, gibt es anscheinend die Möglichkeit eine Vorwarnung auszusprechen.
Ich finde schon, dass man nicht so einfach darüber hinwegschauen kann.

@ Gert Hansen um 14.34 Uhr, Betr. Katastrophenübungen

"Bei der Einstellung, die in D mittlerweile sehr oft herrscht, macht da eh kaum einer mit. Vielleicht beim ersten mal noch, aber beim 17. nicht." Es kommt drauf an, wie man solche Übungen gestaltet und wie man für Nachwuchs sorgt. Es gibt genug Kinder und Jugendliche, die begeistert bei der Jugendfeuerwehr und beim THW mitmachen. Damit sie auch später dabeibleiben, muss man ihnen aber auch "echte" Projekte bieten und nicht nur backen und töpfern (siehe jugendfeuerwehr.de)

"WER von denen, die via Katwarn / Nina etc. eine Warnung erhalten haben, hat denn sein Haus / die Gegend verlassen ?
Dachten da nicht viele "... schon wieder eine Warnung, gäääähn... )?"
Stimme Ihnen zu. Täglich werden wir mit Warnungen überschüttet, zur Zeit hauptsächlich den Klimawandel betreffend. Ich will gar nicht abstreiten, dass der Klimawandel evtl zu solchen Wetterereignissen beiträgt. Aber das ständige Warnen, die Panikmache, trägt leider auch dazu bei, dass man echte Warnungen weniger ernst nimmt

16:10, Marmolada

>>15:22, morgentau19 @14:54 von fathaland slim
Es gab z.B. die Magdalenflut von 1342.

Klassische 5b Tiefdruckwetterlage. Immense Niederschläge und Überschwemmungen von West- über Ostfrankreich über Deutschland bis Böhmen. Dazu in der Provence und in Norditalien.

Der Main bei Würzburg + 10 m, in Frankfurt am Main stand das Wasser auf dem Römerberg (Rathausbereich).

Zahlreiche Orte in den Flussauen (Überschwemmung) und im Mittelgebirge (Hangrutschungen) wurden verlassen (Wüstungen). FUndamente dieser verlassenen Siedlungen sind noch zu finden.<<

Ja, das war ein Jahrtausendereignis. Fast achthundert Jahre her. Niederschlagsmessungen gab es damals allerdings noch nicht. Einige Flutmarkierungen an Bauwerken existieren aber noch.

Vb-Tiefs sind tückisch. Siehe Oderflut. Oder das Elbehochwasser.

Ich habe gerade mal den Wikipediaartikel zum Magdalenenhochwasser überflogen. Sehr empfehlenswert.

Nun ja

In der Zeit zwischen 1890 und 1945 hatten die Wissenschaftler eine allgemeine Erwärmung des Erdklimas registriert. Die globale jährliche Durchschnittstemperatur stieg in diesem Zeitraum um etwa 0,7 Grad -- in Polnähe wurde es sogar um mehrere Celsiusgrade wärmer.
Dieser scheinbar nur geringfügige Temperaturzuwachs reichte aus, um die Eisfelder, die etwa sechs Prozent der Erdoberfläche zudecken, merklich zu verkleinern: Das Eis an der nördlichen Polkappe nahm um zehn Prozent an Ausdehnung und um 30 Prozent an Dicke ab. in den Hochgebirgen aller Kontinente zogen sich die Gletscher zurück, die Eisberge verharrten auch im Winter weiter nördlich als früher. Quelle: Der Spiegel

"Ich frage mich, woher die

"Ich frage mich, woher die Behauptung im Artikel stammt, dass es vor 100 und 200 Jahren schon mal gegeben hätte".
Hier wäre dann der von 1910, mit Bildern. Dass das diesjährige Ahrhochwasser "ein Vielfaches" so hoch gewesen sei, ist übertrieben.
"https://www.ansichtskartenversand.com/ak/100-Ansichtskarten-AK-Geschichten/210-Ahr-Hochwasser-13-Juni-1910/?&lang=1"

@ Jan Petersen um 16.11 Uhr, Danke

Ich danke Ihnen für Ihren Kommentar. Es freut mich, dass er so "ungerötet" durchgegangen ist. Was Ihre Stellungnahme zum WDR betrifft: Volle Zustimmung.

16:13 von Jan Petersen

«Im Katastrophenfall würde der NDR wahrscheinlich den Nachtrock nicht unterbrechen, da er mit irgendeinem anderen Sender zsammengeschaltet ist
(wie es in NRW auch der WDR gemacht hat, statt über die Flut zu informieren).»

Dann muss man halt eine bundesweite Radio-Warnungs-Infrastruktur einrichten, die unabhängig von normalen Radiofrequenzen und Radiosendern ist.

In Japan warnen Sirenen, und Kinder ab Klasse 1 lernen in der Schule, welche Radiofrequenz man nach Sirenenalarm einschaltet. Je nach Ereignis, vor dem zu warnen ist, bzw. zu dem weitere Informationen zu geben sind.

Ist die National Taifun oder Tsunami oder Vulkan-Warnung auf die Frequenz geschaltet. Vor Erdbeben kann man nicht waren, die kommen zu plötzlich für Warnungen. Aber nicht für Verhaltensdurchsagen nach Ereignis.

Deutschland war bisher Abwesenheitsland für größere Naturkatastrophen in kürzeren Zeitabständen. Daher gibt es diese Infrastruktur nicht.

Man richte sie ein + lache nicht über 1 Tag / Jahr Übungen.

@ um 16:18 von covid-strategie

Ob dieses Ereignis nun dem Wetter oder dem Klima geschuldet ist, ist sicherlich nicht so einfach festzustellen.
Perfider Fakt allerdings ist, dass der Klimawandel als Grund sogar von den Klimaquerdenkern der Unionsparteien (aber nicht nur) hier gerne zugegeben wird, um sich von der persönlichen Verantwortung zu befreien.
Denn für das Klima, oder gegen die katastrophalen Folgen dessen Wandels, kann Deutschland allein ja ohnehin nichts unternehmen.
Eine häufiger gehörte, dreiste und freche Ausrede in diesen Tagen.

Klimawandel

Hat es immer gegeben. Ein bekanntes Beispiel ist die „kleine Eiszeit“ vom 13.-17. Jahrhundert, nach dem Ende der „mittelalterlichen Warmzeit“. Diese Phase war von verheerenden Extremhochwassern und Sturmfluten mit der Folge von Hunderttausenden Toten geprägt, die es seither in dieser Form bis heute nie wieder gegeben hat.

Damit will ich nicht die heutigen Diskussionen über den „Klimawandel“ relativieren, womit der durch die Industrialisierung bedingte Anstieg der Temperatur gemeint ist. Aber manchmal erscheint mir, dass da die Dimensionen verrutschen.

Jemand der aus dem 14. Jahrhundert zu uns mit der Zeitmaschine käme könnte sich vermutlich fragen warum sich heute wegen des Klimas alle so anstellen angesichts der „bis jetzt“ vergleichsweise harmlosen Folgen verglichen mit dem Klimawandel des Spätmittelalters.

Hatte den Klimawandel 2 Meter hoch im Wohnzimmer stehen

"Die Klima-"Experten", die uns seit Jahren erklären, dass sie die durchschnittliche Welttemperatur in Abhängigkeit vom CO2-Gehalt in der Luft auf die fünfte Stelle hinterm Komma genau voraussagen können, sind aber damit überfordert vorauszusehen, dass es in einem Tal zu einer Flutkatastrophe kommen wird (Indikativ!), wenn dort binnen weniger Stunden 250 Liter Wasser pro qm herunterkommen?"

Oh, die haben das vorhergesagt; wer sich (selber) informiert hat, konnte bereits am Nachmittag auf entsprechenden Apps sehen, das für Altenahr ein Pegel von 7m vorhergesagt war. Die Reaktion der Stadt war ein Lautsprecherwagen der Feuerwehr, der um ca. 16:00 Uhr lasch davor warnte, "in den Keller zu gehen und sich auf Stromausfälle einzustellen". Insgesamt finde ich es auch nicht fair, dass hier die Schuld den Leuten in die Schuhe geschoben wird, die (immerhin mit behördlicher Genehmigung) in der Nähe der Ahr gebaut haben. Es sind z.B. auch Häuser in 300m Entfernung v. Fluss überschwemmt worden.

@Sternenkind I Bild.DirEinDuHä

Da sucht das Sternenkind verzweifelt im Internet nach Niederschlagsrekorden.

Münster, in 7 Stunden 300 l/m2.
2014.
Ach, da gab´s ja schon den Klimawandel, und lokal war es auch,
schade Sternenkind.

Die Verwüstungen in der Eifel sind übrigens auch lokal. Du kannst in einem Dorf wohnen, wo das Leben normal weitergeht und fährst 10 km weiter in das nächste Dorf ... und da steht nichts mehr.

Hochwasserübungen

Übrigens: Vor dem Hintergrund, das sich mit dem AKNZ ein großes deutsches Katastrophenschutz-Übungszentrum ausgerechnet in BAD NEUENAHR befindet, ist es besonders bitter, dass die Umsetzung in der Realität so... wenig energisch erschien.

Lack of imagination

Bei der Verarbeitung der Warnungen scheinen Entscheidungsträger dem sogenannten „Lack of Imagination“-Fehler erlegen zu sein. Auf Deutsch: Mangel an Vorstellungskraft. Dieses menschliche Fehlverhalten ist bei der NASA im Rahmen der Aufarbeitung der Apollo 1-Katastrophe ausführlich ergründet und dokumentiert worden.

Wenn irgendetwas Positives aus diesem Ereignis gefolgert werden kann, so ist es die Verwertung der gelernten Erfahrung für bessere Entscheidungen in der Zukunft.

Am 31. Juli 2021 um 15:42 von fathaland slim

Nach der Warnung hätten entsprechende Maßnahmen (Evakuierung) dazu geführt, dass vielleicht niemand sein Leben hätte lassen müssen.<<

Die Warnung galt für ein Gebiet, in dem mehrere Millionen Menschen leben.

Wie hätten Sie die innerhalb weniger Stunden evakuiert?
__
Von den technischen/logistischen Problemen diesbezüglich mal ganz abgesehen, bin ich gar nicht sicher, ob sich die Eifeler Sturköppe überhaupt hätten evakuieren lassen. Bestimmt nicht, bevor ihnen das Wasser Oberkante/Unterlippe gestanden hätte. Frühzeitig hätte man die nur zwangsevakuieren können.

@ um 16:10 von Wanderfalke

Mittlerweile habe ich die Vermutung, dass der Föderalismus nur deshalb eingeführt wurde, um jegliche politischen Verantwortungsträger von jeder Verantwortung zu befreien.
Bei der nachlässigen und tröddeligen Pandemiebewältigung klappt das bis zum heutigen Tage ganz gut.
Bei der Bewältigung der Flutfolgen wird das auch funktionieren.
Wetten?

Solche Ereignisse wie im Ahrtal sind extrem selten. Das letzte Mal dort war vor 200 Jahren (1804), davor anno Domini 1601.

Das Deutschland insgesamt von Naturkatastrophen mit mehr als Sachschäden betroffen ist, ist auch ziemlich selten: das letzte mir bekannte Beispiel war 1962 (Sturmflut Hamburg).

Es ist sehr schwer über Jahrzehnte oder gar Generationen hinweg eine Warninfrastruktur aufrecht zu erhalten, technisch, organisatorisch und personell.

In Japan ist das zT anders. Was aber daran liegt dass das nächste Große Erdbeben in Tokio kommen MUSS, so sicher wie die Wiederkehr des Halleyischen Kometen. Genauso ist es mit dem erwarteten neuerlichen Ausbruch des Vesuv in der Region Neapel. Es gibt sehr detaillierte Katastrophenpläne dort und Protokolle, die im Krisenfall nur abgearbeitet werden müssen.

Dies alles gab es in der Eifel nicht.

Eine andere Frage ist, ob man in Deutschland Standards definieren sollte, wie mit solchen akuten Ereignissen umzugehen ist.

@Am 31. Juli 2021 um 16:42 von schabernack

Dann muss man halt eine bundesweite Radio-Warnungs-Infrastruktur einrichten, die unabhängig von normalen Radiofrequenzen und Radiosendern ist.

Zitat Ende

Mein Reden, ich stimme zu.

Immerhin geht es um Katastrophen, da kann der Strom (und somit auch das Handynetz) weg sein, da kann der Küster auf dem Weg zur Brandglocke einen Ast auf den Kopf bekommen, da kann der Pegelmesser mal einwach weggespült werden und keine Daten mehr liefern und Retter von außen kommen erstmal wegen unter-/weg-gespülter Straßen oder Brücken nicht durch usw.

Hier in SH läuten jeden Samstag um 12°° die Sirenen und wenn Eine mal "nicht tut", dann ist hier Kirmes. Und das ist gut so.

Hier wäre Starkregen fatal: wir haben nur bei Niedrigwasser (ugs. Ebbe) eine Abflußmöglichkeit, wenn der Meeresspiegel buten noch höher ist, als binnen die Flut, bleibt nur warten, ein Boot besitzen und beten.

@Am 31. Juli 2021 um 16:37 von draufguckerin
1x rot, 1x grün, deshalb "zweiter Versuch" :-)

um 13.44 Uhr von der andere, falsch informiert

"Wie jede andere Organisation auch, kann ein Staat nur funktionieren, wenn er personell, sachlich und finanziell gut ausgestattet ist - und das ist er nach 16 Jahren Merkel und Schäuble mit seiner Schwarzen Null eindeutig nicht!" Ihr Ärger ist verständlich. In vielen Bereichen, überwiegend in Kommunen und den Ländern., wurden öffentliche Aufgaben abgebaut/privatisiert,
Hier beschuldigen Sie die Falschen. Der Katastrophenschutz ist Ländersache. Vor Ort sind die Gemeinden, bzw. die Kreise / die kreisfreien Städte Ansprechpartner. Sie sind als sogenannte untere Katastrophenschutzbehörden für den Schutz bei größeren Unglücksfällen oder Katastrophen verantwortlich.
Im Katastrophenfall , bei schweren Naturereignissen oder Unglücken können die Länder Länder nach Artikel 35 Grundgesetz zusätzlich Polizeikräfte anderer Länder, Kräfte und Einrichtungen, wie z. B. das Technische Hilfswerk (THW), die Bundespolizei oder die Streitkräfte zur Hilfe anfordern.

@covid-strategie um 16.18 Uhr

Das hat ein Forist doch schon sehr schön verdeutlicht.
Der höchste Stand der Ahr lag bis vor 3 Wochen bei 3,70 m, jetzt bei 7 m.
Die Dimensionen, die Herr Roselieb anspricht, können also nur die Auswirkungen sein, aber nicht die Ursachen.
Soll heißen, ein Hochwasser von 3,70 m hat vor 200 Jahren so große Verwüstungen hinterlassen. Das würde ein Hochwasser von 3,70 m heute nicht mehr. Vielleicht war man daher nicht darauf vorbereitet, weil niemand an eine Scheitelhöhe von 7 m geglaubt hat.
Klingt doch eigentlich logisch, wenn man mal mit Logik und ohne vorgefasste Meinung herangeht.

Danke Vaddern

Münster, in 7 Stunden 300 l/m2. 2014. @ fatherland hat der Vaddern gefunden. Auch nur eng begrenzt oder eher großräumig? Sicher keine Bergregion

17:00 von draufguckerin

Die Finanzpolitik des Bundes hat Auswirkungen bis in die Kommunen, also auch auf die Länder. Ich kann nicht erkennen eine falsche Beschuldigung ausgesprochen zu haben.

Am 31. Juli 2021 um 13:38 von hgoettinger: Ahrtal

Ich gebe Ihnen in allen Punkten recht. Man kann das Ahrtal durchaus am Talboden für Weinbau nutzen - wird das überflutet, ist der Schaden begrenzt und unwesentlich.

Ich habe auf YT 2-3 Std Videomaterial von dort gesehen, wo die Kamera unkommentiert ruhig zeigte, wie es dort aussieht, so dass man's begreifen kann. 1en Großteil der Schäden kann man aus Dummheit hausgemacht nennen, aber ich habe auch Bilder gesehen, wo eine Bahnbrücke noch steht, die Enden davor und dahinter aber weggespült sind; 1 Haus 20 hoch unterspült überm Abgrund. Insofern war diese Flut durchaus ein Ausnahmeereignis.

Trotzdem bin ich dafür, beim HW-Schutz jetzt Nägel mit Köppen zu machen und nicht auf Sentimentalitäten der Ansässigen Rücksicht zu nehmen: Rückhaltedämme, Deiche, Flutkanäle, Rettungsbrücken, Bauverbote, Rettungswege, InfStr verlegen, etc. etc. Wenn, dann richtig, und zwar JETZT. Macht man's = richtig, kostet es auch nicht so viel. Aber dafür müssen manche verzichten, die kann man ja entschädigen

@weingasi1, 16:19 (re 14:04 von Leisetreter)

„(…) liegt daran, dass wir überbordende Vorschriften, die sich auch noch ständig ändern, haben, sowie einen unablässig wiehernden Amtsschimmel. Sowas wie "kleine Dienstwege" gibt's bei uns eher nicht“

„Eher nicht“ ist noch sehr diplomatisch ausgedrückt.

„Liegt aber daran, dass wir immer einen Sündenbock für alles brauchen“

Die, die ihn zu brauchen glauben, werden ihn schon deshalb niemals „dingfest“ machen können, weil der „lange Dienstweg“ ein einziges „Schwarze-Peter-Spiel“ ist. Schon deshalb wäre es besser, wenn den Bürgern bzw. jedem einzelnen Mitglied der Gesellschaft die Fähigkeit zu eigen- und sozialverantwortlichem Handeln bzw. die dazu notwendige Kompetenz zugetraut und „zugestanden“ würde. Die ist nämlich summa summarum gegeben. Was natürlich die Frage aufwirft: Von wem eigentlich? Und vor allem: Wieso soll das heute, im digitalen Zeitalter der grenzenlosen Kommunikationsmöglichkeiten (zumindest von den technischen Möglichkeiten her bzw. theoretisch) immer noch nötig sein?

Den Landrat trifft (vermutlich) keine Schuld

Man hat die Lage offenbar falsch eingeschätzt. Das ist nicht justiziabel. Jedem hätte das passieren können. Wer denkt in der heutigen Zeit schon daran, dass ganze Häuser komplett mit Mann und Maus weggeschwemmt werden!

Eine ganz andere Frage ist die moralische Verantwortung. Es sind ja leider ganze mehrköpfige Familien mit Kindern ausgelöscht worden. Die Opfer wurden zT im Schlaf überrascht. Und hätten nicht viele Betroffene aus Selbsterhaltungstrieb so beherzt gehandelt, wäre die Opferzahl eventuell in die Hunderte gegangen.

Eine Lehre daraus ist, dass im Falle wirklicher Katastrophen auch auf die sonst übergenauen deutschen Behörden in punkto Daseinsvorsorge kein wirklicher Verlass ist.

Wäre ich der Betroffene Landrat, mich würde das Schicksal der Opfer seelisch quälen.

16:03 von weingasi1

Frau Merkel und Herr Schäuble sind verantwortlich für die Finanzpolitik des Bundes, mit Auswirkungen auf Länder und Kommunen, was die Gestaltungsmöglichkeiten dieser Körperschaft stark einschränkt. Ihr Verteidigung der beiden Personen läuft somit ins Leere!

@ um 16:16 von Zuschauer49 Louis2013

Nein, soo alt ist Herr Pföhler natürlich nicht.
Aber das ist doch kein Grund, sich als verantwortungsbewusster Politiker nicht auszukennen.
Allein hier und heute gab es mindestens 2 gute Links, eine ganze Litanei von Berichten über Flutereignisse im
Ahrtal historisch belegen.
Auch ein 1958 geborener Politiker ist nicht zu alt um sich per Internet umfassend über seinen Wahlkreis informieren oder hat seine Leute dafür. ZB im Krisenstab.
Es gibt für dieses Versagen keine Ausrede. Aber natürlich gibt es die auch nicht für die bedauerlichen Menschen, die dort ihr Haus gebaut hatten oder gar erneut dort bauen wollen.

@fathaland slim 14:54

Man hätte es für möglich halten können. Es war schon vorgekommen und noch heftiger:

Am 28.07.2014 fielen in Münster innerthalb weniger Stunden zwischen 190 und 310 Liter pro Quadratmeter.
Bei mir waren es ca. 230.
Es gabe nur 2 Tote (in Kellern ertrunken), aber auch nur, weil Münster im weiträumigen Flachland liegt. Das Wasser verteilt sich und kann sich kaum im Fluß beschleunigen.
Das Unglück im Ahrtal hat halt sehr, sehr viel auch mit der Topographie zu tun und weniger mit dem Landrat-

Der Prügelknabe

Gratulation! Endlich hat man einen Prügelknaben, an dem sich der ganze Frust und die Wut entladen kann!
.
Hat schon irgendjemand in der Regierung Maßnahmen gegen die Be-/Zersiedelung des Landes, Versiegelung und riedige Insektenschutzmittelfelder sowie Sauställe mit 10.000 Tieren nachgedacht? Ist mir jedenfalls noch nicht aufgefallen. Nein, immer los auf den Landrat, dann ist das alles schnell wieder vergessen!

um 16:59 von Möbius, Standards für Warninfrastruktur

"Solche Ereignisse wie im Ahrtal sind extrem selten. Das letzte Mal dort war vor 200 Jahren (1804), davor anno Domini 1601.
Das Deutschland insgesamt von Naturkatastrophen mit mehr als Sachschäden betroffen ist, ist auch ziemlich selten: das letzte mir bekannte Beispiel war 1962 (Sturmflut Hamburg).
Es ist sehr schwer über Jahrzehnte oder gar Generationen hinweg eine Warninfrastruktur aufrecht zu erhalten, technisch, organisatorisch und personell.
Eine andere Frage ist, ob man in Deutschland Standards definieren sollte, wie mit solchen akuten Ereignissen umzugehen ist."

Ja, da muss etwas geschehen. Als im letzten September Probealarme stattfinden sollten, stellte sich z.B. in Bremen heraus, dass es kaum noch funktionierende Sirenen gibt. Wer verantwortet das? Der Bürgermeister?

Wer hat schon nachts eine Warn-App an? Im Falle einer Katastrophe (z.B. Deichbruch) brauchen wir koordinierte Maßnahmen unter der Leitung der Kommune: Sirenenalarm, Feuerwehr, Polizei, Kirchenglocken ...

Am 31. Juli 2021 um 17:00 von Vaddern

Sie haben etwas falsch verstanden. 3,70 ist das Hochwasser von 2016, die von 1804 und 1910 waren höher. Den Pegel Altenahr gibt es noch gar nicht so lange. Entscheidend sind diverse Hochwassermarken und Bilder.

https://tinyurl.com/3s5w7pka
https://tinyurl.com/4958sw38

Und die Schäden sind heute größer, nicht kleiner, weil die Sachwerte höher sind. Man lebte früher mangels techn. Möglichkeiten mit den Naturgewalten und zog sich halt davor zurück.

Und Ihren Wortwahl "mit Logik und ohne vorgefasste Meinung" würde ich mir nochmal überlegen.

In welcher Behörde

werden um 21:00Uhr E-Mails gelesen? Außer Polizei und Feuerwehr ist doch um solch eine Uhrzeit keine Behörde mehr "Online". Außerdem muß die Mail auch noch den Richtigen Mitarbeiter erreichen, der sie nicht gleich löscht, weil sie nicht unmittelbar in seinen Aufgabenbereich fällt.

16:18 von covid-strategie

< Das klingt nach Behördenversagen und nicht nach Klimakatastrophe. >
Beides ist wohl zutreffend.

< Aber es ist ja Wahlkampf. Da macht sich das besser wenn das Klima Schuld sein soll. >

Dass ein Mitglied der CDU, nämlich der Landrat schuld ist, kann in Wahlkampfzeiten auch eine Rolle noch spielen.
Wie man weiß, ist für die CDU der Klimawandel nicht sooo wichtig und daher hat man vor dem Unwetter auch nicht geglaubt, dass es so extrem werden kann.

"Erkenntnis alter Hochwasserstände"

@fathaland slim

Die vermerkte Information, daß es ähnliche Hochwasserstände früher gab, ist leider keine Erkenntnis.

Zwischen Information und Erkenntnis liegt die Interpretation. Ihre Kommentare hier sind stets differenziert, ich bin zuversichtlich, daß Sie verstehen, was ich meine.

Schande - keine Warnungen an die Bevölkerung

Nochmals meine Frage und meine Schelte: Warum haben ör Sender keine dringenden Warnungen gesendet, halbstündlich oder mindestens stündlich? Ich meine damit keinen Klima-/ Schlechtwetterbericht sondern dringende Warnungen, z.B: "Auf den Raum ... rollt eine Flutwelle zu. Bitte bringen Sie sich in Sicherheit, verlassen Sie das Gebiet um ... und informieren Sie Ihre Nachbarn. Dies ist eine Katastrophenwarnung."
Nichts dergleichen gab es.

Muss so eine Warnung, wenn es um Leben und Tod geht, erst von unten nach oben, und dann wieder von oben, von Intendanten bis zum Diensthabenden genehmigt und durchgetrommelt werden? Bei Summen, die bei den Öffentlich-Rechtlichen verdient werden, erwarte ich mehr Engagement.

Ich selbst wohne auch am Wasser. Nicht direkt, sondern ein paar km entfernt. Im Falle eines Deichbruchs wären wir hier dran. Würde dann bei Radio Bremen mit den Warnungen auch gewartet, bis die Herrschaften aufgestanden sind?

um 16:50 von E.Cartman

„Vor dem Hintergrund, das sich mit dem AKNZ ein großes deutsches Katastrophenschutz-Übungszentrum ausgerechnet in BAD NEUENAHR befindet, ..“
Da kommt ja ein Armutszeugnis nach dem anderen zutage und man ist nur noch Fassungslos.

< Das mit den Zuständigkeiten ist ein echtes Trauerspiel in unserer Republik.

Wiederholt muss man feststellen, dass die Kette: Bund - Land - Kommune in wichtigen Angelegenheiten nicht schlüssig funktioniert wenn es eigentlich "in einem Guss" geschehen müsste. >

Wie oft haben sich Verantwortliche hinter dem "Förderalismus" versteckt?
Ich war früher nicht gegen den Förderalismus.
Doch die Pandemie wie auch diese Katastrophe zeigten, dass wir uns damit in sehr wichtigen Angelegenheiten blockieren.
Sobald eine Zusammenarbeit nötig ist, sobald mehr als eine Zuständigkeit besteht, klappt nichts mehr.
Ich glaube daher, dass wir mit einem zentralistischen System besser fahren würden.
Man kann das doch sicher ändern - wenn man denn will. Eine Änderung hätte zur Folge, dass einige Entscheidungsträger dann wirklich gefordert werden.
Daher vermute ich, dass eine Änderung bei uns nie erfolgen wird. Dann jeder, der dann mehr tun müsste, wird dagegen sein.

Der Mensch vergisst gerne

Wenn die Flut erst mal wieder lange genug her ist, wird es laufen, wie bei uns in Bayern. Gegen Flutpolder wird gekämpft und gegen neue Sirenen prozessiert, weil die Lärm machen.

Und wie viele Leute ihr Haus bei einer Warnung wirklich verlassen hätten, frage ich mich ernsthaft. Die meisten hätten sich wohl so etwas nicht vorstellen können und sich eher im Baumarkt noch eine Pumpe für den Keller gekauft. Keine Warnung hätte so konkret sein können wie etwa „dieses Haus wird einstürzen.

Übrigens sind in Neapel auch viele Gebiete gegen die Katastrophenpläne bebaut worden. Da waren die Grundstücke billiger.

in der Wirtschaft gibt es ein einfaches System

... das sicherstellt, dass in Notfallsituationen genau dies nicht passiert: die meldende Stelle ist verantwortlich dafür, dass die Warnung von der untersten Betriebsebene bestätigt wird und Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Automatisierte Warnmeldungen sind ein Witz im Katastrophenschutz.

"Klimawandel hat es schon immer gegeben"

@Möbius

Da haben Sie recht.

Das Wort "Klimawandel" ist auch falsch gewählt.
Wir haben einen "Atmosphärenwandel", wir verändern die Gaszusammensetzung der Luft, die wir atmen.

Aber selbst die Atmosphäre hat sich im Laufe der Zeit stark verändert, z.B. bei "der großen Sauerstoffkatastrophe".

Eine weitergehende Veränderung der Atmosphäre sollten wir nicht ausprobieren.
Wir atmen jetzt schon deutlich andere Luft, als zu dem Augenblick unserer Geburt.
Das geht zu schnell.

@ um 16:31 von Zuschauer49

Es gibt ein „Ahrwiki“?
Im Ernst?
Und da sind diese Ereignisse aus den letzten 6-700 Jahren verzeichnet?
Wenn das stimmt, müßten sämtliche politischen Verantwortlichen wenigstens vor Gericht landen.
Und zwar wirklich vor Gericht und nicht vor einem Untersuchungsausschuss, in dem die eine Krähe der anderen kein Leid antut.

"Der Mensch vergisst gerne"

@dr.bashir

Vielleicht sollten wir zur Erinnerung und Warnung ein "Katastrophenmuseum" einrichten.

Ob das wohl die Menschen in 200 Jahren darauf vorbereiten könnte?

Vielleicht sind wir die erste Generation, die die Möglichkeit hat, es in Bild und Ton für eine derartige Zeitdauer festzuhalten.

@ um 17:33 von Klabautermann 08

Zum lesen solcher Emails in Katastrophenlagen gibt es Krisenstäbe.
Und die hätten ja massig Zeit gehabt, im Vorfeld zusammenzutreten und das Lesen von Emails zu delegieren.

@ der.andere um 17.07 Uhr, Finanzpolitik des Bundes

"Die Finanzpolitik des Bundes hat Auswirkungen bis in die Kommunen, also auch auf die Länder. Ich kann nicht erkennen eine falsche Beschuldigung ausgesprochen zu haben."
Damit haben Sie Recht. Der sogenannte schlanke Staat mit dem Rückbau staatlicher/landeseigener/kommunaler Zuständigkeiten und Behörden wurde aber nicht, wie Sie schreiben, von Frau Merkel und Herrn Schäuble veranlasst.
Unter dem Schröder-Kabinett, der rot-grünen Koalition, stürmten Heerscharen von Unternehmensberatern die Behörden "verschlankten" die Institutionen und Prozesse, um deren Aufgaben von halbstaatlichen und privaten Einrichtungen/Firmen wahrnehmen zu lassen. Z.B. leiden wir bis heute unter dem damaligen Verkauf von städt./landeseigenen Wohnungen/Baugesellschaften (in Berlin z.B. an die Deutsche Wohnen, aber auch an einige Bundestagsabgeordnete).

Schäuble war zu der Zeit in der Opposition.
Aber das nur nebenbei.

Am 31. Juli 2021 um 17:43 von Margitt.

Ich glaube daher, dass wir mit einem zentralistischen System besser fahren würden.
Man kann das doch sicher ändern - wenn man denn will. Eine Änderung hätte zur Folge, dass einige Entscheidungsträger dann wirklich gefordert werden.
Daher vermute ich, dass eine Änderung bei uns nie erfolgen wird. Dann jeder, der dann mehr tun müsste, wird dagegen sein.
___
Unsinn. Die, die dagegen sind, sind ausnahmslos in den Ländern zu suchen. Zum Beispiel bei jedem Landtagsabgeordneten, der dann nämlich seinen Job los wäre. In einigen Bereichen ist eine Dezentralität auch durchaus wünschenswert. Aber es ist ja nicht einmal möglich Bremen und Niedersachsen oder Berlin und Brandenburg zusammen zu legen, obwohl das nun wirklich sinnvoll wäre.

@ HalloErstmal2

"Klimawandel hat es schon immer gegeben"

Der menschengemachte Klimawandel hat in 200 Jahren schon mehr geändert als die Natur in 200.000 Jahren.

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