Kommentare - Datenschützer kritisiert Spähsoftware an Hochschulen

17. Juli 2021 - 12:29 Uhr

Die Corona-Lage hat die Prüfungsbedingungen an deutschen Hochschulen verändert: Studierende müssen Klausuren online schreiben - und werden dabei massiv überwacht. Ein Datenschützer will der Praxis nun Einhalt gebieten.

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Kommentare

"Man wollte an der Mimik erkennen, ob jemand betrügt" (…) "Das halten wir für Hokuspokus. Das sind massive Eingriffe in die Freiheit der Studentinnen und Studenten."

Das sind nicht nur massive Eingriffe in die Freiheit der Studentinnen und Studenten, das ist Machtmissbrauch par excellence.

18:59 von Bernd Kevesligeti

"von Sausewind 18:50

Aber wieso kommen Sie auf "verhöhnend oder verfälschend" ?
Die Gesellschaft ist hier in dem Artikel benannt worden. Darauf bezog sich der Kommentar."

.-.-

Ja, das ist das eine:
ich hatte den Begriff "Gesellschaft für Freiheitsrechte" nicht abgespeichert.

Das andere:
ich verstand Ihren Kommentar in seiner Aussage nicht.
Ich hab den Kommentar jetzt noch zweimal gelesen, verstehe die Aussage noch immer nicht.

In Kombination mit der von mir vergessenen Begrifflichkeit habe ich Ihre Aussage als Verspottung oder gar Verhöhnung empfunden, was diese Gesellschaft gemacht haben soll.

Jetzt aber weiß ich zumindest, dass diese Bedingung wirklich ausgesprochen wurde und die Gesellschaft dagegen war.

Ich selber bin schon sehr dagegen, dass man bei einer Prüfung mogeln kann.
Und dementsprechend dafür, dass man gegen diese Mogelei Maßnahmen ergreift.

Allerdings ist das, was die Gesellschaft für Freiheitsrechte an Vorwurf äußert, weitergehend:
es reicht ins Private ein.

@17:31 von larusso

Sein Vorschlag:
Rücksendekuvert mit ins Anschreiben kuvertieren.
Kosten für uns: ca. 100.000€ für eine neue Kuvertiermaschine.

Zugegeben, auf Null würde man die Mehrkosten sicherlich nicht gedrückt bekommen, aber Sie sollten sich 'mal mit einem Druckdienstleister unterhalten. Deren Druckstraßen können Zusteuerbeilagen - notfalls auch kleine Tütchen Gummibärchen alias "3-D-Beilagen".

Weil alle ehrlich sind.

In einer normalen Prüfungssituation im Hörsaal sind genügend Assistenten anwesend die darauf achten, dass keiner mogelt und man keine Informationen untereinander austauscht. Dort herrscht sozusagen die absolute Überwachung. Wenn diese Prüfung nun in das Homeoffice verlegt wird, muss man natürlich darauf achten dass die Prüfungsvoraussetzungen für alle gleich sind. Dass niemand betrügt und unehrlich ist. Ich sehe keine Möglichkeit das zu gewährleisten ohne ein Mindestmaß an Überwachung. Alternative ist die Prüfung wieder im Hörsaal abzulegen und eben nicht im Homeoffice.

@Sausevind - Ein Spickzettel ist mehr als Ablesen können.

18:07 von Sausevind:
"Der Spickzettel weist nach, dass die Schüler zumindest das Lesen in der Grundschule gelernt haben?"

Haben Sie nie einen Spick- oder Lernzettel geschrieben? Man muss dafür seine Aufzeichnungen, das Vorlesungsscript oder Buch mindestens überfliegen, sich entscheiden, welche Inhalte prüfungsrelevant sind, und diese dann abschreiben. Man liest, denkt nach und schreibt. Man setzt sich mit den Inhalten auf verschiedenen Wegen auseinander. Kurz: Man lernt.

21:32 von Nettie

<< "Man wollte an der Mimik erkennen, ob jemand betrügt" (…) "Das halten wir für Hokuspokus. Das sind massive Eingriffe in die Freiheit der Studentinnen und Studenten."

Das sind nicht nur massive Eingriffe in die Freiheit der Studentinnen und Studenten, das ist Machtmissbrauch par excellence. <<

.-.-.

Falls das stimmt, wäre das in der Tat eine Ungeheuerlichkeit.

Ich bezweifele aber, dass das stimmt.
Herr Brink hat das zwar offenbar so gedeutet, aber das kann auch auf das Konto seiner persönlichen Phantasie gehen.

von Sausewind 21:40

Aber wie positionieren Sie sich denn jetzt ? Ist das richtig, daß so eine Software zur Bedingung für eine Prüfungsteilnahme gemacht wird ? Hat
die Firma Proctorio recht ?

Der Götze Datenschutz

In der Corona-Zeit hat es gravierenste Grundrechtseinschränkungen aller Art gegeben. Der Datenschutz wurde dagegen nicht angetastet. Die Corona-Warn-App wurde dadurch praktisch wirkungslos. Es wurden weder direkt die Testergebnisse eingespielt noch erlaubt sie eine Kontaktnachverfolgung, da z.B. Ort und Zeit des Kontaktes nicht gespeichert werden. Die Abstandsmessung der Warn-App könnte viel zuverlässiger sein und z.B. erkennen, ob jemand zwei Meter weg vom Kontakt im selben Raum war oder ob eine Wand dazwischen war, usw. Eine Pflicht zur Installation wird von Datenschützern abgelehnt, lieber akzeptiert man ein monatelanges Kontakt- und Reiseverbot - sogar, dass z.B. Eltern ihre (erwachsenen) Kinder nicht mehr treffen durften. Der Gipfel ist jetzt, dass ein dubioser Verein zu Klagen gegen Hochschullehrer aufruft, die einfach versucht haben, in der Ausnahmesituation die Dinge am laufen zu halten.

21:43 von Nachfragerin

"@Sausevind - Ein Spickzettel ist mehr als Ablesen können.

Haben Sie nie einen Spick- oder Lernzettel geschrieben?"

.-.

Nein; das gab es zu meiner Zeit nicht.

Aber ein Nachhilfeschüler von mir hat das gedurft und mir seinen Zettel gezeigt.

x

"Man muss dafür seine Aufzeichnungen, das Vorlesungsscript oder Buch mindestens überfliegen, sich entscheiden, welche Inhalte prüfungsrelevant sind, und diese dann abschreiben. Man liest, denkt nach und schreibt. Man setzt sich mit den Inhalten auf verschiedenen Wegen auseinander. Kurz: Man lernt."

.-.

Dann kennen Sie die Schüler schlecht.
Dieser erwähnte Schüler hatte alles imitiert, aber nichts von dem Stoff KAPIERT.

Das war allerdings im Bereich Literatur.
Das zu lesende Buch zu lesen hielt er für überflüssig, weil, das stand ja alles bei Wikipedia.

Ich musste ihn vor die Wahl stellen:
entweder er liest das Buch, oder er muss ich einen neuen Nachhilfelehrer suchen.

Er las das Buch dann - und erst dann konnten wir das Werk ergründen.

20:34 von Thomas D.

"Ich habe selten solch ein verschwurbeltes Zeug gelesen."

.-.-.

Dann sind Sie vielleicht noch nicht so lange da.
Mein Tipp:
einfach zurücklehnen und genießen.
Ich denke, der User meint es nicht böse, er ist einfach so.

@ ekm64

Der Götze Datenschutz. In der Corona-Zeit hat es gravierenste Grundrechtseinschränkungen aller Art gegeben.

Ja? Welche denn?
Das Recht auf Datenschutz ist ein echtes Grundrecht. Ich finde es doof, sich darüber lustig zu machen.

Es ist erstaunlich, wieviele hier nichts von Datenschutz halten.

Nachgedacht wird dabei auch nicht. Es gäbe durchaus Möglichkeiten einerseits Betrug zu verhindern und andererseits Datenschutz zu betreiben. Das beginnt zum Bbeispiel bei USB-Sticks, die eine speziell zum Durchführen von Prüfungen vorgesehene Linuxdistribution enthalten, die ausschließlich prüfungsrelevante Software bereitstellt - wenn die einzige aufrufbare Website die Prüfungssite an der Uni ist, dann ist es nichts mit parallel im Internet nachsehen. Dazu eine Übertragung des Webcambildes zwecks live Überwachung, aber ohne dauerhafte Aufzeichnung. Lokale Datenträger werden erst gar nicht gemountet und weder Studenten noch Dozenten haben die Möglichkeit, das zu ändern. Damit dürfte sowohl ausreichende Sicherheit als auch dem Datenschutz genüge getan sein. Wem das nicht reicht, kann man für die Prüfung gegen eine kleine Gebühr ein billiges Notebook mit entsprechender Software bereitstellen.

Es geht auch ohne massive Datenschutzverstöße - man muss eben nur wollen.

21:51 von Bernd Kevesligeti

"von Sausewind 21:40

Aber wie positionieren Sie sich denn jetzt ? Ist das richtig, daß so eine Software zur Bedingung für eine Prüfungsteilnahme gemacht wird ? Hat
die Firma Proctorio recht ?"

.-.-.

Mir fehlen entscheidende Fakten.

Falls es richtig ist, dass diese Software auch private Infos abspeichert, die zur Überprüfung der Schummelbereitschaft nicht notwendig sind, dann ist diese Software mit Sicherheit unzulässig.

Könnte man diesen privaten Bereich ausklammern, bleiben mir aber immer noch Bauchschmerzen.

Weil man so eine Software vielleicht doch nie ganz durchschaut.
Und weil ich es letztlich - wie einige User hier auch - so sehe, dass man Klausuren nur in herkömmlicher Form halten soll und solange warten soll, bis das wieder geht. Oder es corona-angemessen gestalten kann.

Einhalt gebieten?

Sehr gut.
Ich bin auch dafür das wider nur in der Uni und nur von geimpften geschrieben werden darf.

Fähigkeiten

Nachfragerin@

Sehe ich auch so. Der Ober- Artzt der mich noch einem schwern Unfall behandelt hat war auch so einer.

Erst ein Praktiker konnte mir dann noch Helfen.

@sausevind, 21:48

„Falls das stimmt, wäre das in der Tat eine Ungeheuerlichkeit.

Ich bezweifele aber, dass das stimmt.
Herr Brink hat das zwar offenbar so gedeutet, aber das kann auch auf das Konto seiner persönlichen Phantasie gehen“

Ich halte das genauso wie Sie (und wahrscheinlich noch viele andere auch) für eine Ungeheuerlichkeit. Aber im Gegensatz zu Ihnen kann ich mir ohne Weiteres vorstellen, dass das stimmt. Schon deshalb, weil ich seit Jahrzehnten die „ganz normalen“ täglichen Nachrichten in völlig unterschiedlichen, aber allesamt den allgemein als seriös bekannten und daher dem sogenannten „Mainstream“ zugerechneten (und deshalb aller Wahrscheinlichkeit bzw. vernunftbasierten Annahme nach glaubwürdigen), national wie international bekannten Medien verfolge.

@ Frank von Bröckel

Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber es ist für die meisten Leser nicht so schwer, Verschwörungsmythen zu durchschauen.

Altmodische Sichtweisen hier

Ich als Student sehe hier in den Kommentaren zwei problematische Positionen.

Die erste ist die Forderung, zu warten, bis Präsenz wieder möglich ist. "Früher ging das ja auch." Nur fordert das von den Studenten, mal eben ohne Grund zwei Jahre ihres Lebens wegzuwerfen. Der Preis ist zu hoch.

Die zweite ist die Forderung, doch beim Datenschutz zu sparen. Ich kann nachvollziehen, dass in manchen Situationen der Datenschutz etwas zu eng gesehen wird, aber dies ist keine davon. Ich installiere mir doch keine Spionagesoftware auf dem Privatgerät, nur um die Paranoia des Dozenten zu befriedigen. Die Abwägung muss hier schon in Richtung Datenschutz ausfallen.

Es ist aber leicht, sichere Online-Klausuren zu schreiben. Wir durften auch schon in Präsenz-Klausuren Spickzettel mitnehmen, weil Verständnis und nicht stupides Auswendiglernen abgefragt wurde. Das geht online genauso. Man braucht nur etwas Fantasie. Für einen Mangel daran die Studenten zu bestrafen, ist in keinem Fall gerechtfertigt.

von Sausewind 22:23

Das ist mal eine Erklärung.

Im übrigen ist es beeindruckend wie viele hier leidenschaftlich Position für Datenschutz und gegen Spähsoftware beziehen. Oder doch eher nicht ?

Keine Vorlesung ohne Impfung

Meine Tochter studiert in Köln. Im Wintersemester darf dort niemand in ein Seminar, der nicht geimpft oder nachweislich genesen ist.
Impfgegner in der Studierendenschaft müssen also warten, bis sie sich anstecken.
Meine Tochter wurde letzte Woche an der Uni geimpft.

@ grummelgurke

Die Prüfung sollte darauf abzielen das Lernziel und die zu vermittelten Kompetenzen zu überprüfen. In der Praxis hat man später sowieso alle möglichen Hilfsmittel verfügbar und arbeitet häufig im Team.

Wer die Basics nicht kapiert hat, der wird auch durch Hilfsmittel nicht besser und der bereichert auch kein Team.

@Hansi2012

"
Am 17. Juli 2021 um 20:23 von Hansi2012
@ Larusso "Zum Thema Datenschutz"

Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie Datenschutz ad absurdum geführt wird.

Diese "Datenschützer" haben den Sinn ihres Auftrags einfach nicht verstanden.

Und das sage ich, wo ich selbst als Informatiker für den Datenschutz in einem Unternehmen verantwortlich bin."

"Der Hund hat seinen Auftrag, den Hühnerstall zu beschützen nicht richtig verstanden.", sagte der Fuchs zu seinen Mitfüchsen.

Doch. Die Datenschützer haben den Sinn ihres Auftrags sehr wohl verstanden. Die Frage ist: haben Sie den Sinn ihres Auftrags als Datenschützer in einem Unternehmen verstanden?

Die Frage stellt sich mir regelmäßig, da ich auch regelmäßig IT-Publikationen lese.

20:06 von Frank von Bröckel

«Da Demographie lediglich einfach nur angewandte Mathematik ist,
bin ich persönlich sogar der einzige behördlich anerkannte Verschwörungsmathematiker!»

Na das ist doch toll. Alleinstellungsmerkmal.
Und dann noch mit Behördensiegel zertifiziert.

«… und wurde aufgrund angeblicher demographisch- mathematischer, also verschwörungsmathematischer Tendenzen deshalb auch umgehend in den vorzeitigen Ruhestand versetzt!»

Auch nicht so übel.
Haben Sie nun mehr Zeit für Mathe.

«Nur wenn heutzutage mathematische Ergebnisse gleichzeitig auch politisch korrekt sind, ist dieses mathematische Ergebnis auch korrekt!»

Entweder ist ein Ergebnis bei Mathe korrekt, oder es ist inkorrekt.
Was anderes gibt es bei Mathe nicht.

«Und das geht heutzutage ja ganz und gar nicht!»

Das ging noch nie solange es Mathe schon gibt.
Und es gibt auch keine Spezialgebiete wie Joghurt- oder Bärenmathe.

Ganz egal, ob mit Stift auf Papier, oder elektronisch mit Software.

@Schabernack

"[...] Entweder ist ein Ergebnis bei Mathe korrekt, oder es ist inkorrekt.
Was anderes gibt es bei Mathe nicht.[...]"

Es sei denn es handelt sich um Mathematik in der Quantenphysik. Dann könnte es ein "sowohl als auch" geben - oder auch nicht. :-)

Schrödingers Katze halt.

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