Kommentare - Afghanistan-Abzug: NATO-Truppen verlassen Haupt-Militärstützpunkt

02. Juli 2021 - 09:05 Uhr

Nach fast 20 Jahren Präsenz in Afghanistan haben NATO- und US-Truppen ihren größten Militärstützpunkt Bagram geräumt. Das deutet darauf hin, dass der vollständige Abzug aus dem Land unmittelbar bevorsteht.

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Kommentare

Am 02. Juli 2021 um 14:09 von Juergen

"Wozu haben die Länder eigentlich Geheimdienste? Das wäre doch im Falle des 9. 11. eine Aufgabe des CIA gewesen, die Hintermänner aufzuspüren und festzusetzen."

Die Hintermänner waren bekannt, zu dem Zeitpunkt in den USA, und wurden außer Landes geschafft, raten Sie mal von wem und in wessen Auftrag.

Am 02. Juli 2021 um 14:27 von Sausevind

"Ergebnis davon ist, dass Bürger sich NICHT daran gewöhnt haben, sondern es abgeschafft haben."

Sie schreiben es, es muss von den Bürgern selbst kommen, nicht durch ausländische Interessen.

14:10 von Votan Wahnwitz

um 12:38 von Sisyphos3

"Wo können die dann ihre berechtigten Sorgen und Nöte zu Gehör bringen ? Welche konstruktiven Vorschlägen, neben den üblichen Plattitüden, haben Sie in petto?"

Ich stimme Ihnen natürlich vollkommen zu: Der User "Sisyphos 3" gibt über solche Fragen keine Auskunft.

Allerdings hat er in seinem Post bereits zu erkennen gegeben, warum das so ist. Der Tenor lautet nämlich: Die Lage der Frauen und Mädchen in Afghanistan geht mich nichts an. Die sollen selber sehen, wie sie fertig werden.

Man muss befürchten, dass er seit 12.38 nicht weiter gekommen ist.

@Sisyphos3, 12:38

"Die schmählich im Stich gelassene Bevölkerung Afghanistans – ganz besonders Frauen und Mädchen,
.
>> ist das nicht ne Nummer zu theatralisch
die werden leben wie sie es gewohnt sind
und wenn sie unzufrieden sind
werden sie das ändern ... <<"

Sie haben nicht nur absolut keine Ahnung, Sie wollen ganz offensichtlich auch gar keine haben. Das in meinem Beitrag verlinkte (kurze) Video haben Sie sich definitiv nicht angesehen. Sonst würden Sie hier nicht so einen haarsträubenden Unsinn schreiben.

13:59 von Miauzi

Was ich in meinem Text von 12:47 Uhr geschrieben habe,war nichts anderes als nur eine einfache Aussage.
Dass Afghanen keine Araber sind,Iraner übrigens auch nicht,ist mir schon bewusst.
Ägypten überigens ist schon ein arabisches Land.
So wie andere Nordafrikanische Länder bis nach Marokko auch.
Al Kaida ist auch nicht Taliban.
Allerdings gaben die Taliban Bin Laden unterschlupf.
Wollte nur sagen,ich kann durchaus schon unterscheiden.Könnte das ganze auch noch vertiefen,würde aber jetzt zu weit führen.
Nebenbei fällt mir ein,da gab es auch mal einen US Präsidenten,der bei den Saudis mit dem Säbel tanzte.

Am 02. Juli 2021 um 14:27 von Sausevind

Ergebnis davon ist, dass Bürger sich NICHT daran gewöhnt haben, sondern es abgeschafft haben.
Eigentlich sind Sie doch lebendiger Zeuge davon, dass auch in Deutschland gewisse Greueltaten nicht mehr erlaubt sind, auch nicht mehr vertuscht werden dürfen.
---
Wenn man die kürzeste Spanne nimmt, nämlich die seit 2011 und die Schäden, die auf allen Seiten entstanden sind, sowohl in Material, vor allem aber in Opfern, dann meine ich, müsste auf der Haben-Seite eigentlich etwas mehr sein, als vorhanden ist.
Mir ist klar, dass eine Kosten/Nutzen-Abwägung zynisch ist, dennoch bezweifle ich, dass die internationale Präsenz über den langen Zeitraum, nicht im entferntesten das gebracht hat, was man sich erhofft hatte. Auch in Bezug auf "Demokratie" lehren und lernen. Ich befürchte, dass sich die wenigen Dinge, die man dort diesbezügl. erreicht hat, sich schnell wieder ändern. Insofern ist der Vergleich mit unserer Historie wohl nicht so ganz zutreffend.

Am 02. Juli 2021 um 09:53 von Werner40

Afghanistan hatte 20 Jahre Zeit eine eigene Armee, Zivilgesellschaft und demokratische Strukturen aufzubauen. Die Zeit wurde schlecht genutzt, kann aber kein Grund sein für " ewige " Präsenz ausländischer Truppen und dauerhafte finanzielle Unterstützung.
__
Da teile ich Ihre Meinung.
Ich bin gespannt, wer sich als nächstes dort einbringen will/wird. Wir diskuttierten ja vor ein paar Tagen hier schon darüber. Möglicherweise China oder Indien.

Afghanistan-Abzug: NATO-Truppen verlassen Haupt-Militärstützpunk

Und das hat viele Aspekte: Die dort militärisch bleiben wollten, mussten wegen der Entscheidung aus Übersee abziehen. Da hatte man sich wohl überschätzt.
Oberst Georg Klein tut jetzt Dienst in Bonn, als Abteilungsleiter Einsatz. Inzwischen ist er Brigadegeneral geworden...

Afghanen haben uns in Stich gelassen

@02. Juli 2021 um 13:40 von Werner40
/// Am 02. Juli 2021 um 12:00

///
Am 02. Juli 2021 um 12:00 von Nettie
Die Politik lässt Menschen feige und verantwortungslos im Stich.....Die schmählich im Stich gelassene Bevölkerung Afghanistans.....///
.
"Das sehe ich nicht so. Afghanistan genoß 20 Jahre lang militärische und finanzielle Protektion. Da hätte die Regierung viel daraus machen können, z.B. eine eigene schlagkräftige Armee aufzubauen. Stattdessen werden jetzt Zivilisten bewaffnet...."

Völlig richtig. Die Afghanen hatten 20 Jahre uns darin zu unterstützen Frauen- und BIldungsrechte zu verankern. Das haben sie in ihrer großen Mehrheit nicht getan!
Deshalb ist es völlig richtig, dass wir sie ihrem - so gewollten - Schicksal überlassen.

@Margareta K. Zitat: "13:57

@Margareta K.
Zitat:
"13:57 von Jürgen M
>>>...wie der Westen in den 80'zigern Waffen an die Taliban lieferte. <<<
Ich glaube kaum, dass das die Taliban waren."

das liegt daran das die meisten sich bewusst NICHT mit der Geschichte eines Landes beschäftigen wollen über das sie schreiben/urteilen

man muss aber z.T. bis in die 60er Jahre zurück gehen um die Ursache der seit den 79/89er Jahre andauernden Konflikt-Kaskade begreifen zu können
es gab vor einigen Monaten auf ARTE (oder 3SAT) eine Doku die sich mit der gesellschaftlichen Lage in den späten 60er bzw. frühen 70er Jahren beschäftigte

dabei wurde auch die Mär vom Einmarsch der Sowjetarmee den die Einheimischen nicht gewollt aufgeräumt
dazu muss man aber begreifen - dass Afghanistan schon in den 60er Jahren zu tiefst (sozial und politisch) gespalten war.

Zwar wurde der König abgesetzt und eine demokratische Regierung eingerichtet - die war aber unwillens bzw. unfähig sich dieser Probleme anzunehmen!

@12:05 von bolligru

Ich stimme Ihnen in allem, was Sie auf meinen Beitrag geantwortet haben zu. Das alles habe ich auch nicht in Frage gestellt. Ich bin lediglich darauf eingegangen, dass einige Foristen behauptet haben, der Abzug der deutschen Soldaten geschehe auf Befehl der Amerikaner (und da sähe man mal wieder … etc. pp., also der übliche Verschwörungsunsinn).
Bewertet habe ich den Einsatz in Afghanistan in keiner Weise, und ich finde, dass Sie das sehr schön erläutert haben.

Afghanen hatten ihre Chance

@02. Juli 2021 um 15:29 von Margareta K.
14:31 von zöpfchen

>>>Aber die Afghanen hatten zwanzig Jahre Zeit sich auf die Seite der westlichen Truppen zu stellen. Das haben sie in ihrer großen Mehrheit nicht gemacht...<<<

"Woher wissen Sie eigentlich, dass DIE Afghanen das mehrheitlich nicht gemacht hat? Nach ihren Möglichkeiten haben sie das nämlich... Und Sie haben keine Ahnung wie ein Leben unter den Taliban ausgesehen hat und aussehen wird...., aber man arrangiert sich um einigermaßen leben zu können."

bin da ganz ihrer Meinung. Sie werden sich arrangieren. Ganz nach dem Motto: Man schlägt sich und verträgt sich.
Die Chance auf Besserung hatten sie auf jeden Fall lange genug, aber nicht genutzt.

Das schafft kein Vertrauen.

Der überhastete Weggang der Nato sieht fast nach einer Flucht aus. Plötzlich , fast Übernacht. Fast nur noch auf die eigene Sicherheit bedacht. Das schafft kein Vertrauen. Da hat die Taliban alle Argumente. Und die Bevölkerung hinterlässt man de facto mit leeren Händen. Wie soll die denn kämpfen gegen eine jahrelange geschulte Guerilla Truppe. Das man schnell raus wollte, begreiflich , aber nicht so.
Im übrigen das schafft auch im Westen kein Vertrauen in der Nato.

15:17 von weingasi1

14:27 von Sausevind

"Insofern ist der Vergleich mit unserer Historie wohl nicht so ganz zutreffend."

,.,.,

Das habe ich doch in ganz anderem Zusammenhang geschrieben.

Jetzt bin ich etwas bestürzt.

um 14:41 von Poliós: " 13:57

um 14:41 von Poliós:
"
13:57 von Jürgen M
"Ich bin etwas älter, erinnere mich wie der Westen in den 80'zigern Waffen an die Taliban lieferte."

Da war das ganze Älterwerden umsonst. In den 80er Jahren gab es keine Taliban.
"

->Stimmt. Al-Quaida gab es da auch noch nicht.
Was haben aber Taliban & Al-Quaida gemeinsam ? Die Gründungsmitglieder, die schon damals die gleiche Ideologie wie später nach der Gründung hatten, wurden finanziert, ausgebildet, bewaffnet & "ideologisch gefestigt".
Und natürlich Warlords.
Die hatte man aber auch ab 2001 gegen die Taliban rekrutiert.

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