Kommentare - Nach NATO-Abzug: Wer nun in Afghanistan aktiv wird

30. Juni 2021 - 11:19 Uhr

Wer stößt nach dem NATO-Abzug in das Machtvakuum Afghanistan? Mit China und Indien preschen zwei Mächte aus der Region vor, die die Taliban zurückdrängen wollen - und klare Eigeninteressen im Land haben. Von S. Licht.

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Kommentare

Wer nun in Afghanistan aktiv wird

Keiner der bei Verstand ist !

es wurde ja die Frage gestellt im anderen Thread "war es das Wert"
..
merkwürdige Frage

dass man da überhaupt darüber nachdenkt !

Milliarden von Steuermitteln
der Tod von deutschen Soldaten
die Trauer deren Angehörigen
der Tod von Afghanen (Trauer Leid der Familien)
Was hat es gebracht ???
man ist so weit wie vor 20 Jahren
die Taliban (und ihr Weltbild) sind wieder überall
Frauenrechte ....Ganz zu schweigen,
der Westen hat wieder mal seine koloniale Fratze gezeigt
im Kampf der Kulturen

Warum sollten Chinesen und Inder sich in dasselbe Abenteuer stürzen
Was ist für die zu holen
außer ne "blutige Nase"

Indien befürchtet Einnahme Kabuls

befürchtet ?

das wird so klar sein wie das Amen in der Kirche
wobei was soll der Begriff "Einnahme"
da wird wie ano 45 die Bevölkerung, wie bei uns,
mit Blumen in den Händen deren Rückkehr feiern
"Endlich befreit"

Verhängnisvolles "Angebot" (wenn es angenommen wird)

"Mit China und Indien preschen zwei Mächte aus der Region vor, die die Taliban zurückdrängen wollen - und klare Eigeninteressen im Land haben"

Klar haben sie die. Vor allem China verpricht "Sicherheit" (und Geld) gegen die Aufgabe von Freiheit, Menschenrechten und Demokratie.

Chinas aktivere Rolle in Afghanistan...

kann Frieden und Stabilisierung begünstigen und einen Abzug der Nato-Truppen erleichtern. Damit würde ein zentraler Pfeiler des russisch-chinesischen Einvernehmens in der Region, sowie des zentralasiatischen Bedürfnisses nach russischem Schutz wegfallen. Auf dem Weg dorthin können europäische Regierungen Kooperationen mit Beijing bei Konfliktlösung und Grenzschutz zum Vertrauensaufbau nutzen. Dabei müssten sie jedoch gleichzeitig einer Ausdehnung chinesisch dominierter Sicherheitsformate und einer Schwächung von Rechtsstaatlichkeitsstandards entgegentreten.
Und ganz nebenbei, China und Russland werden ihren Weg gehen, auch wenn man diese Staaten als "Feinde" des Westens sieht und ständig mit dem Säbel rasselt.

China welcome

Ein Weg mit muslimischer Kultur umzugehen, ist jener den China in Bezug auf die Uiguren eingeschlagen hat. Bin gespannt, ob China dies in Afghanistan auch vorhat.
Wenn nicht, dann wird China genauso wie Großbritannien, die Sowjetunion und die westliche Allianz in Afghanistan an den mittelalterlichen Werten der dort lebenden Menschen scheitern.

Jetzt wird

einiges verständlicher.

"Der vorzeitige Abzug der NATO-Truppen hat unter der Bevölkerung Angst und Panik ausgelöst"

Vorzeitig nach 20 Jahren, ist wohl eher der falsche Ausdruck, aber im Artikel wird klar, um was es eher geht, um China und den Landweg.
Die nächsten Jahre werden ja zeigen, was an den Worten dran ist, China wird sicher nicht mir Truppen agieren, Indien auch nicht.

Ich hoffe doch das es die

Ich hoffe doch das es die Afghanen selbst sein werden die endlich nach so vielen Jahren Krieg und Verwüstung ihr land selbst in die Hand nehmen. Fangt endlich an den Willen anderer Völker zu akzeptieren. Auch wenn manche Regierung nicht unsren Vorstellungen entspricht müssen wir damit leben. Nicht alle Menschen auf dieser Welt haben die selben Wertvorstellungen wie wir. Wenn der Bevölkerung die Regierung nicht passt wird sie sich ihrer früher oder später selbs entledigen.

Da hat doch das große

Da hat doch das große Deutschland versucht, einem radikal islamischen Land die Demokratie überzustülpen.

Ist in keinster Weise gelungen!

Die Menschen wollen ihre Scharia beibehalten.

Deutschland hat sich - neben den hohen Kosten- eine blutige Nase geholt!

(Der freundliche Nutzer Sisyphos3 hat es bereits gut beschrieben)

Jetzt der Rückzug mit hängenden Ohren.

Ob wir nun lernen, uns aus fernen Ländern mit anderen Werten rauszuhalten?

Wer nun in Afghanistan aktiv wird?

Die Freunde der Scharia - wer sonst?

um 11:32 von Nettie

Klar haben sie die. Vor allem China verpricht "Sicherheit" (und Geld) gegen die Aufgabe von Freiheit, Menschenrechten und Demokratie
----------------------------------
Das wäre für die Bevölkerung Afghanistans ein Riesenerfolg. Demokratie hat die Nato nicht gebracht. Menschenrechte und Freiheit gibt es für die meisten Afghanen auch nicht.

@11:31 von Sisyphos3

„ … wobei was soll der Begriff "Einnahme"
da wird wie ano 45 die Bevölkerung, wie bei uns,
mit Blumen in den Händen deren Rückkehr feiern
"Endlich befreit"“

Vermutlich nur maximal die Hälfte der Bevölkerung. Die Frauen und Mädchen gehören gewiss nicht dazu, die dann wieder Leibeigene von Männern sein werden.

@11:32 von Nettie

„Klar haben sie die. Vor allem China verpricht "Sicherheit" (und Geld) gegen die Aufgabe von Freiheit, Menschenrechten und Demokratie.“

Hört sich schlimm an.
Wenn ich mich allerdings zwischen Chinesen und Taliban zu entscheiden hätte, würde ich die Chinesen vorziehen.

11:31, Sisyphos3

>>Indien befürchtet Einnahme Kabuls
befürchtet ?

das wird so klar sein wie das Amen in der Kirche
wobei was soll der Begriff "Einnahme"
da wird wie ano 45 die Bevölkerung, wie bei uns,
mit Blumen in den Händen deren Rückkehr feiern
"Endlich befreit"<<

Aha, die Taliban werden in Kabul also Ihrer Ansicht nach als Befreier begrüßt, so wie bei uns die Allierten.

Sicherlich, die Einwohner der Stadt freuen sich schon auf Bildungsverbote für Mädchen, Musik- und Kunstverbot und auch auf die tollen Massenerhängungen an allem, was den Körper eines Menschen tragen kann. Die guten alten Zeiten kehren zurück.

Bitte verzeihen Sie meinen bitteren Sarkasmus, aber manchmal trägt Sie Ihre Empathielosigkeit wirklich aus der Kurve.

11:28, Sisyphos3

>>Warum sollten Chinesen und Inder sich in dasselbe Abenteuer stürzen
Was ist für die zu holen
außer ne "blutige Nase"<<

Das Lesen des hier diskutierten Artikels könnte Ihnen bei der Beantwortung Ihrer Frage eventuell hilfreich sein.

@Nettie

"Klar haben sie die. Vor allem China verpricht "Sicherheit" (und Geld) gegen die Aufgabe von Freiheit, Menschenrechten und Demokratie." Am 30. Juni 2021 um 11:32 von Nettie

*

Afghanistan hat nichts von den 3 Sachen, die sie aufgelistet haben.
So gesehen kann Afghanistan nur gewinnen.

Ist es nicht immer so, dass erst die Sicherheit (welche auch immer) kommen muss, um der Willkür ein Ende zu bereiten, damit etwas vernünftiges daraus wachsen kann?

Sogar Sharia war eine willkommene Sicherheit, weil die Menschen endlich Regeln hatten. Kein Stress mehr jeden Fremden auszukundschaften, ob er Freund oder Feind ist. Es gibt Regeln für alle, Strafen für alle, Reisen und Handel sind möglich ohne alle paar Kilometer in ein neues Fettnäpfchen zu treten, weil sich der lockale Herrscher was anderes ausgedacht hat.

@ Poliós 10:46 Uhr: Vorgängerthread: Ja und Nein ..

Das was Sie sagen stimmt zwar.

Natürlich war der russische Einmarsch damals nicht gedacht um den Menschen Frieden und Freiheit zu bringen.

Aber dennoch: viele Menschen haben sich freier gefühlt und von der Entwicklung profitiert.

Der Westen hat das erfolgreich torpediert. Und das kann man doch auch als „imperialistisch“ bezeichnen? Damals war die Sorge das die Russen zum Indischen Ozean „durchmarschieren“ könnten und Pakistan aus dem westlichen Lager herauslösen.

Ihrer Schlussfolgerung, dass für die Afghanen weder die „sozialistische Diktatur“ (wie gesagt: viele haben das anders empfunden) noch die „westliche Demokratie“ geeignet sei, stimme ich zu.

Denn die „westliche Demokratie“ in Deutschland zB hat trotz einer hochentwickelten Wirtschaft und Geisteskultur etwa 120 Jahre gebraucht um sich durchsetzen!

11:36, zöpfchen

>>China welcome
Ein Weg mit muslimischer Kultur umzugehen, ist jener den China in Bezug auf die Uiguren eingeschlagen hat. Bin gespannt, ob China dies in Afghanistan auch vorhat.
Wenn nicht, dann wird China genauso wie Großbritannien, die Sowjetunion und die westliche Allianz in Afghanistan an den mittelalterlichen Werten der dort lebenden Menschen scheitern.<<

Jawoll!

Umerziehungslager für alle Afghanen!

Das ich auf diesen überaus zielführenden Ansatz aber auch noch gar nicht gekommen bin...

Die Chinesen bisher aber wohl ebenfalls noch nicht.

nun in Afghanistan aktiv wird?

Hoffentlich die Menschen die 20 jahre von unseren großen Hilfen und unserer demokratischen guten Kultur profitiert und gelernt haben.

11:44, heribix

>>Ich hoffe doch das es die Afghanen selbst sein werden die endlich nach so vielen Jahren Krieg und Verwüstung ihr land selbst in die Hand nehmen.<<

Ihre Hoffnung in allen Ehren, aber es wird wohl eher eine von Pakistan gezüchtete und finanzierte Terrorbande sein, die das Land in die Hand nimmt. Gegen die Macht von Bomben, Galgen und Gewehrläufen ist jedes Volk ohnmächtig.

>>Fangt endlich an den Willen anderer Völker zu akzeptieren.<<

Wie drückt sich denn Ihrer Ansicht nach der Wille des afghanischen Volkes aus? Ist das ein Einheitswille, den jeder Afghane teilt? Woran erkennt man den?

>>Wenn der Bevölkerung die Regierung nicht passt wird sie sich ihrer früher oder später selbs entledigen.<<

So wie beispielsweise in Nordkorea? Oder meinen Sie, das Verhungern entspräche dem nordkoreanischen Volkswillen, im Gegensatz zum südkoreanischen?

Volksgruppe der Tadschiken

Die Volksgruppen sind untereinander zerstritten und hier befürchte ich, dass die Taliban schreckliche Rache an den Tadschiken nehmen werden.

Jetzt, da die internationalen Truppen abgezogen sind, hält die Taliban kaum einer auf.

Wird der Westen nun zusehen oder wegsehen, wenn die Tadschiken massakriert werden? Ich befürchte es.

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11:44, morgentau19

>>Da hat doch das große Deutschland versucht, einem radikal islamischen Land die Demokratie überzustülpen.

Ist in keinster Weise gelungen!

Die Menschen wollen ihre Scharia beibehalten.<<

Afghanistan war bis zum russischen Einmarsch ein ungeheurer weltoffenes Land mit einer stolzen, neugierigen, gastfreundlichen Bevölkerung. Europäische Aussteiger und „Sinnsucher“ wurden dort mit offenen Armen empfangen. Unterhalten Sie sich mal mit ein paar deutschen Hippies der ersten Generation. Leuten, die jetzt Mitte Siebzig sind. Die können Ihnen von einem ganz anderen Afghanistan erzählen als dem, das heute durch die Presse geht.

Und was die Scharia betrifft, der ist jeder halbwegs gläubige Moslem verpflichtet. Da können Sie mal Ihren türkischen Taxifahrer oder Gemüsehändler fragen. Sofern Sie mit „solchen Leuten“ eine Gesprächsebene haben. Die Scharia ist übrigens, ich schreibe es immer wieder, nirgendwo aufgeschrieben, sie ist komplett Auslegungssache. Und natürlich ein Schlagwort.

@Tada, 11:54

„Afghanistan hat nichts von den 3 Sachen, die sie aufgelistet haben. So gesehen kann Afghanistan nur gewinnen“

Von denen, für die sie (nach deren Willen) die Hoffnung darauf endgültig aufgeben „müssen“??

"Sogar Sharia war eine willkommene Sicherheit, weil die Menschen endlich Regeln hatten"

Das stimmt nicht. Die war nur denjenigen in der Bevölkerung willkommen, die selbst die Regeln bestimmen oder „durchsetzen“ - also Macht über ihre Mitmenschen ausüben wollten. Da sie unter den „Regeln“ der Scharia im Vorteil sind, logischerweise eigentlich nur (einigen) Männern.

11:44, morgentau19

>>Wer nun in Afghanistan aktiv wird?

Die Freunde der Scharia - wer sonst?<<

Die indische und die chinesische Regierung sind Freunde der Scharia?

Das wusste ich bisher noch nicht.

Was da jetzt passiert? Nun,

Was da jetzt passiert?
Nun, die werden den "Westmüll" entsorgen und weitermachen, wir vor der Invasion.

11:50 von fathaland slim

„ Aha, die Taliban werden in Kabul also Ihrer Ansicht nach als Befreier begrüßt, so wie bei uns die Allierten.
Sicherlich, die Einwohner der Stadt freuen sich schon auf Bildungsverbote für Mädchen, Musik- und Kunstverbot und auch auf die tollen Massenerhängungen an allem, was den Körper eines Menschen tragen kann. Die guten alten Zeiten kehren zurück.“

Ich befürchte fast, dass genau das passieren wird.

„ Bitte verzeihen Sie meinen bitteren Sarkasmus, aber manchmal trägt Sie Ihre Empathielosigkeit wirklich aus der Kurve.“

Da nutzt alle Empathie der Welt nichts. So leid es mir tut.

@Egleichhmalf, 11:49

"Wenn ich mich allerdings zwischen Chinesen und Taliban zu entscheiden hätte, würde ich die Chinesen vorziehen"

Ich nicht. Ich wähle die Freiheit. Der die KP Chinas genauso feindlich entgegensteht wie die Taliban. Wieso soll man überhaupt über die bevorzugte "Exekutionsart" der menschlichen Zivilisation samt ihrer Werte und Existenzgrundlage entscheiden müssen?

Das ist leider gescheitert

Die Taliban, die weite Teile des Landes beherrschten, sollten von der Macht vertrieben werden, Afghanistan nicht länger ein Rückzugsort terroristischer Netzwerke sein.
#
Ich hoffe da nur auf die Chinesen auch wenn es überwiegend um eigene Machtinteressen geht,aber die Taliban wollen Afghanistan zurück ins Mittelalter bomben.

Etwas zum Nachdenken

für alle, die annehmen, die Talibanideologie entspräche der afghanischen Kultur/Volksmeinung/Wertevorstellung oder wie man es auch immer nennen möge:

Die Buddhastatuen von Bamiyan haben 1.500 Jahre gestanden, bis die Taliban sie vor wenigen Jahren sprengten.

Meint jemand hier wirklich, daß so etwas traditioneller afghanischer Kultur entspräche?

12:05 von fathaland slim

So wie beispielsweise in Nordkorea? Oder meinen Sie, das Verhungern entspräche dem nordkoreanischen Volkswillen,
.
warum mucken die nicht auf ?

was führte denn zur französischen Revolution
Einflüsse von außen ?

irgendwann wenn der Leidensdruck zu hoch ist werden auch die reagieren

12:52 von fathaland slim

„ Und was die Scharia betrifft, der ist jeder halbwegs gläubige Moslem verpflichtet“‘
Ja mehr als den weltlichen Gesetzen. Könnte irgendwie problematisch sein.

„ Die Scharia ist übrigens, ich schreibe es immer wieder, nirgendwo aufgeschrieben, sie ist komplett Auslegungssache.“

Das macht es nicht besser. Einer Sache verpflichtet zu sein die reine Auslegung ist. Danke dass sie das so offen schreiben.

@ um 12:05 von fathaland slim

„ … es wird wohl eher eine von Pakistan gezüchtete und finanzierte Terrorbande sein, ...“
Und von den USA bewaffnet, wie es schon vor 40 Jahren der Fall war.
Insofern bleibt also alles unter Kontrolle der USA.
Schlimmer aber ist, dass irgendwelche solcher Terrortruppen demnächst versuchen werden in China u/o Russland weiter Fuß zu fassen.
Denn nur dass das geschieht ist ja der Grund des Abzugs der USA aus Afghanistan.
Und wenn sich dann Russland oder China entsprechend zu Wehr setzen, wird es wieder der Westen sein, der sich darüber beschwert, dass seine Werte nicht eingehalten werden.
Wetten?

12:06, Sigrun_1954

>>Wird der Westen nun zusehen oder wegsehen, wenn die Tadschiken massakriert werden? Ich befürchte es.<<

Ja sicher. Denn „der Westen“ hat Afghanistan jetzt aufgegeben. Nun sind andere Player am Zuge. Player, die, was die Menschenrechte betrifft, nicht so zimperlich sind und Kollateralschäden wohl in wesentlich größerem Umfang in Kauf zu nehmen bereit sind, wenn es um die Einhegung der Taliban geht. Man sollte auch nicht übersehen, daß die Taliban sehr von Pakistan abhängig sind und Indien sich mit diesem Land seit langem im kalten Krieg befindet. Ich sehe da großes Potential für einen Stellvertreterkrieg auf afghanischem Boden.

Keine guten Aussichten.

Afghanistan am Abgrund

Und das schon seit Jahrzehnten! Und jetzt, wenn die NATO und die USA (nenne ich explizit, weil sie ja nach Nine Eleven die militärischen Aktionen initiiert haben) aus Afghanistan draußen sein werden, werden die Taliban mit grausamen Methoden wieder die Macht erlangen. Wie im Artikel steht, machen sich China und Indien - zwei Atommächte - auch schon Gedanken (oder wissen wahrscheinlich schon), wie sie in dem Vakuum (oder Chaos) aktiv werden können, um ihre Interessen durchzusetzen. Ein deprimierender Gedanke, aber was sollen wir denn tun? „Gut zureden“ hilft nichts, deren Mentalität und Gedankengut bleibt den meisten von uns in D verschlossen, denke ich. Und ich glaube, dass die Mehrheit der Bürger hier den Abzug aus Afghanistan befürworten, auch wenn es unendlich bitter ist zu sehen, was dann auf dieses Land zukommt (ich nenne nur mal das Ansehen von Frauen, Verschleierung, Bildung für Mädchen); frustrierend - und trotzdem bin ich froh, dass dieses Land weit weit weg von hier ist.

Am 30. Juni 2021 um 11:44 von morgentau19

Zitat: Die Menschen wollen ihre Scharia beibehalten.

Die Scharia muss man nicht unbedingt per se als Teufelswerk verstehen.

Auch deutsche Gerichte wenden die Scharia in geeigneten Fällen teilweise an.

13:01 von fathaland slim

«Die Buddhastatuen von Bamiyan haben 1.500 Jahre gestanden, bis die Taliban sie vor wenigen Jahren sprengten.
Meint jemand hier wirklich, daß so etwas traditioneller afghanischer Kultur entspräche?»

Ein kleines und vergessenes …
und gleichzeitig das gößte und beste Argument.

13:04 von Bobinho

„ Die Scharia ist übrigens, ich schreibe es immer wieder, nirgendwo aufgeschrieben, sie ist komplett Auslegungssache.“
:
interessante Betrachtungsweise
IS Taliban und ähnliche Gruppen sehen das aber total anders
wie überhaupt den ganzen Koran
ist doch auch bei uns schwierig ...
da eben mit dem "wahren Sozialismus"
wenn man versucht Kritik zu üben, dann repräsentiert das entsprechende Land den gar nicht
wie auch beim Islam

13:01 von fathaland slim

„ für alle, die annehmen, die Talibanideologie entspräche der afghanischen Kultur/Volksmeinung/Wertevorstellung oder wie man es auch immer nennen möge“

Das nimmt glaube ich niemand an.
Was ist denn die Kultur/Wertvorstellungen/Volksmeinung, die ALLE Afghanen teilen?

@ um 13:01 von fathaland slim

Kaputtschlagen, töten, Chaos stiften, Kriege anzetteln.
Das ist gute alte Kolonialkultur, europäischen Ursprungs. Und seit ca 200 Jahren integraler Bestandteil der USA - Außenpolitik - Kultur.
Talibankultur? Nein, natürlich nicht. Die werden gar keine Kultur haben.

13:10 von Bobinho

Was ist denn die Kultur/Wertvorstellungen/Volksmeinung, die ALLE Afghanen teilen?
.
also unser westlichen Denken und Handeln wird wohl den wenigsten Zuspruch finden

übrigens waas verstehen sie unter Afghanen"
Paschtunen oder sind das dutzende Volksgruppen

13:04, nie wieder spd

>>@ um 12:05 von fathaland slim
„ … es wird wohl eher eine von Pakistan gezüchtete und finanzierte Terrorbande sein, ...“
Und von den USA bewaffnet, wie es schon vor 40 Jahren der Fall war<<

Nein, die USA haben die Taliban nicht bewaffnet. Das hat Pakistan erledigt. Ein US-Verbündeter.

Die Unterstützung des Islamismus in Afghanistan durch die USA fand eher auf geheimdienstlicher Ebene statt. Stichwort Operation Cyclone. Mit Waffen wurden die so genannten Mujahedin versorgt. Die sind aber nicht mit den Taliban zu verwechseln.

Mir fällt in solchen Zusammenhängen immer Goethes Gedicht vom Zauberlehrling ein. Das hätten die CIA-Strategen vielleicht vorher mal lesen sollen.

13:10 von Sisyphos3

„ interessante Betrachtungsweise
IS Taliban und ähnliche Gruppen sehen das aber total anders“

„ „ Die Scharia ist übrigens, ich schreibe es immer wieder, nirgendwo aufgeschrieben, sie ist komplett Auslegungssache.“

Das waren nicht meine Worte.

Mit China und Indien

China und Indien sind in der Lage eine einigermaßen zivilisierte Regierungssteuerung zu gewährleisten. China diktatorischer Indien etwas demokratischer. Aber unsere Idealen demokratische Vorstellung sind hier fehl am Platz und werden es immer sein. Man kann nur hoffen das entweder beide Mächte oder ein von den Beiden dieser verbrecherischen und Menschenverachtenden Taliban-Organisationen Parole bieten kann. Es wäre für die Bevölkerung im Besonderen für die Frauen in Afghanistan von großem Vorteil.

13:15 von Sisyphos3

„ übrigens waas verstehen sie unter Afghanen"
Paschtunen oder sind das dutzende Volksgruppen“ fragen sie bitte den Nutzer, dessen Aussage ich hier aufgegriffen habe.

13:10, Sisyphos3

>>13:04 von Bobinho
„ Die Scharia ist übrigens, ich schreibe es immer wieder, nirgendwo aufgeschrieben, sie ist komplett Auslegungssache.“
:
interessante Betrachtungsweise
IS Taliban und ähnliche Gruppen sehen das aber total anders
wie überhaupt den ganzen Koran
ist doch auch bei uns schwierig ...
da eben mit dem "wahren Sozialismus"
wenn man versucht Kritik zu üben, dann repräsentiert das entsprechende Land den gar nicht
wie auch beim Islam<<

Sie zitieren nicht den User Bobinho, sondern mich. Der User antwortete auf einen Kommentar von mir, weswegen er mich zitierte.

Und ja, natürlich legt ein religiöser Fundamentalist die Regeln und Bücher anders aus als andere. Das ist in jeder Religion so, auch im Christentum. Den Sozialismus können Sie da ruhig außen vor lassen, denn der ist keine Religion.

China verpricht "Sicherheit" (und Geld)

von Nettie @
Also ich persönlich glaube das Sie das zum wohle der Bürger dort mal probieren sollten. 1 Mrd. Chinesen leben doch auch in Frieden.

Russland, die Nato und unsere durch Schröder und Fischer entsanten BW-Soldaten haben nichts erreicht. Außer noch mehr Leid und Terror der die gesamte Welt immer noch erschüttert.

@fathaland slim "Afghanistan

@fathaland slim "Afghanistan war bis zum russischen Einmarsch ein ungeheurer weltoffenes Land mit einer stolzen, neugierigen, gastfreundlichen Bevölkerung."
Sie verwechseln da etwas die Russen wurden von der Regierung gerufen damit es das offene Land bleibt. Die heutigen Talliban wurden von den USA finanziert und ausgebildet. Damals hiesen die noch Mudschahedin.

13:04, Bobinho

>>12:52 von fathaland slim
„ Und was die Scharia betrifft, der ist jeder halbwegs gläubige Moslem verpflichtet“‘
Ja mehr als den weltlichen Gesetzen. Könnte irgendwie problematisch sein.

„ Die Scharia ist übrigens, ich schreibe es immer wieder, nirgendwo aufgeschrieben, sie ist komplett Auslegungssache.“

Das macht es nicht besser. Einer Sache verpflichtet zu sein die reine Auslegung ist. Danke dass sie das so offen schreiben.<<

Jede Religion ist Auslegungssache, und alle Gläubigen fühlen sich der Lehrmeinung, der sie anhängen, verpflichtet.

Wobei die Scharia in dieser Beziehung schon durchaus ein Extrembeispiel ist. Scharia heißt nichts anderes als gottgefälliges Leben, und was das ist, das erzählt der Pfaffe. Ist eigentlich immer und überall so, auch wenn der Pfaffe sich Imam, Rabbi, Priester oder was auch immer nennt.

13:03 von Sisyphos3

@fathaland slim

«So wie beispielsweise in Nordkorea? Oder meinen Sie, das Verhungern entspräche dem nordkoreanischen Volkswillen …»

«warum mucken die nicht auf ?
was führte denn zur französischen Revolution … Einflüsse von außen ?
irgendwann wenn der Leidensdruck zu hoch ist werden auch die reagieren.»

Hatte die Staatsmacht zur Zeit der Französischen Revolution moderne Geschütze, Maschinengewehre, Panzer, Luftwaffe? So wie in Nordkorea ein höherer Prozentsatz der Bevölkerung zur Armee gehört als in jedem anderen Land der Erde. Ca. 1,1 Mio. Soldaten bei ± 25 Mio. Bevölkerung.

Panzer + Luftwaffe haben die Taliban in AFG nicht. Und der Staat AFG hat nur eine schwache Armee in einem Land mit 1.001 Rückzugsmöglichkeiten in wildem und unzugänglichem Hochgebirge mit den 5.000 bis 7.000 Meter hohen Bergen.

Als ob dort alles Topographie wäre wie zw. Niederrhein bis Nordseeküste in den NL. Topographie in AFG zog schon erst der Roten Armee der UdSSR den Zahn, und dann den der NATO.

12:58, Bobinho

>>11:50 von fathaland slim
„ Aha, die Taliban werden in Kabul also Ihrer Ansicht nach als Befreier begrüßt, so wie bei uns die Allierten.
Sicherlich, die Einwohner der Stadt freuen sich schon auf Bildungsverbote für Mädchen, Musik- und Kunstverbot und auch auf die tollen Massenerhängungen an allem, was den Körper eines Menschen tragen kann. Die guten alten Zeiten kehren zurück.“

Ich befürchte fast, dass genau das passieren wird.<<

Sie meinen wirklich, daß es Menschen gibt, die die Aussicht, terrorisiert und hingerichtet zu werden, freudig begrüßen?

13:04, nie wieder spd

>>Schlimmer aber ist, dass irgendwelche solcher Terrortruppen demnächst versuchen werden in China u/o Russland weiter Fuß zu fassen.
Denn nur dass das geschieht ist ja der Grund des Abzugs der USA aus Afghanistan.<<

Sie wollen jetzt wirklich behaupten, die USA zögen sich aus Afghanistan zurück, um den Taliban Spielraum zu geben, sich nach Russland und China auszubreiten?

13:18 von Bobinho

Das waren nicht meine Worte.

sorry
geben sie es fataland slim weiter

13:03, Sisyphos3

>>12:05 von fathaland slim
So wie beispielsweise in Nordkorea? Oder meinen Sie, das Verhungern entspräche dem nordkoreanischen Volkswillen,
.
warum mucken die nicht auf ?

was führte denn zur französischen Revolution
Einflüsse von außen ?

irgendwann wenn der Leidensdruck zu hoch ist werden auch die reagieren<<

Die französische Revolution hatte nichts mit Leidensdruck zu tun, sondern mit dem Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus. Das neu entstehende Bürgertum, auf französisch Bourgeoisie, stürzte den Adel, um sich selbst an seine Stelle zu setzen.

Endlich gute Aussichten...

...für Afghanistan und für Deutschland! Für Afghanistan durch die Chance auf inneren Frieden durch eine Machtübernahme der Taliban. Für Deutschland durch eine Rückbesinnung auf die eigentliche Aufgabe der Bundeswehr und infolge öffentlicher Diskussion endlich Rückzug aus allen Auslandseinsätzen.
_
Seit der Antike (Alex d.Gr.) wurde Afghanistan erst wieder in der Neuzeit geo(macht)politisch zum Thema durch den dortigen UdSSR-Militäreinsatz. In "guter" kalter/heisser-Kriegsmanier hielten die USA dagegen durch Waffen-u. Strategiehilfe für angebliche Freiheitskämpfer = Mudjaheddin. Dies und alle Folgeentwicklungen bis hin zum jetzigen NATO-Abzug sind bekannt.
_
Die Frage nach Nachfolgeaktivisten ist müßig. Viel wichtiger ist eine längst überfällige Erkenntnis... nämlich, daß US-Imperialismus stets zu kriegerischem Blutvergießen führt, dies nicht nur in Afghanistan, und aus der qua lege defensiven Bundeswehr eine extern aktive Kriegstruppe machte... entgegen deutscher Interessen.

Ich hoffe da nur auf die Chinesen

Ich hoffe da nur auf die Chinesen auch wenn es überwiegend um eigene Machtinteressen geht, aber die Taliban wollen bestimmt mit Gewalt Afghanistan zurück ins Mittelalter bringen, die Frauen mit einem angeeignetem Wissen auspeitschen, unbequeme Denker aufhängen oder zu Tode quälen. Wie bei der Inquisition der Katholischen Kirche vor 500 Jahren die denkende Menschen meist auch Frauen den "reinigenden Flammen" übergeben hat.

13:00, schiebaer45

>>aber die Taliban wollen Afghanistan zurück ins Mittelalter bomben.<<

Nein, nicht ins Mittelalter. Denn im Mittelalter gab es keinen islamischen Fundamentalismus. Der ist ein definitiv neuzeitliches Phänomen.

Das Mittelalter war in der islamischen Welt von einer Blüte der Kunst und der Kultur geprägt. Dafür stehen die Taliban ganz gewiss nicht.

interessiert zusehen was jetzt passiert

@30. Juni 2021 um 13:15 von Sisyphos3
13:10 von Bobinho

"Was ist denn die Kultur/Wertvorstellungen/Volksmeinung, die ALLE Afghanen teilen?
.
also unser westlichen Denken und Handeln wird wohl den wenigsten Zuspruch finden

übrigens waas verstehen sie unter Afghanen"
Paschtunen oder sind das dutzende Volksgruppen"

Jetzt wird es interessant. Wie werden diese verschiedenen muslimischen Völker miteinander umgehen?
Wir sollten rechtzeitig dafür sorgen, dass diese verschiedenen Völker in diesem Land jetzt ungestört die Chance erhalten ihre ganz eigenen Wege in ein neues Afghanistan zu finden. Und wenn dies bedeutet, dass die Frauen des Landes wieder ohne BIldung unter der Burka verschwinden? Aufeinander losgehen? Dann sei das so. 20 Jahre hatten die Menschen in Afghanistan Zeit die westlichen Alliierten zu unterstützen. Da standen die meisten Afghanen feige beiseite. Jetzt müssen sie selbst zurecht kommen.

Afghanistan am Abgrund

Afghanistan am Abgrund das können und konnten wir Deutsche nicht aufhalten. Ich hoffe auch das sich China und Indien einmischen um die schlimmsten Massaker an einigen in Afghanistan lebenden Stämmen zu verhindern.

Ein CIA-Gezücht schlimmster Güte!

13:15 von fathaland slim
"Die Unterstützung des Islamismus in Afghanistan durch die USA fand eher auf geheimdienstlicher Ebene statt. Stichwort Operation Cyclone. Mit Waffen wurden die so genannten Mujahedin versorgt. Die sind aber nicht mit den Taliban zu verwechseln."
***
Als sowjetischen Soldaten die Kehlen durchschnitten oder ihnen lebendigen Leibes die Bäuche aufgeschlitzt wurden, da waren die erwähnten CIA-Züchtungen gefeierte "Freiheitskämpfer" für den Westen.
Schaut man in den letzten Jahren nach Syrien, da wiederholte sich das Schauspiel! Wieder "Freiheitskämpfer", "Regimegegner", "Aktivisten" und was sonst noch für Euphemismen man für Massenmörder finden mag. Hauptsache, diese - wie der berüchtigte Mr. Kissinger sie nannte - "Schweinehunde" sind "unsere Schweinehunde".
Nur meine sind´s gewiss nicht!...

Nach Afghanistan Rückzug...

Mit China und Indien preschen zwei Mächte aus der Region vor, die die Taliban zurückdrängen wollen - und klare Eigeninteressen im Land haben.

###

Last sie nur...
Den Regionalmächten China und Indien geht dieser Konflikt viel eher etwas an, als Europäern und den USA. Zumal China mit den Taliban Problem ganz anders vorgehen würde als Nato- Truppen.

13:33 von fathaland slim

„ Sie meinen wirklich, daß es Menschen gibt, die die Aussicht, terrorisiert und hingerichtet zu werden, freudig begrüßen?“

Leider ja. Wir werden sehen was passiert. Ich habe wie gesagt, die schlimme Befürchtung, dass die Taliban als Befreier begrüßt werden. Die Taliban kommen ja nicht und sagen, dass es jetzt wieder terror und lynchjustiz geben wird.

14:03, Bobinho

>>Ich habe wie gesagt, die schlimme Befürchtung, dass die Taliban als Befreier begrüßt werden. Die Taliban kommen ja nicht und sagen, dass es jetzt wieder terror und lynchjustiz geben wird.<<

Sie meinen nicht, daß die Afghanen das vielleicht aus leidvoller Erfahrung wissen könnten?

13:47 von fathaland slim

„ Das Mittelalter war in der islamischen Welt von einer Blüte der Kunst und der Kultur geprägt. Dafür stehen die Taliban ganz gewiss nicht.“

Naja, vielleicht aber auch ein bisschen durch Eroberungskriege? Wie kam denn der islam von Mekka bis nach Spanien, auf den Balkan, bis nach Indonesien? Ob die besiegten Völker und Sklaven Trost in Kultur und Kunst gefunden haben?

14:03 von Bobinho

«Die Taliban kommen ja nicht und sagen, dass es jetzt wieder terror und lynchjustiz geben wird.»

Sagen müssen sie das auch gar nicht.
Sie kommen und machen das "ganz einfach".

13:54, Doktor Alban

>>Als sowjetischen Soldaten die Kehlen durchschnitten oder ihnen lebendigen Leibes die Bäuche aufgeschlitzt wurden, da waren die erwähnten CIA-Züchtungen gefeierte "Freiheitskämpfer" für den Westen.<<

Wer ist denn dieser Westen?

Ich lebe ja in selbigem, kann mich aber nicht daran erinnern, daß Hekmatyar oder die Taliban hier als Freiheitskämpfer gefeiert worden wären. Aber vielleicht habe ich damals andere Zeitungen gelesen als Sie.

@13:10 von Sisyphos3

"da eben mit dem "wahren Sozialismus"
wenn man versucht Kritik zu üben, dann repräsentiert das entsprechende Land den gar nicht wie auch beim Islam"

Kennen Sie ein Land, in dem der "wahre Sozialismus" herrscht? Ich nicht.

Und mit "dem Islam" ist das eben so eine Sache. Es gibt viele islamische Länder. In manche kann man problemlos in den Urlaub fahren und trifft freundliche Menschen. Alle leben "den Islam" anders. Und dann gibt es noch die islamistischen Fanatiker in verschiedenen Ländern, die auf Grund ihrer Gewaltbereitschaft, den Rest unterdrücken oder es zumindest versuchen. Das heißt allerdings nicht, dass wenn in Afghanistan die Taliban wieder die Macht an sich reißen, dies dem Willen "der Afghanen" entspräche. Es sind, wie überall, eben nur nicht alles heldenhafte Kämpfer, die sich den waffentragenden Fanatikern entgegen stellen.

Oder waren alle Deutschen Nazis, weil es nur wenige Sophie Scholls gab?

14:07, Bobinho

>>13:47 von fathaland slim
„ Das Mittelalter war in der islamischen Welt von einer Blüte der Kunst und der Kultur geprägt. Dafür stehen die Taliban ganz gewiss nicht.“

Naja, vielleicht aber auch ein bisschen durch Eroberungskriege? Wie kam denn der islam von Mekka bis nach Spanien, auf den Balkan, bis nach Indonesien?<<

Eroberungskriege gibt es, solange es die Menschheit gibt. Weltreiche kommen und gehen. Das griechische, römische, osmanische, britische, französische, russische, um nur mal eine zufällige Auswahl zu treffen.

>>Ob die besiegten Völker und Sklaven Trost in Kultur und Kunst gefunden haben?<<

Die Sephardim flüchteten jedenfalls aus Andalusien ins osmanische Reich, als der Katholizismus in Gestalt Isabels von Kastilien dort überhand nahm.

13:57, Der freundliche...

>>Den Regionalmächten China und Indien geht dieser Konflikt viel eher etwas an, als Europäern und den USA. Zumal China mit den Taliban Problem ganz anders vorgehen würde als Nato- Truppen.<<

China und Indien sind genauso Weltmächte wie die EU, Russland oder die USA.

Weil hier manche User...

...die "Stammtischvermutung" zu begrüßen scheinen, daß China "ganz anders" mit den machthungrigen Taliban "umspringen" wird ... Eine solche Vermutung ist unrealistisch. Chinas Führung ist viel zu intelligent und hat sich seit Korea nirgends extern aktiv militärisch engagiert. Zudem ist Afghanistan für China derzeit sicherheitsstrategisch uninteressant, für ein Funktionieren des afghanischen Teilstücks der "Neuen Seidenstraße" stehen in Afgh. genügend käufliche Nutznießer bereit, und daß Afgh. ein illegaler Hauptlieferant für Heroin nach Europa ist, kann China egal oder auch recht sein. Ein "talibanisiertes = gottesstaatliches" Afgh. könnte China sogar nützlich sein... als politischer Störfaktor gegenüber Indien und anderen Staaten in der Region. In dieser Rolle könnte ein "befriedetes" Afgh. sogar aufblühen... zumal allen dortigen Akteuren sicher klar wäre, daß China ohne Rücksichten auf Menschenrechte im Bedarfsfall konsequent zuschlagen würde...

13:27, heribix

>>@fathaland slim "Afghanistan war bis zum russischen Einmarsch ein ungeheurer weltoffenes Land mit einer stolzen, neugierigen, gastfreundlichen Bevölkerung."
Sie verwechseln da etwas die Russen wurden von der Regierung gerufen damit es das offene Land bleibt. Die heutigen Talliban wurden von den USA finanziert und ausgebildet. Damals hiesen die noch Mudschahedin.<<

Die Sowjetunion wurde von einer Regierung gerufen, die sie selbst installiert hatte. Und die Taliban sollten Sie nicht mit den Mujaheddin verwechseln. Erstere sind ein pakistanisches Gewächs, letztere Stammeskrieger, die von den USA ausgerüstet und dann von den Taliban besiegt wurden.

Sehr grob beschrieben. Die Sache ist kompliziert.

Der

Artikel führ an „Indien befürchtet auch, dass Flüchtlingsströme aus Afghanistan einsetzen könnten - und mit ihnen radikale Islamisten ins Land kämen.“
Das muss nicht erst jetzt befürchtet werden, diese Ströme samt „Nebenwirkungen“ gibt es doch bereits seit vielen Jahren .
Wenn Indien dafür bislang kein (vorrangiges) Zielland gewesen sein sollte: Glückwunsch.

12:52 von fathaland slim

>>Afghanistan war bis zum russischen Einmarsch ein ungeheurer weltoffenes Land mit einer stolzen, neugierigen, gastfreundlichen Bevölkerung. Europäische Aussteiger und „Sinnsucher“ wurden dort mit offenen Armen empfangen....(....)<<

Sie müssen mir nicht sagen, dass Afghanistan bis zu Beginn der 70er Jahre ein offenes Land war. Ich sah viele Fotos von Frauen mit kurzen Röcken etc.

Ich weiß auch, dass die Scharia nicht wie das deutsche Strafgesetzbuch in einem Buchladen erhältlich ist, wo man nachschlagen kann.

Scharia setzt sich zusammen aus Koran, Sunna und Hadith

Scharia ist Auslegungssache.

Das ist zwar korrekt, aber Scharia ist nicht, aber auch rein gar nicht mit dem Grundgesetz kompatibel, wie es gerne von islamischen Vertretern u.a. gesagt wird.

Es stimmt schlicht gesagt nicht!

Hierzu muss man nur die ersten 5 Art. im GG vergleichen!

Sie wissen es, aber sie versuchen es immer wieder.....

Indien und China

verfolgen in Afghanistan Eigeninteressen. Das lag den USA und deren NATO-Vasallen ganz fern. Oder waren sie einfach nicht in der Lage, ihre Interessen zu nutzen. Ich denke, China wird das Rennen machen - leise, fast unmerklich, aber klug und durchdacht, nicht mit Gewalt, wie alle anderen vorher. Das tun sie bereits in weiten Teilen Asiens, in Afrika und Südamerika. Der Polterwesten hört es nicht, weil das eigene Getöse zu laut ist.

14:06 von fathaland slim

„ Sie meinen nicht, daß die Afghanen das vielleicht aus leidvoller Erfahrung wissen könnten?“

Doch klar könnten Sie das wissen. Ich hoffe ja nicht dass es so kommt wie ich befürchte, aber der Mensch hat manchmal merkwürdige Verhaltensweisen.

14:16 von fathaland slim

„ Eroberungskriege gibt es, solange es die Menschheit gibt.“

Das war nicht der punkt. Der Punkt ist der, dass sie ihren Kommentar so geschrieben hatten, dass der islam nur aus Kunst und Kultur bestanden hat. Dies ist nämlich nicht wahr.

12:53 von Nettie

Momentan übernehmen in Afghanistan die Taliban immer mehr Macht.

Ich gehe da von mir aus, als Frau, und mir wäre die China trotz allem um etliches lieber, als die Taliban. Schon um Steinigung von "leichten" Frauen abzuschaffen.

(Zumal, wie einige schon erwähnt haben, die Taliban nicht so wirklich etwas typisch afghanisches sind.)

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