Kommentare - Wie glücklich macht das Shoppen wirklich?

13. Juni 2021 - 10:39 Uhr

Die Geschäfte sind wieder auf. Für viele Menschen war der Lockdown wie Entzug, denn Shoppen kann Glücksgefühle auslösen wie Drogen. Aber ist weniger vielleicht mehr - und macht es sogar glücklicher? Von I. Mec und S. Scheuring.

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Kommentare

Für mich hat sich durch die Pandemie ...

... fast nichts geändert.

Ja, ich war weniger Shoppen, aber das bezieht sich ausschließlich auf Nahrungsmittel und ähnliche Dinge des täglichen Bedarfs. Hier habe ich mehr auf einmal gekauft, um so Kontakte zu reduzieren.

Alles andere lief wie gewohnt weiter über das Internet (wie es auch schon vorher war).

Vom Thema "raffen" will ich mich nicht komplett ausschließen, denn ich habe ein Hobby und das betrifft das Sammeln von ... (ist an dieser Stelle egal ;-)).

Bei allen anderen Dingen bin ich allerdings tatsächlich Minimalist. Ich kaufe nur das, was ich wirklich brauche ... und zur Not wird es dann bestellt, wenn ich es brauche.

Mich nervt nichts mehr als Dinge, die nach einem Kauf sinnlos herumliegen und noch schlimmer, irgendwann ja auch wieder entsorgt werden müssen.

Aber ich gönne natürlich jedem seinen Spaß, allerdings habe ich im Moment das Gefühl, viele würden so tun, als habe es die Pandemie nie gegeben ... und das ist m. E. (noch) sehr gefährlich.

"Wenn alle asketisch leben,

"Wenn alle asketisch leben, droht der volkswirtschaftliche Ruin."

Das ist mMn eine entscheidende Frage für die Zukunft. Der CO2-Ausstoß korreliert mit dem menschlichen Konsum. Durch dessen Reduktion könnte man große Mengen CO2 sparen. Nur durch Corona und dem damit verbundenen geringeren Konsum hat Deutschland überhaupt sein CO2-Ziel für 2020 erreichen können. Allerdings mit entsprechenden Folgen für die Arbeiter. Man bewegt sich also (weltweit gesehen) zwischen steigendem CO2-Ausstoß und Arbeitslosigkeit. Eine knifflige Situation.

Konsumverzicht und Innovation sind untrennbar

Ein Rückgang des eigenen Einkommens ist ja gar nicht so problematisch, wenn jemand sowieso Konsumverzicht betreibt. Die Abwärtsspirale kann ich nicht erkennen, weil sie ja direkt der Umwelt helfen würde und auch Arbeitsplätze freisetzen würde für aufstrebende Branchen sowie Innovationen. Konsumverzicht als Konsumverlagerung zu interpretieren ist sehr schlau. Allerdings kann es trotzdem wie Konsumverzicht wirken, da am Ende weniger konsumiert wird, obwohl die Produktion im Hintergrund auf Basis unserer ethischen Ansprüche optimiert ist. Daher erscheint mir die Kritik am Konsumverzicht falsch. In Zeiten des Klimawandels sollten wir auf wissenschaftliche Weiterbildung setzen und verschwindende Jobs sollten ggfs. bereits jetzt erkannt werden, damit die Finanzierung für Umschulungen junger Neueinsteiger sowie die Rente für ältere Mitarbeiter steht.

Sehe jetzt schon die die Kommentare,

die das (neudeutsch) shoppen, was ja nichts anderes als "einkaufen" bedeutet, nun verteufeln, als unnötigen Konsum, der nicht glücklich macht, nur den Unternehmen zu noch mehr Geld verhilft und werden predigen, dem Konsum zu entsagen und sich den "wirklich glücklichmachenden " Dingen zuzuwenden.
Nun, ich bin da anders gestrickt. Ich kaufe spontan und kurz entschlossen. Ich freue mich über schöne, neue Dinge, kaufe aber selten etwas nur um des Kaufens willen. Ich kann die jungen Leute sehr gut verstehen, die jetzt so einiges nachholen wollen, nach Monaten der mehr oder weniger Tristesse.
Dieses Verhalten kennt man übrigens auch von Nachkriegszeiten, wie die "goldenen Zwanziger" zeigen.
Erinnere sich doch bitte mal jeder, Frauen vermutlich mehr noch als Männer, wie es in jungen Jahren war. Also für mich war es toll, durch die Stadt zu laufen, auf der Suche nach "der" Jeans oder anderen Sachen, die gerade im trend lagen.
Vollstes Verständnis für das geschilderte Verhalten.

Na und?

„Wenn alle asketisch leben, droht der volkswirtschaftliche Ruin.“

Wenn alle asketisch leben brauchen wir auch keine Volkswirtschaft mehr, bzw. nur noch eine deutlich kleinere. Denn wenn wir deutlich weniger konsumieren brauchen wir auch nur noch deutlich weniger zu produzieren und nur noch deutlich weniger zu arbeiten und den verbleibenden Restkonsum zu finanzieren. Arbeiten wir eben nur noch ein oder zwei Tage die Woche. Wo ist Problem? Solche Beiträge beweisen nur, dass sich öffentliche – in diesem Fall wissenschaftliche – Diskussion sich nur noch am Interesse der Wirtschaft orientieren, nicht am Interesse der Menschen, und das einige Wissenschaftler offenbar nicht in der Lage sind, sich aus diesem geistigen Korsett zu befreien.

@ 11:16 von mispel

Damit wir nachhaltiger und asketischer leben können, braucht es systemische Umkehr von einer reinen Wachstumsideologie hin zu anderen Kriterien.
Das geht.
Und das wird mehr und mehr eine Überlebensfrage.

Ich shoppe, also bin ich - auf der Suche nach dem „Kick“?

Also mich macht „Shoppen“ allenfalls dann glücklich, wenn ich bei der gezielten Suche nach etwas, das ich dringend brauche das Richtige finde. Ansonsten stehe ich auf dem Standpunkt: Zuviel Zeug belastet.

Ich sehe das genauso wie der Psychologe: „Der Kick beim Shoppen ist immer ganz schnell weg. "Wenn man unbedingt Geld ausgeben möchte, dann bieten sich Erlebnisgüter an, das sind solche Dinge wie Reisen". Da bleibe die Erinnerung, "und das macht nachhaltig gesehen glücklicher"

Und jeder, der sich unnötige Anschaffungen spart, erspart allen nicht nur später anfallenden „Wohlstandsmüll“. Der nicht erst bei seiner Entsorgung, sondern schon bei den Produktionsprozessen zu seiner Herstellung die Umwelt massiv belastet.

Da ist zu hoffen, dass das künftige Wachstum vor allem auf dem dieser Industrie beruhen wird: „Eine ganze Industrie propagiert inzwischen das Gegenteil. Denn viel zu besitzen, ist heute nicht mehr so en vogue. Wenig zu besitzen, aber dafür das Richtige, ist ein Megatrend“

11:16 von mispel ... Man bewegt sich also....

Was nichts mit (erzwungener) Konsumenthaltung zu tun hat, weil wir der steigenden Produktivität vor allem in Markt der Lohngüter ohnehin nicht hinter her kämen, sonst bräuchten wir weniger Rüstung und Raumfahrt ... außerdem trifft das ja noch lang noch nicht jeden, jeder "Hartzer" und jeder indische Straßenfeger ist derzeit mühelos Unterversorgt und könnte noch einiges hinzu gebrauchen, ohne Fässern den Boden auszuschlagen - nur eben auf saubere Weise.

Minimalismus ist links

Oder gehört vermutlich sogar in die Rubrik von Sigmund Freud.

Aber man muss ja nicht gleich alles pathologisieren...

Zu viel einkaufen kann auch pathologisch sein.

Also der gesunde Mittelweg ist - wie immer und überall - wohl das beste.

Aber ohne die Extreme hätte es auch nie Fortschritte gegeben - und vermutlich wäre die Kunst auch um vieles ärmer.

Man könnte an der Stelle sagen: freuen wir uns doch einfach, dass Corona vorbei ist und wir das normale Leben zurück haben.

Aber dem ist ja - zumindest in Deutschland - noch längst nicht so.

Tests, Masken, Beschränkungen und die Verlängerung der epidemischen Lage nationaler Tragweite, die von der Regierungskoalition und von den Grünen im Bundestag mit Einfacher Mehrheit beschlossen wurde, sprechen leider eine andere Sprache.

Anders als in immer mehr Ländern weltweit, wo inzwischen wieder weitgehend Normalität herrscht.

Das Virus ist nicht weg, es ist nur längst viel weniger gefährlich als zu Beginn..

Immer wieder der falsche Ansatz

Die immer gleichen Warnungen vor dem Zusammenbruch der Wirtschaft und damit des Wohlstandes bei zu geringem Konsum müssen endlich als der bedauerliche Versuch entlarvt werden, an einem überkommenen, für uns alle schädlichen, Wirtschafts- und Gesellschaftssystem festzuhalten.
Immer weiter Dinge zu produzieren, die wir eigentlich brauchen, dabei wertvolle Ressourcen zu verschwenden und den Planeten hemmungslos auszubeuten muss aufhören, um das lebenswerte Überleben zu sichern.
Wir müssen nicht Arbeitsplätze, sondern ein umweltverträgliches Leben mit vernünftig definiertem Wohlstand sichern.
Sagen wir z.B. es würden nur 50% der Menschen arbeiten müssen, um diesen lebenswerten und verträglichen Wohlstand zu sichern, dann wäre es deutlich billiger die andere Hälfte durchaus großzügig zu finanzieren um eben nicht zu arbeiten, als die Folgen aus der unnötigen Arbeit und damit unnötigen Ressourcenverschwendung und Umweltschädigung zu bekämpfen.

Asketische Leben = volkswirtschaftliche Ruin!?

Ich glaube 99,9% der Konsumgüter, die so im täglichen oder wöchentlichen Shopping aus den Konsumtempeln rausgetragen werden, sind "Made in China". Damit droht allenfalls ein volkswirtschaftlicher Ruin im Land der Mitte - und damit ein Aufbegehren gegen die totalitäre, menschenverachtende Staatsführung dort. Es wäre zu wünschen.

@ 11:16 von mispel- CO2-Einsparung..?!

Wir werden den Klimawandel mit Konsumverzicht nicht aufhalten. Wer da was anders denkt...

Wir werden ihn generell nicht aufhalten durch den Versuch CO2 einzusparen.

Die Lösung gibt es längst, ist aber noch unwirtschaftlich:

Die Umwandlung von CO2 in biologische Grundstoffe, z. B. für die chemische Industrie.

Diese kann dadurch quasi komplett auf Rohöl verzichten usw.

Das ist aber noch vollkommen unwirtschaftlich und daher jetzt noch kein Thema.

Wird sich das mit dem Klimawandel so bewahrheiten wie mache prognostizieren - eine gewisse Irrtumswahrscheinlichkeit gibt es da schon noch - dann wird das aber sicher keine Frage des Geldes mehr sein und eingesetzt werden.

Wir können also weiter normal leben. Es spricht aber nichts dagegen sauberer zu werden und auch beim shoppen auf ESG zu achten.

Den Klima ist längst nicht das einzige Problem. Es gibt drängendere, zumindest auf kürzere Sicht.

Nicht zu vergessen

Die Mitarbeiter auf den Recyclinghof sind auch auf ihre Arbeitsplätze angewiesen.
Wahrscheinlich sind die Müllhalden der Vergangenheit sogar die Rohstoffquellen der Zukunft.
Auf jeden Fall beschreibt dieser Artikel eines der drängenden Probleme der Zukunft,Welche es zu lösen gilt.

@ mispel

"Man bewegt sich also (weltweit gesehen) zwischen steigendem CO2-Ausstoß und Arbeitslosigkeit. Eine knifflige Situation."
Das sehe ich nicht so. Wir müssen nur weniger arbeiten. Mehrarbeit und vor allem Gewinne müssen stärker besteuert werden.
Es kann die Wirtschaft auf einer endliche Erde nicht immer mehr wachsen!
Im Übrigen steigen nur die Einkommen einer immer kleiner werdenden Klientel!
60% der Deutschen haben kein nennenswertes Vermögen, Tendenz steigend! Demgegenüber besitzen 2% der Deutschen 80% des Vermögens. DAS ist der eigentliche Widerspruch!

Und diese Kluft steigt bei weiterem Wachstum immer mehr! Je mehr wir arbeiten, desto reicher werden immer weniger Reiche und desto ärmer werden immer mehr.
Heißt im Umkehrschluss ...

Shoppen kann Glücksgefühle auslösen wie Drogen

Einkaufen kann Glücksgefühle auslösen wie Drogen!

Allerdings ist der Kick nur von kurzer Dauer, dann muss nachgelegt werden.

Eine Bekannte von uns hat zwei Töchter, die sind im Kaufrausch und würden am liebsten jeden Tag shoppen gehen.

Für Hersteller sind Abhängige eine große Freude, da sie ihre Waren verkaufen.

Ich habe nie ein Kick oder ein Drang nach mehr einkaufen verspürt.

Als ich viel jünger war, habe ich mehr konsumiert.

Wird ein Bedürfnis in mir geweckt, stelle ich mir zuerst die Frage, ob ich dieses oder jenes Produkt wirklich benötige.

Sehr oft ist die Antwort: nein!

Heute ist einkaufen eher lästig, da die Rahmenbedingungen nicht mehr stimmen.

Ein Plädoyer für ein falsches System

Früher haben sich die Stärksten bereichert und ihre eigenen Gesetze geschrieben, heute schreiben die scheinbar „Schlausten“ die Gesetze zu ihren Gunsten und bereichern sich dann ebenso.
Unsere Volkswirtschaft ist kein Naturgesetz. Sie ist zwar über die Jahrhunderte „gewachsen“, aber es ist immer noch eine menschliche = künstliche Konstruktion.
Und eine Konstruktion kann jederzeit geändert werden. Im Zweifel kann man sie abreißen und etwas neues konstruieren.
Wenn ich weniger, aber teurer kaufe, bin ich auch Schuld an der Arbeitslosigkeit von Tausenden in den Billiglohnländern. Denn die produzieren teure und billige T-Shirts. Teure dann weniger, was zu weniger Personalbedarf führt und zu Problemen für die Menschen.
Wir brauchen ehrliche Politiker und keine korrupten Lobbyisten in den Parlamenten, die nur so tun, als machten sie Politik für ihre Bürger.
Die Politik muß die Wirtschaft lenken, nicht andersherum.
Und beides muß den Menschen dienen, nicht an ihnen verdienen.

Der Artikel

hat eine interessante Sichtweise, zeigt nämlich woran es eigentlich krankt.
Ohne Shoppen geht also die Welt nicht, da bin ich praktisch jemand den schädlich ist, kaufe eine Hose oder Schuhe wenn die alten kaputt sind, gehe auch nicht in die Kneipe und koche alleine.
Probleme haben sich deshalb im Minilockdown nicht gehabt, das was ich brauchte, die Geschäfte hatten offen.
Wenn wirklich ein Kleinigkeit fehlte, die ohne Test und Angaben von Adresse oder sonst was, nicht zu bekommen war, die hab ich eben Online bestellt.
Ich hab also nicht besonders viel vermisst, mein Budget ist ja in der Zeit nicht größer geworden, also waren Ausgaben und Verhalten bis auf Maske tragen, nicht anders als vorher.
Ist also ganz stark abhängig vom Einkommen, so viele Dinge braucht man auch nicht zum Leben.

11:32 von Forfuture

Sagen wir z.B. es würden nur 50% der Menschen arbeiten müssen,
-
"müssen"
und warum müssen einige arbeiten, andere sollen das nicht müssen ?
geht das nicht zu weit, dass sich Leute dann noch als Helden fühlen können
keine "Ressourcenverschwendung und Umweltschädigung" wenn sie andere ausbeuten ?

@ weingassi1. 11:24

"Erinnere sich doch bitte mal jeder, Frauen vermutlich mehr noch als Männer, wie es in jungen Jahren war. Also für mich war es toll, durch die Stadt zu laufen, auf der Suche nach "der" Jeans oder anderen Sachen, die gerade im trend lagen.
Vollstes Verständnis für das geschilderte Verhalten."

Absolute Zustimmung. Darüber hinaus ist es für mich so langsam grenzwertig, jedes aber auch jedes Thema unter dem Aspekt des Klimaschutzes zu reflektieren. Langsam kann ich es schon nicht mehr hören . Man traut sich ja schon gar nicht mehr aus dem Haus, könnte dies ja den ökologischen Fussabdruck negativ beeinflussen.

@11:32 von Forfuture

"Sagen wir z.B. es würden nur 50% der Menschen arbeiten müssen"

Die Frage ist halt, wie zufrieden diejenigen damit wären, dass sie arbeiten müssen und die anderen einfach nichts tun. Da bevorzuge ich eher die 4-Tage-Woche. Aber darüber hinaus haben wir ja auch ein Sozial- und Gesundheitssystem, die unterhalten werden müssen, und zwar aus Steuergeldern der arbeitenden Bevölkerung. Weniger Arbeit bedeutet daher weniger Leistungen für alle. Und ein solches Problem wird man auch nicht national, sondern nur international lösen können.

11:24 von weingasi1

«Ich kaufe spontan und kurz entschlossen. Ich freue mich über schöne, neue Dinge, kaufe aber selten etwas nur um des Kaufens willen. Ich kann die jungen Leute sehr gut verstehen, die jetzt so einiges nachholen wollen, nach Monaten der mehr oder weniger Tristesse.
Dieses Verhalten kennt man übrigens auch von Nachkriegszeiten, wie die "goldenen Zwanziger" zeigen.»

Das ist schon so, und es gibt so gut wie niemand, der oder die sich nicht freut, wenn er oder sie sich was neues Nützliches gekauft hat.

Auch das mit den Golden Twenties stimmt. Damals gab es allerdigs noch keine Läden, in denen es One-Way-Shirts zu kaufen gab. Heute gibt es so was Bescheuertes schon viel zu viel. Buy all you can carry … und at home kollabiert der Klamottenschrank im Shirt-Tsunami.

Neben den ökologischen Aspekten jeder Art von Produktion schnell auch so was wie Bulimie-Kaufen ohne was zum Essen. Gar kein Erlebnis, das nachwirkend Zufriedenheit mit sich bringt.

Soll Einkaufen aber nicht mies machen …

Das muss Jeder

für sich selber entscheiden.Dem Einen macht schoppen Spaß ,Andere kaufen nur das Nötigste was sie eben brauchen. Ich persönlich gehöre der zweiten Gruppe an.

...ttestEineMeinung #Konsumverlagerung

Der grösste Teil unseres Konsums dient m.E. nur als Ersatzbefriedigung für unser Bedürfnis nach sozialen Beziehungen, Gesundheit und Beschäftigung.

Genau das verspricht uns z.B. die Werbung:
"Wenn Du das kaufst, bleibst/wirst Du gesund, hast diese tollen Freunde/Sexualpartner oder das Abenteuer, das dir fehlt".

Leider nur die altbekannte Karotte an der Stange vor des Esels Nase...
Würde das was wir kaufen können, diese Bedürfnisse wirklich befriedigen, dann bräche die (produzierende) Wirtschaft genauso zusammen.

Wir können statt dessen den Konsum verlagern.
Nichts gegen Technik, aber muss es jedes Jahr das neueste Smartphone sein?

Wie wäre es mit besserem Essen und mehr Dienstleistungen im Bereich Freizeitgestaltung, Medizin, Begegnungsmöglichkeiten?

Übrigens kosten die Arbeitskräfte für die Dienstleistungen aus Sicht einer nachhaltigen Volkswirtschaft nur die Ressourcen, die wir im Ausland kaufen müssen.
Der Rest ist nur limitiert durch die Menge an Arbeitskräften und Fläche...

> Das Raffen ist

> Das Raffen ist offensichtlich ein Instinkt, der dem Menschen in der Evolution angelegt worden ist. Verlässlich Dinge zu besitzen, sicherte das Überleben. Kaufen löst, zumindest kurzfristig, ein Hochgefühl aus. <
- Wenn ich hier an meine erwachsenen Kinder denke! Wie viel da gekauft wird! In der Pandemiezeit vielleicht mehr als sonst - Online. Was sie und meine Enkel nicht alles haben, aber der Bezug zu den Sachen ist auf eine Art verloren gegangen. Wie viel wird entsorgt, auch an Lebensmitteln, die noch gut sind; wie viel an Kleidung, Spielzeug, Dekoartikel - fast neu - versperren die Kellerräume und landen irgendwann in Containern oder werden für nichts bei e-bay verkauft. Wie gesagt, zu den Sachen hat man nicht mal einen Bezug entwickelt, so schnell werden sie weggegeben. Für das Geld könnte man doch tatsächlich eine besondere Reise machen, Essen gehen, einen ausgewöhnlichen Tag auswärts verbringen, sich einen besonderen Wunsch erfüllen... Und die Wirtschaft wird unterstützt.

@ um 11:25 von Nico Walter

Genau so!
Bei „futurezone.at“ ist vor ca 2 Jahren ein Artikel über eine britische Studie veröffentlicht worden, die besagt, dass wir höchstens 6 Stunden pro Woche arbeiten bräuchten, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.
Das würde auch den Konsum auf ein vernünftiges Maß zurückführen.
Jede Stunde, die wir mehr arbeiten, ist nur nötig, weil die, die sowieso schon genug haben, den Hals einfach nicht voll genug bekommen.
Und die Wissenschaftler, die dieses System befürworten, sind natürlich auch im Sinne dieses Systems ausgebildet worden.
Die können gar nicht anders, als das marode und in allen Bereichen schädliche System weiter zu unterstützen. Und oft leben sie auch ganz gut von diesem Unfug.

11:38 von Naturfreund 064

Wahrscheinlich sind die Müllhalden der Vergangenheit sogar die Rohstoffquellen der Zukunft.
#
Das wird schon überlegt Müllhalden zu öffnen um Rohstoffe zu bergen.

Einkaufserlebniswelt genießen

Das Bild der Shopping-Queens zeigt, dass der Einkaufsbummel mehr als nur Konsum ist, sondern auch soziales Miteinander, Selbstwertgefühl, erleben usw. beinhaltet.
Die Innenstädte, der Einzelhandel haben in der Corona-Krise massiv gelitten und ganze Branchen in Existenznot gebracht.
Konsumverzicht geht obendrein fehl, denn im Internet konnte ja fast alles geordert werden. Sehr viele Einkäufe sind aber einfach ausgeblieben bzw. zurückgestellt worden.
Daher ist der ganze Artikel angesichts der Normalisierung am Ausgang der Corona-Krise etwas verfehlt. Sicherlich sind immer die ökologischen und sozialen Bedingungen der Einkaufswelt zu hinterfragen. Das muss aber insgesamt einschließlich des Online-Handels erfolgen, die Folgen aller Beteiligten einbeziehen und darf nicht isoliert auf ein Verzicht-Verdikt verkürzt werden.

11:47 von Opa Klaus

«Darüber hinaus ist es für mich so langsam grenzwertig, jedes aber auch jedes Thema unter dem Aspekt des Klimaschutzes zu reflektieren. Langsam kann ich es schon nicht mehr hören. Man traut sich ja schon gar nicht mehr aus dem Haus, könnte dies ja den ökologischen Fussabdruck negativ beeinflussen.»

Es ist gar nicht so schwierig, sich mal ganz grundlegend Gedanken zu machen, wie groß oder wie klein der eigene Ökologische Fußabruck denn so ist.

Braucht einen Monat Zeit, was Selbstdisziplin, und man muss bereit sein, sich über diese Zeit was zu notieren. Was man macht, wohin man sich wie bewegt, was man kauft, und was man isst. Dann hat man den Monatswert, der in etwa gleich bleibt über 12x pro Jahr.

Danach gerechnet mit Wissen, was bspw. 100 km mit dem Auto fahren, 1 T-Shirt, 1 Jeans, 1 kg Fleisch an CO2 so macht. Then you know.

"So‘n Verschwender-Knochen" sind Sie nicht.
Dann ist es entspannt mit dem CO2.
Man muss nicht ständig jeder Sau hinterher hetzen, die durchs Dorf rennt.

Der Mensch tickt...

...wie er tickt, weil sich gewisse Verhaltensweisen als vorteilhaft erwiesen haben und so durchsetzen konnten. Allerdings läuft diese Entwicklung über Jahrhunderttausende oder -millionen und kann sich niemals schnell genug einer künstlichen Entwicklung wie einer fünf- oder zehntausend Jahre alten Zivilisation anpassen.

Im Prinzip sind wir immer noch schlaue Affen und benehmen uns so, daran wird sich auch in 100.000 Jahren nicht viel ändern.

Wir haben aber gerade genug Grips entwickelt, um Methoden zu finden, unsere Triebe ein wenig unter Kontrolle zu kriegen. Deshalb gibt es Gesetze, aber auch gesellschaftliche Konventionen, die uns dazu zwingen, den inneren Affen ein wenig zu unterdrücken. Beim Shopping-Wahn herrscht da wohl noch Nachholbedarf. Vielleicht könnte es helfen, das exessive Angebot der modernen Konsumgesellschaft etwas zu reduzieren, damit unser Gehirn nicht ständig einen Kurzschluss erleidet.

"Raffen" ist mitnichten ein Instinkt

Aus dem Artikel:

"Das Raffen ist offensichtlich ein Instinkt, der dem Menschen in der Evolution angelegt worden ist."

.,.,.,

Davon glaube ich kein Wort.

Genausogut kann man sagen: Klauen sei ein Instinkt, Morden sei ein Instinkt, Kinder Vergewaltigen sei ein Instinkt, sich Überfressen sei ein Instinkt.

Nur weil einige aus dem Gleichgewicht geraten, kann man das nicht auf einen Evolutionszwang schieben.

Ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen Zwang zum oder einen Rausch beim Shoppen gehabt.
Kenne das auch aus meiner Familie nicht.

Ich habe eine Freundin, die gerne shoppt, aber sie ist unter meinen Freunden, die ich in meinem Leben hatte, die einzige.

Nachvollziehen kann ich das nicht.
Spielsucht, Internetsucht könnte ich schon eher verstehen, hat aber ebenfalls nichts mit der Evolution zu tun.

Die Frage ist, wann überhaupt eine krankhafte - und psychische - Sucht entsteht, die man nicht in den Griff kriegt.

Geiz wäre vielleicht eine ähnliche Sucht.

Langeweile viell.?

CO2 Handel

Konsumverzicht ist etwas schönes und befreiendes. Ich lebe und arbeite seit 12 Jahren in China und habe alles belastende in einem Möbel Lager in Deutschland eingelagert. Ich bin kein Sklave eines eigenen Pkw’s mehr. Bei Umzug passt alles in 10 Kartons und die neue Wohnung gibts möbliert. Das Problem sehe ich eher in den Milliarden von Menschen, die den Basic Lebensstandard von Deutschen auch erreichen wollen. Da führt über Kurz oder lang kein Weg vorbei am internationalen co2 Emissionshandel. Und zwar durch Förderung aller co2 bindenden Aktivitäten (Aufforstung, Biomasse, co2 bindenden Technologien, etc. und Besteuerung bzw. Vermeidung der Verbrennung fossiler Brennstoffe Und Ersatz durch erneuerbarer Energien. Am Konsum musst dann nicht gespart werden, nur besser und gerechter hergestellter Waren. An Ende ist es ja der Preis der darüber entscheidet, ob Konsum Spaß macht.

11:25 von Nico Walter

"Denn wenn wir deutlich weniger konsumieren brauchen wir auch nur noch deutlich weniger zu produzieren und nur noch deutlich weniger zu arbeiten und den verbleibenden Restkonsum zu finanzieren. Arbeiten wir eben nur noch ein oder zwei Tage die Woche."

Genau! Vor allem scheint mir dies ein erfüllenderer Ansatz zu sein. So baut sich gar nicht erst der Frust auf, wofür ich dann quasi als Ersatzbefriedigung shoppen gehen muss. Und die Umwelt dankt es uns dazu.

Lieber mit dem Fahrrad ins Schwimmbad, als mit dem SUV zur Arbeit!

Vorfreude...

...ist meist schöner und länger andauernd als der Spaß, wenn man's dann endlich hat.

Zumindest ist das (auch) bei mir oft so, und deswegen schiebe ich den Kauf höherwertigerer Dinge oft raus.
Und häufig genug merke ich während des Hinauszögerns, dass ich "es" ja überhaupt nicht brauche und verzichte drauf.

Was bleibt:
Die Vorfreude, die war ja nun da; und das Geld, das ich für anderes ausgebe.

Bei allem aber kommt mir (rein finanziell) zugute, dass ich überhaupt kein "Shopper" bin, ich mag nicht gern in Geschäfte gehen, und mit 78 kauf ich mir auch kein neues Werkzeug mehr. :-)

Privater Konsum..

.. generiert Steuern und schafft direkt oder indirekt Arbeitsplätze. Des Weiteren stellt der private Konsum einen nicht unwesentlichen Anteil am BIP dar und ist somit auch mitentscheidend hinsichtlich unseres Lebensstandards. Ältere Menschen so wie auch ich, werden eher nur das kaufen, was unbedingt benötigt wird. Wenn ich beobachte, wie gerade junge Leute in der Gruppe lachend und glücklich von Laden zu Laden ziehen, um die aktuellen Klamotten zu probieren und kaufen, dann muss ich sagen, gönnen wir ihnen doch den Spass.

Die Zeit des Einmachens...

...ist längst vorbei.
Was damals eine notwendige Art der Bevorratung war, ist längst einem modernen Edel-Messitum gewichen.

Berufsmäßige Hausentrümpler, die Menschen helfen, ihre überquellenden Schränke auszumisten, bestätigen den oft völlig sinnlosen Schrappwahn, den wir beschönigend mit dem ach so modernen Begriff "Shoppen" verbrämen.

Breite Gesellschaft.

Aber ist weniger vielleicht mehr - und macht es sogar glücklicher?

Überhaupt diese Frage zu stellen... ist das nicht ein bisschen... frauenfeindlich?

Schließlich kaufen die Damen doch Studien zufolge besonders gern ein (trotz "Pay Gap").

Aber Spaß beiseite. Nett, dass wir unter dem Stichwort "Minimalismus" wieder einmal die Probleme der Schickeria vorgeführt bekommen. ("Ist mein Kleiderschrank noch groß genug? Oder muss ich weniger kaufen?")

Der "Minimalismus", bei dem man weder zehn billige noch drei teure, sondern drei (bis ein) billige T-Shirts kauft (mit den entsprechenden Auswirkungen in der Dritten Welt), scheint den Autoren verborgen geblieben zu sein.

Und der ist für die "breite Gesellschaft" sehr wohl eine Option. Erst recht nach Corona...

Kaufen ersetzt Wahrnehmen ?

Na dann ... erleben wir anscheinend die Wandlung von "cogito ergo sum" hin zu "buy by card" wobei Glück wohl in keiner der beiden Ansätze direkt zu finden ist. Vielleicht hilft die Vorstufe "Freude empfinden an ... " mit jeweils persönlicher Ergänzung des Satzfragments und der Erkenntnis dass viel davon kostenlos ist wie z.B. schönem Wetter, Vogelgesang, Blätterrauschen ... wenn nur die eigenen Sinne genutzt werden.

11:26 von SinnUndVerstand

<< @ 11:16 von mispel
Damit wir nachhaltiger und asketischer leben können, braucht es systemische Umkehr von einer reinen Wachstumsideologie hin zu anderen Kriterien. <<

.-.-.

Zumal diese "Wachstumsideologie" - wenn sie Besitz von INDIVIDUEN ergriffen hat -, eine verdrehte menschliche Veranlagung ist, die in ihrer ursprünglichen Form dann möglicherweise in der Tat Erbgut ist:

das Bedürfnis, als Mensch zu wachsen.

Und wenn dieses Bedürfnis nicht befriedigt wird, aus welchen Gründen auch immer:
DANN kann so eine Wachstumsideologie entstehen, die sich am Ende GEGEN den Menschen und das Indviduum richtet.

@ um 12:21 von Nettie

Wie Wissenschaftler mittlerweile zu wissen glauben betrug auch in der Steinzeit die „Arbeitszeit“ zur Sicherung des Überlebens kaum mehr als 4 Stunden am Tag.
Was Sie meinen ist „Beschäftigung“ mit irgendetwas. Hauptsächlich mit Dingen und Sachen, die einem Spaß machen und oft auch ohne (monetären) Wert sind. Zum Beispiel schnitzen. Und wenn daraus hinterher etwas brauchbares entstanden ist, war das ok, erbrachte aber nicht zwangsläufig einen, in Geld meßbaren, Mehrwert.
Das ist aber keine Arbeit im eigentlichen Sinne.
Selbst im Mittelalter wurde trotz Ausbeutung und ständiger Bedrohung durch Hungersnöte nicht so viel gearbeitet, zumal das Jahr auch aus ca 150 Feiertagen bestand, an denen Arbeit verboten war. Die Arbeit war schwerer und langwieriger. Aber nicht zwangsläufig „mehr“. Im Ergebnis sowieso nicht.
Richtig Schlimm wurde es wahrscheinlich mit der Erfindung der Uhr und dem Gedanken „Zeit ist Geld“ und dann nochmal mit der Industrialisierung.
2 Std/ Tag und alle hätten Arbeit.

@11:25 von Nico Walter

"Arbeiten wir eben nur noch ein oder zwei Tage die Woche. Wo ist Problem?"

Das Problem ist, dass das eben nicht auf alle Jobs anwendbar ist. Wir brauchen z.B. Polizei, Feuerwehr, Ärzte rund um die Uhr. Und weniger Arbeit bedeutet nun mal auch weniger Steuereinnahmen, die unser Gesundheits- und Rentensystem finanzieren.

Am 13. Juni 2021 um 11:25 von Nico Walter

Solche Beiträge beweisen nur, dass sich öffentliche – in diesem Fall wissenschaftliche – Diskussion sich nur noch am Interesse der Wirtschaft orientieren, nicht am Interesse der Menschen, und das einige Wissenschaftler offenbar nicht in der Lage sind, sich aus diesem geistigen Korsett zu befreien.
___
Ach, und Sie maßen sich an, das Interesse "der Menschen" zu kennen und zu wissen, dass diese sich nur zu gerne ihres "geistigen Korsetts " entledigen würden ?
Ich glaube, Sie unterliegen hier einem eklatanten Irrtum. M.M. interessieren sich viel mehr Bürger für ganz normale Dinge, wie u.a. eben auch, sich etwas Schönes zu gönnen. Ob das nun ein neues Kleid, ein neuer Schrank oder ein schöner Abend in einem schönem Restaurant ist.
Wenn wir, wie nach Ihrer These nur noch 2 Tage/Woche arbeiten (müssen), was machen wir denn in der neu gewonnenen Zeit ? Meditieren ? Demonstrieren ? Die Welt retten ?

Wenn man einen Mangel verspürt,

macht Einkaufen (shoppen) glücklich, weil man durch den Einkauf sein Bedürfnis befriedigen kann. Wieviel Mangelgefühle ein Mensch verspürt, ist unterschiedlich und wird von vielen Einflussgrößen bestimmt. Die Beeinflussung von Außen, wieviel Mangelgefühle der Mansch empfinden soll, hat im Zeitverlauf zugenommen. Ohne z.B. Werbung/Verkaufsförderung würden viele Produkte kaum gekauft, weil nur in geringem Umfang von selbst Bedürfnis nach diesen Produkten entstehen würde; folglich könnte das nicht enstandene Mangelgefühl bei diesen Produkten auch keine Unzufriedenheit auslösen.

um 12:40 von Opa Klaus

>>
Ältere Menschen so wie auch ich, werden eher nur das kaufen, was unbedingt benötigt wird.
<<

Auf Sie persönlich mag das ja zutreffen. Wenn man aber bedenkt, wieviel unnötiger Unsinn beim Autokauf "benötigt" wird - dann relativiert sich das aber ganz schnell. Soviel Klamotten kann man sich als Äquivalent überhaupt nicht kaufen, wenn man jung ist.

11:32 von Forfuture

"Sagen wir z.B. es würden nur 50% der Menschen arbeiten müssen, um diesen lebenswerten und verträglichen Wohlstand zu sichern, dann wäre es deutlich billiger die andere Hälfte durchaus großzügig zu finanzieren um eben nicht zu arbeiten, als die Folgen aus der unnötigen Arbeit und damit unnötigen Ressourcenverschwendung und Umweltschädigung zu bekämpfen."

.-.-.

Ich möchte das, was Sie schreiben, noch ein wenig spezifizieren:

Als die Industrialisierung begann, begann u.a. auch die Fließband-Tätigkeit, die den Menschen beim Arbeiten unglücklich werden ließ.

Die Industrialisierung entwickelte sich weiter, und heute haben wir Geräte, die die Fließbandarbeit machen, der Mensch muss es nicht mehr.

Er ist frei geworden, unter "Arbeit" etwas zu verstehen, das ihn befriedigt.
Vieles davon wird noch nicht bezahlt, aber auch das kann sich ändern.

Z.B. mit Kindern oder Senioren Theater spielen, Erzählungen schreiben etc.

Ungeliebte, aber notwendige Arbeit könnte auf ALLE verteilt werden.

@ 13:17 von mispel

"Das Problem ist, dass das eben nicht auf alle Jobs anwendbar ist. Wir brauchen z.B. Polizei, Feuerwehr, Ärzte rund um die Uhr."

Natürlich ist dies auf alle Jobs anwendbar. Auch die genannten Jobs können auf eine größere Anzahl Mitarbeiter aufgeteilt werden. Wäre auch gut gegen Arbeitslosigkeit.

" Und weniger Arbeit bedeutet nun mal auch weniger Steuereinnahmen, die unser Gesundheits- und Rentensystem finanzieren."

Nur weil es die heutigen Konzepte nicht hergeben, heißt dies noch lange nicht, dass es keine Systeme gibt, mit denen man dies gleichzeitig stemmen kann. Stichwort gerechte Konzernbesteuerung ..., Besteuerung von Produktionsrobotern ...

Am 13. Juni 2021 um 11:44 von Sisyphos3

Arbeiten müssen, meint nur diese Arbeit muss in der Gesellschaft getan werden, ich versichere Ihnen, dass weit mehr als 50% der Menschen arbeiten WOLLEN! Es geht nicht um verpflichten, oder ausbeuten. Es wird eher so sein, dass man sinnstiftende, gemeinnützige Arbeiten, oder wenn es besser klingt, Beschäftigungen, finden muss, um Menschen, die aktiv eine nützliche Aufgabe erfüllen wollen, auch zu befriedigen. Die Menschen sind längst nicht so faul, wie hier einige zu glauben scheinen.

Auch wenn manch einer

es nicht hören will,genau das sind die
Themen,die dringend diskutiert werden müssen.
Konsum
Umwelt
Nachhaltigkeit
Wieviel verkraftet unser Planet noch ?
Es macht zumindest mir auch Freude,wenn ich effizienter,oder mit weniger dasselbe oder mehr erreichen kann.
Gerade in der Effizienz sehe ich noch ein sehr großes Potenzial,das man noch ausschöpfen kann.
Wenn eine Wirtschaft nur noch dann funktioniert,wenn möglich viel Müll produziert wird und die Umwelt dabei verschmutzt wird,dann läuft einfach etwas falsch .

Re : schiebaer45 !

Dies hätte schon viel früher ansetzen sollen, zu schauen, was kann vom "Müll" irgend wie wieder verwertet werden, um eben Ressourcen zu schonen.
Nur leider scheinen die Menschen erst dann drauf zu kommen, wenn es schon zu spät ist.
Es gibt immer nur kleine Ansätze, aber solange zig Hunderttausend Tonnen an Müll nach Asien und Afrika verschifft werden, haben es viele hier immer noch nicht kapiert.
Klar, den "Müll" hier zu verwerten kostet Geld, aber genau dies sollte es wert sein, damit wieder neue Dinge zu erschaffen, Ressourcen zu schonen, Energie damit zu gewinnen, und auch deutlich mehr für den Erhalt von Waren zu investieren.
Ich persönlich halte nicht wirklich was von dem ganzen Boom des Onlinehandels, weil zu oft Waren hin und her geschickt und zu viel vernichtet wird. Das sollte all die Onlinekäufer/innen mal mit in ihre Gedanken ein beziehen. Wenn schon unbedingt kaufen, dann mit vollem Sinn und Verstand !

Das "shopping"

ist für mich ein Problem der Generationen, die mit den existentiellen Erfahrungen des Krieges und der daraus resultierenden Not nicht mehr in Kontakt gekommen ist.
Normalität ist nicht mehr Frieden, sondern Konsumerlebnis.
Auch der Kontakt zur geistigen bürgerlichen Welt der Vergangenheit ist vielen jüngeren Menschen nicht mehr möglich, aus welchen Gründen auch immer.
Ein Beispiel:
wer kennt heute noch das Buch "Haben oder Sein" von Erich Fromm?

Zitat: "Selbst im Mittelalter

Zitat:
"Selbst im Mittelalter wurde trotz Ausbeutung und ständiger Bedrohung durch Hungersnöte nicht so viel gearbeitet, zumal das Jahr auch aus ca 150 Feiertagen bestand, an denen Arbeit verboten war. Die Arbeit war schwerer und langwieriger. Aber nicht zwangsläufig „mehr“. Im Ergebnis sowieso nicht."

omg
wo haben Sie nur ihre Kenntnisse aus dem Mittelalter her??
*kopfschüttel*

Im Mittelalter richtete sich die tägliche Arbeitszeit (auf dem Land und da waren 90% aller Menschen tätig) nach dem Sonnenstand - mit Sonnenaufgang ging es los - bis Sonnenuntergang wurde gearbeitet
6 Tage die Woche für den Lehnsherren ->
am Sonntag NACH dem Gottestdienst durfte der Knecht aufs eigene Feld

150 Feiertage??
Hä?
aber nicht für die arbeitenden Massen

Hamsterdasein?

Ein schöner TS-Artikel!

"... Shoppen kann Glücksgefühle auslösen wie Drogen. Aber ist weniger vielleicht mehr - und macht es sogar glücklicher?"

Ich würde zwischen zeitlich befristetem Vergnügen und nachhaltigem, beständigem Glücklichsein unterscheiden wollen. Shoppen unterliegt (wie es in der Glücksforschung heißt), der "hedonistischen Tretmühle". Wer möchte da schon den Hamster spielen? Nun ja, zugegeben, offensichtlich nicht wenige.
Wie im Artikel zu lesen, fußt (nicht nur) unser Wirtschaftssystem darauf. Schon ein merkwüriges System, das bei einer Mehrzahl von glücklichen Bürgern, die mit wenigem zufrieden sind und auf anderes setzten, zusammenbräche. (vgl. das Statement von Adalbert Winkler im Artikel)

@ Sausevind. 13:37

"Als die Industrialisierung begann, begann u.a. auch die Fließband-Tätigkeit, die den Menschen beim Arbeiten unglücklich werden ließ.

Die Industrialisierung entwickelte sich weiter, und heute haben wir Geräte, die die Fließbandarbeit machen, der Mensch muss es nicht mehr."

Unsere Arbeitswelt hat sich lediglich verändert, was jedoch nicht dazu führt, dass das Arbeitsvolumen sich verringert hat. Industrieroboter müssen auch von Menschenhand entwickelt, gebaut und gewartet werden, sowie die ganze Robotik. In anderen Bereichen, speziell Dienstleistung und oder Pflege wachsen die Bedarfe ständig.

Industrieroboter gibt es seit Jahrzehnten. Die Arbeitslosigkeit hat sich dadurch aber nicht erhöht.

Die meisten Menschen haben..

... das was sie brauchen.

Natürlich gibt es welche die viel mehr haben und andere die bewusst weniger haben.

Im Grunde genommen ist das Privatsache und geht niemand was an...

"shoppen"

Ich frage mich , in welchen Kreisen sich der Autor bewegt ...
Drei Auto, 10.000 "Dinge", mit Normalverdienst oder gar Mindestlohn
Ist dieses wohl kaum realisierbar.

Kaufsucht

im pathologischen Sinne habe ich in meiner beruflichen Tätigkeit kennengelernt. Es handelt sich hier um eine tatsächliche Sucht, mit allem, was zu einer Sucht nun mal dazu gehört: Entzugserscheinungen, Beschaffungskriminalität, Rückfallgefahr. Mit "shoppen gehen" hat das nicht das geringste zu tun.
Wir sind auch keineswegs süchtig, zu konsumieren. Wir fallen nur erbärmlich leicht auf diejenigen herein, die uns erzählen, nur mit ständig wachsendem Konsum könnten wir zufrieden leben. Dazu gehört z.B. die These aus dem Artikel, dass Konsumzurückhaltung die Wirtschaft runiert und damit unser aller Lebensgrundlage zerstört.
Foristen, die hier gar davon schwadronieren, Arbeitsplätze in der Abfallentsorgung müssten erhalten werden, oder weniger Arbeit würde weniger Steuern und Sozialabgaben bedeuten und damit Staat, Gesundheitswesen und Rente bedrohen, haben nix, gar nix kapiert und sind genau diejenigen, die das unheilvolle System am Laufen halten. Ich bedaure sie.

Ich wuerde mir gerne

einige Sachen kaufen, was in der Pandemie nicht moeglich war. Online shopping ist fuer manches was man fuehlen, sehen, riechen muss und wozu man Fragen hat, unpassend.

Kann aber auch gerne verzichten.

In jedem Fall geht es keinen was an.Privatsache.

Jedem dasseine.

Konsum - Arbeitsplätze - Umwelt - ...

Ein sehr komplexes Thema, als dass man hier NUR an EINER Schraube drehen könnte!
Ich kann gut nachvollziehen, wenn einige mit der Vielzahl an korrelierenden Problemen den Überblick verlieren und nicht mehr wissen, wo man anfangen soll.
Vielleicht bringt uns eine Step-by-Step - Strategie weiter.
Wir haben damit angefangen unseren Fleischkonsum umzustellen von viel Billigem auf wenig aber Gutem. Dabei muss es nicht unbedingt immer BIO-Fleisch sein. Wir haben einen Metzger, der nur von Landwirten aus der näheren Region die Tiere bezieht und selbst schlachtet. Verzicht auf Quantität, dafür der Genuss von Qualität.
Für Vegetarier: das geht auch mit Obst und Gemüse. Ich kaufe auch keinen Spargel aus Peru, nur weil dieser ein paar Tage vor dem hiesigen angeboten wird.

@nie wieder spd, 13:09

„Was Sie meinen ist „Beschäftigung“ mit irgendetwas. Hauptsächlich mit Dingen und Sachen, die einem Spaß machen und oft auch ohne (monetären) Wert sind. Zum Beispiel schnitzen. Und wenn daraus hinterher etwas brauchbares entstanden ist, war das ok, erbrachte aber nicht zwangsläufig einen, in Geld meßbaren, Mehrwert“

Einen Mehrwert erbrachte das in jedem Fall. Und in den allermeisten Fällen nicht nur für den „Erfinder“ dieses Brauchbaren selbst. Sondern, wenn er dieses bzw. sein Herstellungsverfahren (oder seine Methodik bei der Gewinnung neuer Erkenntnisse) publik machte bzw. der Allgemeinheit zur Verfügung stellte auch für andere. Für ihn selbst nicht nur wegen der öffentlichen Anerkennung seiner Leistung, sondern allein schon deshalb, weil Erfolgserlebnisse zufrieden bzw. friedfertig machen.

„Das ist aber keine Arbeit im eigentlichen Sinne“

Genau das ist das Problem: Dass nur, was in Geld messbar ist, Geld „bringt“ und monetäre „Werte“ „schafft“ in unserem System als Arbeit gilt.

13:48 @ Sparpaket ... Das "shopping"

Ich würde ergänzen,
ein Problem, dass die existentielle Not anderer weltweit und deren Arbeit nicht gesehen und / oder anerkannt.
Mit einer Tasche voll Billigprodukten kann ich zwar sagen, da hat jemand einen Arbeitsplatz, doch unter welchen Bedingungen, wird ausgeblendet.

.

"... wer kennt heute noch das Buch "Haben oder Sein" von Erich Fromm? "

Ich habe es gerade wieder hervorgeholt.
Die Erkenntnisse, die man beim Lesen über sein eigenes Verhalten gewinnt, könnten unangenehm bis schmerzhaft sein.

Artikel spricht von Shoppen als Selbstzweck

Darauf deutet auch das Symbolbild hin: die Mädchen mit den „Primark“ Tüten.

Konsum um des Konsums Willen. So mag das die Industrie. Generiert Umsätze und kurbelt das Wirtschaftswachstum an.

Trotzdem beklagt sich die Wirtschaft über die schleppende Binnenkonjunktur - und in den Shopping Malls sehe ich zahlreiche Geschäfte die nach Corona garnicht mehr aufmachen.

Viele Kunden sehen das Shopping Erlebnis halt nüchtern: stark gestiegene Preise für Mieten und Dienstleistungen (was bei Eigentümern auch die Betriebsausgaben erhöht). Lebensmittelpreise und Energiepreise die zT um 25% höher liegen und eine Inflationsrate die bald 4% erreichen dürfte - bei Nullzinsen und tendenziell höherer Steuer- und Abgabenlast.

Wäre China nicht mit seiner großen Nachfrage, hätte das BIP Minus in 2020 bei grob 10% gelegen.

Deshalb halte ich es für verkehrt die große Abhängigkeit von China einerseits zu beklagen - andererseits aber die Vorteile dieser Abhängigkeit einstreichen zu wollen.

Es strebt der Mensch solang er lebt…

Auf ein paar sehr unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema: Derjenige, der sich etwas mehr leisten möchte, versucht halt, durch Arbeit und berufliches Vorankommen das zu ermöglichen, was er sich leisten möchte. Vielleicht arbeitet er deshalb mehr.
Wer mit weniger auskommt, sich nicht als Ziel gesetzt hat, einen gewissen Wohlstand zu erlangen, soll halt weniger arbeiten, aber dann nicht den Staat um Stütze angehen!
Wie ich in meiner Betreffzeile schon Goethe (bzw. Dr. Faust) zitiert habe: es gibt Menschen, deren Lebensinhalt ist es, Wissen (Erkenntnisse, etc.) zu erlangen, und da arbeiten sie intensiv daran; anderen ist es egal, die leben halt gerne in den Tag hinein. Übersetzt uns Materielle: Manche streben nach einem Porsche (von mir aus auch E-Porsche!), andere sind mit einem Fiat 500 oder mit einem Fahrrad zufrieden.
Hier in D profitieren die nicht so gut bemittelten Menschen sehr stark von denen, die überdurchschnittlich gut verdienen - ansonsten wäre unser System nicht tragbar.

@ 13:55 von covid-strategie

"Natürlich gibt es welche die viel mehr haben und andere die bewusst weniger haben.

Im Grunde genommen ist das Privatsache und geht niemand was an..."

Das stimmt nur bedingt, sobald andere unter dem Lebenswandel andere leiden, werden Maßnahmen notwendig.

Stichwort Müllberge, Plastikmüll ... Leute die viel konsumieren werfen auch viel weg.

@ frosthorn. 14:04

"Foristen, die hier gar davon schwadronieren, Arbeitsplätze in der Abfallentsorgung müssten erhalten werden, oder weniger Arbeit würde weniger Steuern und Sozialabgaben bedeuten und damit Staat, Gesundheitswesen und Rente bedrohen, haben nix, gar nix kapiert und sind genau diejenigen, die das unheilvolle System am Laufen halten. Ich bedaure sie."

Dann erklären Sie mir doch bitte, wie unser derzeitiges Sozialsystem auf gleichem Level gehalten werden kann, wenn es massive Verluste bei Steuereinnahmen gibt. Wie sollen dann Renten, Instandhaltung der Infrastruktur finanziert werden? Wenn Zahlungen zur Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und Rentenversicherung massiv reduziert werden?

Man ist nicht genötigt

TS: "Das Raffen ist offensichtlich ein Instinkt, der dem Menschen in der Evolution angelegt worden ist."
Von einem Raff-Instikt bin ich nicht überzeugt, doch ihn einmal unterstellt: Es gibt noch den Verstand, der allerdings nicht automatisch anspringt, man muss ihn (wie es in Neudeutsch heißt) proaktiv auch benutzen. Keiner ist genötigt beim "ich habe, also bin ich" mitzumachen.

Nachhaltig geht anders

Aus dem Artikel:
"Zugespitzt heißt das: Wenn alle asketisch leben, droht der volkswirtschaftliche Ruin."

Ohne den Befürworter für die Askese zu geben sage ich mal, das Maß für ein gesundes Konsumverhalten in der "1. Welt" ist aber mittlerweile gründlich verloren gegangen.

Ich beziehe mich dabei auf Aussagen wie:
"Alarmierend: In den letzten Jahren waren die Ressourcen unserer Erde regelmäßig bereits im August aufgebraucht, vier Monate vor Ablauf des Jahres. Schlimmer noch, jedes Jahr ist der Welterschöpfungstag etwas früher – unsere Schulden an der Erde wachsen. Diese Schulden sind sichtbar."
*Quelle: WWF Themen-Projekte*

Angefeuert wird der ganze Kaufrausch-Hype durch ein bis in alle Ritzen angelegtes Feuerwerk an Werbe-Spots, die - gemessen an ihrer inhaltlichen Qualität - einen Riesenbeitrag zur Volksverblödung liefern.

Im Angebotstaumel der Retouren schuften Paket-Sklaven, für die Vernichtung von Rücksendungen wie für gelieferte Neuware, die sich nicht mehr verkaufen lässt.

Wahnsinn hoch 3!

Schätzungsweise, nach meiner Art, sind mindestens 80 oder mehr Prozente unserere "Damen" damit beschäftigt, sich Dinge zu kaufen, die dann Daheim bereits beim Auspacken an individuellem Wert verloren haben, spätestens aber dann, wenn sie einmal getragen wurden. Ab damit in den Schrank, der Reihe nach, womit dann die Auswahl immer größer wird, zu jedem Anlaß ein neues Stück Glück! Eigene Untersuchungen haben ergeben, daß auf ein Herrenhemd mindestens
10 oder sogar mehr Blusen usw. kommen, das Maximum, welches ich zählte war 67 Blusen!

ein völlig vergessener Begriff: Wertschöpfung

Wie kann man nur der Überzeugung sein, es sei immer sinnvoll, irgendwas, egal was, zu be- oder verarbeiten, weil das schließlich Arbeitsplätze, Steuern und Sozialabgaben bedeute?
Krasses Beispiel: wir gründen ein Unternehmen, in dem wir alle 4.000.000 Arbeitslose beschäftigen. Die eine Hälfte baut ständig neue Häuser, die andere Hälft reißt sie sofort wieder ein. Jede Hälfte würde die Arbeitsplätze der anderen Hälfte sichern. Außerdem unterstützen sie den Erhalt der Arbeitsplätze im Baustoffhandel und der Entsorgung. Darüber hinaus zahlen sie Steuern und Sozialabgaben und sind damit zentrale Stütze für Staat, Gesundheitswesen und Rente. Was dazu führt, dass das gesamte Wirtschaftssystem in Schieflage gerät, wenn wir unsere neue Firma schließen und darauf verzichten, Häuser für den Abriss zu planen und zu bauen.
Dieser Gedanke ist noch einfacher und einleuchtender als der, Kaufen, Besitzen und Wegwerfen diene der Sicherung und der Steigerung des allgemeinen Wohlstands.

Werbung für "Faulheit"

13:48 von Sparpaket
"wer kennt heute noch das Buch "Haben oder Sein" von Erich Fromm?"

Empfehlenswert zum "mit weniger zufrieden sein" von Heinrich Böll: "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoralvon Heinrich Böll, (geschrieben für eine Sendung des NDR 1. Mai 1963)

@11:24 von weingasi1 "Sehe jetzt schon die die Kommentare"

"Erinnere sich doch bitte mal jeder, Frauen vermutlich mehr noch als Männer"

Wie das Bild zeigt und wie der Gang durch unsere Städte ebenso, liegt der Schwerpunkt des "Shoppens" bei unseren Damen. Ginge es nach den Männern, wären die Innenstädte voller Baumärkte

14:04 von frosthorn

"Foristen,die hier davon schwadronieren,Arbeitsplätze in der Abfallentsorgung müssten erhalten werden."

Ok,diesem Satz haben sie von mir entnommen.
Nur überkommt mich da manchmal etwas der Sarkasmus.Eigentlich ist ansonsten aus meinen Texten zu entnehmen,dass auch ich gegenüber dem Konsum in der jetzigen Form auch sehr kritisch eingestellt bin.

Geiz ist ja so geil

Cogito, ergo sum. Nicht mehr das Denken bestimmt das Bewusstsein sondern der Konsum. Consumo, ergo sum. Shoppen als eine der beliebtesten Freizeitvergnügen der Deutschen ist eine richtiggehende Volkskrankheit geworden. Immer auf der Suche nach dem neuesten Outfit oder Lifestyle erscheint vielen Menschen als Erfüllung oder Verwirklichung eines sinnvollen und wahren Lebenszwecks. Zalando, Amazon, Otto und Co. sind die Totengräber von verantwortungsvoller und nachhaltiger Lebensführung.

13:53 von Opa Klaus

"Industrieroboter gibt es seit Jahrzehnten. Die Arbeitslosigkeit hat sich dadurch aber nicht erhöht."

.-.-

Wenn ein Roboter 100 Arbeiter ersetzt, dann werden diese Arbeiter erst mal arbeitslos.

Vielleicht machen diese Arbeiter dann eine Schulung und entwickeln für die Zukunft Roboter, das kann ja sein.

Aber die menschenunwürdige Arbeit wird geringer.

Und die Anzahl der Arbeitenden kann meiner Logik nach dann nicht gleich bleiben.

Auf jeden Fall sehe ich einen Zusammenhang zwischen Kaufrausch und innerem Unbefriedigtsein.

Und das wiederum erfordert Arbeitsformen, die menschenwürdig sind, sprich: auf Kreativität aufgebaut sind.

Einverstanden?

Wer sich Sorgen macht um den "volkswirtschaftlichen Ruin,

wenn alle asketisch leben", da gibt es eine einfache Lösung:
Dafür sorgen, dass diejenigen, die am wenigsten haben, wie Niedriglöhner, Hartz IV-Bezieher, etc. mehr bekommen und überhaupt erst einmal in die Lage versetzt werden zu konsumieren.
Dann brauchen sich Leute wie ich, die schon (fast) alles haben, was sie brauchen, nicht zu "opfern"...
Und die Wirtschaft bleibt am Laufen.

um 14:59 von Opa Klaus

>>
Dann erklären Sie mir doch bitte, wie unser derzeitiges Sozialsystem auf gleichem Level gehalten werden kann, wenn es massive Verluste bei Steuereinnahmen gibt. Wie sollen dann Renten, Instandhaltung der Infrastruktur finanziert werden? Wenn Zahlungen zur Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und Rentenversicherung massiv reduziert werden?
<<

Sie denken in den real existierenden Strukturen. Lösen Sie sich zunächst einmal vom Gedanken an ein Finanzsystem und reduzieren auf das Elementare: Es geht um die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen unter Rahmenbedingungen (Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt etc.). Unser Konsumverhalten wird uns antrainiert, wie auch unsere Zucker- und Salzabhängigkeit. Viele glauben, sie müssten ihre Freiheit erhalten und verteidigen. Dabei müssten sie sie vielmehr erwerben. Der innere Schweinehund ist extrem bissig.

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