Kommentare - Kinderrechte nicht im Grundgesetz: Viele Vorwürfe

08. Juni 2021 - 17:54 Uhr

Seit Jahren wird darüber diskutiert, auch während der Pandemie: Man solle die Kinderrechte im Grundgesetz verankern. Nun ist das Vorhaben wieder gescheitert - und es hagelt Schuldzuweisungen. Von Kai Küstner. 

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Kommentare

Ich denke die Idee hinter diesem Gesetzestext ist u.a. eine gute Basis zu schaffen um Kindern in vielerlei Bereichen Verbesserungen einräumen zu müssen. (Bildung, sozialer Status bzw. Hilfe gegen Kinderarmut, Schutz vor Gewalt usw.)

Der Gesetzestext an sich ist zwar unkonkret, aber ich halte es für sehr wichtig, dass Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft mehr Gewicht bekommen und ernst genommen werden; zudem wenigstens auf regionaler Ebene Mitsprache und Mitgestaltungsmöglichkeiten bekommen.

(seit gestern weiß ich, dass es in Deutschland mittlerweile Bürgerräte gibt und halte das auch für eine sehr gute Sache gegen Demokratieverdrossenheit, falls ich das OT hinzufügen darf)

@yolo, 20:57

Ich habe jetzt einen Einzelfall herausgegriffen, um etwas zu veranschaulichen.

Schutz (!) von Kindern, ggf. eben nicht nur vor Gleichaltrigen, sondern auch vor Erwachsenen oder sogar vermeintlichen ‚Respektspersonen‘ mit Rang und Namen, aber eben Leuten mit unguten Absichten braucht es an verschiedenen Stellen. Dafür könnten Kinderrechte in meinen Augen ein Weg sein, weil sie dann vom Kind aus schauen.

Ob die Rechtslage da reicht, dass z.B. die Jugendämter wirklich ausreichend wirksam handeln können, mag ich alleine nicht beurteilen. Dafür gibt es z.B. Fachtagungen und -verbände, wo das wahrscheinlich fundierter beurteilt werden kann als von mir alleine.
Gleiches gilt für den Weg, das rechtlich wirklich zielführend umzusetzen.

Für mich ginge das jedenfalls nicht per se gegen Elternrechte. Allerdings habe ich durchaus in Fachkreisen schon gehört, dass in D Elternrechte im Vergleich sehr stark wären und das Schutz z.T. erschwere.
Vielleicht braucht es eine veränderte Balance?

Am 08. Juni 2021 um 21:14 von Corona Obermayer

„Die ganze Diskussion zeigt wieder einmal, wie wichtig es wäre, die Grünen zu wählen.“

Na ja, wie die Oppositionsparteien so sind.

„Die Redner und Rednerinnen der Koalitionsfraktionen schlugen vor, die Ergebnisse der Arbeitsgruppe abzuwarten und luden die Fraktionen

von Linken und Bündnis 90/Die Grünen ein,
gemeinsam einen übergreifenden Entwurf zu erarbeiten.“

Wurde aber von beiden Fraktionen abgelehnt.

Artikel 6 garantiert ja bereits den besonderen Schutz im Rahmen der Familie.

Also Oppositionsspielchen.

@yolo, 21:34

„[...] Die Schmälerung der Elternrechte ist nicht hinnehmbar, weshalb ich gegen diese Rechte bin, weil Kinder per se einen eigenen Wert darstellen, der den Erwachsenen ebenbürtig ist. [...]“

Noch ein poetisch bestückter Nachtrag dazu:

„Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht

des Lebens nach sich selber.

Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,

Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht. [...]

Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder

als lebende Pfeile ausgeschickt werden.

Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,

und er spannt euch mit seiner Macht,

damit seine Pfeile schnell und weit fliegen. [...]“

Das stimmt von Khalil Gibran und lässt mich zumindest nachdenken, ob Ihre Idee von der völligen Ebenbürtigkeit von Kinder- und Elternrechten stimmig ist.
Sind wir, die Erwachsenen, nicht am Ende für die Kind und eben nicht diese für uns? Oder lässt sich das in Rechtsform einfach nicht gut regeln

als Kind verfassungsgemäße Rechte gehabt

von frosthorn @
Schade das Sie so eine grausame Kindheit hatten.

Sie haben als Mensch und Kind die gleichen Rechte und auch Pflichten wie jeder andere Bürger in diesem Land. Das Grundgesetzte macht bei diesen Paragrafen keine unterscheide.

Sie wissen das Gesetzt nie Straftaten verhindert haben, sondern Sie sind dafür da die Grenzen festzulegen und Verbrecher die man ermittelt hat anklagt werden können und wenn Richter das wollen auch zu bestrafen.

@gully, 21:26

„'Kinderrechte' klingen für den Durschnittsintellekt erstmal ganz sympatisch. Aber statt Kinderrechte einzuführen die durch die Hintertür Eltern entrechten hätte ich einen Alternativvorschlag: Wie wäre es wenn der Staat mal wieder anfängt gesunde Familien zu fördern anstatt Vorraussetzungen zu schaffen die Familien zerstören?! z.B. durch Regenbogenpolitik“

Und wie zerstört die Unterstützung einer Regenbogenfamilie irgend eine andere Familie?
Man kann doch alle Familien fördern, in denen Kinder leben, damit es möglichst vielen von ihnen und auch ihren Eltern gut geht. Sage ich mal mit meinem mutmaßlichen Durchschnittsintellekt. ;)

Schräg bis daneben finde ich, dass Sie von gesunden Familien reden und Regenbogenmenschen und -familien damit indirekt als krank klassifizieren.

@Anna-Elisabeth

Vielleicht ist ja dieser Artikel interessant:
https://www.kinderrechte.de/kinderrechte/kinderrechte-ins-grundgesetz/

Da findet man z.B. unter der Überschrift 'Warum sollten Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden?' die Links zu zwei Gutachten.

Ein Beispiel wäre eine Art von 'Kinder haben ein Recht auf Gesundheit'. Daraus lassen sich dann konkrete, wenn auch trotzdem indirekte Themen ableiten: Immissionen, Verkehr, Ernährung(sindustrie).
Andere Themen wären Schulrecht, Baurecht, Partizipation

@21:30 von Kaneel 21:04 von Anna-Elisabeth

//..., aber ich halte es für sehr wichtig, dass Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft mehr Gewicht bekommen und ernst genommen werden; zudem wenigstens auf regionaler Ebene Mitsprache und Mitgestaltungsmöglichkeiten bekommen.//

Da bin ich sofort dabei.

@21:47 von Silverfuxx @Anna-Elisabeth

//Vielleicht ist ja dieser Artikel interessant:
https://www.kinderrechte.de/kinderrechte/kinderrechte-ins-grundgesetz/

Da findet man z.B. unter der Überschrift 'Warum sollten Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden?' die Links zu zwei Gutachten.

Ein Beispiel wäre eine Art von 'Kinder haben ein Recht auf Gesundheit'. Daraus lassen sich dann konkrete, wenn auch trotzdem indirekte Themen ableiten: Immissionen, Verkehr, Ernährung(sindustrie).
Andere Themen wären Schulrecht, Baurecht, Partizipation//

Ganz herzlichen Dank! Das werde ich heute Nacht 'studieren'.

21:26 von gully

Wie wäre es wenn der Staat mal wieder anfängt gesunde Familien zu fördern anstatt Vorraussetzungen zu schaffen die Familien zerstören?! z.B. durch Regenbogenpolitik

In meiner Stadt ist 2019 ein Säugling vom Vater zu Tode geschüttelt worden. Keine Regenbogenfamilie. Aber auch kein fürsorglicher Vater. Nur, weil auch homosexuelle Paare Familie mit Kindern leben, macht das nicht eine einzige andere Familie kaputt. Es sei denn Sie meinen, der eine Teil hat vorher in einer heterosexuellen Beziehung gelebt und diese Familie verlassen. Dass Paare sich trennen kommt natürlich sonst nie vor.

M.E. ist es das Wichtigste, dass Kinder Liebe und Geborgenheit von ihren Eltern bekommen und das können durchaus zwei Frauen oder zwei Männer sein.

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@21:30 von Kaneel 21:04 von Anna-Elisabeth

//...wichtig, dass Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft mehr Gewicht bekommen und ernst genommen werden; zudem wenigstens auf regionaler Ebene Mitsprache und Mitgestaltungsmöglichkeiten bekommen.//

Wenn ich Kommunalpolitikerin wäre, würde ich die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen sogar begrüßen. Die denken noch nicht in so festen Bahnen wie die meisten Erwachsenen und haben oft unkonventionelle Ideen, auf die niemand sonst gekommen wäre.
Außerdem regt es ja zusätzlich das Denken der Kinder an, wenn sie direkt gefragt werden, wie und warum sie etwas so oder anders machen würden. Ja, klingt richtig gut.

@yolo - 20:02

"Was aber meinen Kindern in den Schulen erfahren ist etwas ganz anderes:
Es ist das Lesen von ausgefertigten Meinungen, manipulativen Texten und eine einseitige Betrachtung eines einzigen Themenfeldes. Es gibt eben keine Erörterung mehr, kein Pro und Contra und keine Abwägungen mehr, die gefordert oder gefördert wären, sondern nur noch die Hinlenkung zu einer gewünschten Meinung, die gefälligst in den Lösungen der Arbeit zu formulieren ist, weil es ansonsten die schlechte Note gibt und/oder mit schlechter mündlicher Beteiligung argumentiert wird, was völliger Unsinn ist.
Schulbücher sind selbst in den Textaufgaben der Mathematik indoktrinierend, wenn es um Umweltsünder und Rettungsboote geht, um Menschenleben zu retten, etc."

Und wir wundern uns, warum die Kinder so vermurkst sind. Die Schule ist schuld!

Führen Ihre Kinder jetzt wieder ein normales Leben?

Oder falls die weiter in der Schule sind - wie gehen Sie gegen diese indoktrinierenden Unterrichtsmethoden vor?

Antwort erbeten

@21:28 von frosthorn

//ist das nicht zum Schmunzeln
wie viele sich hier vehement dagegen aussprechen, dass Rechte für einzelne gesetzlich garantiert werden? Ich frage mich, wovor die solche Angst haben.
Das Sahnehäubchen ist ja noch, dass sogar so argumentiert wird, dass es den Interessen der Kinder diametral zuwider laufe, wenn sie jetzt auch noch Rechte bekommen.//

Ich habe nicht den Eindruck, dass das hier bei allen so böse gemeint ist, sondern eher so, dass man (wie ich z.B.) keine so rechte Vorstellung hatte, wie diese Gesetze aussehen könnten, damit sie auch etwas bewirken. Und ich habe hier ja sehr hilfreiche Antworten bekommen. Bei anderen wiederum kann ich auch die Befürchtung , dass man den Jugendämtern zuviel Macht einräumen will, verstehen. Diese Befürchtung rührt wahrscheinlich ebenfalls daher, dass man sich noch nicht intensiv mit dem Thema beschäftigt hat

@21:26 von gully

//Wie wäre es wenn der Staat mal wieder anfängt gesunde Familien zu fördern anstatt Vorraussetzungen zu schaffen die Familien zerstören?! z.B. durch Regenbogenpolitik//

Könnten Sie evtl. erläutern inwiefern ein gleichgeschlechtliches Paar mit Kindern andere Familien zerstören könnte.

Wenn Sie Schwierigkeiten mit dem Thema haben, helfen Fragen dieser Art ungemein.

Unter Familie verstehe ich vor allem: Liebe, füreinander da sein, gemeinsam durch dick und dünn. Hat alles nichts mit dem Geschlecht zutun.

Wenn ich Kommunalpolitikerin wäre, würde ich die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen sogar begrüßen. Die denken noch nicht in so festen Bahnen wie die meisten Erwachsenen und haben oft unkonventionelle Ideen, auf die niemand sonst gekommen wäre.

Der Artikel "Kinderrechte im Grundgesetz: Hört! Uns! Zu!"
umfasst die Thematik ganz gut, finde ich:

https://www.zeit.de/2021/17/kinderrechte-grundgesetz-gesetzesentwurf-ki…

23:31 von Anna-Elisabeth @21:28 von frosthorn

Bei anderen wiederum kann ich auch die Befürchtung , dass man den Jugendämtern zuviel Macht einräumen will, verstehen. Diese Befürchtung rührt wahrscheinlich ebenfalls daher, dass man sich noch nicht intensiv mit dem Thema beschäftigt hat

Diese Sorge kann ich irgendwie nicht so ganz nachvollziehen - warum sollte sich das Jugendamt in Familien einmischen, in denen es gut läuft, abgesehen von den üblichen Problemen und Konflikten, die es gibt.

00:07 von Anna-Elisabeth

Auch für diesen Hinweis ein herzliches Dankeschön.

Gerne.

Ebenso an die Moderation.
Und allen eine Gute Nacht!

Dem schließe ich mich an.

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