Kommentare - Bundesregierung einigt sich auf Änderungen bei Pflegereform

Kommentare

von hesta15 11:14

Sie erwähnen weniger Zeitdruck und selbstbestimmtere Arbeitszeiten:
Aber auf dafür notwendige Personaluntergrenzen konnte sich die Selbstverwaltung in der Branche nicht verständigen. Daher erließ das Bundesministerium für Gesundheit am 23. August 2018 für vier pflegeintensive Bereiche eine Pflegepersonal-Untergrenzenverordnung, die am 1. Januar 2019 in Kraft trat. Mit der Einhaltung zeigten sich etliche Kliniken überfordert. Es kam zu Bettensperrungen in intensivmedizinischen Abteilungen. Die Verordnung wurde für die Zeit vom 1.3. 2020 bis zum 31.12. 2020 ausgesetzt.

12:03 von MartinBlank: Kinderlose und höhere Beiträge

Sie schreiben:
Menschen, die von Familienmitgliedern betreut werden, verursachen für die Gesellschaft geringere Kosten.
----------------
Es ist sicher häufig so, wie Sie es unterstellen:
Dass bei Menschen mit Kindern oft die Kinder die Pflege übernehmen.
Doch es gibt auch Menschen mit Kindern, wo das nicht passiert z. B. weil die Krankheiten der Eltern, die diese pflegebedürftig machten auch die Kinder frühzeitig zu Pflegefällen macht.
Oder andersherum werden Kinderlose auch manchmal von deren Nichten (oder evtl. auch Neffen) gepflegt.

D. h. die im Gesetz wohl enthaltenen Unterstellungen können im Einzelfall sich völlig anders darstellen.

11:57 von Alice et Ayşe Weidel

"....und können im Alter auf die Solidarität der nächsten Generation bauen..."- Nicht jeder aus der kommenden Generation, so scheint es mir, ist gern bereit dazu und auch nicht jeder fleißig, pünktlich, arbeitssam, diszipliniert und auch fähig. Vielleicht müssen alle auch deshalb länger arbeiten. Die Diskussion darüber ist noch nicht abgeschlossen. Auch ist nicht sicher, daß alle Vergünstigungen, die Familien erhalten, auch bei den Kindern ankommen. Oft hat ein Riesenflachbildschirm Priorität.

12:15 von Nachfragerin

Ohne diese müssten sich die Kinderlosen im Alter selbst pflegen
.
nach der Logik käme mir kein Opa ins Pflegeheim der Kinder/Enkelkinder hat
ein Kinderloser zahlt doch auch für die Kinder seines Nachbarn
oder wo kommt das Kindergeld her, die Krankenversicherung und ein Teil der KiGa Kosten
Klar nennt man das Solidarität
aber bitte mit Maß und Ziel

Schade! @11:36 von tagesschlau2012

>>>In früheren Zeiten reicht eine Arbeit und ein Lohn um eine Familie zu ernähren. Ein Pflegebedürftiges Familienmitglied wurde in der Familie versorgt.
Das geht jetzt nicht mehr.>>>

Dass Ihnen die nicht gerade kleine Anzahl pflegender Angehöriger in Dt bisher so sehr entgangen ist!

Alice&Ayse Weidel

Sie sind offensichtlich noch recht jung an Jahren, denn sonst könnten Sie es besser wissen. Die medizinische Versorgung war in früheren Jahren nicht schlechter als heute - auch wenn es nicht so zahlreiche Medikamente und lebensverlängernde Operationen gab. "Früher" ist für mich der Zeitraum etwa ab 1948 , denn ich kann nicht aus eigener Erfahrung die Jahre davor beurteilen.

Dr. Sibel Yilmaz

Und dass jetzt alles abgerundet und vorläufig abgeschlossen wird, ist eine gute Sache. Eine neue Regierung kann gut daran anknüpfen.
#
Das sehe ich auch so,nachbessern kann immer noch gemacht werden.

1% Beitragserhöhung für Kinderlose

Ich bin auch kinderlos,jetzt werde ich versuchen dieses eine Prozent Beitragserhöhung zu verkraften.
Könnte aber vielleicht bei scharfer Kalkulation gerade so machbar sein.

11:36 von WM-Kasparov-Fan

@Zeit-los

«Wie bitte ?
Kinderlose sollen mehr Beitrag in die Pflegeversicherung zahlen ?
Na geht es noch ? Schon schlimm das ich keine Kinder habe, nun soll ich auch noch dafür bestraft werden ?
Wie weit kann Diskriminierung gehen ?»

«Volle Zustimmung! Das ist Diskriminierung, wie sie kaum inhumaner und asozialer sein könnte.»

Immer der assoziale Zaster. Geht es mal wieder nur um den, kann Ihnen die Pflegeversicherung bis zum Lebensende nur einen Promilleanteil dessen an Kohle und Schotter abpressen, was Sie niemals ausgaben, weil Sie keine Kinder haben. Warum auch immer nicht haben. Gibt es ja viele ganz verschiedene Gründe, warum das so sein kann im Einzelfall.

"Inhumanitätsexzess" … so zu sagen.
Das mit der Pflegeversicherung. Schlimm und mies.

12:20 von Tremiro: Merkel und Wählerverhalten

Sie schreiben (zu Recht):
Unfassbar ist für mich dass eine äußerst rechte Partei 10 - 12% erreichen könnte.
Gerade der ärmere Teil der Wähler kann diese Partei doch nicht wählen.
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In dieser Auffassung sind wir uns einig.

Nicht aber bei:
"Objektiv betrachtet hat Frau Merkel offensichtlich das Meiste richtig gemacht. Sonst wäre sie nicht viermal wiedergewählt worden."
Hier sehe ich einige Ursachen, die nicht durch Merkels Politik verursacht sind:
-So spielt das C im Namen der Unionsparteien bei etlichen Wählern eine große Rolle - von mir geschätzt bei rd. 10 bis 20 % der Wähler dieser Parteien.
-So gibt es eine Abneigung, wohl auch historisch begründbar, gegen sozialdemokratische Parteien, worunter ich alle Parteien links der Mitte fassen würde.
-So gibt es immer mehr Gutverdienende und Vermögende, die sich damit der Union zugehörig fühlen. Dass es davon immer mehr gibt, liegt an der Politik der Union in den letzten 16 J.
-Viele Wähler wählen aus reiner Gewohnheit die Union.

@MartinBlank

"Menschen, die von Familienmitgliedern betreut werden, verursachen für die Gesellschaft geringere Kosten.

Daraus ergibt sich, dass es fair ist, wenn Kinderlose höhere Beiträge leisten müssen."

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Und Menschen mit Kindern verursachen höhere Kosten durch Schulen, Lehrpersonal, Spielplätze, usw. die durch Steuerzahlungen gedeckt werden.

Warum ergibt es dann nicht, dass es fair ist, dass Menschen mit Kindern höhere Lohnsteuern zahlen?

@ nie wieder spd

Die meisten Tarifverträge in diesem Bereich sind so schlecht, dass auch die im Bericht erwähnten 10% Anreiz absolut nichts verbessern würden.

10% sind 10% und das ist objektiv mehr als nichts. Mit diesem pauschalen Niedermachen kann ich nicht umgehen. Daher finde ich auch keine Ansatzpunkte für eine sachliche Diskussion mit Ihnen.

Abgesehen von der Bezahlung

Abgesehen von der Bezahlung müssen sich auch die Arbeitsbedingungen verbessern. Auch da könnte die Bindung an einen Tarifvertrag nützlich sein, der z.B. das Anfallen von Überstunden regelt.

Im Pflegeheim, in dem mein Vater war, habe ich erlebt, wie sich die Arbeitsbedingungen durch eine Personalreduzierung des Betreibers deutlich verschlechtert haben.

@frosthorn - 10:23

// Nicht tarifgebundene Pflegeeinrichtungen erhalten einen Anreiz, Tarifverträge anzuwenden, die über dem regional üblichen Niveau liegen, indem die Pflegekassen den durchschnittlichen Tariflohn der Region plus zehn Prozent erstatten.

Hört sich für mich so an, als würden die Pflegeeinrichtungen, die nicht nach Tarif bezahlen, sogar noch bessere Geschäfte machen, wenn sie auch künftig unter Tarif bleiben. Oder verstehe ich da etwas nicht? //

Verstehen Sie schon richtig, weil Heil eigentlich das hier versprochen hatte:

"Mit der Allgemeinverbindlicherklärung erfassen die Rechtsnormen des Tarifvertrags in seinem Geltungsbereich auch die bisher nicht tarifgebundenen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ein für allgemeinverbindlich erklärter Tarifvertrag ist vom Arbeitgeber auch dann einzuhalten, wenn er an einen anderen Tarifvertrag gebunden ist (§ 5 Abs. 4 S. 1 TVG)."

Damit konnte man sich wohl bei der Union nicht durchsetzen und schwurbelt jetzt mit fragwürdigen "Anreizen" herum.

Belastung der Kinderlosen

Schon wieder soll der Beitrag für Kinderlose erhöht werden. Darunter fallen auch Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Kinder bekommen können. Das heißt aber nicht, das Sie kinderlos sind. Viele betreuen in Patchworkfamilien Kinder, auch wenn es nicht die leiblichen sind.

DAS IST DISKRIMINIERUNG !!!

Das zurückliegende Jahr zeigt

Das zurückliegende Jahr zeigt geradezu drastisch die Schwächen unseres Systems der Alten- und auch Krankenversorgung auf.
Die Antwort: "Mehr Gehalt" reicht bei weitem nicht. Die Arbeitsbedingungen, sowohl in den Krankenhäusern als auch in den Altenpflegeeinrichtungen, sind nicht verlockend, waren es auch vor Corona nicht. Daran etwas ändern zu müssen, ist offensichtlich. Ich hoffe nur, daß nicht wieder einmal "Gras über die Sache" wächst.
Wir brauchen darüberhinaus ein Einwanderungsrecht, das gezielt junge Menschen in anderen Länder anspricht und nach einer genauen Vorauswahl diesen bei uns im Lande die Möglichkeit bietet, hier gut ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten, wo wir es dringend benötigen.
Ps.: Allein in der Pflege fehlen 100 000 Kräfte!

@Nachfragerin 12:15 @Matthias Bischof 11:48

"Warum bitte werden kinderlose mal wieder mit einer höheren Belastung konfrontiert?"
> Die Kinderlosen haben eine niedrigere Belastung. Wenn ich keine Kinder hätte, würde ich nur halb so viel Miete zahlen....<

"Worauf basiert diese Ungleichbehandlung, die weder rechts- noch verfassungskonform sein sollte?"
> Diese Ungleichbehandlung nennt sich Solidarität. Ohne diese müssten sich die Kinderlosen im Alter selbst pflegen.<

Nein, es geschieht, um Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen, um damit von dem Eigentlichen abzulenken.
Keine Gruppe könnte ohne die andere, auch Familien(bedürfnisse) wären ohne den Anteil der Kinderlosen (Status meist nicht egoistisch gewählt) nicht verwirklichbar (Steuerklasse, FamilienKV., Elternzeit, Mütterrente ect. ....).

Finanziert werden soll das

Finanziert werden soll das Ganze durch Anheben des Beitragssatzes zur Pflegeversicherung für Kinderlose.
Da macht man mal wieder ruckzuck die nächste Büchse der Pandora auf.
Dann wird als nächstes mal die Abschaffung des Kindergeldes gefordert, um wieder Gleichheit herzustellen.

Der Eigenanteil für Heimbewohner soll begrenzt werden. Na, da bin ich gespannt, wie private Heimbetreiber Nebentürchen aufmachen, um die Beiträge dann doch wieder zu erhöhen.

Das Grundproblem ist, dass Pflege privatisiert wurde. Da wird nicht mehr dran gerüttelt, nur, wie immer, ein wenig kosmetisch korrigiert.

Kinderlose erneut diskriminieren???

Dass in der Pflege etwas geändert werden muss, dürfte jedem klar sein. Aber erneut Kinderlose zur Kasse zu bitten ist tatsächlich diskriminierend! Wir haben aus gesundheitlichen Gründen keine Kinder bekommen, obwohl wir uns sehr welche gewünscht hätten. Wir beide sind berufstätig, schwerbehindert und pflegen unsere Mütter noch „nebenher“, aber auch dort wird es nicht honoriert(was ja auch nicht im Vordergrund stehen sollte), aber wir arbeiten dafür zu viele Stunden, also werden uns keine Punkte in der Rentenversicherung „gutgeschrieben“, mir als aktive Beamtin ja eh nicht. Und nun sollen wir erneut „bestraft“ werden? Die nächsten Wahlen kommen und es gibt viele Kinderlose, das sollten die Damen und Herren Abgeordneten nicht vergessen...

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