Kommentare - Tschechiens Medienlandschaft: Der Kampf um die Unabhängigkeit

01. Mai 2021 - 09:56 Uhr

Tschechiens größte Zeitungen gehören schon zu Premier Babis' Konzern. Viele Politiker würden nun gerne auch die öffentlich-rechtlichen Medien an die Leine legen - am liebsten noch vor den Wahlen. Von D. Handrick.

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die Menschen. Also nicht nur die Bürger ihres Landes, sondern überall.

„Tschechiens Präsident Milos Zeman macht keinen Hehl daraus, was er von Journalisten hält. Im jüngsten großen Interview mit einem tschechischen Privatsender wurde das wieder deutlich. Es ging um den mutmaßlichen russischen Anschlag auf ein Munitionsdepot in Tschechien. Zeman gilt als russlandfreundlich, das war bereits vor dem Interview bekannt. Die Moderatorin tat das, was Journalisten tun - sie fragte nach. Und Zeman antwortete - wie schon in früheren Interviews - mit einer Beleidigung nach der anderen: die Moderatorin sitze wohl auf ihren Ohren, sei heute in sehr schlechter Form, zwar "bezaubernd hübsch, aber dumm".“

Er reiht sich damit nahtlos ein in das internationale„Bündnis“ der Kämpfer gegen Bürger und Demokratie, deren Methoden in der heutigen Meldung „Wie Politikerinnen im Netz diskreditiert werden“ (tagesschau.de/faktenfinder/geschlechtsspezifische-desinformation-101.html) ausführlich dargelegt wurden.

Eine sehr traurige und gefährliche

Entwicklung was sich hier abspielt.
Eine kritische Presse,die auch mal wiederlegt und investigativ ist,das ist wohl zu viel des erwünschten.
Mir tun nur die Menschen leid,die einer solchen Bevormundung ausgeliefert sind.

Die Bedrohung der

Die Bedrohung der Pressefreiheit, die Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten, die zunehmende Abhängigkeit von Medienmogulen, nicht selten in politischen Ämtern: all das hat in beängstigendem Maße zugenommen und stellt in etlichen Ländern eine echte Bedrohung freier demokratischer Gesellschaften dar. Und leider sind aus der rechten und sehr rechten Ecke Tendenzen der Einschüchterung und Bedrohung freier unabhängiger Pressearbeit auch bei uns nicht zu übersehen.

Davon träumen nicht nur manche tschechische Politiker

Aus dem Artikel: "Vulgarität und offene Verachtung aus den Munde des Staatsoberhaupts: die Moderatorin und der Privatsender übergingen das geflissentlich, blieben devot, um die Gunst des Präsidenten und weitere Exklusivinterviews nicht zu gefährden. Was Zeman bereits vorlebt, ist für viele tschechische Politiker ein Wunschtraum: Genau so stellen sich das ideale Verhältnis von Regierung und Medien vor. "

Ein Wunschtraum, den nicht nur viele tschechische Politiker hegen. Auch die Blaunen bei uns träumen davon. Meinungsfreiheit ist für die AfD die Freiheit, die Meinung der AfD frei zu verbreiten. Vulgarität und Verachtung kennen Journalisten auch hierzulande von dieser Partei. Nur, daß sich die meisten Journalisten davon nicht beeindrucken lassen. Und das ist gut so. In Tschechien ist das jedoch weitaus schwieriger, da Vulgarität und Verachtung das Programm eines Präsidenten ist. Die Kollegen dort haben es wesentlich schwerer.

Unabhängigkeit

Es ist schon makaber, das die Unabhängigen Medien an die Leine genommen werden soll. Diese Tendenzen sieht man meines Erachtens Weltweit. Hat man die Kontrolle über die Medien, hat man die Kontrolle über die betreffende Gesellschaft. Deswegen muss man gegen solche Einflussnahme entschieden vorgehen. Aber es ist nicht nur Aufgabe der Journalisten, sondern auch die Gesellschaft muss darauf aufpassen.

Das hier muss verhindert werden - mehr Staatsferne nötig

Das hier muss verhindert werden

Tschechiens größte Zeitungen gehören schon zu Premier Babis' Konzern. Viele Politiker würden nun gerne auch die öffentlich-rechtlichen Medien an die Leine legen - am liebsten noch vor den Wahlen.

Die Staatsferne bei den Medien muss durchgesetzt und die Unabhängigkeit der Medien gewahrt werden. Auch bei uns könnte das Bundesverfassungsgericht mutiger werden, was die Staatsferne bei den Mehhhdien angeht. Darüber hinaus müssen auch die Zuschauer und Nutzer der Internetangebote der Medien in den Aufsichtsgremien vertreten sein, was nicht der Fall ist bislang.

„Der Kampf um die Unabhängigkeit“

Solange alles und alle vom Geld abhängig sind, gibt es de facto keine Unabhängigkeit.

Ich halte deshalb den Umstand, dass Nachrichtenmedien überhaupt gekauft werden können - es also möglich ist, mittels Geld die Information der Öffentlichkeit zu beeinflussen - per se für einen Skandal.

Na ja wenn man sich die

Na ja wenn man sich die Milieu- und Parteizugehörigkeit der hiesigen Journalisten anschaut, stellt sich auch die Frage, inwieweit das noch ein (geistig) freier Journalismus ist, der die Bevölkerung adäquat repräsentiert, und ob es hierzulande nicht sogar umgekehrt ist, dass nämlich die Medien einen großen Einfluss auf die Politik haben.

Siehe Karlsruhe und EU-Recht dazu

Siehe Karlsruhe zur Staatsferne beim ÖR in Deutschland

https://tinyurl.com/59uzk59h
lto.de: BVerfG schränkt staatliche Einflussnahme auf ZDF ein 25.03.2014

oder hier

https://tinyurl.com/7k4scamd
bundesverfassungsgericht.de: Urteil vom 25. März 2014 - 1 BvF 1/11

Weiterhin ist dass hier

Sie sind für ihn einfach nur Dummköpfe, er beschimpft und verspottet sie: Tschechiens Präsident Milos Zeman macht keinen Hehl daraus, was er von Journalisten hält. Im jüngsten großen Interview mit einem tschechischen Privatsender wurde das wieder deutlich.

eine verachtungswürdige Beleidigung hhzu Lasten von Journalisten. Von daher fordere ich Zeman zum Rücktritt auf, weil er

a) sich damit strafbar macht
b) EU-Recht missachtet

Siehe Europäische Menschenrechtskonvention zur Pressefreiheit

https://www.menschenrechtskonvention.eu/pressefreiheit-und-rundfunkfrei…

Selbiges steht auch in der EU-Grundrechte-Charta.

schwierig ...

"Premier Babis' Konzern. Viele Politiker würden nun gerne auch die öffentlich-rechtlichen Medien an die Leine legen"

Verständlich, denn es existieren noch die Strukturen der öffentlich-rechtliche von früheren Zeiten. Was nicht zwangsläufig besser, unabhängig und neutral bedeutet.
Außerdem fühlen sich die ÖR in ihrem Bestand bedroht, was eine Negativberichterstattung gegenüber der amtierenden Regierung geradezu provoziert.

In der Regel gilt ja eher:
"Wes Brot ich ess, des Lied ich sing"

Von daher wird der Wunsch nach unabhängigem Journalismus ein Wunschtraum bleiben.

Deshalb sind auch öffentlich-rechtliche Medien überhaupt kein Garant, dass sie unabhängig berichten (haben zudem den Nachteil, dass sie über öffentliche Gelder finanziert werden).

Welche Journalisten sind denn unabhängig?

Solange Journalisten auf abhängige Lohnarbeit angewiesen sind, wird es schwierig mit der Unabhängigkeit.
Andererseits habe ich in Deutschland in den letzten Jahren kein Interview mit Vertretern der höheren Ämter jemals ein kritisches Interview gehört.
Bei Kanzlerin und Bundespräsident müssen Fragen für Interviews vorher eingereicht und genehmigt werden!?
Bei den tatsächlichen Interviews ist es schon fast peinlich, wie Unterwürfig sich Journalisten benehmen. Egal ob von den Ö/R oder den Privaten.
Die Printmedien gehören in der BRD ca 7 Familien. Auch da ist Unabhängigkeit unmöglich.
Und die Oberhäupter dieser Familien treffen sich zum Kaffeeklatsch mit Frau Merkel im Kanzleramt.
Macht doch mal einen Bericht über die Situation des Journalismus in der BRD.

Pressefreiheit ist ein Standbein der Demokratie

Wer wie ich als Lokaljournalist gearbeitet hat, dem kommt ein solches Verhalten wie das des Präsidenten durchaus sehr bekannt vor.

Im Lokaljournalismus gab es das schon immer, viele Kollegen können ein Lied davon singen, wenn sich Provinzfürsten beim Verlagsleiter darüber beschwerten, daß ein Journalist es gewagt hatte, den Waschzettel (so heißen Pressemitteilungen) des alles dominierenden Unternehmens vor Ort nicht 1:1 abzudrucken, sondern das zu machen, wofür der Kollege eigentlich bezahlt wird: zu recherchieren und kritisch zu hinterfragen. Auch ich kenne das, weil ich es mal gewagt hatte, mich mit einem Bürgermeister anzulegen. Nun mag man das als Provinzposse abtun.

Aber ein solches Verhalten greift leider um sich, und das weltweit, wie ein Mitforist richtig anmerkte. Und nicht nur das: Journalisten werden ermordet, weil sie ihre Arbeit tun.

Das darf niemand hinnehmen. Pressefreiheit ist ein wichtiges Standbein für Demokratie.

Es ist was Gutes

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht: Was hier passiert, ist was Gutes.

Beziehungsweise, es ist die Reaktion auf eine gute Entwicklung. Es wird für gewisse Kreise dank des Internet immer schwieriger, die Massen zu manipulieren. Deswegen hat man in den letzten Jahren eine zunehmende Bemühung der Medienkontrolle erlebt. Es ist das Aufbegehren der Täuscher in einer Welt, in der Täuschung immer schwieriger wird.

Wir machen uns alle Sorgen wegen Deepfakes, und zu Recht. Aber wir sollten die Schwarmintelligenz nicht unterschätzen.

Nur in Ländern, in denen das Internet selbst manipuliert werden kann, ist die Gefahr groß. Allen voran natürlich China.

Trotz allem gilt aber: Spenden Sie für unabhängigen Journalismus. Unterstützen Sie vor allem lokale Zeitungen, denn da ist die Anzahl der interessierten Bürger zwangsläufig geringer und die Schwarmintelligenz entsprechend eingeschränkt.
_

Genau deswegen Babis u. Co das Handwerk legen

Genau deswegen ist Klage überfällig um Babis und Co das Handwerk zu legen:

Die erfahrene CT-Reporterin Nora Fridrichova spürt bereits, dass sich in der tschechische Medienlandschaft der Wind ändert: Kritische Fragen in Pressekonferenzen würden schon jetzt immer seltener, sagt sie. Wohin das führen kann, zeige das Beispiel der Nachbarn: In Polen, Ungarn und der Slowakei seien die öffentlich-rechtlichen Medien bereits unter den Einfluss der Politik geraten, teils so stark, dass man sie schon als staatliche Medien bezeichnen müsse. Tschechien sei der letzte der so genannten Visegrad-Staaten, in dem das noch nicht so sei, meint Fridrichova. Doch die tschechischen Politiker, das sei kam zu übersehen, hätten an diesem Modell Gefallen gefunden.

Babis, Zeman, Orban und Co muss die Grenze aufgezeigt werden. Kein falsches Kuschen und Duckmäusern vor denen. Da kann es keine Kompromisse geben.

Wer Rechtspopulisten wählt

Kriegt immer die selbe Politik Serviert.
Korruption bis Anschlag und Aufhebung der Gewaltenteilung, gerne in Form der Usurpation der Presselandschaft, der 4ten Gewalt.
Sieht man in Tschechien genau wie in Ungarn oder Polen. In Österreich und UK ist es noch nicht so weit gelungen (Der Ibizaplan war halt nur "ane b'soffne G'schicht") aber man Arbeitet dran.

Pressefreiheit ist für

Pressefreiheit ist für Demokratie unerlässlich. Deshalb rentiert sich jeder Kampf dafür. Es ist eine Schande, dass in einigen Ländern Osteuropas, neben Tschechien auch Polen und Ungarn, versucht wird, wieder eine Staatspropagandamedienlandschaft einzuführen. Deutschland ist demgegenüber das Pressefreiheitparadies.

@Giselbert

"
Am 01. Mai 2021 um 11:16 von Giselbert
schwierig ...

"Premier Babis' Konzern. Viele Politiker würden nun gerne auch die öffentlich-rechtlichen Medien an die Leine legen"

Verständlich, denn es existieren noch die Strukturen der öffentlich-rechtliche von früheren Zeiten. Was nicht zwangsläufig besser, unabhängig und neutral bedeutet.
Außerdem fühlen sich die ÖR in ihrem Bestand bedroht, was eine Negativberichterstattung gegenüber der amtierenden Regierung geradezu provoziert."

Es ist weder verständlich, noch existieren die Strukturen von damals in Tchechien heute. Es zeugt einfach nur von Ihrer Unkenntnis der Medienlandschaft im Allgemeinen und in Tchechien im Besonderen.

Und da ist es wieder, das schwadronieren vom "neutralen" Journalismus. Nein, ein Journalist muß nicht "neutral" berichten, nicht bei uns und nicht in Europa. Es widerspräche den Verfassungen. Meinungsfreiheit gilt auch für Journalisten. Sogar für öffentlich-rechtliche, auch wenn es Ihnen nicht passt.

11:16, Giselbert

>>Von daher wird der Wunsch nach unabhängigem Journalismus ein Wunschtraum bleiben.<<

Ihr Kommentar macht nicht den Eindruck, daß Sie diesen Wunschtraum haben.

>>Deshalb sind auch öffentlich-rechtliche Medien überhaupt kein Garant, dass sie unabhängig berichten (haben zudem den Nachteil, dass sie über öffentliche Gelder finanziert werden).<<

Nein, nicht durch öffentliche Gelder, wenn Sie damit Steuergelder meinen. So werden Staatsmedien finanziert. Das passiert in Deutschland mit Absicht nicht, deswegen die "Zwangsgebühren". Wobei ich von freiwilligen Gebühren auch noch nie etwas gehört habe.

Und noch etwas:

Eine neutrale Berichterstattung gibt es nicht und kann es auch gar nicht geben. Journalisten sind Menschen, und Menschen sind nicht neutral. Sie nicht, ich nicht, niemand. Deswegen heißt das Zauberwort einer freien Presse nicht Neutralität, sondern Ausgewogenheit. Auch ein schwieriger Begriff, der immer wieder diskutiert werden muss, damit er nicht vereinnahmt wird.

Bitte auch auf unsere Verhältnisse blicken.

@10:21 von Naturfreund 064
Ich habe noch gut in Erinnerung, wie ein CDU-Politiker einen ZDF-Intendanten "abgesägt" und durch einen "genehmeren" ersetzt hatte.

Und bei uns werden kritische Journalisten eben mit Hilfe von Gerichten am Arbeiten gehindert. Die Süddeutsche Zeitung hat das einmal am Fall Denk und der CSU-Spenden-Labor-Affäre um Schottdorf aufgezeigt.
Der Millionär hat laufend Prozesse gegen Denk angestrengt. Sie zwar alle verloren, ihn aber de facto weitgehend an der Arbeit gehindert.
Und Spahn hat erst jetzt vor Gericht verloren als es um seine neue Millionen-Villa ging. Einen kleineren Blogger konnte er zuvor noch "ruhigstellen".

>>Deshalb sind auch

>>Deshalb sind auch öffentlich-rechtliche Medien überhaupt kein Garant, dass sie unabhängig berichten (haben zudem den Nachteil, dass sie über öffentliche Gelder finanziert werden).<<

Doch das ist, zumindest in Deutschland, ein Garant dass sie unabhängig berichten.
Ich gebe aber zu dass das eine im Bundestag vertretene Oppositionspartei anders sieht.

neutrale Berichterstattung

Auch in vielen anderen Ländern gibt es keine neutrale Berichterstattung.

Cancel Culture hat auch die ÖRs erreicht. Es genügen eine handvoll Aktivist*/ (gender gap) Innen um jemanden mundtod zu machen und Menschen zum Kotau zu zwingen.

Die selbsternannten Moralwächter schränken die Meinungsfreiheit ein und zerstören Leben und Karrieren weil jemand in ihren Augen das "Falsche" gesagt hat.

Es gibt aber keine "falsche" Meinung. Denn die ist in demokratischen Gesellschaften frei. Meinungen, die nur dann gerne gehört werden, wenn sie einer bestimmten Ideologie oder Moralvorstellung entsprechen, sind Kennzeichen unfreier, totalitärer Gesellschaftssysteme.

/// Am 01. Mai 2021 um 10:49

///
Am 01. Mai 2021 um 10:49 von Nettie
„Der Kampf um die Unabhängigkeit“

Solange alles und alle vom Geld abhängig sind, gibt es de facto keine Unabhängigkeit.

Ich halte deshalb den Umstand, dass Nachrichtenmedien überhaupt gekauft werden können - es also möglich ist, mittels Geld die Information der Öffentlichkeit zu beeinflussen - per se für einen Skandal.///
.
Deswegen ist eine geniale Sache, wenn alle Bürger für einen öffentlich rechtlichen Rundfunk bezahlen.

@nie wieder spd

"Am 01. Mai 2021 um 11:25 von nie wieder spd
Welche Journalisten sind denn unabhängig?

Solange Journalisten auf abhängige Lohnarbeit angewiesen sind, wird es schwierig mit der Unabhängigkeit.
Andererseits habe ich in Deutschland in den letzten Jahren kein Interview mit Vertretern der höheren Ämter jemals ein kritisches Interview gehört."

Das mag daran liegen, was Sie so hören. Oder auch lesen. Ich nämlich schon. Jede Menge davon. Wie in jedem Beruf gibt es im Journalismus Menschen, die ihren Beruf sehr gut beherrschen und Menschen, die es grottenschlecht können. Und ganz viel dazwischen. Aber daß es keine kritischen Interviews gegeben hätte mit Vertretern der höheren Ämter ist eine glatte Lüge.

11:25, nie wieder spd

>>Solange Journalisten auf abhängige Lohnarbeit angewiesen sind, wird es schwierig mit der Unabhängigkeit.<<

Wie stellen Sie sich denn dann einen unabhängigen Journalisten vor? Jemand mit Vermögen, der kein Geld braucht? Oder der Journalist als Unternehmer?

>>Die Printmedien gehören in der BRD ca 7 Familien. Auch da ist Unabhängigkeit unmöglich.
Und die Oberhäupter dieser Familien treffen sich zum Kaffeeklatsch mit Frau Merkel im Kanzleramt.<<

Tun sie das?

Was machen die denn, wenn Frau Merkel nicht mehr Kanzlerin ist? Und was haben die vorher gemacht? Sich mit Gerhard Schröder im Kanzleramt getroffen? Huren der Macht?

Wenn ich das so lese

erinnert es mich an den Artikel aus dem Focus, den ich gerade vorher gelesen habe.
Wie Elite-Journalisten die ...... ....., weiter will das jetzt nicht ausführen, war sehr interessant und unterhaltsam.
Und es ist auch klar das versucht wird von Babis das in die Hand zu bekommen. den Menschen lesen Zeitungen oder Online, und Menschen sind beeinflussbar in alle Richtungen.
Nicht alle Alle Menschen, aber doch ein ziemlich großer Teil, steter Tropfen und so weiter, stimmt schon.
Also ist das bestreben der oberen Etage schon zu verstehen, wenn die Medien das schreiben was Sie gerne hätten.
Sollte man gut im Auge behalten.

Um was konkret ging es?

Zitat: "Und Zeman antwortete - wie schon in früheren Interviews - mit einer Beleidigung nach der anderen: die Moderatorin sitze wohl auf ihren Ohren, sei heute in sehr schlechter Form, zwar "bezaubernd hübsch, aber dumm"."

Um was konkret ging es?

Kann man einmal konkret den Sachverhalt, Kontext erfahren, also konkrete Fragestellung und konkrete Antworten erfahren, um bewerten zu können, ob die Einordnung der Moderatorin durch den tschechischen Präsidenten zutreffend ist oder nicht?

Ohne Kontext mal wieder eine völlig wertlose Information!

Eine arte-Doku darf nicht gezeigt werden, weil ein umstrittener

@11:11 von fathaland slim
Oligarch - Browder - darin gut dokumentiert schlecht wegkommt, seine Lügen aufgedeckt wurden.
Das verantwortliche ZDF hat sich den Forderungen des Oligarchen gebeugt mit der Argumentation, dass die juristischen Risiken zu hoch seien.
Hier in D. und Fr.!

rer Truman Welt

Das ist kein Problem Tschechiens, sondern aller Gesellschaften/ Länder!
In den westlichen Gesellschaften nur nicht ganz so offensichtlich wie in Russland oder China, aber auf einen ähnlichen Weg dorthin befindlich.
Die herausragende dreiteilige Reportage "Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie" zeigt bspw. minutiös und faktisch auf, wie das läuft. Ich glaube, es würde die Vorstellung der meisten von uns sprengen, wenn wir wüssten, was womit wie zusammenhängt und beeinflusst wird. Diese Reportage zeigt das faktisch sehr genau und Murdoch ist nur einer.
Naiv ist zu denken, dass in einer der heutigen Demokratien die Mehrheit entscheidet, was gemacht wird. Also faktisch schon, dass stimmt, schließlich gehen wir doch wählen. Aber wieso, weshalb und warum wir etwas denken und deshalb wählen, ist die eigentliche Ebene des Themas. Und auf dieser Ebene wird festgeweg pausenlos an uns gearbeitet. Einfach nur als Beispiel besagte Reportage anschauen. Die lief übrigens in ARTE!

10:51, mispel

>>Na ja wenn man sich die Milieu- und Parteizugehörigkeit der hiesigen Journalisten anschaut, stellt sich auch die Frage, inwieweit das noch ein (geistig) freier Journalismus ist, der die Bevölkerung adäquat repräsentiert, und ob es hierzulande nicht sogar umgekehrt ist, dass nämlich die Medien einen großen Einfluss auf die Politik haben.<<

Ja, Sie bedauern es offensichtlich sehr, daß das weitrechte Milieu, Ihrer Ansicht nach wohl die Bevölkerung, im Journalismus so schwach vertreten ist.

Ich nicht.

Und ja, es ist besser, wenn "die Medien" einen großen Einfluss auf die Politik haben als umgekehrt.

@nie wieder spd um 11:25

>Die Printmedien gehören in der BRD ca 7 Familien. Auch da ist Unabhängigkeit unmöglich.<

Es gibt noch eine paar Nischenprodukte die nicht zu den Großen Häusern gehören.
Natürlich haben diese keine hohen Verkaufszahlen oder Marktdurchdringung, sind aber im Verhältnis dazu in der Öffentlichen Rezeption und im Diskurs überrepräsentiert. Ein Artikel in Faz oder Taz hat in der Regel mehr Medienecho als 100 in "Freizeit Heute", "Kronen-Revue" oder auch der Bild (ausser die schiesst mal wieder richtig einen Vogel ab), und das liegt vor allem an der relativen Unabhängigkeit und Journalistischen Qualität.
Das gerade diese Nischenprodukte von Rechts aussen als "Gleichgeschaltete Linke Systhempresse" (beider FAZ besonders unterhaltsam) verunglimpft werden hat schon etwas mehr als bizarres an sich.

Tun Sie das? @11:25 von nie wieder spd

>>>Und die Oberhäupter dieser Familien treffen sich zum Kaffeeklatsch mit Frau Merkel im Kanzleramt.>>>

Aha tatsächlich, welches "unabhängige Medium" berichtet denn dieses?

@nie wieder spd, 11:25 Uhr

Ich kann Ihre Ansicht nicht teilen. Lesen Sie einfach mal den SPIEGEL der vergangenen Monate. Dort finden Sie jede Menge Kritik an der Arbeit der Bundesregierung, aber eben auch Lob dort, wo es angebracht ist. Ich habe den Eindruck, dass die Medienlandschaft sehr kompetent und ausgewogen über das politische Geschehen berichtet. Die Art der Kommentierung, wie wir sie in den sozialen Medien erleben, wo unter dem Deckmantel der Anonymität oft genug Hass und Hetze verbreitet werden, kann und darf nicht der Maßstab sein.

Definiere "freie Berichterstattung"

Zitat: "Dass auch die Journalisten seiner Zeitungen in einem Interessenkonflikt stehen, liegt für viele Tschechen auf der Hand: Freie Berichterstattung sei so nicht möglich, lautet die Befürchtung."

Definiere "freie Berichterstattung".

Dass es eine in allen Belangen tatsächlich "freie" Berichterstattung gibt, halte ich für eine Illusion. Bei jedem Versuch, objektiv zu sein, können Journalisten sich nicht erwehren, auch eigene Überzeugungen und Sichtweisen in die Berichterstattung einfließen zu lassen. Das ist auch im gewissen Maßen völlig akzeptabel. Es wird sogar - im Gegenteil - lächerlich, wenn man dann betont von einer objektiven Berichterstattung spricht, wo keine vorliegt.

Meine Mindesterwartung an Journalismus wird indes ohnehin nur selten erfüllt: i.e. an eine faktenbasierte, umfassende und sachliche Berichterstattung.

Die Tendenz insbesondere

Die Tendenz insbesondere rechtskonservativer Kreise, staatliche Medien abzuschaffen und alles auf private Medien, die man kontrollieren kann, zu verlagern, ist ja schon in vielen Ländern zu sehen, auch in alten Demokratien wie in England.

Was passieren kann, wenn Politiker die Gewalt über ein Medienimperium und damit die Hoheit über die Meinung haben, konnte man doch schon bei Hugenberg in der Weimarer Republik sehen.
Und die traurige Tradition setzt sich bis heute fort, ...
weil es so erfolgreich ist.

@mispel

Was verstehen Sie unter Journalismus, der die Bevölkerung adäquat repräsentiert. Wer bestimmt denn das? Wäre das in ihren Augen freier, unabhängiger Journalismus?

10:51 von mispel

>>Na ja wenn man sich die Milieu- und Parteizugehörigkeit der hiesigen Journalisten anschaut, stellt sich auch die Frage, inwieweit das noch ein (geistig) freier Journalismus ist, der die Bevölkerung adäquat repräsentiert, und ob es hierzulande nicht sogar umgekehrt ist, dass nämlich die Medien einen großen Einfluss auf die Politik haben.
<<

Es kommt auf die jeweilige Presse oder den Sender an... hierzulande gibt es durchaus offene Berichterstattung. Medien, die über "alles" frei und/oder kritisch berichten und nicht nur einen Blickwinkel haben... wenn man sucht, findet man. (Ich will hier keine Werbung betreiben, daher nenne ich keinen Namen). Muss zwar häufig extra bezahlt werden, aber freie (für alle Gesellschaften offene) Berichterstattung ist es mir wert. Das, was woanders verloren ist, sollte uns erhalten bleiben.

@Demokratieschue um 10.58 Uhr

„Von daher fordere ich Zeman zum Rücktritt auf, ...„

Wenn Sie eine Online-Petition aufstellen, sagen Sie bitte Bescheid.
Ich würde mich dort gerne eintragen. Dann wäre aus dem Tagesschau-Forum etwas handfestes Positives entstanden.

Paralleluniversum

Zitat: "Er habe bislang dem politischen Druck getrotzt, kritische Nachrichten und investigative Magazine ermöglicht, loben in die einen. Er mache tendenziöses Fernsehen mit Reportern, die die Regierungspolitiker jagten und eher die Stimme Brüssels seien als die nationalen Interessen zu vertreten, kritisieren die anderen - darunter Matocha, aber auch all die, die ihn in den Rat gewählt haben"

Soso ... im deutschen ÖRR wird darüber berichtet, dass der tschechische ÖRR eine "tendenziöse Berichterstattung" betreibt und sich tschechische Politiker keinen "kritischen Nachfragen stellen müssen".

:-)

Wer lebt im (gespiegelten) Paralleluniversum? Die Tschechen oder die Deutschen? Oder doch beide?

Die Entkernung der demokratischen Grundordnung

Immer wieder werden die demokratischen Werte in der EU hervorgehoben. Inzwischen gibt es einen klaren Trend, weg von diesen Werten, besonders ausgeprägt in Staaten des ehemaligen Ostblocks : Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakei. Es geht hier vor allem um die Rechtsstaatlichkeit und die Pressefreiheit.
Die hochgradige Gefährdung dieser Werte gehört zu den wesentlichen Gefährdungen der Existenz der EU. Es ist wie ein Krebs, der die Organe der Gemeinschaft befällt und zerstört. Die Korruption gehört auch dazu (eingeschl. Teile des Lobbyismus).
Das Agieren der EU, gegen diese Entwicklung, wirkt leider ziemlich hilflos, weil das Regelwerk der EU keine Instrumente hat, wirkungsvoll dagegen vorzugehen. Eine Reform ist dringend nötig.

@nie wieder spd

"[...] Die Printmedien gehören in der BRD ca 7 Familien. Auch da ist Unabhängigkeit unmöglich.
Und die Oberhäupter dieser Familien treffen sich zum Kaffeeklatsch mit Frau Merkel im Kanzleramt.
Macht doch mal einen Bericht über die Situation des Journalismus in der BRD. [...]"

Solche Berichte finden Sie beinahe täglich, wenn man will. Niemand kritisiert die Situation der Printmedien in Deutschland so sehr, wie Journalisten. Man muß es aber auch lesen wollen. Bildblog.de z.B. ist ein Metablog, der täglich darüber berichtet, was im Journalismus für Journalisten relevant ist. Übermedien ebenfalls und viele mehr.

Aber einfach zu behaupten, eine solche Berichterstattung finde nicht statt, nur weil man selbst es nicht kennt, ist das gleiche wie mit den Millionen Bundestrainern, die auch alle besser wissen, wie Jogi Löw die Nationalmannschaft gefälligst zu trainieren hat.

Am 01. Mai 2021 um 11:11 von fathaland slim

" Nein, bei uns in Deutschland ist das nicht so!

Und wir sind auch nicht auf dem Weg dahin.

Ich weiß, daß entsprechende Kommentare kommen werden, deshalb vorbeugend diese Worte. "

Stimmt so, ist auch nicht nötig, bei uns funktioniert das mit den Medien anders.

11:25 nie wieder spd

"Welche Journalisten sind denn unabhängig?...."

kann ihnen nur zustimmen.
Anmerkung: es gab ja auch schon Klagen von Journalisten weil sie nicht eingeladen wurden zu dem illustren Journalisten-Kreis die regelmäßig zur Hintergrund-Hinterzimmerrunde von der Kanzlerin eingeladen werden.

@Giselbert um 11.16 Uhr

Aua!
Die öffentlich-rechtlichen Medien „haben zudem den Nachteil, dass sie über öffentliche Gelder finanziert werden.“
Deshalb sind sie ja unabhängig.
Immer, wenn Sie von etwas ablenken möchten, schreiben Sie „schwierig“ „es bleibt spannend“
Nein!
Die Abschaffung öffentlich rechtlicher Medien ist ein Angriff auf die Demokratie und Meinungsfreiheit, nichts weiter.
Die Vereinigung von Investigativjournalisten war ohne öfftl. rechtl. Anstalten nicht möglich.
Kein Cum-Ex, keine Maskendeals, wir würden auf rosa Wolken fliegen und in Tschechien würden sie vom Wahrheitsministerium, gespeist von Babis Medienkonzern berieselt.
Sein Medienkonzern würde nämlich nach und nach zum Staatsmedium, nur nicht unabhängig.

@ 11:39 von Der Lenz

Sie bringen es präzise auf den Punkt.

11:32, MartinBlank

>>Wir machen uns alle Sorgen wegen Deepfakes, und zu Recht. Aber wir sollten die Schwarmintelligenz nicht unterschätzen.<<

Die dann dazu führt, daß fast 50% der US-Wähler für Trump stimmten und an Wahlbetrug glaubten.

Schwarmintelligenz wird gern überschätzt, bzw. falsch verstanden.

Den "Ibiza-Plan" hat partiell die Volkspartei umgesetzt.

@11:39 von Der Lenz
Und zwar genau wie dort vorgesehen: Die Kronenzeitung hat ein Freund von Kanzler Kurz übernommen. Eine der ersten Reaktionen war, die kritischen Teile der Redaktion auszuwechseln. So dass in Österreich nur der wöchentlich Falter noch unabhängig recherchierte Berichte bringt.
Im österr. TV arbeiten sie noch dran, wie Sie richtig bemerkten.
Das Internet hat allerdings noch? eine gewisse Korrekturfunktion.

@MartinBlank um 11.32 Uhr

So, wie Sie es schildern, könnte ich auch etwas Positives in der Entwicklung, öfftl. rechtl. Medien verbieten oder kontrollieren zu wollen, sehen.
Dass sein Einfluss schmilzt, hat ja auch schon der Springerkonzern bemerkt.

Leider sehe ich die Entwicklung des Internets als Informationsquelle und -austauschplattform nicht so positiv. Die Tendenz, sich nur noch in gleichgesinnten Kreisen zu bewegen und die abnehmende Bereitschaft, sich breit gefächert zu informieren, macht es mir schwer, noch von Schwarmintelligenz zu sprechen.

Dennoch, ihr Wort in Gottes Ohr.

Eine Demokratie muss auch

Eine Demokratie muss auch Parteien aushalten, die eine - wie Sie es zutreffend beschreiben - demokratiefeindliche Politik betreiben. Allerdings müssen einer solchen Partei klare Grenzen aufgezeigt werden. Wenn ich z.B. lese, dass der Ehemann der Berliner AFD-Vorsitzenden, Günter Brinker, einen Mordaufruf gegen Kanzlerin Merkel, zusammen mit Schähungen, Hass und Hetze verbreitet hat, dann müssen diese und andere "Taten" nicht nur strafrechtlich verfolgt, sondern auch kritisch kommentiert werden. Gewalt ist ein absolutes NO-GO. Dies gilt auch in Sachen Gewaltausübung oder Bedrohung gegen Journalisten sowie kommunale Verantwortungsträger. Die schlimmen Szenen der Pegida-Demos dürfen sich nicht mehr wiederholen. Es liegt am Wähler, dies zu verhindern.

@ um 11:33 von Demokratieschue...

„Kein falsches Kuschen und Duckmäusern vor denen.“
Bei der ersten Pressekonferenz von Trump, vor etwas mehr als 4 Jahren, wurde ein Journalist von Trump hinausgeworfen, weil er eine zu kritische Frage gestellt hatte.
Und was haben die restlichen anwesenden Journalisten getan?
Nichts!
Die sind einfach sitzengeblieben und haben Trump weiter zugehört und niemand hat an diesem Tag noch eine kritische Frage gestellt. Vor allem aber ist keiner gegangen, schon um Solidarität mit dem hinausgeworfenen Kollegen zu zeigen.
Und das war die Creme der US - Journalisten und der ausländischen Journalisten in den USA.
Ein besseres Beispiel für Duckmäuser hatte und habe ich nie gesehen.
Damals habe ich mich für die gesamte Journalistenschaft der Welt geschämt und später auch noch öfter bei den Pressekonferenzen von Trump. Nicht wegen Trump. Jeder wusste, wie Trump gestrickt ist. Vor allem wegen der Journalisten.

Es überrascht, dass die EU

Es überrascht, dass die EU zuläßt, dass nun ein weiteres, von den Visegad-Staaten bei Beitritt in die EU zu garantierenden Grundrechte, nämlich das der Meinungsfreiheit- Unterpunkt Pressefreiheit von den Tschechen abgeschaltet werden kann. Schwere Fehler, als man wegsah, als Polen die Gewaltenteilung, eines der Hauptprinzipien unserer Auffassung von Kontrolle der Staatsgewalt, einfach in altkommunistischer Manier kassiert hat, sowie die Weigerung der allgemeinen Flüchtlingsaufnahme zeigen, dass diese Visega-Staaten in spätstalinistische Herrschaftswillkür abzusacken. Mit den genannten Vergehen (Verbrechen?) welche doch eindeutig die EU-Beitrittsverträge brechen, haben diese Staaten kein Problem und fühlen sich nicht gebunden, verlangen aber von uns Vertragstreue, wenn sie weiter auf die vertraglich abgemachten jährlich vielen Milliarden Euro Unterstützung beharren. Die reiche EU, von der sich diese Polit-Clans Milliarden stehlen, ist diese eben nur ein Selbstbedienungsladen. Europa ade

@ 11:44 von Einfach Unglaublich

Das ist der neue Trick der nicht mehr so neuen Rechten, die Kritik an ihren rassistischen, nationalistischen und demokratiefeindlichen Positionen, die sie in unserer freien Medienlandschaft selbstverständlich absetzen können, mit "Cancel Culture" zu verharmlosen und zu verdrehen. Die gleiche Strategie, mit der man durch den Begriff "identitär" altes rassistisches Gedankengut verschleiern möchte. Gut dass unsere Medien und Journalisten noch kritisch genug sind, auch diese Dinge und Entwicklungen beim Namen zu nennen.

@ 11:42 von fathaland slim

"Eine neutrale Berichterstattung gibt es nicht und kann es auch gar nicht geben. Journalisten sind Menschen, und Menschen sind nicht neutral. Sie nicht, ich nicht, niemand. Deswegen heißt das Zauberwort einer freien Presse nicht Neutralität, sondern Ausgewogenheit. "

Und genau deshalb darf dieses Angebot auch nicht durch einen ÖR verzerrt werden. Die freie Presse kann sich unmöglich und gleichberechtigt gegen Medien behaupten die finanziell aus den Vollen schöpfen können. Hier entsteht ein künstliches Ungleichgewicht, welches nicht gewollt sein kann.

@Einfach Unglaublich, 11.44 Uhr

Die freie Meinungsäußerung ist ein grundlegendes Element der Demokratie. Dies bedeutet aber nicht, dass dieses Recht schrankenlos gewährt wird. Selbstverständlich fallen strafbewehrte Handlungen, insbesondere Hass- und Hetzbotschaften, Gewaltandrohungen, Beleidigungen, Volksverhetzung etc. nicht unter den Schutzbereich des GrundR. Im übrigen obliegt es den Usern, verbale Verrohung Einzelner als solche zu outen und dagegen anzukämpfen. Eine neutrale Berichterstattung kann es nicht geben. Allein die Themenauswahl impliziert eine Meinung des Verfassers. Entscheidend ist vielmehr die Ausgewogenheit und sachliche Berichterstattung.

Tschechiens Medienlandschaft: Der Kampf um die Unabhängigkeit

wem "gehört" die Medienlandschaft hierzulande

selbst die öffentlich rechtlichen werden von "politisch relevanten" Gruppen in irgendeiner Weise mitbestimmt.

Selbstverständlich nicht vergleichbar, darüber müssen wir nicht zu diskutieren,

aber wie kann man denn so was überhaupt unabhängig gestalten ?
Jeder Intendant möchte seinen Job behalten und niemanden all zu sehr vergraulen
und bei privaten schaut man auch nach Werbeeinnahmen,
bevor man es sich mit denen zu sehr verdirbt
schließlich wollen die dort auch leben von der Putzfrau bis zum Redakteur
Egal auf jeden Fall eine Gratwanderung,
sonst gäbe es ja die Diskussion um Lobbyismus in z.B. der Politik nicht

11:56, Blitzgescheit

>>Meine Mindesterwartung an Journalismus wird indes ohnehin nur selten erfüllt: i.e. an eine faktenbasierte, umfassende und sachliche Berichterstattung.<<

Was Sie unter faktenbasiert und sachlich verstehen, das ist hier ja hinreichend bekannt.

@11:51 von fathaland slim

"Ja, Sie bedauern es offensichtlich sehr, daß das weitrechte Milieu, Ihrer Ansicht nach wohl die Bevölkerung, im Journalismus so schwach vertreten ist."

Sehen Sie, das genau meinte ich mit freier Geist. Was Sie geschrieben haben, steht nicht da, Sie nehmen es aber an. Die Frage ist, warum tun Sie das?

@fathaland slim

"[...] Eine neutrale Berichterstattung gibt es nicht und kann es auch gar nicht geben. Journalisten sind Menschen, und Menschen sind nicht neutral. Sie nicht, ich nicht, niemand. Deswegen heißt das Zauberwort einer freien Presse nicht Neutralität, sondern Ausgewogenheit. Auch ein schwieriger Begriff, der immer wieder diskutiert werden muss, damit er nicht vereinnahmt wird."

Das liegt an der Diskrepanz zwischen dem Fachterminus Ausgewogenheit und dem, was sich Konsument:innen darunter vorstellen.

Ausgewogenheit als journalistischer Fachbegriff bedeutet nicht, daß, wenn ich über Partei A zwei Berichte verfasse, ich auch über Partei B zwei Berichte verfassen muß.

Ausgewogenheit bedeutet, daß ich allen Seiten Gelegenheit zur Stellungnahme geben sollte. Es heißt sollte, nicht muß, weil es nicht immer geht. Ein Beispiel.

Wenn ich in einem Bericht etwa einen Vorwurf erhebe gegen einen Politker muß ich ihm Gelegenheit zur Stellungnahme geben. Wenn er nicht will ist es sein Problem.

@Anderes1961

Danke für Ihre Kommentare. Besonders hier im Thread.

Comeback von Radio Freies Europa ?

Wie man aus dem Bericht deutlich sieht, sind an der Beherrschung der Medien sowohl Oligarchen, wie auch die Kollaborateure von Kreml interessiert. Die Oligarchen trachten nach dem Erhalt der EU Subventionen, die Kollaborateure werden von Kreml für die Hilfe an Zerschlagung der EU bezahlt. Daher gibt es auch in den beherrschten Medien zwei verschiedenen Standpunkte.

Einen Lichtblick geben die aktuellen Prognosen für die Parlamentswahlen in Tschechien im Herbst - das Ende der Oligarchen-Regierung zeichnet sich derzeit ab. Und der vulgäre Präsident muss spätestens in zwei Jahren seinen Stuhl räumen.

Bis dahin können die Tschechen schlimmstenfalls die objektiven Nachrichten wie im kalten Krieg von Radio Freies Europa oder von den westlichen Sendern hören.

@Einfach Unglaublich

"Am 01. Mai 2021 um 11:44 von Einfach Unglaublich
neutrale Berichterstattung

[...] Auch in vielen anderen Ländern gibt es keine neutrale Berichterstattung. [...]"

sie müssen jetzt ganz tapfer sein: auf der ganzen Welt gibt es keine neutrale Berichterstattung. Und Nein, es gibt auf der ganzen Welt keine Pflicht zur "neutralen Berichterstattung", was auch immer Sie sich darunter vorstellen mögen. In Diktaturen nicht, wo Diktatoren vorgeben, was die Presse zu berichten hat. Und in Demokratien schon mal gleich gar nicht. Weil das gegen die Meinungsfreiheit verstoßen würde, die gilt nämlich auch für Journalisten. Das Ihnen das nicht gefällt, ist mir bekannt, das haben Sie ja schon in vielen Posts deutlich gemacht.

@ 12:17 von Vaddern

@Giselbert um 11.16 Uhr
ÖR „haben zudem den Nachteil, dass sie über öffentliche Gelder finanziert werden.“
@ 12:17 von Vaddern
"Deshalb sind sie ja unabhängig."

Eben nicht, die ÖR werden z.B. gegen eine Partei die sie abschaffen möchte wahrscheinlich nicht unabhängig berichten.

@ 12:17 von Vaddern
"Die Abschaffung öffentlich rechtlicher Medien ist ein Angriff auf die Demokratie und Meinungsfreiheit,..."
Nein, im Gegenteil, dies wäre ein Beitrag zu mehr Demokratie, da das Angebot nicht künstlich verzerrt wird.

@ um 12:08 von Anderes1961

Das eine solche Berichterstattung nicht stattfindet, habe ich nicht behauptet.
Fakt ist, dass es die Pressefreiheit aber eben auch erlaubt, nicht zu berichten.
Denn was tatsächlich berichtet wird, ist eine Auswahl, die der Chefredakteur oder der Verleger oder sonst ein Vorgesetzter trifft.
ZB über Streiks von Journalisten wird nichtberichtet.
Und über die Demos gegen TTIP gab es nur eine sehr begrenzte Berichterstattung. Hier erst 2 Tage später.

@ 12:01 von Eudialyt4

"Was verstehen Sie unter Journalismus, der die Bevölkerung adäquat repräsentiert."

Z.B. Rekrutierung aus allen sozioökonomischen Schichten, um verschiedene Lebenswelten zu repräsentieren, was natürlich schwierig ist, da man ja niemanden zwingen kann Journalist zu werden. Aber man sollte es versuchen so ausgewogen wie möglich zu machen.

"Wäre das in ihren Augen freier, unabhängiger Journalismus?"

Zuallerest muss sich der Staat raushalten. Und Hanns Joachim Friedrichs hat das gut ausgedrückt: "Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört." Kritische Distanz ist enorm wichtig. Bei den meisten Journalisten habe ich aber nicht den Eindruck, dass sie ihre eigenen Überzeugungen kritisch hinterfragen.

re 10:51 mispel: TaTa... und „naja“

>>Na ja wenn man sich die Milieu- und Parteizugehörigkeit der hiesigen Journalisten anschaut, stellt sich auch die Frage, inwieweit das noch ein (geistig) freier Journalismus ist, der die Bevölkerung adäquat repräsentiert, und ob es hierzulande nicht sogar umgekehrt ist, dass nämlich die Medien einen großen Einfluss auf die Politik haben<<

Es hat ja nicht lang gedauert, bis mal wieder „alles gleich ist wie hier bei uns“. Ohne persönlich zu werden, dürfen wir nicht „vergleichendes Denken“, was tatsächlich den Namen „Denken“ verdient, mit einem „gleichsetzenden Denken“ „gleichsetzen“. Dieses ist nämlich nicht nur ein Scheindenken, es ist ein absoluter Denkabschneider. Und genau deshalb wird diese Methode vor allem von autokratischen Medien propagandistisch eingesetzt.
Konkret:
1) Aus welchem „Milieu“ hätten Sie Ihre JournalistInnen denn gerne?
2) Möchten Sie gerne „Journalisten“ haben, die keinen „Einfluss auf die Politik“ haben?
3) Also eine „Politik“, die die Medien bestimmen?
Naja

@um 11:11 von fathaland slim

Und wir sind auch nicht auf dem Weg dahin.

Ich weiß, daß entsprechende Kommentare kommen werden, deshalb vorbeugend diese Worte.

Selbstverständlich ist das so. Dazu reicht eigentlich ein Blick auf die Vertretung verschiedener Auffassungen in den einschlägigen Polit-Talkrunden alleine während dem letzten Jahr.

Die grösste deutsche Oppositionspartei findet hier gar nicht statt. Auf der anderen Seite des politischen Spektrums sieht es nicht besser aus: Seit Frau Wagenknechts kritischen Äusserungen zur Migrationspolitik wird auch sie (und damit die Linke insgesamt) weitgehend gemieden.

Wenn mal jemand mit einer konträren/Regierungskritischen Meinung eingeladen wird beschränkt sich das auf die FDP-Lindner-One Man Show (die Grünen sind bei Corona voll auf Regierungslinie). Sehr sehr eingeschränkt, leider.

Da sie dazu hier natürlich keinen Faktenfinder finden werden der diese Tatsachen mal beleuchtet muss man es eben in die Kommentarspalten schreiben.

Tschechien

Wenn die dortige Politik die öffentlich - rechtlichen an die Leine legen möchte , dann bedeutet das doch nur , die die öffentlich - rechtlichen dort noch auf dem richtigen Weg sind und Widerstand leisten ! Gut so.

@ mispel

Es ist nicht die Aufgabe von Journalisten, die Bevölkerung zu repräsentieren.

In einer repräsentativen Demokratie ist dies die Aufgabe der gewählten Politiker.

Es gibt keine Quote in den Medien, nach der beschäftigte Journalisten nach dem Proporz der in der Bevölkerung vertretenen Weltanschauungen eingestellt würden.

Es ist offensichtlich so, dass sich eher Menschen, die eine bestimmte politische Anschauung vertreten, dem Beruf des/der Journalist/in zugezogen fühlen. Nach eigenen Angaben teilen 70 % eine gemeinsame politische Richtung - nicht proportional zu der Verteilung in der Bevölkerung.

Daher ist es so, dass diese politische Richtung auch überproportional in den Medien vertreten wird, nicht nur in als Meinung gekennzeichneten Kommentaren, sondern auch in Berichten.

Daher ist Medienkompetenz heutzutage so wichtig, um Inhalte von Medien einschätzen und bewerten zu können. Das Wissen um die persönlichen politischen Präferenzen von Journalist*/ (gender gap) Innen gehört dazu.

@AfD-Presseabteilung

"
Am 01. Mai 2021 um 11:49 von Blitzgescheit
Um was konkret ging es?

Zitat: "Und Zeman antwortete - wie schon in früheren Interviews - mit einer Beleidigung nach der anderen: die Moderatorin sitze wohl auf ihren Ohren, sei heute in sehr schlechter Form, zwar "bezaubernd hübsch, aber dumm"."

Um was konkret ging es?

Kann man einmal konkret den Sachverhalt, Kontext erfahren, also konkrete Fragestellung und konkrete Antworten erfahren, um bewerten zu können, ob die Einordnung der Moderatorin durch den tschechischen Präsidenten zutreffend ist oder nicht?

Ohne Kontext mal wieder eine völlig wertlose Information!"

"bezaubernd hübsch, aber dumm." geht gar nicht. Egal in welchem Kontext. Aber das Sie das nicht verstehen, wundert mich gar nicht. Ohne es zu wollen, drücken Sie damit aus, was Sie unter gutem Benehmen verstehen: "bezaubernd, hübsch aber dumm." wäre im richtigen Kontext offensichtlich zulässig. Anders läßt sich Ihr Post nicht interpretieren.

11:39 von Der Lenz

Wer Rechtspopulisten wählt
Kriegt immer die selbe Politik Serviert.
.
also wie war es um die Pressefreiheit in der DDR bestellt ?

aber sie schreiben ja "wählt"
immerhin der Wähler entscheidet sich dort aktiv für diese Politik !
wollen sie ihm das jetzt verbieten ?

Unerheblich! @11:49 von Blitzgescheit

>>>Kann man einmal konkret den Sachverhalt, Kontext erfahren, also konkrete Fragestellung und konkrete Antworten erfahren, um bewerten zu können, ob die Einordnung der Moderatorin durch den tschechischen Präsidenten zutreffend ist oder nicht?>>>

Sachverhalt, Kontext? Der ist unerheblich, es gibt keine Thematik in welcher ein Politiker auf, plumpe und billig vulgäre Bemerkungen zurückgreifen muss! Gar keine.
Ihre Frage ist daher eine billige Ablenkung!

Wer als Politiker so tief und billig unter der Gürtellinie argumentiert, hat ja keine "besseren" sie interessieren ihn ja nicht. Sonst könnte er bei "unbequemen Fragen" ja einfsch schweigen oder die Antwort verweigern! Kein Kommentar aufstehen u gehen.

12:07 von Theodor Storm

Das Agieren der EU, gegen diese Entwicklung, wirkt leider ziemlich hilflos,
.
ist es Aufgabe der EU Menschen anderer Staaten vorzuschreiben, wie sie zu leben haben
Dann sollte man schon so konsequent sein und sagen mit Staaten deren Menschen
derlei Ideologien gut heißen, wollen wir nicht zusammenarbeiten
Wäre übrigens auch ne folgerichtige Vorgehensweise wenn es um Saudi Arabien geht ... oder um China

@Blitzgescheit

Ich habe dann doch mal zwei konkrete Fragen an Sie:

Finden Sie es richtig, daß dem tschechischen Premier die wichtigsten Medien des Landes gehören?

Begrüßen Sie die Bestrebungen in Tschechien, die öffentlich-rechtlichen Medien in Staatsmedien umzuwandeln?

@AfD-Presseabteilung

"
Am 01. Mai 2021 um 12:07 von Blitzgescheit
Paralleluniversum

Zitat: "Er habe bislang dem politischen Druck getrotzt, kritische Nachrichten und investigative Magazine ermöglicht, loben in die einen. Er mache tendenziöses Fernsehen mit Reportern, die die Regierungspolitiker jagten und eher die Stimme Brüssels seien als die nationalen Interessen zu vertreten, kritisieren die anderen - darunter Matocha, aber auch all die, die ihn in den Rat gewählt haben"

Soso ... im deutschen ÖRR wird darüber berichtet, dass der tschechische ÖRR eine "tendenziöse Berichterstattung" betreibt und sich tschechische Politiker keinen "kritischen Nachfragen stellen müssen".

:-)

Wer lebt im (gespiegelten) Paralleluniversum? Die Tschechen oder die Deutschen? Oder doch beide?"

Nun, das kann ich Ihnen schnell beantworten: Sie.

Denn Sie haben offensichtlich den Bericht nicht verstanden. Lesen Sie ihn doch noch mal von vorne und am besten ganz langsam, bis Sie es verstehen.

@ fat slim

Sie scheinen wirklich wenig Zeit in der realen Welt zu verbringen.

Ob Sie von irgendetwas gehört haben hat keinerlei Einfluss auf die Existenz dieser Sachverhalte.

Natürlich gibt es Gebühren, die NICHT zwangsweise bezahlt werden müssen. Z.B. Kontogebühren. Eine große deutsche Bank mit Staatsbeteiligung versucht nun von ihren Kunden Kontogebühren einzuziehen. Kunden müssen diese jedoch nicht zahlen, sondern können auf einen kostenfreien Basis Tarif wechseln.

Dies ist beim Haushaltsbeitrag NICHT möglich. Egal ob Sie einen Fernseher, Computer, Smartphone oder sonstigen medienfähigen Apparat verfügen - Sie MÜSSEN diesen Beitrag bezahlen.

Ich habe damit auch gar kein Problem und würde auch den öffentlichen Nahverkehr über einen Beitrag in gleicher Höhe finanzieren wollen.

Nur sollte sich die Bevölkerung in beiden Fällen berücksichtigt fühlen. D.h. auch auf dem Land sollte es einen Nahverkehr geben, der eine Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglicht. Und im ÖR sollten Berichte neutral

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