Kommentare - Welche Risiken hat die lockere Geldpolitik der EZB?

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Umverteilung von unten nach oben

Die Politik und die Geldpolitik sind seit der "Systemrelevanz" von Zockern nur einem angepasst worden: Den Spielplatz für die Zocker zu erhalten und auszuweiten.

Man hätte damals die Hypo Real Estate pleite gehen lassen sollen.

Einmal ein richtiger Knall und sich dann erholen, mit komplett neuer Regulierung der Geldmärkte.

Stattdessen kam man darauf, Geld zu drucken und die Spielcasinos auch noch zu beschützen.

Die Folge ist, dass sehr viele, die Geld für später in Zinsanlagen, Rentensparplänen und Lebensversicherungen angelegt haben am Ende weniger im Geldbeutel haben.

Die Nullzinspolitik enteignet diejenigen, die das tun, was vernünftig ist: Geld beiseite legen.

Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen sind offen.

Eine gigantische Umverteilungsmaschine von unten nach oben und niemand in Sicht, der das stoppt.

Wo führt das hin? Zu

Wo führt das hin?
Zu Altersarmut natürlich.
Zu 80 Millionen armen und 2 Millionen reichen, in Deutschland.
Aber kein Problem. Wir bleiben Exportweltmeister und profitieren so sehr von der EU. Da muss man schon ein wenig großzügig sein.

Zombiefirmen

Frei nach Boris Palmer: "Wir retten Firmen, die in ein paar Monaten sowieso pleite gegangen wären".

„Wer soll das bezahlen...

wer hat soviel Geld, wer hat soviel Pinke Pinke ...“
Wer kennt nicht dieses Lied aus den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts?
Den Schuldenberg abzahlen wird der Staat, also alle hier, die Steuern bezahlen. Dazu wird es Erhöhungen von Steuern und Abgaben geben müssen, und wenn wir richtiges Pech haben (jetzt mal nur auf dieses Thema Finanzen bezogen), kommt auch noch eine Währungsreform - alles schon mal da gewesen, und warum soll sich das nicht wiederholen?
Die Inflation wird weiter diejenigen treffen, die ihr Erspartes nur auf dem Festgeldkonto angelegt haben und den Aktienmarkt meiden (ich bin da investiert für‘s Ansparen im Alter, und so einen Staatsfonds wie in Norwegen wäre auch hier in D eine gute Sache für jene, die nicht direkt in Aktien einsteigen möchten).

Interessant ist die Einschätzung bzgl. der sogen. "Zombie"-Unternehmen (lustiger Begriff, aber die Lage ist natürlich ganz und gar nicht lustig): wie viele Menschen wären da auf einen Schlag arbeitslos? Brutal!

Sin now, pay later

Ein guter Bericht, der die Turbulenzen und Fehlentwicklungen an den Finanzmärkten zutreffend beschreibt. Die Politik des billigen Geldes ähnelt dem Bild eines Drogenabhängigen, der sich nicht mehr von seiner Sucht befreien kann, mit der er sich in den nächsten Tag rettet, von der er aber weiß, dass sie tödlich sein wird. "Sin now, pay later", so könnte man die Situation auch umschreiben. Nun kann und darf man das Problem freilich nicht auf die EZB fokussieren. Alle Staaten der Welt hängen mittlerweile am Tropf des billigen Geldes. Für den Verbraucher heißt dies schon seit langem, einen Teil des Ersparten im Aktienmarkt, insbesondere in günstigen ETF-Fonds (möglichst mit weltweiter Streuung, z.B. msci-world) zu investieren. Wer sein Geld dem guten alten Sparbuch anvertraut, betreibt Geldvernichtung, aber ebenso wenig sollte man allein auf den Aktienmarkt setzen.

Zombisierung

Diese Zombisierung haben wir sehr lange. Es gibt Zombieunternehmen, Zombiebanken und Zombiejobs. Die regierenden Parteien profitieren davon, weil sie den Menschen damit Jobs geben und von ihren Gehälter dadurch auch mehr Steuern einsammeln können. Seit Jahren ist man ja stolz darauf, dass es keine Arbeitslose in Deutschland gibt und man Rekordsteuereinnahmen hat. Dies wird planwirtschaftlich erreicht mit Kreierung unsinniger Jobs zur Last der Leistungsträger einer Gesellschaft. Man lässt sie nicht pleite gehen - too big to fail. Dadurch bekommt die Regierung mehr Einfluss (von Regierung abhängig), mehr Einnahmen (Steuern), mehr Popularität (Stimmen), mehr Kontrolle (unzählige und sinnlose Regularien) auf Kosten der Wirtschaftlichkeit. Nun werden unter dieser großen Blase auch die wichtigsten Leistungsträger und gesunde Unternehmen zerstört bzw. geht die ganze Gesellschaft den Bach runter.

Welche Risiken hat die lockere Geldpolitik der EZB ??

Die Schaffung von Fiatgeld per Mausklick könnte inflationäre Tendenzen befördern. Das ist eine Frage der Quantität.
Aber natürlich geht es mit dem Ankaufen von Staatsanleihen darum, diese Länder faktisch bei ihrer Finanzierung zu unterstützen. Nicht ohne Grund, die hochverschuldeten Länder sollen in der Währungszone gehalten werden, wer davon profitiert ist klar.......

Die lockere Geldpolitik der

Die lockere Geldpolitik der EZB wurde doch über Jahre hinweg damit begründet, dass die Inflation gesteigert werden sollte.
Dazu wäre es aber wesentlich effektiver gewesen, wenn die EZB dieses Geld direkt auf die Konten aller Bürger überwiesen hätte und die es ausgeben. ZB in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens.
Andererseits verstehe ich überhaupt nicht, warum für das Geld, dass die EZB zur Verfügung stellt Zinsen gezahlt werden müssen?
Denn das EZB - Geld entsteht ohne jegliche tatsächliche Leistung, die zu entlohnen wäre, allein durch ein paar Klicks und die Gehälter der EZB - Banker sind ja schon aus dem EU - Haushalt bezahlt. Ergo braucht’s da keine Zinsen, selbst wenn sie nur niedrig sind. Zuallererst sollten die EZB oder wer auch immer zuständig ist, dafür sorgen, dass alle EU - Bürger die gleichen finanziellen Voraussetzungen bekommen und die Regierungen der einzelnen Länder müssen dafür sorgen, dass die sozialen Standards so gut wie möglich und in jedem Land gleich sind.

Eine Frage des Blickwinkels...

Es ist eine Frage des Blickwinkels ob diese Geldpolitik gut oder schlecht ist. Es gibt immer Bereiche die davon profitieren und umgekehrt. Die eigentliche Frage lautet also, wer profitiert wovon und was hat sich eigentlich verändert. Der Artikel ist nicht ganz in der Lage aufzuzeigen, dass diese Geldpolitik dringend notwendig geworden ist, weil der Finanzsektor insbesondere die Banken den Hals nicht voll genug kriegen konnten. Und das über Jahrzehnte. Die nun einst von Mario Draghi begonnene Geldpolitik ist lediglich der Versuch die Verhältnisse wieder zu stabilisieren und zu normalisieren. Zuvor haben sehr viel mehr Menschen darunter gelitten als derzeit und vor allem sind es nun eher die Leute, die ohnehin Geld haben, während es zuvor eher die armen Menschen waren. Hier mag jeder für sich selbst entscheiden, in wieweit die Verhältnisse nun besser oder schlechter geworden sind. Keine Macht dem Geld!

Bedingungsloses Grundeinkommen für die Wirtschaft

Wenn Unternehmen Geld bekommen, ohne etwas dafür tun zu müssen bzw. zu können, dann erinnert mich das stark an das bedingungslose Grundeinkommen.

Mein Vorschlag: Die EZB soll das Geld einfach den Bürgern schenken, statt damit Zombifirmen am Leben zu halten.

Am Tropf der EZB

Die Risiken der EZB-Politik waren von Anfang an bekannt.
Warum macht sie das aber dennoch?
Weil sie so den Staatsbankrott des europäischen Südens verzögern kann.
Sie kauft die Staatsanleihen von Staaten, die finanzierungstechnisch gescheitert sind und deren Staatsanleihen in einem Markt nicht an den Mann zu bringen wären. Das ist der Versuch, ein perpetuum mobile zu konstruieren.
Das geht nicht.
Parallel dazu versucht die EZB den Marktzins gering zu halten, denn der muss beim Kuponzins der Staatsanleihen mit eingepreist werden.
Bei einem schnellen allgemeinen Zinsanstieg auf 2% wäre z. B. Italien finanziell sofort tot.
Die Geldmenge auf Investorenseite wächst deshalb stetig. Das Kapital wird primär in Aktien angelegt, aber auch in der Spekulation mit Grundstücken und Rohstoffen.
Das postmperialistische
Finanzwesen bedient sich hoheitlicher Macht (EZB) , um weiter machen zu können.
Richtig blöd ist leider, dass Lenin und Marx Recht hatten.
Mich ärgert das gewaltig.

Gibt ja einige Artikel

in den letzten Jahren, richtig hat es wohl noch keiner befunden. Und Fehler kommen auch irgendwann zu tragen, bis jetzt haben einen großen Teil die Sparer bezahlt, um es mal ganz einfach auszudrücken.
Geld wird heute nicht mit Hände Arbeit verdient, sondern aus Geld wird einfach Geld, und die Börse zeigt auch nicht mehr an was auf der Welt los ist.
Auch die Insolvenz Aussetzung die jetzt noch gilt, fällt uns irgendwann auf den Fuß.
Regierungen handeln schon eine Weile so, als gäbe es kein Morgen, die Schuldenberge wachsen ins Unendliche, irgendjemand muss das mal bezahlen.
Aber mir schon klar das ich gleich erklärt bekomme , das wäre nicht so, aber da bin ich dann schon unterwegs, und später ist geschlossen ;-).

Vernünftige Geldpolitik

Uns hat die Geldpolitik der EZB geholfen, unser Baudarlehen schneller abzubezahlen. Wenn ich da bedenke, dass meine Eltern früher über 10% Zinsen zahlen mussten, dann war das damals schon sehr unfair.

@ xeniosson

Umverteilung von unten nach oben

Naja, eher umgekehrt, würd ich sagen. Hohe Zinsen verschieben Vermögen zu den Reichen.

Mit anderen Worten:

Das, was Finanzexperten von vornherein vorhergesagt hatten, ist jetzt eingetreten - und wird teilweise als überraschendes Resultat verkauft.
Das ist so, als wenn man sich beim Brückenbau nicht an die Berechnungen der Ingenieure hält („was wissen die schon“; „ist doch alles nur Theorie“; „die wollen nur unsere wunderbaren Ideen verhindern“ etc. pp) und dann furchtbar erstaunt tut, wenn die erste Brücke einstürzt.
Ich fürchte, auch die übrigen Brücken werden noch einstürzen. Es kann leider nicht anders kommen.

@ Bender Rodriguez

Wo führt das hin?
Zu Altersarmut natürlich.

Altersarmut hat andere Gründe, aber nicht niedrige Zinsen. Sie sind also mit Ihrem Mantra in der falschen Diskussion gelandet.

@ sollndas

Frei nach Boris Palmer: "Wir retten Firmen, die in ein paar Monaten sowieso pleite gegangen wären".

Der hat gut reden, er hat keine Firma.

Für Frieden und Wohlstand ..

u.a. Ausgabe 41/2019 der ZEIT: "Kurzschluss im Finanzsystem" - als Laie erkenne ich ganz grob gesagt: das globale Finanzsystem (die EZB als Teil davon) hat die letzten Jahre (und 2019 im Besonderen) nur deshalb überlebt, weil die Lungenmaschine ("Druckerpresse") es am Leben hielt. Eine seltsame, auch zeitliche Parallele zu Covid, wie ich finde. Auch mein eifriger Bankberater kann mir nur erklären: der Konsum ist dringend notwendig, um die Menschen ruhig zu halten, daher darf sich dieses System frei bewegen, als zentrale Stütze gesellschaftlichen Friedens. Risiken? So lange billige Kredite das Volk erpressbar machen und an der Angst andocken können, ja sie geradezu aktivieren können, angehäuften Wohlstand zu verlieren bleibt es politisch legitimiert. Risiken? Sind doch nur Buchwerte .. niemand wird dafür haften. Dieses System ist krank, macht krank und gehört bereinigt!

lockere Geldpolitik der EZB?

Die leistungsbereiten Bürger werden immer weiter und schlimmer zu ausgebeutet.

Da weder bei uns noch in der EU persönliche Leistung von Menschen gewürdigt wird, sondern nur Umverteilung, Alimentierung, BGE und Gleichmacherei das Wort geredet wird kann und wird es nicht besser werden.

n Bernd Kevesligeti Welche

n Bernd Kevesligeti
Welche Risiken hat die lockere Geldpolitik der EZB ??

Die Schaffung von Fiatgeld per Mausklick könnte inflationäre Tendenzen befördern. Das ist eine Frage der Quantität.

Könnte, sollte, müsste.
Die Inflation im Euroraum ist im Durchschnitt der letzten 20 Jahre etwa 2%. Das können Sie ja mal mit der Türkei oder mit Russland vergleichen, wo ganze Bevölkerungsschichten in die Armut abgerutscht sind.

RE: xeniosson um 09:06

Ihr Punkt, die Kapitalmärkte stärker zu regulieren um Spekulation stark zu begrenzen halte ich für absolut sinnvoll - Investition statt Spekultion ! Eine ganze Reihe von Finanzprodukten gehören meiner Meinung schlicht verboten, andere müssten stark besteuert werden.

Wie Sie allerdings Ihre eigene Altersvorsorge realisieren, ob mit Aktienpaket oder Lebensversicherung ist Ihre persönliche Entscheidung. Auch wenn Sie sich für eine Lebensversicherung entschieden haben, spekulieren Sie auf einen lanfristigen Zeitraum auf eine besstimmte Rendite, meist ein Garantiebetrag plus Bonus. Auch der Bonus entsteht durch zusätzliche Erträge auf den Kapitalmärkten und ist spekulativ.

Nun liegen die Zinsen schon seit einiger Zeit darnieder, der Bonus ist futsch und die Versicherer gehen an die Garantieverzinsung. Es war aber die persönliche (Fehl-)Entscheidung eines jeden gewesen, der jetzt betroffen ist. Schlicht schlecht auf die Zinsentwicklung spekuliert !

Gruß Hador

RE: Adeo60 um 09:38

***Sin now, pay later
Die Politik des billigen Geldes ähnelt dem Bild eines Drogenabhängigen, der sich nicht mehr von seiner Sucht befreien kann, mit der er sich in den nächsten Tag rettet, von der er aber weiß, dass sie tödlich sein wird. "Sin now, pay later", so könnte man die Situation auch umschreiben. Nun kann und darf man das Problem freilich nicht auf die EZB fokussieren. Alle Staaten der Welt hängen mittlerweile am Tropf des billigen Geldes.***

Sie haben vollkommen recht mit diesem Teil Ihres Artikels. Er betrifft in erster Linie die Konsolidieung der Staatsfinanzen, welche bei etlichen €-Mitgliedsstaaten nicht so recht vorankommen will. Und je später gehandelt wird, desto stärker werden später die Maßnahmen sein - der Kapitalmarkt fördert am Ende die traurige Wahrheit zutage.

Gruß Hador

Jetzt?

Jetzt wird immer deutlicher: Der Kurs der Zentralbank bringt auch für Europas Wirtschaft Risiken mit sich.
Jedem, aber auch jedem, der ein wenig mitdenkt und dabei den Kopf nicht im Sand hat, ist das schon lange klar. Seltsamerweise räumen unsere Medien diesem Aspekt der Coronaproblematik sehr wenig Raum ein. Dabei werden die Auswirkungen noch deutlich schlimmer sein als hier angedeutet

Re : Bender Rodriguez !

In jedem Land der EU gibt einige Reiche und Superreiche, die immer vom Staat profitieren, ob auf legale oder illegale Weise, das stört schon lange nicht mehr. Es ist für Etliche zum Hobby geworden, den Staat aus zu tricksen, Geld zu verschieben, zu zocken, und zu leben wie die Made im Speck.
Dass in D es weiterhin so gehandhabt wird, von wegen Exportweltmeister, das liegt mit an der Politik, die nicht mal in der jetzigen Pandemie es veranlasst, dass sich alle, wirklich alle an der Bewältigung beteiligen müssen. Der größte Teil der Arbeitswelt kann ohne Einschränkungen weiter wurschteln, als gäbe es keine Pandemie, es können riesige Gewinne eingefahren werden, hohe Dividenden bezahlt, hohe Boni garantiert, und die EU fördert große Konzerne, damit sie nicht pleite gehen, während viele Kleine kurz vor dem Sargnagel stehen !

RE: Oberstudienrat um 10:10; @ Bender Rodriguez

***Altersarmut hat andere Gründe, aber nicht niedrige Zinsen. Sie sind also mit Ihrem Mantra in der falschen Diskussion gelandet.***

... sprach der verbeamtete Oberstudienrat !

Selbstverständlich werden die Renditen der Lebensversicherungen durch die Nullzinspolitik geschmälert. Die versprochenen Boni sind schon aufgezehrt, und die Versicherer gehen schon an die garantierte Verzinsung.
Wenn ein Mitbürger also seinen Lebensabend mit Versicherungen dieser Art hat absichern wollen, heißt es für ihn jetzt, den Gürtel etwas enger zu schnallen - unter Umständen auch Altersarmut.

Gruß Hador

Das Ergebnis (u.a.) der EZB-Geldschwemme ...

... das Geld wird eher nicht in Unternehmen investiert.

Grund:
Es ist einfacher aus Papiergeld noch mehr Papiergeld an den Börsen zu veranstalten.

Die Renditen, die an den Börsen mit dem gedrucktem Geld (u.a.) der EZB erzielt werden können, können auf üblichen wirtschaftlichen/unternehmerischen Weg über Investitionen in Unternehmen nicht erreicht werden.

Auch die Immobilien-Preise werden so massiv mit dem billigem Geld (u.a.) der EZB angeheizt.
Auch die (Laden-)Mieten steigen.

Weitere inflationäre Auswirkungen zeigen sich auf dem Rohstoffmarkt.
Und die schlagen sich wieder in steigenden Preisen der Konsumgüter.

Eine laufende Inflation beginnt.
Oder besser:
Wir sind schon mittendrin.

Eine Geldpolitik ohne echte Wertmaßstäbe ist selbst das Risiko

"Die Nebenwirkungen dieser Geldpolitik sind überall sichtbar: An den Aktienmärkten explodieren die Kurse, als ob es kein Morgen gibt. Wegen fehlender Renditen strömt das Geld an die Börsen. An den Immobilienmärkten wird das Eigenheim zum kaum erschwingbaren Luxus-Objekt. Schließlich produziert die schiere Masse an Liquidität langfristig auch Inflation, entwertet also das Geld, wenn man es nicht rechtzeitig wieder einsammelt.
>> Erste Anzeichen sind real bereits spürbar"

Und diese realen Anzeichen (Inflation) bekommen wie immer zuallererst die zu spüren, die jetzt schon kaum oder gar nicht ihre Grundbedürfnisse decken können.

"Das viele Geld, das so in den Kreislauf fließt, soll die Wirtschaft am Laufen halten. Es ermöglicht Banken, Unternehmen günstig Kredite zu geben, damit sie weiter existieren (...) können"

Diese Pauschalität ist das Problem. "Die Wirtschaft" soll - unbesehen des Nutzens und der Innovationsfähigkeit der Unternehmen für das Gemeinwesen "am Laufen gehalten" werden.

um 09:39 von Orfee

,,...Seit Jahren ist man ja stolz darauf, dass es keine Arbeitslose in Deutschland gibt und man Rekordsteuereinnahmen hat. Dies wird planwirtschaftlich erreicht mit Kreierung unsinniger Jobs zur Last der Leistungsträger einer Gesellschaft."

Ich vermute mal stark, daß Sie sich selbst zur Gruppe der sog. ,,Leistungsträger" zählen. Da bedeuten jene im Schnitt 3, so und soviel Millionen Arbeitslosen seit 2000 nichts weiter als eine Armee von Bittstellern, die eigentlich nicht existiert, außer um für das Teile und Herrsche die Seite zu sein, auf denen der andere Teil der Arbeithabenden nach Feierabend herumhacken kann, weil die anderen ihr Geld (aus)kosten. Auch ich bin Leistungsträger, aber im Gegensatz zur Gattung der Geldvermehrer arbeite ich gewinnbringend an der Ehre der Menschheit, ohne dafür mit Zinsen belohnt werden zu wollen. Wer die wirklichen Leistungsträger der Gesellschaft sind, hat sich zwar gezeigt, aber die Hoffnung, daß daraus eine gesamtgesellschaftliche Erkenntnis...

Die Frage müsste nicht

Die Frage müsste nicht lauten: "Welche Risiken der lockeren Geldpolitik."
Sie müsste lauten: "Wie würde für Deutschland und den anderen EU Mitgliedern, die Post EU Zeit aussehen ?"

Manch unbedarfter mag es ja nicht glauben, aber ohne diese lockere Geldpolitik, wäre sehr schnell Schluss mit diesem EU-Konstrukt.

Wie man angesichts dieser Nullzinspolitik dann landet, sieht man ja jetzt.
Die Leute investieren ihr Geld in Beton Gold.

RE: Oberstudienrat um 10:06; @ xeniosson

***Umverteilung von unten nach oben

Naja, eher umgekehrt, würd ich sagen. Hohe Zinsen verschieben Vermögen zu den Reichen.***

Nun, die Vermögenden dieser Welt haben ganz ander Möglichkeiten ihr Vermögen zu mehren, als der dt. Durchschnittsbürger. Oder was glauben Sie, ab welchen Kapitaleinsatz Sie einen Vermögensberater engagieren können.
Ne, die Zinsen auf das Sparbuch des dt. Kleinanlegers sind für ihn essentiell, auch wegen des mangelnden Wissens über die Möglichkeiten von Kapitalanlagen.

Gruß Hador

@09:51 von nie wieder spd

"Dazu wäre es aber wesentlich effektiver gewesen, wenn die EZB dieses Geld direkt auf die Konten aller Bürger überwiesen hätte und die es ausgeben. ZB in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens."
Jeden nach Gießkannenprinzip zu alimentieren, ist nicht gerecht!
Wie wäre es die Steuern zu reduzieren, die kalte Progression zu verringern, Schichtzulagen steuerlich zu vergünstigen...

H. Goldscheitel

Nicht so recht vorankommen will...
Das ist, selbst für Ihre Verhältnisse, ausgesprochen blumig ausgedrückt.

RE: Seebaer1 um 10:38

***Jetzt wird immer deutlicher: Der Kurs der Zentralbank bringt auch für Europas Wirtschaft Risiken mit sich.
Jedem, aber auch jedem, der ein wenig mitdenkt und dabei den Kopf nicht im Sand hat, ist das schon lange klar.***

Was wäre Ihre Alternative, unter der Berücksichtigung der Konsequenzen, als mitdenkender Bürger, der den Kopf nicht in den Sand steckt ?

Gruß Hador

@10:03 von Oberstudienrat

"Uns hat die Geldpolitik der EZB geholfen, unser Baudarlehen schneller abzubezahlen."
Dafür können sich die jungen Familien ein Eigentum aus eigener Kraft kaum noch leisten, weil die Preise auf dem Immobilienmarkt drastisch gestiegen sind. Ein 120 m² Familienhaus kosten bei uns im Süden ab 800 Tsd. € aufwärts. Wer soll sich das leisten, trotz der günstigen Zinsen?

Re: Oberstudienrat

Ich glaube, man kann nicht pauschal sagen, dass von niedrigen Zinsen pauschal "die Armen" oder "die Reichen" profitieren.

Klar ist jedenfalls, dass Sachwerte (Grundstücke, Immobilien, Aktien und z.B. auch Kunstwerke u.a.) in den letzten 10 Jahren enorm an Wert gewonnen haben und dass sich der Staat hier mit der Besteuerung der Gewinne auch schwerer tut (Sharedeals, fehlende Finanztransaktionssteuer) als mit der Lohnsteuer.

Wer solche Sachwerte besitzt gehört nicht mehr wirklich zu den "Armen", denn da ist das Girokonto oft am Monatsende leergefegt.

Die Wertsteigerungen der Sachwerte lagen zuletzt weit jenseits von 10%, was vielleicht früher in der Hochzinsphase das Wachsturmsparen u.ä. gebracht hätte. Dafür war damals die Wertstabilität höher, denn sowohl bei Aktien wie Immobilien schwanken die Preise stark, was sich dann rächen kann, wenn man zum falschen Zeitpunkt verkaufen muss.

Die Tragik der EZB

Die lockere Geldpolitik der EZB nützt wenig. Die Geldschwemme wird nachgewiesener Maße hauptsächlich eingesetzt von Multinationals die eigene Aktien einkaufen , von Finanzunternehmen die mit dem fast Gratisgeld ganze Branchen zu Unsummen einkaufen die wirtschaftlich nicht zu vertreten sind oder am schlimmsten es ist reines Spekulationsgeld wo gut funktionierende Unternehmen kaputt gemacht werden. ( Siehe die Veröffentlichungen in der amerikanische Wirtschaftspresse).
Die reale Wirtschaft, insbesondere Mittelständische Unternehmen, hat kaum eine Chance diese Billiggeld für echte Investitionen einzusetzen, der Verdrängungswettbewerb geht nit Hilfe der EZB weiter, die Verbesserung der Infrastruktur spielt überhaupt keine Rolle auch wenn gewaltige Verbesserungen möglich wären ( Bundesbahn, Brücken, Straßen ), Ausbildung-Schulen-Unis ( Unsere Zukunft) wenig, Wohnungsbau trotz Geldschwemme völlig ungenügend.
Und alles muss wieder zurück bezahlt werden v. Steuerzahler Otto Normalverbrauche

von Oberstudienrat 10:21

In dem Artikel wird ja auch gesagt, daß es das Ziel der EZB ist, eine gewisse Inflation zu erreichen.

Allerdings sind im europäischen Süden längst Bevölkerungsschichten in die Armut gerutscht. Das hat mehrere Gründe: Die Kosten für die Bankenrettung nach 2008 aber auch Austeritätsauflagen und Handelsbilanzdefitite etc.
Mit der Türkei haben Sie recht, etwa 15 Prozent. Russland 2019 4,47 Prozent, gegenüber früher bis zu 800 Prozent in den 1990er Jahren.

Obestudienrat

Ach echt?
Mit ein wenig Weitblick kann jeder erkennen, wohin höchste Steuern und Abgaben bei Null Zinsen führen. Ganz richtig, zu Altersarmut.
Aber keine Bange, als Beamter musst du dich darum nicht kümmern. Das betrifft nur Arbeitnehmer.

@ Am 22. April 2021 um 10:03 von Oberstudienrat

> Uns hat die Geldpolitik der EZB geholfen, unser Baudarlehen schneller abzubezahlen.

Schön für Sie. Und andere, die keinen Anlass haben zu Bauen und sich auch nicht dem Risiko des Aktienmarktes aussetzen wollen und daher das Geld für später auf die Seite legen werden stillschweigend enteignet.

EZB

Die EZB macht vermutlich alles richtig. Sie verwaltet nur die Fehlkonstruktion des Euros. Viele Ökonomen hatten vor dieser Währungsunion gewarnt, wurden aber nicht gehört. Die naive Vorstellung von Kohl, der Euro werde Europa einigen, wird sich nicht erfüllen. Vermutlich liegen Ökonomen wie Heiner Flassbeck richtig, wenn sie Deutschland wegen seiner Lohnpolitik die Schuld für das Eurodesaster geben. Die Schuld sieht er darin, dass Deutschland nach Eintritt in den Euroraum seine Lohnstückkosten relativ zu den anderen Eurostaaten abgesenkt hat und sich damit entscheidende Wettbewerbsvorteile verschafft hat.

RE: Oberstudienrat um 10:16; @ sollndas

***Frei nach Boris Palmer: "Wir retten Firmen, die in ein paar Monaten sowieso pleite gegangen wären".

Der hat gut reden, er hat keine Firma.***

.

So entstehen Gerüchte !

Die besagte Passage hat B. Palmer so nie gesagt, sondern von dem Mitforisten aus einem seiner Reden zur Coronapolitik entnommen.

Aber statt auf die Sinnhaftigkeit der EZB-Geldpolitik einzugehen, hat er die Chance dadurch leider vertan. Viele solvente Unternehmen, die durch die Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind, werden somit gerettet werden.

Gruß Hador

Euro-EZB-Schuldenförderpolitik ohne Legitimation

K-R Jakisch, ja, Risiken und Schäden wachsen.

Diese EZB ist ein fragwürdiges Konstrukt der EU. Unsere Volksvertreter schauen weg.

Die EZB hat mit einer klassischen Notenbank wie es die Bundesbank war nicht viel zu tun. Sie betreibt mit ihrer "Geldpolitik" Staatschuldenfinanzierung über die Hintertüre. Schuldenmacher im Übermaß sind hier die Helden. Eigenvorsorger, Sparer und Steuerzahler die Dummen.

Altersvorsorge im Eimer, seriöse Banken kommen in Not, Lebensversicherungen ... etc.
Was ist die EZB eigentlich genau? Durch was ist diese EU-€-Politik legitimiert?
Tarnen, Täuschen, Rechts- und Kriterienbrüche von Beginn an mit Euro & Co. am laufenden Band! Griechenland in den Euro gemogelt. Folgen, Rettungschirme, Schuldenschnitte. Hunderte Milliarden versenkt. Gemeinsame Schulden sind längst Fakt und werden forciert.

Die EZB hat nur eine beschränkte Inflationsbetrachtung. Vermögenspreise explodieren. Blasenbildung, Immobilien; in Folge steigen Mieten uferlos.
Das hat keine Zukunft.

Nun, .....

....sehr gespannt bin ich, wann das ganze Geldsystem, welches im Grunde nur auf des Menschen Glauben daran basiert und existieren kann, (wieder mal) zusammenbricht.
Es handelt sich im Grunde um nichts anderes als heisse Luft.
Dann möchte ich uns (deutsche...)Menschen erleben, denen es in den letzten 7 Jahrzehnten so prächtig ging....
Natürlich mit qualitativen Unterschieden....

Der Kapitalismus ist gescheitert!

Es traut sich nur niemand zu sagen. Und wenn der deutsche Michel, trotz Nullzinspolitik, nicht weiter an Wohlstand durch harte Arbeit glauben würde, wäre Europa schon längst gescheitert. Oft wird kolportiert wir hätten ja auch kaum Inflation. Die tatsächliche Inflation kann man an der Entwicklung der Immobilienpreise ablesen. Trotz der niedrigen Zinsen müssen immer noch 20% des Kaufpreises als Eigenkapital aufgebracht werden. Da werden dann aus 100000 € benötigtem Eigenkapital in 2020 schnell mal 108 000 € in 2021. Tja, solange die Löhne nicht auch mal um 8% Netto im Jahr steigen, wird das wohl nichts mit dem eigenem Nest....

09:44 von Bernd Kevesligeti

«Die Schaffung von Fiatgeld per Mausklick könnte inflationäre Tendenzen befördern. Das ist eine Frage der Quantität.»

Die beiden am stärksten verschuldeten Länder der Erde zum BIP sind:

1. Japan / ± 260%
2. Venezuela / ± 240%

Die Inflation war in 01/2021:

1. Japan / - 0,4% Deflation
2. Venzuela / +260% Inflation

Die USA haben auch eine sehr hohe Staatsschuldenquote.
Dort war die Inflation zum gleichen Zeitpunkt: + 2,6%.

No. 1 and 2 sind zwei Extrembeispiele.
Nicht übertragbar auf den Euro als Währungsraum ganz unterschiedlich großer und wirtschaftsmächtiger Staaten.

Das Hätte … Wäre … Könnte … von Inflation steht in keinem zwangsläufigen Zusammenhang zur Staatsschuldenquote.

Sie können mal ganz in Ruhe überlegen, ob der Währungsraum Euro in Wirtschaftskraft, die hinter der Währung steht, eher der USA / Japan,
oder aber eher Venezuela vergleichbar ist.

Das Hätte … Wäre … Könnte … verstirbt dadurch nicht.
Aber es relativiert sich in Erkenntnisgewinn im Vergleichsmaßstab.

Finanzierung von Schulden ist Vertrauenssache

Kredite erhält man, wenn der Gläubiger an die Solvenz des Schuldners glaubt, nämlich, dass der Schuldner Zins und Tilgung aufbringen kann. Bei Griechenland war dieses Vertrauen nicht mehr gegeben, deshalb musste "what ever it takes" retten. Die Schuldenstände sind jetzt höher als damals, so dass weniger Kreditaufnahme eigentlich angesagt wäre.

@um 10:06 von Oberstudienrat

> Naja, eher umgekehrt, würd ich sagen. Hohe Zinsen verschieben Vermögen zu den Reichen.

Ich empfehle dringend, einmal aktuelle Studien zu diesem Thema zu suchen und zu lesen.

Hohe Zinsen bewirken dass man auch als Sparer risikoarm an Zinsen kommt.

Die aktuelle Politik bewirkt Zockerei, auf dem Aktien- und Immobilienmarkt und dafür braucht man schon ein gewisses Risikokapital, um da einzusteigen und anschließend Spekulations-Gewinne zu erzielen.

RE: fathaland slim um 10:40

***Herr Jackisch übersieht oder unterschlägt,
daß ein Großteil des im Umlauf befindlichen Geldes nicht von den Zentralbanken, sondern von den Geschäftsbanken geschaffen wird.***

Die EZB hält aber alle Hebel zur Geldpolitik in ihrnen Händen.
Durch die Negativzinspolitik werden die Banken ja geradezu genötigt Kredite zu vergeben. Vor allem an Staaten, die besser ihre Haushalte konsolidieren sollten um Schulden abzubauen, die aber auch gleichzeitig Wirtschafts- und Arbeitsmarktreformen durchführen sollten. Das wird duch die billigen Kredite nur hinausgezögert.

Gruß Hador

Betreff Eigenheim

Die niedrigen Zinsen auf der einen Seite,haben aber auch zu hohen Immobilienpreisen geführt.So ist das Eigenheim trotz niedriger Zinsen für viele unerschwinglich geworden.
Dazu kommt,dass der Markt für Immobilien ein schwieriges Pflaster geworden ist.
Gute,interessante Objekte werden fast nur noch durch Beziehungen vermittelt.
Baugesellschaften,Banken und Sparkassen suchen nach Objekten für vorgemerkte Kunden.
Für Jemanden,der nicht entsprechende Sicherheiten bieten kann,ist es trotzdem schwierig,bis fast unmöglich einen Kredit zu bekommen.

@ um 10:40 von fathaland slim

Stimmt.
Und wenn man sich das und alle Links dazu durchgelesen hat, könnte man denken, irgendwer hat es so kompliziert gemacht, damit kein Laie mehr nachvollziehen kann, was da eigentlich los ist.
Ähnlich unserem Wirtschaftssystem sorgt auch das Finanzsystem dafür, dass möglichst viel Geld, unabhängig ob in bar oder nur Buchgeld, zu denen fließt, die sowieso schon mehr haben, als ihre gesamte Nachkommenschaft in den nächsten 1000 Jahren ausgeben kann.
Und das muß geändert werden.
Geld macht nur Sinn, wenn es ausgegeben wird. Dazu sollten es auch die bekommen, die kaum soviel haben, dass es zum überleben reicht.
Schon wegen der Chancengleichheit.

@fathaland slim, haben Sie bei der Ablenkung auf die Geschäftsbanken den gesamten Wikipedia-Artikel zur Kenntnis genommen.

Die EZB flutet den Euroraum seit vielen Jahren mit billigem Geld. Wir sind hier längst weit im Billionenbereich. Jetzt kommen die Programme der Coronakrise (PEPP) dazu. Dazu kommen die Bazookas der EU und der Nationalstaaten mit neuen Schulden in unbekanntem Ausmaß.

... und dann diese Ablenkung auf die Geschäftsbanken. Hier geht es um die EZB und ihre schädliche Politik, die keine Zukunft hat.

@Nachfragerin, 09:55 Uhr - Nicht mit der Gießkanne verteilen

Ganz so einfach, wie Sie es darstellen, ist die Situation nun auch wieder nicht. Die rechtspopulistische Regierung Salvini hatte trotz der hohen Verschuldung Italiens Geld an die Massen verteilt, anstatt investive Ausgaben zu tätigen, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Die Folgen dieser desaströsen Politik waren schnell erkennbar. Man öffnete die Staatskasse, um Wählerstimmen zu gewinnen und fuhr damit den Karren gegen die Wand. Unser Staat braucht gerade jetzt Unternehmer, die ihr Unternehmen mittel- und langfristig führen möchten, allen Risiken zum Trotz. Es sind nicht nur Hassadeure unterwegs, wie Sie unterstellen wollen. Und genau für die verantwortungsvoll agierenden Unternehmer braucht es Hilfen. Geld, das mit der Gießkanne verteilt wird, versickert in der Regel.

Es gibt immer Zombiefirmen

Prinzipiell ist dem Artikel zuzustimmen, allerdings gibt es bei jedem Zinssatz Zombiefirmen, die bei höheren Zinsen nicht mehr überlebensfähig sind, egal ob 0% oder 4%, bei Zinssteigerungen kippen immer Firmen um. Allerdings ist der aktuell hohe Anteil dieser Firmen tatsächlich langfristig ungesund. Der EZB den schwarzen Peter zuzuschieben greift allerdings zu kurz. Der Deal ist ja, dass die Notenbanken in wirtschaftlich schlechten Zeiten die Zinsen senken um den Staaten Luft für höhere Schulden zur Konjunkturankurbelung zu verschaffen. Und wenn die Konjunktur dann anzieht, sollten Staaten ihre Verschuldung dank höherer Steuereinnahmen abbauen und der Zins kann dann wieder zur Vermeidung einer überhitzenden Wirtschaft angehoben werden. Wer den Job nicht erledigt sind die Staaten. Da werden lieber Geschenke ans Wahlvolk verteilt anstatt Schulden zu senken. Das ist machtpolitisch verständlich, volkswirtschaftlich ist es katastrophal und inflationär, siehe Aktien- und Immobilienpreise.

RE: werner1955 um 10:18

***Die leistungsbereiten Bürger werden immer weiter und schlimmer zu ausgebeutet.***

So ? ... werden die das ?
Und was hat das mit der Geldpolitik der EZB zu tun ?

***Da weder bei uns noch in der EU persönliche Leistung von Menschen gewürdigt wird, sondern nur Umverteilung, Alimentierung, BGE und Gleichmacherei das Wort geredet wird kann und wird es nicht besser werden.***

Persönliche Leistungen werden in Deutschland und Europa nicht gewürdigt ???
Was für ein Unsinn. Haben nicht erst kürzlich Özlem Türeci und Uğur Şahin (Entwickler des mRNA-Impfstoffs von biontech) das Bundesverdienstkreuz erhalten. Und die vielen anderen Preise, die für herausragende Leistungen vergeben werden. Von denen nagt wohl keiner am Hungertuch. Wenn Sie aber den Ärmsten in einer Gesellschaft auch noch Wurst und Butter vom Brot nehmen wollen, dann führt da höchsten zur Verelendung ganzer Bevölkerungsgruppen, nach dem (AfD-)Motto: Wenn es Deutschland schlecht geht, dann ....

Gruß Hador

Anteil an Wertpapieren

Alle, die hier über Aktien oder Wertpapiere als „Zockerpapiere“ schimpfen, sollten sich mal schlau machen und über den norwegischen Staatsfonds lesen (Details in Wikipedia bzw. Internet). Dieser Fonds ist der größte auf der Erde, seit 1998 bis heute hat er eine bessere Rendite als der DAX erzielt. Und es gibt einen ETF, der diesen Fonds bis zu 99% ablichtet; wer da monatlich spart ( geht mit geringen Beträgen!), wird auf lange Sicht besser fahren als mit einer Kapitalebensversicherung oder nur dem Sparbuch. Man muss halt auch mal eine Delle durchstehen, aber beim monatlichen Ansparen ist das ja kein Problem, weil dann die Anteile auch etwas weniger kosten.
Immer nur über Aktien als Zockerpapiere zu schimpfen machen nur jene, die sich partout damit nicht auseinandersetzen. Ich empfehle jedenfalls meinen beiden Kindern (beide knapp über 20 Jahre), monatlich 25,- Euro in auf Nachhaltigkeit ausgerichtete ETFs oder Fonds zu investieren.

10:51 von 0_Panik

so isses. man sagt es uns nur nicht. siehe preisexplosion bei bauholz einfachster art

10:40 von fathaland slim

«Herr Jackisch übersieht oder unterschlägt, daß ein Großteil des im Umlauf befindlichen Geldes nicht von den Zentralbanken, sondern von den Geschäftsbanken geschaffen wird. Mit jedem Kredit entsteht Geld. Denn es ist nicht so, wie viele wohl meinen, daß Banken Geld verleihen, welches sie haben.»

Problematisch sind allerdings "die Zombies", die wegen der Aussetzung der Insolvenpflicht-Meldung wegen Corona entstehen.

Einerseits Geld, das momentan viele Firmenschließungen mit folgender Arbeitslosigkeit verhindert. Andererseits aber auch Geld, das nicht zu Weiterentwicklung, Innovation, langfristiger Stabilisierung beiträgt.

Dritterseits das sprichwörtliche Dilemma zwischen Pest und Cholera, vor der alle Länder der Erde wegen der Pandemie stehen. Einzelstaaten ohne Währungsraum haben es einfacher, in diesem Dilemma zu agieren.

Die USA und Japan haben vergleichsweise in Relation zur EU viel mehr "Corona-Schulden" neu aufgenommen.

Je eher Corona unter Kontrolle.
Desto klarer wird …

Zu fathaland slim um 10.40

Herr Jackisch sieht das schon richtig. Sie machen demgegenueber einen (verzeihlichen) Denkfehler. Die Giralgeldschoepfung durch die Banken setzt eine risikobehaftete Investitionsunterstuetzungsentscheidung derselben (=Kreditbewilligung) voraus. Und die ist nicht zuletzt abhaengig von bestimmten auch konjunkturell bedingten Gesamtsituationen der Wirtschaft. Die EZB demgegenueber kann anders als die Banken durch KNOPFDRUCK Geldmengen vergroessern oder verkleinern und dadurch die Anreize fuer die Banken bei der Kreditvergabe in beide Richtungen veraendern und konjunkturelle Effekte ausloesen (veraenderte Bankenpolitik). Dieses Instrument der EZB ist gewaltig auch fuer die Realwirtschaft, was Sie dann an den "aufgeregten" Boersen bei Zinsentscheidungen der Zentralbanken jedes Mal weltweit sehen.

@ schellentraum

... weil die Lungenmaschine ("Druckerpresse") es am Leben hielt.

Die Geldmenge hat aber in Wirklichkeit ungefähr so stark zugenommen wie die Wirtschaftstätigkeit, also recht moderat. Ich denke, da sind Sie mit der "Druckerpresse" auf dem Holzweg. Die Bargeldmenge speziell hat sogar abgenommen.

@ Kröterich

Dafür können sich die jungen Familien ein Eigentum aus eigener Kraft kaum noch leisten,

Die Eigentumsquote bleibt aber in Wirklichkeit ungefähr gleich. Reden Sie mal mit Bankern. Meine Kinder sind noch zu jung, aber warum sollten sie nicht mit 30 in den eigenen vier Wänden leben?

@ Stern2100

Die EZB macht vermutlich alles richtig. Sie verwaltet nur die Fehlkonstruktion des Euros.

Der Euro ist unterm Strich nahezu optimal konstruiert. Seinen Platz unter den Top Drei wird er locker behaupten.

@ Gregory Bodendorfer

....sehr gespannt bin ich, wann das ganze Geldsystem, welches im Grunde nur auf des Menschen Glauben daran basiert

Auf was denn sonst?


... und existieren kann, (wieder mal) zusammenbricht.

Mal wieder? Welchen Zusammenbruch haben Sie in Ihrem anscheinend reichen Erfahrungsschatz denn schon erlebt?

11:13, gman

>>Was ist die EZB eigentlich genau? Durch was ist diese EU-€-Politik legitimiert?
Tarnen, Täuschen, Rechts- und Kriterienbrüche von Beginn an mit Euro & Co. am laufenden Band! Griechenland in den Euro gemogelt. Folgen, Rettungschirme, Schuldenschnitte. Hunderte Milliarden versenkt. Gemeinsame Schulden sind längst Fakt und werden forciert.<<

Ihre behaupteten Rechtsbrüche wurden von keinem Gericht dieser Welt festgestellt.

Und Griechenland?

Dieses Land ist für 2% der Wirtschaftsleistung und 3% der Schulden des Euroraumes verantwortlich.

Die sollen jetzt an hunderten versenkten Milliarden schuld sein?

Ich bitte Sie.

@ gman

Hier geht es um die EZB und ihre schädliche Politik, die keine Zukunft hat.

Die Politik der EZB ist relativ vernünftig und eine Zukunft hat sie definitiv.
Bei Ihrer pessimistischen Kritik vermisse ich selbst einen Hauch von Argumenten.

um 10:03 von Oberstudienrat

"Vernünftige Geldpolitik

Uns hat die Geldpolitik der EZB geholfen, unser Baudarlehen schneller abzubezahlen. Wenn ich da bedenke, dass meine Eltern früher über 10% Zinsen zahlen mussten, dann war das damals schon sehr unfair."
.
Dem Bauherren nutzt die Niedrig-/Nullzinspolitik zweifellos. Nur, Ihre Eltern haben eine deutlich höhere Rente bezogen, wie z.B. ich in zehn Jahren mal bekommen werde. Meine Generation hat gesagt bekommen, man müsse privat vorsorgen, da die Rente später nicht reichen wird. Und diese private Vorsorge wird durch die Nullzinspolitik immer schwieriger.

11:29, gman

>>Die EZB flutet den Euroraum seit vielen Jahren mit billigem Geld.<<

So wie das jede Zentralbank eines jeden Industrielandes tut.

Zitat: "Ihr Punkt, die

Zitat:
"Ihr Punkt, die Kapitalmärkte stärker zu regulieren um Spekulation stark zu begrenzen halte ich für absolut sinnvoll - Investition statt Spekultion ! Eine ganze Reihe von Finanzprodukten gehören meiner Meinung schlicht verboten, andere müssten stark besteuert werden."

Um Investitionen zu genreieren (z.B. für Infrastrukturpojekte) waren die Börsen mal vor ca. 200 Jahren sinnvoll - siehe Eisenbahnbau in England des 19. Jahrhunderts
Heute hat man aber auch andere ebenso wirksame Instrumente - man braucht die Börse schon lnage nicht mehr dafür.

Ebenso die "Geldbeschaffung" für Firmen - das passiert einmal bei Ausgabe der Aktien - dann werden diese nur noch "gehandelt" - sprich sie sind die Masse zum "Zocken"

Letzteres macht aber 99,9999% der Tätigkeit einer Börse aus - die Beschaffung von Kapital für Unternehmen passiert in mikroskopischen Grössenordnungen

Für einen funktionierenden Handel und Industrie braucht es KEINE Börsen!

von schabernack 11:19

Wie sich und ob sich inflationäre Tendenzen entwickeln, daß ist eine Frage der Quantität mit der dieses Anleihekaufprogramm betrieben wird.
Mit JAP oder Venezuela hat das nichts zu tun.
Die Gründe warum es von der EZB betrieben wird sind die Stabilisierung von Unternehmen, die vielleicht sonst in die Insolvenz gehen müßten. Aber auch von Staaten......

@ xeniosson

Hohe Zinsen bewirken dass man auch als Sparer risikoarm an Zinsen kommt.

Und von wem soll das Geld kommen? Wer soll gezwungen werden, das Geld für Ihren Profit aufzubringen?

@schabernack Zitat: "Die

@schabernack
Zitat:
"Die beiden am stärksten verschuldeten Länder der Erde zum BIP sind:

1. Japan / ± 260%
2. Venezuela / ± 240%

Die Inflation war in 01/2021:

1. Japan / - 0,4% Deflation
2. Venzuela / +260% Inflation

Die USA haben auch eine sehr hohe Staatsschuldenquote.
Dort war die Inflation zum gleichen Zeitpunkt: + 2,6%."

Japan ist schon aus einem anderen grund ein Sonderfall:
Die Gläubiger der Staatsschulden sind überwiegend die japanischen Bürger selbst - was ein wesentlicher Grund ist das der "Laden" dort aus finanzpolitischer Sicht so stabil ist
--
Die Staatsschuldenquote der USA sind ein anderer Sonderfall:
der US-Dollar ist die "Leitwährung" des Welthandels - insofern können die US-Banken so viel Dollar "Drucken"/"Herstellen" wie sie wollen - das hat keinerlei Auswirkungen auf die Inflation im Binnenmarkt - die meisten Dollars sind NICHT in den USA

Der Mix der ökonomischen Instrumente ist im Ungleichgewicht …

weil sich die EU-Mitglieder eine gemeinsame Fiskalpolitik versagen und die EZB die Geldpolitik als Ersatz nutzt.

  • Die Überbetonung der Geldpolitik …
  • als ökonomisches Steuerungsmedium durch die EZB mit niedrigen Leitzinsen und großvoluminösen Anleihekäufen führt dazu, dass das Gegensteuern gegen die unterschiedlichen Krisen nicht treffsicher genug justiert ist. Blasenbildung am Wohnungsmarkt und Stützung produktivitätsschwacher Unternehmen einkalkuliert.

  • Eine abgestimmte Fiskalpolitik der EU-Mitglieder …
  • würde treffsicherer Investitionen der privaten Wirtschaft anregen können, als die Gießkanne der Niedrigzinspolitik. Ein Investitionsprogramm, das eine europaweite Verkehrs-, Transport und Digitalinfrastruktur fördert und Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen steuerlich incentiviert, ist geeignet, einen Wachstumsimpuls zu setzen.

    @ checkerbun - Grundkenntnisse

    Oft wird kolportiert wir hätten ja auch kaum Inflation. Die tatsächliche Inflation kann man an der Entwicklung der Immobilienpreise ablesen.

    Warum haben die Immobilienpreise nichts mit der Inflation zu tun? Wenn jemand eine Immobilie kauft, verkauft sie ja ein anderer. Beides gleicht sich genau aus.

    Darstellung: