Kommentare - Kabinett billigt Aufstockung: Mehr Soldaten für Mali

21. April 2021 - 12:38 Uhr

Das Kabinett hat grünes Licht für eine Fortsetzung des Mali-Einsatzes gegeben. Das deutsche Kontingent für die EU-Ausbildungsmission soll von 450 auf 600 erhöht werden - im Juli übernimmt Deutschland die Einsatz-Führung. Von Kai Küstner.

Artikel auf tagesschau.de
Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Ob man mit 150 zusätzlichen

Ob man mit 150 zusätzlichen Soldaten mehr Ausbildung erreichen kann ist zumindest fraglich. Das Militär in Mali braucht eher Ausbildung in Demokratieverständnis.

um 15:30 von Sisyphos3 14:34 von melancholeriker

"Wir" sind die Menschen in Deutschland
Menschen mit verschiedensten Vorstellungen, Interessen und Zielen... "

Schön, daß Sie das erkannt haben. Andere Interessen, Vorstellungen und Ziele...
Da werden am Ende nicht Viele übrigbleiben, die mit Ihrem ,,Wir" ohne Nötigung einverstanden sein werden.

,,Ich habe ein Interesse daran dass es mit gut geht, ich und meine Familie
(auch als Patriot meinem Land) friedlich leben kann
ebenso dass es meinen Mitmenschen (auch weltweit) gut geht..."

Auch denen in Mali? Wenn ich mir Ihre Posts ansehe, kommen doch Zweifel auf. Aber immerhin wird mehr als deutlich, was oder wer im Mittelpunkt steht, egal bei welchem Thema.

15:56 von Blitzgescheit

>>Die Probleme, die Afrika hat, rühren auch weniger von sog. "Klima-Verwerfungen", sondern von einer Bevölkerungsexplosion, die nicht ausreichend versorgt werden, da in Afrika sich meist Chaos, Gewalt, Disruption und Armut breit macht, obwohl Afrika lt. dem Wirtschaftsmagazin "The Economist" 60 % aller bebaubaren Ackerflächen auf diesem Planeten hat.<<

... und der Mond ist da wo er ist, weil die Amerikaner dort gelandet sind.

Sie begnügen sich mit der Aufzählung von Auswirkungen ohne deren Ursachen überhaupt in Betracht zu ziehen. Aus meiner Sicht verfolgen die Befürworter des EU-Militäreinsatzes in Mali einen ähnlichen Ansatz.

Lernen unsere Politiker denn nie?

59 Tote und Milliarden Euro hat uns der Krieg in Afghanistan gekostet. Geändert hat sich zwar ein wenig, doch ist abzusehen, das auch das Wenige wieder rückgängig gemacht wird.
Warum wird dieses Desaster in Mali wiederholt? Deutschland wird die Welt nicht retten und die, denen wir heute helfen wollen, werden uns morgen als Nazis beschimpfen.

die Bundeswehr?

falsa demonstratio @
Bei Ihren Auslandseinsätzen sind die BW-Soldaten bezahlte bewaffnetet Kämpfer. Also Söldner.

Von Almosen werden die afrik. Länder sich nicht entwickeln.

Was nutzt es, wenn wir gebrauchten und überschüssigen "Müll" nach Afrika liefern und uns als die Heilsarmee der Welt fühlen?
Damit machen wir nur die einheimische, sich entwickelnde Wirtschaft kaputt. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Gebot der Stunde.
Und erst, wenn es den Menschen besser geht, werden die ewigen Kriege aufhören. Gewalt erzeugt nur wieder Gewalt.

Zum Militäreinsatz

Es gibt ja so etwas wie ein staatliches Gewaltmonopol des Staates zur Durchsetzung von Recht und Ordnung.
Wozu diese Staaten nicht mehr in der Lage sind es durchzusetzen.
Warum ist es überhaupt so weit gekommen?
Diese Frage ist wichtig um die darauf folgene Frage,wie kann man es in Zukunft besser machen zu beantworten.
Das Ausbildunsprogramm der Bundeswehr soll ja wohl dazu dienen,dass Mali und diese Staaten das in Zukunft selber machen können.
Kann nur hoffen,das dies auch gelingen wird,leider habe ich da so meine Zweifel.

Wahnsinn

Der eine Wahnsinn Afgahnistan soll endlich enden.
Der nächste Wahnsinn Mali soll trotz allen Erkenntnissen über die Erfolglosigkeit unsere Tolle Westliche Lebensweise und Kultur anderen Aufzudrängen dafür noch größer werden.
Es ist der Wahnsinn !

@Naturfreund 064 (re 15:31 von @Traumfahrer)

"Und die EU sollte aufhören,viel Müll und alte Autos nach Afrika zu verkaufen,damit hier die Luft sauberer wird."
---

"(...) Schrott von der EU oder aus Deutschland hat auch hier entsorgt zu werden.
Früher hatten wir Kolonialismus,heute haben wir Neokolnialismus.
Es muß gelingen die afrikanischen und auch anderen Staaten in Asien oder Lateinamerika auf Augenhöhe zu kooperieren und damit die Probleme gemeinsam zu lösen.
>> Dafür wäre eine reformierte UNO nötig"

Da haben aber leider die, die vom Status quo profitieren etwas gegen. Und sind dort mächtig genug, sich gegen alle anderen durchzusetzen (wie besonders am Beispiel des Vetorechts im UN-Sicherheitsrat immer wieder aufs Neue erkennbar).
Da eine echte Reform der UNO also quasi der Quadratur des Kreises gleichkäme, halte ich gut organisierte und vernetzte globale "Graswurzelbewegungen" (= lokale "offene" und untereinander kooperierende Bürgerinitiativen, egal ob mit oder ohne Erlaubnis von übergeordneten Stellen) für zielführender.

Am 21. April 2021 um 16:46 von Naturfreund 064

Nehmen wir mal Afghanistan als Maßstab: Ghani hat gesagt, die afg. Sicherheitskräfte können das künftig leisten. Sollte das in Mali so anders sein?

@Am 21. April 2021 um 16:40 von KarlderKühne

Zitat: "Von Almosen werden die afrik. Länder sich nicht entwickeln."

Das ist völlig richtig!

Denn Afrika - sowie jedes andere Land auf diesem Planeten - entwickeln sich erst dann, wenn die Menschen vor Ort Verantwortung übernehmen und das Land auf Vordermann bringen.

Ist ja wohl logo!

Am 21. April 2021 um 14:58 von falsa demonstratio

"Zitat: so der Amtseid der Kanzlerin und jeder kann sich darauf seinen Reim machen:
"...Jeder, der mit irgendetwas, was die Kanzlerin macht, nicht einverstanden ist, meint, er sei dazu berufen, ihr eine Amtseidsverletzung vorwerfen. Die Rechte tut das besonders gerne..."
Der Ausgangspunkt war eine Antwort auf einen Beitrag eines Users --->

"...Scheinbar scheinen dies nur die AfD und die Linken zu erkennen, die gegen den Militäreinsatz sind..."

"Die anderen Parteien erkennen dies auch, aber aus Sicht einer Teilhabe am Geschäft.

Und was mich eigentlich sehr verwundert, die meisten User verurteilen jeglichen Militäreinsatz der BW im Ausland. Ich finde dies gut, aber das Interesse der breiten Masse ist sehr gering. Ich denke nur an meine Teilnahme an den Demos gegen den Doppel-NATO-Beschluss, da zeigte das Volk noch seine Stärke"

Wenn Sie mich schon zitieren, dann bitte nicht aus dem Zusammenhang, denn dies ist unterste Schublade und kenne es aus dem "Schwarzen Kanal

Ich bin froh

... das ich kein Soldat mehr bin und nicht gehorchen muß.
Meinem Sohn habe ich schon ausgeredet Soldat zu werden....Landesverteidigung ja und Bürger unter Gefechtsbedingungen heraushohlen ja.
Der Rest -Nein

Blitzgescheit um 16.45

Ihre umfaengliche Beschreibung des Kontinents ist wiederum bemerkenswert. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob Sie dafuer den Livingstone-Preis bekommen. Pardon. Kleiner Scherz. Muss trotz des ernsten Themas auch mal sein.

Kabinett billigt Aufstockung...

Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist der Einsatz in Mali die größte und wichtigste Auslandsmission der Bundeswehr. 

###

Und auch der überflüssigste Einsatz schlechthin...
Jetzt wo sich das sinnlose 20jähriges Afganistan Abenteuer den Ende nähert, soll nun dieser Einsatz ausgeweitet werden ?
Ich denke das Kabinett wird nun auch mit großer Freude den Wehretat für die marode Bw enorm erhöhen, damit in Zukunft Deutschlands Freiheit in der Sahara verteidigt wird... Mit den gleichen Erfolg wie in Afghanistan ?

Zu blitzgescheit um 16.45

Wenn Sie sich die jaehrlichen Bewegungen auf den Kapitalbilanzen der Industrielaender anschauen, sind 100 Mrd $ pro Jahr fuer einen ganzen Kontinent ein zwar nenne nswerter, aber kein Betrag, der uns arm macht. Zumal dann, wenn man die Handelsvorteile, die die Amerikaner und wir Europaer in diesem Zeitraum ggue. Afrika genossen haben, saldierend gegenueberstellt.

@15:00 von MRomTRom

>> Ich würde sagen, es geht um Weitblick

Richtig:
* im Mali geht es um Weitblick und nicht um das Uran
* im Irak geht es um Weitblick und nicht um das Erdöl
* in Afghanistan geht es um Weitblick und nicht um das Opium

Wie konnte ich nur so Kurzsichtig sein? oO

@ 17:21 von Postquestioner

Die große Bewegung gegen den NATO-Doppelbeschluss hatte mit der abartigen Rüstungsspirale zu tun und war tatsächlich durch breiten Widerstand verschiedener politischer, bürgerschaftlicher, gewerkschaftlicher wie auch kirchlicher Gruppen bestimmt. UN-Einsätze in Ländern wie Mali sind da nicht einfach gleichzusetzen. Das wissen schmerzlichst die Grünen, die im Kosovo-Krieg bis zur Zerreißprobe um ihre Position gerungen haben. Das wird meist bewusst von Grünen-Gegnern übersehen: Es ging darum, einem Völkermord Widerstand zu leisten.
Wer sich vor solchen schwerwiegenden Entscheidungen drücken will, kann das tun, behält aber keine weiße Weste, denn in manchen Situationen macht man sich schuldig, wenn man nichts macht. Oder um es mit Joschka Fischer zu sagen: "...ich stehe auf zwei Grundsätzen, nie wieder Krieg, nie wieder Auschwitz, nie wieder Völkermord, nie wieder Faschismus. Beides gehört bei mir zusammen."

16:45 von Blitzgescheit

>>Afrika hat seit 1990 alleine lt. der UN 3,2 Billionen USD an Entwicklungshilfen erhalten.<<

Kriege haben Afrika zwischen 1990 und 2005 mindestens 211 Milliarden Euro gekostet - ungefähr die Menge an Entwicklungshilfe, die der Kontinent erhielt.

Ich bezweifle Ihre Behauptung von 3200 Milliarden USD an Entwicklungshilfe. Wie auch immer, wie bei den Waffen ist das Geld dann halt für Cola, Recycleautos, gebrauchte Waschmaschinen, Plastikwertstoff, second hand Rechner etc. zurückgeflossen. Schließlich wird Entwicklungshilfe an Bedingungen geknüpft.

... aber natürlich sind die Afrikaner selber Schuld, weil sie die Kolonialisten ins Land gelassen haben, die ihre Kultur mit Füßen getreten, den Kontinent mit Mord und Totschlag "geordnet" und nach eigenen Interessensphären aufgeteilt haben und deshalb staatliche Entwicklungshilfe nur an Staaten mit verständnisvollen Machthabern gewähren können.

Garantiert Weiterbetrieb französischer AKW's

Wieso will man unbedingt das Land Mali "stabilisieren". Warum nicht in anderen Ländern? Bekanntlich verfügt Mali über große Uranvorkommen, die Frankreich für sich gesichert hat. Ohne dieses Uran hätten die Atomkraftwerke in Frankreich ein ernsthaftes Problem für den Weiterbestand. Und ist es nicht so, dass gerade dort bei den Minen besonders viel ausländisches Militär stationiert ist?

Gibt es da einen Zusammenhang? Und falls ja, was hat die Bundeswehr da zu suchen? Wer bezahlt den Einsatz? Gibt es in Deutschland nicht den Atomausstieg?

Künftig

600 statt bisher 450 deutsche Soldaten...diese Aufstockung wird gewiss der „Bringer“ hinsichtlich des Erfolges der deutschen Beteiligung an der angabegemäß gefährlichsten UN-Mission.
Fatelerweise wird die Bereitschaft, bei einer solchen Mission teilzunehmen, von der BW quasi als Voraussetzung für eine Beförderung des jeweiligen Soldaten missbraucht.
Keine Teilnahme, dann verbleibt der Soldat halt im niedrigen Rang und/oder auf einer ungeliebten Dienststelle.
Irgendwie muss man die Soldaten ja dazu motivieren, Kopf und Kragen in solchen Missionen, die schlussendlich doch nichts bringen außer immenser Kosten, zu riskieren.

Ich verstehe das nicht

gut ich bin kein Politiker, aber hat man aus dem Einsatz in Afghanistan nichts aber auch gar nichts gelernt.
Wir haben Problem über Probleme auf der Welt, mit Waffen wurde aber noch kein einziges auf Dauer gelöst.
Es gibt Dinge die funktionieren so einfach nicht.

Überall Terroristen?

Komischerweise suchen sich Terroristen für ihre Umtriebe immer Gebiete aus, die auch von westlichen Konzernen wegen ihrer vorhandenen Rohstoffe sehr begehrt sind (Irak: Öl, Mali: Uran, Libyen: Gas,Öl usw.).

Dann läuft alles immer nach gleichem Drehbuch ab: der Westen schickt seine Soldaten um diese Gebieten zu "stabilisieren" und um die "Frauenrechte" zu verteidigen. Unmittelbar danach kommen westliche Konzerne und sichern sich die Schürfrechte - natürlich zum eigenen Vorteil.

Das gilt aber nicht für Länder wie Saudi-Arabien oder den Vereinigt-Arab-Emiraten. Da spielen offenbar weder die Diktatur noch fehlende Frauenrechte eine Rolle. Da kommt auch kein Militär zur "Befreiung". Westliche Konzerne haben sich dort schon alles unter ihre Nägel gerissen und schöpfen die Gewinne seit Jahrzehnten ab.

@15:14 von werner1955

>> Wir haben da nicht zu suchen, und es gibt
>> auch keine "Intressen" für unserem Land

Nun raten Sie doch mal, wo das Uran herkommt, das in den deutschen AKWs verfeuert wird. oO

Demokratie durch Bomben?

Ein weiteres Land, das der Westen mittels Bomben in eine Demokratie verwandeln will - jedenfalls so die offizielle Meinung.

Natürlich geht es hier nicht um Demokratie, sondern um Rohstoffe (Uran), also um knallharte Geschäfte. Warum werden den Leuten aber immer diese Märchen von Demokratieaufbau, Frauenrechten, Zivilgesellschaft usw. erzählt? Vor allem wenn es, wie im Fall Mali, hauptsächlich um wirtschaftliche Interessen Frankreichs geht. Es soll die Weiterbelieferung französischer Nuklearanlagen abgesichert werden. Punkt! Hier der Atomausstieg und paar Kilometer weiter werden französische Uralt-Anlagen weiter betrieben. Na, wunderbar.

18:02 von saschamaus75 | Selbsterkenntnis ist der erste Schritt


* im Mali geht es um Weitblick und nicht um das Uran
* im Irak geht es um Weitblick und nicht um das Erdöl
* in Afghanistan geht es um Weitblick und nicht um das Opium

Das sind alles vereinfachende Sichten, die den Blick auf eine komplexere Welt verstellen.

Bleiben wir bei Mali:
In dem Land besteht die Gefahr, dass sich Terrororganisationen und islamistische Extremisten einen Rückzungsraum verschafffen, den sie als Operationsbasis für Anschläge und die Eroberung weiterer Territorien verschaffen. Wenn die Europäer das zulassen haben sie mehr als nur ein Problem mit dem Uran.

Wie konnte ich nur so Kurzsichtig sein? oO
Keine Ahnung, sagen Sie es mir.

Und Deutschland wird am Hindukusch verteidigt.

Nachdem Deutschland also am Hindukusch "verteidigt" wurde - jetzt also in Mali? So weit weg? Wo denn noch?

Bekanntlich sind deutsche Soldaten gerade im Nord-Irak und bilden dort kurdische Milizen aus (plus moderne Waffenlieferungen - gratis!). Und das obwohl die Irakische Zentralregierung schon oftmals dagegen protestiert hat! Absolut verständlich, denn kein Staat will eine bewaffnete Parallel-Armee auf seinem Gebiet.

Ich hoffe nur, man hat in Mali wenigstens vorher die Regierung gefragt, oder hat man das intern mit Paris geregelt?

Am 21. April 2021 um 16:12 von Sisyphos3

Zitat: "wer für Geld in einem anderen Land egal für welche Ziel als Soldat arbeitet ist lt Definition ein Söldner"

Ihre Interpretation der Definition ist falsch. Das bezieht sich natürlich nicht auf reguläre Soldaten.

Ich habe eine bessere Definition gefunden bei "helles-köpfchen.de".

Ich bin gewiss kein Freund der Bundeswehr, aber unsere Soldaten als Söldner zu bezeichen, geht m.E. zu weit.

-> pxslo 18:23 --- Westliche Konzerne mal wieder

"Komischerweise suchen sich Terroristen für ihre Umtriebe immer Gebiete aus, die auch von westlichen Konzernen wegen ihrer vorhandenen Rohstoffe sehr begehrt sind (Irak: Öl, Mali: Uran, Libyen: Gas,Öl usw.)."

Das Feindbild "Westen", Konzerne und Kapitalismus darf bei so einer Betrachtung nie fehlen. Damit lässt sich alles so schön erklären.

Komischerweise immer von Leuten, die von dem Wohlstand dieses Systems gut leben, dann aber despotische Systeme anpreisen. Selbstentlarvend.

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User,

die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert.

Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen.

Deshalb haben wir beschlossen, die Kommentarfunktion zu schließen.

Die Moderation

Darstellung: