Kommentare - Chauvin-Prozess in den USA: Die Anwälte haben das Wort

19. April 2021 - 08:21 Uhr

In Minneapolis geht das Verfahren gegen den ehemaligen Polizisten Derek Chauvin wegen des Todes von George Floyd in die entscheidende Phase: Die Schlussplädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung stehen an. Von Julia Kastein.

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Nicht das System, sondern einzelne Polizisten

"Keine Waffen für Polizisten in diesem rassistischen System"

Und wer würde den höchsten Preis zahlen, wenn entwaffnete Polizisten bis an die Zähne bewaffnete Gangster gegenüberstünden? In anderen Worten, wenn die Menschen in den Innenstädten diesen schutzlos ausgeliefert wären.

Nicht das System, sondern einzelne Polizisten sind ein Problem.

unter anderem angeklagt wegen Mord zweiten Grades (im deutschen Recht entspricht das am ehesten Totschlag)

Aber vom Strafmaß her im deutschen Recht eindeutig im Bereich Mord.

Hmm....

"Maxine Waters, schwarze Bürgerrechtsveteranin und Kongressabgeordnete aus Kalifornien ist extra für das Prozessende angereist - und hat wie die meisten hier eine ganz klare Erwartung: Derek Chauvin, der weiße Polizist, unter anderem angeklagt wegen Mord zweiten Grades (im deutschen Recht entspricht das am ehesten Totschlag) soll schuldig gesprochen werden. Und wenn nicht, droht Waters dann noch, dann müsse weiter demonstriert werden - noch aktiver, noch konfrontativer. "Damit sie verstehen, dass wir es ernst meinen."

Also, Sie gehört dem Kongress an, und ist nicht überzeugt dass das Gericht ein faires Urteil spricht? Aber nur dann, falls er nicht schuldig gesprochen wird?

Bei euch ihr Herr'n kann man das das Wesen

Gewöhnlich aus dem Namen lesen.

Scherz beiseite, das er denselben trägt wie eine Französische Theaterfigur, nach der ein gewisser, durch diese repräsentierter, Habitus benannt ist , kann er erstmal nichts.

Aber er scheint ja versucht gewesen zu sein dem Namen Ehre zu machen.

Aber Chauvinismus ist eigentlich nicht Positiv belegt

Demonstrieren, wenn das Urteil nicht nach dem eigenen Wunsch aus

Ja, kann man so machen: Wenn die Richter / Geschworenen nicht so entscheiden, wie man selbst das will, dann muß man mehr demonstrieren "damit die merken, daß wir es ernst meinen".
Das ist das Problem mit "Aktivisten": So richtig es oft ist, wofür sich "Aktivisten" einsetzen, so falsch ist oft deren Rechtsstaatsverständnis: "Ich bin moralisch überlegen und deswegen darf ich mich über das Gesetz stellen!"

Dem Ziel, in diesem Fall Reduktion unangemessener Polizeigewalt, vor allem gegen Schwarze, erweisen solche "Aktivisten" oft einen Bärendienst.
An dieser Stelle frage ich mich auch oft, warum in der Berichtserstattung "Aktivisten" sehr positiv dargestellt werden und nicht in der ganzen Ambivalenz ihres Tuns. Und die Einflußnahme auf das Gericht zu versuchen, ist mindestens ambivalent. Ich sehe es eher als Verstoß gegen rechtsstaatliche Prinzipien an.
Aber: Ausufernde Polizeigewalt ist dennoch nicht zu rechtfertigen und muss - rechtsstaatlich - bekämpft werden.

Naja, ob bei diesem öffentlichen Druck

ein halbwegs objektives Urteil möglich ist, sei mal dahingestellt. Die Drohung, wenn es zu keiner Verurteilung im Sinne der Demonstranten kommt "konfrontativ" zu agieren, ist nicht geeignet, den Rechtsfrieden zu erhalten.
Die Politisierung von Strafprozessen ist immer ein gefährlicher Vorgang.

Eins ist mir völlig unklar

Es gibt faule Äpfel im Polizeidienst, das ist in den USA so das ist hier so...

Was mir schleierhaft ist, warum die überwiegende Mehrheit der Polizisten/innen sich nicht deutlicher von eben dieses distanziert und sich nicht vehementer dabei vorgehen sie aus ihren Reihen zu entfernen.

Ist es dieser Korgeist wirklich wert, dass einige wenige das Ansehen aller beschädigen?

Mal abgesehen davon, dass die negativ Beispiele selbst ja schon gegen den Korgeist verstoßen indem sie Ihre Kollegen schlecht aussehen lassen...

Besonders in den USA gilt, das Problem wird niemals besser werden, wenn Rassisten auf einem Machttrip genau wissen, dass in den seltensten Fällen zur Rechenschaft gezogen werden solange sie nur eine Uniform tragen.

Dies gilt in alle Richtungen... wer andere Vorverurteilt, ist Teil des Problems.

Mal schauen...

... was die Anwälte vom
Derek Chauvin hervorbringen, um die Geschworenen zu der Entscheidung bewegen, ihn nicht wegen Mordes, sondern „nur“ wegen Totschlags zu verurteilen.
Grauenhaft, was da in den USA schon seit Ewigkeiten bzgl. Polizeigewalt, Kriminalität, Diskriminierung etc. abgeht „im Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, und es ist kein Ende in Sicht (egal wer dort politisch an der Macht ist).
Hoffen wir, dass es bei uns nie soweit kommt!

Es wäre sicherlich mal interessant

eine Statistik dazu zu bekommen, wie viele Polizisten und Polizistinnen, egal welcher Hautfarbe, pro Woche oder Tag in den USA von Straftätern verletzt oder getötet werden. Wenn sie sich, im Wissen um die Gefahr, selbst Opfer zu werden, so mancher und manche dieser Menschen übertrieben und ggf. auch falsch verhält, wird dies ziemlich platt als "Rassismus" gewertet. Leider auch von uns, den Zuschauern in Europa. So mancher sollte mal Streifendienst in den USA machen und sich dann nochmal äußern dazu. Dann wäre auch das Wohlwollen gegenüber den "Aktivisten", die, soweit man sehen kann, sehr oft selbst im strafrechtlich relevanten Bereich agieren, etwas gebremst. Die Forderung, im Waffenland USA die Polizei zu entwaffnen, sagt alles.

audiatur et altera pars

Natürlich ist es bedauerlich, wenn ein Mensch zu Tode kommt.

Aber die veröffentlichte Meinung ist wieder sehr einseitig.

Es steht ja fest, dass Herr Floyd versucht hat, sich der Festnahme zu entziehen. Und das ist in den USA wirklich eine sehr schlechte Idee. Man kann davon ausgehen, dass jeder, der sich einer Festnahme durch Polizeibeamte in den USA zu entziehen versucht, massive Gegenreaktionen zu erwarten hat - ja, völlig unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit.

Es muss auch aufgeräumt werden mit der verzerrten Darstellung in den Medien, dass nur und ausschließlich PoC bei Polizeieinsätzen zu Tode kommen würden. Nach Angaben von Statista kamen seit 2015 bei Polizeieinsätzen 1448 Schwarze um. Im gleichen Zeitraum kamen 2786 weiße Menschen bei Polizeiumsätzen ums Leben.

Das sind Fakten. Aber den Ideologen gleich welcher Couleur sind Fakten egal.

@ sonnenbogen, um 09:03

Wenn Sie sich Ihren Kommentar noch einmal unvoreingenommen (ist schwierig) durchlesen werden Sie dessen Fragwürdigkeit feststellen.

Abgesehen davon:
Fanden Sie das Verhalten des Polizisten korrekt, so dass er straffrei bleiben sollte?

Natürlich geht es Ihnen nicht darum, ist klar.

um 09:03 von sonnenbogen

Hmm....
"Maxine Waters, schwarze Bürgerrechtsveteranin und Kongressabgeordnete aus Kalifornien ist extra für das Prozessende angereist - und hat wie die meisten hier eine ganz klare Erwartung: Derek Chauvin, der weiße Polizist, unter anderem angeklagt wegen Mord zweiten Grades (im deutschen Recht entspricht das am ehesten Totschlag) soll schuldig gesprochen werden. Und wenn nicht, droht Waters dann noch, dann müsse weiter demonstriert werden - noch aktiver, noch konfrontativer. "Damit sie verstehen, dass wir es ernst meinen."

Also, Sie gehört dem Kongress an, und ist nicht überzeugt dass das Gericht ein faires Urteil spricht? Aber nur dann, falls er nicht schuldig gesprochen wird?
--------------------
Die ganze Welt konnte die Tat am Bildschirm verfolgen. Frau Waters hat Recht, nur ein Schuldspruch ist ein faires Urteil.

Problem auf beiden Seiten

Ich sehe das Problem auf beiden Seiten. Die Befürworter einer milden Strafe blenden die unverhältnismäßig lange Einwirkung des Polizisten aus. Die Befürworter einer harten Strafe blenden den starken Widerstand bei der Festnahme aus.

Richter und Geschworene vor Ort die ausführlich beide Seiten gehört haben, werden es schon richtig machen.

Fast 9 Minuten auf dem Hals von George Floyd gekniet

Derek Chauvin hat fast 9 Minuten auf dem Hals von George Floyd gekniet und hat ihn erstickt. Dafür gab es keine polizeitaktische Begründung. Das war Totschlag oder Mord.

Es ist dieser Akt überbordender Gewaltanwendung, der vor Gericht verhandelt wird.

09:22 von derdickewisser | Das Töten von Bürgern noch mehr

'Die Politisierung von Strafprozessen ist immer ein gefährlicher Vorgang.'

Das Töten von Bürgern durch nicht zu rechtfertigende Gewalt durch einen Polizisten, der das Tragen der Marke nicht verdient, ist viel gefählicher.

Derek Chauvin bekommt seinen fairen Prozess.

9:03 sonnenbogen

"also sie gehört dem Kongress an, und ist nicht überzeugt, dass das Gericht ein faires Urteil spricht?......"

Tja man höre und staune. Man traut seinem eigenen Vorzeigerechtsstaat nicht so richtig. Ich hoffe die EU hat schon Sanktionen in petto falls das Urteil nicht so ausgeht wie gewünscht.

08:42 von Vielfalt. | Derek Chauvin, nicht das System

'Nicht das System, sondern einzelne Polizisten sind ein Problem.'

Genau. Deswegen steht auch der einzelne Polizist Derek Chauvin und nicht das System vor Gericht.

Die Demonstranten bringen ihre Meinung zum Ausdruck was sie in einem freien Land wie Amerika auch dürfen. Das Gericht spricht ein Urteil über den Täter und die Tat.

@sonnenbogen

"Hmm....

"Maxine Waters, schwarze Bürgerrechtsveteranin und Kongressabgeordnete aus Kalifornien ist extra für das Prozessende angereist - und hat wie die meisten hier eine ganz klare Erwartung: Derek Chauvin, der weiße Polizist, unter anderem angeklagt wegen Mord zweiten Grades (im deutschen Recht entspricht das am ehesten Totschlag) soll schuldig gesprochen werden. Und wenn nicht, droht Waters dann noch, dann müsse weiter demonstriert werden - noch aktiver, noch konfrontativer. "Damit sie verstehen, dass wir es ernst meinen."

Also, Sie gehört dem Kongress an, und ist nicht überzeugt dass das Gericht ein faires Urteil spricht? Aber nur dann, falls er nicht schuldig gesprochen wird?"

Steht nirgendwo, daß sie nicht erwarte, daß das Gericht ein faires Urteil spricht. Das legen Sie ihr in den Mund und daß sie einen Schuldspruch erwartet könnte daran liegen, daß sie den Prozess verfolgt hat. 8 Minuten auf dem Hals eines wehrlosen Menschen zu knien ist kein Versehen: "I can't breathe."

um 09:22 von derdickewisser

,,Naja, ob bei diesem öffentlichen Druck
ein halbwegs objektives Urteil möglich ist, sei mal dahingestellt. Die Drohung, wenn es zu keiner Verurteilung im Sinne der Demonstranten kommt "konfrontativ" zu agieren, ist nicht geeignet, den Rechtsfrieden zu erhalten.
Die Politisierung von Strafprozessen ist immer ein gefährlicher Vorgang."

Sie und die vorangehende Forumsgilde haben wohl kein großes Vertrauen in die US-Justiz, wenn Sie aus einer Ankündigung, die die berechtigte Wut auf einen 400 Jahre alten Mißstand mit seinen verwachsenen Strukturen in legaler und legitimer Weise ausdrückt, als Drohung und Nötigung von Staatsorganen sehen wollen.

Ein unabhängiges Gericht wird deshalb unabhängig, weil es sich nicht um eine politische Konsequenz der Entscheidungen kümmert.

Druck, das waren die über 100 Kilo Mensch, die über 9 Minuten auf dem Hals von George Floyd lasteten. Das ist, wenn Sie so (eher wohl nicht) wollen, Zeugnis und Schandmal für die
,,weiße Überlegenheit" (Überknietheit).

09:03 von sonnenbogen

Und wenn nicht, droht Waters dann noch, dann müsse weiter demonstriert werden
-
da sieht man wie man ne unabhängige Justiz einschätzt

09:19 von paganus65

Angesichts des vorliegenden Bildmaterials und der Zeugenaussagen ist eigentlich vollkommen egal, an was der Mann gestorben ist. Der Polizist hatte 9 lange Minuten Zeit sich seines Tuns bewußt zu werden. Tat er nicht. Er ermordete den Mann. Und da kann es nur ein Urteil geben.

09:19 von paganus65 | Der Rechtsstaat schützt Meinungsfreiheit

'Und die Einflußnahme auf das Gericht zu versuchen, ist mindestens ambivalent. Ich sehe es eher als Verstoß gegen rechtsstaatliche Prinzipien an. '

Ordnungsgemäße Demonstrationen ohne Gefahr für die öffentliche Ordnung zu verbieten, wäre ein Verstoß gegen rechtsstaatliche Prinzipien.

Meinungsbekundungen außerhalb des Bannbereichs des Gerichts sind es nicht.

Was gibt es denn für

Was gibt es denn für vorsätzliche Mord für gewöhnlichn in den usa?
Das kann je nach Staat sehr negativ für den Täter werden.
Warum die Polizei solche Typen deckt und Staatsanwälte nicht abschreckende Strafen verhängen, versteht niemand.
Was wäre wohl passiert, hätte GF den Polizisten "aus versehen" gekillt?
Der wäre jetzt schon in death row.

Chauvin-Prozess

Ich würde mir wünschen, dass bei den Prozessen die Opfer mehr im Vordergrund stehen und nicht die vermeintlichen oder wirklichen Täter. Das könnte sich auch an der Überschrift ablesen lassen. Wäre es nicht angebrachter über den "George-Floyd-Prozess" zu sprechen?

Re: derdickewisser !

Natürlich kann ich verstehen, dass der öffentliche Druck sehr hoch ist. Leider passieren solche "Verbrechen" immer noch, weil bisher der Wille dies zu unterbinden, und die Polizei so qualifiziert aus zu bilden, nicht überall an gegangen wird. Auch die eigene Einstellungen von so manchem Polizisten ist mehr als fragwürdig, wenn er sich nur mit Hilfe, solcher brutaler Gewalt durch setzen will, gegen Afroamerikaner.
In diesem Prozess darf es nur ein Urteil geben, schuldig. Alles andere wäre ein Verrat an den Menschen und der Verfassung, die alle Menschen gleich stellt.
Es ist aber auch ein gesellschaftliches Problem, das sich immer und überall in den USA zeigt, zu viel Egoismus, kein Respekt und immer nur die Kohle !

Da kann man nur hoffen, dass

Da kann man nur hoffen, dass die Geschworenen tatsächlich anonym bleiben, ansonsten sind sie das Ziel von Angriffen, je nachdem wie der Prozess ausgeht von links oder rechts.
Unruhen sind leider fast schon vorprogrammiert, ganz gleich wie der Prozess ausgeht. Es gibt ja schon im Vorfeld Proteste.
Sei es, dass vonseiten der Bürgerrechtler Rassismus-Vorwürfe erhoben werden oder sei es dass von der anderen Seite Versuche gibt, dem Opfer die Schuld zu geben und das ganze als Hexenjagd darzustellen.

Da kann man nur hoffen, dass es zu keinen Unruhen kommt.
Wenigstens giest der aktuelle US-Präsident nicht durch Beleidigungen Öl ins Feuer oder hetzt die Bevölkerung durch Lügen auf...

@derdickewisser um 09:34

Prinzipiell bin ich Ihrer Meinung, dass es ein äußerst schwieriger Beruf ist, in den USA Polizist zu sein - bei dieser Gewaltbereitschaft und Bewaffnung Krimineller.
Aber: in diesem Fall geht es jedoch darum, dass der Polizist den am Boden liegenden Farbigen so lange die Luftzufuhr unterbunden hat, bis er erstickt war; zuvor hatte dieser ja noch gesagt, er könne nicht atmen. So was kann ich absolut nicht mehr mit der allgemeinen Situation entschuldigen! Ich verstehe auch nicht, warum die anderen Polizisten, die dabei waren (man sieht es ja auf dem bekannten Video), dies nicht unterbunden haben - wahrscheinlich sind sie „aus dem gleichen Holz geschnitzt“ wie der Derek Chauvin.

@Einfach Unglaublich um 09:50

>den Ideologen gleich welcher Couleur sind Fakten egal.<

Quot erat demonstrandum

>Nach Angaben von Statista kamen seit 2015 bei Polizeieinsätzen 1448 Schwarze um. Im gleichen Zeitraum kamen 2786 weiße Menschen bei Polizeiumsätzen ums Leben.<

das macht, laut Statista:
35 getötete Schwarze pro Mio Einwohner
vs
14 getötete Weisse pro Mio Einwohner.

Damit ist das Individuelle Risiko für einen Schwarzen von einem Polizisten getötet zu werden 2,5 mal so hoch wie Für einen Weissen.

Zahlen können Lügen wenn man sie in Dumme Fakten verwandelt.
Danke für ihre Demonstration der Mechanik.

@ 10:10 von MRomTRom

Genau. Deswegen steht auch der einzelne Polizist Derek Chauvin und nicht das System vor Gericht.

Ja, Sie und ich wissen das, aber:

Die Demonstranten bringen ihre Meinung zum Ausdruck was sie in einem freien Land wie Amerika auch dürfen.

mit:

<<"Keine Waffen für Polizisten in diesem rassistischen System", rufen die Demonstranten an diesem Wochenende>>

Diese Demonstranten wissen es wohl noch nicht.

@Einfach Unglaublich

"Es muss auch aufgeräumt werden mit der verzerrten Darstellung in den Medien, dass nur und ausschließlich PoC bei Polizeieinsätzen zu Tode kommen würden. Nach Angaben von Statista kamen seit 2015 bei Polizeieinsätzen 1448 Schwarze um. Im gleichen Zeitraum kamen 2786 weiße Menschen bei Polizeiumsätzen ums Leben.

Das sind Fakten. Aber den Ideologen gleich welcher Couleur sind Fakten egal."

Die üblichen Methoden der Freunde der "weißen Rasse." Whataboutism, Schuldumkehr, Strohmänner.

Niemand, wirklich niemand, hat jemals behauptet, es kämen ausschließlich PoC bei Polizeieinsätzen zu Tode.

Am 19. April 2021 um 09:50 von harry_up

"Abgesehen davon:
Fanden Sie das Verhalten des Polizisten korrekt, so dass er straffrei bleiben sollte?

Natürlich geht es Ihnen nicht darum, ist klar."

Nein, darum geht es wirklich nicht.
Ich kann den Fall nicht beurteilen, sehr komplex. Ich weiss nicht ob Sie einmal in den USA waren, aber es gibt dort wirklich enorm grosse (schwarz oder weiss) Buerger, die sind durchtrainiert und wiegen locker 150kg ++.
Falls er dann auch noch im Polizeiwagen gesessen hat, und Platzangst bekam (ich habe eine Wespenphobie), raus ging, dann möchte ich nicht wissen was da wirklich los war.... Eine Person ist zu Tode gekommen, und das ist schlimm. Darum ist der Polizist ja auch ZURECHT angeklagt.
Deshalb geht hier darum, ob ich als Kongressabgeordente diesem System vertraue, das Recht gesprochen wird... Meiner Meinung nach sollte ich das nicht anzweifeln, falls ich meine Hand schwörend auf die Bibel gelegt habe.

es überrascht nicht

dass hier sofort Foristen das Wort ergreifen, in denen "Rechtsstaat" aus einer Exekutive besteht, die uneingeschränkt schalten und walten kann, und einer Justiz als deren willfährigen Vollstrecker / Beschützer. Es wird ja auch gerne beklagt, dass es hierzulande nicht so ist.
Auch zu erwarten: der Hinweis, GF habe sich der Festnahme entziehe wollen. Klar, da muss man als Polizist schon mal jemanden umbringen dürfen. Wer hätte schon wissen können, ob der Verhaftete, wenn man das Knie zu früh von seinem Hals nimmt, nicht aufspringt und alle umstehenden Polizisten meuchelt. Ganz klare Notwehr.
Und wenn man den schweren Dienst der amerikanischen Polizisten bedenkt, dann muss man Verständnis dafür haben, dass die frustriert sind und eben mal jemanden ermorden. Würde jeder von uns an deren Stelle auch.
Kopfschüttel.

09:50 von Einfach Unglaublich | Einfach Unglaublich einseitig

'Man kann davon ausgehen, dass jeder, der sich einer Festnahme durch Polizeibeamte in den USA zu entziehen versucht, massive Gegenreaktionen zu erwarten hat

Nur heißt massive Gegenreaktion nicht, dass man einen Mann, der bereits wehrlos auf dem Boden liegt, mit dem Knie 9 Minuten lange die Luft abdrückt bis er tot ist. Polizisten sind Vollzugsbeamte, keine Richter und Henker.

'Nach Angaben von Statista kamen seit 2015 bei Polizeieinsätzen 1448 Schwarze um. Im gleichen Zeitraum kamen 2786 weiße Menschen bei Polizeiumsätzen ums Leben.'

Was statistisch belegt, dass Schwarze mit einem Bevölkerungsanteil von 13 % überdurchschnittlich von Tötungsdelikten durch Polizeieinsätze betroffen sind.

'Das sind Fakten. Aber den Ideologen gleich welcher Couleur sind Fakten egal.'

Also ihnen selbst.

um 09:50 von Einfach Unglaublich

,,Es steht ja fest, dass Herr Floyd versucht hat, sich der Festnahme zu entziehen. Und das ist in den USA wirklich eine sehr schlechte Idee. Man kann davon ausgehen, dass jeder, der sich einer Festnahme durch Polizeibeamte in den USA zu entziehen versucht, massive Gegenreaktionen zu erwarten hat - ja, völlig unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit."

Ich wusste nicht, daß man dort schon Polizeiroboter hat, die auf eine stramme Abfolge schwerstkräftiger, nicht umkehrbarer Befehle programmiert sind. Haben Sie das Video gesehen, das über 9 Minuten lange und für die ganze digitale Welt sichtbare Zeugnis von der schweren Überlegenheit der vermeintlichen Elite, arrogant auf dem wehrlos ausgelieferten Mann, der wusste, daß er nun stirbt? Da leiden die Anständigen mit, andere genießen es, weil es ihrem Konzept von der gerechten Ordnung in der Welt entspricht. Aber von denen hört man kaum was, außer man bewegt sich in den einschlägigen Hassmedien. Da geht es aber ,,ehrlicher" zu.

Rodney King verdict

Die Beweise gegen Derek Chauvin sind overwhelming, wie wir sagen.
In einer perfecten Welt kann die jury nur zurueck kommen mit guilty verdict.

Wenn nicht (wie bei Rodney King verdict), die looters and rioters warten nur auf ein innocent, und es gibt ein disaster. Das waere schlimm und es spielt in die Haende von right-wing GOP.

Hoffentlich geht alles gut

@10:16 von MRomTRom | Meinungsfreiheit USA

Ordnungsgemäße Demonstrationen ohne Gefahr für die öffentliche Ordnung zu verbieten, wäre ein Verstoß gegen rechtsstaatliche Prinzipien.
Meinungsbekundungen außerhalb des Bannbereichs des Gerichts sind es nicht.

Natürlich.
Sie können auch dankbar sein, dass richtigerweise in den USA noch keine Gesetze gegen "Hass und Hetze" (die unliebsame Meinungen als Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellen) erlassen werden können.

...

"Keine Waffen für Polizisten in diesem rassistischen System"

Das ist natürlich Blödsinn, die Polizei muss in der Lage sein, das Gesetz aufrechtzuerhalten, und dafür benötigt man eine entsprechende Ausrüstung.
Solche Parolen helfen nur denjenigen, die jede Debatte um Rassismus oder fehlerhafte Polizeiausbildung im Keim ersticken wollen.

Angesichts der etlichen Fälle von überzogener Gewalt durch Polizisten muss man sich natürlich die Frage stellen, inwieweit Fehler in der Ausbildung dafür verantwortlich sind.
Sicherlich ist es auch nicht hilfreich, dass die Sicherheitsbehörden der USA derart dezentralisiert aufgestellt sind. Kompetenzgerangel und uneinheitliche Ausbildungen sind da vorprogrammiert.
Dazu kommt noch die Rassismusproblematik

jukeb

"
Am 19. April 2021 um 10:07 von jukep
9:03 sonnenbogen

"also sie gehört dem Kongress an, und ist nicht überzeugt, dass das Gericht ein faires Urteil spricht?......"

Tja man höre und staune. Man traut seinem eigenen Vorzeigerechtsstaat nicht so richtig. Ich hoffe die EU hat schon Sanktionen in petto falls das Urteil nicht so ausgeht wie gewünscht."

Das steht nirgendwo im Artikel, das Zitat hat ihr der User in den Mund gelegt.

@09:34 von derdickewisser

>> Die Forderung, im Waffenland USA die
>> Polizei zu entwaffnen, sagt alles.

Ähh, das Unmögliche fordern, um das Notwendige zu erreichen? -.-

Vorstellungen

"Es könnte ein Pulverfass werden, wenn dieses Urteil nicht so ausgeht, wie sich das viele Aktivisten vorstellen."

*

Das finde ich sehr bedenklich.
Jetzt wird das Urteil egal wie es ausfällt angezweifelt werden. "Nur unter Druck entstanden" usw.

Wäre es nicht besser gewesen die Polizeiliche Ausbildung anzupassen? Und sei es auch Beschwerdestellen über Kollegen zu prüfen?

@Bender Rodriguez

"Am 19. April 2021 um 10:27 von Bender Rodriguez
Was gibt es denn für

Was gibt es denn für vorsätzliche Mord für gewöhnlichn in den usa?
Das kann je nach Staat sehr negativ für den Täter werden.
Warum die Polizei solche Typen deckt und Staatsanwälte nicht abschreckende Strafen verhängen, versteht niemand.
Was wäre wohl passiert, hätte GF den Polizisten "aus versehen" gekillt?
Der wäre jetzt schon in death row."

Doch, ich verstehe, warum Staatsanwälte keine abschreckende Strafen verhängen. Das liegt daran, daß Staatsanwälte keine Strafen verhängen. Das tun Richter nach einem Prozess.

um 10:13 von Sisyphos3 09:03 von sonnenbogen

[,, Und wenn nicht, droht Waters dann noch, dann müsse weiter demonstriert werden"]
-
,,da sieht man wie man ne unabhängige Justiz einschätzt"

Wer ist ,,man"?

Mrs. Waters? Sie oder User @sonnenbogen? Oder das unfassbare Etwas, das hier beständig als ,,Wir" umher schleicht, die machtfrohe Konsensmehrheit? Auch in der Jetztzeit wird es nicht gerne gesehen, Kaugummi unter den Tisch zu kleben.

@MRomTRom

"Chauvin hat fast 9 Minuten auf dem Hals von George Floyd gekniet und hat ihn erstickt. Dafür gab es keine polizeitaktische Begründung" Am 19. April 2021 um 10:01 von MRomTRom

*

Warum dann die Vorwürfe des strukturellen Rassismus?

@09:55 von Giselbert

>> Die Befürworter einer harten Strafe
>> blenden den starken Widerstand bei
>> der Festnahme aus.

Ähh, wo sehen Sie da jetzt genau irgendwie geartet "starken Widerstand" in dem Video? oO

@Sisyphos3

"
Am 19. April 2021 um 10:13 von Sisyphos3
09:03 von sonnenbogen

Und wenn nicht, droht Waters dann noch, dann müsse weiter demonstriert werden
-
da sieht man wie man ne unabhängige Justiz einschätzt"

Sie können getrost davon ausgehen, daß Waters als Abgeordnete den Prozess entweder selbst verfolgt oder zumindest gut informiert ist. Und wenn Sie von der Schuld Chauvins aufgrund des Prozessverlaufs überzeugt ist und alles andere als einen Schuldspruch für falsch hält, dann ist das Waters gutes Recht, an der Unbhängigkeit der Justiz in diesem Fall zu zweifeln. Auch eine Abgeordnete darf eine Meinung haben. Auch wenn es Ihnen nicht gefällt.

10:13, Sisyphos3

>>09:03 von sonnenbogen
Und wenn nicht, droht Waters dann noch, dann müsse weiter demonstriert werden
-
da sieht man wie man ne unabhängige Justiz einschätzt<<

Und das zu Recht.

Die Rechtsgeschichte der USA ist angefüllt mit rassistisch motivierten Fehlurteilen.

Wenigstens darf man in den USA gegen ein Fehlurteil demonstrieren, ohne mit zumindest direkten Schikanen rechnen zu müssen.

10:07, jukep

>>9:03 sonnenbogen
"also sie gehört dem Kongress an, und ist nicht überzeugt, dass das Gericht ein faires Urteil spricht?......"

Tja man höre und staune. Man traut seinem eigenen Vorzeigerechtsstaat nicht so richtig. Ich hoffe die EU hat schon Sanktionen in petto falls das Urteil nicht so ausgeht wie gewünscht.<<

Der angebliche Vorzeigerechtsstaat ist sehr, sehr fehlerbehaftet. Politische Weisungen an Richter zählen allerdings nicht zu seinen Fehlern.

Und ich wüsste nicht, daß die EU jemals Sanktionen wegen eines Gerichtsurteils verhängt hätte.

Neben der Ausbildung ist

Neben der Ausbildung ist natürlich auch der Rassismus ein Problem.
Die jahrhundertelange systematische Benachteiligung von Afroarmerikanern hat Folgen bis heute. Auch wenn die Rassentrennung seit den 1960ern nicht mehr gilt, ihre Folgen sind bis heute zu spüren.
Die Überrepräsentation bei Straftaten (und damit auch bei den Opfern der Polizeigewalt) sind direkte Folgen.
Dazu kommen natürlich noch rassistische Einstellungen bei einigen Polizisten heute noch.
Die Geschichte der USA ist auch eine Geschichte der Benachteligungen von Minderheiten, daran hat auch das politische und rechtliche System lange Zeit nichts geändert.

@Wolf1905

"
Am 19. April 2021 um 09:29 von Wolf1905
Mal schauen...

... was die Anwälte vom
Derek Chauvin hervorbringen, um die Geschworenen zu der Entscheidung bewegen, ihn nicht wegen Mordes, sondern „nur“ wegen Totschlags zu verurteilen.
Grauenhaft, was da in den USA schon seit Ewigkeiten bzgl. Polizeigewalt, Kriminalität, Diskriminierung etc. abgeht „im Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, und es ist kein Ende in Sicht (egal wer dort politisch an der Macht ist).
Hoffen wir, dass es bei uns nie soweit kommt!"

Genaugenommen müßten die Anwälte Chauvins dazu gar nichts tun. Denn die Anklage lautet auf Mord zweiten Grades, was nach unserem Rechtssystem in etwa Totschlag entspricht. Steht im Artikel.

08:42 von Vielfalt.

Nicht das System, sondern einzelne Polizisten sind ein Problem.
.
das ist die Frage !
wenn man nen Polizisten in 6 Wochen ausbildet,
bleibt natürlich einiges auf der Strecke.
Ebenso wenn man sich nem Jugendlichen gegenübersieht
und nicht weiß, wenn der in die Tasche greift, ist es ein Lolli oder ne 45er

@melancholeriker, 10,12

Ich wusste zwar nicht, dass ich zu einer "Forumsgilde" gehöre, aber in einem Punkt gebe ich Ihnen Recht: ich habe kein allzu großes Zutrauen in die US-Justiz. Das liegt nicht zuletzt an dem in meinen Augen völlig überholten System der Geschworenen. Im übrigen ist es nicht die Ankündigung, eine "berechtigte Wut ... in legaler und legitimer Weise" auszudrücken, sondern eben die Drohung mit Gewalt auf der Straße, sollte das Urteil den selbsternannten "Aktivisten" nicht gefallen.
Im übrigen erinnere ich mich nicht, den Vorgang der Tötung des Mannes selbst relativiert zu haben. Das wird aber von den Mitgliedern Ihrer "Gilde" gern miteinander vermischt.

Es gibt keine Rechtfertigung für die Tat von Chauvin

George Floyd lag regungslos auf dem Boden und war von einer Übermacht an bewaffneten Politzisten umringt. Keine Gefahr für irgendjemand.

Er rang nach Luft und hat die Gefahr seines Erstickungstodes durch ein 'I can't breathe' zum Ausdruck gebracht. Dennoch hat Derek Chauvin ihn mit seinem vollen Körpergewicht und einem immer wieder nachdrückenden Knie getötet.

Dafür gibt es keine Rechtfertigung.

'Verteidigt' wird er von Leuten, die Rassismus leugnen, weil sie sich rassistischen politischen Kräften verbunden fühlen und das Aufdecken von Rassismus ihre politische Heimat abwertet.

09:50 von Einfach

09:50 von Einfach Unglaublich

// Es steht ja fest, dass Herr Floyd versucht hat, sich der Festnahme zu entziehen. //

Haben Sie für diese Aussage einen belastbaren Beweis ?
Meine Erinnerung ist da anders. Und Google hat mir das gebracht :

** Die Videos zeigen, wie George Floyd von vier Polizisten mit vorgehaltener Waffe festgenommen wird, weil dieser mit einem mutmaßlich falschen 20-Dollar-Schein bezahlt haben soll. Auf einer der Aufnahmen ist Floyd zu hören, der "bitte erschießt mich nicht" sagt, als die Beamten ihn vor dem Laden aus seinem Wagen holen. Sie legen dem Afroamerikaner Handschellen an und bringen ihn zu einem Streifenwagen. **
Quelle :
"https://www.fr.de/politik/usa-george-floyd-prozess-gericht-minneapolis-…"

Für mich hört sich das anders an.

@MRomTRom, 10.04

Das "Töten von Bürgern durch nicht zu rechtfertigende Gewalt durch einen Polizisten, der das Tragen der Marke nicht verdient" ist sicherlich ein Verbrechen, das gerichtlich geahndet werden muss -und ja auch wird.
Der Versuch der Einflussnahme auf einen Strafprozess aus politischen Gründen - selbst wenn es keine verwerflichen sind - ist indes für das Rechtssystem als solches und damit für den Rechtsfrieden insgesamt gefährlich und daher m.E. schwerwiegender als eine Einzeltat, so kriminell sie auch sein mag.

10:27 von Bender Rodriguez

>>Warum die Polizei solche Typen deckt und Staatsanwälte nicht abschreckende Strafen verhängen, versteht niemand.<<

Vermutlich verstehen Sie das nicht, weil auch bei uns oder in anderen Ländern, Staatsanwälte keine abschreckende Strafen verhängen.

08:42 von Vielfalt.

>>"Keine Waffen für Polizisten in diesem rassistischen System"

Und wer würde den höchsten Preis zahlen, wenn entwaffnete Polizisten bis an die Zähne bewaffnete Gangster gegenüberstünden? In anderen Worten, wenn die Menschen in den Innenstädten diesen schutzlos ausgeliefert wären.
Nicht das System, sondern einzelne Polizisten sind ein Problem.
<<

Allein deswegen ist es albern, das überhaupt zu fordern. Die PolizistInnen würden lächerlich und hilflos wirken. Sie könnten noch nicht mal einen Diebstahl in ihrem Beisein stoppen, ohne die Person von hinten zu überrumpeln... geschweige denn einen Mörder irgendwie stoppen. Der Gedanke allein daran lässt mich erahnen, wie das ausgenützt würde...wenn der Waffenbesitz innerhalb der Bevölkerung doch erlaubt sind.

09:19 von paganus65

>>Demonstrieren, wenn das Urteil nicht nach dem eigenen Wunsch aus
Ja, kann man so machen: Wenn die Richter / Geschworenen nicht so entscheiden, wie man selbst das will, dann muß man mehr demonstrieren "damit die merken, daß wir es ernst meinen".
Das ist das Problem mit "Aktivisten": So richtig es oft ist, wofür sich "Aktivisten" einsetzen, so falsch ist oft deren Rechtsstaatsverständnis: "Ich bin moralisch überlegen und deswegen darf ich mich über das Gesetz stellen! [...]
An dieser Stelle frage ich mich auch oft, warum in der Berichtserstattung "Aktivisten" sehr positiv dargestellt werden und nicht in der ganzen Ambivalenz ihres Tuns. Und die Einflußnahme auf das Gericht zu versuchen, ist mindestens ambivalent. Ich sehe es eher als Verstoß gegen rechtsstaatliche Prinzipien an.
<<

Ich möchte Ihnen danken, dass Sie meine Gedanken wieder aufgeschrieben haben.

09:27 von Deeskalator

dass einige wenige das Ansehen aller beschädigen?
.
sind sie sich da so sicher ?
wissen sie wie die Mehrheit der US Bürger tickt ?
also ich weiß es nicht
und den Medien glauben ... ?
immerhin haben 47 % den Trump gewählt
von daher scheinen gewisse Unterschiede zu hier zu bestehen

09:27 von Deeskalator

>>Dies gilt in alle Richtungen... wer andere Vorverurteilt, ist Teil des Problems.
<<

Sie sprechen es aus, Vorurteil in alle Richtungen: ob für Farbige oder "weiße alte Männer"... beides Vorurteile.

um 10:16 von MRomTRom

Zitat:"Ordnungsgemäße Demonstrationen ohne Gefahr für die öffentliche Ordnung zu verbieten, wäre ein Verstoß gegen rechtsstaatliche Prinzipien."

Darum geht es hier nicht. Ich sprach nicht von Meinungs- oder Demoverboten.

Ich spreche von einer Aktivistin, die eine Aussage macht, die man als Androhung von Gewalt für den Fall eines nichtgefallenden Urteils verstehen kann.

Zitat:"Meinungsbekundungen außerhalb des Bannbereichs des Gerichts sind es nicht."
Nicht alle Sprachäußerungen sind "Meinungsbekundungen".
"Wenn das Gericht so entscheidet, werden wir angreifen" ist eine Drohung.
Ob mit "Konfrontativ werden" Handlungen gemeint sind, die gegen das Recht verstoßen oder gar "angreifen" bedeuten, hätte eine Gegenfrage sein müssen. Die ist leider unterblieben oder wurde nicht berichtet.

Ungeachtet dessen sehe ich die videodokumentierte Handlung des Polizisten als unmenschlich und unmoralisch an.

10:12 von melancholeriker

Das ist, wenn Sie so (eher wohl nicht) wollen, Zeugnis und Schandmal für die
,,weiße Überlegenheit" (Überknietheit).
.
wenn man es so sehen will ....
für mich erst mal ein Zeichen von Brutalität und fehlender Empathie.
In jedem Fall aber eine Frage fehlender Eignung für den Polizeidienst

09:50 von Einfach Unglaublich

Nach Angaben von Statista kamen seit 2015 bei Polizeieinsätzen 1448 Schwarze um. Im gleichen Zeitraum kamen 2786 weiße Menschen bei Polizeiumsätzen ums Leben.
.
wenn man dann noch bedenkt dass der Anteil der Schwarzen 6 % in der Bevölkerung beträgt ...
Wie will man da argumentieren ?
Wenn es so viele Faktoren gibt, die mitberücksichtigt werden müssten

09:50 von Einfach Unglaublich

"Natürlich ist es bedauerlich, wenn ein Mensch zu Tode kommt.

Aber die veröffentlichte Meinung ist wieder sehr einseitig.

Es steht ja fest, dass Herr Floyd versucht hat, sich der Festnahme zu entziehen. Und das ist in den USA wirklich eine sehr schlechte Idee."

,.,.,.

Eine schlechte Idee warum?

Weil man da dann natürlich damit rechnen müsse, dass ein Polizist ihn dann ermordet?

Und das sei dann zwar "bedauerlich", wenn ein Mensch "zu Tode kommt", aber - nach Ihrem Schreibduktus zu urteilen - doch dann völlig angemessen?

Jesus Maria!

um 10:15 von ZWB1

" Der Polizist hatte 9 lange Minuten Zeit sich seines Tuns bewußt zu werden."
Ja. Und es wurde ihm von anderen auch gesagt...

"Tat er nicht. "
Woher wissen wir das? Wusste er um den Ausgang seiner Handlung? Genau das versuchen Juristen nun zu klären.

"Er ermordete den Mann."
Mord? Totschlag? Unfall? Und in den USA gibt es nochmals andere Abstufungen... Überlassen wir das den Fachleuten, die dafür zuständig sind...

"Und da kann es nur ein Urteil geben."
Erstens: Nein, es kann viele geben, je nach dem, was bei obigen Fragen rauskommt.
Zweitens: Dieser Satz "Und da kann es nur ein Urteil geben." macht mir Angst. Er klingt nach Lynchjustiz und Hexenprozessen.

Ich denke, die US-Justiz kann das besser beurteilen als die Demonstranten. Und sie ist zuständig.
Was ich hier eben bedenklich finde ist, daß der Satz "Und da kann es nur ein Urteil geben." geeignet ist, "Aktivisten" ihrerseits Unrecht begehen zu lassen. Damit wird weder der Tote geehrt, noch dem Recht Geltung verschafft.

09:19 von paganus65

"Das ist das Problem mit "Aktivisten": So richtig es oft ist, wofür sich "Aktivisten" einsetzen, so falsch ist oft deren Rechtsstaatsverständnis: "Ich bin moralisch überlegen und deswegen darf ich mich über das Gesetz stellen!"

,.,.,

Auch Sie haben jederzeit das Recht - und sogar die Pflicht - sich gegen ein Gesetz zu stellen, das - zum Beispiel - nach rassistischen Gesichtspunkten urteilt.

Oder nach anderen parteiischen Kriterien.

10:27 Bender Rodriguez

"Warum die Polizei solche Typen deckt...."

Nun solche "Typen" wie sie sie nennen, sollen für Recht und Ordnung sorgen und laufen dabei Gefahr auch selber erschossen zu werden. Das heißt solche "Typen" sind in einem System groß geworden und geprägt wo es gilt erst schießen dann reden (gilt auch für die US Aussenpolitik) das wissen wir doch auch durch unzähligen Cowboyschinken. Gäbe es keine Handys und dadurch Dokumentationen des Geschehens würde kein Hahn heute nach dem Opfer dieser Tat krähen.

Distanzierung der Polizei

um 09:27 von Deeskalator:
"Was mir schleierhaft ist, warum die überwiegende Mehrheit der Polizisten/innen sich nicht deutlicher von eben dieses distanziert und sich nicht vehementer dabei vorgehen sie aus ihren Reihen zu entfernen."
Deutlicher, als dass der Polizei-Chef sich vor Gericht von 'seinen' Polizisten Chauvin distanziert und ihn belastet hat, geht es nicht. Mal abgesehen davon, dass er dadurch auch seinen eigenen Kopf aus der Schlinge zieht.
Gem. TS-Artikel wird Chauvin auch nicht von seinen Kollegen unterstützt.
Und wie groß und breit die überwiegende Mehrheit der dortigen Polizisten sich von der Tat distanzieten, werden wir hier, über siebentausend Kilometer über den Atlantik entfernt, nicht so wirklich mitbekommen. Ich würde jetzt nicht noch eine Anti-Gewalt-durch-Polizisten-Demo erwarten.

@ Sisyphos3, um 10:13

re 09:03 sonnenbogen

Hat schon was:

Mit einer Demo "d r o h e n"...

09:22 von derdickewisser

"Die Politisierung von Strafprozessen ist immer ein gefährlicher Vorgang."

,.,.,

Ein Strafprozess basiert immer - ohne Ausnahme - auf politischen Grundsätzen.

Wenn diese politischen Grundsätze demokratisch sind, und die Bevölkerung das auch so erlebt, muss das Urteil angenommen werden.

Wenn diese politischen Grundsätze aber NICHT demokratisch sind, oder aber desbezüglich - zu Recht - Misstrauen herrscht, dann ist es in der Tat sehr gefährlich, sich gegen Unrecht zu stellen.

Dazu gehört dann Zivilcourage.
Und Zivilcourage zeichnet einen Bürger aus.

Am 19. April 2021 um 10:27 von Bender Rodriguez

Zitat: Warum [die Polizei solche Typen deckt und] Staatsanwälte nicht abschreckende Strafen verhängen, versteht niemand.

Letzteres verstehe ich: Staatsanwälte sind für die Verurteilung einschließlich Strafzumessung nicht zuständig.

11:28, derdickewisser

>>Der Versuch der Einflussnahme auf einen Strafprozess aus politischen Gründen - selbst wenn es keine verwerflichen sind - ist indes für das Rechtssystem als solches und damit für den Rechtsfrieden insgesamt gefährlich und daher m.E. schwerwiegender als eine Einzeltat, so kriminell sie auch sein mag.<<

Eine Meinungsäußerung ist kein Versuch der Einflussnahme auf einen Strafprozess. Zumindest nicht in einem System, in dem die Gewaltenteilung festgeschrieben ist.

Maxine Waters ist Teil der Legislative.

Ich habe noch nie davon gehört, daß es in den USA für die Legislative rechtliche Möglichkeiten gäbe, sich in Gerichtsprozesse einzumischen.

@Vielfalt., 08:42

"Nicht das System, sondern einzelne Polizisten sind ein Problem"

Doch, das System, dem sämtliche Polizisten dienen (müssen) ist das Problem.
Und dessen "Rückgrat" Waffen sind.

An diesen Meilenstein-Prozess für die U.S. Gesellschaft …

… wird eine Erwartung gerichtet, die „larger-than-live“ ist. Da soll einerseits Gerechtigkeit für George Floyd gesprochen und Strukturen von systemischem Rassismus bei der Polizei aufgearbeitet werden und andererseits effektive Polizeiarbeit sichergestellt und zudem die Gesellschaft versöhnt werden. In einem Urteil.

  • Weitere 64 Menschen sind seit Prozessbeginn bei Polizeieinsätzen …
    ums Leben gekommen. Die Hälfte von Ihnen Schwarze und Latinos bei allen Arten von Vorgängen und Hintergründen, seien es eskalierte Verkehrskontrollen, häusliche Gewalt, kriminelle Akte, psychische Auffälligkeiten, Panikreaktionen von Menschen beim bloßen Erscheinen von Waffen. Ein Kaleidoskop des U.S. Alltags.
     
  • Andererseits Polizisten mit einem Kodex, der sie …
    ihrem Auftrag entsprechend zu korrekten „Freunden und Helfern“ in ihren Vierteln und Gemeinden macht. Sie haben ein Interesse am Aussortieren der "faulen Früchte" in ihren Reihen.
  • 12:06 von Sausevind

    Und Zivilcourage zeichnet einen Bürger aus.
    .
    was ist Zivilcourage ?
    wie unterscheidet sich das von Blockwartmentalität !
    ... und wer bestimmt das

    11:24, derdickewisser @melancholeriker, 10,12

    >>Im übrigen erinnere ich mich nicht, den Vorgang der Tötung des Mannes selbst relativiert zu haben. Das wird aber von den Mitgliedern Ihrer "Gilde" gern miteinander vermischt.<<

    Ich erinnere mich, daß es aus dem Kreise, den der Forist, dem Sie antworten, als Forumsgilde beschreibt, zahlreiche Versuche gab, die mit Drogen verbundene kleinkriminelle Vergangenheit George Floyds, die lange zurückliegt,außerhalb jeder Proportion aufzublasen, ihn quasi zu dämonisieren und zum Schwerverbrecher zu stilisieren.

    Vielleicht tue ich Ihnen Unrecht, aber ich meine mich zu entsinnen, daß Sie in diesem Chor, wenn schon nicht laut gesungen, dann zumindest leise mitgesummt haben.

    11:02 von melancholeriker

    Wer ist ,,man"?
    .
    machen sie mal Vorschläge,
    wenn man Teile der Bevölkerung meint !
    schrieb ich jedermann ?? gar "wir"
    oder kann ich schreib was ich will,
    sie finden immer ein Haar in der Suppe

    Darstellung: