Ost-West-Bilanz nach 30 Jahren: Vier Millionen Menschen wanderten ab

28. März 2021 - 13:11 Uhr

Zuletzt haben die neuen Bundesländer immer wieder mehr Menschen angezogen als verloren. Dennoch bleibt die Bilanz nach 30 Jahren eindeutig: Viel mehr Menschen sind in den Westen gegangen als von dort gekommen.

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Kommentare

Leibzig und Dresden ganz vorne dabei

Vor allem Städte wie Leibzig und Dresden haben sich enorm entwickelt und sind der Hauptfaktor für die positive Zuwanderungsbilanz.

Wer solche Ergebnisse sieht, kommt auch als 'Wessi' mit den geleisteten Milliarden an Transferleistungen, Soli und Länderfinanzausgleich anders klar. Statt ewiger Meckerei mal positive Meldungen.

Das sind die Folgen des Ausverkaufs

Nach der Wende wurden die Betriebe der DDR an westdeutsche Investoren verschenkt und dann abgewickelt. Mit den Betrieben gingen die Arbeitsplätze und damit auch die Perspektive für die Einwohner verloren.

Man hätte es damals anders machen können, aber die (westdeutsche) Politik war schon damals der Wirtschaft verpflichtet.

Ost -West

Der Westen hat den Osten aufgekauft ,Konkurrenten des Osten bei Seite geräumt auch das was gut war wurde ausradiert .Und den Ostlern blieb dann nichts anderes übrig als ihre Heimat zu verlassen um im glorreichen Westen neue Arbeit zu finden .
So isser halt der Kapitalismus
Warum man da aber so erbarmungslos zu Werke ging , das hat schon was von ; (den Rest kann sich jeder selber denken)
Symbolisch steht dafür für mich, der Abriss des Palasts der Republik .
Aber der war ja Asbestverseucht , und das war der Grund für den Abriss ,
aber sicher, aber Klar . Ich denke man wollte jede Erinnerung an die DDR negieren , jede wie auch immer geartete Identität dem Erdboden gleich machen , Der Kapitalismus kennt halt kein Erbarmen .
Ja genau das denke ich

Handel schafft Wandel

@ VictorJara:
Der Westen hat den Osten aufgekauft

Da find ich jetzt nix schlimmes dabei. So hat der Osten wenigstens eine Chance.

Die Wirtschaft war komplett pleite

@ Nachfragerin:
Das sind die Folgen des Ausverkaufs
Nach der Wende wurden die Betriebe der DDR an westdeutsche Investoren verschenkt und dann abgewickelt.

Was hätte man sonst tun sollen? Wenn ein korruptes Wirtschaftssystem, das unwirtschaftliche Betriebe künstlich am Leben hält, wegfällt, dann löst sich alles auf wie Eiswürfel in der Sonne.

Wie schon anfangs gesagt, das

Wie schon anfangs gesagt, das wird lange dauern, bis sich dieses Verhältnis normalisieren wird. Noch immer muss man sich vergegenwärtigen, dass dies alles eben die immer noch wirksamen Auswirkungen des zweiten Weltkrieges sind und die Nachwirkungen von Kriegen und Politik sich eben nicht nur ein paar Jährchen, sondern sich über Jahrhunderte auswirken. Um so wichtiger, wäre es endlich zu erkennen, was unsere Politik heute für uns und unsere Nachfahren bedeuten wird. Von daher sind eigentlich viel strengere Regeln an unsere Politiker anzulegen, als nur nach deren Fahrradfreundlichkeit oder Selbstbedienungsverhalten in der Pandemie zu schielen, man muss sich zukünftig vielmehr der Ernsthaftigkeit des Interesses am Vorankommen unseres Staates in verantwortlicher Vereinbarkeit mit anderen Staaten unserer Politiker sicher sein. Weitere Spielereien, Unverantwortungslosigkeit und Spinnereien können wir uns wirklich nicht mehr leisten, so wenig wie ein Regieren zum Zwecke der Reglementierung.

@ VictorJara, um 13:43

Bedauerlich, dass Sie dem Artikel nichts, aber auch gar nichts Positives entnehmen mögen.

Sehr Vieles beklagen Sie allerdings zu Recht.

Wenn zuletzt mehr Menschen von West nach Ost umsiedelten, kann auch das denn Ihrer Meinung nach nur mit der "Unerbittlichkeit des Kapitalismus" begründet werden, oder gibt es möglicherweise auch andere Aspekte?

Eine bessere berufliche Aussicht würde ich nicht unter diesem Aspekt sehen wollen.

@ VictorJara um 13.43 Uhr, "Ost-West"

"Der Westen hat den Osten aufgekauft, Konkurrenten des Osten bei Seite geräumt auch das was gut war wurde ausradiert. Und den Ostlern blieb dann nichts anderes übrig als ihre Heimat zu verlassen um im glorreichen Westen neue Arbeit zu finden.
So isser halt der Kapitalismus.
Warum man da aber so erbarmungslos zu Werke ging , das hat schon was von (den Rest kann sich jeder selber denken)"

Sie haben Recht, die Treuhand hat viel kaputtgemacht. Aber bedenken Sie bitte, vorher war kaum noch etwas heile. Die Strukturen, d.h. Manufakturen, private Landwirtschaft, kleine Unternehmen und Dienstleister ... all das hat die DDR-Führung schon vorher kaputtgemacht. Als die DDR dann pleite war, haben einige ehemalige Mitarbeiter oder Nachkommen vormaliger Eigentümer die von der DDR
enteigneten Betriebe wieder übernommen und aufgebaut, meistens mit höchster Selbstausbeutung.
Aber die Strukturen waren kaputt - kaputtgemacht durch Planwirtschaft, durch die von oben gelenkte Wirtschaft der DDR.

13:32 von MRomTRom

Leibzig und Dresden ganz vorne dabei///
Wenn Sie schon auf Sächsisch schreiben.
Leibzisch und Dräsd,n.
Sonst Leipzig.
Gruß aus Dräsd,n.

und dann abgewickelt?

Nachfragerin @

Leider war kaum etwas anders möglich.

Ich war persönlich 1989 dort und haben das ganze Ausmaß an Umweltschäden und Ruinen gesehen.

Bitterfeld, Leuna, Genthin usw.

13:40 von Nachfragerin

man hätte damals viel anders machen können
also in Polen kriegten die Bürger ihre "volkseigenen" Wohnungen geschenkt
das hätte man hierzulande auch machen können
(dann hätten sich bei so Wohnanlagen Blockkraftwerke angeboten)
Auch fragte ich mich weshalb die DDR Bürger nicht weiterhin ihre Seife Shampoo oder Waschmittel
kauften, warum auf Westprodukte umstiegen ?
denke einiges ist hausgemacht

Falsch

Das Wirtschaftssystem der DDR war alles andere aber nicht korrupt. Völlig daneben, das System der DDR als korrupt zu bezeichnen. Das sind typische Ansichten von uns aus dem Westen, die die DDR nicht kannten, nie besuchten, nie dort lebten und sich nie die Mühe gaben dieses kommunistische Land zu begreifen.

Ost-West-Bilanz nach 30 Jahren

Ist ds wieder Ossi-Wessi?
Nach 30 Jahren sollte auch dem letzten
verständlich gemacht sein, dass es den"Ossis" doch heute besser geht als in Vergangenheit (also vorher).

Hier möchte ich nicht die "Banane, Schokolade, Kaffee pp) anmerken, sondern z.B. Reisen, Freiheit uvm.

Die "Wessis" haben ihren erheblichen Teil dazu beigetragen, vor allem finanziell (Soli) mit vielen Milliarden, den auch der kleine Steuerzahler aufbringen mußte (also auch mehr wie die Kugel Eis prognostiziert).
Also bitte die Bälle flach halten.
Schönen Tag und bleibt alle gesund.

wanderten ab ?

Logisch.
Wer will den nach Thüringen oder nach Dresden zur Pegida freiwilig in ein Land zurück was jahrzehntelang mehr Gerfängniss als Heimat war?

13:40, Nachfragerin

>>Das sind die Folgen des Ausverkaufs
Nach der Wende wurden die Betriebe der DDR an westdeutsche Investoren verschenkt und dann abgewickelt. Mit den Betrieben gingen die Arbeitsplätze und damit auch die Perspektive für die Einwohner verloren.<<

Ja, die Treuhand hat sehr gesündigt.

>>Man hätte es damals anders machen können, aber die (westdeutsche) Politik war schon damals der Wirtschaft verpflichtet.<<

Jede Regierung, egal wo, ist der Wirtschaft verpflichtet. Das muss sie auch sein, denn ohne Wirtschaft keine Arbeitsplätze und keine Steuereinnahmen.

Wahrscheinlich meinen Sie aber ganz etwas anderes. Nämlich die Nähe der Bundesregierung zu den Chefetagen der großen Firmen.

Ein Beispiel:

Zeiss Jena und Lothar Späth.

Der VEB Zeiss Jena war ein gesunder Betrieb, der hochwertiges optisches Gerät exportierte. Dann kam die Treuhand und mit ihr Lothar Späth, der Millionen EU-Fördergelder abgriff und 90% der Belegschaft entließ. So was nannte man damals Sanierung...

Zitat: "Der Westen hat den

Zitat: "Der Westen hat den Osten aufgekauft ,Konkurrenten des Osten bei Seite geräumt auch das was gut war wurde ausradiert .Und den Ostlern blieb dann nichts anderes übrig als ihre Heimat zu verlassen um im glorreichen Westen neue Arbeit zu finden ."

Frage: Von welchen "Konkurrenten" träumen sie denn? Ihr Beitrag verklärt die DDR zu einem leistungsstarken, konkurrenzfähigen Wirtschaftraum? Mann. Gehen Sie mal in sich. Sie waren doch dabei, oder? SIE müssten es doch besser wissen.

Drauf -guckerin

Wir zahlen alle heute den Preis dafür , weil wir im Westen jede Menschlichkeit dem schnöden Mammon geopfert haben . Die folgen sind eklatant . Wir verlieren als Folge immer mehr an Freiheit , denken sie nach, und schauen sie sich die Gesetzgebung der letzten Jahre an . Mir macht das angst und bereitet mir große Sorge . bis dann mal.

Man sollte eines nicht vergessen

Im Osten wurden viele Unternehmen nach der Wende geschlossen, obwohl sie volle Auftragsbücher hatten und wettbewerbsfähig waren. Aber sie waren ungeliebte Konkurrenz für den Westen, für die EU insgesamt. Also wurde alles geschlossen oder totgeschrumpft bis es unrentabel war. Dafür gibt es tausende Beispiele.
Die Menschen im Osten wurden - und werden teilweise immer noch - als Menschen 2. Wahl behandelt, der Osten war nicht mehr als eine bessere Kolonie. Alle gewinnversprechenden Unternehmen, alle schönen Urlaubsdomizile wurden von reichen Westlern aufgekauft, mit dem Ergebnis, dass die Ostler als Dienstmägde und Serviceangestellte für die Westler arbeiten durften und dürfen. Und dafür müssen sie auch tausendmal Danke sagen, weil sie sonst undankbar wären. Die Ländereien, Wälder wurden wieder unter die alten Großgrundbesitzer aufgeteilt. Die KInder der Knechte und Leibeigenen von früher sind wieder nur kleine Angestellte.
Das ist der Osten, ein El Dorado für die Reichen aus dem Westen.

@Peter Goge - Die Treuhand sollte den Osten plattmachen.

"Der Westen hat den Osten aufgekauft."(VictorJara)

13:51 von Peter Goge:
"Da find ich jetzt nix schlimmes dabei. So hat der Osten wenigstens eine Chance."
> Welche Chance hat eine Region, deren Wirtschaft systematisch planiert wird?

"Was hätte man sonst tun sollen?"
> Statt ostdeutsche Betriebe an westdeutsche Investoren zu verscherbeln und dann zu schließen, hätte man diese umstrukturieren und erhalten müssen. Das war aber nicht gewollt.

Schauen Sie sich Folge 47 von "Die Anstalt" an. Oder befragen Sie Google nach der ZDF-Doku "Das Erbe der Treuhand".

Ost-West-Bilanz nach 30 Jahren: Vier Millionen wanderten ab...

Und nicht nur das: Durch die Abwanderung, die eine Folge des Anschlusses an die Bundesrepublik, des Wirkens der Treuhand und der Deindustrialisierung ist, wurde auch die Infrastruktur, der Bahnverkehr und der Nahverkehr herunter gefahren. Man vergleiche mal heutige Fahrpläne mit dem Kursbuch der Reichsbahn von 1987.
"Erreicht" wurde auch, daß die Tarifbindung ostdeutscher Betriebe bei nur 45 Prozent liegt (2019).

Eine Chance als was?

Als Kronkolonie des Westens, mit Menschen zweiter Klasse, Hunderttausende wurden nach der Wende im Osten enteignet. Altes Unrecht wurde durch neues ersetzt. Und heute - die Ostler sind die Putzfrauen und Müllmänner der Westler. In den Chefetagen gibt es keine Ostler, in der Politik nur einen einen Alibiposten als Kanzlerin - ansonsten hat ein gut ausgebildeter Ostler am Arbeitsmarkt keine Chance gegen einen schlechter ausgebildeten Westler.
Soll das die Chance sein? Ja, es war eine Chance für weggelobte, unfähige Manager aus dem Westen, die alles versiebt haben, der Regierung sei Dank. Fahren Sie einmal in den Osten und sprechen mit Menschen, die die Wende miterlebt haben, die Jahre danach, die Diskriminierung, Erniedrigung. Dann können wir gern weiter diskutieren.

14:27, werner1955

>>wanderten ab ?
Logisch.
Wer will den nach Thüringen oder nach Dresden zur Pegida freiwilig in ein Land zurück was jahrzehntelang mehr Gerfängniss als Heimat war?<<

Neben München und Bonn gehört die Bevölkerung Dresdens mit etwa 0,68 Prozent jährlicher Zunahme zu den am schnellsten wachsenden in Deutschland.

31. Dezember 2000: 477.807 Einwohner
31. Dezember 2019: 556.780 Einwohner

@Zitat: "Der Westen hat den Osten aufgekauft 14:28 von r0lt0

zu Ihrem "SIE müssten es doch besser wissen."
nur die Anmerkung:
was ändert das an der korrekt geschilderten Tatsache?

Gehen Sie lieber mal in sich, und räumen Ihre Vorurteile etwas auf.
Das hat nichts bis wenig mit der 'leistungsstarken' DDR-Misswirtschaft zu tun,
wenn die wenigen verbliebenen 'gesunden' Betriebe einfach verschleudert wurden,
und zwar an den Westen.
Thema: (Un)Treuhand

Der Osten hat viele Gesichter

Abwanderung, ja, schade.Das mag auch an der voreingenommenen und schlechten Berichterstattung durch West-Medien liegen. Ich fahre gerne in den Osten und wäre ohne Corona längst wieder da.
Meine Traumstadt ist Greifswald: Tolle Leute, modern, viele junge Leute durch die Uni, Ostsee ... alles da!
Wenn ich meine Familie dazu überreden kann mitzukommen, dann bin ich weg, für immer!
Vorläufig freue ich mich schon jetzt auf die Zeit nach der Impfung: Endlich mal wieder nach Dresden, Halle Leipzig, Meißen ... endlich mal wieder an die Oberelbe und durch die sächsische Schweiz, an die wunderbaren renaturierten Seen in der Lausitz - ich liebe das.
Schade nur, dass es dort ( wie auch hier in Bremen) einige verelendete Gebiete gibt. Das muss man leider auch sagen: Entwurzelung und Enttäuschung nach der Wende haben Schlimmes bewirkt. Das merkt man z.B. an dem groben Umgang mit Kindern und untereinander, an den vielen Kampfhunden - traurig

14:43, Kritikunerwünscht

Sie zeichnen ein Zerrbild. Die Bevölkerung der ehemaligen DDR ist also, wenn ich Ihren Ausführungen Glauben schenken darf, mit wehenden Fahnen schnurstracks in die Sklaverei marschiert.

Das deckt sich nicht mit meinen Beobachtungen.

Allerdings ist diese Erzählung in den Kreisen der Wendeverlierer, die es wirklich gibt, sehr populär. So lassen sich wohl zumindest teilweise die Wahlergebnisse der AfD erklären. Denn jede rechtsextreme Bewegung lebt von einer Opfererzählung.

Ich war oft in der DDR, als es sie noch gab. Wie oft habe ich damals gehört, die BRD sei das Land, wo Milch und Honig fließe. Meine Einwände gegen diese Erzählung wurden als Schwarzmalerei und Miesmacherei abgetan. Helmut Kohl wurde von vielen als Heilsbringer betrachtet. Umso größer war dann die Enttäuschung, als klar wurde, daß man sich riesige Illusionen gemacht hatte. Man war Opfer eines negativen Propagandaeffektes geworden. Man hatte geglaubt, daß immer das Gegenteil der SED-Propaganda richtig sei...

@13:55 von Peter Goge

"Nachfragerin: Das sind die Folgen des Ausverkaufs
Nach der Wende wurden die Betriebe der DDR an westdeutsche Investoren verschenkt und dann abgewickelt.

Was hätte man sonst tun sollen? Wenn ein korruptes Wirtschaftssystem, das unwirtschaftliche Betriebe künstlich am Leben hält, wegfällt, dann löst sich alles auf wie Eiswürfel in der Sonne."

Was war denn an diesem wirtschaftssystem korrupt? Meinen Sie damit die Arbeitenden, die sich mal hier und da was einegsteckt haben wegen dem Mangel.
Das System hat in der Isolation immerhin getragen – die Staatsverschuldung des Ostens war im Vergleich zu heute lächerlich gering.
Die schnelle Wandel und besonders die Währungsreform löste einen Kollaps aus.

15:11, draufguckerin

>>Abwanderung, ja, schade.Das mag auch an der voreingenommenen und schlechten Berichterstattung durch West-Medien liegen.<<

Das verstehe ich nicht.

Sie wollen andeuten, daß der ländliche Raum der ehemaligen DDR sich wegen der Berichterstattung der "West-Medien" entvölkere?

Glauben die Leute diesen Medien, wie immer man sie auch definieren mag, mehr als den eigenen täglichen Erfahrungen?

14:28 @ fathaland slim

"... VEB Zeiss Jena war ein gesunder Betrieb, der hochwertiges optisches Gerät exportierte ..."

Carl-Zeiss-Jena ist wenigstens gerettet
und steht wieder gut da, wohl auch dank Bernhard Vogels.

Leider wurde die Arbeit von vielen Millionen fleißigen Menschen zunichte gemacht.
Leider treiben mir einige arrogante, selbstgefällige Kommentare auf BILD-Niveau die Zornesröte ins Gesicht.

14:42 von Bernd Kevesligeti

«Durch die Abwanderung, die eine Folge des Anschlusses an die Bundesrepublik, des Wirkens der Treuhand und der Deindustrialisierung ist, wurde auch die Infrastruktur, der Bahnverkehr und der Nahverkehr herunter gefahren. Man vergleiche mal heutige Fahrpläne mit dem Kursbuch der Reichsbahn von 1987.»

In der Gesamtheit als Infrastrukur gesehen, war die in der Ex-DDR ganz sicher nicht besser, als sie das heutzutage ist. Ob jeder einzene Kilometer Straße oder Autobahn sinnvoll war, zu bauen, kann man wohl mit viel Recht anzweifeln. Allemal besser sind aber Autobahnen, wo man nach der Fahrt nicht wegen Betonplatten + Dehnungsfugen aussteigt wie der Wackeldackel persönlich.

So einiges an Infrastruktur + Industrie gab es in der Ex-DDR, was man gar nicht anders nennen konnte als: "Umweltsau". Pest für die Lunge, und für die Wäsche auf der Wäscheleine. Was anderes als: "Abwracken" war gar nicht sinnvoll möglich.

Ich durfte nie in die Ex-DDR einreisen, nur durch.
Geheim war das nicht.

es gab viele

die seinerzeit diese Entwicklung prophezeit hatten.
Die soziale Marktwirtschaft war das Schaufenster des Westens für ein funktionierendes, den Menschen dienendes Wirtschaftssystem. Was wir wirklich hatten, war die Überlegenheit der Demokratie. Verkauft wurde uns diese allerdings als Überlegenheit des Kapitalismus. Was die Menschen im Osten wollten, war die Demokratie. Und was sie bekamen, war der Kapitalismus. Der Frust muss ungeheuer gewesen sein. Und ist bis heute nicht bewältigt.
Die Psychologen kennen den Begriff der "Verbitterungsstörung". Ist üblicherweise Reaktion auf einen massiven Vertrauensbruch und das resultierende Misstrauen verfestigt sich so stark, das es nicht mehr abgebaut werden kann. Ebenfalls die Psychologen sind es, die herausgefunden haben, dass diese "Posttraumatic Embitterment Disorder" nicht nur Individuen, sondern auch ganze Bevölkerungsteile und Völker erfassen kann. Es ist an der Ex-DDR sehr anschaulich zu sehen, wie recht sie haben.

13:40 von Nachfragerin

>>Nach der Wende wurden die Betriebe der DDR an westdeutsche Investoren verschenkt und dann abgewickelt. Mit den Betrieben gingen die Arbeitsplätze und damit auch die Perspektive für die Einwohner verloren.

Man hätte es damals anders machen können, aber die (westdeutsche) Politik war schon damals der Wirtschaft verpflichtet.<<

Nö, die allermeisten DDR-Betriebe waren schlicht nicht wettbewerbsfähig.

14:16 @ XYund

"... "Wessis" haben ihren erheblichen Teil dazu beigetragen, vor allem finanziell (Soli) mit vielen Milliarden..."

Die "Ossis" auch!

Also Ball flach halten.

@14:09 von Sisyphos3

"Auch fragte ich mich weshalb die DDR Bürger nicht weiterhin ihre Seife Shampoo oder Waschmittel
kauften, warum auf Westprodukte umstiegen ?
denke einiges ist hausgemacht"

Das war tatsächlich ein unschönes Phänomen. Unsere Familie war in den 80ern im Ausland und wurde dort in harter Währung bezahlt. Eine Bekannte sparte sich dort alles vom Munde ab um zurück in der Heimat noch Geld zu haben um, wie sie sagte, nicht mehr mit "Spee" waschen zu müssen. Mit etwas Ahnung hätte sie natürlich wissen können, dass die simple Chemie von Waschmitteln im Westen nicht neu erfunden wurde.

von schabernack 15:24

4 Millionen Übersiedler seit 1990. Dazu die sozialen Folgen.
Und Sie finden im "Abwracken" Ihren gefallen....

guckerin

ich weis die DDR war eine Diktatur . Ich bin ein Freund der Basisdemokratie, und der außerparlamentarischen Opposition , jedoch sehe ich gerade die stark Gefährdet . Jetzt gerade hat Reul ein Gesetz im Koffer das unsere Freiheitsrechte weiter einschränken soll in NRW, das Versammlungsrecht und das Demonstrationsrecht sollen verschärft werden . Also wenn die Demokratie gegenüber einer Diktatur einen Vorteil hat dann ist es doch der Protest . Aber wenn man diese Möglichkeit immer weiter einschränkt verlieren wir am Ende genau diesen einen Elementaren Vorteil der eine unabdingbare Vorrausetzung einer Demokratie ist . Es gibt natürlich noch viel mehr Aspekte , aber dieser ist schon besonders wichtig. das ist einer der wichtigsten Gründe ,,die es zu schützen gilt .

@14:12 von NeNeNe Falsch

Nicht korrupt? Wo haben Sie die Kenntnisse der DDR her? Falls aus eigener Erfahrung, dann haben Sie ihren Realitätssinn verloren. Wenn aus Erzählungen der Linke(n) dann sollten Sie einmal mit echten DDR Bürgern unterhalten. Ohne Korruption war in der DDR nichts zu bekommen, was ein bisschen Richtung Konsum ging.

15:14 @ fathaland slim

"... die BRD sei das Land, wo Milch und Honig fließe. ..."

Und die Arbeitslosen nur zu faul zum Arbeiten wären.

Dann kam das Erwachen für viele,
die bis dahin fleißig geschuftet hatten,
und meinten, sie könne Arbeitslosigkeit nicht treffen.
Auch für viele Studierte.

Sie beschreiben es sehr treffend, auch was die Propaganda betraf, die sich leider immer mehr vom Marxismus abwandte.

@Leipzigerin, 15:28 r @XYund

Danke für Ihre - wohl aber wieder mal ungehörte - Korrektur. Wie bei so vielen unkaputtbaren Legenden haben auch 30 Jahre immer noch nicht ausgereicht, das Gerücht aus der Welt zu schaffen, nur die Westbürger hätten den Soli bezahlt.
Seien Sie sicher, bei der nächsten Gelegenheit taucht diese Behauptung wieder auf. Wenn nicht sogar durch den selben User.

@fathaland slim um 15.22 Uhr, nein , nicht nur dadurch

"Sie wollen andeuten, daß der ländliche Raum der ehemaligen DDR sich wegen der Berichterstattung der "West-Medien" entvölkere?"
Nein, das wollte ich nicht andeuten. Ich halte es für möglich, dass durch anhaltend überhebliche und böswillige Berichterstattung (einer schreibt vom anderen ab) die Menschen davon abgehalten werden, den Osten zu besuchen, dort z.B. Ferien zu machen, oder sich dort niederzulassen und eine Existenz aufzubauen.
Inzwischen kenne ich aber einige junge Leute aus dem Westen, die dort verfallene Gebäude aktiviert haben und die Freiheit der geringen Besiedelung genießen.

Ich weiß, dass es im Osten eine hohe Arbeitslosigkeit gibt und gab. Aber für Menschen mit Ideen ist überall Platz.
Ich sehe immer gerne die Sendung "einfach genial" vom MDR. Was da an Innovationen von ostdeutschen Mitbürgern kommt - bewundernswert.

14:12 von NeNeNe

Das Wirtschaftssystem der DDR war alles andere aber nicht korrupt.
.
ganz im Gegenteil
das Paradebeispiel von Korruption
Bekannter von mir arbeitete in einem Fleischwarenkombinat in hervorgehobener Position
Dann baute er sich sein Haus, also an Zement und Fliesen kam man besonders schnell,
wenn man ein paar Wurstwaren hatte zum Tauschen

Und man braucht nur ne kleine Verkäuferin betrachten, für ein paar Strumpfhosen
bekam der Kunde auch Dinge die eigentlich schon ausverkauft waren ...
und wenn das Restaurant mal ausgebucht war, lies sich mit 10 Mark West
durchaus ein freier Tisch herbeizaubern, ebenso wie ein geräucherter Aal an der Ostseeküste

14:41 von Nachfragerin

Statt ostdeutsche Betriebe an westdeutsche Investoren zu verscherbeln und dann zu schließen, hätte man diese umstrukturieren und erhalten müssen. Das war aber nicht gewollt.

Als westdeutsch Sozialisierte möchte ich Ihnen versichern, dass mir dieses Planieren und der damit verbundene Umgang mit dem Schicksal von Menschen nach der Wende leid tut und unverständlich ist. Jeden Betrieb hätte man wahrscheinlich nicht aufrechterhalten können, aber viele schon. Und diese Enttäuschungen sind in Teilen schwer reparabel und begleiten uns weiterhin, mit den Menschen, die ihre Arbeitsplätze und Lebensorte verloren haben und nie wieder wirklich Fuß fassen konnten.

Wäre es denn damals wirklich so schwer gewesen das Beste aus beiden "Systemen" irgendwie miteinander zu kombinieren? Aus Gesprächen mit ehemals Ostdeutschen weiß ich, wie sehr die berufliche/materielle Sicherheit sowie der soziale Zusammenhalt vermisst wird.

Auch so waren wir

Viele DDR-Bürger hatten Verwandte und Freunde im Westen Deutschlands. Sie haben sich alle von dieser Konsumgesellschaft einlullen lassen? Jeder war scharf auf die Banane? War der Osten ein Volk von Dummen?
Ich bin mit Schulfreunden in die DDR gereist. Dann wurde die harte Währung herausgeholt und in den Gaststätten und Hotels großkotzig mit der Westmark gewunken. Für 1 Westmark gab es 12 DDR-Mark. Wir waren die Könige im Osten und so haben wir uns auch benommen.
Wir waren die Sieger über das kommunistische System und das haben wir den DDR-Bürgern bildlich demonstriert. Ich glaube, dass werden sie im Osten uns nicht vergessen.

15:23 von Leipzigerin59, fathaland slim

"@ fathaland slim: >>VEB Zeiss Jena war ein gesunder Betrieb, der hochwertiges optisches Gerät exportierte ...>>

Carl-Zeiss-Jena ist wenigstens gerettet
und steht wieder gut da, wohl auch dank Bernhard Vogels."

Mein Vater verkaufte Carl-Zeiss Technik im Ausland – war also schon vor der Wende international konkurrenzfähig.
Dann kam Lothar Späth, der gerade seine Karriere im Westen per Skandal versiebt hatte und liess sich als grosser Sanierer feiern nachdem fast 90% zusammengeschrumpft wurde und nur noch Diamanten übrig blieben.
Von da an ging es immerhin wieder aufwärts.

um 14:43 von Kritikunerwünscht

>>
Soll das die Chance sein? Ja, es war eine Chance für weggelobte, unfähige Manager aus dem Westen, die alles versiebt haben, der Regierung sei Dank. Fahren Sie einmal in den Osten und sprechen mit Menschen, die die Wende miterlebt haben, die Jahre danach, die Diskriminierung, Erniedrigung. Dann können wir gern weiter diskutieren.
<<

Ich bin sogar aus dem Westen in den Osten gezogen und kann Ihnen daher bestätigen, dass Sie vielleicht Ihre persönliche Lage beschreiben, dies aber für eine Allgemeinbeschreibung viel zu pauschal ist. Die Ost-West-Kritik wird jedenfalls der Oben-Unten-Problematik nicht gerecht. Und bei Treuhand und Co haben auch viele alte Kader ihren Reibach gemacht. Und das ist Wissen, keine Vermutung.

15:27 @ frosthorn es gab viele

Sie treffen es sehr gut mit Ihrem gesamten Kommentar.

Eines kommt noch hinzu, was ich zumindest nicht herausgelesen habe,
die z.T. maßlose Arroganz einiger
- die die DDR nur aus den (Springer-)Medien,
vom Hören-Sagen ewiger Meckerer u.ä. kennen,
und voller Unwissen sind,
Unsinn behaupten
u.v.m.
-
gegenüber den ehemaligen DDR-Bürgern.

Ich weiß nicht, wann das mal aufhören wird,
glaube nicht, dass ich das noch erleben werde.

@fathaland slim um 15.22 Uhr, nein , nicht nur dadurch

"Sie wollen andeuten, daß der ländliche Raum der ehemaligen DDR sich wegen der Berichterstattung der "West-Medien" entvölkere?"
Noch eine Ergänzung zur Berichterstattung durch West-Medien:
Desgleichen kenne ich eine Frau, die als ehemalige LPG-Mitarbeiterin die Wahl hatte: Entweder bleiben, kaufen und selbstständig werden. Oder in einen Plattenbau ziehen , arbeitslos werden und Stütze beziehen.

Sie hat die erste Möglichkeit gewählt und hat es geschafft. Allerdings konnten von ehemals 30 MitarbeiterInnen nur 3 übernommen werde.
Zusammen, zu viert, schaffen sie die Arbeit. Wie sie mir sagte, wurde vor der Wende wenig effektiv gearbeitet, dafür umso mehr getrunken, auch schon am Vormittag. Die Menschen waren mutlos und Leistung wurde nicht belohnt.
Bei einigen Nachbarn und ehemaligen LPG-MitarbeiterInnen ist das nicht gut angekommen. Es gab auch Neid.
Über solche Beispiele geglückter Existenzgründung liest man viel zu selten. Das würde den Menschen, auch aus dem Westen, mehr Mut machen

um 15:39 von draufguckerin

>>
Ich weiß, dass es im Osten eine hohe Arbeitslosigkeit gibt und gab. Aber für Menschen mit Ideen ist überall Platz.
<<

Es gibt im Osten Gegenden mit hoher und andere mit niedriger Arbeitslosigkeit. Ist im Westen inzwischen nicht anders. Vergleichen Sie München mit Duisburg.

@14:38 von Kritikunerwünscht

Erstaunlich, dass die SED, PDS, Die Linke Propaganda freigeschaltet würde aber gut dann kann man wenigstens darauf antworten. Volle Auftragsbücher- ein echter Kapitalist hätte die Aufträge mit den billigen Ostarbeitern abgewickelt und erst danach geschlossen. Und selbst, wenn es Aufträge gab waren die mit Lohnkonditionen kalkuliert, die spätestens nach der ungerechtfertigten Aufwertung der DDR- Mark nicht mehr rentabel abzubilden waren. Vielleicht sind so viele auch in den Westen weil sie das Rumheulen nicht mehr hören konnten. Vielleicht war es auch ein Fehler, dass so schnell Geld in den Osten geflossen ist. Hätte die DDR ähnliche Tiefstände, wie ihre Ostnachbarn erlebt, würden wir über die Rechtmäßigkeit von Dankbarkeit gar nicht diskutieren. Wenn man erst Mal Boden liegt, dann ist man für Vieles dankbar was jetzt kritisiert wird. Es ist wirklich unerträglich, dass die Nachfolgepartei, die den DDR Untergang zu verantworten hat heute noch diese Märchen verbreiten darf.

Das ist Korruption

Wikipedia:
Korruption ist der Missbrauch einer bestimmten Vertrauensstellung. Auftreten kann sie z. B. bei Genehmigungen, Personalien und Auftragsvergaben. Der Missbrauch besteht darin, Vorteile zu erlangen, auf die kein rechtmäßiger Anspruch besteht.
Im Bereich öffentlicher Verwaltung und Justiz führt Korruption einerseits zu hohen finanziellen Schäden. Beispielsweise kann ein Unternehmen einen Auftrag erhalten, obwohl es schlechtere Leistungen erbringt. Anderseits gibt es auch immateriellen Auswirkungen, etwa einen Verlust von Vertrauen in Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

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