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Risiken und Nebenwirkungen

beim Aussetzen von Patenten bestehen darin dass die Pharmaindustrie dann in nicht lohnenden Sparten keine Neu-Entwicklungen mehr betreiben. So geschehen in der Antibiotika-Forschung aus der sich vor ca 2 Jahren auch das letzte Pharma-Unternehmen zurückgezogen hatte (wurde damals in Tagesschau berichtet). Die Entwicklung neuer Medikamente und deren Zulassung sind unglaublich aufwändig, kostenintensiv und bergen immer das Risiko dass es einmal nicht klappt. Wie hoch dann letztendlich die Gewinne ausfallen müssen/dürfen ist natürlich eine berechtigte Frage. Aber dann muss man auch fragen wer das Risiko trägt

Es geht auch anders

Der Amerikaner Jonas Salk entwickelte den Impfstoff gegen die Kinderlähmung. "Kurz nach der Freigabe überraschte Salk die Öffentlichkeit am 12. April 1955 in einem Interview auf die Frage wem das Patent gehöre, "Well, the people, I would say. There is no patent. Could you patent the sun?" ("Naja, ich würde sagen, den Menschen. Es gibt kein Patent. Könnte man die Sonne patentieren?" (Wikipedia)

Gute

Diskussion, so wird sichergestellt das die Pharma Industrie sich darauf konzentrieren muss die Patente zu verteidigen .... alles andere steht hinten an.

Ein klassisches Eigentor....

Bremsen Patente die Impfstoffproduktion ??

Obwohl jetzt verschiedene Impfstoffe zu Verfügung stehen, reicht daß längst nicht für alle. Ob es an den Patentrechten liegt ?
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros A. Chebreyesus bemängelte, daß bis jetzt 10 Länder 95 Prozent der global verfügbaren Impfstoffe für sich gesichert haben.

Patente sind

ein systemrelevantes Machtinstrument des Kapitals. Eine sozial gerechte Welt wird damit überhaupt, d. h. generell nicht zu machen sein.

Also natürlich möchte die

Also natürlich möchte die Pharmaindustrie damit Gewinn machen. Aber selbst Forschungsinstitute und Universitäten möchten an Patenten Geld verdienen. Selbst Angestellte die etwas als Patent für diese entwickelt haben Vertragöich eine Gewinnbeteiligung am Patent, wenn es Vermarktet wird

Guter Ansatz

Die Diskussion ist im Prinzip richtig. Das Patentrecht kostet Menschenleben in Entwicklungsländern.

Und auch bei uns haben wir jetzt ja das Problem, dass bedingt durch Patentschutz Biontech / Pfizer seinen Impfstoff rationieren kann und die Staaten hilflos zuschauen. Da es wirtschaftlicher ist, mit wenigen Produktionsanlagen den Impfstoff über einen langen Zeitraum zu produzieren als mit vielen Produktionsanlagen binnen weniger Monate, lassen Biontech / Pfizer sich Zeit ohne Ende und liefern im Schneckentempo aus. Das neue Werk in Marburg ist seit Ende letzter Woche abschließend genehmigt, die Produktion hat aber immer noch nicht eingesetzt und keiner hinterfragt kritisch, warum.

Es darf nie mehr in der Menschheitsgeschichte vorkommen, dass ein Impfstoff entwickelt ist, die Hersteller, die in der Anfangsphase noch Monopolisten sind, dann aber aus Kostengründen die Massenproduktion verzögern.

Anreize und Fehleinschätzungen

Bremsen Patente die Impfstoffproduktion?

Weniger Patentrechte bedeutet, dass weniger Impfstoffe entwickelt werden. Damit sind Fragen zur Produktion hinfällig.

"Die Leute tun einfach so, als ob es niemals irgendwelche Änderungen am grundlegenden Modell der Gewährung von Monopolen auf Erfindungen geben dürfte."

Patentrechte sind keine Monopole.
Bei der Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen, herrscht, wie man offenkundig sieht, ein gesunder Wettbewerb. Die Pharmaindustrie ist hier nicht das Problem. Wer möchte, dass anderen geholfen wird (was ja menschlich ist), der kann seine Menschlichkeit unter Beweis stellen, in dem er sein eigenes Geld dafür einsetzt. Es ist keine Menschlichkeit, wenn immer die anderen bezahlen sollen.

Interessenskonflikt

Meiner Meinung nach ist es in der Tat ein Problem, dass die Entwicklung von Impfstoffen und insbesondere auch sonstigen Medikamenten zur Bewältigung der Pandemie alleine in den Händen der gewinnorientierten Pharmaindustrie liegt. Ich bin mir sicher, dass man sich im Management dieser Unternehmen immer die Frage stellen wird, ob sich eine Entwicklung oder Forschung am Ende finanziell lohnen kann. So kommt es dazu, dass man sich überwiegend auf die Impfstoffentwicklung konzentriert hat oder auf die Erprobung von neuen, patentgeschützten Medikamenten. Es wäre aber eigentlich für die Allgemeinheit viel besser, wenn man sich fragen würde, wie wir möglichst schnell und effektiv ein umfangreiches Arsenal an Wirkstoffen zur Verfügung hätten, um z.B. auch schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden. Für mich konzentriert sich die Strategie (zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung) viel zu sehr auf die eine Lösung Herdenimmunität über Impfungen.

Patent hin und her...

Nun, die reichen Laender haben sich 95% der Dosen mit Geld gesichert. Das war zu erwarten. Ich glaub seit diese Woche hat auch Japan grosszuegig eingekauft. Es ist nicht anzunehmen, dass Patente die ultimativen Spassbremsen darstellen werden. Es wird noch einiges an Problemen rund um Impfstoffe auftauchen. Fuer die WHO und die UN ist das sicher vorhersagbar.

Grundsaetzlich ist es OK wenn die Pharma nach dieser erstaunlich kurzen Entwicklungszeit (chapeau!) sich etwas dazu verdient, aber bitte nicht uebertreiben.

Was ist die Alternative?

Sollen nur staatliche Institutionen an Impfstoffen forschen, Fabriken aufbauen und das Produkt dann zum Selbstkostenpreis an arme Menschen und Länder verteilen? Wäre denkbar. Aber ich möchte hier nicht lesen, was so manche sagen würden, wenn D und andere reiche Länder aus Steuergeldern den Impfstoff entwickelt hätte und die Regierungen von D u.a. das Produkt dann gerecht unter allen Ländern verteilen würden.

Der Impfstoff ist das erste Produkt von Biontech, das Geld einbringt. All die Jahre zuvor hat die Firma nur Geld "verbrannt" für teure Labore und Geräte und die Gehälter der hochqualifizierten Angestellten. Das kommt von Banken und Investoren und die wollen ihr Geld meistens zurück (Hopp bei Curavac). Und zwar mit Gewinn, u.a. deswegen, weil solche Investoren auch häufig in Projekte investieren, die am Ende nichts einbringen. Dann muss der Treffer die Flops mit bezahlen. So ist das auch in einem Pharmakonzern.

Die Alternative sind Steuergelder und Altruismus.

um 09:18 von Enlightenment.

Anreize und Fehleinschätzungen
Bremsen Patente die Impfstoffproduktion?

Weniger Patentrechte bedeutet, dass weniger Impfstoffe entwickelt werden. Damit sind Fragen zur Produktion hinfällig.

"Die Leute tun einfach so, als ob es niemals irgendwelche Änderungen am grundlegenden Modell der Gewährung von Monopolen auf Erfindungen geben dürfte."

Patentrechte sind keine Monopole.
Bei der Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen, herrscht, wie man offenkundig sieht, ein gesunder Wettbewerb. Die Pharmaindustrie ist hier nicht das Problem. Wer möchte, dass anderen geholfen wird (was ja menschlich ist), der kann seine Menschlichkeit unter Beweis stellen, in dem er sein eigenes Geld dafür einsetzt. Es ist keine Menschlichkeit, wenn immer die anderen bezahlen sollen
------------Immerhin hat alleine der deutsche Steuerzahler 375 Millionen Euro an die Biontech/Pfizer überwiesen. Förderung ohne Gegenleistung!

Patentrecht nicht aufweichen.

Warum muss das Patentrecht ausgesetzt werden, wo doch eine Lizenzvergabe genügen würde? Nicht Patentrechte bremsen die Produktion, sondern die zögerliche Lizenzvergabe. Nachträglich, die Patentrechte aussetzen, Nein - das hätte man vorher verhandeln müssen.
Speziell für DE sei die Frage erlaubt, ob ein Mehr an Impfstoff nicht im Organisations-Chaos untergehen würde.
---
Warum spricht niemand über die Impfstoff-Geheimverträge zwischen den Herstellern und der EU. Die EU verweigert bisher eine Offenlegung der Haftungsklauseln.

@Tino255 09:15

"Und auch bei uns haben wir jetzt ja das Problem, dass bedingt durch Patentschutz Biontech / Pfizer seinen Impfstoff rationieren kann und die Staaten hilflos zuschauen. Da es wirtschaftlicher ist, mit wenigen Produktionsanlagen den Impfstoff über einen langen Zeitraum zu produzieren als mit vielen Produktionsanlagen binnen weniger Monate, lassen Biontech / Pfizer sich Zeit ohne Ende und liefern im Schneckentempo "

Pfizer hat die Produktion im belgischen Puurs vorübergehend reduziert, da das Werk umgebaut wird, um letztlich die Produktionskapazitäten zu erhöhen. Macht also Sinn. Auch die Produktion in Marburg läuft bereits an. Das hat mit bewusster Reduzierung aus Gründen des Patentschutzes nix aber auch gar nix zu tun. Wäre ja auch betriebswirtschaftlich ein Unding, wenn man vorsätzlich weniger Umsatz und somit weniger Gewinn generieren würde.

Der Impfstoff ist das erste

Der Impfstoff ist das erste Produkt von Biontech, das Geld einbringt. All die Jahre zuvor hat die Firma nur Geld "verbrannt" für teure Labore und Geräte und die Gehälter der hochqualifizierten Angestellten. Das kommt von Banken und Investoren und die wollen ihr Geld meistens zurück (Hopp bei Curavac). Und zwar mit Gewinn, u.a. deswegen, weil solche Investoren auch häufig in Projekte investieren, die am Ende nichts einbringen. Dann muss der Treffer die Flops mit bezahlen. So ist das auch in einem Pharmakonzern.

Die Alternative sind Steuergelder und Altruismus.
--------------
Wenn man über Jahre nur in Flops investiert, habe ich Zweifel an den Qualifikationen der Angestellten.

Haupthindernis: Bürokratie

Würden Patente schneller erteilt, würde man auch mit der Produktion der Impfstoffe schneller vorankommen. In der Regel dauert es nämlich 1,5 - 3 Jahre, bis ein Patent erteilt wird, das dann bis max. 20 Jahre geschützt ist.

Da Geld die Welt regiert, sind anderslautende Forderungen (bis heute) chancenlos.

Patentrecht

Wenn man möchte, dass teure Innovationen von der freien Wirtschaft erforscht werden, muss man auch das Patentrecht beachten. Wenn Forschungen aber praktisch vom Staat finanziert werden, könnte man auch auf die Ergebnisse der Forschung und die Vermarktung zugreifen. Alles eine Frage der Verträge.

Patente bremsen ?

Wenn das der Grund ist weshalb die Produktion und so die Auslieferungen ins Stocken geraten, dann sollte die Politik einmal ,nur einmal ,Nägel mit Köpfen machen !

Solange Geld und die

Solange Geld und die Wirtschaft das höchste Gut auf diesem Planeten sind, wird die Menschheit nie gesund.
Völlig egal, was es rund um Corona betrifft, es wird grundsätzlich wirtschaftlich entschieden.
Daumen hoch für die "Chancen", die wir nutzen, und wie sehr wir uns doch ändern. Gähn.

@09:47 von hesta15

Versuchen Sie sich vorzustellen, wie das Biotech-Business so abläuft. Ein Forscher hat eine Idee. Dann muss erst mal ziemlich lange im Labor, an Zellkulturen geforscht werden, ob die Idee (z.B. mRNA) prinzipiell als Therapie funktioniert. Dann an Tieren. Dann an ein paar Freiwilligen. Später dann in einer großen, internationalen Studie. Und natürlich ist nicht die erste Idee gleich die Sensation. Da muss auch mal was verworfen und neu angefangen werden. Und kleine, neue Biotech-Firmen haben in der Zeit keine "alten" Produkte, die das Geld dafür einspielen, wie ein Pharmakonzern. Und die entwickeln auch Dutzende von Substanzen, von denen es dann eine auf den Markt schafft. Oft zeigen sich in der letzten, großen Studie noch Nebenwirkungen. Dann war das ein Flop.

Auch Autofirmen entwickeln Dinge, die nie auf den Markt kommen, aber Geld kosten.

Das hat nichts mit der Kompetenz von Mitarbeitern zu tun. Wenn man das Ergebnis von Forschung vorher wüsste, bräuchte man nicht zu forschen.

Lösung für Pandemien

Ich bin mir sicher, die Pharmaindustrie wird sich zu einer Sonderlösung "überreden" lassen. Alles andere wäre ein Eklat oder wie nennt man sonst eine moralisch nicht zu vertretbare Handlungsunterlassung. Die Bürger werden ja auch in dieser Pandemie zu einer extremen Verhaltensänderung "bewegt" und Fällen der Missachtung mit Bussgeldern belegt. Wenn die Grundlagenforschung aus den öffentlich finanzierten Hochschulen kommt, dann muss sich die Übernahme der Grundlagen in private Vermarktung auch anders regeln lassen. Wer die Patente hält, muss zu einer umgehenden Sicherstellung der weltweiten Versorgung verpflichtet werden. Schließlich geht es hier nicht um Nudeln!!!

Wer ein Patent haben will,

Wer ein Patent haben will, soll seine Forschung selbst bezahlen können.
Alles andere sind nur Auftragsarbeiten. Und wer zahlt, hat die Rechte.

@09:57 von WB0815

Wenn Forschungen aber praktisch vom Staat finanziert werden, könnte man auch auf die Ergebnisse der Forschung und die Vermarktung zugreifen. Alles eine Frage der Verträge

Kann man machen. Aber mit den Millionen, die D z.B. an Biotech gezahlt hat, ist mitnichten die ganze Forschung bezahlt. Pfizer hat bestimmt auch Geld auf den Tisch gelegt und Biontech hat bestimmt auch noch ein paar Verbindlichkeiten.

Wenn man aus Steuergeldern z.B. Ladeinfrastruktur für E-Autos aufbaut, dann könnte der Steuerzahler mit der gleichen Berechtigung auch den Strom dafür billiger bekommen. Daran verdienen dann aber Energiekonzerne gut. Alles eine Frage der Verträge. Schließlich baut der Staat auch keine Tankstellen.

Ablenkungsmanöver

Mir scheint die ganze Patentdiskussion eher eine Ablenkung von der in zu geringen Mengen bestellten Impdosen zu sein. Dies scheint mir eher die Ursache für den jetzigen Mangel zu sein.

@ 09:43 von lubbert
"Warum spricht niemand über die Impfstoff-Geheimverträge zwischen den Herstellern und der EU. Die EU verweigert bisher eine Offenlegung der Haftungsklauseln."

Das ist ein absolutes Unding dies dem mündigen Bürger vorzuenthalten. Ist dies doch ein Indiz dafür, wie viel Vertrauen die Hersteller in ihr eigenes Produkt haben.

@ aaaa um 09:11

>Patente sind ein systemrelevantes Machtinstrument des Kapitals. <

Nicht nur.

Sie sind auch der weg des Broterwerbs für Entwickler und Erfinder, der Geistig tätigen.

Wollen sie eine sozial gerechte Welt ohne diese erschaffen benötigen sie einen Ersatz.

Gemeingut Gesundheit

Man kann Suerie Moon, Co-Direktorin des Global Health Centre in Genf nur zustimmen. Es darf nicht in der Verantwortung von Pharmakonzernen liegen, in welchem Umfang und in welchem Tempo sie Impfdosen bei weltweiten Pandemien herstellen und wie sie sie verkaufen. Jahrelang haben Pharmakonzerne gutes Geld mit Medikamenten gegen Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen verdient und die Preise diktiert. Die Politik muss mindestens in Europa dafür sorgen, dass Impfmittel in Lizenz auch von anderen Firmen hergestellt werden dürfen, wenn die Nachfrage nicht durch die einzelnen Firmen, die das Patent besitzen gedeckt werden kann. Die WHO müsste längst tätig geworden sein, um diese Firmen zu mehr Effizienz drängen. Auch sollten Regierungen bei Weigerung und drohenden jahrelangen Rechtsstreiten bevollmächtigt werden, solche Firmen zu enteignen oder eine Aktienmehrheit zu erlangen. Der Profit darf hier nicht über der Gesundheit der Weltbevölkerung stehen.

Bremsen Patente die Impfstoffproduktion

Ja. Das können wir durchaus glauben. Hauptsache Patente werden eingehalten bei der Impfstoffproduktion. Eben typisch deutsch. Mal wieder. Bevor der Impfstoff produziert wird und man zur Abwechslung mal einige infizierte Menschen behandelt, sind Patente jetzt erst mal wichtiger. Kennen wir alle ja auch aus anderen Bereichen, in denen vom Urheberrechtsschutz die Rede ist bzw. vom Kopierschutz bei Datenmaterial so eben das Patentrecht der Impfstoffproduzenten. Dies ist einfach mal wieder Bürokratie pur, damit auch keiner auf die Idee kommt sich straflos fremden Impfstoff von anderen Herstellern anzueignen.

Patente? Dann sollen sie

Patente?
Dann sollen sie erstmal die Fördergelder und Zuschüsse zurückzahlen.
Firmen, die hier mauern, sind zu tiefst unmoralisch.

Am 21. Januar 2021 um 08:59 von sonnenbogen

Zitat: Gute Diskussion, so wird sichergestellt das die Pharma Industrie sich darauf konzentrieren muss die Patente zu verteidigen .... alles andere steht hinten an.

Meinen Sie wirklich, alles würde jetzt still stehen wegen dieser Patentfrage?

Die Diskussion dürfte die Pharmakonzerne mit ihren spezialisierten Juristen nicht unvorbereitet treffen.

Grundrechte einschränken - auch für die Pharmalobby!

Seit 10 Monaten sind Grundrechte so stark eingeschränkt wie nie seit dem 2. Weltkrieg.

Warum um alles in der Welt sollte das nicht auch für die Pharmaindustrie gelten? Deren Rechte müssen jetzt eingeschränkt werden, damit Menschen gerettet und Milliarden wieder normal weiterleben können!

Am 21. Januar 2021 um 09:11 von aaaa

Zitat: Patente sind ein systemrelevantes Machtinstrument des Kapitals.

Das böse Kapital.

Patente dienen dem Schutz geistigen Eigentums.

Gerade nicht kapitalträchtige Erfinder, die ihre Erfindung nicht ausbeuten können, werden gegenüber kapitalträchtigen Unternehmen geschützt.

Patente?

Ich muss zugeben, dass ich bei der Überschrift etwas mehr Information in dem Artikel darüber erwarte, was für Patente eigentlich erteilt sind, über deren Aufhebung diskutiert wird. Ich würde mich sehr wundern, wenn ca. 12 Monate nach Beginn der Forschung wird schon Patente erteilt sind, die sich auf die spezifisch entwickelten Impfstoffe beziehen (soll heißen: Stoffschutz, Formulierung, Herstellung, ...). Bestenfalls könnten allgemeinere Technologiepatente erteilt sein.

@Neu - Wie soll es ohne Geld gehen?

Solange Geld und die Wirtschaft das höchste Gut auf diesem Planeten sind, wird die Menschheit nie gesund.
Wie Milliarden Menschen auf dem Planeten leben und versorgt werden sollen, ohne Geld und Wirtschaft würde mich mal interessieren.

Völlig egal, was es rund um Corona betrifft, es wird grundsätzlich wirtschaftlich entschieden.
Daumen hoch für die "Chancen", die wir nutzen, und wie sehr wir uns doch ändern. Gähn.

Sicher handelt es sich um einen extremen Fall aber eigentlich ist es nicht besonderes. Immer kann es das Problem geben das ein Kranker sich ein Heilmittel nicht leisten kann.

Ob es allerdings die Lösung ist, die Firmen die Forschung bezahlen zu lassen und dann zu zwingen die Ergebnisse kostenlos zu verteilen glaube ich nicht.

Selbst ein "Selbstkostenpreis" ist schwierig zu ermitteln. Was ist mit Forschungen die keinen Erfolg hatten, auch diese müssen von erfolgreichen Mitteln finanziert werden.

@09:38 von dr.bashir

>> Die Alternative sind Steuergelder und
>> Altruismus.

Wäre das SO schlimm? -.-

Das muss man vertraglich regeln

@ Bender Rodriguez:
Alles andere sind nur Auftragsarbeiten. Und wer zahlt, hat die Rechte.

Nicht unbedingt. Die Patentrechte können beim Entdecker oder bei der Firma oder Hochschule liegen. Das wird normalerweise vorher vertraglich vereinbart.

Umfassende Rechte?

Bis zu 20 Jahre Schutz gegen eine jährlich steigende Gebühr sind "umfassende Rechte"? Was sind dann 50 Jahre Schutz ab Produktion oder gar je nach Todeszeitpunkt des Erfinders minimal 70 Jahre Schutz und das ohne Gebühren, wie es im Urheberrecht üblich ist? Aber an diesen Regelungen will man seltsamerweise nicht rütteln, während man die maximal 20 Jahre Patentschutz in Frage stellt.

@10:48 von saschamaus75

>> Die Alternative sind Steuergelder und
>> Altruismus.

Wäre das SO schlimm? -.-

Nein gar nicht. Wenn man dieses Konzept verallgemeinern würde, wäre die Welt eine bessere.

Aber ich glaube nicht, dass viele von denen, die vollmundig die Pharmaindustrie kritisieren, dass dann toll finden würden.

Wenn man den Impfstoff staatlich entwickelt finanziert und produziert hätte, dann würden hier viele fordern, dass der dann auch zuerst für D verwendet wird.

Das wäre dann auch kein Altruismus, sondern nur "Germany first"

Und ich glaube nicht, dass ein staatlich gelenktes System zu besseren Ergebnis käme. Dagegen spricht der Anschein und die Erfahrungen der Geschichte.

Aber als Wunschtraum finde ich die Idee toll.

Bremsen Patente die Impfstoffproduktion?

Antwort: eher nein.

Wenn Unternehmen eine geeignete Poduktionsduktionsstätte (ggf. + Vertriebsmöglichkeiten) den Corona-Impfstoff-Herstellern anbieten können, dann werden die Hersteller sicherlich nicht wegschauen und alles ablehnen.

Die Hersteller wollen weiter Geld verdienen, und das geht in erster Linie mit Produktionsausweitung und Ausweitung des Vertriebsnetzes. Und da steht sicherlich eine Linzenzvergabe nicht im Wege.

Über Preise des Impfstoffes muss geredet werden. Arme Länder können nicht horrende Preise für Medikamente für ihr Gesundheitssystem erwerben.

Die Lösung wäre einfach, aber zu spät für SARS-CoV-2.

Nicht die Patente sind das Problem, das Problem liegt in den privatwirtschaftlichen Interessen der Patentinhaber.

Anstelle der bisherigen unseligen Praxis, dass staatlich geförderte Entwicklungen von Investoren aufgekauft und gewinnbringend an Pharmafirmen verkauft werden, die dann später wieder gewinnbringend produzieren, sollte bei staatlicher Förderung auch der Staat das Patentrecht innehaben. Das macht es sehr viel leichter, mehrere Lizenzen zu vergeben und verhindert den Totalbuyout, der derzeit zum Zweck maximierter Gewinnerzielung üblich ist.

Für die gegenwärtigen Impfstoffe ist das jedoch zu spät und den Patentschutz auszusetzen wäre für private Forschung ein fatales Signal.

@09:47 von hesta15

>> Wenn man über Jahre nur in Flops
>> investiert,...

Ich gehe mal davon aus, mit "Flops" meinen Sie Forschung, die keinen Profit erwirtschaftet?

Ähh übrigens, z.B. (die EXTREM wichtige!) Grundlagenforschung erwirtschaftet seltenst Profit. -.-

@09:48 von pemiku

>> Da Geld die Welt regiert, sind
>> anderslautende Forderungen (bis heute)
>> chancenlos.

Oder das Gesamtsystem Kapitalismus ist fehlbar! oO

"Bremsen Patente die Impfstoffproduktion?"

Logisch.

"Doch die Pharmaindustrie wehrt sich"

Auch logisch. Schließlich geht ohne Geld bekanntlich gar nichts.

@um 08:57 von Advocatus Diabo...

"Risiken und Nebenwirkungen beim Aussetzen von Patenten bestehen darin dass die Pharmaindustrie dann in nicht lohnenden Sparten keine Neu-Entwicklungen mehr betreiben."

Gut möglich, aber in diesem Fall trifft das ja nicht zu. Viele Staaten und Stiftungen haben die Entwicklung der besprochenen Impfstoffe mit hunderten Millionen finanziert. Weil es sich um einen außergewöhnlichen Fall handelt. Und in diesem außergewöhnlichen Fall könnte und sollte man das übliche Patentrecht mal außen vorlassen. Denn alles hängt von der schnellstmöglichen Produktion ab. Dem stehen die Patente eindeutig im Weg.
Es kann nur eine richtige Entscheidung geben - denn die 'Preisfrage lautet:
Geht´s um Geld oder Menschenleben.
Nicht nur ein paar Menschenleben, sondern Millionen.

Patent

Das ist eine Scheindiskusion.
Früher war die Forschung und Produktion öffentlich bis die Politik das verändert und
"privatisiert" hat. Geistiges Eigentum wird geschützt, Forschung kostet viel Geld da ist es richtig das die " Erfindung" geschützt wird.
Die Tatsache das Europa/Deutschland nicht genug bestellt hat und damit zu wenig zur Verfügung steht, erklärt das nicht.
Wer ist verantwortlich für diesen Mangel? Nicht die Pharmaindustrie, das sind die Politiker.

um 12:15 von saschamaus75

@09:47 von hesta15
>> Wenn man über Jahre nur in Flops
>> investiert,...

Ich gehe mal davon aus, mit "Flops" meinen Sie Forschung, die keinen Profit erwirtschaftet?

Ähh übrigens, z.B. (die EXTREM wichtige!) Grundlagenforschung erwirtschaftet seltenst Profit. -.-
--------------
Biotech / Pfizer ist ein Pharmakonzern, diese Konzerne entwickeln Medikamente die im freien Markt zu Höchstpreisen verkauft werden. Grundlagenforschung wird eher in Uni - Kliniken betrieben.

Privat vs. staatlich

Mal ganz ehrlich - glaubt irgendwer, das wir heute einen Impfstoff hätten, wenn der Staat vor ein paar Jahren darüber zu befinden gehabt hätte, ob man über mRNA forscht? Ich nicht. Das ist oft auch Glück, dass jemand, wie hier das Ehepaar Sahin, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Idee, den Mut und die Nerven gehabt haben, sich auf diesen Weg zu machen. Es gibt viele Biotech-Startups und nur wenig werden reich mit ihren Ideen. Wenn da erst mal Bund-Länder-Kommissionen beraten würden, dann wäre bis heute das Aspirin nicht erfunden. Nicht weil die Menschen dort doof sind, sondern weil dann immer hunderte verschiedener Optionen gegeneinander abgewogen werden.

Staatliche Förderung von privater Kreativität ist wichtig. Inwieweit der Staat sich dann auch Patentrechte sichern sollte, mag ich nicht zu beurteilen. Aber wir fördern auch mit Milliarden die H2-Technologie und wenn was rauskommt, verdient Daimler Geld mit den Wasserstoff-LKW. Dann haben wir auch kein staatliches Patent.

Zwangslizenz

§ 24 des Patentgesetzes besagt leicht verständlich:
(1) Die nicht ausschließliche Befugnis zur gewerblichen Benutzung einer Erfindung wird durch das Patentgericht im Einzelfall nach Maßgabe der nachfolgenden Vorschriften erteilt (Zwangslizenz), sofern
1.
der Lizenzsucher sich innerhalb eines angemessenen Zeitraumes erfolglos bemüht hat, vom Patentinhaber die Zustimmung zu erhalten, die Erfindung zu angemessenen geschäftsüblichen Bedingungen zu benutzen, und
2.
das öffentliche Interesse die Erteilung einer Zwangslizenz gebietet.
Welcher Lizenzsucher hat sich denn bislang erfolglos bemüht? Oder geht es nur darum keine angemessene Lizenz zahlen zu wollen?

09:47 von hesta15

Obwohl seit Beginn der 90er Jahre von vielen Firmen weltweit an einem mRNA I-stoff geforscht wurde, bekam der Impfstoff von Biontech/Pfitzer eine Zulassungslizenz.

Seltsam.

Biontech/Pfitzer hat zuvor nicht einen Impfstoff hergestellt!

>>Wenn man über Jahre nur in Flops investiert, habe ich Zweifel an den Qualifikationen der Angestellten.<<

Dem kann ich mich anschließen.

Danke für ihren Beitrag!

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@12:01 von dr.bashi

>> Das wäre dann auch kein Altruismus,
>> sondern nur "Germany first"

Nope, 'human being first'. -.-

12:31 von dr.bashir

Sorry, für eine kleine Korrektur: nicht das Ehepaar Sahin, sondern das Ehepaar Özlem Türeci und Ugur Sahin.

Davon abgesehen, stimme ich Ihnen zu. Privates, wissenschaftliches Engagement in Forschung und Entwicklung und staatliche Unterstützung müssen hier Hand in Hand gehen.

@12:31 von dr.bashir

"Staatliche Förderung von privater Kreativität ist wichtig. Inwieweit der Staat sich dann auch Patentrechte sichern sollte, mag ich nicht zu beurteilen."

Viele kleine und mittelständiche Unternehmen können eine aufwendige Forschung auch gar nicht selbst finanzieren und werden daher über Forschungsprogramme vom Staat (aus Steuergeldern) unterstützt. So entstehen sicherlich auch Patente, auf die der Staat aber kein Anrecht hat. Der Staat hat aber ein Interesse an innovativen Ideen, die die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen erhöhen und so die Beschäftigung sichern und über höhere Gewinne der Unternehmen auch die Steuereinnahmen des Staates erhöhen.

warum investiert man

in Mietwohnungen, in Medikamente
weil man einen Gewinn erhofft
wenn ich Immobilieninvestoren enteigne oder Pharmabetriebe auf den Entwicklungskosten sitzen lasse
funktioniert das
- einmal !
dann wird keiner der noch bei Verstand ist ne Wohnung bauen
oder eine Medikament / Impfstoff entwickeln
warum auch
wer arbeitet schon, wenn er weiß er kriegt nichts dafür ?

@ 09:47 von hesta15

>>... man über Jahre nur in Flops investiert, habe ich Zweifel an den Qualifikationen der Angestellten. <<

Wo her haben Sie diesen Unsinn?

BioNTech hält unzählige Patente zu RNA-Technologien, wenn ich mich recht erinnere, die meisten weltweit.

Da wurde nix verbrannt.

Ihre Qualifikation ist mehr als zweifelhaft.

Mrs. Dalloway

@ 13:50 von saschamaus75

„> Das wäre dann auch kein Altruismus,
>> sondern nur "Germany first"

Nope, 'human being first'“

Ich habe mich wohl nicht klar genug verständlich machen können. Ich bin ganz bei Ihnen „Human being first“ wäre das Idealziel.

Meine Befürchtung war nur, dass es viele Leute geben würde, die dafür plädieren, dass wenn wir staatliche Forschung und staatliche Patente hätten, diese dann auch für deutsche Patienten zu benutzen. Und das wäre „Germany first“.

sadaw

iele kleine und mittelständiche Unternehmen können eine aufwendige Forschung auch gar nicht selbst finanzieren und werden daher über Forschungsprogramme vom Staat (aus Steuergeldern) unterstützt. So entstehen sicherlich auch Patente, auf die der Staat aber kein Anrecht hat. Der Staat hat aber ein Interesse an innovativen Ideen, die die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen erhöhen und so die Beschäftigung sichern und über höhere Gewinne der Unternehmen auch die Steuereinnahmen des Staates erhöhen.

Patente sind nicht das

Patente sind nicht das Problem, weil die Rechteinhaber auch Lizenzen vergeben können.
Es gibt also Möglichkeiten die Produktion auszuweiten. Nur warum wird das nicht gemacht?

Ich denke, die Unternehmen wollen ihr Wissen nicht weitergeben und damit einen Konkurrenten aufbauen.

...ttestEineMeinung @21. Januar 2021 um 08:57 von Advocatus...

Ihr Beispiel ist eher ein Argument GEGEN die bisherige Art der Pharmaforschung durch nachgelagerte Einnahmen aus dem Verkauf der Mittel, als dafür.

Dass sich alle grossen Pharmaunternehmen aus der Antibiotikaforschung verabschiedet haben, liegt nicht am Patentrecht.
Dieses gilt nach wie vor. Neue Antibiotika können aber nicht mit grossen Gewinnen verkauft werden, da man sie als Reserveantibiotika zurück hält, um zu vermeiden, dass Keime auch gegen diese Mittel resistent werden.

Da investiert man lieber in Medikamente die man einem breiten, zahlungskräftigen Patientenkreis verkaufen kann.
Selbst wenn man diesen Patienten erst noch durch Werbung etc. klar machen muss, dass und warum sie krank sind und sie unbedingt eine medikamentöse Therapie benötigen.

Hier müssen neue Wege der Forschungsförderung gefunden werden, die private Inovation einbeziehen und ergänzen.

Z.B. Verknüpfung von Fördergeldern für Impfstoffe mit dem Recht diese gegen Lizenzgebühren auch woanders zu produzieren.

Den Sack schlagen - den Esel meinen

Man tut so, als gäbe es morgen mehr Impfstoff, wenn man heute die Impfstoffpatente aussetzen würde. Dabei gibt es die speziellen Anlagen für die Produktion der mRNA-Impfstoffe gar nicht. Es würde wahrscheinlich mindestens ein Jahr dauern, bis diese Anlagen gebaut oder umqualifiziert sind. Also dann, wenn man dem Impfstoff gar nicht mehr braucht.

Die Pandemie ist also nur vorgeschoben um wieder einmal das Geschäftsmodell der Pharmafirmen anzugreifen - hohe Gewinne durch das Monopol auf die entwickelten Medikamente, um das hohe Risiko für Neuentwicklungen eingehen zu können.

Man kann durchaus diskutieren, ob die Pharmafirmen das Patentsystem nicht ausnützen - zum Beispiel durch zahlreiche Sekundärpatente und den Aufbau eines Patentdschungels, um Generikas das Leben schwer zu machen - aber Luft zum Atmen muss man den Pharmafirmen schon lassen. Sprich: die Exklusivität auf das Basispatent werden sie brauchen.

Diese Diskussion aber mit der Pandemie zu verknüpfen, ist unaufrichtig.

Geld regiert die Welt

Geld regiert die Welt - Es wäre besser, wenn eine Regierung die Welt regiert. Über Steuern könnte beeinflusst werden, wer Profit macht und wer nicht. Wer einen guten Impfstoff allen zur Verfügung stellt oder nebenbei das Klima rettet, der darf gut verdienen.

12:31 von dr.bashir

Aber wir fördern auch mit Milliarden die H2-Technologie und wenn was rauskommt, verdient Daimler Geld mit den Wasserstoff-LKW
.
und wenn nichts rauskommt ?
dann sind Subventions Mrd weg
ebenso die Entwicklungskosten beim Daimler

10:36 von Robert Wypchlo

>>Bremsen Patente die Impfstoffproduktion
Ja. Das können wir durchaus glauben. Hauptsache Patente werden eingehalten bei der Impfstoffproduktion. Eben typisch deutsch.<<

Wie kommen Sie denn auf diese Idee.
Glauben Sie in den anderen Ländern, in denen etwas entwickelt bzw. erfunden wird, gibt es kein Patentrecht.
Das ungeeignetste Thema muss herhalten um Deutschland schlecht zu reden.

...ttestEineMeinung @21. Januar 2021 um 12:31 von dr.bashir

Früher hat sich die Förderung von Innovation sehr direkt auf den Staat ausgewirkt.

Die Gründung von Klöstern und später Universitäten verschaffte einem Staat Steuereinnahmen und Zugang zu neuen Technolgien. Ausserdem wurden Arbeitsplätze geschaffen, Waren günstiger, der Lebenstandard höher.

All das lange Zeit auch ohne Patentanmeldungen etc., wie ich anmerken möchte.

Ich verstehe, dass Forschung heute einen teils sehr hohen Kapitalbedarf hat und wissenschaftliche Ehren oder eine Professur als Innovationsanzreiz alleine wohl nicht ausreichen.

Aber in einer globalisierten Wirtschaft, in der Patente oft genug als Druckmittel gegen Konkurrenten gesammelt werden und zur Errichtung von Monopolen, zementiert durch die Regeln der WHO, müsste man die Rolle des Staates überdenken.

Sollte die Öffentlichkeit nicht an Patenten beteiligt sein, die sie selbst gefördert hat?
Sollte sie mitreden dürfen, wie viel eines Impfstoffes wie schnell produziert werden, wenn sie die Kosten trägt?

@ 14:45 von Sisyphos3

„ und wenn nichts rauskommt ?
dann sind Subventions Mrd weg
ebenso die Entwicklungskosten beim Daimler“

Das ist das normale Risiko jeder Forschung. In der Pharmaindustrie kommt sogar häufiger nichts heraus, als das man einen wirklichen „Blockbuster“ findet.

Forschung bedeutet, man ist hinter schlauer als vorher, aber das Ergebnis muss einem nicht unbedingt gefallen.

Man finanziert Fehlschläge mit den Einnahmen aus den Erfolgen.

Gemeinschaftliches Schmarotzertum von Staat und Wirtschaft

„Die weltweiten Standards zum Schutz von geistigem Eigentum, das sogenannte TRIPS-Abkommen, haben die WTO-Staaten in den 1990er-Jahren beschlossen, auch auf Druck großer Pharmakonzerne. Die Entwickler von Medikamenten oder Impfstoffen genießen seitdem umfassende Rechte. Ihre Patente sind für bis zu 20 Jahre geschützt. In diesem Zeitraum dürfen nur sie die Mittel herstellen oder produzieren lassen“
Jetzt, während der Pandemie, könnte dies viele Leben kosten, sagen Kritiker der Patentregeln"

Warum dies das nicht nur könnte, sondern in großer Zahl auch tut, ist im Artikel ausführlich dargelegt. Und dass und warum der Grund dafür nichts mit "Förderung" des Gemeinwohls, dafür umso mehr mit der "Begünstigung" Einzelner zu tun hat, auch.

@ 14:09 von MrsDalloway

Liebe Mrs Dalloway,

ich teile Ihr Vertrauen, BioNTech betreffend, aber auf "Technologien" gibt es keine Patente!

Im Deutschen ist "Technologie" eine Naturwissenschaft, in deren Kenntnis kann man Fertigkeiten, Verfahren und Methoden entwickeln - diese sind dann aber "Technik" und erst die kann man dann auch patentieren - nicht die zugrunde liegende Wissenschaft.

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Patente sorgen für Zeitlupe!

Der, der einen Schritt nach vorne gemacht hat, verwendet nach seinem Patent seine ganze Kraft darauf, den anderen beim ähnlichen Schritt das Bein zu stellen. Kaum jemand zahlt Patent-Lizenzen, lieber wird eine Ersatzentwicklung gemacht, die zwar meist schlechter ist, aber hauptsächlich den Konkurrenten nicht füttert.

Warum ist China so eine rasante wirtschaftliche Entwicklung gelungen? Weil die Chinesen sich jederzeit wenig um Patente kümmerten. Patente behindern im meinen Augen den Fortschritt. Sie sorgen m.E. dafür, dass Deutschland an vielen Stellen den Anschluss bereits verloren hat.

Impfstoff für alle, weltweit

>>Vertreter der Industrie erklärten in den vergangenen Monaten wiederholt, der Schutz geistigen Eigentums mache Erfindungen erst möglich.<<
Demnach ist das Rad wohl doch nicht erfunden worden …
>>… unter anderem die EU, die USA, Japan und Großbritannien sind gegen ein Aussetzen des Patentschutzes.<<
Das zeig genau, worum es „dem freien Westen“ geht, um die Öffnung der Grenzen und der Märkte für die private Wirtschaft, ansonsten hat sich die Politik als steuernde und regulierende Macht herauszuhalten.

Es sollte ein Leichtes sein, die Pharmaunternehmen für die Entwicklung der Impfstoffe schadfrei zu halten und die Patente zur freien Verfügung zu stellen Die Mittel dafür sollten von den Unternehmen und Privatleuten eingetrieben werden, die von dieser Wirtschaftspolitik exorbitant profitiert haben. Man muss es nur wollen.

Obwohl sie klargemacht haben, dass der Impfstoff für alle - auch die Armen - verfügbar sein muss, wollen unsere Vorderen nicht dürfen.

...ttestEineMeinung #Privat vs. Staatlich - ein Gegensatz?

Patente zur nachgelagerten Finanzierung von Forschung sind wohl nicht die Patentlösung, wie z.B. die Forschung zu neuen Antibiotika und Heilmitteln für Krankheiten zeigt, die entweder selten sind oder nur Länder betreffen, die kaum Medizin leisten können.

Selbst die Forschung an Universitäten muss meist Drittmittel einwerben, meist von Firmen die hinterher irgendeine Art von Profit erwarten.

Das führt dazu, jetzt z.B. die Produktion der Impfstoffe allein bei den jeweiligen Patentinhabern liegt.
Knappheit führt zu höheren Verkaufspreisen, mehr Produktion also nicht im wirtschaftlichen Interesse dieser Firmen.
Länder könnten versucht sein höhere Preise zu zahlen, um ihre Bevölkerung schneller impfen zu können.

Hier muss eine Abwägung der Interessen stattfinden.

Deutschland (und die EU) hätte mit der Forschungsförderung schon die Rahmenbedingungen für schnellere Produktion schaffen müssen.

Dass das nicht passiert ist, muss sich auch unser Gesundheitsminister Spahn vorwerfen lassen.

14:28 von MaKiLu

>>Es würde wahrscheinlich mindestens ein Jahr dauern, bis diese Anlagen gebaut oder umqualifiziert sind. Also dann, wenn man dem Impfstoff gar nicht mehr braucht.<<

Wenn dem wirklich so wäre, bräuchten sich die Patentinhaber ja nicht zu sträuben, weil niemand daran interessiert wäre, etwas zu produzieren, was keiner braucht.

Es ist noch nicht ausgemacht, dass bei einem weiter so schon in 5 Jahren alle Bedürftigen weltweit geimpft sein würden.

Chance verpasst

Schade ist, dass während der Pressekonferenz von Frau Merkel am heutigen Vormittag kein einziger Journalist der ARD die Fragen, die im Bericht und hier in den Kommentaren thematisiert werden, an Frau Merkel gestellt hat. So hätte wenigstens ein bisschen Aufklärung betrieben werden können.

12:25 von sosprach

das habe ich auch schon versucht anzumerken. deshalb soll auch hier wieder vom totalversagen unserer regierung abgelenkt werden

...ttestEineMeinung #Alles nur geklaut

@21. Januar 2021 um 15:35 von Harald Friedrich:

Ihre Argumentation hat etwas für sich.

Ich möchte noch anmerken, dass auch wir da eine lange Tradition haben.

Nicht nur das Geheimnis der Seidenproduktion, auch z.B. Spaghetti, Porzellan und Schiesspulver stammen aus China.

Die Windmühlen übrigens aus Arabien, und die Null aus Indien.

Machen wir es doch

wie die GEMA.
Ein Obolus von jeder produzierten Impfstoffdosis an den Entwickler und Erfinder.

@14:56 von atratos

>Im Deutschen ist "Technologie" eine Naturwissenschaft, <

Nicht wirklich. Technologie, die lehre von der Technik ist eine Anwendungsbezogene Lehre; sie gehört in den Bereich des Ingenieurswesens und ist somit dem Handwerk zu zu ordnen. Es steckt halt schon im Namen. naturwissenschaftliche Kenntnis sind nicht hinderliche, aber Naturwissenschaftliches, oder jegliches wissenschaftliches Denken als solches ich nicht erforderlich. Rechnen sollte man können. Aber rechnen können macht einen nicht zum Mathematiker, oder "Mathematisch denkenden"...meist eher im Gegenteil.

15:35 von Harald Friedrich

>>Warum ist China so eine rasante wirtschaftliche Entwicklung gelungen? Weil die Chinesen sich jederzeit wenig um Patente kümmerten. Patente behindern im meinen Augen den Fortschritt. Sie sorgen m.E. dafür, dass Deutschland an vielen Stellen den Anschluss bereits verloren hat.<<

Bei aller berechtigten Kritik an China, sollte dort ein Privatunternehmen aus Profitinteresse Massenimpfungen bei einem Notstand wie wir ihn derzeit haben behindern, würde der Staat ohne Rücksicht auf das Unternehmensinteresse sofort die Hemmnisse beseitigen. Dort ist kein "freier Westen" mit allen Vor- und Nachteilen, da wird in dem Rahmen gewirtschaftet, den die Politik vorgibt bzw. zulässt.

Aus meiner Sicht ist übrigens nicht generell etwas gegen Patente einzuwenden. Viele Patente zeugen von reger Entwicklungstätigkeit und damit wirtschaftlicher Prosperität. Aber das Patente aus monetären Interessen Menschenleben gefährden, darf nicht sein. Da hat eindeutig das Gemeinwohl Vorrang zu haben.

15:35 von Harald Friedrich

Patente behindern im meinen Augen den Fortschritt
.
sie meinen also was zu erfinden kostet kein Geld ?
wenn sie das so sehen verstehe ich ihre Einstellung

Ich frage mich,.....

ob die Befürworter von Altruismus wirklich so gutgläubig oder naiv sind und sich über die unausweichlichen Folgen nicht im klaren sind. Hat z.B. die anerkennenswerte Tätigkeit von Mutter Theresa in den Slums irgendetwas bewirkt, besonders eine Änderung des Denkens? Ich glaube, daß Altruismus einen Stillstand der Entwicklung fördert, wie bisher alle sozialistischen oder kommunistischen Systeme bewiesen haben, die letztendlich auch einen altruistischen Ansatz haben. Überdies ist damit jede Diskussion um "geistiges Eigentum" jeder Art obsolet, denn das Patent soll nicht nur die monatelange Vorfinanzierung schützen, sondern besonders auch das geistige Produkt.

Schutz von geistigem Eigentum

Pharmafirmen können doch,
von ihnen lizenzierte Produkte,
durch P-Firmen mit Lizenz gegen Lizenzgebühr, herstellen lassen!
Ist doch nichts Neues.
Warum tut sich die Pharmaindustrie so schwer!

15:40 von BILD.DirEinDuHä...

Länder könnten versucht sein höhere Preise zu zahlen,
um ihre Bevölkerung schneller impfen zu können.
.
könnten ?
also Israel zahlt 23 Euro für ne Impfdosis
die EU dagegen nur 12 Euro
in Israel sind 35 % der Menschen geimpft
hierzulande keine 2 %

was mögen die Gründe sein ?

Grundsätzlich muss man

Grundsätzlich muss man feststellen, dass all die Leistungen einzelner Wissenschafftler und somit auch ganzer Pharmakonzerne von der Bildung abhängen, die diese Wissenschaftler in ihrer Kindheit und Jugend, als auch als Studenten erlangen durften.
Bildung, die zum größten Teil durch Steuergelder der jeweiligen Heimatländer finanziert wurde.
Hinzu kommt, dass zu Beginn der Impfstoffsuche gegen Corona hunderte von Millionen von Staaten den Pharmakonzernen zur Verfügung gestellt wurden. Auch das waren Steuergelder.
Zusammengefasst bedeutet das, dass weder Einzelne noch ganze Konzerne Reich werden können, ohne die massive Hilfe von Staaten mittels horrenden Summen aus dem Steuertopf zur Erforschung und Umsetzung nahezu sämtlichen wissenschaftlichen Fortschritts.
Insofern ist muß es natürlich selbstverständlich sein, dass Patente von Medikamenten und die Gewinne daraus zu einem großen Teil den finanzierenden Steuerzahlern aller Länder zugute kommen.
Als Produkt und als monetäre Dividende.

08:58 von Letzeburger

und ?
wer hat die Entwicklung des Impfstoffes bezahlt
haben die Chemiker, Biologen, die Laborantinnen Pförtner Putzfrauen umsonst gearbeitet ?
wenn ich im Wald Pilze sammle
ist das eine Sache
wenn ich diese Pilze aber erst anpflanzen muß
wohl kostenmäßig ne ganz andere

09:43 von lubbert

Warum spricht niemand über die Impfstoff-Geheimverträge zwischen den Herstellern und der EU. Die EU verweigert bisher eine Offenlegung der Haftungsklauseln.
*
Geheimverträge zwischen Herstellern und der EU?
Sie wissen davon?
Kommt mir vor wie eines der Verschwörungs - Märchen!

15:40 von BILD...

>>Deutschland (und die EU) hätte mit der Forschungsförderung schon die Rahmenbedingungen für schnellere Produktion schaffen müssen.

Dass das nicht passiert ist, muss sich auch unser Gesundheitsminister Spahn vorwerfen lassen.<<

Offenbar ist es von Ihnen unbemerkt passiert, dass genau das, was Sie der Politik vorwerfen nicht getan zu haben, doch durchgeführt wurde.

09:43 von lubbert

wenn ich darf, möchte ich mich dieser einschätzung anschliessen. kickbacks werden auch nicht gerne schriftlich fixiert

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