Kommentare - Argentinien: "Heute haben wir Geschichte geschrieben"

30. Dezember 2020 - 15:39 Uhr

Jahrelang kämpften Frauenbewegungen in Argentinien für ein Recht auf Schwangerschaftsabbrüche. Jetzt hat der Senat des südamerikanischen Landes für eine Legalisierung gestimmt - gegen den Widerstand der Kirche. Von Anne Herrberg.

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Kommentare

Diese Legalisierung muss es auch bei uns geben

Diese Legalisierung muss es bei uns in Deutschland auch geben.

https://www.tagesschau.de/ausland/argentinien-abtreibungen-105.html

Es ist noch vor Sonnenaufgang, als vor Argentiniens Nationalkongress der Jubel ausbricht. Zehntausende hüpfen, springen, umarmen sich, Tränen fließen. Nach einer Marathonsitzung von mehr als zwölf Stunden hat der Senat Ja gesagt zur Legalisierung von Abtreibungen. "Ich kann gar nichts sagen, unglaublich, das ist einfach Wahnsinn", sagt eine Frau.

Auch hier bei uns muss die Bundesregierung endlich den Mumm haben, gegen die Kirche zu stimmen. Argentinien, Irland und andere machen es längst vor. Warum ist Deutschland so rückschrittlich?? Danke an Argentinien und erhöht bitte den Druck auf die Bundesregierung, wertes Argentinien.

Und das hier von den Kirchen ist absoluter Blödsinn!

Und das hier von den Kirchen ist absoluter Blödsinn:

Mit dabei: ein riesiger, mit Kunstblut bespritzter Pappmaché-Fötus und viele Geistliche wie Pater Javier, der vor dem Gesetz warnt: "Auf dem Spiel steht, dass Argentinien seinen ersten nationalen Genozid absegnet. Mit diesem Gesetz werden Millionen Argentinier ausgerottet. Ihr Deutschen wisst sehr genau, was es bedeutet, dass ein Staat einen Teil seiner Bevölkerung zur Exterminierung freigibt."

1. es gibt kein Recht auf Vergewaltigung
2. es gibt ein Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung
3. bei uns gilt die Säkularisierung (Staat und Kirche haben getrennt zu bleiben und die Kirche hat sich weitgehend aus der Politik rauszuhalten).
4. Schwangerschaftsabbruch ist KEIN Genozid!

Denn keine Frau bricht eine Schwangerschaft aus Lust und Laune ab. Und niemand rottet deswegen die Argentinier aus.

Haben Menschenrechte keine Geltung mehr

Wie traurig und dramatisch, dass jetzt auch in Argentinien legal Kinder teils sehr qualvoll im Mutterleib getötet werden dürfen. Es sollten viel mehr Möglichkeiten geschaffen werden, die den jungen Müttern Hilfen geben ihr Kind auch gegen den Druck der Gesellschaft auszutragen und Unterstützung für sich und ihr Kind zu bekommen. Ein schwarzer Tag in der die Menschenrechte mit Füßen getreten werden.

erste Hürde für legale Abtreibung genommen

Frage : wie sieht das in Deutschland aus !

"das Recht, selbst über Körper zu entscheiden"
Betrifft es nur den eigenen Körper oder vielleicht auch einen anderen gleich mit ?
Ein schwieriges Thema,
bei dem eineR immer verliert

15:49 von Demokratieschue...

Warum ist Deutschland so rückschrittlich??
.
was hat das mit rückständig zu tun
es ist eine Rechtsgüterabwägung
Ne Festlegung wie die Gesellschaft das Leben eines Ungeborenen
im Vergleich zum Selbstbestimmungsrecht der Frau wertet

@ Demokratieschue...

"Auch hier bei uns muss die Bundesregierung endlich den Mumm haben, gegen die Kirche zu stimmen" Am 30. Dezember 2020 um 15:49 von Demokratieschue...

*

Absolut falscher Ansatz immer "gegen Kirche" zu sein.

Man für die Frauen stimmen.

Es sind Frauen, die für die Möglichkeit einer sicheren Abtreibung gekämpft haben.
Die Kirche kann ja gerne für Abtreibungsverbot sein, aber sie ist nicht direkt betroffen.

15:53 von Demokratieschue...

ihre Vergleich sind etwas krude

wer spricht von Recht auf Vergewaltigung
Recht auf sexuelle Selbstbestimmung
Säkularisierung ...

es geht lediglich darum ob einem Ungeborenen das Recht auf Leben vorenthalten werden kann oder darf
offensichtlich tendiert man aktuell eben dazu
eine Frage von Moral und Ethik und da fühlen sich Kirchen eben besonders angesprochen

Warum dieser Widerstand

Hier in Deutschland.
?Ich kann mich endsinnen das es in einen anderen deutschen Staat ging.
Und warum sind immer nur fast Männer dagegen?Und die Kirche,sollte erst mal ihre Sünden auf arbeiten.
Jeden sollte es selbst überlassen werden.Es ist seine Endscheidung mit der er oder sie fertig werden müssen.Und da hat niemand aber auch niemand rein zureden.

Am 30. Dezember 2020 um 15:49 von Demokratieschue...

Zitat: Auch hier bei uns muss die Bundesregierung endlich den Mumm haben, gegen die Kirche zu stimmen.

Es geht nicht um die Kirche(n), sondern um das Bundesverfassungsgericht.

Zitat: Danke an Argentinien und erhöht bitte den Druck auf die Bundesregierung, wertes Argentinien.

Ich glaube nicht, dass sich das Bundesverfassungsgericht von Argentinien beeindrucken lässt.

es ist inakzeptabel

dass die Kirche politische Entscheidungsträger unter Druck setzt, um ihre Vorstellungen von Gesellschaft durchzusetzen. In abgeschwächter Form haben wir das hier auch, es sei an die Diskussion über die Sterbehilfe erinnert. Das Gleichsetzen von Schwangerschaftsabbrüchen mit der Euthanasie ist bitterbös und disqualifiziert jeden, der so argumentiert.
Ich beglückwünsche sowohl die argentinischen Frauen zu ihrem Erfolg als auch das argentinische Parlament zu diesem Durchringen zu einer Entscheidung, die sicher vielen Abgeordneten nicht leicht gefallen ist.

@ Simplicissimus

In Argentinien, wie in vielen anderen vorwiegend katholischen Ländern, ist der gesellschaftliche Druck der zur Geburt und nicht zur Abtreibung. Vielleicht informieren Sie sich mal bevor Sie so etwas schreiben. Und auch darüber was eine Frucht bis zur 14. Woche eigentlich ist. "Qual" kann da jedenfalls nicht empfunden werden. Wohl aber durch eine ungewollte Schwangerschaft.

@Simplicissimus

"dass jetzt auch in Argentinien legal Kinder teils sehr qualvoll im Mutterleib getötet werden dürfen" Am 30. Dezember 2020 um 15:55 von Simplicissimus

*

Unsinn!

Ein Haufen Zellen ist noch lange kein Kind und mit Schmerzleitung ist da nichts.

Ein Kind zu gebären ist auch kein "Schicksal", sondern eine Wahlmöglichkeit.

Ich wünschte, Sie würden Ihre Energie darauf verwenden Straßenkinder in armen Ländern wie Argentinien zu schützen.

*

Ich habe 1x in einem Buch (glaube ich) gelesen:
"Wie kann man sie lieb haben, wenn man sie nicht ernähren kann."

Am 30. Dezember 2020 um 15:53 von Demokratieschue...

Zitat: 1. es gibt kein Recht auf Vergewaltigung

Wer sollte diesem Allgemeinplatz widersprechen. Darum geht es aber hier und jetzt nicht, denn Abtreibung nach einer Vergewaltigung war in Argentinien, wenn man dem TS-Artikel glaubt, bisher schon nicht strafbar.

@Demokratieschue..., 15:53

es gibt kein Recht auf Vergewaltigung

Entschuldigung, was faseln Sie hier? Es ging bei diesem Gesetz nicht um Vergewaltigung. Wenn Sie den Artikel bitte noch mal lesen würden. Da steht:

Bisher standen Abtreibungen unter Strafe - außer nach Vergewaltigungen oder bei Gefahr für die Gesundheit der Mutter.

Ich freue mich, dass Sie die Entscheidung des argentinischen Parlaments begrüßen. Aber bitte bleiben Sie bei den Fakten.

Am 30. Dezember 2020 um 16:14 von frosthorn

Zitat: Es ist inakzeptabel dass die Kirche politische Entscheidungsträger unter Druck setzt, um ihre Vorstellungen von Gesellschaft durchzusetzen.

Jeder darf sich am öffentlichen Diskurs beteiligen - auch die Kirche.

Wem wollen Sie die Meinungsäußerungsfreiheit noch nehmen - außer der Kirche?

16:09 von Tada

Die Kirche kann ja gerne für Abtreibungsverbot sein, aber sie ist nicht direkt betroffen
.
irgendwie vielleicht doch !
der ADAC fühlt sich ja wohl auch den Interessen der Autofahrern verbunden
wie ist das mit Gewerkschaften, Kinderschutzbund, Seniorenvereine ...
alles Interessenverbände
so auch bei Kirchen .... was wollen deren Mitglieder ?
sind die Repräsentativ für die Gesellschaft ?

16:17 von Tada

Ein Haufen Zellen ist noch lange kein Kind und mit Schmerzleitung ist da nichts.
.
egal wie man einen Schwangerschaftsabbruch sieht

eine etwas respektvollere Formulierung wäre angemessen
man hängt hier im Thread immer das GG so raus
warum verhält man sich nicht GG konform ?
zumindest das BVerfG urteilte recht eindeutig
dass auch das ungeborene Leben unter Art. 2 II GG fällt
(Entwicklung als Mensch und nicht zum Menschen)

15:49 von Demokratieschue...

«Diese Legalisierung muss es bei uns in Deutschland auch geben … Auch hier bei uns muss die Bundesregierung endlich den Mumm haben, gegen die Kirche zu stimmen. Argentinien, Irland und andere machen es längst vor. Warum ist Deutschland so rückschrittlich??»

Was schreiben Sie denn nun wieder für ein Zeug?

In DEU ist Schwangerschaftsabbruch bis in Woche 12 der Schwangerschaft möglich, und nicht strafbewehrt.

Dass es vorher eine verpflichtende Beratung der Frauen gibt, ist sinnvoll. Letztlich liegt die Entscheidung bei der Frau, was sie machen will.

Ob es nun 14 Wo. wie in ARG, oder 12 Wo. wie in DEU sind.
Ist ein geringer Unterschied im Zeitrahmen, aber kein qualitativer Unterschied bei der Tatsache, dass der Schwangerschaftsabbruch möglich ist.

Papst Franziskus war gegen das neue Gesetz in ARG. In DEU interessiert es den Gesetzgeber entscheidend schon länger nicht mehr, was die Katholische Kirche dazu sagt.

Sehr erstaunlich, dass man als Mann Ihnen das erst verklickern muss …

@falsa demonstration, 16:21 re @frosthorn

Wem wollen Sie die Meinungsäußerungsfreiheit noch nehmen - außer der Kirche?

Es sind solche Kommentare, und zwar gerade von Foristen wie Ihnen, denen meine Beiträge eigentlich bekannt sind, die mir die Teilnahme an diesem Forum allmählich verleiden. Sie unterstellen mir, gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung zu kämpfen?

Finde es sehr wichtig,

dass Frauen die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruches legal eingeräumt wird und sie keine illegalen Wege beschreiten müssen mit potentiell schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen. Und diesen Weg werden und würden Frauen, die ein Kind zu einem Zeitpunkt nicht wollen, immer einschlagen, da muss sich niemand etwas vormachen.

Gleichzeitig ist wünschenswert, dass junge Menschen (Mädchen und Jungen) vor allem auch in Schulen sehr gut aufgeklärt werden und sich mit Verhütung, sexueller Selbstverantwortung und einer möglichen Schwangerschaft auseinandersetzen.

Keine Ahnung wie gut das momentan in verschiedenen Ländern gehandhabt wird. Grundsätzlich sollten beide Geschlechter Verantwortung hinsichtlich Verhütung übernehmen, aber Frauen sind hier doch wesentlich stärker gefordert. Wenn das mal nicht funktioniert hat, ist die „Pille danach“ m.E. die bessere Alternative.

Aber keine Frau wird diese Entscheidung leichtfertig treffen und nur diese darf letztendlich darüber entscheiden.

von Demokratieschue...um 15:49

>Warum ist Deutschland so rückschrittlich??<

Weil es keinen gesellschaftlichen Druck gibt.
Unter anderem weil die meisten Menschen hier glauben es wäre eh legal.

Danke für die Info

Ja da muss ich Ihnen recht geben. Ich habe jetzt erst gesehen, dass es bis zur 14. Woche erlaubt ist. Schmerz-Empfindung ist damit noch nicht möglich, wie es bei vielen anderen Abtreibungen durch aus ist.
Aber ist es entscheidend ob ein Kind mit oder ohne Schmerzen getötet wird? Es ist ein einmaliges menschliches Leben, dass hier getötet wird. Da ist der Grad des Schmerzes nicht das entscheidende. Müttern muss geholfen werden ihr Kind in Sicherheit und angemessenem Wohlstand austragen zu können.

16:22 von Sisyphos3

«Die Kirche kann ja gerne für Abtreibungsverbot sein, aber sie ist nicht direkt betroffen.»

«irgendwie vielleicht doch !
der ADAC fühlt sich ja wohl auch den Interessen der Autofahrern verbunden.»

Völlig sinnloser Vergleich.

Der ADAC nimmt nicht für sich in Anspruch, zu entscheiden, was Sie mit Ihrem Auto machen sollen. Wenn der Mann vom ADAC sagt, die bockige Rollende Dose kriegt man wieder flott, wenn man die Lichtmaschine erneuert. Dann können Sie die Karre dennoch jederzeit verschrotten (lassen), wenn Ihnen der Sinn danach ist.

Und bei der Katholischen Kirche sind es immer nur die Männer, die zu Abtreibung was sagen. Kann ja auch gar nicht anders sein, da Frauen in dem Verein bis heute gar nichts zu sagen haben.

So was Allbestimmendes sollten sich Frauen mal zu sagen trauen, wenn es auch nur um Fußball im Stadion Gucken, Modelleisenbahn, Auto-Tuning, oder anderen "Männerkram" geht.

Solange die KK Frauen nicht mehr Mitwirkung gibt.
Besser ab unters Bett klein mit Hut.

Es geht um das fundamentale Bürgerrecht auf Selbstbestimmung

"Heute haben wir Geschichte geschrieben, mehr gibt es nicht zu sagen, wir haben uns ein Recht erkämpft ..."

Nämlich das Recht, sich von niemandem bevormunden lassen zu müssen.

"... und unser Kampf wird weitergehen"

Das muss er auch. Solange, bis JEDER Bürger auch de facto das Recht auf freie Selbstbestimmung hat.

um 16:12 von Sisyphos3 15:53 von Demokratieschue...

,,...es geht lediglich darum ob einem Ungeborenen das Recht auf Leben vorenthalten werden kann oder darf"

Nein, darum geht es nicht. Es geht um das Recht von Frauen zur Abtreibung bis zur 14. SSW.

Sie können sicher davon ausgehen, daß innerhalb der langen Zeit, in der die nun endlich erfolgreichen Frauen für ihre sensiblen Rechte gekämpft haben, alle Herausforderungen überwunden wurden, die einer Auseinandersetzung mit ethischen Maßstäben, moralischen Grundsätzen und blöderweise auch mit kirchlichen Traditionen zu tun haben. Jedenfalls sind die Entscheider in diesem Land langst viel weiter als dort, wo Sie die Situation orten wollen.

Nebenbei läßt sich an dem bescheuerten Statement von ,,Pater Javier (oder so) aus dem Norden" ganz gut ablesen, wohin nach 1945 so viele Nazis geflüchtet sind und deren Gefolge jede Gelegenheit nutzen, um durch die Projektion auf vermeintliche andere Sünder(innen) endlich den dunklen Flecken aus dem Kittel zu kriegen.

Ein Haufen Zellen?

Wie ich mich schon korrigierte, ist bis zur 14. Woche tatsächlich keine Schmerzleitung möglich. Entschuldigung für den Fehler. Aber Sie können doch keinen Menschen als einen Zellhaufen bezeichnen! Der Mensch ist von Beginn an eine einmalige Person. Es kommt nichts hinzu. Der Mensch wächst nur noch und entwickelt sich weiter. Das ist eine wissenschaftliche Tatsache. Hier liegt eine Tötung eines Kindes vor, das kann man auch durch ideologische Umschreibungen nicht leugnen. Den Müttern muss geholfen werden ihr Kind in würdigen Verhältnissen aus tragen zu können.

@ Sisyphos3

"Ein Haufen Zellen ist noch lange kein Kind und mit Schmerzleitung ist da nichts. [von Tada]
.
egal wie man einen Schwangerschaftsabbruch sieht

eine etwas respektvollere Formulierung wäre angemessen" Am 30. Dezember 2020 um 16:30 von Sisyphos3

***

Nein, ich habe es so formuliert, wie es wirklich ist und wie Sie es auch (hoffentlich) in der Schule gelernt haben.

Ein Spermium (kein Kind) befruchtet eine Eizelle (kein Kind) und bilden eine Zygote (kein Kind).
Dann fängt die Zellteilung an (immer noch kein Kind). Den Zellhaufen können Sie
mehrmals teilen und aus jedem Teil einzelnen kann dann ERST im Verlauf der Entwicklung ein Kind werden.

Der Zellhaufen denkt nicht, fühlt nicht und empfindet keine Schmerzen.

Es ist weder esoterisch noch romantisch - Natur pur.

16:48 von Simplicissimus

Es ist ein einmaliges menschliches Leben, dass hier getötet wird. Da ist der Grad des Schmerzes nicht das entscheidende. Müttern muss geholfen werden ihr Kind in Sicherheit und angemessenem Wohlstand austragen zu können.

Das sollte ganz unabhängig davon gewährleistet sein. Mir ist es aber vor allen auch sehr wichtig, dass ein Kind gewollt ist und dass die Eltern in der Lage sind die große Verantwortung, Liebesfähigkeit und Stresstoleranz, die notwendig sind um sich um ein Kind zu kümmern, mitbringen. In meiner Stadt wurde im letzten Jahr ein Neugeborenes vom Vater zu Tode geschüttelt!

@falsa demonstratio, 16:21 (re @frosthorn von 16:14)

Ihr Zitat aus "frosthorns" Kommentar:
"Es ist inakzeptabel dass die Kirche politische Entscheidungsträger unter Druck setzt, um ihre Vorstellungen von Gesellschaft durchzusetzen"

Ihre Antwort darauf: "Jeder darf sich am öffentlichen Diskurs beteiligen - auch die Kirche."

Natürlich darf sie das. Sie darf aber - wie "frosthorn" sehr richtig feststellte - niemanden unter Druck setzen.

@Simplicissimus

"Aber Sie können doch keinen Menschen als einen Zellhaufen bezeichnen!" Am 30. Dezember 2020 um 16:53 von Simplicissimus

*

Der Zellhaufen kann im Mutterleib zu einem Menschen heranwachsen.

Ein Zellhaufen ist aber kein Mensch.

Warum haben Sie ein Problem damit?

*

Ich glaube das Problem Sitz eher im Kopf bei Abtreibungsgegner. Sie stellen sich bei der Zeugung eher etwas übernatürliches vor, was der Mensch nicht beeinflussen sollte.

Dann aber bitte konsequent auch keine künstliche Befruchtung und nur noch Jungfernzeugung - am besten bringt einfach wieder der Storch die Kinder.

16:58 von Tada

sie sprechen (zumindest nach Auffassung unseres Verfassung) von einem Menschen

ich wünschte mir da etwas mehr Empathie

16:37 von Kaneel

«Finde es sehr wichtig,
dass Frauen die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruches legal eingeräumt wird und sie keine illegalen Wege beschreiten müssen mit potentiell schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen.»

Dies ist unterschiedlich in den Ländern in Lateinamerika.
ARG ist nun "das große Land", dem man evtl. eine "Vorreiterrolle" nachsagt.
Evtl. nicht unbedeutend, dass die Entscheidung gegen den Willen von Papst Franziskus geschah. Auf den sind Argentinier ähnlich nationalstolz wie auf ewig bei Diego Maradona.

In URU ist Abtreibung mit Fristenlösung wie in DEU seit Anfang 2013 legal. War aber eine sehr knappe Entscheidung im Parlament (mit 17:14 Stimmen pro). URU ist aber sehr klein, "ganz unten rechts" … und in Sozialem fast mehr Europa.

Illegale Abtreibungen in URU sind nun nicht mehr.
Man schätzte ± 30.000 / Jahr.
Mehr wurden es auch nicht.

In bspw. Coste Rica sah ich immer viele sehr junge Schwangere (unter 18 J.).
Vor allem an der Karibikküste … just in large family.

um 16:48 von Simplicissimus

Diese Argumentationen gehen an der Lebenswirklichkeit vorbei. Tatsache ist, es wird abgetrieben, ob erlaubt oder nicht. Wenn es verboten ist, führt das mindestens zu Komplikationen und höheren Kosten, sehr oft aber auch zu gesundheitlichen Konsequenzen bis hin zum Tod der Mutter. Eine moderat liberale Gesetzgebung erlaubt dagegen professionell durchgeführte Eingriffe und zuvor auch Hilfestellung, die vielleicht noch zu einer alternativen Lösung führen kann.

Deshalb muss man auf der juristischen Ebene dafür sein, sogar wenn man auf der ethischen dagegen ist. Eben aus ethischen Gründen, zum Minimierung des Leids und darum sollte es doch gehen. Dass liberale Abtreibungslösungen zu einem Anstieg der Antreibungen führe, ist übrigens ein Ammenmärchen - keine Frau macht das mutwillig - und auch längst durch Studien und empirisch für viele Länder widerlegt.

Re : Sisyphos3 !

Es sind hauptsächlich die Kirchen und etliche so genannte christliche Politiker, die den Frauen ihr Recht auf jegliche Selbstbestimmung ab zu sprechen. Ich frage mich, wann all die katholischen Priester endlich begreifen, samt allen Bischöfen, Kardinälen und dem Papst, die ja nie einen Bezug zu einer Frau haben, also nie ein Gefühl für eine solche entwickeln konnten, aber meinen sie haben ein Recht, den Frauen vor zu schreiben, wann und wie sie Kinder zu kriegen haben. Oft ja auch nach Vergewaltigungen, oder wenn Kinder im Bauch schon nachweislich behindert sind, die werdende Mama lebensbedrohlich erkranken kann, hat niemand sich in die Belange einer Frau ein zu mischen.
Ich empfinde ich es als absoluten Hohn und Heuchelei der Kirchen, sich hier einmischen zu wollen.
Auch eine gesamte Gesellschaft hat kein Recht, darüber zu urteilen, wie eine Frau sich zu entscheiden hat !

Recht auf Leben

Natürlich gehört der Bauch der Schwangeren. Aber auch das Kind?
Wer sich einmal die jährliche Zahlen des legalen Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland (100000)oder Frankreich(200000) vorstellt, fasst sich doch an den Kopf! Geht´s noch? Und alles nur, weil Mann/Frau Spaß haben wollen. Denn die entsprechenden Zahlen einer Vergewaltigung oder aus medizinisch notwendigen Gründen sind minimal!

@ Sisyphos3 (16:12): ich stelle Sie mal vor folgende Überlegung

@ Sisyphos3

Zu dem hier:

es geht lediglich darum ob einem Ungeborenen das Recht auf Leben vorenthalten werden kann oder darf

stelle ich Sie mal vor folgende Überlegung:

was macht eine Frau, wenn sie erfährt das ihr Kind - weil es fehlgebildet ist - die Geburt nicht überlebt??

Was macht eine Frau, wenn sie während der Schwangerschaft zum Beispiel eine Krebs-Diagnose bekommt und das ungeborene Kind die Therapie nicht überleben würde??

Oder was macht eine Frau, wenn sie - wegen einer Krankheit die erblich bedingt ist - ein Medikament nehmen muss, das aber das ungeborene Leben tötet??

Dazu mal ein Beispiel:

https://www.zdf.de/serien/der-bergdoktor/der-schlimmste-schmerz-2-100.h…

Dazu hätte ich gerne mal eine Antwort.

16:14 von wega

Und da hat niemand aber auch niemand rein zureden.
.
machen sie es sich da nicht etwas zu einfach ?

Ich weiß nicht warum es hier im Thread nicht akzeptiert wird oder zur Kenntnis genommen,
aber laut unserer Verfassung ist ein Ungeborenes keine Sache sondern juristisch gesehen ein Mensch
(übrigens ich habe diese Verfassung weder bestimmt noch ausgelegt !!)
Also könnte man, wenn man es böse meint, auch fragen warum es nicht auch Sache der Mutter ist,
vor der Geburt ebenso wie nach der Geburt zu entscheiden !

16:48 von schabernack

Und bei der Katholischen Kirche sind es immer nur die Männer, die zu Abtreibung was sagen. Kann ja auch gar nicht anders sein, da Frauen in dem Verein bis heute gar nichts zu sagen haben.
.
keine Ahnung was sie für Vorstellungen von der Kirche (warum speziell katholische ??) haben
Bin ja nicht oft bei der Messe
aber wenn, fällt mir auf, viele Frauen treiben sich dort rum,
warum wenn sie sich dort nicht angesprochen fühlen ?
Im übrigen wird die Vorgehensweise beim Thema Abtreibung vom Wähler bestimmt
(theoretisch zumindest) wenn man mal das GG ausser acht läßt

@17.38 Traumfahrer

Sie haben so recht.
Ich stimme Ihnen voll zu.

Am 30. Dezember 2020 um 17:17 von Nettie

Ihre Antwort darauf: "Jeder darf sich am öffentlichen Diskurs beteiligen - auch die Kirche."

Zitat: Natürlich darf sie das. Sie darf aber - wie "frosthorn" sehr richtig feststellte - niemanden unter Druck setzen.

Dann frage ich mich, warum ich mir in den 80er Jahren die Füße auf Friedensdemos platt gelaufen habe.

Hoffentlich hat sich durch die Hundertausende von Demonstranten kein Politiker unter Druck gesetzt gefühlt. Das war bestimmt nicht unsere Absicht *scheinheilig*, auch nicht der Waldbesetzer an der Startbahn West und im Hamchbacher Forst und im Dannenröder Forst.

15:53 von Demokratieschue..

"Denn keine Frau bricht eine Schwangerschaft aus Lust und Laune ab."

,.,.,

Zum Beispiel aus Karrieregründen.
Hat mir eine Mitbewohnerin mal erzählt.

Hat sie ganz locker-flockig ausschaben lassen, was sie an der Karriere gebremst hätte.

Und hinterher kam sie damit nicht klar. Hat sie mir ebenfalls erzählt.

Offenbar kennen Sie nicht alle Frauen der Erde, Demokratieschützerin.

Selbstverständlich müssen

Selbstverständlich müssen Frauen das Recht haben legal und ohne Angst vor rechtlichen Folgen abzutreiben. Bei der Entscheidung für ein Kind geht es nicht nur um die Frage der materiellen Versorgung , sondern auch um die Reife ein Kind in seiner Entwicklung begleiten und auch ganz einfach Lieben zu können.

17:38 von Traumfahrer

fühlen sie sich von katholischen (warum katholisch) - sehen das Protestanten anders oder hetzt man eben nur gerne gegen diese ?) Priester bevormundet ?
Zitat : "hat niemand sich in die Belange einer Frau ein zu mischen."
Jeder kann an der Wahlurne bestimmen wie er es denn gerne hätte.
Wer bevorzugt werden sollte, der Wunsch der Frau oder das Lebensrecht des Ungeborenen
(zugegeben ne Verfassungsänderung wäre von Nöten)
Wie gesagt man kann über alles reden !

Bei dem Leben geht es immer

Bei dem Leben geht es immer ausschließlich um das Überleben, sonst stirbt man. Ich ernähre mich von der Natur, meiner Umgebung und mit jeder Gewinnung von Nahrung töte ich Organismen, ob Pflanzen oder Tiere.
Solange ich etwas in mir habe, das mein Leben beeinträchtigt, nehme ich mir das Recht, dieses etwas anzunehmen oder mich davon zu trennen. Sobald dieses jedoch auf der Welt ist, hat es die gleichen Rechte wie ich.
Es hat den Anspruch auf jede Art von Pflege im weitesten Sinne, da ich mich dafür entschieden habe, diesem Kind
meine ganze Kraft zu widmen.
Dass die Gesellschaft, also auch ich, menschen - und damit auch kinderfreundlich sein soll, ist selbstverständlich.
Es ist eine unglaublich schwierige Entscheidung, und es darf sich ungefragt niemand in diesen Entscheidungsprozess einmischen.
Das Angebot muss gegeben sein, genauso wie auch ich für die Unterstützung zur Verfügung stehe.
Spitzfindigkeiten wie "Zellhaufen", Kirche, Moral, etc helfen hier nicht weiter.

Ein guter Tag für das Leben ?

Sicherlich ein guter Tag für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen.
Aber auch für das Leben ?

Da blicke ich auf meinen Freundeskreis.
Drei Paare hatten sich entschieden Kleinkinder bei sich aufzunehmen. Zwei Kinder wurden adoptiert, für das dritte Kind wurde eine Pflegschaft bis zum Erwachsenenalter vereinbart.
Ich durfte an der Entwicklung der jungen Menschen teilhaben, auch mit den teils unglaublichen Problemen die sich im Verlauf einstellten. Zwei von ihnen sind jetzt in den Endzwanzigern, und ich kann nur feststellen:

"Was sind das für wunderbare Menschen!"

Hätten sich die Mütter seinerzeit nicht für das Leben entschieden, wäre die Welt heute (auch für mich) ein gutes Stück ärmer.

Gruß Hador

15:59 von Sisyphos3

<< "das Recht, selbst über Körper zu entscheiden"

Betrifft es nur den eigenen Körper oder vielleicht auch einen anderen gleich mit ? <<

.-.-.-.

Ja, es betrifft einen anderen gleich mit.

Bei ihm entscheidet man über Leben oder Tod. Da gibt es, in meinen (unreligiösen) Augen kein Vertun.

Am 30. Dezember 2020 um 17:38 von Traumfahrer

Zitat: Oft ja auch nach Vergewaltigungen, oder wenn Kinder im Bauch schon nachweislich behindert sind

Wissen Sie, dass kaum noch Kinder mit Trisomie21 geboren werden und ich mein Kind mit Down-Syndrom liebe wie nichts auf der Welt. Wenn ich mir vorstelle, es hätte vor 30 Jahren bereits pränatale Dignostik im heutigen Umfang gegeben und wir (meine Frau und ich entscheiden gemeinsam) hätten abgetrieben. Der Welt im Allgemeinen und mir im Besonderen wäre etwas etwas ganz, ganz Wertvolles entgangen.

17:18 von Tada

Ein Zellhaufen ist aber kein Mensch.
.
was wollen sie mit mir streiten
für unsere Verfassung ist es juristisch ein Mensch
ob es uns beiden jetzt passt oder nicht !
Urteile dazu gibt es 2, man kann diese ergoggeln

Zitate "Dann aber bitte konsequent auch keine künstliche Befruchtung und nur noch Jungfernzeugung
- am besten bringt einfach wieder der Storch die Kinder."

was soll so ne Diskussion ?

16:17 von Tada

"Unsinn!

Ein Haufen Zellen ist noch lange kein Kind"

,.,.,

Menschenfeindlicher kann man sich kaum noch ausdrücken.

Neu Am 30. Dezember 2020 um

Neu
Am 30. Dezember 2020 um 18:15 von Erdmuth
Bei dem Leben geht es immer
Bei dem Leben geht es immer ausschließlich um das Überleben, sonst stirbt man. Ich ernähre mich von der Natur, meiner Umgebung und mit jeder Gewinnung von Nahrung töte ich Organismen, ob Pflanzen oder Tiere.
Solange ich etwas in mir habe, das mein Leben beeinträchtigt, nehme ich mir das Recht, dieses etwas anzunehmen oder mich davon zu trennen. Sobald dieses jedoch auf der Welt ist, hat es die gleichen Rechte wie ich.
Es hat den Anspruch auf jede Art von Pflege im weitesten Sinne, da ich mich dafür entschieden habe, diesem Kind
meine ganze Kraft zu widmen.
Dass die Gesellschaft, also auch ich, menschen - und damit auch kinderfreundlich sein soll, ist selbstverständlich.
Es ist eine unglaublich schwierige Entscheidung, und es darf sich ungefragt niemand in diesen Entscheidungsprozess einmischen.
Das Angebot muss gegeben sein, genauso wie auch ich für die Unterstützung zur Verfügung stehe.

Frauenrechte statt Bevormundung

Weibliche Selbstbestimmung anstelle patriarchaler Unterdrückung! Wenn da Kirchen, Paschas, Machos und Patriarchen ihre Felle davon schwimmen sehen, zeugt die Liberalisierung doch nur von Richtigkeit.
Die Kehrseite der Medaille des Abtreibungsverbots ist der Femizid: Frauen als Gebärmaschine ohne Recht. In beiden Fällen geht es um strukturelle patriarchale Gewalt gegen Frauen.
Von einer Gleichberechtigung der Frau ist Südamerika noch weit entfernt. Aber immerhin ist ein Anfang ist gemacht, der Schule machen dürfte! Davon kann sich sogar Deutschland noch eine Scheibe abschneiden und lernen! Frauen dürfen nicht mehr bevormundet und um ihre Rechte und Selbstbestimmung gebracht werden. Sondern müssen gleichberechtigter Teil einer modernen Gesellschaft sein!
Ein besseres Gesundheits- und Sozialsystem ist auch überfällig.

Neu Am 30. Dezember 2020 um

Neu
Am 30. Dezember 2020 um 18:15 von Erdmuth
Bei dem Leben geht es immer
Bei dem Leben geht es immer ausschließlich um das Überleben, sonst stirbt man. Ich ernähre mich von der Natur, meiner Umgebung und mit jeder Gewinnung von Nahrung töte ich Organismen, ob Pflanzen oder Tiere.
Solange ich etwas in mir habe, das mein Leben beeinträchtigt, nehme ich mir das Recht, dieses etwas anzunehmen oder mich davon zu trennen. Sobald dieses jedoch auf der Welt ist, hat es die gleichen Rechte wie ich.
Es hat den Anspruch auf jede Art von Pflege im weitesten Sinne, da ich mich dafür entschieden habe, diesem Kind
meine ganze Kraft zu widmen.
Dass die Gesellschaft, also auch ich, menschen - und damit auch kinderfreundlich sein soll, ist selbstverständlich.
Es ist eine unglaublich schwierige Entscheidung, und es darf sich ungefragt niemand in diesen Entscheidungsprozess einmischen.
Das Angebot muss gegeben sein, genauso wie auch ich für die Unterstützung zur Verfügung stehe.

16:51 von Nettie

"bis JEDER Bürger auch de facto das Recht auf freie Selbstbestimmung hat."

,.,.,

Ohne mit der Wimper zu zucken, maßt man sich an, ein wachsendes ANDERES Leben seinem "Selbst" zuzuordnen, über das man frei verfügen dürfe.

Man hat nicht mal ein Mini-Fragezeichen, ob das andere Leben NICHT zum eigenen Selbst gehört, das man beliebig ins Nichts befördern darf.

Auch wenn ich glaube, dass wir in der Demokratie relativ weit sind:

in diesem hier diskutierten Punkt ist das Barbarentum voll im Gang.

@Sausevind 18:15

"Betrifft es nur den eigenen Körper oder vielleicht auch einen anderen gleich mit ? <<
Ja, es betrifft einen anderen gleich mit.

Bei ihm entscheidet man über Leben oder Tod. Da gibt es, in meinen (unreligiösen) Augen kein Vertun."

Nun, wenn Sie sich erinnern, hatten wir diese Diskussion bereits vor geraumer Zeit und von daher kennen Sie meine Einstellung. Es als Erfolg zu feiern, dass Leben vernichtet werden darf, verursacht bei mir Übelkeit und lässt sich mit meiner humanitären Einstellung nicht vereinbaren.

Auch das BVerfG hat einmal deutlich gemacht

dass Abtreibung ein Verstoß gegen das Grundrecht auf Leben ist. Eine führende Grünen-Politikerin, ich weiß nicht mehr wer, sagte einmal, dass Abtreibung Tötung menschlichen Lebens ist und daher mit den Idealen der Grünen nicht vereinbart ist. Abtreibung, so meine Meinung, ist die Kapitulation der Gesellschaft vor der Notwendigkeit, Schwangere zu unterstützen. Machen wir es weg, dann sind wir ein Problem los. Insbesondere die Väter ... Ich unterstütze daher die Vorgabe des BVerfG, dass Abtreibung nur zugelassen sein darf, wenn gleichzeitig der Staat umfassend Schwangere unterstützt. Davon sieht man gar nichts. Selbst der Kita-Platz für jedes Kind wurde erst umgesetzt, als nach der Wiedervereinigung des Frauen des Ostens diese forderten, um Kind und Berufstätigkeit vereinbaren zu können. Dieser Wunsch war wohl dann wichtig genug für den Schritt, nicht aber der Schutz der ungeborenen Kinder.

RE: Kaneel um 17:06

***Mir ist es aber vor allen auch sehr wichtig, dass ein Kind gewollt ist und dass die Eltern in der Lage sind die große Verantwortung, Liebesfähigkeit und Stresstoleranz, die notwendig sind um sich um ein Kind zu kümmern, mitbringen.***

Ja, sicherlich sind diese Eigenschaften und Fertigkeiten wünschenswert.

Aber wie sollen sich die Eltern (ist aber wohl eher die Entscheidung der werdenden Mutter) entscheiden, wenn sie feststellen, dass sie diese nicht mitbringen ?

Ich konnte ja miterleben wie sich die Kinder entwickeln durften, als sich die Mütter nach der Geburt für die Freigabe zur Adoption entschieden hatten.
Auch wenn das ungeborene Leben womöglich einen schwierigen Start hat, oder verwarloste oder überforderte Eltern für das Kind eine potentielle Gefahr bzw. ein Hindernis für die Entwicklung darstellen, muss es am Ende nicht so kommen.

Ich halte die Abtreibung (außer bei Gefahr) für die schlechteste Entscheidung, sie muss aber in den Händen der Frau liegen.

Gruß Hador

@Erdmuth 18:24

"Solange ich etwas in mir habe, das mein Leben beeinträchtigt, nehme ich mir das Recht, dieses etwas anzunehmen oder mich davon zu trennen. Sobald dieses jedoch auf der Welt ist, hat es die gleichen Rechte wie ich."

Vielleicht sollten Sie einschlägige Litetatur lesen. Bereits der Fötus hat Empfindungen, ist nicht nur ein Zellhaufen sondern ist LEBEN. Niemand hat das Recht, Leben" herauszunehmen"

@ schabernack um 16:31

Zwischen:
verboten aber, unter einholen eines Sonderdispenses, nicht Strafbewehrt
und
erlaubt in einem festgelegten Rahmen
ist ein nicht ganz unbedeutender Unterschied.

18:03 von Sisyphos3 / @schabernack

Ich: «Und bei der Katholischen Kirche sind es immer nur die Männer, die zu Abtreibung was sagen. Kann ja auch gar nicht anders sein, da Frauen in dem Verein bis heute gar nichts zu sagen haben.»

Sie: «keine Ahnung was sie für Vorstellungen von der Kirche (warum speziell katholische ??) haben.»

Weil Papst Franziskus der Papst der Katholiken ist, in diesem spezielen Fall ARG dazu noch selbst Argentinier, und er sich ausdrückl. persönl. gegen das neue Gesetz in ARG aussprach. Letzteres sagt der Artikel … und ich zweifele nicht daran.

Die beiden ersten Aspekte sind eh bekannt, und sowieso über jeden verständigen Zweifel erhaben. Deswegen ist Augenmerk hier (mal wieder einmal mehr) bei der Kath. Kirche. Wahlweise auch bei div. Evangelikalen Kirchen, die wohl noch mehr vehemente Einwände haben.

»Bin ja nicht oft bei der Messe
aber wenn, fällt mir auf, viele Frauen treiben sich dort rum …»

Mag sein … mit "Rumtreiben".
Was bestimmen über Kirchliches können sie aber doch nicht.

@Sausevind, 18:08 (re @Demokratieschue.. von 15:53)

„"Denn keine Frau bricht eine Schwangerschaft aus Lust und Laune ab."

,.,.,

Zum Beispiel aus Karrieregründen.
Hat mir eine Mitbewohnerin mal erzählt.

Hat sie ganz locker-flockig ausschaben lassen, was sie an der Karriere gebremst hätte.

Und hinterher kam sie damit nicht klar“

Dieser Dialog zeigt das eigentliche Problem auf: Dass sich viele der Tragweite ihrer Entscheidungen im Allgemeinen und der echten Werte im Leben im Besonderen aufgrund „verrutschter“ Wertmaßstäbe in unserer modernen „Leistungsgesellschaft“ nicht mehr bewusst sind und wegen Nichtigkeiten schwerwiegende und nicht mehr rückgängig zu machende Entscheidungen treffen, die sie später bereuen.

um 17:42 von Roberto16

,,Recht auf Leben
Natürlich gehört der Bauch der Schwangeren. Aber auch das Kind?
Wer sich einmal die jährliche Zahlen des legalen Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland (100000)oder Frankreich(200000) vorstellt, fasst sich doch an den Kopf! Geht´s noch? Und alles nur, weil Mann/Frau Spaß haben wollen."

Niemand, der bescheiden erfüllt diesen ,,Spaß" (oder wie Sie das sonst nennen wollen) erlebt hat, kommt auf die Idee, jedes Mal den Zaum der Empfängnis vor dem Baum der Erkenntnis zu rüsten und anderen das Erlebnis zu neiden oder zu mißgönnen. Spaß ist auch zum Glück nicht verboten, außer bei den Evangelikalen im Norden von Argentinien.

Klar,
Verhüten ist einfacher als der Kampf um die Folgen, bei denen Frauen sehr oft alleingelassen sind. Aber auch dazu hat die Kirche unterschiedliche Ansichten.

Woher nehmen Sie Ihr Wissen um die Zusammenhänge, die den ,,Spaß" bei den vielen die' s trifft, mit den Folgen koppelt? Was meinen Sie mit ,,geht's noch?" und vor allem, wem gegenüber?

18:13 von Hador Goldscheitel

«Sicherlich ein guter Tag für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen.
Aber auch für das Leben ? … Da blicke ich auf meinen Freundeskreis. Drei Paare hatten sich entschieden Kleinkinder bei sich aufzunehmen …

"Was sind das für wunderbare Menschen!"

Hätten sich die Mütter seinerzeit nicht für das Leben entschieden, wäre die Welt heute (auch für mich) ein gutes Stück ärmer.»

Keine Frage von Zweifel. Es gibt nichts tatsächlich mehr zufrieden Machendes, als Kinder aufwachsen zu sehen. Und bestenfalls auch noch selbst etwas dazu beizutragen, wie aus einst kleinen Kindern starke Persönlichkeiten werden, die wissen, was Empathie ist.

Als Mann hat man es da vergleichsweise "unendlich" viel einfacher als eine Frau. Auch dann viel einfacher, wenn man es sich gar nicht einfach macht in Betrachtung und Beurteilung.

In die reale Situation, schwanger zu sein, kommen Männer nie. Mit all den Folgen / Einschränkungen … aber auch den Freuden, die eine Schwangerschaft mit sich bringt.

18:42 von Autograf

Auch das BVerfG hat einmal deutlich gemacht
dass Abtreibung ein Verstoß gegen das Grundrecht auf Leben ist.
.
gelegentlich ist man erstaunt über das Wissen eigentlich Unwissen
über doch recht fundamentale Dinge beim Thema Abtreibung
Sollte es nicht rübergekommen sein
Abtreibung aufgrund sozialer Indikation ist in jedem Fall illegal, also verboten
lediglich wenn Frau / Arzt sich an bestimmte Vorgaben halten
Beratung, Wartezeit zwischen Beratung und Abbruch sowie unterschiedliche Ärzte Beratung / Eingriff
ist die ganze Sache "straffrei" !

18:33 von Sausevind

Ohne mit der Wimper zu zucken, maßt man sich an, ein wachsendes ANDERES Leben seinem "Selbst" zuzuordnen,
über das man frei verfügen dürfe.
Man hat nicht mal ein Mini-Fragezeichen, ob das andere Leben NICHT zum eigenen Selbst gehört,
das man beliebig ins Nichts befördern darf.
Auch wenn ich glaube, dass wir in der Demokratie relativ weit sind:
in diesem hier diskutierten Punkt ist das Barbarentum voll im Gang.
//

ja das verwundert mich gelegentlich auch
über Dinge wie "Menschenrechte darf nicht demokratisch abgestimmt werden
das ist bei den meisten hier ne Selbstverständlichkeit, die stehen nicht zur Disposition
das Recht auf Leben scheinbar schon
muß man das verstehe ??

@Sausevind, 18:33

Ich finde (wie Sie offenbar auch), dass Papst Franziskus gut daran tut, Abtreibungen nicht seinen „offiziellen Segen“ zu erteilen.
Ich bin allerdings auch der Meinung, dass keiner Institution - weder politischer noch religiöser Art - das Recht „zustehen“ darf, ihre eigene Sicht der Dinge anderen aufzuzwingen.

@ Der Lenz (18:55): Genau das ist der Fehler

hi Der Lenz

Genau das ist der Fehler:

Zwischen:
verboten aber, unter einholen eines Sonderdispenses, nicht Strafbewehrt

So einen Sonderdispens brauche ich nicht. Es ist meine Entscheidung. Und mit dem Verbot von Abtreibung muss Schluss sein.

und
erlaubt in einem festgelegten Rahmen
ist ein nicht ganz unbedeutender Unterschied.

Auch dieser Rahmen ist Bevormundung. Und genauso ist es bei der Aufklärung über Abtreibungsmethoden im Netz. Denn diese Aufklärung ist keine Werbung.

Ein gutes Signal

Es wir Zeit, dass sich die Menschen und ihre Regierungen nicht mehr durch reaktionäre Evangelikale oder katholischen Klerus gängeln lassen. Italien, Spanien und Irland sind da schon weiter als Deutschland.

18:55 von Der Lenz / @schabernack

«Zwischen:
verboten aber, unter einholen eines Sonderdispenses, nicht Strafbewehrt
und
erlaubt in einem festgelegten Rahmen
ist ein nicht ganz unbedeutender Unterschied.»

Dies ist es rechtlich-juristisch-gesetzgeberisch ganz sicherlich.

In der Praxis ist dieser rechtliche Unterschied für Frauen, die in Deutschland die Schwangerschaft abbrechen wollen, wohl (viel) weniger gravierend, als ein gesetzgeberischer Unterschied.

Die Beratungspflicht vor der Abtreibung in Deutschland halte ich für sinnvoll. Wie genau es in Argentinien geregelt werden soll, weiß ich nicht. Sehr vermutlich wird es aber auch dort etwas in ähnlicher Form geben (sollen zukünftig), "bevor Frau + Arzt dann zur Tat schreiten dürfen".

Ich wüsste gar nicht zu sagen, ob die eine, oder die andere Lösung für die Frauen in der Praxis die bessere wäre.

Aber ich bin ja auch ein Mann. Und war persönlich in Partnerschaft nie mit dieser Fragestellung konfrontiert. Ist auch gar nichts, was ich jemals vermisst hätte.

19:11 von schabernack

och! aber warum versuchen es dann viele männer doch immer wieder?

@ Nettie um 18:58

>Dieser Dialog zeigt das eigentliche Problem auf: Dass sich viele der Tragweite ihrer Entscheidungen im Allgemeinen und der echten Werte im Leben im Besonderen aufgrund „verrutschter“ Wertmaßstäbe in unserer modernen „Leistungsgesellschaft“ nicht mehr bewusst sind und wegen Nichtigkeiten schwerwiegende und nicht mehr rückgängig zu machende Entscheidungen treffen, die sie später bereuen.<

Mir sagt er vor allem das Menschenkenntnis nicht Jedermann's Sache ist.
Offensichtlich hatte da jemand "Locker-flockig" schreckliche Zukunftsängste, und war an dieser Stelle schon aus der Bahn. Offensichtlich war der Mitbewohner keine große Stütze, als eine gebraucht wurde.

17:45 von Demokratieschue...

Dazu hätte ich gerne mal eine Antwort.
.
das kann ich ihnen sagen !

eine Frau hat Rechte
ein Ungeborenes hat Rechte
Wessen Rechte höher zu bewerten sind,
wer letztendlich "verliert"
muß eine Gesellschaft bestimmen
Moral, Ethik .... spielen da mit,
ein Weltbild das sich laufend wandelt
mal diese mal jene Seite favorisiert
aktuell wird wohl das Befinden der Frau stärker ins Gewicht fallen

@Hador Goldscheitel

"Da blicke ich auf meinen Freundeskreis.
Drei Paare hatten sich entschieden Kleinkinder bei sich aufzunehmen." Am 30. Dezember 2020 um 18:13 von Hador Goldscheitel

*

Punkt 1:
Keine Frau wird zu Abtreibung gezwungen, jede kann das Kind austragen und zu Adoption frei geben.

Punkt 2:
Selbst in Ländern, in denen Abtreibung legal ist gibt es genug Kinder, die auf Adoption warten.
Nur bevorzugen Adoptiveltern nun mal Kleinkinder und gesunde Kinder.

Weltweit gibt es sowieso viel mehr Straßenkinder, als Adoptiveltern, die sie gerne aufnehmen würden.

Daher sind das für mich absolut keine Argumente gegen eine legale Abtreibung auf Wunsch der betroffenen Frau.

(Eins meiner Lieblingsbücher ist "Gottes Werk und Teufels Beitrag" - der Autor hat das Buch geschrieben, nachdem er alte Fotos aus Waisenhäusern gesehen hatte. Er meinte ihm sei klar geworden, dass es schlicht eine Lüge sei, dass auf all diese ungewollten Kinder Adoptiveltern warten würden.)

@ Roberto16 um 17:42

>weil Mann/Frau Spaß haben wollen.<

Und womit?

Mit recht.

um 18:03 von Sisyphos3 @schabernack

,,...keine Ahnung was sie für Vorstellungen von der Kirche (warum speziell katholische ??) haben
Bin ja nicht oft bei der Messe
aber wenn, fällt mir auf, viele Frauen treiben sich dort rum... "

Ich hoffe, Ihnen ist bewußt oder wenigstens bekannt, daß sich auch im TS Forum Frauen ,,herumtreiben", vlt sogar welche, die öfters in eine hl. Messe gehen. Daß ausgerchnet von Ihnen an diesem Tag Emphatie u. ä. Tugenden aao. angemahnt wurden, enttäuscht mich doch sehr. Nein. Es ist zum ...denken Sie sich was aus.

18:40 von Opa Klaus

>>> @Sausevind 18:15

<< "Betrifft es nur den eigenen Körper oder vielleicht auch einen anderen gleich mit ? "
Ja, es betrifft einen anderen gleich mit.

Bei ihm entscheidet man über Leben oder Tod. Da gibt es, in meinen (unreligiösen) Augen kein Vertun. <<

Es als Erfolg zu feiern, dass Leben vernichtet werden darf, verursacht bei mir Übelkeit und lässt sich mit meiner humanitären Einstellung nicht vereinbaren. >>>

.-.-.

Herzlichen Dank, Opa Klaus.

Ich kann mich zwar an die damalige Diskussion nicht erinnern, aber Sie drücken mein Anliegen mit noch besseren Worten aus als ich:

es handelt sich hier um HUMANITÄT.

Wenn man noch nicht einmal bereit ist, einen ZWIESPALT einzuräumen, sondern es als menschliches Recht behauptet, Menschenleben zu vernichten, nur weil dieses Menschenleben keine Lobby hat und nichts sagen kann:

dann sind wir weit entfernt von Humanität.

Darstellung: