Kommentare - Brexit-Abkommen: Fischer werfen Johnson Betrug vor

28. Dezember 2020 - 12:25 Uhr

Nach der Einigung zwischen der EU und Großbritannien wollen die Vorwürfe der britischen Fischer nicht verstummen. Sie hätten nur einen Bruchteil der Fischereirechte erhalten, die Premier Johnson ihnen versprochen habe.

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"Rosinenpickerei ?!" "Out is

"Rosinenpickerei ?!"

"Out is out!"- Freihandel ist sichergestellt. EU- Recht gilt auf der Insel nicht mehr. Freie Umzugsmöglichkeit und somit Migration ist nicht mehr möglich. GB ist nicht länger Nettozahler. Fischerei für EU- Schiffe ist stark eingeschränkt.
(fast) Alles erreicht!
Ein Sieg für Johnson auf ganzer Linie.

12:40, bolligru

>>"Rosinenpickerei ?!"

"Out is out!"- Freihandel ist sichergestellt. EU- Recht gilt auf der Insel nicht mehr. Freie Umzugsmöglichkeit und somit Migration ist nicht mehr möglich. GB ist nicht länger Nettozahler. Fischerei für EU- Schiffe ist stark eingeschränkt.
(fast) Alles erreicht!
Ein Sieg für Johnson auf ganzer Linie.<<

Die britischen Fischer und ihre Verbände sind da anderer Ansicht.

Steht im Artikel, auf den Sie allerdings inhaltlich gar nicht eingehen. Stattdessen eine Jubelarie auf Johnson, die Sie überall posten können und dies wahrscheinlich auch tun werden.

...Umfaller...

Ich habe immer gesagt, die EU wird vor Johnson in die Knie gehen. Die EU hätte viel mehr Angst vor einem No Deal als GB.
Meine Prognose ist, die EU wird sich stark verändern müssen sonst war das nicht der letzte Austritt.
Die Gründe, so denke ich, liegen auf der Hand.

@ bolligru, um 12:40

Wenn man bloß schlau würde aus Ihrem Kommentar...

Der letzte Satz lässt allerdings auf Ironie schließen.

Abwarten. Die Auswirkungen zeigen sich viel später

@12:40 von bolligru

„Ein Sieg für Johnson auf ganzer Linie.“

Ein Pyrrhussieg wird es sein mit allem Schikimicki.
Die Briten werden den Brexit noch bitter bereuen.

@ Knorlo, um 13:30

Die 5 Gesichter auf dem Foto sehen für mich nicht wie Sieger aus :-)

@ Am 28. Dezember 2020 um 13:38 von harry_up

>>Am 28. Dezember 2020 um 13:38 von harry_up
@ bolligru, um 12:40
Wenn man bloß schlau würde aus Ihrem Kommentar...

Der letzte Satz lässt allerdings auf Ironie schließen.<<

Der Kommentar hat m. E. nichts mit dem Artikel zu tun. Er sollte nur aus bestimmten Gründen gesetzt werden. Der Inhalt hierzu spielt keine Rolle.

Brexit ist voller Erfolg für GB

Mögen die Fischer unzufrieden sein, so hat sich dieser schon bereits gelohnt:
Mehr als 600000 Impfungen in Großbritannien gibt es bereits.
Also war der Brexit ein Riesenerfolg für GB.

@bolligru, 12:40 Uhr

Das sehe ich anders. Der Druck auf Boris Johnson wurde so groß, dass er erhebliche Zugeständnisse machen musste. Von seinen vollmundigen Ankündigungen ist wenig geblieben. Kein Wunder, dass er nun die Geister, die er rief, nicht mehr los wird. Die Zölle wurden nicht generell gestrichen. Die "Herstellungsregel" wirkt sich vor allem im Textilgewerbe und der Autoindustrie aus. Die Lieferketten für Lebensmittel werden länger und damit auch teurer ausfallen. Die Chemie- und Pharmaindustrie wird darunter leiden, dass Zulassungsprozesse für das jeweils andere Land anstehen. Auch können Zölle verhängt werden, wenn durch Billiglohn Wettbewerbsnachteile für die EU drohen. Nein, Leidtragende der Entwicklung werden die Engländer sein. Corona war nur ein erster Vorgeschmack. Johnson ist lediglich zweiter Sieger in den Brexit Auseinandersetzungen. Darauf kann er nicht stolz sein.

@ 13:38 von harry_up

Ich hoffe auch, dass das Ironie ist. Die Fischwirtschaft macht immerhin fast 1 Promille der britischen Wirtschaftsleistung aus - also ein ganz wesentlicher Wirtschaftszweig. Zumal dort vor allem Fisch gefangen wird, der auf dem Kontinent verzehrt wird, während der Fisch für fish&chips vom Kontinent kommt ... Aber es bekommen ja nicht nur die Fischer nicht das, was ihnen einst in strahlenden Worten in Aussicht gestellt wurde. Einer der wichtigsten Industrien, die Finanzwirtschaft, wurde im Abkommen völlig außen vor gelassen. D.h. der seit Monaten stattfindende Exodus von Unternehmen und Fachleuten auf den Kontinent geht damit weiter. Die Leute schreien allerdings nicht lauthals, die handeln einfach. Also das genaue Gegenteil von Boris Johnson. Bislang hat, außer dem Gefühl wieder selbstständig zu sein, noch niemand auch nur irgendeinen konkreten Vorteil beziffern können. Nettozahler? Die Subventionen für die Bauern kommen jetzt so wie versprochen aus dem UK-Säckel - oder doch nicht?

@ Margitt., um 13:52

“Mehr als 600000 Impfungen in Großbritannien...Also war der Brexit ein Riesenerfolg für GB.“

Aber es sind nicht die Fische geimpft worden. Um die geht's doch hier.

13:52, Margitt.

>>Brexit ist voller Erfolg für GB
Mögen die Fischer unzufrieden sein, so hat sich dieser schon bereits gelohnt:
Mehr als 600000 Impfungen in Großbritannien gibt es bereits.
Also war der Brexit ein Riesenerfolg für GB.<<

Aufgrund einer Notfallzulassung hat GB etwa zwei Wochen vor Deutschland mit dem Impfen begonnen.

Diese Notfallzulassung hätte auch Deutschland erteilen können. Trotz EU-Mitgliedschaft. Man hielt sich aber an das gesetzlich vorgeschriebene Procedere, wohl auch deswegen, weil mit einer solchen übergesetzlichen Maßnahme der Impfstoffhersteller komplett aus der Haftung entlassen worden wäre. In GB und auch den USA ist das jetzt so.

Nicht nur die Fischer wurden betrogen

Die Fischer fühlen sich betrogen, die anderen Wirtschaftszweige werden folgen.
Die Briten werden den Brexit verfluchen...wenn sie es nicht schon bereits tun.
Johnson wird in die Geschichte eingehen, aber nicht so, wie er sich das wünschen würde.

@Margitt, 13:52

"Mögen die Fischer unzufrieden sein, so hat sich dieser schon bereits gelohnt:
Mehr als 600000 Impfungen in Großbritannien gibt es bereits.
Also war der Brexit ein Riesenerfolg für GB." -

Wenn sie mir jetzt noch erklären würden, was die Impfungen in GB mit dem Brexit zu tun haben? Und nein, die Impfungen sind in GB nicht durch den Brexit eher begonnen.

So wird Meinung gemacht...

Da wird ein für die Gesellschaft völlig irrelevanter Bereich aufgegriffen und in den Vordergrund gestellt - nur damit man sich nicht mit dem Kern des Deals den BJ hervorragend ausgehandelt hat auseinandersetzen muss.

Auch den Fischern wird's besser gehen, ein Blick auf die gesteigerten Fangquoten reicht vollkommen. Der Deal ist noch nicht mal in Kraft und Vereinzelte (die gibt es sowieso immer) nörgeln bereits, dass es ihnen jetzt schlechter gehe. Unglaubwürdig hoch zehn.

Was ist mit den Kernpunkten der Einigung? Dass z.B. die Personenfreizügigkeit wegfällt war eines der Hauptargumente zugunsten des Brexits damals. Warum wird nicht näher darauf eingegangen dass die Wiedererlangung der Souveränität bzgl. Zuwanderung eine echte Chance bietet?

Der Brexit wird GB noch sehr viel kosten

@ Margitt:
Mehr als 600000 Impfungen in Großbritannien gibt es bereits.
Also war der Brexit ein Riesenerfolg für GB.

Die EU setzt zum Überholvorgang an und wird dazu nur wenige Tage brauchen. Aber am Brexit wird GB noch nach Jahren knabbern.

Schlecht für die Verbraucher in GB

@ bolligru:
"Out is out!"- Freihandel ist sichergestellt. EU- Recht gilt auf der Insel nicht mehr.

Für die Verbraucher ist das jedenfalls Mist. Die Verbraucherrechte haben die Konservativen aber gern geopfert.

re messi

"Warum wird nicht näher darauf eingegangen dass die Wiedererlangung der Souveränität bzgl. Zuwanderung eine echte Chance bietet?"

Sie meinen eine echte Chance für die Briten, jetzt endlich die heiß begehrten Jobs in der Erntehelfer- und Pflegebranche selbst besetzen zu können?
Ja, darauf sollte tatsächlich näher eingegangen werden...

Mal sehen wann der Groschen fällt

Das einzig positive ist die Erkenntnis, dass Europa sich in den Verhandlungen nicht hat spalten lassen. Außerdem hat man in letzter Zeit von so gut wie keinem weiteren EU Land von Austritt sprechen hören. Nicht unwahrscheinlich, dass die Politik größtenteils verstanden hat, wie hart die Verhandlungen über anschließende Beziehungen ausfallen würden. Trotz allen Mantras, dass ein Deal in jedem Fall besser sei als ein No-Deal frage ich mich doch, ob es nicht mittelfristig gesünder gewesen zumindest kurzfristig einen harten Brexit zu akzeptieren. Damit wäre das Narrativ der ganzen Leaver nämlich auf die härteste Probe gestellt worden. Ich hoffe in jedem Fall, dass die EU gegebenenfalls tatsächlich gewillt ist, ein Level-Playingfield auch einzufordern und Notfalls mit Zöllen durchzusetzen.

Verlierer sind beide Seiten.

Jeder will sich als Gewinner darstellen - bitteschön!
Doch verloren haben eigentlich beide Seiten. Die EU verliert den zweitgrößten Nettozahler und GB verliert das Mitspracherecht in der EU.
Doch was ist jetzt eigentlich mit der Nordirlandgrenze, die uns immer als der große Knackpunkt genannt wurde? Kein Wort mehr davon. Also muß man annehmen, das es nur ein vorgeschobener Konflikt war, um GB in der EU zu halten.

@ harrys

Die Briten werden den Brexit verfluchen...wenn sie es nicht schon bereits tun.

Sie sind den rechten Brexiteers auf den Leim gegangen, die es mit einer hauchdünnen Zufallsmehrheit geschafft haben GB zurück in die "gute alte Zeit" der Isolation zu katapultieren.

14:10, Messi

>>So wird Meinung gemacht...
Da wird ein für die Gesellschaft völlig irrelevanter Bereich aufgegriffen und in den Vordergrund gestellt - nur damit man sich nicht mit dem Kern des Deals den BJ hervorragend ausgehandelt hat auseinandersetzen muss.<<

Ach so. Deswegen hatte sich Johnson bis zum Schluss an der Fischereiproblematik festgebissen?

>>Auch den Fischern wird's besser gehen, ein Blick auf die gesteigerten Fangquoten reicht vollkommen. Der Deal ist noch nicht mal in Kraft und Vereinzelte (die gibt es sowieso immer) nörgeln bereits, dass es ihnen jetzt schlechter gehe. Unglaubwürdig hoch zehn.<<

Sie wissen, daß die Fischereiwirtschaft in GB großindustriell organisiert ist und sich in den Händen weniger Familien befindet?

>>Was ist mit den Kernpunkten der Einigung? Dass z.B. die Personenfreizügigkeit wegfällt war eines der Hauptargumente zugunsten des Brexits damals.<<

Sie vergleichen ja immer gern GB mit der Schweiz. Zwar kein EU-Mitglied, aber trotzdem Personenfreizügigkeit...

@Messi

Ich versuche wirklich verzweifelt, irgendeinen Vorteil für die Briten zu finden, aber ich bin wohl schlicht zu kleingeistig um diesen zu erkennen! Der Finanzsektor wandert ab, die Lieferketten für egal was, werden länger und wohl auch teurer, die abgeschaffte Freizügigkeit wird zu Arbeitskräftemangel führen, da plötzlich auch im UK viele Arbeitsplätze frei werden, die kein Brite machen will (z.B. in der Hotellerie) - also beim besten Willen, wo sehen Sie einen Vorteil für GB? Ich wäre Ihnen sehr dankbar für eine Erläuterung...

@ Karl der Kühle

Doch was ist jetzt eigentlich mit der Nordirlandgrenze, die uns immer als der große Knackpunkt genannt wurde? Kein Wort mehr davon. Also muß man annehmen, das es nur ein vorgeschobener Konflikt war, um GB in der EU zu halten.

Nein, ich gehe davon aus, dass sich Nordirland langfristig der Republik Irland und damit der EU anschließen wird.

14:24, KarlderKühne

>>Jeder will sich als Gewinner darstellen - bitteschön!
Doch verloren haben eigentlich beide Seiten. Die EU verliert den zweitgrößten Nettozahler und GB verliert das Mitspracherecht in der EU.<<

Deutschland zahlte bisher etwa 2% des Bundeshaushaltes netto an die EU, in Zukunft werden es etwa 2,2% sein.

>>Doch was ist jetzt eigentlich mit der Nordirlandgrenze, die uns immer als der große Knackpunkt genannt wurde? Kein Wort mehr davon. Also muß man annehmen, das es nur ein vorgeschobener Konflikt war, um GB in der EU zu halten.<<

Dieser Knackpunkt wurde schon vor Wochen einigermaßen aus dem Weg geräumt. Das müsste Ihnen eigentlich aufgefallen sein, wenn Sie die Nachrichten verfolgt haben.

Näheres hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Backstop_(Brexit-Abkommen)

@Margitt, 13:52 Uhr - ohne Zusammenhang

Sorry, aber ich verstehe nicht den Zusammenhang zwischen den Impfungen und dem Brexit und weshalb dieser ein "Riesenerfolg" für GB sein soll.

von danke Wuhan 14:16

Wenn das so ist, wie Sie schreiben, ja dann braucht man sich über den Brexit nicht aufzuregen.

Was haben die Fischer denn

Was haben die Fischer denn erwartet?
Keine Kompromisse hieße no Deal - an wen hätten sie Ihren ganzen tollen Fisch dann verkaufen wollen?
Eine weitere Frage, die ich mir stelle - die Quotenregelungen sind doch alle nicht neu: wie haben die Fischer denn zuvor überlebt?
Und: Gibt es wirklich keinerlei Anzeichen (Gewerkschaftliche) Verbrüderung von Fischern über die Grenze hinaus? Selbst Nachbarn gleichen Berufsstandes gönnt man die Butter auf dem Brote nicht, wenn sie einem im Keller fehlen könnte. Das gilt selbstverständlich nicht nur für die Briten und auch nicht nur für die Fischer. Leider. Schade.

@ Margitt, am 28. Dezember 2020 um 13:52:

"Brexit ist voller Erfolg für GB
Mögen die Fischer unzufrieden sein, so hat sich dieser schon bereits gelohnt:
Mehr als 600000 Impfungen in Großbritannien gibt es bereits.
Also war der Brexit ein Riesenerfolg für GB"

Was die Höhe der Corona-Impfungsrate in GB mit dem "Brexit" zu tun haben soll, werden Sie uns sicherlich noch erklären können!? Und ob der Brexit zu einem Erfolg oder Misserfolg wird, kann im Moment noch niemand wirklich sicher oder gar abschließend einschätzen. Im Moment ist noch nicht mal das Handelsabkommen mit der EU wirklich in Kraft, insofern werte ich Ihren Kommentar mal als bloße Kaffeesatzleserei. Oder, ist es doch eher einfach nur Wunschdenken?

Brexit-Abkommen:

Fischer werfen Johnson Betrug vor.

Hat jemand ernsthaft etwas anderes erwartet. Fischers Fritze wird auch nicht der letzte Enttäuschte bleiben. Vor allem da auch die Quoten regelmäßig verhandelt werden.
Das UK hat sich verpflichtet, die EU-Standards beizubehalten und falls die Herschaften von der Insel dies unterlaufen wollen kann die EU Zölle verhängen.
Und desweiteren ist noch nicht geregelt, in wie weit sich die UK-Finanzwirtschaft von der EU abkoppeln kann.

BJ musste sich, nicht nur aus Sicht vieler Briten, auf einen faulen Kompromiss einlassen. Und nun, nachdem der erste Brexit-Rausch verflogen ist, beginnt das Zetermordio.

Als guter Europäer überlasse ich daher BJ gerne seinen zweifelhaften Sieg.

Gruß Hador

@ 13:52 von Margitt.

Die Impfzulassung für den deutschen Impfstoff von BioNTech wurde aufgrund einer nationalen Notfallzulassung ausgeprochen. Diese hätte auch ausgesprochen werden können, wenn UK noch EU-Mitglied gewesen wäre. Und sie hätte auch von Deutschland ausgesprochen werden können. Es sind die Länder mit dem bislang höchsten Todeszoll, UK und USA, die hier besonders unter Druck standen. Das hat nichts mit der EU zu tun. Ein wesentliches Brexit-verursachtes Problem ist, dass man vielleicht ein paar mehr Fische hat, wenn auch nicht so, wie versprochen, aber immer weniger Finanzfachleute, die abwandern, und medizinisches Personal, dass in die Heimatländer zurückgeht.

13:30 von Knorlo

>>Ich habe immer gesagt, die EU wird vor Johnson in die Knie gehen. Die EU hätte viel mehr Angst vor einem No Deal als GB.
Meine Prognose ist, die EU wird sich stark verändern müssen sonst war das nicht der letzte Austritt.
<<

Nach dem ganzen Brexit-Chaos und Wirrwarr wird das erstmal nicht zu erwarten sein. Das war eher abschreckend als dass es mehr Staaten veranlassen würde, dem gleich zu tun.

Kompromiss um Zeit zu gewinnen

Beide Seiten haben Zugeständnisse gemacht. Wie man aus dem vorliegenden Vertrag allerdings ableiten kann, dass die EU vor Johnson eingeknickt ist, ist mir schleierhaft. Das offensichtliche Zugeständnis von Johnson geht zu Lasten der britischen Fischer. Es ist deshalb verständlich, dass sie sich beschweren. Was hat Johnson dafür bekommen? Den freien Zugang zum europäischen Markt unter der Bedingung, dass er europäische Standards einhält. Und das gilt nur für Waren. Er musste sich zwar jetzt noch nicht verpflichten auch zukünftige Entwicklungen zu akzeptieren, aber dafür wird es den gemeinsamen Partnerschaftsrat geben, der prüft, ob die Wettbewerbsbedingungen fair sind. Es ist also noch gar nicht sicher, das Großbritannien europäische Standards unterlaufen kann. Zusätzlich wird für Finanzdienstleistungen bis Ende März weiterverhandelt.
Letztlich ist es ein Kompromiss der Zeit gewinnt. Das war beiden Seiten wichtig.

RE: Bernd Kevesligeti um 14:40; von danke Wuhan 14:16

***Wenn das so ist, wie Sie schreiben, ja dann braucht man sich über den Brexit nicht aufzuregen.***

In erster Linie erregen sich jetzt die brit. Fischer über das Abkommen.
Zweifellos auch jene, die die Chancen sehen, welche die EU bietet und den Brexit als Schuss der Briten ins eigene Knie empfinden.
Ich empfehle daher auch die "Wutkolumne" von Nikolaus Blome im Der Spiegel. Lesenswert.

Gruß Hador

13:51 von harry_up

>>Die 5 Gesichter auf dem Foto sehen für mich nicht wie Sieger aus :-)<<

Eher wie 5 Leute, die sich nun einen blöden Fisch teilen müssen und eigentlich mit mehr gerechnet haben ;-)

@Am 28. Dezember 2020 um 13:52 von Margitt.

Mehr als 600000 Impfungen in Großbritannien gibt es bereits.
Also war der Brexit ein Riesenerfolg für GB.

Und? Weil GB nun mit einer Notzulassung etwas früher mit den Impfungen begonnen hat?

Ein Thema übriges, was beim Brexit-Referendum noch völlig unbekannt war.

Und achso... es benötigt beim Biontech-Mittel zweier Impfungen, um vollen Schutz zu erhalten. "Durchgeimpft" ist also noch niemand...

Soviel zum Thema der Brexit ist erfolgreich und ganz toll

Die ganzen Leute die hier im Forum Boris Johnson lobten und ihn feierten sind jetzt bestimmt gaaaanz leise. Das ist erst der Anfang liebe Briten! Euer Premierminister hat euch von hinten und vorne belogen was den Brexit angeht und dies werdet ihr noch ganz bitte spüren. Jetzt ist es eben zu spät. Mein Mitleid hält sich in Grenzen!

@14:24 von KarlderKühne

"Jeder will sich als Gewinner darstellen - bitteschön!
Doch verloren haben eigentlich beide Seiten. Die EU verliert den zweitgrößten Nettozahler und GB verliert das Mitspracherecht in der EU."

Viele sehen es genau umgekehrt und das Glas als "halbvoll":
+Keine Bevormundung mehr aus Berlin bei der Vergemeinschaftung von Schulden oder der Armutsmigration.
+Der Niedriglohnsektor für die englischen Geringqualifizierten.
+Keine Aufbau-(Netto-)zahlungen mehr für großspurige Osteuropäer.
+Keine Zölle auf Importe oder Exporte in die Rest-EU.
+Besinnung auf die eigene Kultur und die englischen Stärken.

Die einzigen, die den Brexit ständig schlecht reden, sind die Bonzen aus Brüssel und Berlin. Manchmal ist es einfach besser und friedlicher, wenn man etwas Abstand zueinander hält.

RE: HäuptlingOrm um 14:44

***Was haben die Fischer denn erwartet?***

Vermutlich, dass sich die Lügenmärchen des BJ von goldenen Luftschlössen erfüllen.
Wird aber nix draus !
Stattdessen bekommen jetzt viele Briten einen Kater aufgrund der maßlosen Selbstüberschätzung.

Gruß Hador

Noch ist doch nichts entschieden, oder?

Am Mittwoch ist der Tag ob, oder ob nicht!

Und dann warten wir mal ab, so ein oder Zwei Jahre, dann sieht man was ist.

Beim Mindestlohn wurde auch vom Untergang spekuliert......

@bolligru 12:40

Deswegen sind die britischen Fischer auch super Happy weil Johnson auf ganzer Linie siegt was? Vielleicht lesen Sie mal den Artikel durch, dann werden Sie nie wieder behaupten Johnson hätte irgendwo gesiegt!

@Messi 14:10

Sie reden alles schön, Hauptsache es passt zu Ihrer Meinung und zur Bejubelung des Brexits und dient dazu Ihrem EU Hass weiterverbreiten zu können. Den Fischern wird es nicht besser gehen und sie wissen es bereits. Es handelt sich nicht um Vereinzelte. Boris Johnson hat gar nichts hervorragend ausgehandelt. Er hat Großbritannien verraten und verkauft und Sie werden dies irgendwann auch zugeben müssen, weil Ihnen keine Wahl mehr bleiben wird.

mal im Ernst....

was kümmern uns britische Fischer - Hauptsache die deutschen Fischer bekommen noch einen Fisch an den Haken was um so wahrscheinlicher ist je mehr britische Fischer für immer vom Markt verschwinden

von Hador Goldscheitel 14:55

Ja, gut, wenn sich die Briten "ins eigene Knie schiessen", warum erregen sich dann die Deutschen ?
Und wenn sich britische Fischer über das Abkommen erregen, dann doch eher über Johnsons Zugeständnisse.

Johnson verrät und verkauft die britischen Fischer

Die britischen Fischer haben es jetzt als erste gecheckt. Dieser Mann hat die britische Fischerei mit seinem kopflosen Deal ruiniert und die britischen Fischer betrogen. Er hat im Übrigen nicht nur die Fischer in UK betrogen sondern jeden UK Bürger. Dieser Deal schadet den Briten, er schadet Großbritannien und er wird zum Ende des Königreichs führen. Boris Johnson wird als Totengräber Großbritanniens in die Geschichte gehen!

Unsanftes Erwachen bzw. Konfrontation mit der harten Realität

"Johnson habe versprochen, dass es keinem Fischer schlechter gehen werde. Aber nun gebe es "eine beträchtliche Anzahl", denen es deutlich schlechter gehe als vor dem Deal"

Das Märchen, dass es keinem schlechter gehen würde, haben Johnson und seine Kollegen aus dem Lager der Betreiber (und Profiteure) des Brexits schon vor Jahren nicht nur den Fischern, sondern der gesamten britischen Bevölkerung erzählt.

RE: fathaland slim um 14:27 ; 14:10, Messi

***Sie vergleichen ja immer gern GB mit der Schweiz. Zwar kein EU-Mitglied, aber trotzdem Personenfreizügigkeit...***

Zwischen der Schweiz und EU wird zur Zeit ein neues aktualisiertes Rahmenabkommen verhandelt. Einige Politiker wie Hans-Peter Portmann wittern Morgenluft und wollen jetzt (auch?) Zugeständnisse seitens der EU. Natürlich ist die sowohl die Stärke der eigenen Position, wie auch die Art des Abkommens eine zum UK völlig unterschiedliche.
Aber auch da hoffe ich, dass wir ein ordentliches Ergebnis erzielen werden.
Wobei ich den Brexit als Niederlage für beide Seiten begreife.

Gruß Hador

Wo ist das Problem?

"Unter der gemeinsamen Fischereipolitik der EU hätten britische Fischer nur Zugang zu 50 Prozent der Fische in britischen Gewässern gehabt. Diese Zahl steige nun bis 2026 auf zwei Drittel, sagte Gove."

Ich verstehe das Problem der britischen Fischer nicht. Im Prinzip bekommen sie jetzt deutlich mehr, als unter der gemeinsamen Fangquote der EU. Klar, wenn man mit 100% Maximalforderungen in die Verhandlungen geht, dann sind natürlich auch 66% statt 50% eine gefühlte Niederlage. Naja... Gier frisst bekanntlich...

RE: Jacko08 um 14:55; 13:51 von harry_up

***>>Die 5 Gesichter auf dem Foto sehen für mich nicht wie Sieger aus :-)<<

Eher wie 5 Leute, die sich nun einen blöden Fisch teilen müssen und eigentlich mit mehr gerechnet haben ;-)***

Ich glaube ja, dass dieser Fisch durch Heterosuggestion entstanden ist. Und nun merken die Herschaften, dass sie nur eine zur Hälfte abgenagt Makrele in den Händen halten.

Gruß Hador

Man sollte auch alles lesen

Jetzt haben die britischen Fischer 50% der Fische in "Ihrer" Fischereizone. Später sind es dann zwei Drittel (lt. Tagesschau sind dies 25% weniger für die EU...). Also haben die britischen Fischer eine höher Fangqote als zu EU-Zeiten. Sie sollten sich freuen. Doch sie wollten 100 % - wie in der Zeit der britischen Weltmacht.
Letztendlich haben sich die Briten die Rosinen herausgepickt. Wenn sie clever sind, Verträge mit den Asean-Staaten schließen, USA, Kanada und Mercosur, dann haben sie in einigen Jahren "blühende Landschaften" bei sich, während die EU an ihrer eigenen Bürokratie zugrund geht und an der irrigen Idee der "Vereinigten Staaten von Europa".
Europa besteht aus Nationalstaaten. Diese sollten gestärkt werden, um als ein starkes Europa freier und unabhänigiger Nationalstaaten mit gemeinsamer Außengrenze und gemeinsem Zoll aufzutreten. Das wäre ein Zukunft. Einheitsmenschen und Einheitsbrei mit Regeln aus Brüssel werden die EU zerstören.

15:03 von AbseitsDesMains...

Zitat:"+Keine Bevormundung mehr aus Berlin bei der Vergemeinschaftung von Schulden oder der Armutsmigration.
+Der Niedriglohnsektor für die englischen Geringqualifizierten.
+Keine Aufbau-(Netto-)zahlungen mehr für großspurige Osteuropäer.
+Keine Zölle auf Importe oder Exporte in die Rest-EU.
+Besinnung auf die eigene Kultur und die englischen Stärken.
...Bonzen aus Brüssel und Berlin"

Vor dem Ersten Weltkrieg nannte man solche Sprüche im Britischen Empire "jingoism". Auf deutsch: chauvinistisch.

RE: Bernd Kevesligeti um 15:14;von Hador Goldscheitel 14:55

***Ja, gut, wenn sich die Briten "ins eigene Knie schiessen", warum erregen sich dann die Deutschen ?***

Sie kennen doch den Begriff des fremdschämens. Das funktioniert hier ähnlich. Sich gegen jede Vernunft in eine ungewisse Zukunft zu werfen, womöglich in einen Abgrund, ist nicht wirklich schlau. Ich muss dazu sagen, dass mir hier noch ganz andere Begriffe in den Sinn kommen, die ich hier aber nicht niederschreiben möchte.

Mich freut nur, dass den Lügnern und "Falschen Fünfzigern" nun ihr falsches Spiel um die Ohren fliegt !

Gruß Hador

Zum Thema Handel

Großbrittannien exportiert 47% des Gesamtexportes in die EU, die EU exportiert 4% (über alle Mitgliedsstaaten) nach GB. Wer hat hier "gewonnen"?

Dumm gelaufen

Das sehe ich nicht so Johnson's Image scheint zwar eher positiv davon gekommen zu sein, dass der Brexit für die Briten aber insgesamt einen Verlust bedeuten wird steht für mich pers. zu 100% fest. Die Bedingungen werden für sie schlechter, Freihandel hin oder her. Die Verhandlungsbasis GB's ist einfach deutlich schlechter als zuvor, als kleines Land lässt es sich einfach weniger druckvoll verhandeln, als als 450 Millionen Kontinent.
Trotzdem nach wie vor schade und eine unendliche Dummheit - allein schon symbolisch- die EU zu verlassen, diese ist sowohl als Institution (gegenüber den Großmächten),als auch als friedenstiftende Säule unerlässlich. Für Johnson mag das ein paar Monate mehr im Sessel bedeuten, insgesamt wird sich diese Fehlentscheidung aber wirtschaftlich und diplomatisch bemerkbar machen. Das "wir" wird wieder zum "die und wir" und das bedeutet Konflikt.

Am 28. Dezember 2020 um 15:14 von Bernd Kevesligeti

Zitat: Ja, gut, wenn sich die Briten "ins eigene Knie schiessen", warum erregen sich dann die Deutschen ?

Wer erregt sich denn?

"Das Bundeskabinett unter Leitung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei sich in einer Telefonkonferenz "einig in der positiven Würdigung des Abkommens" gewesen, teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin mit", liest man allenthalben.

Erregung sieht anders aus.

Ich sehe noch viel Ärger in GB um den BREXIT

Die britische Bevölkerung wurde während der gesamten BREXIT-Kampagne mit offenen und verschleierten Lügen und unhaltbaren Versprechungen über Luftschlösser, Goldenen Zeiten und Britania Rules the Waves geködert, bei denen die Politiker die sie aussprachen schon wussten, dass sie sie nicht einhalten können. Angefangen mit Camerons parteitaktischem Wahlversprechen: "Wenn ihr mich wählt lasse ich Euch über den BREXIT abstimmen", über die folgenden Desinformationskampagnen mit der Feststellung "BREXIT ist so einfach wie Unterwäsche wechseln" bis hin zu den letzten Versprechungen Johnsons. Das ist ein Paradebeispiel wie Demokratie NICHT funktionieren sollte. Kann der einie die Versprechungen nicht einhalten, dann tritt er eben zurück und überlässt es seinem Nachfolger, siehe Cameron, May und vielleicht auch demnächst Johnson. Und wer will sie dann im Nachhinein schon für die eine oder andere kleine Wahlkampfflunkerei haftbar halten???

@ Margitt

*Brexit ist voller Erfolg für GB
Mögen die Fischer unzufrieden sein, so hat sich dieser schon bereits gelohnt:
Mehr als 600000 Impfungen in Großbritannien gibt es bereits.
Also war der Brexit ein Riesenerfolg für GB.*

Es geht hier um die Regelung für den Fischfang. Haben Sie offenbar nicht verstanden oder Thema verfehlt 6 - setzen?
Zum Thema Impfungen: Die zuklassung in der EU ist eine ordentliche, die In GB und den USA eine Notfallzulassung, die den Hersteller aus der Haftung entlässt. Das kann im Zweifelsfall für die Gesellschaft sehr teuer werden.

Am 28. Dezember 2020 um 13:52 von Margitt.

Wenn man sich die Covid zahlen in GB anschaut ist das alles andere als ein Erfolg.
Und mit dem Bericht hat das auch nichts zu tun, Johnson hat viel versprochen ,gehalten nicht so viel.

15:30 von Kritikunerwünscht

Zitat:"Einheitsmenschen und Einheitsbrei mit Regeln aus Brüssel werden die EU zerstören."

Dann hat die EU ja eine lange und gute Zukunft. Denn den "Einheitsmenschen und Einheitsbrei mit Regeln aus Brüssel" gibt es nur in der Fantasie der EU-Ablehner.

Zitat:"Doch sie wollten 100 % - wie in der Zeit der britischen Weltmacht."

Und diese Zeiten sind gottseidank vorbei. Für die Briten genauso wie für die Deutschen oder die Franzosen. Ein "Zurück in die Vergangenheit" ist für die meisten Europäer aufgrund eben dieser Vergangenheit keine Option mehr. Wenn die Brexiteers glauben, alleine auf der Welt wieder eine Großmachtrolle in Handel und Politik spielen zu können, täuschen sie sich gewaltig.

@ 15:03 von AbseitsDesMains...

Ich bin weder Bonze aus Brüssel oder Berlin und ich rede den Brexit auch nicht schlecht, sondern ich sage das, was auch meine britischen Kollegen aus der Finanzwirtschaft sagen: Der Brexit wird UK wirtschaftlich (und leider auch politisch) um Jahrzehnte zurückwerfen. UK wird genug mit seinen eigenen Schulden zu tun haben, wenn die bisher aufgebauten Staatsschulden bleiben, die Landwirtschaft dringend Subventionen braucht und die Finanzwirtschaft abwandert. Hauptprobleme sind qualifizierte Jobs im Gesundheitswesen und in der Produktion, die auf dem britischen Arbeitsmarkt nicht besetzt werden können. In der Landwirtschaft ist harte körperliche Arbeit gefragt, dazu ist die Mehrzahl der geringqualifizierten Stadtbewohner nicht in der Lage. UK hat auch schon vor deren EU-Eintritt osteuropäische Länder (insbes. Polen) als zukünftige Absatzmärkte gefördert. Zölle bleiben nur solange aus, wie sich UK an die EU-Regeln hält. Das will man ja gerade nicht. Worin besteht die spezifische UK-Kultur?

Am 28. Dezember 2020 um 13:52

Am 28. Dezember 2020 um 13:52 von Margitt.
Brexit ist voller Erfolg für GB

Sie wollen doch nur Ihre vorgeschriebene Anti EU polemik thematisieren!

von Hador Goldscheitel 15:34

Na, wenn da nicht andere Gründe eine Rolle spielen ? Man weiß natürlich, wer es in Bündnissen (EWG-EU) vom Underdog zum Global Player gebracht hat. Ist kaum glaubwürdig, wenn sich hier auf das "Wohl" anderer, von britischen Fischern oder Arbeitern berufen wird.
Und es bleibt ja auch in Zukunft spannend: Zum Beispiel nach der Amtszeit von Macron oder vielleicht auch in manchem südeuropäischem Land......

RE: Bernd Kevesligeti um 15:14;von Hador Goldscheitel 14:55

***Und wenn sich britische Fischer über das Abkommen erregen, dann doch eher über Johnsons Zugeständnisse.***

Das eine bedingt das andere. Die Fischer merken jetzt als erste von den Brexiteers, dass sie hinters Licht geführt wurden.
Wir kennen doch auch das Märchen von den blühenden Landschaften, welches sich so langsam als Prophezeiung erfüllt.
Bei den Brite n sieht es so aus:
Für die Fischer einen vollen Fangkorb !
Für die Kranken ein bis zum Anschlag funktionierendes Gesundheitssystem !
Für die Finanzbranche glänzende Geschäfte !
Usw, usw.
Erst in der etwas ferneren Zukunft werden wir erkennen können, ob der Brexit ein Erfolg für die Briten war.
Bis dahin wird sich noch so mancher Brite verraten fühlen.

Gruß Hador

15:14 von Bernd Kevesligeti

«Und wenn sich britische Fischer über das Abkommen erregen, dann doch eher über Johnsons Zugeständnisse.»

Sie (die britischen Fischer) werden nun gewahr, dass es ein Unterschied zwischen vollmundigen Ankündigungen von Boris J. ist zu dem, was aus Verkündungs-Weltmeisterei dann auch wurde.

Ein Unterschied sehr viel breiter und tiefer als das Wasser im Ärmelkanal. Fischerei, Fischgründe, Fischereirechte sind zwar ein emotional stark belasteter Aspekt vom Brexit. Gerade zw. den britischen und französischen Fischern. Die rammten sich ja auch schon mal auf See, kappten gegenseitig Netze. Und man konnte froh sein, dass man heutzutage nicht mehr mit Kanoneboten zum Fischfang ausläuft.

"Das Herz" der Witschaft im UK ist die Fischerei aber gar nicht. So hat es letztlich auch Boris J. eingeordnet. Doch keinen No-Deal-Brexit gemacht, nur damit die Fischer auch all das Versprochene bekommen, was man zu versprechen ihnen einst grob fahrlässig vorgaukelte.

War Versprecher falscher Worte …

wenn die britischen Fischer....

den Fisch jetzt plötzlich billiger auf die deutsche Fischtheke bringen als die deutschen Fischer ists für letztere natürlich dumm gelaufen

@ 15:30 von Kritikunerwünscht

"während die EU an ihrer eigenen Bürokratie zugrund geht" Sie kennen das Mutterland der Bürokratie? Das ist nicht Preussen sondern England, insbesondere die wenig leistungsfähige Variante. Die Briten werden die Fischfangrechte, unvermeidlich um eine Überfischung zu vermeiden, mit ihrer eigenen Bürokratie überziehen. Gleiches gilt für die Landwirtschaft (da sollen ja die gleichen Subventionen fließen wie zu EU-Zeiten), nur die Finanzindurstrie soll noch weiter "dereguliert" werden, womit sie dann nicht mehr EU-kompatibel ist. Wobei "Deregulierung" hier im britischen Sinne bedeutet, sehr viele Vorschriften zu erlassen, sehr viele Daten zu erheben, es aber den Unternehmen zu überlassen, sie zu beurteilen (prudent man principle). Wir können nur hoffen, dass die EU die diesbezüglich vom UK in der EU erzwungene Bürokratie wieder abschaffen kann. Wie ein Farmer in einem Beitrag so schön sagte: Die Bürokratie war immer unsere eigene, nicht aus Brüssel.

Mee first too!

Die paar Leute in meinem Bekanntenkreis, die sich in dieser Angelegenheit ohne detaillierte Begründungen auf der Seite der Brexitiere wohlfühlen, haben alle 1 gemeinsam. Probleme mit Unabhängigkeit zuhause oder bei der Arbeit. Sicher führt es nicht automatisch zu so einer Haltung, wenn man sich in Beziehungen unfrei fühlt, aber so lässt es sich möglicherweise ein bißchen leichter ertragen. Wer auch immer Freiheit mit der Abwesenheit von Regeln verwechselt, wenn man mal in nicht so guten Zeiten Entscheidungen zu treffen hat, wird sich gern mit Johnson identifizieren.

Hallo fatherland,

Danke für den Link. Aber Sie sagen es selbst - "einigermaßen".

Wegen Umwelt- und Artenschutz....

kommt Fisch in Zukunft sowieso aus der chinesischen Aquakultur - da braucht man sich um das Auslaufmodell Hochseefischer keine Gedanken mehr machen

Verloren hat der Fisch

Nicht nur der Fisch auf dem Bild sondern der Fisch im Meer im allgemeinen.
Nicht (nur) die Politik sondern die Fischer betrügen sich doch seit Jahren selbst.
Sie überfischen die Meere gnadenlos für eine kurzfristigen
Profit.
In wenigen Jahren wird die Frage nicht mehr lauten wer darf wo wieviel Fisch fangen sondern wo gibt es überhaupt noch etwas zu fangen.
Darüber sollten sich Politik und Fischer Gedanken machen

@Am 28. Dezember 2020 um 13:30 von Knorlo

„Ich habe immer gesagt, die EU wird vor Johnson in die Knie gehen.“

Ach so? Und weil die EU vor Johnson in die Knie gegangen ist fühlen sich die britischen Fischer jetzt verraten? Bin nur ich nicht in der Lage, diese Logik zu verstehen oder ist das doch eher ein Form von alternativer Realität?

@Am 28. Dezember 2020 um 13:52 von Margitt.

„Mehr als 600000 Impfungen in Großbritannien gibt es bereits.“

Fragt sich nur, ob es die trotz oder wegen des Brexits gibt. Ist Ihnen entgangen, dass es der NHS war (National Health Service = Nationaler Gesundheitsdienst), der angesichts des drohenden No-Deal Szenarios um eine Verlängerung der Übergangszeit regelrecht gefleht hat? Die werden wohl wissen warum.

RE: Bernd Kevesligeti um 15:47; von Hador Goldscheitel 15:34

Da brauch ich mir nur die Brexiteers anschauen.
Zum Beispiel den "Staubsaugervertreter" Dyson. Der verlagert seinen Laden schnell nach Süd-Ost-Asien.

Oder nehmen wir Jim Ratcliffe, der seinen Produktionsstadort für Landrover nach Frankreich verlagern will (lt. Die Zeit), und seinen Firmensitz nach Monaco verlagert, um dort 4 Mrd. brit. Pfund einzusparen (lt. Münchener Merkur).

Echte Patrioten, die für den Brexit standen !

Gruß Hador

15:41 von Peter Meffert

«Zitat:"Doch sie wollten 100 % - wie in der Zeit der britischen Weltmacht."»

«Und diese Zeiten sind gottseidank vorbei. Für die Briten genauso wie für die Deutschen oder die Franzosen. Ein "Zurück in die Vergangenheit" ist für die meisten Europäer aufgrund eben dieser Vergangenheit keine Option mehr.»

Dazu kommt mir ein Zitat in den Sinn.
Hörte ich einer "Doku-Fiction-History".

Sah ich in Ermangelung einer besseren Idee zur Zeitverwendung über die Weihnachtstage bei ZDF-Info. Doku war über Life of Queen Elzabeth I.

Zu deren Zeit der Regentschaft war The British Empire ja bei der größten Ausdehnung, mit dem weitesten Einfluss der Briten in der Geschichte.
Ist das Zitat eben von Queen Elizabeth I:

«You cannot rule an Empire without constantly leading wars.»

Mit Königs ist das ja immer so'ne Sache.
Häufig ist es Klatsch oder Tratsch, oder Belanglos mit Uninteressant.

Manchmal ist es aber auch gutes Wissen um Zusammenhänge.
Wie es mal war … und wie es nicht wieder wird.

@Am 28. Dezember 2020 um 14:10 von Messi

„Auch den Fischern wird's besser gehen, ...“

Ach so, Sie wissen also besser, wie es den Fischern künftig gehen wird, als die Fischer selber. Klingt plausibel.

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