Ihre Meinung zu: Interview zu sexualisierter Gewalt: "Strafverschärfung allein bringt wenig"

2. Juli 2020 - 8:12 Uhr

Im Kampf gegen Kinderpornografie sollen härtere Strafen kommen. Das alleine "schreckt niemanden ab", sagt Kriminologe Rüdiger. Was hilft und welches Bundesland ein Vorbild ist, erklärt er im tagesschau.de-Interview.

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Kommentare

Was ich mir wünsche

ist nicht nur die Verschärfung des Gesetzes (was seit Jahrzehnten überfällig ist), sondern auch die Verjährungsfristen bei solchen Straftaten!

Wie bei Mord, soll bei solchen Vergehen KEINE! Verjährungsfrist mehr gelten!

Ich hoffe das fließt bei den Änderungen mit ein.

Für solch verabscheunungswürdige ...

.. Verbrechen wäre ein Wegfall der Verjährungsfrist ein wichtiges Zeichen. Der Täter soll ein Leben land damit leben müssen, eines Tages für sein Handeln bestraft und bloßgestellt werden zu können ... die Opfer leiden auch ein Leben lang.
Es soll nicht auch noch die Zeit FÜR sie arbeiten weil die Strafverfolgungsbehörden im Zeitalter des WWW mit der Namhaftmachung aufgrund der enormen Zahlen kaum noch nachkommen.

Viele Fragen bleiben offen

1. Warum wurden die Kinder nicht schon viel früher als Opfer sexualisierter Gewalt erkannt? Warum bemerkte kein Arzt etwas? Warum waren Schulen, Jugendämter und Sozialbehörden so dermaßen blind? Fehlt es vielleicht an geschultem und sensibilisierten Personal? Überall in Deutschland? Was wird dagegen aktiv und jetzt unternommen? Nichts?
2. Wenn schon jetzt 1/3 der Täter unter 18 Jahren sind, was folgt daraus? Was wird aus diesen - noch minderjährigen, wenn sie 20, 30 oder 40 Jahre alt sind? Warum gibt es keine bekannten Konzepte, diese Täter für die Zukunft zu "entschärfen" ?
3. Warum höre ich nichts von jedem Bundesland zur Situation der Justiz? Wie viele Staatsanwälte werden/wurden eingestellt, wie viele neue - zusätzliche Richter/innen werden eingestellt und/oder erhalten eine Weiterbildung? Wann wird die Justiz auf aktuellem Standard gebracht? Stichwort Digitalisierung?
.
Fast nichts geschieht an den entscheidenden Stellen. Fast gar nichts. Und nichts wird besser.

Verjährungsfrist

Sofortmaßnahme wäre zumindest die Verjährungsfrist aufzuheben. Dafür müßte sich doch sofort eine Mehrheit finden lassen.

09:01 von Jim456 - eine Frage

und warum nur bei Kindern? Warum nicht auch bei jeder anderen Straftat? Gelten Frauen, Rentner, alle anderen nichts? Was genau spräche dagegen, nicht grundsätzlich alle Verjährungsfristen aufzuheben? Richtig. Die Beweiskraft und die Gefahr der falschen Beschuldigungen. Wenn Sie jetzt 40 Jahre alt wären, und jemand behauptet, vor 20 Jahren hätten Sie sich an einem Kind vergangen, dann wird es schwer mit irgend einem Beweis/Gegenbeweis. Aber es wäre sehr einfach, Sie öffentlich zu zerstören, sobald eine Person sich an Sie rächen will. Das ist der gute Grund, warum es Verjährungsfristen gibt. Und die gibt es sogar ungewollt de facto auch bei Mord. Denn Sie müssen erst mal nachweisen, das es auch wirklich Mord, und nicht Totschlag war. Totschlag verjährt aber bereits nach 15 Jahren. Wolfgang Kubicki hatte darauf mal bei Markus Lanz hingewiesen.

Pornografische Gesellschaft

Ein Problem ist die pornografische Gesellschaft. Seit dem es die privaten Medien und das Internet gibt ist die Gesellschaft Pornografisiert worden. Die inflationäre Verfügbarkeit der Pornografie verändert auch das soziale Verhalten (Sozialisation) der Menschen. Die "Einstiegsdroge" für Kinderpornografie ist Pornografie. Das "normale" soziale Verhalten in einer Bindung zu einem anderen Menschen die Liebe zu spüren und auch körperliche Zuneigung auszutauschen (Zärtlichkeit) wird abgekoppelt von einem destruktiven antisozialem Verhalten. Schon in der Kindheit und Jugend wird die Voraussetzung für eine gelingende Sozialisation gelegt. Werden Kinder mit Pornorgafie konfrontiert wird die normale Sozialisation nachhaltig gestört. Nicht selten ensteht daraus eine Täterbiografie.
Es sollte im Internet der Zugang zu Pornografie erschwert werden und nur mit einer Altersprüfung (neuer Personalausweis) möglich sein. Außerdem sollte ein globales Recht beim Geschäft mit Sex greifen.

Das klingt doch schon

Das klingt doch schon deutlich sinnvoller, als die plakativen Mindestrafe Forderungen gestern. Was aber hier noch komplett fehlt, ist das Thema Aufklärung, was so unglaublich hilfreich ist. Wir reden mit Kindern über alle möglichen Gefahren (Straßenverkehr, Haiangriffe...) aber was beim Thema Anfassen akzeptabel ist und dass auch als Kind jederzeit über den eigenen Körper bestimmt werden darf und was normal ist, wird viel zu selten beredet.

Wenn ein Kind weiß, dass man ab einem gewissen Alter nicht mehr jedem auf den Schoß hopst und zumindest grob warum, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das jemand ausnutzt mit einem Schlag fast bei 0.

Auch wenn das die meisten Leute noch immer nicht verstehen: Die Gefahr sind kaum die bösen Kidnapper die auf einmal ein Kind mitnehmen, sondern es sind die Leute die immer wieder Zugang haben, wo das Kind vertraut und die es mit subtilen Handlungen weiter und weiter beeinflussen. Das andere ist nur ein Bruchteil.

Vorbeugung

Lange Haftstrafen wirken sehr wohl vorbeugend, denn wer im Gefängnis sitzt, kann keine Kinder vergewaltigen. Dazu sollte aber auch gehören, dass einsitzende Täter keinen Zugang zum Internet haben. Außerdem verhindert eine Straferhöhung (über zwei Jahre), dass Bewährungsstrafen – ein völliges Unding bei solchen Delikten – ausgesprochen werden.

@Pornografische Gesellschaft 9:40 von Lebensfluss

"Es sollte im Internet der Zugang zu Pornografie erschwert werden "

Wie soll das gehen?
Da können Sie ja gleich die Geschäftsgrundlage
unseres Systems mit beerdigen, als da wären
:Subunternehmertum, Ressourcenverschwendung, Profitmaximierung...

nur so als kleines Anfangsbeispiel.

Ich bin natürlich ihrer Meinung:
Es sollte keine moderne Sklaverei, Naturverseuchung oder Frankenstein-Forschung geben..

Nur die Realität ist fast schon wieder so weit davon entfernt,
wie im Mittelalter vor einer sog. 'Aufklärung' .

"Werden Kinder mit

"Werden Kinder mit Pornorgafie konfrontiert wird die normale Sozialisation nachhaltig gestört. Nicht selten ensteht daraus eine Täterbiografie.
Es sollte im Internet der Zugang zu Pornografie erschwert werden und nur mit einer Altersprüfung (neuer Personalausweis) möglich sein. Außerdem sollte ein globales Recht beim Geschäft mit Sex greifen."

Das Risiko besteht dann, wenn zu junge Kinder damit in Kontakt kommen und wenn das Thema nicht in den richtigen Kontext gerückt wird. Da ist es allerdings absolut kontraproduktiv, wenn das Thema Sex in den Familien totgeschwiegen wird. Das macht es nur spannender und plötzlich sieht man was, was man nicht versteht und hat 0 Erfahrung die einem hilft das richtig einzuordnen. Da entsteht der Schaden und das Selbstbild geht vielleicht auch kaputt. Ein globales Gesetzt wäre bei so vielem hilfreich, aber dazu gibt es zu viele extrem schlechte Vorbilder (USA, England), als dass das aktuell Sinn macht.
Täter entstehen nicht durch Pornos.

Scheint mir das

selbe Problem, wie bei rechter Gewalt zu sein. Die Richter nutzen das Gesetz nicht aus. Auch die Bundesjustizministerin stellte am Anfang der Diskussion fest, der Strafrahmen zu sexueller Gewalt ist ausreichend. Aber in Deutschland wird man öffentlich nur gehört, wenn man noch drastischere Strafen der Legislative fordert, ohne Judikative(Rechtsprechung) und Exekutive (Verfolgungsbehörden, Jugendämter) einzubeziehen. Daß ist nur Populismus, nichts anderes. Ist aber, wie in vielen Bereichen unseres Landes das gleiche Problem. Gerichte, Polizei, Jugenämter überlastet und zu wenig Personal. Daß ist das Mantra Deutschlands in Punkto Überwachung von Gesetzen und Verordnungen. Überwachung und Umsetzung nicht möglich, Personal zu teuer.

Am 02. Juli 2020 um 09:05 von Dessert

"Und wenn diese Therapien nicht greifen und ein dermaß hohes Gefahrenpotential von einem Menschen ausgeht, welches Leib und Leben Anderer massiv bedroht, muss in der Konsequenz diesem Mensch ggfs. aber auch lebenslang die allgemeine Freiheit entzogen werden."

ich merke beim Lesen, wie ich Ihnen innerlich zustimme und gleichzeitig schaudert mich der Gedanke, Menschen lebenslang die Freiheit zu entziehen, aber, es stellt sich wirklich die Frage, was gibt es dazwischen - in der Sendereihe "rabiat" gibt es einen Beitrag - "Unter Pädophilen" vom 11.06.2018 - da gibt es beklemmende Eindrücke von Tätern - es ist so ein übelkeiterregendes Thema - man möchte eigentlich damit nichts zu tun haben, doch Wegsehen schützt die Opfer nicht, aber, was tun - alles was präventiv hilft, sollte man machen, aber gegenüber diesen Tätern ist man doch irgendwie ratlos, da helfen doch präventive Maßnahmen eher wenig ...

@  09:40 von Lebensfluss

Werden Kinder mit Pornorgafie konfrontiert wird die normale Sozialisation nachhaltig gestört. Nicht selten ensteht daraus eine Täterbiografie.

Nein.
In den allermeisten Fällen ist es der Narzissmus der Täter, das die Kinder das verdient haben und die Psychologie des Kindes - quasi jeden Kindes - die Täter trotzdem anhimmeln lässt.
Ein Narzissten Paradies, so ein Opferverhalten.
Und was das Thema re traumatisieren von Therapeuten angeht wird noch gar nicht thematisiert.
Bei jahrelangen Erlebnissen solche grausamer taten tritt ein Effekt ein der dissoziieren heißt.
Wenn Sie den Trigger des Opfers kennen, können Sie den Erwachsenen dadurch re misshandeln. Ohne, dass das Opfer eine Chance hat, das auch nur reflektieren zu können.
Ich kenne das leider selber persönlich. Dagegen können sie Angst selbst mit Schrotflinte im Gesicht nicht vergleichen.
Paragraph 174c gibt es zwar wird aber nicht verfolgt.
Ich werde noch dokumentieren wie der Weiße Ring Köln und der LVR damit Schindluder..

um 09:35 von Thomas Mainthal 09:01 von Jim456 -

"eine Frage
und warum nur bei Kindern? Warum nicht auch bei jeder anderen Straftat? Gelten Frauen, Rentner, alle anderen nichts? Was genau spräche dagegen, nicht grundsätzlich alle Verjährungsfristen aufzuheben?"
—————————

Die Antwort darauf ist so einfach wie ein Kind in die Gewalt seiner Bedürfnisse zu bringen. Wenn Sie die Berichterstattung über die Folgen des Missbrauchs in Heimen oder kirchlichen Einrichtungen z. B. verfolgt haben, waren die Kläger in der Regel selten jünger als 50. Und das waren nur die Mutigsten, die sich einer Öffnung des Höllentores stellen konnten, die die Aufarbeitung eines derart lange schwärenden und schmerzvollen Traumas kostet, festgehalten durch Scham und Depression. In der Kindheit wird das alles noch x mal dramatischer empfunden und dadurch wird die Hürde, darüber zu sprechen, unübersehbar. Das wissen die Täter, die oft selbst Opfer waren. Ein "Vergehen"...

Allein das ermuntert doch die Täter. Es ist und bleibt ein Schwerstberbrechen.

um 09:27 von Thomas Mainthal

Wenn schon jetzt 1/3 der Täter unter 18 Jahren sind, was folgt daraus? Was wird aus diesen - noch minderjährigen, wenn sie 20, 30 oder 40 Jahre alt sind?

An dieser Stelle muss ich ihren Schlussfolgerungen widersprechen. Denn aus der Tatsache, dass 1/3 der Täter unter 18 Jahren ist, folgt eigentlich nur, dass mit den Gesetzen etwas nicht stimmt. Wenn Kinder und Jugendliche sexuelles Interesse an Gleichaltrigen haben, dann ist das weder "Missbrauch" noch "sexualisierte Gewalt". Die derzeitigen Gesetze machen es aber dazu, wenn die 14-Jährige einen 13-Jährigen Freund hat oder Jugendliche sich gegenseitig erotische Bilder und Videos zusenden. Das ist nur ein Problem der derzeitigen diesbezüglichen Gesetze, weshalb eine grundsätzliche Reform angesagt wäre, die aber nicht wirklich geplant ist.

Ganz einfach

Weil Kinder schutzbedürftig sind und sich alleine nie gegen Erwachsene wehren oder gar arktikulieren können. Darum erfordert es jedlich denkbaren Schutz um Übergriffe durch Erwachsene zu verhindern.

Ein Beispiel, Abstrakt: Ich wurde als Kind vor 30 Jahren missbraucht. Ein "Anbieter" postet nun die Filmaufnahmen/ Fotos im Internet und teilt diese mit anderen Kriminellen. Ich möchte nun auch nach 30 oder 40 Jahren noch die Möglichkeit haben dagegen vorzugehen.

Gesetze machen ist billig

tatsächliche und wie es so schön heißt "flächendeckende" Strafverfolgung ist mühsam und vor allem teuer. Trotzdem lassen wir uns von den Symbolpolitikern dauernd mit "schärferen Gesetzen" einlullen, was weitgehend Blödsinn ist. Und das gilt eigentlich für alle Bereiche der Kriminalität.

Es gibt auch Missbrauch ohne Gewalt!

"Das gleiche gilt für den Begriff des 'sexuellen Missbrauchs'. Es ist gut, den jetzt in 'sexualisierte Gewalt' zu ändern."

Das ist überhaupt nicht gut. Denn wenn ein Erwachsener die fehlende Reife eines Kindes ausnutzt, um es zu sexuellen Handlungen zu ermutigen, dann ist das keine Gewalt, aber trotzdem Missbrauch.

Die wesentliche Aussage!

„tagesschau.de: Wie erhöht man die Strafwahrscheinlichkeit?
Rüdiger: Das schafft man nur durch mehr Personal.“
Wenn man bedenkt, welchen Aufwand es erfordert, die digitalen Möglichkeiten der Täter zu überprüfen, kann man wohl davon ausgehen, dass die Polizisten, die in den nächsten Jahren eingestellt werden, sich ausschließlich mit diesem Problem beschäftigen werden. Zu Recht.
Das aktuell fehlende Polizeipersonal, dass schon seit Jahren zusammengespart wurde & an allen Ecken und Enden fehlt, wird also auf Jahre weiter fehlen.
Herr Rüdiger ist ein Wissenschaftler und Fachmann!
Auf solche Leute wollen unsere Politiker ja angeblich hören.
Wo ist nun also die große sofortige Ausbildungsoffensive aller Bundesländer, um nicht nur das Personal im Bereich Sexualstraftaten an Kindern dringendst zu verstärken, sondern eben auch in allen(!) anderen Bereichen?
Auch die aktuell auszubildenden Polizisten sind ja schon für die allgemeinen Aufgaben angefordert worden & auch dafür schon zu viel wenige.

@Lebensfluss 09:40

Zitat: "Ein Problem ist die pornografische Gesellschaft. Seit dem es die privaten Medien und das Internet gibt ist die Gesellschaft Pornografisiert worden. Die inflationäre Verfügbarkeit der Pornografie verändert auch das soziale Verhalten (Sozialisation) der Menschen. Die "Einstiegsdroge" für Kinderpornografie ist Pornografie."

- Pornographie und Prostitution erfüllen idR eine gesellschaftliche Nachfrage und sollen Gewaltübergriffe absenken.
- Inflationärer Konsum von Allem ist Sucht.
- Und dann ist das Quälen von Insekten von Kindern der Einstieg zu Mörder? Daß ist plumpeste Psychologie ohne Wert.

Zitat: "Es sollte im Internet der Zugang zu Pornografie erschwert werden..... Außerdem sollte ein globales Recht beim Geschäft mit Sex greifen." Noch mehr Überwachung, toll, von wem? Globales Recht, klappt ja jetzt schon toll bei Kriegen, Mord, oder Würde. Puritanismus hat in den USA zur größten Pornoindustrie der Erde geführt.

@ 10:09 von Frau Schmitt

Eine adäquate Ächtung in der Gesellschaft die überhaupt nicht gegeben ist.
Begriffe wie kinderliebe etc ändern und das Damoklesschwert des Rechtsstaates sprich Knast und Aufklärungsquote werden schon eine ganze Menge verändern.
Die Selbstherrlichkeit nicht betroffener Menschen, das Leid anderer von sich weg zu drängen, muss aufhören.
Es sind lebenslange Schäden bei multiplen Erlebnissen und sie sind es bereits vor der Schulzeit, der Persönlichkeitsentwicklung, sich nicht etwas aufzubauen, Freundschaften aufzubauen, sich selber kennenzulernen etc etc
Und die Täter sind daheim die Trost Personen und schutzpersonen Nummer 1.
Um die Dimension gröbst einschätzen zu können, reicht das doch.

Fahndungsdruck

Mir gefällt die Aussage im Artikel, dass höhere Strafen alleine wenig bringen, solange die Täter glauben können, sie würden sowieso nicht erwischt. Wenn ich nicht erwischt werde ist es mir egal, wie viel Jahre ich theoretisch in den Knast wandern könnte.
Das Problem ist heute die leichte Verfügbarkeit von Kinderpornagraphie. In der "guten alten Zeit" musste Mensch mit solchen Neigungen schon wissen, wo er unter der Hand "Schmuddelmagazine" bekommen konnte. Menschen mit nicht so stark ausgeprägten Neigungen haben es dann eben gelassen.
Heute kann es jeder auch nur aus Neugier, etwa weil ihm "normale" Pornos nicht mehr reichen, ausprobieren.
Und mit steigender Nachfrage steigt auch der kommerzielle Anreiz, solche Bilder und Videos zu produzieren.
Also bleibt tatsächlich nur, dass Internet effektiv zu durchforsten und mehr und mehr Täter aufzuspüren.
Dann verschwindet auch der Eindruck innerhalb der Filterblase, dass das etwas völlig "Normales" sei.

In den meisten Kommentaren

geht es eigentlich nur um Rache, nicht um den Schutz der wehrlosen Kinder. Die lebenslange Sicherungsverwahrung gibt es schon lange, und sie wird vergeichsweise relativ oft angewendet. Nämlich immer dann, wenn es sich um einen unheilbaren Triebtäter handelt. Diese überlegen sich übrigens auch nicht - wie Autofahrer und Falschparker es täten "wie hoch ist die zu erwartende Strafe oder das Entdeckungsrisiko?" Grundsätzlich sollten wir also Richter/innen schon soviel Kompetenz zugestehen. Die machen ihren Job tagtäglich und wissen vermutlich besser als wir alle zusammen, was im Einzelfall der richtige Strafrahmen ist.
.
Mir fehlt hier der Blick auf die Kinder. Sie sind die Opfer, und es gilt, diese in der Zukunft besser zu schützen. Frühwarnsysteme zu entwickeln oder zu verbessern.

Höhere Strafen sind auch Zeichen

... dafür, dass Deutschland solche Verbrechen nicht kleinspielt. Da kann man schon ein Argument von diesen Verbrechern die sich in Foren gegenseitig ermütigen ein Kind zu missbrauchen, weg nehmen. Wenn die Statt Missbrauch von Kindern härter bestraft, dann kann man nicht mehr argumentieren, dass es nicht so schlimm wäre..
Es dient auch als Zeichen von Gerechtigkeit gegenüber Opfern. Wenn die Täter mehrmals auf Bewährung bekommen, während Kinder ganzes Leben lang leiden, wie soll man als Erwachsener das akzeptieren? Die Weigerung hohere Straffen bei solchen Delikten einzuführen erwäckt bei mir komisches Beigeschmack (Fall Kentler).

Klar muss man vorbeugen und mehr Täter entdecken. Aber was bringt es den Opfern und Eltern, wenn der Täter nicht mal hinter Gittern kommt?
Ich als Mutter wünsche mir auch Information zu haben welche Leute in der Nachbarschaft wegen Sexualdelikten vorbestraft sind. Damit ich meine Kinder warnen kann. Datenschutz soll Opfer und nicht die Täter schutzen!

@Thomas Mainthal 09:27

Zitat:
"1. Warum
-wurden die Kinder nicht schon viel früher als Opfer sexualisierter Gewalt erkannt? -bemerkte kein Arzt etwas?
- waren Schulen, Jugendämter und Sozialbehörden so dermaßen blind?
- Fehlt es vielleicht an geschultem und sensibilisierten Personal?"

Personal zu teuer, Löhne zu hoch, Ärzte überlastet

Zitat: "2. Wenn schon jetzt 1/3 der Täter unter 18 Jahren sind, was folgt daraus? Was wird aus diesen - noch minderjährigen, wenn sie 20, 30 oder 40 Jahre alt sind? Warum gibt es keine bekannten Konzepte, diese Täter für die Zukunft zu "entschärfen" ?"

Ist das die Generation "Kevin, nimm noch bitte den Finger aus Lenas Auge"? Mein Tipp elterliche Erziehung.

Zitat: "3. Warum höre ich nichts von jedem Bundesland zur Situation der Justiz? Wie viele Staatsanwälte werden/wurden eingestellt, wie viele neue - zusätzliche Richter/innen werden eingestellt...? Wann wird die Justiz auf aktuellem Standard gebracht? Stichwort Digitalisierung?"

Personal zu teuer, Löhne zu hoch.

Prävention > Strafverfolgung > Strafmaß

Im Artikel wird bereits deutlich gemacht, dass dass Strafmaß kaum eine Rolle spielt, wenn die Chance auf eine Bestrafung gering bleibt. Was leider völlig vergessen wurde, ist die Prävention.

Den Kindern würde es am meisten helfen, wenn Pädophile mit ihrer Neigung umzugehen wissen und gar nicht erst zum Täter werden. Entsprechende Verhaltenstherapien gibt es bereits, aber der Zulauf wird gering bleiben, solange potentielle Teilnehmer Gefahr laufen, öffentlich kriminalisiert oder stigmatisiert zu werden.
Letztendlich muss die Gesellschaft bereit sein, auch seltene sexuelle Neigungen* als Teil der natürlichen Vielfalt zu akzeptieren. Erst dann kann das Problem präventiv und wirksam angegangen werden.

*) Eine sexuelle Neigung ist angeboren. Sie ist im Kopf und lässt sich nicht entfernen. Eine sexuelle Neigung ist keine sexuelle Handlung!

@  10:14 von melancholeriker

...Wenn Sie die Berichterstattung über die Folgen des Missbrauchs in Heimen oder kirchlichen Einrichtungen z. B. verfolgt haben, waren die Kläger in der Regel selten jünger als 50. Und das waren nur die Mutigsten, die sich einer Öffnung des Höllentores stellen konnten, die die Aufarbeitung eines derart lange schwärenden und schmerzvollen Traumas...

Danke.
Völlig richtig.
Und religiöse haben dort raus gehalten zu werden. Man beachte das fünfte Gebot "du sollst deine Eltern ehren". Bedingungslos!

Gewichtung der Einflußfaktoren

Der Kriminologe Rüdiger hat wesentliche Punkte genannt - über die Gewichtung kann man auch eine andere Meinung haben. Dunkelfeld erhellen - also Kontrolle. Doch nicht nur im Internet. Auch in der Öffentlichkeit sichtbare Anwesenheit von Beamten. Pornografie verbieten - eigentlich naheliegnd, aber kaum noch durchführbar. Zentral sind 2 Aspekte :
1.Immunisierung der Kinder durch Erziehung und Aufklärung - wahrscheinlich das schwierigste Unterfangen, weil nicht alle, die Kinder haben, dazu in der Lage sind. Folglich : gesellschaftliche Erziehung durch die neutrale staatliche Schule.
2. die wissenschaftliche Suche nach den Ursachen eines Verhaltens, welches extrem von unseren genetischen Kernprägungen abweicht. Diese Frage führt mit Sicherheit zu der Frage, ob unser gesamtes Umfeld , materiell wie geistig, diese Taten provoziert und/oder begünstigt. Diese Frage wiederum hat eine andere zur Folge : hatten diese Taten in der Vergangenheit eine andere Häufgigkeit ?

Bloß keine Strafe, das nützt nix?

Das ist die Patentformel in unserem Lande. Gestern bei Aktenzeichen XY waren mehrere Täter vorbestraft. Ein Vergewaltiger (2x wegen Vergewaltigung verurteilt) wurde erst nach der 3. Vergewaltigung dauerhaft eingesperrt.
.
Der Missbraucher aus Münster war 2x wegen Besitzes und Verbreitung von Kinderpronographie verurteilt und durfte trotzdem Kontakt zu seinem Missbrauchsopfer haben. etc.
.
Es stimmt, dass Strafen nichts nutzen, wenn man sie nicht konsequent anwendet. Vor allem nutzt Strafe nix, wenn alle wegschauen.
.
Die Verschärfung der Strafen hat aber zwei Effekte: 1. die Tatbestände rücken mehr ins Bewusstsein der Menschen und 2. werden weniger Leute, auch in Behörden, wegschauen.
.
Wichtig wäre noch, dem Schutz möglicher Opfer eine höhere Priorität einzuräumen, als dem Eiteitei gegenüber den Tätern.

@  10:30 von dr.bashir

Ich weiß nicht mein lieber Stationsarzt, wie man dazu kommt normale Erwachsenen Pornos, die ich schon mit meiner Freundin gesehen habe, als Einstiegsdroge oder eine ähnliche Kategorie wie das Vergewaltigen von Kindern zu sehen.
Wenn sie Probleme mit Pornofilm haben, ist das ja okay. Nur würde ich dann dieses nicht ummünzen, oder wie kommen sie auf sowas?

@Lebensfluss um 09:40

Demnach hätte es keine Pädophilie gegeben, als es noch keine Pornos gab, oder?
Kindersexstraftäter sind triebgesteuert, ähnlich wie es die meisten Fetischisten, welche meistens harmlos sind, sind.
Und Pornos sind für Kinder auch nur deswegen interessant, weil wir es für diese verbieten. Kinder haben nun'mal keinerlei sexuelle Interessen und interessieren sich nur aus reiner Neugier und weil es geheimnisvoll ist dafür. Sex (kein gewaltätiger!) muss endlich als etwas ganz normales anerkannt werden und die Erziehungsberechtigten müssten frühzeitig mit den Kindern darüber reden.
Mir kommt es inzwischen so vor, als ob man bei uns bald us-amerikanische Verhältnisse haben, wo bei einer blanken Frauenbrust, in den Medien, Skandal gerufen wird, aber Mord und Totschlag als alltäglich angesehen wird.
Desweiteren dienen normale Pornos auch dafür um Druck abzubauen.
Außerdem dürfte man auch kaum Morde verhindern, indem man Krimi-Sendungen, oder Berichte über Morde verbietet

um 10:20 von Nachfragerin

[Es gibt auch Missbrauch ohne Gewalt!
"Das gleiche gilt für den Begriff des 'sexuellen Missbrauchs'. Es ist gut, den jetzt in 'sexualisierte Gewalt' zu ändern."]

"Das ist überhaupt nicht gut. Denn wenn ein Erwachsener die fehlende Reife eines Kindes ausnutzt, um es zu sexuellen Handlungen zu ermutigen, dann ist das keine Gewalt, aber trotzdem Missbrauch."

"Zu ermutigen"...
Könnten Sie das vielleicht mal einem Erwachsenen erklären, für den ein Ding wie ein Geschlechtsorgan in der Kindhei nur dazu da war, die viele Limo wieder rauszulassen?

Zu was hätte ich da Mut gebraucht, wenn ich Ekel empfinde? Überwindung des Würgreflexes? Da wo bei Ihnen Gewalt beginnt, ist beim Gesetzgeber aber früher Schluß mit "kann ja nicht so schlimm sein".

Der Begriff "sexualisierte Gewalt" trennt bewußt Gewalt von Sexualität, da besonders vielen Kindern gegenüber nicht sexuelle "Neigungen", sondern roh vollzogener Machtgewinn der Antrieb ist und die Befriedigung durch das unantastbare Überlegensein.

Am 02. Juli 2020 um 10:45 von Nachfragerin

Zitat: Den Kindern würde es am meisten helfen, wenn Pädophile mit ihrer Neigung umzugehen wissen und gar nicht erst zum Täter werden.

Die allerwenigsten Täter sind pädophil ( wohl irgendwo unter 10%] .

Die allermeisten Pädophile werden nicht zu Tätern.

Höhere Strafen allein genügen nicht?

Strafe allein genügt nicht! Das gilt im Übrigen für alle Verhaltensweisen, die gesellschaftlich unerwünscht sind. Entscheidend ist der Grad der gesellschaftlichen Ächtung einer Handlung, um eine signifikante Reduzierung strafbarer Handlungen zu erreichen. Diese ist vom Schutzbedürfnis der Bevölkerung abhängig.
Selbstverständlich ist die Einstufung einer Handlung zu einem Verbrechen ein bedeutender Schritt zur Reduzierung strafbarer Handlungen. So hat z. B. die Verschärfung des Strafmaßes zum Wohnungseinbruchsdiebstahls (Verbrechen) dazu geführt, dass dieses Delikt in der Kriminalitätsstatistik seitdem abnimmt. Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung, dass nachhaltige psychische Schäden bei den Opfern verbleiben, hat hier zum Erfolg beigetragen. Beim Themenkreis Kindesmissbrauch wird es ähnlich erfolgversprechend sein: einerseits die Handlungen als Verbrechen einzustufen und
darüber aufzuklären, dass der Missbrauch von Kindern schwere psychische Schäden bei den Opfern hinterlässt.

@DeHahn - Kontrollen müssen her, keine höheren Strafen!

10:52 von DeHahn:
"Bloß keine Strafe, das nützt nix?"

Sie haben den Zusammenhang falsch verstanden. Kriminalität lässt sich nicht mit einer Erhöhung der Strafen bekämpfen, sondern nur mit einer Erhöhung der Kontrollen. (Aber nur das erste kostet keinen einzigen Cent und klingt trotzdem nach Erfolg.)

"Der Missbraucher aus Münster war 2x wegen Besitzes und Verbreitung von Kinderpronographie verurteilt und durfte trotzdem Kontakt zu seinem Missbrauchsopfer haben. etc."
> Lag das am Strafmaß oder am Versagen der Behörden?

Strafverschärfung?

Davon werden Triebtäter nicht abgeschreckt.

In fast ast alle Fälle von Missbrauch und Kindestötungen waren die Personen schon beim Jugendamt, Gericht oder Polizei auffällig .

Und sehr oft wegen zu hoher Hürden beim Datenschutz oder durch zu milde Richter und Gutachter nicht belangt worden oder sehr früh wieder in Freiheit gekommen.

Jetzt brauchen wir eien offensive für mehr Personal und Rechte bei den Sicherheitsbehörden, und wenn Justiz, Anwählte, Ärtze und Gutacher eine persönliche verantwortung für Ihre Entscheidungen auch gegenüber neuen Opfer auferleget wird.

@Nachfragerin

"
Am 02. Juli 2020 um 10:20 von Nachfragerin
Es gibt auch Missbrauch ohne Gewalt!

"Das gleiche gilt für den Begriff des 'sexuellen Missbrauchs'. Es ist gut, den jetzt in 'sexualisierte Gewalt' zu ändern."

Das ist überhaupt nicht gut. Denn wenn ein Erwachsener die fehlende Reife eines Kindes ausnutzt, um es zu sexuellen Handlungen zu ermutigen, dann ist das keine Gewalt, aber trotzdem Missbrauch."

Doch, es ist gut den Begriff zu ändern. Denn "Mißbrauch" ist grammatisch korrekt das Gegenteil von "Gebrauch". Das Kinder nicht "gebraucht" werden dürfen, denke ich mal, werden sie wohl einsehen.

Die fehlende Reife von Kindern auszunutzen, um es zu sexuellen Handlungen zu ermutigen, ist ebenso Gewalt. Neben körperlicher gibt es nämlich auch psychische Gewalt.

um 10:38 von wosu0106

"Höhere Strafen sind auch Zeichen
... dafür, dass Deutschland solche Verbrechen nicht kleinspielt..."

Danke für die wohltuend ruhige, aber sehr klare und umsichtige Beschreibung dessen, was wem gerecht werden würde.

Man denkt nur an Fall Edathy

Der Politiker wurde vorgewarnt, keine Strafe bekommen. Und dann noch gemeint, dass er nichts verbotenes getan hat. Solche Fälle führen dazu, dass die Täter sicher und geschützt in Deutschland sich fühlen. Was spricht dagegen Video-Überwachung in der nähe von Schulen zu installieren? Oder auf den Spielplätzen? Aber nein, Datenschutz! Deutschland schützt Täter und nicht die Opfer!

@falsa demonstratio

"Neu
Am 02. Juli 2020 um 11:03 von falsa demonstratio
Am 02. Juli 2020 um 10:45 von Nachfragerin

Zitat: Den Kindern würde es am meisten helfen, wenn Pädophile mit ihrer Neigung umzugehen wissen und gar nicht erst zum Täter werden.

Die allerwenigsten Täter sind pädophil ( wohl irgendwo unter 10%] .

Die allermeisten Pädophile werden nicht zu Tätern."

Nein, diese Quote stimmt nicht, gut die Hälfte aller Menschen, die Kinder sexuell mißhandeln, sind pädophil. Quelle:
"https://www.zeit.de/digital/internet/2020-07/kindesmissbrauch-bergisch-gladbach-kinderpornografie-kinderrechte-online"

Wer Zugang hat ...

Wer Zugang zu diesem Forum hat, der hat auch Zugang zu wikipedia und kann genau nachlesen, was Pädophilie ist und wie sie sich von "Sexuellem Missbrauch von Kindern" unterscheidet.

Über Sachfragen zu diskutieren ist unsinnig.

Strafe <-> Aufklärung

Rüdiger schreibt hier genau das, was ich schon gestern erwähnt hatte:
Das Strafmaß spielt bei den Überlegungen von Kriminellen zwar eine Rolle, aber der erste Gedanke (bewusst oder unterbewusst) ist immer: "Werde ich unentdeckt mit meiner Tat durchkommen?"

Aber das Strafmaß zu erhöhen, ist eben fast kostenlos, während die Aufklärungsrate nur mit milliardenschweren Investitionen gesteigert werden kann.
_

@10:53 von Peter G.

"Wenn sie Probleme mit Pornofilm haben, ist das ja okay."

Sie sollten einfach versuchen, mir weniger anzudichten. Weder bei meinem Beruf, noch bei der Absicht meines Postes.

Natürlich habe ich auch schon Porno "genossen" und es läge mir fern, jeden Fan von Pornographie latente Pädophile Neigungen zu unterstellen.

Aber in einer Zeit des ubiquitären Angebots mag es den einen oder anderen geben, der bei der Durchforstung des Internets nach "etwas Neuem" auf Kinderpornographie stößt. Und da werden sich vermutlich viele angeekelt abwenden, andere entdecken ihr Interesse dafür. Und das war eben früher nicht so leicht möglich. Es erforderte schon sehr gezielte Recherche und man kann schließlich nicht einfach im Bekanntenkreis herumfragen.

Also einfach nicht sofort angesprochen fühlen.

@Nachfragerin

"
Am 02. Juli 2020 um 10:45 von Nachfragerin
Prävention > Strafverfolgung > Strafmaß

Im Artikel wird bereits deutlich gemacht, dass dass Strafmaß kaum eine Rolle spielt, wenn die Chance auf eine Bestrafung gering bleibt. Was leider völlig vergessen wurde, ist die Prävention.

Den Kindern würde es am meisten helfen, wenn Pädophile mit ihrer Neigung umzugehen wissen und gar nicht erst zum Täter werden. Entsprechende Verhaltenstherapien gibt es bereits, aber der Zulauf wird gering bleiben, solange potentielle Teilnehmer Gefahr laufen, öffentlich kriminalisiert oder stigmatisiert zu werden.
[...]

*) Eine sexuelle Neigung ist angeboren. Sie ist im Kopf und lässt sich nicht entfernen. Eine sexuelle Neigung ist keine sexuelle Handlung!"

Volle Zustimmung, meinen Respekt. Ich möchte aber noch ergänzen, Kinder müssen über Aufklärungsprogramme wie "Mein Körper gehört mir" stark gemacht werden, damit sie nicht zu potentiellen Opfern werden.

10:53 von Peter G. @ 10:30 von dr.bashir

das nun Sie, Peter G., angesichts ihrer vorherigen empathischen Kommentare, welche richtigerweise besonders das Leid der Opfer in den Focus stellen, ausgerechnet Pornographie verteidigen - sei es auch im Zusammenhang mit "normalen Erwachsenen" irritiert nun schon ... ich bin da ganz bei dr.bashir - ich lese in dem Kommentar eine Warnung, was passieren kann, wenn ""normale" Pornos nicht mehr reichen" ...

um 11:04 von Nachfragerin

@DeHahn - Kontrollen müssen her, keine höheren Strafen!
10:52 von DeHahn:

["Bloß keine Strafe, das nützt nix?"]

"Sie haben den Zusammenhang falsch verstanden. Kriminalität lässt sich nicht mit einer Erhöhung der Strafen bekämpfen, sondern nur mit einer Erhöhung der Kontrollen. (Aber nur das erste kostet keinen einzigen Cent und klingt trotzdem nach Erfolg.)"...

Richtig. Das hat der Herr Rüdiger im Interview zu Beginn schon gesagt mit signifikanter Erhöhung der "Strafverfogungswahrscheinlichkeit".

Die Qualität der Strafe ist natürlich auch bedeutsam, um die Schwere und den Schaden des Verbrechens glaubwürdig zu gewichten für eine entsprechend viel glaubwürdigere Ächtung. Aber viel wichtiger ist der Druck auf jede(n) Einzelne(n), der/die sich bislang und besonders im Internet sehr sicher und als Teil einer Community sehen durfte.

Am 02. Juli 2020 um 11:14 von Anderes1961

Zitat: Nein, diese Quote stimmt nicht, gut die Hälfte aller Menschen, die Kinder sexuell mißhandeln, sind pädophil.

Zugegeben: Ich habe mich auf Wikipedia (m.w.N.) verlassen.

Wenn es in der Zeit anders steht, muss es ja stimmen.

Es ist natürlich sehr beruhigend, zu wissen, dass nur die Hälfte der Täter und nicht mehr als 90% der Täter "Menschen wie Du und ich" sind.

Patentrezept gibt es nicht

Ein Patentrezept zum Schutz von Kindern gibt es leider nicht. Strafverschärfung kann man machen, als Symbolpolitik um zu zeigen, das Thema ist uns nicht egal. Bringt aber letztlich nichts, denn den Tätern ist es egal. Sie gehen davon aus, nicht erwischt zu werden.

Vorratsdatenspeicherung bringt null. Denn wenn Bilder und Videos im Netz landen, ist die sexuelle Gewalt bereits geschehen.

Was hilf also? Ich habe mal ein paar Punkte gesammelt von Berichten, die sich sachlich mit dem emotionalen Thema auseinandersetzen.

- Als allerwichtigstes: Den Kindern glauben, sie ernst nehmen, wenn sie sich erklären.
- Achtsamkeit im Umfeld: Die Täter sind größtenteils nicht Fremde, sondern Personen aus dem familiären Umfeld oder Bekanntenkreis. Hier hilft Achtsamkeit. Beispielsweise, wenn sich ein Verwandter/Bekannter unerklärlicherweise plötzlich für Beruhigungsmittel oder ähnliches interessiert, die werden eingesetzt, um Kinder gefügig zu machen.
für mehr Punkte reicht leider der Platz nicht.

um 11:24 von Frau Schmitt

Nein.

Bei manchen Dingen kann es beide Richtungen geben:
1) Man steht auf eklige Dinge und sucht sich entsprechende Pornos;
2) Man stolpert über einen Ekel-Porno und findet es plötzlich interessant.

Diese zwei Richtungen gibt es bei Kinderpornographie nicht. Da ist es immer Richtung 1).

Gefährliche Vermischung von Begriffen

TS: "Im Kampf gegen Kinderpornografie sollen härtere Strafen kommen. Das alleine schreckt niemanden ab, sagt Kriminologe Rüdiger. Was hilft und welches Bundesland ein Vorbild ist, erklärt er im tagesschau.de-Interview."

tagesschau.de: "Justizministerin Christine Lambrecht hat ein Reformpaket vorgelegt, in dem sie die Strafen für sexualisierte Gewalt an Kindern verschärfen will. Bringt das in der Praxis etwas?"

Ja was will sie denn nun?

Strafen für Kinderpornographie erhöhen? Das sind Fotos von Kindern in sexuellen Posen, wie sie sich unsere Teens in der Schule zu hunderttausenden untereinander als Selfies schicken, wenn sie anfangen, ihren Körper zu erkunden.

Oder Strafen für sexualisierte Gewalt an Kindern erhöhen? Das ist Gewalt an Kindern mit sexuellem Bezug.

Wieso werden hier diese zwei Begriffe so offensichtlich vermischt? Das ist ebenso gefährlich wie populistisch. Sollen hier für Trivialvergehen drakonische Strafen eingeführt werden?

@Dr. Bashir

"...Pornographie latente Pädophile Neigungen zu unterstellen.

Aber in einer Zeit des ubiquitären Angebots mag es den einen oder anderen geben, der bei der Durchforstung des Internets nach "etwas Neuem" auf Kinderpornographie stößt. Und da werden sich vermutlich viele angeekelt abwenden, andere entdecken ihr Interesse dafür. Und das war eben früher nicht so leicht möglich. Es erforderte schon sehr gezielte Recherche und man kann schließlich nicht einfach im Bekanntenkreis herumfragen.

Also einfach nicht sofort angesprochen fühlen."

Falsch, es ist genau umgekehrt. Früher war es viel leichter, Kinderpornographie zu finden, auch zufällig. Es genügte einfache Eingabe in eine Suchmaschine. Heute betreiben die Täter sehr viel Aufwand, um nicht entdeckt zu werden: das fängt bei speziellen Betriebssystemen, die sich vom USB Stick starten lassen ohne Spuren zu hinterlassen an, über verschleierte und verschlüsselte Netzwerke (Tor u.ä.), geschlossene Chatgruppen u.v.m.

Höhere Strafen müssen her

Höhre Strafen schrecken den ein oder anderen ab, da ihm die Konsequenzen bewusst sind. Von daher hat es eine abschreckende Art, wenn klar ist, wie effizient die Behörden das aufdecken. Und geht es überhaupt darum, Straftaten zu verhindern? Für eine zerstörte Kinderseele, sollte sich das Srafmaß ganz klar danach richten, wie Jung das Opfer ist und dass es viel Zeit bekommt, die Geschehenisse in Ruhe zu verarbeiten, daher sollte jeder Kinderseelen-Töter (nichts anderes ist das), solange ins Gefägnis, bis das Opfer das 30. Lebensjahr erreicht hat - die Chance, dass sich Opfer und Täter wiedersehen ist hoch, außer einer von beiden verlässt den Ort. Und man muss alles daran setzen, dass diese Individuen keiner weiteren Kinderseele Leid antun <- das ist mindestens genauso wichtig und so lassen sich weitere Straftaten durch die gleiche Person verhindern. Es gibt keine KinderPORNOS (!) Ich habe dafür noch kein Begriff, aber hört endlich auf sowas als "Kinderporno" zu bezeichnen.

@ Tagesschau

Könnten Journalisten der ARD mal in Erfahrung bringen, ob die allgegenwärtige soziale Überwachung in China dazu beigetragen hat, dass dort dieAnzal der sexualisierten Gewalttaten an Kindern zurückgegangen ist und das mehr Täter überführt wurden?
Denn eine Aufstockung des Personals bei Polizei und Justiz ist bisher von keiner Landesregierung beabsichtigt.
Das bischen an Polizeipersonal, das seit kurzem zusätzlich eingestellt wird, wird kaum in der Lage sein auch nur die „normale“ Kriminalität zu bearbeiten.
Und im Bereich der Justiz habe ich bisher nicht davon gehört, dass überhaupt mehr Personal eingestellt werden soll.
Eine bessere soziale Überwachung, wie zB in China, wäre nicht nur im Bereich der Sexualstraftaten gegen Kinder hilfreich, sondern sogar in allen Bereichen der Kriminalität.
Die Digitalisierung der Behörden steht ja wohl sowieso an vorderster Stelle. Dann kann man es auch gleich richtig machen.
Auch zum Schutze unserer Kinder.

Was

die notwendige Härte der Strafverfolgung von sexueller Gewalt an Kindern angeht, kann es keine zwei Meinungen geben.
Dazu gehören selbstverständlich nicht nur adäquate Vorgaben der Legislative und konsequente Arbeit der Exekutive, sondern auch Gerichte, die vom sonst oft üblichen Kuschelkurs abweichen und sich nicht davor scheuen, auch schon mal die Höchststrafe auszusprechen.

02. Juli 2020 um 11:24 von Frau Schmitt

@Peter G. @ 10:30 von dr.bashir

"das nun Sie, Peter G., angesichts ihrer vorherigen empathischen Kommentare, welche richtigerweise besonders das Leid der Opfer in den Focus stellen, ausgerechnet Pornographie verteidigen - sei es auch im Zusammenhang mit "normalen Erwachsenen" irritiert nun schon..."

Vielleicht irritiert es nicht mehr so stark, wenn man das Wort

"Kinder - Pornographie"

aus der Selbstverständlichkeit holt und Blickwinkel sieht. Da sieht man schnell, daß die Freiwilligkeit, welche das Geschäft normalerweise ausmacht, hier ganz ohne Frage Kindern unterstellt wird. Als würde das auch nur EIN Kind wollen. Daß dieses Wort unbeanstandet durch alle infrage kommenden gesellschaftlichen Apparate bis in die Köpfe der Einzelnen funktioniert, ist die eigentliche Schande und zeigt, wie weitverzweigt die (unbewußte) Komplizenschaft oder die Wertung sexueller Gewalt an Kindern als "Vergehen" in der Gesellschaft verankert ist.

Aufklärung

Ein ganz wichtiger Punkt zum Schutz der Kinder ist die sexuelle Aufklärung, so früh wie möglich und altersgerecht. Leider gibt es immer noch Eltern, die sich damit schwer tun - Sexualität ist bäh - keine gute Grundlage zum Schutz der Kinder.

Desweiteren Programme, wie das von mir bereits erwähnte "Mein Körper gehört mir". Kinder, die dadurch gestärkt werden, sind auch gut geschützt - so gut es halt geht. Denn Täter - insbesondere im familiären Umfeld - gehen den Weg des geringsten Widerstandes. Ein Kind, daß es versteht sich verbal zu wehren, wird als potentielles Opfer uninteressant - ja sogar gefährlich für die Täter. Meiner Ansicht nach schützt das am besten.

Wir sollten auch aufhören, Erwachsene, die auf mögliche sexuelle Gewalt aufmerksam machen, zu verteufeln. Sei es in der Familie oder im Verein. Natürlich gibt es auch Falschbeschuldigungen. Trotzdem sollte man solche Hinweise äußerst ernst nehmen. Vor allem auch die Jugendämter - hier liegt noch vieles im Argen.

Schreckt nicht ab, aber Strafe muss sein!

Auch wenn eine Straferhöhung nicht zu mehr Abschreckung führt, ist eine Straferhöhung und eine Einstufung von diversen Sexualstraftaten als Verbrechenstatbestand längst überfällig! Denn ein Strafmaß wird nicht allein zum Zweck der Abschreckung festgelegt, sondern auch dazu um den Täter zu bestrafen, ein gewisses Maß an Gerechtigkeit herzustellen (in diesem Zusammenhang schwierig, aber trotzdem nötig) und nebenbei die Gesellschaft vor Straftätern zu schützen, indem diese eingesperrt und an der erneuten Begehung von Straftaten in diesem Zeitraum gehindert werden. Daher sollte Sexualstraftätern auch keinen unbegleiteten Ausgang aus Justizvollzugsanstalten gewährt werden (manche würde es überraschen, wieviele Sexualstraftäter unbegleitet tagsüber in "Freiheit" sind, obwohl sie eigentlich noch ihre Haftstrafe abbüßen (sollten)).
Es ist kaum erklärlich, dass diverse Sexualstraftaten bislang keine Verbrechen sind, denn die Opfer werden durch die Taten ihr Leben lang geschädigt.

Am 02. Juli 2020 um 11:47 von Dana

Zitat: Wieso werden hier diese zwei Begriffe so offensichtlich vermischt? Das ist ebenso gefährlich wie populistisch. Sollen hier für Trivialvergehen drakonische Strafen eingeführt werden?

Natürlich ist der Vorstoß der Bundesjustizministerin, die bis vor Kurzem noch eine andere Meinung hatte, in erster Linie populistisch. Die Legal Tribune online titelte gestern: < Eckpunkte zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder ---- Straf­rechtler kri­ti­sieren "Sym­bol­po­litik" >

Trotzdem ist natürlich einiges bedenkenswert.

Ich hoffe, dass nichts mit heißer Nadel gestrickt wird, sondern dass ein ordentliches Gesetzgebungsverfahren durchgeführt wird in dem auch Experten (dazu zähle ich auch Betroffene und ihre Verbände) zu Worte kommen. Da kann man dann Für und Wider in Ruhe abwägen.

Gesetzesänderungen muss man immer im Gesamtkontext sehen. Ändert man an der einen Stelle etwas, kann anderswo etwas (unbeabsichtigt) ins Rutschen kommen.

Falsche "Prioritäten"

"tagesschau.de: Wie erhöht man die Strafwahrscheinlichkeit?
Rüdiger: Das schafft man nur durch mehr Personal"

Das ist natürlich richtig, wie schon anhand dieses Beispiels jedem einleuchten dürfte: „Eine Strafverschärfung alleine bringt in der Regel wenig. Wenn man nicht auch gleichzeitig die Strafverfolgungswahrscheinlichkeit erhöht. Jeder ist schon mal über eine rote Ampel gegangen, weil die Wahrscheinlichkeit, dass das geahndet wird, doch sehr gering ist. Man bleibt aber eher stehen, wenn man die Polizei sieht und Angst vor einer Strafe hat“.

Mehr „Kontrolle“ ist letztlich aber auch nur „Symptombekämpfung“. Ursachenbekämpfung wäre, die gesellschaftlichen und (wirtschafts-)politischen „Fehlanreize“, die überhaupt zu dieser „Straffälligkeit“ (ver-)führen aus dem Weg zu räumen. Dazu bedürfte es allerdings einer offenen - also nicht auf Kreise der "Politik" beschränkten - gesellschaftlichen Diskussion darüber, welcher Art diese Fehlanreize sind, die solchen Verbrechen den Weg bereiten.

@falsa demonstratio

"
Am 02. Juli 2020 um 11:33 von falsa demonstratio
Am 02. Juli 2020 um 11:14 von Anderes1961

Zitat: Nein, diese Quote stimmt nicht, gut die Hälfte aller Menschen, die Kinder sexuell mißhandeln, sind pädophil.

Zugegeben: Ich habe mich auf Wikipedia (m.w.N.) verlassen.

Wenn es in der Zeit anders steht, muss es ja stimmen.

Es ist natürlich sehr beruhigend, zu wissen, dass nur die Hälfte der Täter und nicht mehr als 90% der Täter "Menschen wie Du und ich" sind."

Ein psychologischer Effekt, der oft zu beobachten ist: "Der/die Täter/in muß doch irre sein". Nein, sind sie nicht. Jeder kann zum Täter werden. Im Gegenteil, "Irre" sind sehr selten Täter, egal bei welchem Verbrechen.

ca. 50 Prozent der Täter sind zwar pädophil, aber nur wenige der Pädophil veranlagten werden tatsächlich zum Täter. Ist kein Widerspruch. Hier könnte Ihre Quote von 10 Prozent tatsächlich stimmen, da bin ich gerade aber überfragt.

@ 11:56 von Anderes1961

„ Falsch, es ist genau umgekehrt. Früher war es viel leichter, Kinderpornographie zu finden, auch zufällig.“

Unsere Definitionen von „früher“ sind unterschiedlich. Ich meine die Zeit, als es noch keine Suchmaschinen gab und sich viel mehr Menschen den FKK-Katalog bestellt haben, als jemals einen FKK-Urlaub machen wollten.

Von @und-nachts-da-ruft um 10:18

Vollkommen richtig! Das Sexualstrafrecht ist in etlichen Paragrafen völlig verquer und maßgeblich den einflussreichen Religionen geschuldet.

Es geht hierbei weniger um den wichtigen Schutz der Kinder und Jugendliche, sondern vielmehr darum, die heranwachsenden Menschen so lange wie möglich von der freudvollen und genussvollen Sexualität fernzuhalten. DAS ist das eigentliche Problem der Gewaltspirale. Die (gewaltfreie) und einvernehmliche Sexualität ist weit mehr als nur der eigentliche Fortpflanzungsakt des Menschen. Es ist vielmehr ein sehr wichtiges Werkzeug der Natur den Menschen als "Herdentier" frühzeitig zu sozialisieren. Ich prophezeie jetzt schon einmal, dass die körperliche Gewalt im Allgemeinen - auch auf Grund dieser wieder erstarkten Prüderie - in Zukunft wieder stark zunehmen wird. Willkommen zurück im düsteren Mittelalter.

Wer ausschließlich nach Gefängnisstrafen schreit, hat keine Lösungen parat, für eine gewaltfreie Grundordnung.

Am 02. Juli 2020 um 12:20 von Moos P

Zitat: Es ist kaum erklärlich, dass diverse Sexualstraftaten bislang keine Verbrechen sind, denn die Opfer werden durch die Taten ihr Leben lang geschädigt.

Ich bin überzeugt davon, dass viele hier bis vor kurzem nicht einmal wussten, dass es überhaupt einen Unterschied zwischen Vergehen und Verbrechen gibt und dass viele hier bis heute noch nicht wissen, was die eigentlichen Unterschiede sind.

@ Dr. Bashir ist Arzt bei Deep Space Nine

Star Trek!
Das ist übrigens eine hohe Auszeichnung und der Typ hat ein IQ von 300 aber wenn sie sich deswegen angegriffen fühlen.
Also mein lieber Stationsarzt sie tun es wieder sie schieben Kinderpornos, die Sadistenfilme sind, in eine ähnliche Kategorie wie blue movies wie die früher hießen. Sex zwischen Erwachsenen.
Und ich fühle mich nicht persönlich angegriffen ich habe auf rechtsstaatlicher Basis eine realistische Einschätzung was Sie wieder in einen Topf werfen.
Achso zu gleichen Scherzen sind sie ja nicht gewillt ich ziehe den Stationsarzt zurück ich hoffe Sie sind aber real promoviert.

@melancholeriker - Gewalt ist ein Zwangmittel

11:00 von melancholeriker:
"Da wo bei Ihnen Gewalt beginnt, ist beim Gesetzgeber aber früher Schluß mit 'kann ja nicht so schlimm sein'."
> Wenn ein Erwachsener ein Kind ermutigt (oder auch nicht daran hindert), sexuelle Handlungen vorzunehmen, dann ist das keine Gewalt, da keine Form von Zwang und Beschränkung der Willensfreiheit des Kindes vorliegt. Aber es ist Missbrauch.

"Der Begriff 'sexualisierte Gewalt' trennt bewußt Gewalt von Sexualität [...]"
> Absolut nicht. Der Begriff verknüpft die Gewalt gegen Kinder mit dessen sexuellen Antrieb. Die bloße Machtausübung gegenüber Kindern (z.B. durch Schläge oder psychischen Druck) ist auch Gewalt, hat aber nichts mit sexuellen Präferenzen zu tun.

Wir denken immer das sich

Wir denken immer das sich Ersttäter resozialisieren und geben ihnen die Chance durch mildere Strafen. Aber Abschreckung für die Täter ist es nicht. Das sehen wir nicht nur bei Kinderpornografie, wir sehen es bei vielen Eigentumsdelikten und ferner auch in der Rechtssprechung gegenüber des Rauschgifthandels bezüglich der Kleinstdealerei. Vielleicht muss man diesen Täter seine Bürgerrechte für die Zeit der Haft entziehen und die Täter mit Bild und Wort in den Medien einstellen.

Falls höhere Strafen nichts bringen, wieso haben wir

... die überhaupt? Wieso sind die Strafen z.B. für die Steuerhinterzihung so hoch? Und der Sexualtäter bekommen mehrmals auf Bewährung... Mann könnte auch sagen, dass bei der Steuerhinterzihung setzten wir auf Prävention und Aufklärung. ;-)
Wie will man die Kinder aufklären, wenn manche Opfer 1-3 Jahre alt sind? Da brauchen wir Hilfe von künstlicher Intelligenz. Man kann keinen Gedschein kopieren, da ist der Gerät schlau ganug um das zu erkennen und zu verhindern. Warum kann Internet-Provider nicht erkennen was sind das für Foren und Gruppen, und ob es sich bei Fotos und Video um Kindermissbrauch handelt. Mann kann z.B. bei Instagram kein Video mit geschützen Musik hochladen. Aber Schreckliche Kindermissbrauch Video schon... Das kann ich nicht verstehen.

@  um 12:02 von melancholeriker

Richtig, zum Begriff K.Pornos.
Ich denke die meisten dieser Täter, stimuliert das sogar denn das sind sogenannte Etiketten Menschen. Identifizieren sich mit allem möglichen als komplette Persönlichkeit. Sind nomen est omen Radikale.
Das ist schon Teil des Mechanismus der Nazi Hetzer wie Streicher vom Stürmer gewesen.
Worte, denken, handeln...

Kindswohl

Bei allem Verständnis für die Emotionen, die dieses Thema bei so vielen Kommentatoren (auch bei mir) auslöst, möchte ich doch mal etwas einwerfen. Es geht vorrangig um das Kindswohl, also den Schutz der Kinder vor sexuellen Übergriffen und Gewalt ebenso wie den Schutz vor Vernachlässigung und Lieblosigkeit. Ich bin z.B. mal mitten im Wald einem Mann begegnet, der mit einem kleinen Jungen spielte und dabei recht zärtlich mit ihm umging. Sein Vater? Normale elterliche Fürsorge? Dem Augenschein nach für mich nicht eindeutig zu entscheiden. Sexuelle Handlungen waren nicht zu erkennen. Hätte ich die Polizei rufen oder eingreifen sollen? Hat mich damals ziemlich beschäftigt. Aber vielleicht lag das Problem ja auch bei mir. Ich will da definitiv nichts verharmlosen, aber alle berechtigte Aufregung zu diesem Thema darf doch auch nicht dazu führen, dass sich Eltern nun nicht mehr trauen liebevoll mit ihren Kindern umzugehen, weil sie fürchten müssen, dass das missverstanden werden könnte.

@11:47 von Dana

Strafen für Kinderpornographie erhöhen? Das sind Fotos von Kindern in sexuellen Posen, wie sie sich unsere Teens in der Schule zu hunderttausenden untereinander als Selfies schicken...

Ist das so? Falls das wirklich heutzutage Usus sein sollte, dass Kinder Nacktfotos von sich selbst an Freunde schicken, dann ist das nicht das, was die Polizei verfolgt. Schließlich bekommen das erstmal nur Sender und Empfänger mit. Eventuell die Eltern, wenn sie es sich nicht verkneifen können, das Handy des Nachwuchses zu durchsuchen.

Die Polizei durchsucht das Netz nach Seiten, die tausende von Bildern von Kindern enthalten (also sicherlich keine Selfies) und die die Kinder auch nicht freiwillig haben machen lassen. Und Nacktbilder sind wohl noch das Harmloseste, was da zu finden ist, wenn man den Berichten über die Ermittler im TV verfolgt hat.

Also bitte nicht "Kinderpornographie" als normalen Entwicklungsschritt der heutigen Jugend verkaufen und banalisieren.

AN wen wir auch denken sollten

sind die zuständigen Ermittlungsbeamten.
Meiner Meinung nach sind auch sie Opfer dieser durch und durch kranken Menschen.

Denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das Sichten von Beweisen (und leider wissen wir alle wie diese aussehen) geht sicher nicht spurlos an deren Seele vorbei.

Außerdem empfinde ich es als Armutszeugnis für unseren Staat, dass ein so unglaublich wichtiger Verein wie der weiße Ring nötig ist... der Opferschutz ist bei uns wirklich sehr dünn.
Hilfe bei der Suche nach Therapie zur Bewältigung? Nur bei sehr engagierten Richtern, es ist kein Automatismus.

Menschen die des Kindesmissbrauchs im großen Stil für schuldig befunden wurden, sollten automatisch in Sicherheitsverwahrung kommen, nach verbüßen ihrer Strafe.
Solange bis mindestens 3 Fachärzte eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt haben.

Ein verstoß gegen die Menschenrechte des Täters? auf jeden Fall!
Ein zu hoher Preis für den Schutz der Seelen seiner potentiellen Opfer?
finde ich nicht.

re: Moos P um 12:20

Zitat: „Schreckt nicht ab, aber Strafe muss sein“!
-
Präziser ist zu sagen:
Schreckt nicht ab, aber der Schutz der Bevölkerung, hier die Kinder, muss sein!

@falsa demonstratio - Mehr Offenheit ist nötig.

11:03 von falsa demonstratio:
"Die allerwenigsten Täter sind pädophil ( wohl irgendwo unter 10%] . Die allermeisten Pädophile werden nicht zu Tätern."

Davon gehe ich auch aus. (Heterosexuelle Männer werden ja auch nicht automatisch zu Vergewaltigern, weil sie auf Frauen stehen.)

Pädophilie ist aber nach wie vor ein Tabuthema, was die Betroffenen davon abhält, öffentlich zu ihrer Neigung zu stehen. Damit steht nur die Selbstkontrolle des Pädophilen zwischen ihm und dem Kind. Bei einem offenen Umgang wäre es leichter, gefährliche Situationen zu vermeiden.

@dr.bashir

"
Am 02. Juli 2020 um 12:46 von dr.bashir
@ 11:56 von Anderes1961

„ Falsch, es ist genau umgekehrt. Früher war es viel leichter, Kinderpornographie zu finden, auch zufällig.“

Unsere Definitionen von „früher“ sind unterschiedlich. Ich meine die Zeit, als es noch keine Suchmaschinen gab und sich viel mehr Menschen den FKK-Katalog bestellt haben, als jemals einen FKK-Urlaub machen wollten."

Ich hatte sowas zwar schon geahnt, war mir aber nicht sicher. Ja, wenn Sie das so meinten, haben Sie natürlich Recht. Da habe ich Sie in der Tat mißverstanden. Mein "früher" bezog sich auf die Frühzeiten des Internets, als man noch tatsächlich - unabhängig vom Suchbegriff - zufällig über solch häßliche Bilder stolpern konnte.

Ihr "früher" war sogar teilweise ziemlich ekelhaft. Da lagen nämlich einschlägige Zeitschriften ganz offen im Regal beim Kioskhändler nebenan und wurden regulär verkauft.

@  12:52 von Nachfragerin

Mein "Vater" hat sich an meinem Leid sexuell erregt.
Wieso dem eindeutig so ist, kann ich hier nicht näher schildern. Und es war auch keine Gewalt, die irgendwo selbst bei Stallone und Statham Filmen noch als Schläge zu bezeichnen wären.
Auch in der Psychologie stimmt vieles gewaltig nicht.
Es gibt körperliche Misshandlung und verbale Misshandlungen.
Die Gruppierung körperliche Misshandlung und seelische Misshandlung ist schon eine narzisstische Überhöhung.
Ferner habe ich zusätzlich zur schweren körperlichen Gewalt verbale Gewalt inklusive Todesdrohung erlebt.
Gehen Sie davon aus dass das bei fast allen Tätern die körperliche Gewalt anwenden der Fall ist.
Mit dann noch viel grausameren Wirkungen, als dieselbe seelische Gewalt, Entschuldigung verbale Gewalt, ohne Schläge.

@ 11:24 von Frau Schmitt

Auch sie unterstellen Erwachsenen p***** und die K p***** in eine ähnliche Kategorie gehören.
Wenn Sexfilme unter Erwachsenen nicht mehr "reichen", dann hat man Gelüste Sadismus zuzugucken??
Sagen Sie mal...

@Jim456

>>Wie bei Mord, soll bei solchen Vergehen KEINE! Verjährungsfrist mehr gelten! <<

Wie Recht sie haben.

Entweder das, oder die Verjährung darf erst einsetzen, nachdem die aktive Verschleierung durch dritte durchbrochen wurde.

Sie können sich vorstellen welche Organisation ich da besonders vor Augen habe...

Ich finde ihr Gleichnis mit Mord auch recht passend, in meinen Augen ist die Vergewaltigung eines Kindes mit dem Mord an seiner Selle und einen Großteil seiner Sozialkompetenzen gleichzusetzen.
Denn nur ein Bruchteil der Opfer erholt sich jemals wirklich.

Alle Provider in die Pflicht nehmen

Es gibt bei den Polizeibehörden längst Programme, die tausende Fotos ultraschnell und treffsicher nach sogenannten Kinderpornografischen Inhalten Filtert und schnell findet.
.
Zu viel verlangt, das alle Provider einen solchen Filter aktiv einsetzen? Schon wäre der Tausch größtenteils unterbunden. Wo ist das Problem?

Schutz und Bestrafung

In erster Linie muss man natürlich die Täter finden! Also ist eine verbesserte Personalausbildung und Aufstockung der Jugendschutzämter dringend notwendig. Auch müssen die Eltern sensibler werden. Überführte Täter sind schlimme Verbrecher und müssen so auch behandelt werden! In meiner Familie wird es mit 100% iger Sicherheit niemals ein Vergehen an unseren Kindern geben. Warum, weil sich meine Frau entschieden hat unser höchstes Gut, nämlich unsere Kinder zu betreuen! Sie arbeitet im Haus und in der Erziehung unserer Kinder! Unsere Kinder und ich finden meine Frau bzw. Mama großartig. Wir vermissen nichts! Auf Anerkennung und Quotenregelung durch die Politik sind wir nicht angewiesen, denn wir achten und lieben uns und nichts, rein garnicht steht über unser Leben! Ich glaube, dass die Familienpolitik heute total falsch läuft!

@  13:03 von Monty_Burns

Dem stimme ich durchaus zu allerdings geht es mir persönlich hier um Dinge die Lichtjahre von dem entfernt sind was sie schildern.

Verdrehte Welt

"Ich weiß nicht mein lieber Stationsarzt, wie man dazu kommt normale Erwachsenen Pornos, die ich schon mit meiner Freundin gesehen habe, als Einstiegsdroge oder eine ähnliche Kategorie wie das Vergewaltigen von Kindern zu sehen.
Wenn sie Probleme mit Pornofilm haben, ..." @Peter G.
.
Früher musste man sich schämen, wenn man sich Pornos ansah. Heute gilt man als "komisch", wenn man die nicht mag. Ja, schon klar, was wäre moderner Sex ohne Porno, nicht wahr? Es gibt ja so viele Dinge, auf die man allein nie kommen würde. Und wer will schon "langweiligen" 0815-Sex, nicht wahr? Selfie für´s Netz nicht vergessen! Something to be proud of!

@11:43 von MartinBlank @12:02 von melancholeriker

Ich gehe da weiter, vielleicht habe ich das nicht so deutlich ausgedrückt - für mich gibt es keine "normale" Pornographie - es ist körperliche Ausbeutung, ja, sexualisierte Gewalt - gewaltvolle und/oder verzerrende Darstellung - und beginnt mit Erwachsenen - hier in der Mehrheit ausgebeutete Frauen.
Ein großes Problem ist die Anerkennung von Prostitution als "Beruf" - und damit die gesellschaftliche Anerkennung von Erniedrigung und Verkauf des Körpers - ist nicht die Meinung der Mehrheit, ich weiß, und ich will keinen sogenannten "normalen Freier" in Richtung Kindesvergewaltigung rücken, doch die Grenzen sind einfach über viele Jahre zu weit aufgeweicht und sollten insgesamt viel früher gezogen werden, dann verbietet sich vieles Weitere von selbst und /oder wird deutlich erschwert, wenn ein anderer Konsens in der Gesellschaft dazu bestünde -

@Didib57

"
Am 02. Juli 2020 um 12:53 von Didib57
Wir denken immer das sich

Wir denken immer das sich Ersttäter resozialisieren und geben ihnen die Chance durch mildere Strafen. Aber Abschreckung für die Täter ist es nicht. Das sehen wir nicht nur bei Kinderpornografie, wir sehen es bei vielen Eigentumsdelikten und ferner auch in der Rechtssprechung gegenüber des Rauschgifthandels bezüglich der Kleinstdealerei. Vielleicht muss man diesen Täter seine Bürgerrechte für die Zeit der Haft entziehen und die Täter mit Bild und Wort in den Medien einstellen."

Sie verstehen offenbar den Mechanismus nicht. Höhere Strafen schrecken keinen einzigen Täter - egal welches Verbrechen - ab.
Täter gehen bei geplanten Taten immer davon aus, gut genug zu sein, um nicht erwischt zu werden. Bei Taten im Affekt ist das letzte, woran ein Täter denkt - wenn überhaupt - das Strafmaß. Es bringt rein gar nichts für den Schutz von Kindern. Es ist allenfalls eine Beruhigungspille für die Bevölkerung: Hey, wir kümmern uns.

Am 02. Juli 2020 um 12:15 von Anderes1961

Zitat: Wir sollten auch aufhören, Erwachsene, die auf mögliche sexuelle Gewalt aufmerksam machen, zu verteufeln. Sei es in der Familie oder im Verein. Natürlich gibt es auch Falschbeschuldigungen. Trotzdem sollte man solche Hinweise äußerst ernst nehmen. Vor allem auch die Jugendämter - hier liegt noch vieles im Argen.

Das ist alles schnell gesagt. Erinnern Sie sich noch an die "Wormser Prozesse", wo nach dreijähriger Prozessdauer und den Freisprüchen Familien und Menschen (Großeltern, Eltern, Kinder) zestört waren?

Leider wurde mein Zitat aus Wikipedia über "Folgen für die Betroffenen" hier gerötet. Es ist lesenswert und erschreckend.

Was ich in der Debatte vermisse

Die Zahl von bis zu 30.000 potentiell Beschuldigten verstört. Wie ist das Problem entstanden, erst mit dem Internet oder bestand es schon vorher ? Was genau ist eigentlich eine „sexuelle Pose“ ? Das es Pädophile gibt die sich Kindern (auch den eigenen) in unappetitlicher Weise nähern, ist unstrittig.

Der ehemalige SPD Politiker Edaty hatte ein dunkles Geheimnis. Durch seine exponierte Stellung im NSU Untersuchungsausschuss machte er sich angreifbar, was ihn, aufgrund gezielter Ermittlungen zu Fall brachte. Wäre er nicht im Untersuchungsausschuss gewesen, hätte sich für die paar schlüpfrigen Bilder nackter Jungs wohl niemand groß interessiert.

Edaty sagte damals etwas sehr wichtiges: „Freiheit ist das, was die anderen über dich NICHT wissen“. Und das gilt für alle Lebensbereiche. Dies ist die Antithese zu dem heutzutage oft gehörten: „wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten!“.

Klingt zuerst mal plausibel, so hatte allerdings auch die Gestapo immer argumentiert.

@Monty_Burns

"...Ich bin z.B. mal mitten im Wald einem Mann begegnet, der mit einem kleinen Jungen spielte und dabei recht zärtlich mit ihm umging. Sein Vater? Normale elterliche Fürsorge? Dem Augenschein nach für mich nicht eindeutig zu entscheiden. Sexuelle Handlungen waren nicht zu erkennen. Hätte ich die Polizei rufen oder eingreifen sollen?"

Ich will Sie nicht maßregeln, weil Sie nicht eingegriffen haben. Ihr Dilemma verstehe ich sehr gut. Aber eine Möglichkeit wäre zum Beispiel gewesen, das Kind direkt anzusprechen etwa: "Dein Papa ist aber lieb zu dir" Dann hätte erstens das Kind schon gesagt, "Es ist nicht mein Papa" und Achtsamkeit wäre angebracht. Desweiteren hätten Sie an der Reaktion des Erwachsenen dann merken können, ob was nicht stimmt.

Ich kann es nur wiederholen: Achtsamkeit, besonders bei Kindern, ist schon mal sehr hilfreich.

@melancholeriker - unbewusster Missbrauch

12:02 von melancholeriker:
"Als würde das auch nur EIN Kind wollen."

Ich bin gerade auf einen Artikel gestoßen, im dem ganz alltägliche Youtube-Videos beschrieben werden, die von Pädophilen als "Softporn" genutzt wurden. Es ist also durchaus möglich, dass vielen Kinder missbraucht werden, ohne es zu wissen.

(Süddeutsche Zeitung vom 21.02.2019: "Youtube hat ein Problem mit Pädophilie")

Am 02. Juli 2020 um 13:11 von dr.bashir

Zitat: Falls das wirklich heutzutage Usus sein sollte, dass Kinder Nacktfotos von sich selbst an Freunde schicken, dann ist das nicht das, was die Polizei verfolgt.

Sind Sie dessen sicher?

In § 184 I Nr. 1 StGB heißt es lapidar: " Wer eine pornographische Schrift einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überläßt oder zugänglich macht, [.....] wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft."

Das sind zwar keine schlichten Nacktbilder. Zwei siebzehnjährige, die sich in sexuellen Posen abbilden und die Bilder gegenseitig zukommen lassen, machen sich strafbar.

Vielleicht sucht die Polizei nicht danach. Bei einem Zufallsfund kann es aber heikel werden.

Man muss aufpassen

Lügde hätte verhindert werden können, wenn das Jugendamt oder Nachbarn auf dem Campingplatz mal genauer hingeguckt hätten. Das Jugendamt hat ja später sogar versucht Belege für eigenes Versagen verschwinden zu lassen, bzw. zu manipulieren.

Dennoch sehe ich einen Trend in Deutschland, völlig unabhängig von diesen Vorgängen, nämlich das immer häufiger in den letzten 10-20 Jahren wildfremde Menschen ihre Nase in die Belange ihrer Mitmenschen stecken mögen, Nachbarn aber auch Passanten sich gegenseitig beobachten und belauschen und die Hemmschwelle für Denunziation bei Polizei und oder Jugendamt erheblich gesunken ist. Dabei geraten viele Unschuldige wegen tatsächlich harmloser Verhaltensweisen ins Visier der Behörden, müssen persönliche Nachteile in Kauf nehmen.

Dies erzeugt ein ungutes gesellschaftliches Klima. Dabei kann leicht das eigentlich vorgeblich verfolgte Ziel allmählich aus dem Blickfeld geraten, ähnlich wie bei der „Kommunistenjagd“ in der McCarthy Ära in den USA.

diesmal habe ich

ganz still und leise nur den Thread verfolgt. Habe außer diesem hier keinen eigenen Beitrag geschrieben.
Ich habe mich in den letzten Threads jedesmal als Opfer sexueller Gewalt als Kind innerhalb der eigenen Familie geoutet. Ich weiß, wovon ich rede.

Ich verfolge die Diskussion hier nur noch mit einer Mischung aus Erstaunen und Unglaube, nein, Desillusionierung mischt sich noch hinein. Die Foristen, bei denen ich das Gefühl habe, sie seien an einer ehrlichen, effektiven Aufarbeitung dieser Zustände interessiert, ohne, ich wiederhole ohne vor allem die Genugtuung zu genießen, hier ihren mehr oder weniger durchdachten Standpunkt einbringen zu können: die kann ich an einer Hand abzählen.
Ihr, liebe Leute, schützt die Kinder ganz sicher nicht. Und Ihr tragt auch nicht dazu bei, dass sie mit ihrem Leid weich in den Schoß einer fürsorglichen Gesellschaft fallen. Im Gegenteil: was ich hier an tumber Selbstgerechtigkeit spüre, erinnert mich fatal an die Täter von damals.

Am 02. Juli 2020 um 13:26 von Feo

Zitat: Präziser ist zu sagen: Schreckt nicht ab, aber der Schutz der Bevölkerung, hier die Kinder, muss sein!

Und die Abschreckung wird gegeben sein, wenn man die Mindeststrafe auf ein Jahr Freiheitsstrafe (die zur Bewährung ausgesetzt werden kann) erhöht?

Am 02. Juli 2020 um 13:27 von Nachfragerin

Zitat: Pädophilie ist aber nach wie vor ein Tabuthema, was die Betroffenen davon abhält, öffentlich zu ihrer Neigung zu stehen.

Wer bekennt sich schon öffentlich zu von der Norm abweichenden sexuellen Präferenzen?

@Nachfragerin

"Absolut nicht. Der Begriff verknüpft die Gewalt gegen Kinder mit dessen sexuellen Antrieb. Die bloße Machtausübung gegenüber Kindern (z.B. durch Schläge oder psychischen Druck) ist auch Gewalt, hat aber nichts mit sexuellen Präferenzen zu tun."

Was Sie als" Präferenzen" klassifizieren, hat soviel mit Vorlieben zu tun wie mit denen eines Junkies, der einen nie endenden "Hunger" stillen muß. Die Kinder sind "Beute" und dazu noch eine Leichte. Deshalb steht die Gewalt in der Ausübung der Tat weit über relevanten Aspekten sexueller Reizbefriedigung von Täter zu Opfer, zu der nach Erfahrung der ganzen Weltgeschichte immer mindestens 2 gehören, die das miteinander tun wollen. Das was Sie "sexuellen Antrieb" nennen, ist zum größten Teil banales Unterwerfen.

Wie bereits an anderer Stelle klar gesagt wurde, stellt ein Missbrauch den Schatten von GEBRAUCH fest. Man kann und darf Menschen nicht "gebrauchen". Schon gar nicht, wenn es um Kinder geht.

Thematische Ausrichtung

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P.S. Diese Mitteilung gilt allen TeilnehmerInnen dieser Diskussion.

@ 13:38 von DeHahn

Ach mein lieber DeHahn.
Natürlich gibt es viele die sie zurecht kritisieren.
Nur zeigen Sie mir doch bitte einen Satz von mir wo es danach aussieht.
Ich gucke sie sogar selten und andere gar nicht und das ist absolut okay.
Nur falls es nicht mitbekommen haben, mir ging es um die Kategorie Gleichheit, nur wegen des gleichen Wortes Porno, in den beiden Begriffen.

@Deeskalator

"Am 02. Juli 2020 um 13:33 von Deeskalator
@Jim456

>>Wie bei Mord, soll bei solchen Vergehen KEINE! Verjährungsfrist mehr gelten! <<

Wie Recht sie haben.

Entweder das, oder die Verjährung darf erst einsetzen, nachdem die aktive Verschleierung durch dritte durchbrochen wurde.

Sie können sich vorstellen welche Organisation ich da besonders vor Augen habe...

Ich finde ihr Gleichnis mit Mord auch recht passend, in meinen Augen ist die Vergewaltigung eines Kindes mit dem Mord an seiner Selle und einen Großteil seiner Sozialkompetenzen gleichzusetzen.
Denn nur ein Bruchteil der Opfer erholt sich jemals wirklich."

Zitat: "Die Verjährungsfrist bei Vergewaltigung und auch schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern beträgt 20 Jahre. Eine Besonderheit hierbei ist, dass die Verjährung frühstens mit Ablauf des 30. Lebensjahres beginnt."

Quelle: "https://www.fachanwalt.de/magazin/strafrecht/verjaehrungsfristen-strafrecht"

Auf die Schnelle gefunden.

@Thomas Mainthal - Provider filtern?

13:33 von Thomas Mainthal:
"[...] Zu viel verlangt, das alle Provider einen solchen Filter aktiv einsetzen? Schon wäre der Tausch größtenteils unterbunden. Wo ist das Problem?"

Die Probleme bestehen darin, dass
1) man unbekannte Server nicht durchsuchen kann, weil sie unbekannt sind.
2) die Familienbilder des einen die Kinderpornos des anderen sind.
3) brisante Daten verschlüsselt ausgetauscht werden.

@falsa demonstratio

>>Wer bekennt sich schon öffentlich zu von der Norm abweichenden sexuellen Präferenzen?<<

Ich glaube damit ist nicht öffentlich wie ich schreie es mit einem Megaphone heraus gemeint.
Sondern mehr, dass das Bild ein wenig zurecht gerückt wird.

Jemand der mit pädophilen Neigungen geboren wurde, es aber schafft diese Zeit seinen Lebens unter Kontrolle zu halten und nie zu einem Täter wird...

Der hat Respekt verdient, kein Stigma

So lassen oder entschärfen?

Dann würden doch mehr Leute ihre Vergehen melden, so dass den Kindern geholfen wird. Dann haben die weniger Grund es zu verheimlichen. Ich halte eine Verschärfung für kontraproduktiven Populismus.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch noch auf das "Kein-Täter-Werden"-Programm hinweisen. Das findet man im Internet.

kontraproduktiv, einfach kontraproduktiv

Ich musste nicht nur sexualisierte Gewalt über mich ergehen lassen, sondern auch jede Menge nicht-sexueller Gewalt, inklusive körperlicher Schäden. Dass die seelischen überhaupt ein Thema sind, ist ja wirklich nett, war aber damals nicht so.
Außerdem gab es jede Menge "Abwesenheit" der Eltern durch Volltrunkenheit, Vernachlässigung, Hunger, ständiges Leben am Rande der wirtschaftlichen Existenz mit allen Nebenwirkungen (Verschweigen / Herunterspielen gegenüber Verwandten / Lehrern / anderen Kindern …)

Nehmen wir an, damals wäre jemand zu mir gekommen, und hätte gesagt "erzähl, was dir dein Vater angetan hat, dann stecken wir ihn für den Rest seines Lebens hinter Gitter".

Was, glaubt Ihr, wäre passiert? Kein Sterbenswörtchen hätte ich gesagt. Das scheint hier (fast) niemand zu begreifen. Aber nach martialischen Strafen rufen, das glaubt, ihr, das würde helfen.

@frosthorn

"Am 02. Juli 2020 um 13:56 von frosthorn
diesmal habe ich

ganz still und leise nur den Thread verfolgt. Habe außer diesem hier keinen eigenen Beitrag geschrieben.
Ich habe mich in den letzten Threads jedesmal als Opfer sexueller Gewalt als Kind innerhalb der eigenen Familie geoutet. Ich weiß, wovon ich rede..."

Danke, daß Sie noch mal auf Ihr outing hinweisen, ich hatte es damals gelesen. Von daher würde mich wirklich ernsthaft interessieren, was Kinder aus Ihrer Sicht schützen könnte.

Ich wollte mich aus verschiedenen Gründen nicht outen, aber sollte es hier wohl mal tun. Ich habe viele Jahre als Lokaljournalist gearbeitet (jetzt in Rente) und mußte mich daher leider relativ häufig mit diesem Thema auseinandersetzen (mediale Begleitung von Prozessen). Darunter auch ein Prozess an einem Landgericht, der bundesweit Schlagzeilen machte. Meine persönlichen Erfahrungen bei den Prozessen und meine jahrelangen intensiven Recherchen zu diesem Thema sind das, was ich hier weitergebe.

Strafe so ansetzen, dass ein

Strafe so ansetzen, dass ein Kinderschänder nie wieder auch nur ansatzweise Lust bekommt, sich erneut an einem Kind zu vergehen.
MfG

@Peter G. - Ich verstehe Ihren Beitrag nicht.

Ich weiß leider nicht, warum Sie mir Ihren Leidensweg beschreiben. Ich verstehe es als Beispiel für sexualisierte Gewalt.

In meinem Beitrag wollte ich anmerken, dass Kindesmisshandlung auch dann vorliegt, wenn sich die Wut eines Erwachsenen unkontrolliert am Kind entläd. In diesem Fall fehlt der sexuelle Antrieb. Vielleicht wurde das vorhin nicht deutlich.

Wenn Erwachsene ...

... Kinder zu sexuellen Handlungen "ermutigen",
1. warum tun sie das?

2. Wie "ermutigen" Sie dazu?

Zu 1. Weil sie sich daran ergötzen, befriedigen.
Werden die Erwachsenen damit aufhören?
Ich denke, nicht.
Im Gegenteil, es
wird ein Grundstein für die Gewalt gelegt - das Kind zu Enthemmung "motiviert"

Zu 2. Mit gut zureden, mit Versprechen?
Mit Drohungen?

Wenn das Kind das nicht will und "ermutigt" werden muss, ist das eine Form von Gewalt.

Ich spreche ausdrücklich von Erwachsenen,
weil Kinder und Jugendliche unter sich nicht immer schon die Reife haben, ihr Tun juristisch und moralisch einzuschätzen, dafür gibt es Jugendstrafrecht.

Daher ist mit "sexueller oder sexualisierter Gewalt" die richtige Bezeichnung gesetzt.

Dafür sollte "Kinderpornografie"
juristisch bzw. überhaupt nicht verwendet werden.

Re: Peter G. am 02. Juli 2020 um 13:34

Natürlich. Aber das Thema ist halt wesentlich komplexer als viele es wahrnehmen. Ich muss bei solchen Diskussionen manchmal an eine Doku über den Fall Bachmeier denken, die ich mal gesehen habe. Da sagte ein alter Mann, der beim Prozess gegen Frau Bachmeier vor dem Gerichtsgebäude befragt wurde, er hätte den Peiniger von Bachmeiers Kind nicht nur erschossen, sondern auch noch zerstückelt, und bekam dafür Beifall. Und das ist dann offensichtlich pure Emotion und nicht mal im Ansatz konstruktiv. Das ist die Seite des faktisch unbeteiligten, aber erschütterten oder um die Außendarstellung von Erschütterung bemühten Bürgers. Faktisch ist es nach meiner Kenntnis z.B. so, dass nur die relativ wenigsten Täter im Fall von sexuellen Übergriffen auf Kinder pädophil sind. Bei den meisten geht es tatsächlich weit mehr um Machtgefühle oder schlichte Verfügbarkeit eines Sexual-"Partners". Warum allerdings Angebot und Nachfrage bei Kinderpornographie so groß sind, bin ich überfragt.

@frosthorn

"...Nehmen wir an, damals wäre jemand zu mir gekommen, und hätte gesagt "erzähl, was dir dein Vater angetan hat, dann stecken wir ihn für den Rest seines Lebens hinter Gitter".

Was, glaubt Ihr, wäre passiert? Kein Sterbenswörtchen hätte ich gesagt. Das scheint hier (fast) niemand zu begreifen. Aber nach martialischen Strafen rufen, das glaubt, ihr, das würde helfen."

Das deckt sich mit den Erfahrungen, die ich bei dem ein oder anderen Prozess, über den ich berichtete, auch gemacht habe. Aber was glauben Sie, was sollte man tun? Die Kinder nicht befragen? Ich weiß da auch keine Lösung, wie man damit umgehen sollte.

"Vorlieben"

Nach dem Beitrag von 'frosthorn' von 13:56 gibt es eigentlich nichts mehr zu sagen. Aber sexuelle Gewalt an Kindern (und es wird nie ein kindliches Einverständnis geben) in Bezug zu "sexuellen Neigungen/Präferenzen zu stellen, ist etwas so unfassbar abseitiges, daß mir eigentlich die Worte dafür fehlen. Es ist weiß Gott genug über die Motive von Pädophilen geschrieben worden aber keines hat auch nur das geringste Verständnis verdient und wer jetzt wieder mit den alten Griechen kommt...

@Monty Burns @Anderes1961

Ich bin froh das Selbstzweifel des Users Monty Burns verhindert haben, dass er sich einmischt in das Spiel oder die Unterhaltung eines Erwachsenen (evtl Vater oder Bruder) mit einem Kind oder dass er gar die Polizei rief!

Dies deshalb, weil - wie Monty Burns es selber auch sagte, es KEINE Hinweise auf strafbare Handlungen gab! Warum hätte er dann also vermutlich Unschuldige behelligen oder anzeigen sollen?

Das Verhältnis der Kinder zu ihren Eltern ist LEIDER heutzutage viel weniger eng, als es noch in meiner Generation üblich war.

Das ein Sohn seinen Vater „im Wald“ umarmt, lässt da bei einigen neugierigen Zeitgenossen heute offenbar schon „Filme im Kopf“ ablaufen, die mit der Realität nichts mehr zu tun haben. Ich spreche aus Erfahrung!

Der BEWIESENE Missbrauch, wie jetzt wieder in NRW, ist etwas GANZ anderes! Um Kinder zu schützen braucht es kein Denunziantentum von selbsternannten Hilfspolizisten, sondern mehr Personal in der professionellen Strafverfolgung!

Re2: Peter G. am 02. Juli 2020 um 13:34

Wie ich meinem letzten Post noch hinzufügen möchte, beunruhigt mich auch diese Befangenheit, dieses Klima des sich gegenseitig Misstrauens und Beäugens, das sich aus dieser dennoch nötigen Diskussion ergibt. Es wird schwer noch unbefangen mit Kindern umzugehen, denn man muss ständig auf der Hut sein nicht in falschen Verdacht zu geraten, worunter die Kinder zweifellos dann auch leiden. Und dann ist da noch eine Sache. Als ich noch manchmal Privat-TV geguckt habe liefen da immer ab Mitternacht so Werbespots wie "Blutjunge Dinger aus Deiner Umgebung..." und so. "Barely legal" (zu deutsch soviel wie "gerade eben noch legal") ist in der Pornoindustrie ein gern und häufig verwendetes Attribut für ihr Angebot. Die Nachfrage scheint hoch nach solchen Angeboten. Auch das gibt mir zu denken und lässt mich manchmal zweifeln ob all die Empörten wohl wirklich ehrlich sind oder sich teilweise auch nur den Anschin einer Distanzierung geben wollen. Es bedarf eines grundlegenden Kulturwechsels.

Leseschwäche?

Im Artikel steht: „… Gleichaltrige sich strafbar machen können, wenn sie Bildmaterial von einvernehmlichen sexuellen Handlungen aufnehmen. Wenn zwei 13-Jährige sich Filme von sich zusenden und einer von beiden wird dann zuerst 14, macht der sich strafbar wegen Besitzes von kinderpornografischem Material. Da soll es nun offenbar Regelungen geben, die solche freiwilligen Handlungsweisen unter Gleichaltrigen berücksichtigen und nicht kriminalisieren.“
Daraus machte ein Kommentar um 10:18 ohne jeden Beleg oder Bezug zum Artikeltext das krasse Gegenteil:

„ … weder "Missbrauch" noch "sexualisierte Gewalt". Die derzeitigen Gesetze machen es aber dazu, wenn die 14-Jährige einen 13-Jährigen Freund hat oder Jugendliche sich gegenseitig erotische Bilder und Videos zusenden. ... weshalb eine grundsätzliche Reform angesagt wäre, die aber nicht wirklich geplant ist.“
Wenn die IP-Adresse nicht mehr solcher Kommentare abschickt, würde ich Leseschwäche als Entschuldigung gelten lassen ...

@frosthorn

Sie sind sehr mutig und dennoch immer wieder sachlich. Ich danke Ihnen, Sie haben meinen höchsten Respekt

"... Was, glaubt Ihr, wäre passiert? Kein Sterbenswörtchen hätte ich gesagt. ..."

Und wer hätte Ihnen damals geglaubt. Allgemein?
Vor Gericht?

Sie müssen diese Fragen nicht beantworten, Sie verstehen, worauf ich hinaus will.

Die Opfer sind (co-)abhängig.
Von den Eltern zumindest.
Von Autoritäten wie in der Kirche oder in Heimen.

Die Kinder schützen, wie?
Das geht nur vor schon bekannten Tätern, Täterinnen.
Oder eben auf jedes Signal der Kinder achten, ihr Verhalten,
Ängste erkennen, körperliche Auffälligkeiten, plötzlicher Drogen- oder Alkoholkonsum, ...

Das Schlimme ist außerdem, dass Kinder, wenn sie betäubt werden, gar nicht genau wissen, was ihnen angetan wird.

Allen, die so etwas erfahren mussten, mich eingeschlossen, wünsche ich alles erdenklich Gute.

Das muss aufhören!

Leipzigerin59

"
Am 02. Juli 2020 um 14:31 von Leipzigerin59
Wenn Erwachsene ...

... Kinder zu sexuellen Handlungen "ermutigen",
1. warum tun sie das?

2. Wie "ermutigen" Sie dazu?

Zu 1. Weil sie sich daran ergötzen, befriedigen.
Werden die Erwachsenen damit aufhören?
Ich denke, nicht.
Im Gegenteil, es
wird ein Grundstein für die Gewalt gelegt - das Kind zu Enthemmung "motiviert"

Zu 2. Mit gut zureden, mit Versprechen?
Mit Drohungen? "

Teilantworten zu Ihren Fragen finden Sie auf Seite 2 des von mir bereits genannten Zeitartikels, hier noch mal der Link zum Nachlesen. Es ist ein Interview mit einem Opfer-Anwalt:

"https://www.zeit.de/digital/internet/2020-07/kindesmissbrauch-bergisch-gladbach-kinderpornografie-kinderrechte-online/seite-2"

@Möbius

"Am 02. Juli 2020 um 14:39 von Möbius
@Monty Burns @Anderes1961

Ich bin froh das Selbstzweifel des Users Monty Burns verhindert haben, dass er sich einmischt in das Spiel oder die Unterhaltung eines Erwachsenen (evtl Vater oder Bruder) mit einem Kind oder dass er gar die Polizei rief!

Dies deshalb, weil - wie Monty Burns es selber auch sagte, es KEINE Hinweise auf strafbare Handlungen gab! Warum hätte er dann also vermutlich Unschuldige behelligen oder anzeigen sollen? "

Keine Sorge, ich habe den Post des Users sehr sorgfältig gelesen und auch, daß er keine Hinweise hätte.

Mein Beispiel war nur als Beispiel genannt, wie man reagieren könnte, wenn man einen Verdacht hätte. Weiter nichts. Mein Anlaß dazu waren seine Zweifel. Und im Zweifel sollte man meiner Ansicht nach schon reagieren, nämlich beispielsweise so, wie ich es geschildert habe. Ich habe ausdrücklich geschrieben, daß ich ihm keinerlei Vorwürfe mache. Im Zweifel ist aber hinschauen immer besser als wegschauen.

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