Ihre Meinung zu: EU-Staaten in Corona-Krise: Man hilft sich doch

11. Juni 2020 - 10:08 Uhr

Grenzen dicht, Schutzmasken gehamstert - gerade zu Beginn der Corona-Pandemie lief zwischen den EU-Mitgliedern nicht alles rund. Doch ein genauerer Blick zeigt: Es gab auch viel Solidarität. Von Stephan Ueberbach.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
1.75
Durchschnitt: 1.8 (4 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

„Bei diesem neuen Coronavirus ist das aber eventuell nicht so einfach (...)“

„Eventuell“.

„Zwar haben wir als Weltgemeinschaft noch nie solche Anstrengungen gegen eine gemeinsame Bedrohung unternommen. Das lässt hoffen“

Stimmt.

„Es gibt weltweit (...) Projekte zur Impfstoffentwicklung, die auf dem Weg sind und viele brillante Forscher, Konsortien und Impfstofffirmen arbeiten mit, es fließen Milliarden“

Es wäre hilfreich, wenn das Fließen dieser Milliarden nicht Voraussetzung für die Entwicklung eines Impfstoffs wäre. Denn dieser Umstand: „Wenn wir zurückblicken auf die Impfstoffentwicklung gegen andere pandemische Infektionskrankheiten (...) - wie HIV/AIDS, Dengue, Tuberkulose, oder Malaria (...). Und wir haben es bisher nicht geschafft, auch nur gegen eine dieser vier einen effektiven Impfstoff zu entwickeln“ dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass sich wegen mangelnder „Finanzkraft“ der davon hauptsächlich Betroffenen diese Entwicklungsanstrengungen nicht „lohnen“.

Hilfsbereitschaft aus politischem Kalkül

Ich finde es gut, dass der Artikel betont, dass dies nicht nur auf Russland, China und Kuba zutrifft, sondern auch auf die EU-Staaten selbst.

Auch die CARE Pakete der USA waren ja keine ganz selbstlose Hilfe, vom Marschall Plan ganz zu schweigen - denn dieser (ohnehin zT nicht als Zuschuss sondern als Kredit) sollte die europäischen Länder als Märkte für amerikanische Produkte erschließen.

Eine ähnliche Diskussion erleben wir aktuell um europäische Maßnahmen zur Belebung der Konjunktur in Nachbarländern, die wiederum deutsche Waren importieren sollen.

Eine nicht hinzunemende Einschätzung ...

... des Herrn Ueberbach aus dem ARD-Studio Brüssel:
Er will tatsächlich angesichts dessen, dass in mehreren EU-Länder das Gesundheitssystem kollabierte und absoluter Ohnmacht der EU wie auch totaler Hilflosigkeit der EU-Führung in Brüssel verkaufen:
" ...gerade zu Beginn der Corona-Pandemie lief zwischen den EU-Mitgliedern nicht alles rund. Doch ein genauerer Blick zeigt: Es gab auch viel Solidarität."
Nein, Herr Ueberbach, was sie hier machen ist Schönfärberei der EU, denn es lief nicht nur nicht rund, sondern die EU versank in Koma sprich in Tatenlosigkeit und die EU-Regeln wurden duch die natonalen Alleingänge außer Kraft gesetzt sprich sie wanderten in der Tonne.
Wochenlang Null Solidarität unter den EU-Ländern - ist doch alles dokumentiert.
Und da kommt ein Herr Ueber mit "viel Solidarität."
Nur noch Kopfschüttel über soviel Realitätsverlust.

Tu Gutes und sprich darüber ...

Nur als Schlagzeilen sind die Negativ-Meldungen halt immer publikumswirksamer. Warum so ein Artikel ERST JETZT? Seit Mitte März haben wir diese Krise und bisher haben sämtliche Medien nur draufgehauen. Aber: Späte Einsicht ist auch gut.

Schaler Beigeschmack.

Ich erinnere mich an den Stopp der Auslieferung von bestellten Schutzmasken und Schutzausrüstung an Italien und weiter Länder durch die Bundesregierung. Das kam ganz mies herüber, zumal in Italien die Menschen starben und es in der BRD immer recht geordnet zuging.

Dann wurden großzügig einige Corona-Patienten aus Italien und Frankreich in die BRD eingefolgen und die Bundesregierung ließ sich wieder feiern: Während in Italien weiter gestorben wurden waren in der BRD zwischen 10.000 und 20.000 Intensivbetten unbelegt.

Europäische Solidarität zwischen den Völkern geht sicherlich anders. Unsere Bundes-Apparatschiks haben sich fürchterlich entblößt.

EU Solidaritaet

In der Not sind sich alle am naechsten. Eigentlich eine normal Reaktion? Ist es verwerflich die eigene Buerger zu schuetzen?
Die mangelnde Vorbereitung auf diese/eine Pandemie traegt die Hauptschuld, warum es zu solchen Engpaessen gekommen ist.
In Deutschland (Europa?) haben die Politiker die Wahrnungen vor eine Pandemi ingoriert und sind damit schuldig an dieser Situation. Es waere ihre Aufgabe gewesen das RKI und die WHO ernst zu nehmen und Vorbereitungen zu ergreifen.
Warum dieses nicht erfolgt ist wir bislang wenig diskutiert - ich erwarte das wird Teil der Aufarbeitung.
Nach der Pandemie ist vor der Pandemie mal sehen wie lang die Erinnerung reicht.
Wenn Europa als Einheit darstehen will was sie im Augenblick nicht ist, waere eine gemeinschaftliche Loesung wuenschenswert, ob man sich ueber die Kosten einigen wird?

Nicht begeisternd, aber besser als behauptet

Ja, die Solidarität der europäischen Staaten ist ganz sicher ausbaufähig und das länderübergreifende Krisenmanagement hätte besser laufen müssen. Aber es gab auch sehr viele gegenseitige Unterstützung, die Hoffnung machte. Sieht man z.B. wie die US-Bundesstaaten oftmals miteinander, oder eher gegeneinander umgehen, dann ist es in der EU nicht mal so schlecht gelaufen. Ich hatte ohnehin den Eindruck, diese vehemente Verunglimpfung der Beziehungen der EU Staaten untereinander wurde sehr bewußt und gewollt, von EU-Gegnern und Nationalisten verbreitet, um weiter an der Zerstörung der EU zu arbeiten. Aus der Erfahrung lernen, was gut gelaufen ist ausbauen, was schlecht gelaufen ist verbessern. Auch muss man sagen, dass viele Politiker, vielleicht nicht völlig zu Unrecht, von der Einstellung geleitet wurden: Dieses (Bundes-)Land ist mein Job, hierfür wurde ich von diesen Menschen gewählt, also bin ich zuerst denen verpflichtet. Ist sicher kurzgedacht, aber wird von vielen Wählern so gesehen

Ja,sicher..

Jetzt wird natürlich alles schön geredet. Erzählt das alles den Italienern die am Anfang komplett im Stich gelassen wurden. Erst als China, Russland und Kuba ( alle natürlich böse Staaten)medizinisches Gerät und vor allem medizinisches Personal nach Italien geschickt haben ,müsste die EU irgendwie reagieren. Und als erste Reaktion darauf wurde die Hilfe aus diesen Staaten zu verleumdet,in dem sie als unbrauchbar oder aus rein politischen Kalkül bezeichnet wurde. Das hat aber italienische Regierung empört und entschieden zurückgewiesen. In der Zeit wo Italien echte Hilfe von angeblichen Despoten bekommen hat,haben die westlichen Partner sich gegenseitig Schutzmasken geklaut.

Mediale Wahnehmung

... Nun! Es ist nu vielleicht wirklich so, daß effiziente Hilfe am besten ohne große mediale Aufwerksamkeit daher- und zustande kommt. Nur dann halt zum Preis, daß diese nicht überregional wahrnehmbar ist. Aber ehrlich gesagt, ist mir solche Hilfe am Ende lieber, als wenn dazu immer ein Söder in die Kamara winkt.

Aber Zusammenarbeit funktioniert nicht nur in Europa nicht optimal und uneigennützig. Schauen wir nur mal auf das föderale Durcheinander allein in unserem Land! Und die Nichtzusammenarbeit höhrt warscheinlich nach unten nicht mal an der Kommunalgrenze auf.

Deutschland hat wenig getan

Es stimmt dass einige Staaten geholfen haben. Das gilt vor allem für Staaten außerhalb Europas, welche besonders großzügig mit ihrer Hilfe waren.

Bei Deutschland ist mir aufgefallen, dass es besonders wenig getan hat. Und das wenige hat man dann noch versucht "medienwirksam" einzusetzen. Das war schon unerträglich.

Die Kritik der Italiener ist deshalb absolut gerechtfertigt. Hoffentlich bleibt das bei denen im nationalen Gedächtnis hängen. Daraus müssen dann später die Konsequenzen gezogen werden.

Hilfsbereitschaft !

Tja, es war zu erwarten, dass zu Beginn der Pandemie nicht alles rund läuft. Schließlich gab es ja auch keinen wirklichen Plan, der jedes Land und die gesamte EU flexibel einsetzbar gewesen wäre.
Und dann ist immer noch fest zu stellen, dass in der Not jeder sich erst mal selbst hilft. Und dann war auch zu erwarten, dass einige, wie z.B. Ungarn, die Hilfen, die sie geben, nur für ihre ureigenen Interessen geben. Dies ist immer wieder zu beobachten, dass nationalistische und diktatorische Politiker die EU für ihre Zwecke missbraucht, anstatt wirkliche Solidarität zu zeigen, und zwar für alle Menschen. Solche Länder mit solch egoistischen Protagonisten sollten aus der EU entfernt und isoliert werden, bis vielleicht mal eine Besserung in Sicht ist.
Wenn schon EU, dann bitte richtig mit allen Konsequenzen und viel Solidarität, die von Herzen kommt und keine Hintergedanken kennt !

schöne Untersuchung

Großartig, daß so eine Untersuchung einmal durchgeführt wurde und dazu noch zeigt, wie sehr die EU zusammensteht - politische Hintergedanken à la Ungarn mal außen vor.

Es ist schade, daß die Miesmacher medial immer lauter sind als das feine Räderwerk, das alles am laufen hält.

Die Chinesen - haben einen tollen Bericht über ihre Corona-Großartigkeit verfaßt - DIE haben den Realitätsverlust !!

EU-Staaten in der Corona-Krise:Man hilft sich d...

Die Krise offenbart mehr Risse und Widersprüche in der EU.
Die Meinungsumfrage in Italien ist da nur ein Punkt.

Und nach anfänglichem Zögern,Ablehnung von Corona-Bonds,ist vor allem Berlin bereit viel Geld in die Hand zu nehmen um sein Imperium,den Exportraum aber auch das Bündnis mit dem man groß geworden ist zusammenzuhalten.In Form von Krediten aber auch Zuschüssen.

@12:30 von pxslo

"Die Kritik der Italiener ist deshalb absolut gerechtfertigt. Hoffentlich bleibt das bei denen im nationalen Gedächtnis hängen. Daraus müssen dann später die Konsequenzen gezogen werden."

Ich hoffe nein!
Das Handeln der derzeitigen Nomenklatur darf nicht dem deutschen Volk angelastet werden. Die großartige deutsch-italienische Freundschaft darf daran keinen Schaden haben.

In der Regel wissen Italiener, Griechen, Russen & Co. bezüglich der Verantwortung sehr wohl zwischen Regierung und dem "gelenkten" Volk zu unterscheiden.

Hilfsbereitschaft !

Ich kann dem User "pxslo" nur zustimmen, dass die deutsche Regierung nicht wirklich viel für andere Länder der EU getan hat. Zum einen war ja schon mal die Fehleinschätzung und Verharmlosung von Herr Spahn zu Beginn.
Dann musste ja unbedingt großartig berichtet werden, dass D Patienten aus Italien und Frankreich aufnimmt. Dies sollte in einer Solidargemeinschaft selbstverständlich sein.
Erwähnen möchte ich trotzdem, dass natürlich andere Länder ihre Hilfen auch nicht gerade leise tätigten, sondern auch rein aus politischer Strategie, was ich irgend wie auch verwerflich finde.
Nun aber wird wieder über Hilfen gestritten, auch aus rein politischem Kalkül.
Für mich steht in erster Linie, ich gebe Hilfe freiwillig, um anderen wieder auf die Beine zu helfen....... ohne Hintergedanken. Trotzdem kann es sein, dass irgend wann was zurück kommt !
leider denkt die politische Ebene nicht in einer solchen menschlichen und christlichen Ebene !

Man hilft sich doch ?

Gerade die Corona Kriese hat gezeigt das die EU so wie Sie jetzt ist handlungfähig ist.

Ich persönlich halte starke und eigenverantworliche Nationalstaaten für die bessere Möglichkeit.

Also Rückbau von massiven Subventionen und
Umverteilungen. Besser ist die Selbsthilfe und Eigenverantwortung alle Bürger zu stärken und weniger auf Alimentierungen zu setzen.

@ pxslo, 12:30

„Hoffentlich bleibt das bei denen im nationalen Gedächtnis hängen. Daraus müssen dann später die Konsequenzen gezogen werden.“

Wie soll man denn “Konsequenzen“ jetzt verstehen?
Das klingt eher nach Vergeltung als nach Verständigung, die auch nach dem “Deutschen Versagen“ auf Dauer für beide Seiten gewinnbringender sein dürfte.

Re Kopfmensch !

Das Problem sind die Menschen selbst, die es heute nicht mehr auf die Reihe kriegen, egal auf welcher Ebene, freiwillig und ohne wenn und aber Hilfe zu gewähren oder zu geben, und NICHTS zu erwarten. Bei vielen steht der Eigensinn und das EGO im Vordergrund.
Im Grunde sollte unsere Volksvertreter Vorbilder an Toleranz, Zusammenarbeit, Achtung, Respekt und Akzeptanz sein, aber leider sind zu viele von denen überhebliche Egoisten, die sich immer wieder medial profilieren wollen, um ihre Unfähigkeit zu demonstrieren, egal ob ganz oben, oder in der Kreisliga.
Mir sind auch die stillen und leisen Hilfen lieber, die von Herzen kommen und nichts erwarten !

pxslo

um ihr Gedaechtnis aufzufrischen - mit bleibt in Erinnerung das Deutschland Duzende von Schwerkranken in deutsche Klinikken ueberfuehrt und intensiv behandelt hat. Das wird im kollektiven Gedaechtnis bleiben.
Sie die sonst immer gute Worte fuer Erdogan finden - wieviel hat die Tuerkei gemacht?

Man hilft sich doch

Letztendlich sind alle zunächst mit sich selbst beschäftigt ..... und dann erst könnte man darüber nachdenken zu helfen ! Jeder Staat denkt erst an sich und das bleibt auch so in der EU.

EU-Subventioniert?

Der ganze Bericht liest sich für mich wie ein EU-bezahlter Artikel aus medialen Gründen. Wenn man die Entwicklung sowie die Fortdauer der Pandemie länderübergreifend und mit Blickpunkt auf die EU bezieht, so stellt man fest, dass wenig bis nichts EU-führend stattgefunden hat. Auch Beispiele grenzüberschreitender Aktionen sind lediglich auf bilaterale Absprachen zurück zu führen.

Die Coronakrise hat bewießen,

Die Coronakrise hat bewießen, dass dieser Staatenbund eben nicht mit gleichwertigen Partnern besetzt ist. Doch gerade deshalb hatte man sich ja zur Stärkung aller entschlossen, in dem Bund EU zusammen zu gehen. Nun zeigt sich aber immer mehr, dass da der Begriff Bund oder Bündnis ganz unterschiedlich verstanden wird. Während man davon aus geht, mit diesem Bund nach außen schlagfähige, d.h. wirtschaftlich starke Staaten aufzubauen, die z.B. sich, also ihren Bürgern ein wirtschaftlich und sozial gut abgesichertes Leben bieten zu können, habe ich den Eindruck, dass hier einige Staaten diesen Bund eingingen, um diese Ziele nur mittels ständiger und vor allem wachsender vor allem finanzieller Hilfe der scheinbar erfolgreicheren Mitgliedsstaaten leisten zu lassen, sich aber zu Verbesserung der eigenen Situation jegliche Diskussionen als Einmischung verbitten. Als Gipfel verlangen diese, dass die anderen ihre Schulden mit übernehmen sollen. Solch einen “Bund“ such ich auch noch für mich.

Europäische Solidarität

In Europa stehen benachbarte Staaten zusammen und helfen sich. In Europa ist man solidarisch. Das ist gut für uns Bürger und das ist beruhigend. Zumal in praktisch allen Regionen der Welt sich die Nationalstaaten in Konkurrenz oder gar feindselig gegenüber stehen.

@ der.kurze

Kein Land hatte eine ausreichende Pandemievorsorge betrieben, obwohl jahrelang diskutiert worden war und sogar Pandemieübungen durchgeführt wurden.

Pandemieübungen gibt es gottseidank keine. Aber die Bundesrepublik war optimal vorbereitet und hat ein sehr vernünftiges Krisenmanagement betrieben. Das haben die Bürger auch so wahrgenommen.

@ Bernd Kevesligeti

Die Krise offenbart mehr Risse und Widersprüche in der EU.

Na und? Streit gibt's in der besten Familie. Dennoch ist die EU der einzige Staatenbund der Welt mit einem gemeinsamen Parlament. Ein tolles Beispiel internationaler Solidarität.

@sosprach, 12:02 Uhr

Die Corona-Krise ist, wie mehrfach dargelegt, eine GLOBALE Herausforderung. ALLE Länder waren unvorbereitet. Deutschland hat aber diese Krise bestens bewältigt, indem die Regierung mit den Experten des RKI/der WHO, angesehenen Epidemiologen etc. eng zusammengearbeitet, den Bürger offen und ehrlich "bittere Wahrheiten" verkauft und die richtigen Maßnahmen ergriffen hat. Um eben diese Maßnahmen auf eine sichere rechtliche Grundlage zu stellen, musste faktenbasiert entschieden werden. So etwas geht nicht ad hoc - und es wäre fatal gewesen, wenn Klagen gegen den Maßnahmenkatalog erfolgreich gewesen wären. Ich kann also beim besten Willen kein Versagen der Bundesregierung erkennen. Im Gegenteil: Diese wird international für ihr Krisenmanagement gelobt und findet national hohen Zuspruch bei den Bürgern. In welchem Land hätten Sie in den letzten Wochen und Monaten leben wollen...? Globale Zusammenarbeit in weltweiten Krisensituation ist dringend geboten, aber unter Trump nicht machbar.

@pxslo, 12:30 Uhr

Ich finde, dass Deutschland sehr wohl und in nicht unerheblichem Maße geholfen hat. Letztlich auch dadurch, dass die Regierung kraftvolle Maßnahmen zu Eindämmung des Virus beschlossen hat. Es waren schließlich die gravierenden Versäumnisse in unserem Nachbarland Österreich, welche das Virus in Deutschland massiv verstärkten. Schwerkranken Italiener und Franzosen wurden zudem nach Deutschland eingeflogen, um hier behandelt zu werden. Italiener und Franzosen haben der Regierung für diesen Einsatz auch mehrfach in der Öffentlichkeit gedankt. Leider war das Virus in Norditalien, insbesondere in der Region Bergamo, durch Massenveranstaltungen wie z.B. im Fußball, verbreitet worden. Präventiv hätte schneller und besser reagiert werden müssen. Immerhin profitierte Deutschland in der Krise durch einen zeitlichen Vorsprung.

Am 11. Juni 2020 um 12:30 von pxslo

>> Deutschland hat wenig getan

Es stimmt dass einige Staaten geholfen haben. Das gilt vor allem für Staaten außerhalb Europas, welche besonders großzügig mit ihrer Hilfe waren.

Bei Deutschland ist mir aufgefallen, dass es besonders wenig getan hat. Und das wenige hat man dann noch versucht "medienwirksam" einzusetzen. Das war schon unerträglich.

Die Kritik der Italiener ist deshalb absolut gerechtfertigt. Hoffentlich bleibt das bei denen im nationalen Gedächtnis hängen. Daraus müssen dann später die Konsequenzen gezogen werden.<<

"Hoffentlich...im nationalen Gedächtnis. Daraus müssen dann später die Konsequenzen gezogen werden!?"

Wieso hoffentlich und weshalb "müssen"
daraus später Konsequenzen gezogen werden? Haben Sie da vlt. schon eine Idee hinter ihren Wünschen, wie so Etwas denn aussehen könnte, "ihrer Meinung nach".

13:13 von sosprach

"um ihr Gedaechtnis aufzufrischen - mit bleibt in Erinnerung das Deutschland Duzende von Schwerkranken in deutsche Klinikken ueberfuehrt und intensiv behandelt hat."

Und damit dafür gesorgt, dass die Kliniken einigermaßen ausgelastet wurden, was für dringend benötigte Einnahmen gesorgt hat. Aber warum hat man nicht lieber Masken, Schürzen u. andere Ausrüstungen geliefert?

"Sie die sonst immer gute Worte fuer Erdogan finden - wieviel hat die Tuerkei gemacht?"

Hier geht es mal nicht um die Türkei. Aber die Türkei hat in über 80 Länder dringend benötigtes medizin. Material geliefert. Darunter waren viele EU-Staaten (GB allein 3 Lieferungen), die USA, aber auch Deutschland. Die Bundesregierung wollte dies der eigenen Bevölkerung aber lieber nicht mitteilen und deshalb wurde das ganze nicht an die große Glocke gehängt.

Die Türkei hat auch ein eigenes Beatmungsgerät entwickelt und bspw. 250 davon an Brasilien geliefert. Dazu viele Masken u. anderes Equipment.

@pxslo

Nur weil China Masken geliefert hat und China macht NIE etwas UNEIGENNÜTZIG hat Deutschland in Ihren Augen wenig getan.
Ich möchte nur daran erinnern, daß Deutschland sehr wohl an Covid-19- Schwerstkranke in ihren Kliniken sowohl aus Italien als auch aus Frankreich auf Kosten des deutschen Steuerzahlers aufgenommen hat, was völlig richtig war. Vor kurzem las ich, daß die Region Venetien noch freie Intensivbetten hatte, aber die der Lombardei nicht zur Verfügung stellte.
Des weiteren kann es nicht sein, daß EU-Staaten wie Deutschland, Niederlande etc. jahrelang sparsam und vernünftig wirtschaften gegenüber Italien und dann sofort von der italienischen Regierung (wie von Conte) gemeint wird, daß deren zum Teil auch durch seitheriges schlechtes Wirtschaften angehäuften Altschulden von den anderen nun übernommen wird.

re von gestört aber geil 14:25

Na,wenn Ihnen daß reicht.Ein Parlament ohne Initiativrecht.
Und ein tolles Beispiel "internationaler Solidarität",aber wo mit welchem Inhalt ?

Europäische Solidariät, ja klar! Aber nicht beim Geld!?

@ Neu, am 11. Juni 2020 um 11:43:

"Europäische Solidarität zwischen den Völkern geht sicherlich anders. Unsere Bundes-Apparatschiks haben sich fürchterlich entblößt."

Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wer mit den "Bundes-Apparatschiks" gemeint sein soll: Na, wenn dem so ist, dann gehe ich doch mal schwer davon aus, dass Sie dann selbstverständlich und vorbehaltlos auch für die Einführung von EURO-Bonds sind, um den von COVID-19 besonders gebeutelten EU-Ländern finanziell unter die Arme zu greifen, und nicht nur für die Zahlung von Krediten, für die Deutschland dann lediglich anteilsmäßig haften würde? Oder, geht Ihre europäische Solidarität dann etwa doch nicht so weit? Ich vermute nämlich fast, dass Ihre vermeintliche Forderung nach europäischer Solidarität nicht ganz ehrlich gemeint ist, sondern nur als Vehikel für Ihre Kritik (an der Bundesregierung) dienen sollte!

@ 11:40 von wolf 666

Dieses Urteil über ein Versagen der EU kann nicht unwidersprochen bleiben. Was hat denn die UN getan? Nichts! Ist das ein Versagen der UN? Nein! Denn die UN hat gar keine Kompetenzen und Möglichkeiten hier irgendetwas zu tun. Das Gleiche gilt für die EU. Die Mitgliedsstaaten haben der EU gar keine Kompetenzen in dieser Frage des Gesundheitswesens gegeben. Ich mag es nicht, dass zuerst geschrieen wird, wenn irgendwelche Souveränität an die EU abgegeben wird, aber wenn mangels abgegebener Souveränität die EU nichts machen kann, rechtlich nicht machen darf, dann wird darüber geschrieen, dass die EU nichts tut - natürlich, denn wir haben der EU nicht erlaubt, dass sie was tun darf. In solchen Fragen können nur die Staaten untereinander helfen - dabei ist es aber egal ob dem Land, dem ich helfe, ein EU-Land ist oder nicht. Es hat schlichtweg nichts mit der EU zu tun.

@ 12:30 von pxslo

Welche Länder außerhalb der EU waren denn besonders großzügig? Die medial hochgepuschten Maßnahmen z.B. von Russland dienten doch allein der Propaganda. Es gibt genug Berichte aus Italien, dass man mit den meisten dieser "Hilfen" gar nichts anfangen konnte, weil man sich in Russland gar nicht gefragt hat, was Italien braucht, sondern was man ohne jedes Risiko entbehren kann. Russland hat dicke Militär-Dekontaminierungstruppen nach Italien geschickt. Das ist genauso unsinnig, wie in einigen Ländern die großen Desinfektionsmaßnahmen der Straßen. Als wenn sich Corona so verbreiten würde.

Nach dem die Pandemie

Nach dem die Pandemie abgeklungen ist. Super, gute Leistung. Das ist wirklich erwähnenswert.
MfG

Gäbe es ohne EU mehr Solidarität? Nein!

Alle die hier nach starken Nationalstaaten rufen oder den Abgesang der EU herbeiseh(n)en: Glauben Sie wirklich, dass die Solidarität OHNE EU größer gewesen wäre? Warum sollte das so sein? Auf Argumente bin ich gespannt, warum das zu weniger nationalen Alleingängen oder zu mehr Solidarität führen sollte! Ich sehe keine.

Natürlich kann man Kritik äußern, an dem wie es gelaufen ist, aber die EU ist nicht das Problem daran, sondern die - Überraschung - nationalstaatlichen Entscheidungen der einzelnen Mitglieder. Und es gab auch positive Aktionen. Einzig, dass die EU als Gemeinschaft nicht sehr handlungsfähig war, dass kann man hier evtl. kritisieren.

@pxslo ist Ihnen aufgefallen?

Sie schreiben, Ihnen sei aufgefallen, wie wenig Deutschland getan habe? Wie fällt Ihnen denn so etwas auf? Lesen Sie doch einmal bitte den Link zur Denkfabrik hier im Artikel und sie werden feststellen, dass mir auffällt, dass sie sich gar nicht informiert haben über das, was unser Staat so alles an Hilfe geleistet hat. Sie haben diesbzgl. ein Aufmerksamkeitsdefizit.
Bedenken Sie, dass Medien immer filtern (müssen) und weit mehr passiert, als man üblicherweise liest oder gar lesen kann. Bedenken Sie dies bei Ihrer Meinungsbildung.

Am 11. Juni 2020 um 14:18 von gestört aber geil

>> Aber die Bundesrepublik war optimal vorbereitet und hat ein sehr vernünftiges Krisenmanagement betrieben. Das haben die Bürger auch so wahrgenommen.<<

Naja, obgleich ich das Krisenmanagement der BR durchaus positiv gesehen habe/sehe, kann ich ihre Ausführung was die optimale Vorbereitung betrifft nun nicht teilen. Denn das war Sie leider nicht. Jedoch hat Sie aus den Gegebenheiten dann das Beste draus gemacht, oder es zumindest versucht.

Neoliberaler Egoismus

@ werner1955, am 11. Juni 2020 um 13:07:

"Gerade die Corona Kriese hat gezeigt das die EU so wie Sie jetzt ist handlungfähig ist."

Völlig richtig: Die EU ist handlungsfähig! Leider hat sie keinerlei eigene Kompetenzen in der Gesundheitspolitik! Insofern sind etwaige Vorwürfe in diese Richtung (angebliches Versagen in der Corona-Krise) eher an die einzelnen Nationalstaaten zu richten!

"Ich persönlich halte starke und eigenverantworliche Nationalstaaten für die bessere Möglichkeit."

Gerade die COVID-19-Epidemie hat doch gezeigt, dass das hohe Lied auf den Nationalstaat nichts taugt, um einer solchen, weltweiten Krise Herr zu werden! Wenn unsere europ. Nachbarstaaten buchstäblich an Corona verrecken, geht es Deutschland (Stichwort Import/Export) wirtschaftlich und sozial auch schlecht!

"Besser ist die Selbsthilfe und Eigenverantwortung alle Bürger zu stärken und weniger auf Alimentierungen zu setzen."

Und was ist mit den (oft unfreiwillig) sozial Schwachen und Arbeitslosen?

EU vs. USA

Es wird viel über den Umgang der USA und ihres Präsidenten mit Corona gelästert. Aber vergleichen wir mal die EU-Staaten Westeuropas mit den USA: Beides sind Räume mit ca. 330 Mio Einwohnern, hohem BIP, entwickeltem Gesundheitssystem. Die USA sind in Summe bisher besser durch die Krise gekommen, haben weniger Opfer zu beklagen, mehr Infizierte durch Tests entdeckt.

Das würde dafür sprechen, dass freiwillige Solidarität unter den EU Staaten ja nett ist, aber eben doch nicht so effektiv, wie etwas mehr zentrale Lenkung und mehr übergreifendes Wir-Gefühl, selbst wenn in der Zentrale ein unfähiger Egomane sitzt.

Kann auch nur eine Momentaufnahme sein. Man wird sehen, wie es weitergeht, auch was die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen angeht.

15:16 von Autograf

"Welche Länder außerhalb der EU waren denn besonders großzügig?"

Die Türkei hat in über 80 Länder medizin. Material geliefert. Die Masken u. Schürzen waren dabei umsonst (Spenden), nur bei den in der Türkei entwickelten Beatmungsgeräten, wurden glaube ich Gebühren erhoben. Aber arme Länder wie Somalia oder Afghanistan (Lieferung erfolgte heute) haben selbst das als Spende bekommen.

Nordrhein-Westfalen allein hat über 2 Mio Masken kostenlos (!) von der Türkei erhalten. Darüber wurde aber kaum berichtet.

https://www.tagesschau.de/ausland/tuerkei-deutschland-masken-coronavirus...

@ 15:35 von pxslo

Die 2 Mio Masken sind im Vergleich zu dem täglichen Bedarf in Deutschland mehr nur als eine Geste zu verstehen. Sicherlich, eine nette Geste aus einem Land, dem wir eng freundschaftlich verbunden sind. Aber vielleicht hätte die türkische Regierung, die ähnlich katastrophal unverantwortlich wie Trump reagiert hat, sich wirklich zuerst um den Schutz der eigenen Bevölkerung kümmern sollen, als uns ein paar Masken zu schicken. Wir wären, mit unserem halb-lockdown, auch ohne die Masken genauso gut durchgekommen. Aber die Türkei ist immer noch in einer furchtbaren Situation und benötigt dringend Hilfe - die man ihr leider kaum geben kann, da Erdogan schon innerhalb der Türkei alle Hilfsmaßnahmen, die nicht dem Ruhm seiner AKP dienen, zu verhindern sucht.

@gotohell2, 15:33 Uhr

Ich kann nicht erkennen, dass die USA besser durch die Corona-Krise gegangen sind, als die EU-Staaten. In einem internationalen Ranking der Staaten, die die Pandemie am besten gemeistert haben, liegen die USA auf Platz 70, Deutschland auf Platz 2. Trump hatte Corona lange Zeit verharmlost, sich weder an Abstandsgebote noch am Maskenpflicht gehalten und damit eine fatale Botschaft vermittelt. Die USA haben die meisten (nicht "wenige") Opfer zu beklagen. Eine "Zentrale Lenkung" oder gar ein "bergreifendes Wir-Gefühl" kann ich bei Donald Trump gerade nicht erkennen. Richtig ist aber, dass ein gemeinsames Zusammenwirken der Regierungschefs in globalen Krisensituationen von höchster Bedeutung wäre. Unter dem Charismatischen Obama war dies der Fall, unter dem Egomanen Trump regiert dagegen das Chaos

15:48 von Autograf

"Aber vielleicht hätte die türkische Regierung, die ähnlich katastrophal unverantwortlich wie Trump reagiert hat, sich wirklich zuerst um den Schutz der eigenen Bevölkerung kümmern sollen, als uns ein paar Masken zu schicken."

Die Türkei hat innerhalb von 6 Wochen zwei nagelneue Epidemie-Krankenhäuser gebaut, für über 2000 Patienten (Einzelzimmer, mit Luft-Schleuse). Bis heute wurden fast 2.5 Mio Corona-Tests durchgeführt (täglich etwa 35.000 Tests). Innerhalb weniger Wochen wurde ein Beatmungsgerät entwickelt und die Produktion läuft (täglich 250 Geräte). Damit ist man unabhängig von Importen.

Die Zahl der Infektionen mit täglich 800-1000 ist zwar immer noch relativ hoch, dafür sinkt die Zahl der Todesfälle aber rapide (täglich 20-30 Corona-Tote). Bilder von Corona-Kranken, die auf Fluren liegen (wie in einigen EU-Ländern) hat es in der Türkei noch nie gegeben.

Hilfe mit Kalkül

@ Möbius:
Hilfsbereitschaft aus politischem Kalkül. Ich finde es gut, dass der Artikel betont, dass dies nicht nur auf Russland, China und Kuba zutrifft, sondern auch auf die EU-Staaten selbst.

Als Russland eine Hilfslieferung nach Italien geschickt hat, gingen die Bilder durch alle Nachrichten in Russland. Als Italien dann Russland half, als in Moskau die Infektionen eskaliert sind, wurde das in Russland quasi verschwiegen. Schade.

@gotohell2

Dier Einwohnerzahl der USA liegt bei 330 Millionen,
die der EU (mit GB) bei 550 Mio, ohne GB 480 Mio.
Das scheint mir doch ein etwas grösserer Unterschied zu sein.
Die unterschiedlichen Todesfallzahlen kann man auch nicht vergleichen: die USA sind 1 Land, die EU 28 Länder (mit GB). Jedes Land hat ein anderes BIP, also auch nicht zu vergleichen.
Fakt ist: die USA testen viel, so wie die BRD auch.
Die Todesfallzahlen der USA sind in Wirklichkeit noch viel höher als die angegeben 110 Tsd.
Allerdings sollte die Anzahl der Todesfälle kein Wettbewerb unter den Ländern sein.

@15:05 von Martin Vomberg

"Na, wenn dem so ist, dann gehe ich doch mal schwer davon aus, dass Sie dann selbstverständlich und vorbehaltlos auch für die Einführung von EURO-Bonds sind, um den von COVID-19 besonders gebeutelten EU-Ländern finanziell unter die Arme zu greifen, ... Oder, geht Ihre europäische Solidarität dann etwa doch nicht so weit?"

Was hat "Erste Hilfe" in der Not mit der Vergemeinschaftlichung von Schulden zu tun?
Es starben in Italien Zehntausende Menschen weil keine ausreichende medizinische Hilfe verfügbar war und in der BRD standen 10.000 - 20.000 Intensivplätze frei zur Verfügung. Ich bin sicher, wir hätten mehreren tausend Italienern das Leben retten können. Ja, das muss man tun!

Das Schuldenthema müssen die Südländer mittel- und langfristig jeder für sich lösen.

Europa hat sich richtig verhalten

Die Grenzschließungen waren ja keine Maßnahmen gegen andere Länder, sondern Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und damit völlig legitim. Genau wie Russland die Grenze zu China geschlossen hat und damit das Virus draußen hielt.

15:48 von Autograf

"Die 2 Mio Masken sind im Vergleich zu dem täglichen Bedarf in Deutschland mehr nur als eine Geste zu verstehen."

Die 2 Mio Masken waren die Spende für nur 1 (!) Bundesland, nämlich NRW (die bundesweiten Lieferungen oder Zahlen weiß ich jetzt nicht). Darunter waren auch die heißbegehrten N95-Masken, die momentan schwer zu beschaffen sind. Damit konnten viele Krankenhäuser in NRW ihren Weiter-Betrieb sichern.

@ ist war

Ich glaube, dass sich bei vielen Bürgerinnen und Bürgern der Eindruck aus den ersten Wochen der Krise festgesetzt hat, dass die EU in dieser Krise einfach irrelevant war.

Das stimmt nicht. Aber die Gesundheitspolitik, die Versorgung mit Intensivbetten usw. fällt in die Zuständigkeit der Nationalstaaten und nicht der EU.

@ psxlo

Die Zahl der Infektionen mit täglich 800-1000 ist zwar immer noch relativ hoch, dafür sinkt die Zahl der Todesfälle aber rapide (täglich 20-30 Corona-Tote).

Ich glaube den offiziellen Zahlen der Türkei nicht, weil es dort keine echte Meinungsfreiheit gibt. Die echten Zahlen sind womöglich viel höher.


Bilder von Corona-Kranken, die auf Fluren liegen (wie in einigen EU-Ländern) hat es in der Türkei noch nie gegeben.

Die Bilder gibt es schon, aber heimlich gefilmt. Im Fernsehen dürfen sie nicht gezeigt werden.

@ pxslo

"... Bilder von Corona-Kranken, die auf Fluren liegen (wie in einigen EU-Ländern) hat es in der Türkei noch nie gegeben."

Nur weil es keine Bilder gibt, heisst es doch nicht, dass es nicht passiert ist. Sie wissen doch ganz genau, wie die Türkei versucht, ihren Außendarstellung permanent zu kontrollieren und nur Positives nach außen dringen zu lassen.

So ist es auch jetzt. Die türkische Regierung muss alles tun, um wieder Touristen in das Land zu bekommen. Die Schulden und die Arbeitslosigkeit steigen, Erdogan sitzt nicht mehr fest im Sattel. Deswegen müssen Devisen her.

Generell sollten Urlauber gut überlegen, wo sie ihren Urlaub verbringen möchten. Zumal wenn sich zwischen diesem Ort und der heimischen Wohnung noch eine dichtgedrängte Flugreise befindet.

@ pxslo

... nur bei den in der Türkei entwickelten Beatmungsgeräten, wurden glaube ich Gebühren erhoben.

Es gibt in der Türkei etwa 600 Beatmungsgeräte, die sind alle importiert, meist aus Deutschland oder Israel. Die Meldung von der Eigenproduktion hat sich als Ente einer regierungsnahen Zeitung herausgestellt.

@ pxslo

... Die 2 Mio Masken waren die Spende für nur 1 (!) Bundesland, nämlich NRW...

Das war ursprünglich keine Spende. Aber aufgrund der mindern Qualität hat die türkische Regierung dann von einer Rechnung abgesehen.

16:39 von neo liberal

"Die Zahl der Infektionen mit täglich 800-1000 ist zwar immer noch relativ hoch, dafür sinkt die Zahl der Todesfälle aber rapide (täglich 20-30 Corona-Tote)."

"Ich glaube den offiziellen Zahlen der Türkei nicht, weil es dort keine echte Meinungsfreiheit gibt. Die echten Zahlen sind womöglich viel höher."

Im Zeitalter von Internet und den sozialen Medien sollte es sehr schwierig sein irgendwelche Zahlen zu manipulieren. Außerdem wimmelt es in der Türkei von ausländischen Journalisten und ausländischen Medien.

Sowohl CNN wie auch die BBC haben türkische Krankenhäuser besucht und auch die türkischen Maßnahmen genau analysiert. Fazit waren jeweils positive Berichte (habe das selber original auf Englisch angeschaut). Und das mit den Kranken auf den Fluren und dem Vergleich zu EU-Staaten habe ich bspw. von CNN übernommen. Die haben das nämlich genauso gesagt.

16:52 von Forengeschwätz

"... nur bei den in der Türkei entwickelten Beatmungsgeräten, wurden glaube ich Gebühren erhoben.

"Es gibt in der Türkei etwa 600 Beatmungsgeräte, die sind alle importiert, meist aus Deutschland oder Israel. Die Meldung von der Eigenproduktion hat sich als Ente einer regierungsnahen Zeitung herausgestellt."

Komisch, dass ich Videos von der Fabrik während der Produktion gesehen habe. Einfach mal "biosys Türkei" in die Suchmaschine eingeben oder gleich auf die Herstellerseite (auch auf English beschrieben).

@gotohell um 15:33

Ihr vorletzter Satz vermutet es schon richtig:
"Kann auch nur eine Momentaufnahme sein."
Ein Vergleich von einer EU8 (PRT, ESP, FRA, ITA, DEU, BEL, NLD, PL) mit 333 Mio und den USA mit 330 Mio Einwohner ergibt nach den Zahlen von Johns Hopkins University:
EU8: 117.760 Tote
USA: 112.925 Tote
Die Krise ist noch nicht vorbei. Der Anstieg der Zahlen in der EU sinkt, die Zahlen in den USA wachsen (leider) noch stark und werden die EU8 bald überholen (man rechnet dort mit 200.000 Toten bis September).
Daher halte ich Ihre Anfangsaussagen nicht von den Zahlen gedeckt bzw. als gefühlte Wahrheit.

11:40 von wolf 666

Zitat:"absolute Ohnmacht der EU wie auch totale Hilflosigkeit der EU-Führung in Brüssel"

Sie wissen aber schon, dass die EU auf dem Gebiet der Gesundheitspolitik praktisch keinerlei Vollmachten besitzt? Dass die nationalen Regierungen ausnahmslos sowohl ihre Nachbarn wie auch die EU vor vollendete Tatsachen gestellt haben?

von gestört aber geil 16:04

Ja,da stellt sich die Frage:Welches Kalkül verfolgen Sie ?

@ 17:04 von pxslo

Da brauchen wir nicht drumherum zu diskutieren: Wenn es der Türkei so gut geht, dann freuen wir uns alle. Dann braucht die Türkei ja auch in den nächsten Jahren keine Hilfe von uns. Der türkischen Wirtschaft geht es ja wohl auch blendend, wenn ich Sie richtig verstanden habe. Daher sollten Deutsche nicht aus Mitleid Urlaub in der Türkei machen, sondern lieber die notleidende deutsche Tourismusindustrie unterstützen und hier im Lande Urlaub machen, oder in den Nachbarländern, die ebenso große Probleme haben. Es gibt Meldungen, dass eine türkische Firma Mitte April das erste selbstentwickelte Beatmungsgerät produziert hat. Leider ist im Internet über dieses Gerät nicht viel zu finden. Es gibt ja sehr viele Typen und sehr viele Qualitätsstufen. Gerade bei Covid-19, mit sehr langen Beatmungsdauern, sind sehr aufwändige, weitgehend elektronisch gesteuerte Geräte notwendig, damit die Lunge nicht zu sehr geschädigt wird. Geräte gibt es inzwischen genug - wenn man Geld hat.

@ Dr. Kunze

Die entsprechenden Schutzgüter waren nicht vorrätig. Sie mussten zunächst aus China bestellt werden und zum größten Teil bestanden erhebliche Mängel. Erkundigen Sie sich einmal bei den Zahnärzten, von denen viele noch vor 4 Wochen nicht ausreichend versorgt waren.

Dann ist das aber ein Versäumnis der Zahnärzte. Bei dem, was die verdienen, könnten sie schon auch mal für ihre Ausrüstung vorsorgen.
Da ist es doch Quatsch, dem Staat die Schuld für die mangelnde Weitsicht zu geben. Der deutsche Staat war gut vorbereitet und hat gut und vernünftig in der Krise gehandelt.

14:47 von pxslo

Zitat:"Und damit dafür gesorgt, dass die Kliniken einigermaßen ausgelastet wurden, was für dringend benötigte Einnahmen gesorgt hat."

Wenn Sie wirklich glauben, deutsche Kliniken hätten italienische oder französischen Patienten aufgenommen, um bessere Einnahmen zu erzielen, dann ist Ihnen nicht zu helfen.

Zitat:"die Türkei hat in über 80 Länder dringend benötigtes medizin. Material geliefert. Darunter waren viele EU-Staaten (GB allein 3 Lieferungen), die USA, aber auch Deutschland. Die Bundesregierung wollte dies der eigenen Bevölkerung aber lieber nicht mitteilen und deshalb wurde das ganze nicht an die große Glocke gehängt. "

So, die böse deutsche Regierung verschweigt türkische Hilfe? Warum hat es dann die Türkei nicht an die große Glocke gehängt? Herr Erdogan ist doch sonst auch nicht so zurückhaltend.

@ Bernd Kevesligeti

Ja,da stellt sich die Frage:Welches Kalkül verfolgen Sie ?

Wenn ein gebürtiger Russe sich kritisch zur russischen Regierung äußert, wird er seine Gründe haben. Sie sprechen gern für die russischen Machthaber und werden sicherlich auch Ihre Gründe haben. Es herrscht Meinungsfreiheit, zumindest in Deutschland.

EU-Staaten in der Corona-Krise:Man hilft sich d....

In dem Artikel wird das European Council for Foreign Relation (ECFR) erwähnt.Es ist eine private Institution.Zu einem Drittel von Regierungen finanziert.Dann noch von der NATO,von Daimler,von Microsoft(Gates).Hauptsponsor ist die Open Society Foundation(Soros).

17:51 von Ist Wahr

"Hat das noch jemand nicht verstanden? Die Regierung der demokratischen Türkei darf bei Strafe nicht kritisiert werden, also vorsichtig argumentieren."

Einfach mal türkische Medien anschauen. Viele westliche Medien-Riesen haben türkische Ableger (CNN, BBC, DW, FoxNews usw.), die in türkische Sprache senden und gerne die türkische Regierung wie auch Präsident Erdogan kritisieren, was ich auch richtig finde. Kritik an der Arbeit der Regierung ist für mich ein enorm wichtiger Teil der türkischen Demokratie und des Rechtsstaates, auf das ich nicht verzichten möchte.

@ wolf 666

Er will tatsächlich angesichts dessen, dass in mehreren EU-Länder das Gesundheitssystem kollabierte und absoluter Ohnmacht der EU wie auch totaler Hilflosigkeit der EU-Führung in Brüssel verkaufen

Auch wenn Ihnen das anscheinend passen würde. Kein Gesundheitssystem ist kollabiert und die "EU-Führung" (wen meinen Sie damit eigentlich) war auch keineswegs hilflos. Übrigens ist die EU nicht für die Gesundheitspolitik zuständig.

Thematische Ausrichtung

Sehr geehrte NutzerInnen von meta.tagesschau.de, bitte achten Sie bei der Erstellung Ihrer Kommentare auf die thematische Ausrichtung. Kommentare, die zu sehr vom Thema abweichen, können nicht freigeschaltet werden. Mit freundlichen Grüßen Die Moderation meta.tagesschau.de P.S. Diese Mitteilung gilt allen TeilnehmerInnen dieser Diskussion.

18:01 von Peter Meffert

Zitat:"Und damit dafür gesorgt, dass die Kliniken einigermaßen ausgelastet wurden, was für dringend benötigte Einnahmen gesorgt hat."

"Wenn Sie wirklich glauben, deutsche Kliniken hätten italienische oder französischen Patienten aufgenommen, um bessere Einnahmen zu erzielen, dann ist Ihnen nicht zu helfen."

Die Krankenhäuser haben aktiv gar nichts gemacht, sondern die Aufnahme von Corona-Patienten war Sache der Länder. Die haben die Anzahl der Patienten und das Krankenhaus gewählt. Dabei hat man auch die Fix-Kosten von Kliniken miteinkalkuliert. Ein Krankenhaus, das ein Intensivbett bereithält verursacht Kosten - völlig gleichgültig ob belegt oder nicht. Dann lieber mit Patienten aus der EU belegen (warum nicht anderswoher?) und für die nötige "mediale Aufmerksamkeit" sorgen. Das ist die Politik.

von Forengeschwätz 18:03

Also-"gebürtiger Russe" und "Machthaber",was soll Ihr Kommentar aussagen ?

18:13 von Forengeschwätz

"Auch wenn Ihnen das anscheinend passen würde. Kein Gesundheitssystem ist kollabiert und die "EU-Führung" (wen meinen Sie damit eigentlich) war auch keineswegs hilflos."

Natürlich ist das Gesundheitssystem in einigen Ländern kollabiert. Patienten, die auf Krankenhausfluren behandelt werden, fehlende Beatmungsgeräte, die Prioritäten erzwingen (wer zuerst?) oder ins Ausland ausgeflogene Kranke lassen keinen anderen Schluss zu. Man war hilflos und wie gelähmt. Viele Regierungen haben total versagt!

@Bernd Kevesligeti

"In dem Artikel wird das European Council for Foreign Relation (ECFR) erwähnt.Es ist eine private Institution.Zu einem Drittel von Regierungen finanziert.Dann noch von der NATO,von Daimler,von Microsoft(Gates).Hauptsponsor ist die Open Society Foundation(Soros)."

Hat man keine Argumente mehr holt man schnell George Soros her.

re von german-canadian 19:26

Das war nicht viel mehr als eine Abschrift aus Wiki.
Aber wenn das nicht genehm ist,die Strukturen offen zu legen ?

@pxslo, 19:06 Uhr

Kein Gesundheitssystem ist "kollabiert", also total zusammengebrochen. Allerdings standen einige kurz davor (USA, GBR). ITA hatte das Pech, frühzeitig mit dem Virus konfrontiert zu werden. Auch dort, wie fast überall, gab es Lieferengpässe in Sachen Schutzausrüstung. Aber immerhin hat ITA harte Maßnahmen ergriffen und das Virus nicht verharmlost (wie Trump, Bolsonaro und Johnson). Die EU hat insgesamt in Sachen Corona kompetent und engagiert gehandelt

12:30 von pxslo

Ich frage mich immer wieder warum Anhänger einer bestimmten politischen Richtung häufig Deutschland Schlechtreden.
Zumal dieselben Menschen bei anderer Gelegenheit sich ein "starkes" Deutschland wünschen.

Was soll diese Lobhudelei der Türkei?

@pxslo, am 11. Juni 2020 um 18:07:

"Kritik an der Arbeit der Regierung ist für mich ein enorm wichtiger Teil der türkischen Demokratie und des Rechtsstaates, auf das ich nicht verzichten möchte."

Mit Verlaub, aber bislang habe ich ausnahmslos nur Lobeshymnen auf die türkische Corona-Politik und Erdogan von Ihnen gelesen (teils mit fragwürdigen und nicht näher überprüfbaren Behauptungen). In diesem Zusammenhang mutet es auch ein wenig seltsam an, zu betonen, dass einem ausgerechnet die "türkische Demokratie und Rechtsstaat" angeblich so wichtig seien. Denn Erdogan tut alles, um beides aktiv zu untergraben und zu schwächen (siehe u.a. die Wiederholung der OB-Wahl in Istanbul, Absetzung von demokratisch! gewählten Bürgermeistern in der Osttürkei!). Nein, ich traue diesem Regime am Bosporus nicht . . . schon gar nicht, was die tatsächliche Corona-Lage dort betrifft. China und ihre Zensurpolitik lassen grüßen!

@german-canadian 19.26

und Sie sehen kein Problem dabei, wenn halbamtliche Institutionen von der NATO, Daimler, Microsoft, Soros finanziert werden und damit abhängig? Jenseits demokratischer Kontrolle? Na dann...

@13:11 von harry_up @ pxslo, 12:30

//„Hoffentlich bleibt das bei denen im nationalen Gedächtnis hängen. Daraus müssen dann später die Konsequenzen gezogen werden.“

Wie soll man denn “Konsequenzen“ jetzt verstehen?
Das klingt eher nach Vergeltung als nach Verständigung, die auch nach dem “Deutschen Versagen“ auf Dauer für beide Seiten gewinnbringender sein dürfte.//

Ja, das klingt nach Vergeltung und genauso ist es auch gemeint. Wenn es gegen Deutschland geht, ist pxslo immer an vordester Front dabei. Da hilft nur ignorieren.

Darstellung: