Ihre Meinung zu: Umfrage: Mehrheit befürwortet ärztliche Sterbehilfe

25. Februar 2020 - 8:17 Uhr

Die Mehrheit der Deutschen findet, dass Ärzte straffrei bleiben sollen, wenn sie Schwerstkranke beim Suizid unterstützen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap im Auftrag von Report Mainz hervor.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
2.6
Durchschnitt: 2.6 (5 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Grundrecht sterben

sollte für Schwerstkranke ein Grundrecht darstellen, die Lösung aus Oregon klingt vielversprechend. Leider werden wir durch "christliche" Parteien auch in Zukunft ausgebremst werden. Man kann nur hoffen das in bald in viele gesellschaftlichen Themen die bei unseren Nachbarn bereits fortschrittlich gehandhabt werden auch wir Deutsche mal ankommen.

Die Mehrheit

Ist sicherlich je nachdem wer, wie, warum, wann , wen umfragt auch für die Todesstrafe...
Was will uns der Autor damit sagen?
Was ist sein Ziel?
Sozial verträgliches Frühableben?
Empfehle dazu Lisa Eckhardt in der ARD zur Patientenverfügung anzusehen.

Gnade

Es ist ein Akt menschlicher Gnade dem Mitmenschen einen würdevollen Tot zu ermöglichen. Jeder Mensch hat ein Recht, sein Recht über sein eigenes Leben zu bestimmen. Das darf niemanden abgesprochen werden. Wird es das, so werden viele alte und kranke Menschen sich töten, solange sie noch dazu in der Lage sind.

Ich will selbst bestimmen.

Ich bin für ein würdiges sterben und zwar in Deutschland. Es muss doch nicht sein, dass ich dafür in die Schweiz fahren muss. Früher mussten die Frauen zur Abtreibung in die Niederlande fahren. Übrigens, ich will auch nicht einen langen Kampf mit Behörden und Fachgruppen die dann entscheiden ob sie mir eine Gnade erweisen.

@ oooohhhh

"Die Mehrheit ist sicherlich je nachdem wer, wie, warum, wann , wen umfragt auch für die Todesstrafe..." Am 25. Februar 2020 um 08:31 von oooohhhh

Und das schließen Sie woraus?

Schwere Krankheiten im Alter können jeden von uns treffen, entsprechend ist das Interesse an dem Thema.

Ich selbst würde nicht bettlägerig werden wollen. Das hat schlimme Nebenwirkungen - Wundlegen, Schmerzen in allen Gelenken, die nur durch Bewegung ernährt werden (Blutgefäße gibt es da nicht so, wie im übrigen Gewebe, da sie kaputt gehen würden).
Und das alles zusätzlich zu der Erkrankung.

Mein Großvater wurde zum Schluss nur noch sediert und hat bis zum Tod durchgeschlafen.

Mein anderer Großvater wurden nach Herzstillstand reanimiert und verbrachte die letzten 3 Monate seines Lebens im Bett im Krankenhaus. Er konnte sich nicht einmal den Becher mit dem Trinkwasser holen.

Ich kann verstehen, dass die Menschen die letzten Zeit ihres Lebens nicht im solchen Gefängnis verbringen wollen.

Die Mehrheit

Die aufgeklärte Mehrheit ist sicher für eine Selbstbestimmung des Lebens. Jeder, der sterben will, sollte das auch tun dürfen. Und wer selbst nicht mehr in der Lage ist, dem sollte geholfen werden dürfen.
Eine fremd-Bestimmung, nicht streben zu dürfen wird hauptsächlich von Gläubigen vertreten. Diese denken, Gott wird das schon machen.
Leben wir in einem freien und aufgeklärten Land? Oder bestimmt ein Gottesstaat mit Christen-Lobby unsere Gesetze?
Herrgott, lass Hirn vom Himmel regnen.

@ oooohhhh, um 08:31

Was sollen Ihre unsinnigen Fragen?
Was der Autor “uns“ damit sicher n i c h t sagen will, kann ich Ihnen vielleicht aus eigenem Erleben erklären.

Als sich meine Frau vor fast 4 Jahren bei vollem Verstand monatelang ihrem Tod (Brustkrebs) entgegenquälte, bat sie mich etwa 1 Woche vor ihrem Tod inständig, sie in die Niederlande zu bringen, wo man sie vorzeitig von ihren Schmerzen erlösen würde.
Das ging natürlich nicht.

Wenn ich dann so etwas wie “sozial verträglich“ lese, gibt mir das einen tiefen Stich.
Setzen Sie sich mit diesem Thema unbedingt einmal “hautnah“ auseinander, dann werden Sie sehr schnell feststellen, wie unangebracht manch jemand Ihren Kommentar empfinden muss, der offensichtlich mit diesem Thema mehr Erfahrung hat.

Dazu brauche ich jedenfalls keine Comedians...

Aus guten Gründen verbietet

Aus guten Gründen verbietet unser Recht die sogenannte geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung. Vor allem zwei Gründe/Hintergründe scheinen mir hier bedeutsam:
Einerseits gibt es mangelnde Aufklärung über palliativmedizinische Versorgung sowohl im stationären wie ambulanten Bereich und auch über die stationären und ambulanten Hospizbereich und deren weitreichende Möglichkeiten von Schmerzlinderung und passiver Sterbebegleitung.
Andererseits gibt es die Schattenseiten des von den Befürwortern ärztlicher aktiver Sterbehilfe angeführte hohe Gut der Selbstbestimmung: bei einer lockeren Handhabung aktiver Sterbehilfe steigt auch der Druck auf Schwerstkranke und schwer chronisch Kranke, dem eigenen Leben und dem Leiden der Umgebung und den Kosten ein Ende zu bereiten; anders formuliert: wir brauchen eine (neue) Sensibilisierung für Würde und Wert des Lebens bis zum Ende.
Was gut ist: Die Diskussion wird meist mit dem nötigen Respekt als Diskurs der leisen Töne geführt. Das ist angemessen.

Vier Fünftel!

Warum wird das Thema Sterbehilfe nicht endlich dem Willen der Bürger entsprechend geregelt? Deutschland steht auch im internationalen Vergleich sehr rückständig da. Die Euthanasie-Vergangenheit ist nur eine faule Ausrede und die Kirchen verlieren seit langem Einfluss und Mitglieder. Warum wird hier noch auf sie gehört?

Vor der unwürdigen Behandlung

eines auf Pflege und Hilfe angewiesenen Menschen, sollte er eine freie Entscheidung treffen können.

Na ja

Ok vernünftig aber man sollte aufpassen ,dass eine Mitgliedschsft in einer falschen Partei nicht die Sache beschleunigt. Also nicht der Arzt sondern eine neutrale Kommission aus Ärtzte müsse da sein .Schmerzt es ist es schlimm aber man müsste vorher auch prüfen ,unheilbar und und und .

Bin dafür

Ich möchte auch das Recht haben, zu sterben wenn ich nur noch dahinsieche.

Denn ein Leben ist das dann auch nicht mehr.

Man wollte verhindern dass Institutionen Geld an Sterbehilfe verdienen, so.

Man hat aber wohl weniger Probleme damit wenn Ärzte und vor allem die Pharmaindustrie Geld mit tödlichen Kranken verdienen?

@ andererseits

Im Artikel geht es doch gar nicht um Geschäftemacherei mit der Sterbehilfe. Das ließe sich auch zuverlässig verhindern, andere Länder machen es vor. Und wo sehen Sie hier "mangelnde Aufklärung" zur Palliativmedizin? Das stimmt doch einfach nicht.

@ Herwig4 09:00 Uhr

"Und wer selbst nicht mehr in der Lage ist, dem sollte geholfen werden dürfen."
Die Frage ist doch; wem wollen sie diese Verantwortung übertragen?
Ärzten, weil "vom Fach"?
"Personen" welche Lust verspüren zu Töten?
Warum sollte der Betroffene nicht vorher diesen Schritt selber regeln und ihn nicht einfach Anderen überlassen?
Auch das ist Selbstbestimmung jedoch in eigener Verantwortung.

Es gibt keine Pflicht zu leben

Das wurde auch schon höchstrichterlich festgestellt.

Warum es Herrn Spahn und der Regierung insgesamt egal ist, was die Richter sagen, das muss man mir erklären. Oder warum dürfen selbst todkranke Patienten die Medikamente für einen friedlichen Tod nicht erhalten?

Steht etwa Herr Spahn oder die Regierung außerhalb der Gesetze? Ich habe den Eindruck und es gibt ein miserables Vorbild ab, wenn sich nicht mal mehr die Minister und die Regierung daran halten.

@ andererseits

Palliativ-Medizin stößt regelmäßig an Ihre Grenzen und kann dann nur noch das Leiden verlängern, nicht verringern. Besonders da es einem tot kranken einerlei ist ob er länger lebt und leidet, oder in Würde relativ schmerzfrei sterben kann. Zum "Wert des Lebens bis zum Ende". Ersten: Das sollte der betreffende Entscheiden wann sein Leben zu ende ist. Zweitens: Leiden ist nicht erstrebenswert und Drittens Religion hat in dieser Debatte mal so gar nichts verloren und somit auch nicht Entscheidung dritter aus religiösen Motiven wie toll es ist länger zu leiden...

09:05 von andererseits

Vielen Dank.

Sehenswert

Ich empfehle jedem der sich mit diesem Thema auseinandersetzten will die Dokumentation der ARD mit dem Titel "Politiker blockieren, Patienten verzweifeln" zu jederzeit in der Mediathek abrufbar und unbedingt bis zum Ende schauen...…..mir hat diese Reportage ein Stück weit das Vertrauen in den ÖR wiedergegeben.

Würde

Wenn ich mich dazu entscheiden müsste, Leiden zu verkürzen, brauche ich keine staatliche Regulierung.
Der Staat hat die Würde und den Willen seiner zu beachten.
Ärzte, die ihre Patienten kennen, sollten nach ihrem Gewissen Hilfe Leisten, ohne staatlichen Einfluss.

@ 09:12 von FritzF

Ich meine, wir sollten nicht per se davon reden, dass jede Behandlung eines auf Pflege und Hilfe angewiesenen Menschen eine "unwürdige Behandlung" ist: mit Recht weisen nicht nur Behindertenverbände darauf hin, dass es eine bedenkliche Entwicklung darstellt, ein Leben, das deutlich stärker auf Pflege und Hilfe angewiesen ist, als "unwürdig" zu bezeichnen.
Und das sage ich als jemand, der beruflich wie privat mit Situationen schwerst und chronisch Kranker zu tun hatte und hat und das Leiden und die schwierigsten Fragestellungen, wie soll es weitergehen, aus nächster Nähe kennt. Auch heute ist es möglich, z.B. bei Sedierung von Patient*innen mit starken Schmerzen/Leiden das dadurch wahrscheinlicher werdenden Sterben bewusst zuzulassen. Und ich habe Respekt vor jedem Menschen, der manchen Schmerz und Siechtum nicht mehr aushalten möchte.
Aber schon die Frage, wie man mit schwerst Depressiven und ihrem Sterbewunsch umgeht, zeigt den Ernst der Frage und der Lage: behandeln geht vor.

@andererseits um 9:05

Einerseits gibt es mangelnde Aufklärung über palliativmedizinische Versorgung ...

Da haben Sie aber recht wenig Ahnung davon, was man unter palliativmedizinischer Begleitung verstehen darf.

Klar, die Schmerzen sind weniger. Aber nicht weg. Dazu braucht man weitere Medikamente, u.a. weil die Darmtätigkeit durch die Schmerzmittel so gut wie eingestellt ist.
Es sind keine mit Leben erfüllten Tage, es sind nur Tage, die man am Leben ist.

Andererseits gibt es die Schattenseiten ... steigt auch der Druck auf Schwerstkranke und schwer chronisch Kranke...

Das ist ein Scheinargument. Oder was passiert da, wo Sterbehilfe erlaubt ist?

Alle, die gegen Sterbehilfe sind, müssen sich fragen lassen, ob sie selbst auch nur einen Tag oder gar mehr als 10 Jahre (fast) komplett hilflos und unter Dauerschmerzen leben wollten.

Hier muss das Recht auf Selbstbestimmung Vorrang haben, auch wenn man dabei ein sehr kleines Risiko eingehen müsste.

An einigen Kommentaren merkt

An einigen Kommentaren merkt man, wie wichtig es ist, das bisherige Verbot jeglicher Sterbehilfe beizubehalten. Z.B. wenn die Erinnerung an die "Euthanasie" der Nazis als "faule Ausrede" bezeichnet oder die Vokabel "rückständig" für die Skrupel verwendet wird, die man in Deutschland hat wegen einer Lockerung der gesetzlichen Regelung zur Sterbehilfe. Wer sterben will hat doch bereits die Möglichkeit, dies zu tun. Das Recht verbietet lediglich, dass andere mir dabei helfen. Die allermeisten Ärzte werden auch gar nicht bereit sein, aktive Sterbehilfe zu leisten. Jeder der Sterbehilfe befürwortet und von "Gnade" spricht, sollte sich einmal genau überlegen, wie das wäre, wenn e r oder s i e für die Ausführung verantwortlich wäre. Ich bin sicher, so mancher würde dann ins Zweifeln und Nachdenken kommen.

Mitgefühl

Wer gegen die Sterbehilfe ist, hat wohl noch nie einen todkranken Menschen gepflegt und mit ihm seine unerträglichen Schmerzen erleben müssen. Ich denke nicht, dass es erstrebenswert ist die letzten Wochen oder Tage in vollnarkotisiertem Zustand zu verbringen und einen Kampf zu führen, den man nicht gewinnen kann. Menschen bereiten ihren Weg vor und möchten loslassen wenn sie alles erledigt haben. Für mich stellt sich auch die Frage inwieweit die medizinische Versorgung die Qualen unnötig verlängert. Wären nicht die « guten » Einrichtungen vorhanden, würde sich das Problem gar nicht stellen. Diese Menschen sind ohne medizinische Hilfe nicht überlebensfähig und sollten dann auch in Frieden gelassen werden und wenn jemand sich wünscht vor diesem Zustand aus dem Leben zu treten sollte man ihn in vollem Bewustsein unterstützen. Ich möchte zufrieden sterben, wissend dass ich ein schönes Leben hatte, und nicht mit Höllenqualen wenn der Tag gekommen ist. Alles geht zu Ende, die Frage ist wie

Unsinnig

Die aktuelle Rechtslage ist absolut unverständlich aber viele die nicht in der Situation gewesen sind können es nicht nachvollziehen.
Mein Vater hatte eine unheilbare Knochenmarkserkrankung und war auf mehrmalige Blutransfusionen/ Woche angewiesen über Jahre hinweg. Nach Jahrelangem Kampf als der Körper immer schwächer wurde kam es eines Tages zu kompletten Nierenversagen und mein Vater hat sich entschieden es nicht mehr behandeln zu lassen im Wissen dass er dann nur noch wenige Tage zu leben hat. DIe folgenden Tage auf der Palliativstation waren das schlimmste was man sich vorstellen kann. Der Körper schwemmt auf es lagert sich überall Wasser ab und schlußendlich ist er langsam an der Flüßigkeit in seiner Lunge erstickt. Eine palliative Sedierung hätte Ihm viel Qual erspaart in einer unausweichlichen Situation, aber Die Chefärztin meinte es ist rechtlich nicht möglich. Keiner der nicht in so einer Situation war sollte sich anmaßen darüber zu entscheiden ob Sterbehilfe sinnvoll ist.

Übrigens...

...wurde gerade eben im erzkatholischen Portugal ein Gesetz über die Straffreiheit von Ärzten, die Sterbehilfe leisten, verabschiedet.
Auch wenn dort Sozialdemokraten die Regierung bilden, so ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung sehr stark im christlichen Glauben verankert und hatte dieses Gesetz bei Umfragen mit großer Mehrheit befürwortet.

@ UnabhängigerDenker

Ich möchte auch das Recht haben, zu sterben wenn ich nur noch dahinsieche. DAS möcht ich auch, vor allem wenn man einmal dabei hilflos zu sehen mußte. Ich werde nie diesen "Bitte hilf mir Blick" meines alten Herren vergessen, der nach mehreren Schlaganfällen am Krankenhausbett fixiert war, weil er sich die Schläuche entfernt hat. Es hat dann noch einige Monate als Pflegefall gedauert bis er erlöst war.

Mangelnde Pflegekräfte

Also diesen Artikel direkt neben einen Artikel über einen Mangel an Pflegekräften zu setzen, finde ich ja fies. Soll ich das als subtilen Hinweis darauf lesen, dass sich mit der Zulassung der Sterbehilfe das Problem mit den Pflegekräften etwas entspannen ließe?

Jedenfalls ergibt sich das als logische Assoziation, wenn man beide Artikel so nebeneinander setzt, wie die ARD-Redaktion es getan hat. War das Absicht?

Selbstbestimmung

Es gibt schon seit Jahren die Patientenverfügung, in der ich persönlich und individuell bestimme, wie mein Leben zu Ende gehen soll wenn der Sterbefall unumkehrbar bevorsteht. Diese Patientenverfügung ist von allen zu akzeptieren. In einer Vorsorgevollmacht binde ich zusätzlich einen engen Angehörigen mit ein, meinen Willen durchzusetzen. Beide Formulare sind also in Kombination unabdingbar, daß ich persönlich auch im Fall der Fälle über mein Leben bestimme. Ich kann allen Bürgern, nicht nur ältere sondern auch JÜNGERE, nur raten sich mit diesen Themen zu beschäftigen. Viele Ehrenämtler in Betreuungsvereinen führen dazu kostenlose Beratungen durch.

Schweres Thema

Ich bin grundsätzlich dafür, dass die Menschen über ihr eigenes Schicksal selbst bestimmen können. Eine drei oder vier Säulen Entscheidung finde ich daher überlegenswert. Die Ärzte, Psychologen, der Patient und nach Möglichkeit nahestehende Personen sollten in diesem Prozess involviert sein. Vielleicht noch eine zusätzliche Zeitblockade basierend auf dem Krankheitsbild um die Sache nochmal zu Überdenken und dann kann man von einer sicheren Entscheidung sprechen.
Es muss auf jeden Fall eine erpressungsfreie Entscheidung sein und die Krankenkassen dürfen auch nicht intervenieren um Patienten los zu werden die ihnen zu teuer sind. Einen guten Weg gibt es hier nicht, da die moderne Medizin das Leiden verlängern kann und auf der anderen Seite die geringe Chance auf Minderung besteht.
Es werden jetzt schon aus Alters- und Geldgründen nicht alle medizinischen Möglichkeiten ausgereizt. Das muss sich dann natürlich auch ändern.

Selbstbestimmung

Keinem Staat oder einer Person geht es etwas an, was ich mit meinem Leben mache. Wer sich dafür entscheidet, egal aus welchem Grund, sein Leben zu verkürzen, hat dafür persönliche Gründe die zu akzeptieren sind. Das gilt auch für Selbstmord.

Einen Arzt zu bestrafen, wenn er zu einem Tod ohne Schwerzen verhilft, ist m.E. eine Frechheit.
Weshalb will der Staat unter allen Umständen Menschen auch gegen deren Willen am Leben halten? Weil z.B. auch Hirntote für Steuereinnahmen und Vermehrung des BIP sorgen?

Meinungsmache

Es ist nicht die Mehrheit der "Deutschen" sondern die Mehrheit der "Befragten" dieser Ansicht.
Eine Umfrage kann demnach in dieser Form nicht repräsentativ für Miilionen von Menschen sein.

Und zur Sterbehilfe (vor allem im zusammnehang mit Organspende) ist zu sagen; da Geld im Bereich der Medizin und auch im privaten Umfeld eine wesentliche Rolle spielt, sollte man sehr sehr vorsichtig mit der Befürwortung der Sterbehilfe sein.

Empfehlenswert ist hier der Film:

"Die Lebenden und die Toten" mit Ulrich Tukur.

Sterbekultur

In den meisten westlichen Ländern gibt es leider keine Sterbekultur. Man klammert das Sterben aus.
Pflege und Sterben hat keinen Stellenwert.
Es gibt kaum Menschen die eine gute (!) Patientenverfügung haben. Und manche die sie haben, haben sich aber nicht wirklich damit auseinandergesetzt.
Kürzlich starb mein Patenonkel (hatte eine miserable Patientenverfügung) mit langer Vorerkrankungsgeschichte. Seit gut einem Jahr hörte man ständig: Warum kann man mir nichts geben dass ich sterben kann?
Einem Monat vor seinem Tod hätte es gereicht wenn er selber auf Antibiotika verzichtet hätte. Hat er aber nicht. Er selber war es dann der den Tod verzögerte.
Warum?
Weil immer jeder nur sagt: Ich will zuhause sterben, ich will nicht ins Heim, ich will dass ich sterben kann wann ich will etc pp
Wenn es dann aber darauf ankommt, nimmt man das Schicksal nicht selbst in die Hand, sondern übergibt es den Ärzten.
Man muss selber Verantwortung übernehmen!

Heuchlerisch

Der große Anteil ist für Sterbehilfe. Aber wer verhindert eine vernünftige Regelung? Haben wir da zu viele radikale Religionsverfechter an den politischen Schaltstellen? Damit meine ich nicht die Islamisten, sondern die Großreligionen, denen seit Jahren die Gläubigen weglaufen, weil ... Die verhindern, dass Menschen sterben dürfen - sie täten es ja sowieso, jedoch ohne Hilfe elendiglich. Ich habe das bei meiner Mutter erleben müssen: grauenhaft! Ich würde das hier gerne beschreiben, dem Pfarrer meiner Gemeinde erzähle ich das öfters, vielleicht verstehen die dann, wie sehr das auch die Angehörigen quält. Angst vorm Sterben habe ich nicht, nur vor dem Siechen und den damit verbundenen Qualen. Aber mit einer CDU-Regierung bekommen wir keine Regelung, die Anstand hätte.

67 % wollen die Sterbehilfe, ich auch

Die vom Volk gewählte und für das Volk arbeitende Regierung hat den Willen des Volkes umzusetzen!

Freundliches Angebot

Das ist grundsätzlich ein freundliches Angebot der Gesellschaft und Mehrheit darin. Die Entscheidung darüber sollte man jedoch den Ärzten überlassen, wer das wann machen will. Ich Arzt halte es mit heiligen obersten Berufseid nach Hippokrates für nicht vereinbar und aus meiner Sicht kann es keine "Tötungskliniken" geben. Ich habe das Dilemma selbst erlebt in meinen jungen Berufsjahren, als da einerseits die geliebte Mutter an einem Krebsleiden dahin starb und ich andererseits Macht und Mittel hatte, ihr Leben vorzeitig zu beenden. Danach in Tausenden von Fällen in der Klinik überprüft. Die Ärzte wissen schon selbst, wann es gnädiger ist auf Maschinenbeatmung etc zu verzichten und wie der Konsens mit Angehörigen und Justiz herzustellen ist. Man bilde die Ärzte anständig aus, dann braucht es keine Patietenverfügungen noch Tötungskliniken

Idee für alle Gegner Würdigen Sterbens

Kommt mal zu mir in die Onkologie und guckt und hört (!) beim Sterben zu.
Danach fehlen alle Gegenargumente.

@09:41 von andererseits

Wir sollten hier weder in das eine noch in das andere Extrem tappen.

Ein Leben unter pflegerischer Unterstützung ist nicht unbedingt ein schlechtes Leben.
Es gibt effektive palliative Behandlungen, die Patienten enorm an Lebensqualität geben und an Leid nehmen.
Aber auch die haben ihre Grenzen.

Natürlich ist die Entscheidung eine Gratwanderung mit vielen Fallstricken, die ja auch immer wieder benannt werden. Wir müssen wirksame Mechanismen finden, damit wir diese umgehen.

Das psychische Störungen nicht auf die Liste der chronischen Krankheiten gehören, die einen unterstützten Suizid rechtfertigen, sollte zudem klar sein.
Es geht ja auch hauptsächlich um jene, die rein körperlich gar nicht mehr dazu in der Lage sind einen Suizid eigenständig durchzuführen.

@benedictremark um 9:42

Wer sterben will hat doch bereits die Möglichkeit, dies zu tun.

Dann erklären Sie mir bitte wie das geht.

Jeder der Sterbehilfe befürwortet und von "Gnade" spricht, sollte sich einmal genau überlegen, wie das wäre, wenn e r oder s i e für die Ausführung verantwortlich wäre.

Ich wäre bereit, einem anderen zu helfen, wenn ich seine Lage kenne und es erkennbar auf dem eigenen Willen basiert.

Es ist ein Gebot der Nächstenliebe, auch diesen Dienst zu erweisen, wenn jemand aus guten Gründen nicht mehr leben will. Auch die beste Palliativmedizin hilft nur bei der Linderung und wird den Tod nicht verhindern.

Ich kann beim besten Willen aus Ihren Worten keine Gründe für eine Beibehaltung der bisherigen Praxis erkennen.

Da ist nur Moral und sonst nichts. Und die eigene Moral darf keinem anderen aufgezwungen werden.

@10:12 von Realgedanke

>>Übrigens...

...wurde gerade eben im erzkatholischen Portugal ein Gesetz über die Straffreiheit von Ärzten, die Sterbehilfe leisten, verabschiedet.
Auch wenn dort Sozialdemokraten die Regierung bilden, so ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung sehr stark im christlichen Glauben verankert und hatte dieses Gesetz bei Umfragen mit großer Mehrheit befürwortet.<<

Die Portugiesen sind zwar zu großen Teilen katholisch, die CSU würde da mit ihren Stammtischparolen aber trotzdem nicht weit kommen.
Das Land ist insgesamt eher linksgerichtet; auch die Drogenpolitik dort ist äußerst liberal und Drogenkonsum vielfach straffrei.
In Portugal gab es bis in die 70er eine rechte Diktatur. Das hat Spuren (und eine Abneigung gegen rechts) hinterlassen.

rechtlich sind Ärzten die Hände gebunden

Aber Ärzte dürfen ja den letzten Schritt nicht gehen wenn er nötig wäre ,das ist ja das Problem.
Im Falle meines Vaters wurde Ihm eine palliative Sedierung verwährt nachdem er nach Jahrelanger Erkrankung und Kampf sich dazu entschlossen hat ein vollständiges Nierenversagen nicht mit Dialyse behandeln zu lassen.
Hier war somit das Sterben unausweichlich und eine Frage von Tagen. Allerdings war es aufgrund der rechtlichen Lage viel qualvoller als es die letzten Tage hätte sein müssen.

Sterbehilfe in frühen Stadium einer Erkrankung ist schwieriger zu beurteilen , aber wenn der Tod eine Frage von Wochen ist die nur unter Qual verlaufen dann sollte das Gesetz nicht entscheiden ob man sich dieser Qual aussetzen muss.

Laßt doch endlich einmal die Religion oder den Glauben...

...an einen Gott bei dem Thema Sterbehilfe weg!

---

Jeder Mensch sollte das Recht haben über das eigene Ableben wenn möglich selber entscheiden zu dürfen.

Wer gibt der Politik denn das Recht über mein Leben
und dem eigenen Tod entscheiden zu dürfen?

Wenn ich einmal in die Situation komme schwerstkrank zu sein mit dem Wissen ohne Hilfe einen qualvollen und vielleicht auch langen Tod erleiden zu müssen,
nur weil es ein Gesetz gibt, daß es Ärzten verbietet mir beim sterben zu helfen, ja dann lebe ich in einem Unrechtsstaat.

Man wird ja praktisch als betroffener dazu gezwungen
illigale Hilfe zu beanspruchen.

Das muß endlich geändert werden!

@09:42 von benedictremark

>>An einigen Kommentaren merkt man, wie wichtig es ist, das bisherige Verbot jeglicher Sterbehilfe beizubehalten. Z.B. wenn die Erinnerung an die "Euthanasie" der Nazis als "faule Ausrede" bezeichnet...<<

Das finde ich nicht vergleichbar. Es geht nicht darum systematisch Menschen zu vernichten und dies mit autoritärsten Mitteln durchzusetzen.
Es geht darum den Raum individueller Entscheidungsmöglichkeiten zu erweitern.

"Wer sterben will hat doch bereits die Möglichkeit, dies zu tun."

Es geht genau um die Menschen, die aus eigener Kraft nicht mehr zum Suizid in der Lage sind. Aktuell verweigern wir diesen Menschen die Möglichkeit des Suizids - weil sie körperlich zu schwach sind. Das wird dann mit Mitmenschlichkeit begründet.

>>Die allermeisten Ärzte werden auch gar nicht bereit sein, aktive Sterbehilfe zu leisten.<<

Dann sollen sie es lassen. Zwingen sollte man dazu niemanden.
Aber darum geht es nicht. Es geht darum ob wir es allen verbieten.

Was für eine scheinheilige

Was für eine scheinheilige Diskussion. Die aktive Sterbehilfe wird in Deutschland kommen und das mit absoluter Sicherheit. Spätestens dann, wenn keiner mehr weiss wie die geburtenstarken Jahrgänge schwerstgebrechlich im Alter versorgt werden können und müssen.

@ Interzoni

Sie wollen den Willen der Bürger aus einer Meinungsumfrage ableiten? Ist das Ihr Ernst? Dann können wir ja gleich unsere Parlamente abschaffen und deren Entscheidungen durch Abstimmungen per App ersetzen..., sozusagen "Appstimmungen".
Nein, wir leben in einer repräsentativen Demokratie und, auch wenn diese nicht das Paradies auf Erden darstellt, leben ganz gut damit. Man schaue sich nur an, was für ein Chaos ausgelöst wird, wenn ein tatsächlicher oder angeblicher Volkswille umgesetzt werden soll (s. "Brexit"), der auf einer simplen Ja-Nein-Frage beruht. Tatsächlich ist die Wirklichkeit viel komplexer, und der wird eine parlamentarische Demokratie eher gerecht.
Was das Thema Sterbehilfe angeht, kann man natürlich dieser oder jener Meinung sein, ein Verweis auf den in Meinungsumfragen ermittelten Willen des Volkes hilft aber nicht weiter. Außerdem sind Grundrechte nicht von der Gnade der Mehrheit abhängig.

@10:09 von Scookie

>>Die aktuelle Rechtslage ist absolut unverständlich aber viele die nicht in der Situation gewesen sind können es nicht nachvollziehen.<<

Ich bin heilfroh nie in dieser Situation gewesen zu sein, bin aber ausreichend kreativ um mir das ausmalen zu können. Berichte von Angehörigen (auch Ihrer) tun dann ihr Übriges.

Ich habe bei den Befürwortern der aktuell gültigen Regelung oft das Gefühl, dass sich jedoch tatsächlich nicht ausreichend mit der Thematik auseinandergesetzt wurde. Häufig werden bestimmte Dinge völlig ausgeblendet oder aus meiner Sicht unterbewertet.
Diesen Vorwurf möchte ich nicht allen Befürwortern des Verbots machen, aber bevor man sich voller Inbrunst für ein Verbot ausspricht sollte man bedenken wen es wirklich betrifft, welches Leiden viele totkranke durchmachen und welche Alternativen wir ihnen aktuell bieten und welche (auch erprobten!) Lösungsvorschläge auf dem Tisch liegen um Missbrauch effektiv vorzubeugen.

Patiententenverfügung

@oooohhhh,
Was wenn ich verfüge, dass ich Sterbehilfe wünsche, wenn ich nicht mehr eigenständig leben kann? "...Sozialverträgliches Frühableben..." so ein Unsinn!
Schmerzlinderung? Jeden 2./3. Tag hochdosierte Fentanyl-Pflaster und Tavor?
Bis zum Tod? Was ist daran für den Patienten würdevoll? Er kann nichts mehr eigenständig tun. In dem Zusammenhang habe ich verstanden, was es heißt, er/sie musste nicht lange leiden. Auch wenn der letzte Atemzug ein Schock ist.

25. Februar 2020 um 09:42 von benedictremark

Vielen Dank.

In Bezug auf den Pflegenotstand Bericht rechts daneben...und die Unabhängigkeit der Judicative von Medien und der sogenannten Öffentlichen Meinung und vor dem Hintergrund unserer Nationalsozialistischen Geschichte ein wichtiger Kommentar.

@@10:28 von flegar

>>Weshalb will der Staat unter allen Umständen Menschen auch gegen deren Willen am Leben halten? Weil z.B. auch Hirntote für Steuereinnahmen und Vermehrung des BIP sorgen?<<

Wirtschaftliche Gründe werden gern herangezogen um jedes Übel zu erklären. Das Geld in unserem Gesundheitswesen bekommen wir aber auch dann ausgegeben, wenn wir diese Maschinen abschalten.

Zum einen ist es eine schwierige (ethische) Entscheidung. Und bevor man etwas falsches macht, macht man lieber gar nichts - damit macht man sich dann die Hände nicht schmutzig und steht (auch vor sich selbst) nicht als Buhmann da. In der Organspende ist es der gleiche Mechanismus.

Auf der anderen Seite ist die Union nun schon seit Ewigkeiten an der Macht und es ist schon seit Ewigkeiten nichts mehr im Bund gegen sie entschieden worden. Die Union will ihre konservativ-religiöse Wählergruppe nicht vergrämen.
Es mögen zwar nur 19% gegen die Sterbehilfe sein - aber wenn diese 19% die Union wählen, ist das für sie höchstrelevant.

um 09:42 von benedictremark

"Wer sterben will hat doch bereits die Möglichkeit, dies zu tun. Das Recht verbietet lediglich, dass andere mir dabei helfen."

Vielleicht sollten Sie sich diese Bemerkung ein paar mal durchlesen. Vielleicht merken Sie dann, von was für einem abgehobenen Standpunkt Sie beurteilen.

Sie können sich wirklich keine Situation vorstellen, in der Ihre Darstellung der Realität nicht zutrifft? Soll ein hilflos leidender Mensch, der z. B. wie viele Betroffenen ans Bett gefesselt ist, die Luft anhalten? Oder die treue Nichte zum Tablettenklauen losschicken? Oder sich nach China bringen lassen in der Hoffnung, sich mit dem Coronavirus infizieren zu können?

Dies ist ja nur eine Facette in dieser schwierigen Diskussion. Sie zeigt aber, wer und was eine respektvolle Auseinandersetzung blockiert. Und dann kommt immer wieder dieser heuchlerische NS - Euthanasie - Murks dazu, symptomatisch. Herren sein über Leben und Tod unschuldiger Anderer, das vereint mehr als daß es trennt.

re andererseits

"Aus guten Gründen verbietet unser Recht die sogenannte geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung."

Schon im ersten Satz schwenken Sie vom Thema des Artikel ab in polemisches Terrain.

Was soll das?

Niemand hier weiß, wie es ist zu sterben.

Wenn es so weit ist möchte ich keine Gesetze überwinden müssen, um eine (meine) Entscheidung durchsetzen zu können. Gleichfalls möchte ich auch keine Arzt zwingen, gegen seinen Willen zu handeln. Aber die Menschen die zu diesem Zeitpunkt meinen allergrößten Wunsch erfüllen helfen sollten nur ihrem Gewissen unterworfen sein. Nicht falsch verstehen es geht hier nicht um Lebensmüdigkeit oder momentanen Launen.

Jeder, der, so wie ich einen sterbenden Menschen Tag und Nacht begleitete (Krebs) . Kann eine geringe Vorstellung der Qualen eines Sterbenden erahnen.

Es erscheint mir sehr polemisch bis zynisch zu sein, gegen eine, durchaus geregelte, Selbstbestimmung zu votieren und dann von Erlösung durch den Tod zu sprechen. Was ist mit dem oft geheucheltem Beileid für die Angehörigen. Kein Beileid für den Sterbenden?

Es gibt für mich keinen ersichtlichen Grund Schwerstkranken die Hilfe zu kriminalisieren, die sich dieser Mensch zu erhalten von ganzem Herzen wünscht.

re martens

"Es ist nicht die Mehrheit der "Deutschen" sondern die Mehrheit der "Befragten" dieser Ansicht.
Eine Umfrage kann demnach in dieser Form nicht repräsentativ für Miilionen von Menschen sein."

Einfach mal der Demoskopie abzusprechen, repräsentativ zu sein, ist das ärmlichste aller hier schon vorgetragenen Argumente.

@ Brisant, um 08:36

Ich glaube nicht einmal, dass es so viele alte Menschen geben wird, die sich töten. Viele werden sterben wollen nach “herkömmlicher“ Art.

Es betrifft die Menschen, die bei klarem Bewusstsein die Entscheidung treffen, so, wie sie derzeit und in Zukunft leben müssen, so nicht leben wollen. Es gab in letzter Zeit einige sehr bewegende Filmberichte im FS, da wurde das Leben von Menschen in mittlerem Alter gezeigt, die zu 100 % von der Hilfe anderer abhängig sind und sich bei klarem Verstand ihren Tod wünschen.

@ oooohhhh, um 09:36

re 09:05 von andererseits

Ichkann User andererseits nur bei dessen letztem Satz beipflichten.

Willensbeugung

In dieser überwiegend hochkarätigen Diskussion reden wir ua über Freiheit - Würde - Selbstbestimmung und die Willensbeugung! bei Patienten - Ärzten Angehörigen und Justiz.
Jeder soll in Würde und selbstbestimmt sterben können, wann er will.
Was von vielen übersehen wird, ist: der Sterbewillige (oder Angehörige) muss jemanden finden, der das macht. Dazu wäre Straffreiheit für Ärzte schon mal gut, wenn denn der Fall eingetreten sei.
Andererseits ist dem Missbrauch darin vorzubeugen.
Es kann kein jedoch kein Patient entscheiden, einen Arzt zu einer Tötung zu zwingen (Fehlvorstellungen mit der Patientenverfügung), kein Angehöriger, kein Richter, kein Chefarzt, keine "Ethikkommission" und kein Gott. Ansonsten gilt mE das im Vorbeitrag Vorgetragene.

@ FFpetra44, um 10:35

So wie sich Ihr Patenonkel entschieden hat, war das doch vollkommen in Ordnung.
Es kommt doch kein Arzt, der dem Patienten gegen seinen Willen das tötende Medikament verabreicht, jeder kann seine getroffene Entscheidung bis zur letzten Sekunde über den Haufen werfen.
Aber diejenigen Patienten, die bei klarem Verstand ihren Todeswunsch bis zur Einnahme des Medikamentes aufrecht erhalten, deren Wunsch sollte respektiert werden.

Der Mensch denkt...

Sie hatte die Patientenverfügung mit meiner Hilfe gemacht. Als es dann soweit war, wollte sie alle medizinischen Hilfen, die möglich waren. Die Palliativmedizinerin bestätigte: „Das ist keine Ausnahme.“
Anderer Fall: „Das sind ihre letzten Atemzüge“ – dachte ich. Sie kam aber wieder aus dem Krankenhaus und hatte noch 4 recht gute Jahre.
Der Mensch denkt…

@ benedictremark, um 09:42

Glauben Sie allen Ernstes, dass bei einer evtl. erlaubten aktiven Sterbehilfe ein Damm brechen und das große Sterbehelfen begänne?

“Wer sterben will hat doch bereits die Möglichkeit, dies zu tun.“

Was reden Sie denn da? Soll dieser Mensch, der bewegungsunfähig im Bett liegt, die Luft anhalten? Denn zu mehr als (vielleicht!) eigenständig zu atmen ist er u. U. nicht einmal mehr fähig.

Man sieht, dass man dieses Problem nur höchst individuell angehen kann, wenn es soweit ist.
Aber es muss die gesetzliche Möglichkeit geschaffen werden, dass dies im Falle des Falles straffrei durch einen Arzt geschehen kann.

Euthanasie in de Niederlanden

Pro Jahr beantragen etwa 3000 Menschen euthanasie die auch bewilligt werden. Das ganze Traject nimmt etwa 6 Monaten wobei die betroffenen Psychiatrisch begleitet werden, sodass nicht jener nur einmaliger deprimierter Menschen zum Mittel greifen. Dabei muss der Artz den der Patienten begleitet, sich durch 2 unabhängige Artzten begleiten lassen. Und der Statsanwalt soll vorher und nachher informiert werden. Wo weiß ich das. Mein Bruder hat Euthanasie beantragt und hat sein Ende durchgesetzt. Also nur "Alten töten weil sie zu viel sind gibt es nicht. Nicht in die Niederlanden

@ volemann, um 11:49

Ich kann mich Ihren Gedanken vollkommen anschließen.

@ Martens

Und zur Sterbehilfe (vor allem im zusammnehang mit Organspende) ist zu sagen; da Geld im Bereich der Medizin und auch im privaten Umfeld eine wesentliche Rolle spielt, sollte man sehr sehr vorsichtig mit der Befürwortung der Sterbehilfe sein.
Stimmt, da würde sicher das ein oder andere Organ was eigentlich zu Organentnahme verwendet werden könnte der Transplantantionsindustrie entgehen, wenn sich ein potentieller Organspender entschließt, seinem Leben vorzeitig durch eine Giftspritze ein Ende bereiten zu lassen. Diese Organe dürften dann wohl nicht mehr verwertbar sein.

re ingeburg

"Sie hatte die Patientenverfügung mit meiner Hilfe gemacht. Als es dann soweit war, wollte sie alle medizinischen Hilfen, die möglich waren. Die Palliativmedizinerin bestätigte: „Das ist keine Ausnahme.“
Anderer Fall: „Das sind ihre letzten Atemzüge“ – dachte ich. Sie kam aber wieder aus dem Krankenhaus und hatte noch 4 recht gute Jahre.
Der Mensch denkt…"

Ihr Beitrag enthält nicht mal den leisesten Bezug zum Thema.

Kriminalisierung

um 11:49 von volemann

"Niemand hier weiß, wie es ist zu sterben...

...Es gibt für mich keinen ersichtlichen Grund Schwerstkranken die Hilfe zu kriminalisieren, die sich dieser Mensch zu erhalten von ganzem Herzen wünscht."

Ihr gesamter Beitrag hat mir gut gefallen. Wenn ich schon den diffamierenden Begriff "geschaftsmäßig" in diesem Zusammenhang juristisch verbaut sehe, in dem Sterbehilfe mit Kommerzialisierung assoziiert wird, als wäre das auch nur ein sinnvoller Gedanke, kommt in mir ein gewisser Verdacht auf, der diese Formulierung als eine überschiessende Idee derer entlarvt, die am Schicksal der Hilflosen verdienen. Pharma und die Investoren für die Intensivpflegekasernen, die dem Gesundheitsministerium vorschwebten, bevor die Angehörigen der Betroffenen sturmliefen.

@ Kölner1, um 11:28

Was um Himmels Willen ist an dieser Diskussion über ein höchst sensibles Thema denn scheinheilig?
Sie haben das Problem offensichtlich nicht einmal ansatzweise verstanden.
Anders lässt sich Ihr Satz mit den “geburtenstarken Jahrgängen“ nicht interpretieren.
Als ob hier die Menschen sich dann reihenweise euthanisieren lassen wollten - oder es gar würden...

Sorgen Sie sich nicht: Sie werden es bis zuletzt selbst entscheiden dürfen, und zwar ausschließlich Sie für sich.

re rolf-us

"@ Interzoni

Sie wollen den Willen der Bürger aus einer Meinungsumfrage ableiten? Ist das Ihr Ernst? Dann können wir ja gleich unsere Parlamente abschaffen und deren Entscheidungen durch Abstimmungen per App ersetzen..., sozusagen "Appstimmungen"."

Was für ein sinnfreies Gepolter. Selbstverständlich können Umfragen ein Meinungsbild der Bevölkerung ermitteln und selbstverständlich behauptet keiner, dass das 1:1 in den Parlamenten umgesetzt werden muss.

Und selbstverständlich haben sich wandelnde Einstellungen Einfluss auf politische Entscheidungen. Die Ehe für alle ist auch nicht vom Himmel gefallen, sondern der Gesetzgeber hat schließlich zur Kennnis genommen, wie die Mehrheit der Bürger sich zu der Farge positionieren.

@ Klabautermann 08, um 12:27

Sie und User Martens bringen das Thema auf das völlig falsche Gleis.

Abgesehen davon ist die Verwendung des Begriffs “Giftspritze“, der den allermeisten nur im Zusammenhang mit Hinrichtungen in den USA bekannt sein dürfte, hier höchst unangebracht.

Hauptsache, Sie beide sind sich einig...

re klabautermann 08

"Stimmt, da würde sicher das ein oder andere Organ was eigentlich zu Organentnahme verwendet werden könnte der Transplantantionsindustrie entgehen, wenn sich ein potentieller Organspender entschließt, seinem Leben vorzeitig durch eine Giftspritze ein Ende bereiten zu lassen. Diese Organe dürften dann wohl nicht mehr verwertbar sein."

Die Organe schwerstkranker alter Menschen sind sowieso nicht mehr "verwertbar".

@ O H JANZEN, um 12:18

Haben Sie aufrichtigen Dank für Ihren sachbezogenen und hoffentlich für Viele Klarheit schaffenden Kommentar.

08:31 von oooohhhh

Dann wünsche ich Ihnen niemals so krank zu werden, dass es für Sie nur noch ein Ziel gibt: schnell und ohne Schmerzen sterben zu dürfen.
Das hängt ganz sicher nicht vom Alter ab, wohl aber vom Geldbeutel. Nicht jeder kann sich das Sterben in der Schweiz leisten.
Übrigen, ich weiss wovon ich schreibe.

@karwandler, doch...

...mit ein wenig Blick über den Tellerand und nicht immer polemischen Reingrätschen, wenn es Ihnen nicht passt. Gerade bei solchen Themen hätte ich Ihnen noch ein Minimum an Empathie zugetraut. Irren ist menschlich wie das Nachdenken über würdevolles Sterben oder Leben.

Meine ureigenste Eintscheidung

Ich denke, nur ich selber allein kann und darf entscheiden, wann ich mein Leben beendigen möchte. Da hat sich der Staat und der Gesetzgeber nicht einzumischen, denn ich bin kein Staatseigentum, obwohl Politiker das oft meinen!

09:05 von Interzoni

"Warum wird das Thema Sterbehilfe nicht endlich dem Willen der Bürger entsprechend geregelt? Deutschland steht auch im internationalen Vergleich sehr rückständig da. Die Euthanasie-Vergangenheit ist nur eine faule Ausrede und die Kirchen verlieren seit langem Einfluss und Mitglieder. Warum wird hier noch auf sie gehört?"

.-.-

Ihr gehässiger Ton bei diesem sensiblen Thema, mit dem Sie schreiben, lässt es einen kalt den Rücken runterlaufen.

Die von Ihnen erwähnte "faule Ausrede" scheint gar nicht so faul zu sein.
Es gibt auch heute Menschen, und vielleicht bald auch wieder vermehrt, die bestimmte Leben gerne möglichst früh ausgelöscht wissen wollen.

Nichtsdestotrotz möchte ich mein eigenes Ende selber bestimmen können.
Auch wenn ich weiß, dass die Euthanasie-Vergangenheit sehr rasch wieder aufleben kann. Die Zeiten sind so.

09:05 von andererseits

Sie schreiben von der nackten Theorie. Offensichtlich haben Sie die Erfahrung des Zusammenlebens mit Schwerstkranken ohne weiteren Lebenswillen noch nie “genießen“ dürfen. Seien Sie froh darüber.
Übrigens: Schwerstkranke sind nicht blöde. Sie können ihre “Lebens“situation sehr gut einschätzen. Vorallem auch, was sie bereit sind zu erdulden und wann die Grenze erreicht ist. Schwerstkranke müssen nicht von “Gutmeinenden“ zum Sterben überredet werden.
Zwei Jahre hat mein Mann (und damit ich und die komplette Familie) den 'Tod auf Raten' erlebt, die Verzweiflung, die Hoffnungslosigkeit nicht schneller sterben zu dürfen, zu Hause gut betreut von Hospiz und Palliativ. Sein Wille war es ganz sicher nicht, am Ende qualvoll zu verhungern, verdursten und langsam zu ersticken.

@ harry_up

Zu ihrer Antwort auf “Wer sterben will hat doch bereits die Möglichkeit, dies zu tun.“
Wahrscheinlich ist es auch für Angehörige angenehmer einen sterbenden am Bett zu begleiten und ihm vielleicht die Hand zu halten, als ihm beim Knüpfen des Stricks zu helfen und zu zu sehen wie an der Decke zappelt.
Ach ja, und dann bekommt der Angehörige noch eine Anzeige, zu mindest wegen unterlassener Hilfeleistung.

Es sollte jeder selbst entscheiden können

Aber auch das wie sollte hier eine Rolle spielen. Kein schwerstkranker sollte gezwungen sein unter Qualen zu sterben. Und auch somit nicht zu grausigen Verzweiflungstaten getrieben werden.

Zusammenfassung

Ich erlaube mir ausnahmsweise mal eine Zusammenfassung des bisher trefflich Gesagten:
Straffreiheit für Ärzte in besonderen Fällen : JA und gemäß Thema und Umfrage. Für andere Gruppen ( wie Angehörige Pfleger Richter) NEIN, weil ihnen die Sachkunde (Ausbildung bis Gewissensbildung) darin fehlt) und unter Berücksichtigung von Euthanasie bis Organspende.
Zur Missbrauchsvorbeugung werden die Vorschläge des Herrn "NL--Kollegen" dankbar aufgegriffen: nach Anmeldung in einem ärztlichen Gremium und bei der Justiz (muss kein Staatsanwalt sein aber ein zB. Richter -ohne Berufungsverfahren). Danach bessere Ausbildung bei den Ärzten und Justiz.

09:05 von andererseits

Dieses Video empfehle ich Ihnen:

daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/sterbehilfe-video-100.html

@ karwandler

Wer spricht denn, davon, dass sich das nur auf ALTE Menschen bezieht und wie definieren Sie SCHWERKRANK? Ich habe in den 80ern zB einen Film gesehen, da wurde ein in den besten Jahren stehender durch einen Unfall ab den Hals abwärts gelähmt (alles andere funktionierte). Auch in diesem Fall ging es darum, dass er auf sein Recht bestand seinem Leben ein würdiges Ende zu bereiten. Wahrscheinlich wäre er also ein Ideales Objekt zum Ausschlachten gewesen.

10:28 von flegar

"Weshalb will der Staat unter allen Umständen Menschen auch gegen deren Willen am Leben halten? Weil z.B. auch Hirntote für Steuereinnahmen und Vermehrung des BIP sorgen?"

.-.-.

Das ist eine unverschämte Unterstellung.
Ich schäme mich für Sie.

Der Grund ist - unter anderem - sehr wohl die Tatsache, dass es Menschen gab, die aus ideologischen Gründen bestimmte Schwache aus dem Leben "entlassen" wollten.

Die gab es seinerzeit auch unter den Ärzten.
Ideologische Kaputtheit macht vor Ärzten nicht halt.

Insofern finde ich die Idee, die weiter oben ausgesprochen wurde, nicht schlecht, dass kein einzelner Arzt, sondern ein Ärzteteam die Entscheidung trifft.

Aber auch das ist keine Garantie für Redlichkeit.

Erfahrungen mit Sterbenden habe ich, um

mitreden zu können.
Ich habe meinerseits eine Patientenverfügung und werde NICHTS daran ändern, wenn ich in eine Situation komme, wo sie greifen soll.
Es wird sich schon jeder mit dem Thema PV sehr wohl beschäftigt haben, daß man sehr wohl weiß, was die festgelegten Maßnahmen bedeuten. Zudem sollte man darüber mit einem vertrauten Arzt darüber sprechen sollte. Der Mensch weiß, wann es soweit ist,
Sterben werde ich durch meine eigene Hand, da ich keinerlei Verwandten hier habe. Schon alles vorbereitet.
Einer meiner Großvätern ist durch die Gabe unseres Hausarztes gestorben, worüber wir damals - 1977 - sehr froh waren.
Wer dieses möchte, hat sich bestimmt mit dem bis jetzt Verbotenem gründlich beschäftigt.
Man sollte diesen Menschen nicht absprechen, daß sie genau wissen, was sie möchten.
Der Mensch weiß, wann es soweit ist und wann man Hilfe braucht.
In einem Heim lebte eine 100 Jährige, die aufhörte zu essen. Man brachte sie ins KH, wo sie 2 Tage später verstarb.

@ Interzoni (09:05): dem hier kann ich nur zustimmen

hi Interzoni

Dem hier:

Die Euthanasie-Vergangenheit ist nur eine faule Ausrede

kann ich nur absolut zustimmen. Das mit der NAZI-Euthanasie hat nichts mit ärztlich assistierter Sterbehilfe zu tun. Nochdazu hat der BGH zwei Ärzte freigesprochen in so einem Fall.

Und die Kirchen sollten bei sows in der Tat keine Rolle spielen, genauso wie die Kirchen beim Schwangerschaftsabbruch keine Rolle spielen sollten.

Ich möchte in Würde gehen dürfen

Ich fürchte mich nicht vor dem Tod.
Aber vor einem langsamen sterben, vor einem langen Dahinsiechen, unfähig, es selbst zu beenden, nur noch da sein, damit Kliniken an mir verdienen und damit ich meine Angehörigen in den Wahnsinn treibe.
Mit 2 Pflegefällen daheim weiß ich bestimmt, wovon ich rede.
Mutter wünscht sich seit Jahren täglich den Tod....

09:27 von MaWo

“Warum sollte der Betroffene nicht vorher diesen Schritt selber regeln und ihn nicht einfach Anderen überlassen?“

Weil manche Krankheiten einen derart raschen Verlauf haben, dass sich innerhalb kürzester Zeit Bewegungsunfähig einstellt.
Sollen es dann Frau und Kinder machen?
Die größte Sorge meines ältesten Sohnes war, dass ich mir etwas “einfallen“ lasse. Mehrmals hat er gesagt, dass er - wenn er schon keinen Vater mehr hat - nicht auch noch seine Mutter im Gefängnis besuchen möchte.
Keine/r, der das nicht selbst durchleben musste, kann und darf sich ein Urteil erlauben.
Für alles und jedes wird in diesem unseren Land die Fahne der Selbstverpflichtung und der 'mündige Bürger' hochgehoben. Bei diesem Thema aber, da kommen die Entscheider von Ausserhalb.

ein Vogelschiss in der Geschichte ....

so sagte kuerzlich ein Politiker hierzulande ....

waren diese 13 Jahre ne kurze Episode in einer 1.100 jaehrigen Geschichte
oder doch mehr ?
wenn es mehr war, sollte man sich vielleicht
einen besonders sensiblen umgang beim Thema Sterbehilfe Euthanasie leisten ,
als es unsere europaeischen Nachbarn sich erlauben koennen

@ Brisant (08:36): sehe ich ebenfalls so

hi Brisant

Es ist ein Akt menschlicher Gnade dem Mitmenschen einen würdevollen Tot zu ermöglichen.

sehe ich ebenfalls so. Wenn bei solchen Schwerstkranken es wirklich keine Aussicht mehr auf Heilung gibt (die Krankheit also irreversibel ist) und ein Weiterleben nur noch Quälerei an Maschinen ist, dann ist so eine Erlösung Gnade. Besonders bei Menschen die ueber 70 Jahre alt sind (also 70 Jahre und älter).

Und auch mit dem hier:

Wird es das, so werden viele alte und kranke Menschen sich töten, solange sie noch dazu in der Lage sind.

haben Sie recht. Aber: Freitod ist KEINE Lösung, weil das nur alle belastet. Deswegen gibt es aus gutem Grund die Palliativstationen die ausgebaut werden sollten in allen Bundesländern. Solche Sterbehilfe kann auch in Palliativstationen durchaus möglich sein neben Krankenhäusern (z.B. Krebsstationen). Aber besser fände ich, wenn es fuer solche Sterbefälle in Krankenhäusern eigene Stationen mit entsprechenden Ärzten gäbe.

11:28 von Kölner1

"Was für eine scheinheilige Diskussion. Die aktive Sterbehilfe wird in Deutschland kommen und das mit absoluter Sicherheit. Spätestens dann, wenn keiner mehr weiss wie die geburtenstarken Jahrgänge schwerstgebrechlich im Alter versorgt werden können und müssen."

.-.-.

Und da haben wir den Salat.

Hier wird ganz ehrlich argumentiert, dass man die Sterbenden aus Mangel an Pflegekräften umbringen müsse, und dass man das nicht verhindern dürfe.

Das wäre dann bereits legitimierter Mord, für den hier plädiert wird.

@ harry_up

Ziehen Sie sich hier jetzt an Begrifflichkeiten hoch? Bitte , wenn sie wollen ersetzen sie es durch eine Überdosis an Betäubungsmitteln in Spritzen- Tabletten- oder Getränkeform (Die Menge macht das GIFT) auf jeden Fall dürfte es einer gewinnbringenden Transplantation von Organen abträglich sein.

Kathrin_1

@ von karwandler
das stimmt nicht, daß Organe Schwerstkranker nicht mehr verwertbar sind.
Die allermeisten denken dabei nur an Organe, wie Herz, Lunge usw.
Nein, auch Augen, Knochen u. a. werden von Verstorbenen entnommen. Denn, etwas wie Knochenmark muß und Augen können nicht von Lebenden genommen werden.
Und deshalb sollte jeder auch diese Entnahmen im Organspendeausweis wie auch Patientenverfügung deutlich ablehnen, wenn er eine Entnahme nicht möchte.

10:22 von Aufmerksamleser

Eine Patientenverfügung schließt Sterbehilfe NICHT mit ein. Sie wünschen sich keine lebenserhaltenden/-verlängernden Massnahmen; das bedeutet aber nicht automatisch den schnellen und schmerzfreien Tod.

wie soll diese Sterbehilfe ausschauen

ich meine jetzt mal wirklich mit unserer deutschen Gruendlichkeit
alles in Gesetze und Paragraphen packen zu wollen
menschlicher macht es die Sache dadurch definitiv nicht

klar werde ich jetzt in der Luft zerrissen ...

aber ist es wirklich notwendig zu hinterfragen
ob die Oma die seit Jahren ans Bett gefesselt
und nur vom Sterben traumt
wirklich an dem Herzinfarkt starb wie es auf dem Totenschein des Arztes steht

@ Klabautermann (13:11): auch fuer Sie absolute Zustimmung

hi Klabautermann

Auch Ihnen kann ich bei dem hier:

Wahrscheinlich ist es auch für Angehörige angenehmer einen sterbenden am Bett zu begleiten und ihm vielleicht die Hand zu halten, als ihm beim Knüpfen des Stricks zu helfe/cite>

nur absolut zustimmen. Deswegen bin ich FUER ärztlich assistierte Sterbehilfe. Wenn derjenige/diejenige dann in Frieden einschlafen kann, wenn es nicht mehr geht dann ist das gut so.

Denn ich habe solche Erfahrungen selbst hinter mir: einmal bei meinem Opa 2013 der an Krebs gestorben ist in einem Krankenhaus. Es war zweiwöchige wuerdelose Quälerei, in denen er mehrfach nach aktiver Sterbehilfe verlangt hat. Dann das zweite Mal fuenf Jahre später 2018 bei meiner Oma die nach einem zweiten Rezidiv eines Nierenkrebs (dieses zweite Rezidiv war dann Bauchspeicheldruesenkrebs) hier bei uns in einer Palliativstation verstorben ist. Bei ihr war alles anders als vorher. Und sie durfte in Frieden einschlafen.

13:21 von Kathrin_1

Einer meiner Großvätern ist durch die Gabe unseres Hausarztes gestorben
.
nicht jeder hat so einen Hausarzt ....
der dazu den Mut und auch die menschliche Groesse dazu besitzt

re klabautermann 08

"@ karwandler

Wer spricht denn, davon, dass sich das nur auf ALTE Menschen bezieht und wie definieren Sie SCHWERKRANK? Ich habe in den 80ern zB einen Film gesehen, da wurde ein in den besten Jahren stehender durch einen Unfall ab den Hals abwärts gelähmt (alles andere funktionierte). Auch in diesem Fall ging es darum, dass er auf sein Recht bestand seinem Leben ein würdiges Ende zu bereiten. Wahrscheinlich wäre er also ein Ideales Objekt zum Ausschlachten gewesen."

Ich ignoriere mal Ihr geschmackloses "Ausschlachten" als Primitivpolemik gegen die Organspende und kommentiere ihr Beispiel als unpassend. Das Thema Sterbehilfe betrifft den unheilbaren und und zu einem qualvollen Ende verurteilten Kranken. Nicht der Erfüllung eines Wunsches auf Sterben ad libitum.

Eigentlich geht es nicht ums

Eigentlich geht es nicht ums "dürfen", sondern ums "belegen" (des Dürfens).
Vollmachten gibt es heute auch schon zuhauf; trotzdem wird immer wieder angezweifelt, dass sie rechtens zustande kamen mit Urteils-/Zurechnungsfähigkeit usw.
Solange das bei "Kleinigkeiten" noch Probleme macht (= nichts vernünftig geregelt ist), sollte man nicht über Beihilfe zum Suizid reden.
Danach gerne.

re leipzigerin

"@karwandler, doch...

...mit ein wenig Blick über den Tellerand und nicht immer polemischen Reingrätschen, wenn es Ihnen nicht passt."

Wenn Sie sich mit meinen Kommentaren auseinandersetzen wollen, gern. Geht aber nicht mit unkonkreten Vorwürfen.

10:34 von Martens

“...da Geld im Bereich der Medizin und auch im privaten Umfeld eine wesentliche Rolle spielt, sollte man sehr sehr vorsichtig mit der Befürwortung der Sterbehilfe sein.“

Sie meinen Beatmung, Magensonde, Medikamente usw. kommen günstiger? Von den Pflegekosten ist dabei nicht die Rede. Nicht jede/r kann bis zum Tod zu Hause gepflegt werden.
Das derzeit bezahlte Pflegegeld reicht bei weitem nicht. Angehörige betreuen eigentlich kostenlos, da das Pflegegeld nicht mal für die Deckung des Pflegedienstes reicht.

@ Klabautermann 08 (13:11): der letzte Fall war Anfang des Jahre

@ Klabautermann 08

Außerdem habe ich erst Anfang diesen Jahres erneut eine enge Angehörige verloren die meine Taufpatin war (eine Tante von mir in Norddeutschland). Auch sie ist in einem Pflegeheim gestorben. Aber auch sie musste wenigstens nicht leiden.

Und was mich traurig macht:
Ihr Mann - also mein Onkel - lebt noch, ist aber dermaßen dement, dass er mich bei meinen Besuchen und auch meine Altvorderen nicht mehr erkennt. Wir sind Fremde fuer ihn. Außerdem hört er ziemlich schlecht. Wir rechnen damit, dass es auch bei ihm nicht mehr lange gehen wird.

@ Icke1 (13:05): ganz genau - jeder sollte frei entscheiden könn

hi Icke1

Ich denke, nur ich selber allein kann und darf entscheiden, wann ich mein Leben beendigen möchte. Da hat sich der Staat und der Gesetzgeber nicht einzumischen, denn ich bin kein Staatseigentum, obwohl Politiker das oft meinen!

ganz genau. Jeder/jede sollte - wenn es um irreversible Sachen wie Krebs oder MS, Gehirntumor oder andere solche schweren Sachen geht - selbst entscheiden duerfen. Im Gegensatz dazu sind natuerlich Depressionen KEIN Fall fuer sowas. Depressionen kann man behandeln in entsprechenden Kliniken.

Und nein, kein Mensch ist das Eigentum von irgendwem. Kein Mensch gehört irgendwem.

@ Klabautermann 08, um 13:11

Ich kann und ehrlich gesagt: möchte nicht einmal den Versuch machen, Ihren abstrusen Äußerungen überhaupt nicht folgen.

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User,

die Meldung wurde bereits ausgiebig diskutiert. Alle wesentlichen Argumente sind genannt. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen die Kommentarfunktion zu schließen.

Die Moderation

Darstellung: