Umfrage: Mehrheit befürwortet ärztliche Sterbehilfe

25. Februar 2020 - 08:17 Uhr

Die Mehrheit der Deutschen findet, dass Ärzte straffrei bleiben sollen, wenn sie Schwerstkranke beim Suizid unterstützen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap im Auftrag von Report Mainz hervor.

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Kommentare

Grundrecht sterben

sollte für Schwerstkranke ein Grundrecht darstellen, die Lösung aus Oregon klingt vielversprechend. Leider werden wir durch "christliche" Parteien auch in Zukunft ausgebremst werden. Man kann nur hoffen das in bald in viele gesellschaftlichen Themen die bei unseren Nachbarn bereits fortschrittlich gehandhabt werden auch wir Deutsche mal ankommen.

Die Mehrheit

Ist sicherlich je nachdem wer, wie, warum, wann , wen umfragt auch für die Todesstrafe...
Was will uns der Autor damit sagen?
Was ist sein Ziel?
Sozial verträgliches Frühableben?
Empfehle dazu Lisa Eckhardt in der ARD zur Patientenverfügung anzusehen.

Gnade

Es ist ein Akt menschlicher Gnade dem Mitmenschen einen würdevollen Tot zu ermöglichen. Jeder Mensch hat ein Recht, sein Recht über sein eigenes Leben zu bestimmen. Das darf niemanden abgesprochen werden. Wird es das, so werden viele alte und kranke Menschen sich töten, solange sie noch dazu in der Lage sind.

Ich will selbst bestimmen.

Ich bin für ein würdiges sterben und zwar in Deutschland. Es muss doch nicht sein, dass ich dafür in die Schweiz fahren muss. Früher mussten die Frauen zur Abtreibung in die Niederlande fahren. Übrigens, ich will auch nicht einen langen Kampf mit Behörden und Fachgruppen die dann entscheiden ob sie mir eine Gnade erweisen.

@ oooohhhh

"Die Mehrheit ist sicherlich je nachdem wer, wie, warum, wann , wen umfragt auch für die Todesstrafe..." Am 25. Februar 2020 um 08:31 von oooohhhh

Und das schließen Sie woraus?

Schwere Krankheiten im Alter können jeden von uns treffen, entsprechend ist das Interesse an dem Thema.

Ich selbst würde nicht bettlägerig werden wollen. Das hat schlimme Nebenwirkungen - Wundlegen, Schmerzen in allen Gelenken, die nur durch Bewegung ernährt werden (Blutgefäße gibt es da nicht so, wie im übrigen Gewebe, da sie kaputt gehen würden).
Und das alles zusätzlich zu der Erkrankung.

Mein Großvater wurde zum Schluss nur noch sediert und hat bis zum Tod durchgeschlafen.

Mein anderer Großvater wurden nach Herzstillstand reanimiert und verbrachte die letzten 3 Monate seines Lebens im Bett im Krankenhaus. Er konnte sich nicht einmal den Becher mit dem Trinkwasser holen.

Ich kann verstehen, dass die Menschen die letzten Zeit ihres Lebens nicht im solchen Gefängnis verbringen wollen.

Die Mehrheit

Die aufgeklärte Mehrheit ist sicher für eine Selbstbestimmung des Lebens. Jeder, der sterben will, sollte das auch tun dürfen. Und wer selbst nicht mehr in der Lage ist, dem sollte geholfen werden dürfen.
Eine fremd-Bestimmung, nicht streben zu dürfen wird hauptsächlich von Gläubigen vertreten. Diese denken, Gott wird das schon machen.
Leben wir in einem freien und aufgeklärten Land? Oder bestimmt ein Gottesstaat mit Christen-Lobby unsere Gesetze?
Herrgott, lass Hirn vom Himmel regnen.

@ oooohhhh, um 08:31

Was sollen Ihre unsinnigen Fragen?
Was der Autor “uns“ damit sicher n i c h t sagen will, kann ich Ihnen vielleicht aus eigenem Erleben erklären.

Als sich meine Frau vor fast 4 Jahren bei vollem Verstand monatelang ihrem Tod (Brustkrebs) entgegenquälte, bat sie mich etwa 1 Woche vor ihrem Tod inständig, sie in die Niederlande zu bringen, wo man sie vorzeitig von ihren Schmerzen erlösen würde.
Das ging natürlich nicht.

Wenn ich dann so etwas wie “sozial verträglich“ lese, gibt mir das einen tiefen Stich.
Setzen Sie sich mit diesem Thema unbedingt einmal “hautnah“ auseinander, dann werden Sie sehr schnell feststellen, wie unangebracht manch jemand Ihren Kommentar empfinden muss, der offensichtlich mit diesem Thema mehr Erfahrung hat.

Dazu brauche ich jedenfalls keine Comedians...

Aus guten Gründen verbietet

Aus guten Gründen verbietet unser Recht die sogenannte geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung. Vor allem zwei Gründe/Hintergründe scheinen mir hier bedeutsam:
Einerseits gibt es mangelnde Aufklärung über palliativmedizinische Versorgung sowohl im stationären wie ambulanten Bereich und auch über die stationären und ambulanten Hospizbereich und deren weitreichende Möglichkeiten von Schmerzlinderung und passiver Sterbebegleitung.
Andererseits gibt es die Schattenseiten des von den Befürwortern ärztlicher aktiver Sterbehilfe angeführte hohe Gut der Selbstbestimmung: bei einer lockeren Handhabung aktiver Sterbehilfe steigt auch der Druck auf Schwerstkranke und schwer chronisch Kranke, dem eigenen Leben und dem Leiden der Umgebung und den Kosten ein Ende zu bereiten; anders formuliert: wir brauchen eine (neue) Sensibilisierung für Würde und Wert des Lebens bis zum Ende.
Was gut ist: Die Diskussion wird meist mit dem nötigen Respekt als Diskurs der leisen Töne geführt. Das ist angemessen.

Vier Fünftel!

Warum wird das Thema Sterbehilfe nicht endlich dem Willen der Bürger entsprechend geregelt? Deutschland steht auch im internationalen Vergleich sehr rückständig da. Die Euthanasie-Vergangenheit ist nur eine faule Ausrede und die Kirchen verlieren seit langem Einfluss und Mitglieder. Warum wird hier noch auf sie gehört?

Vor der unwürdigen Behandlung

eines auf Pflege und Hilfe angewiesenen Menschen, sollte er eine freie Entscheidung treffen können.

Na ja

Ok vernünftig aber man sollte aufpassen ,dass eine Mitgliedschsft in einer falschen Partei nicht die Sache beschleunigt. Also nicht der Arzt sondern eine neutrale Kommission aus Ärtzte müsse da sein .Schmerzt es ist es schlimm aber man müsste vorher auch prüfen ,unheilbar und und und .

Bin dafür

Ich möchte auch das Recht haben, zu sterben wenn ich nur noch dahinsieche.

Denn ein Leben ist das dann auch nicht mehr.

Man wollte verhindern dass Institutionen Geld an Sterbehilfe verdienen, so.

Man hat aber wohl weniger Probleme damit wenn Ärzte und vor allem die Pharmaindustrie Geld mit tödlichen Kranken verdienen?

@ andererseits

Im Artikel geht es doch gar nicht um Geschäftemacherei mit der Sterbehilfe. Das ließe sich auch zuverlässig verhindern, andere Länder machen es vor. Und wo sehen Sie hier "mangelnde Aufklärung" zur Palliativmedizin? Das stimmt doch einfach nicht.

@ Herwig4 09:00 Uhr

"Und wer selbst nicht mehr in der Lage ist, dem sollte geholfen werden dürfen."
Die Frage ist doch; wem wollen sie diese Verantwortung übertragen?
Ärzten, weil "vom Fach"?
"Personen" welche Lust verspüren zu Töten?
Warum sollte der Betroffene nicht vorher diesen Schritt selber regeln und ihn nicht einfach Anderen überlassen?
Auch das ist Selbstbestimmung jedoch in eigener Verantwortung.

Es gibt keine Pflicht zu leben

Das wurde auch schon höchstrichterlich festgestellt.

Warum es Herrn Spahn und der Regierung insgesamt egal ist, was die Richter sagen, das muss man mir erklären. Oder warum dürfen selbst todkranke Patienten die Medikamente für einen friedlichen Tod nicht erhalten?

Steht etwa Herr Spahn oder die Regierung außerhalb der Gesetze? Ich habe den Eindruck und es gibt ein miserables Vorbild ab, wenn sich nicht mal mehr die Minister und die Regierung daran halten.

@ andererseits

Palliativ-Medizin stößt regelmäßig an Ihre Grenzen und kann dann nur noch das Leiden verlängern, nicht verringern. Besonders da es einem tot kranken einerlei ist ob er länger lebt und leidet, oder in Würde relativ schmerzfrei sterben kann. Zum "Wert des Lebens bis zum Ende". Ersten: Das sollte der betreffende Entscheiden wann sein Leben zu ende ist. Zweitens: Leiden ist nicht erstrebenswert und Drittens Religion hat in dieser Debatte mal so gar nichts verloren und somit auch nicht Entscheidung dritter aus religiösen Motiven wie toll es ist länger zu leiden...

Sehenswert

Ich empfehle jedem der sich mit diesem Thema auseinandersetzten will die Dokumentation der ARD mit dem Titel "Politiker blockieren, Patienten verzweifeln" zu jederzeit in der Mediathek abrufbar und unbedingt bis zum Ende schauen...…..mir hat diese Reportage ein Stück weit das Vertrauen in den ÖR wiedergegeben.

Würde

Wenn ich mich dazu entscheiden müsste, Leiden zu verkürzen, brauche ich keine staatliche Regulierung.
Der Staat hat die Würde und den Willen seiner zu beachten.
Ärzte, die ihre Patienten kennen, sollten nach ihrem Gewissen Hilfe Leisten, ohne staatlichen Einfluss.

@ 09:12 von FritzF

Ich meine, wir sollten nicht per se davon reden, dass jede Behandlung eines auf Pflege und Hilfe angewiesenen Menschen eine "unwürdige Behandlung" ist: mit Recht weisen nicht nur Behindertenverbände darauf hin, dass es eine bedenkliche Entwicklung darstellt, ein Leben, das deutlich stärker auf Pflege und Hilfe angewiesen ist, als "unwürdig" zu bezeichnen.
Und das sage ich als jemand, der beruflich wie privat mit Situationen schwerst und chronisch Kranker zu tun hatte und hat und das Leiden und die schwierigsten Fragestellungen, wie soll es weitergehen, aus nächster Nähe kennt. Auch heute ist es möglich, z.B. bei Sedierung von Patient*innen mit starken Schmerzen/Leiden das dadurch wahrscheinlicher werdenden Sterben bewusst zuzulassen. Und ich habe Respekt vor jedem Menschen, der manchen Schmerz und Siechtum nicht mehr aushalten möchte.
Aber schon die Frage, wie man mit schwerst Depressiven und ihrem Sterbewunsch umgeht, zeigt den Ernst der Frage und der Lage: behandeln geht vor.

@andererseits um 9:05

Einerseits gibt es mangelnde Aufklärung über palliativmedizinische Versorgung ...

Da haben Sie aber recht wenig Ahnung davon, was man unter palliativmedizinischer Begleitung verstehen darf.

Klar, die Schmerzen sind weniger. Aber nicht weg. Dazu braucht man weitere Medikamente, u.a. weil die Darmtätigkeit durch die Schmerzmittel so gut wie eingestellt ist.
Es sind keine mit Leben erfüllten Tage, es sind nur Tage, die man am Leben ist.

Andererseits gibt es die Schattenseiten ... steigt auch der Druck auf Schwerstkranke und schwer chronisch Kranke...

Das ist ein Scheinargument. Oder was passiert da, wo Sterbehilfe erlaubt ist?

Alle, die gegen Sterbehilfe sind, müssen sich fragen lassen, ob sie selbst auch nur einen Tag oder gar mehr als 10 Jahre (fast) komplett hilflos und unter Dauerschmerzen leben wollten.

Hier muss das Recht auf Selbstbestimmung Vorrang haben, auch wenn man dabei ein sehr kleines Risiko eingehen müsste.

An einigen Kommentaren merkt

An einigen Kommentaren merkt man, wie wichtig es ist, das bisherige Verbot jeglicher Sterbehilfe beizubehalten. Z.B. wenn die Erinnerung an die "Euthanasie" der Nazis als "faule Ausrede" bezeichnet oder die Vokabel "rückständig" für die Skrupel verwendet wird, die man in Deutschland hat wegen einer Lockerung der gesetzlichen Regelung zur Sterbehilfe. Wer sterben will hat doch bereits die Möglichkeit, dies zu tun. Das Recht verbietet lediglich, dass andere mir dabei helfen. Die allermeisten Ärzte werden auch gar nicht bereit sein, aktive Sterbehilfe zu leisten. Jeder der Sterbehilfe befürwortet und von "Gnade" spricht, sollte sich einmal genau überlegen, wie das wäre, wenn e r oder s i e für die Ausführung verantwortlich wäre. Ich bin sicher, so mancher würde dann ins Zweifeln und Nachdenken kommen.

Mitgefühl

Wer gegen die Sterbehilfe ist, hat wohl noch nie einen todkranken Menschen gepflegt und mit ihm seine unerträglichen Schmerzen erleben müssen. Ich denke nicht, dass es erstrebenswert ist die letzten Wochen oder Tage in vollnarkotisiertem Zustand zu verbringen und einen Kampf zu führen, den man nicht gewinnen kann. Menschen bereiten ihren Weg vor und möchten loslassen wenn sie alles erledigt haben. Für mich stellt sich auch die Frage inwieweit die medizinische Versorgung die Qualen unnötig verlängert. Wären nicht die « guten » Einrichtungen vorhanden, würde sich das Problem gar nicht stellen. Diese Menschen sind ohne medizinische Hilfe nicht überlebensfähig und sollten dann auch in Frieden gelassen werden und wenn jemand sich wünscht vor diesem Zustand aus dem Leben zu treten sollte man ihn in vollem Bewustsein unterstützen. Ich möchte zufrieden sterben, wissend dass ich ein schönes Leben hatte, und nicht mit Höllenqualen wenn der Tag gekommen ist. Alles geht zu Ende, die Frage ist wie

Unsinnig

Die aktuelle Rechtslage ist absolut unverständlich aber viele die nicht in der Situation gewesen sind können es nicht nachvollziehen.
Mein Vater hatte eine unheilbare Knochenmarkserkrankung und war auf mehrmalige Blutransfusionen/ Woche angewiesen über Jahre hinweg. Nach Jahrelangem Kampf als der Körper immer schwächer wurde kam es eines Tages zu kompletten Nierenversagen und mein Vater hat sich entschieden es nicht mehr behandeln zu lassen im Wissen dass er dann nur noch wenige Tage zu leben hat. DIe folgenden Tage auf der Palliativstation waren das schlimmste was man sich vorstellen kann. Der Körper schwemmt auf es lagert sich überall Wasser ab und schlußendlich ist er langsam an der Flüßigkeit in seiner Lunge erstickt. Eine palliative Sedierung hätte Ihm viel Qual erspaart in einer unausweichlichen Situation, aber Die Chefärztin meinte es ist rechtlich nicht möglich. Keiner der nicht in so einer Situation war sollte sich anmaßen darüber zu entscheiden ob Sterbehilfe sinnvoll ist.

Übrigens...

...wurde gerade eben im erzkatholischen Portugal ein Gesetz über die Straffreiheit von Ärzten, die Sterbehilfe leisten, verabschiedet.
Auch wenn dort Sozialdemokraten die Regierung bilden, so ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung sehr stark im christlichen Glauben verankert und hatte dieses Gesetz bei Umfragen mit großer Mehrheit befürwortet.

@ UnabhängigerDenker

Ich möchte auch das Recht haben, zu sterben wenn ich nur noch dahinsieche. DAS möcht ich auch, vor allem wenn man einmal dabei hilflos zu sehen mußte. Ich werde nie diesen "Bitte hilf mir Blick" meines alten Herren vergessen, der nach mehreren Schlaganfällen am Krankenhausbett fixiert war, weil er sich die Schläuche entfernt hat. Es hat dann noch einige Monate als Pflegefall gedauert bis er erlöst war.

Mangelnde Pflegekräfte

Also diesen Artikel direkt neben einen Artikel über einen Mangel an Pflegekräften zu setzen, finde ich ja fies. Soll ich das als subtilen Hinweis darauf lesen, dass sich mit der Zulassung der Sterbehilfe das Problem mit den Pflegekräften etwas entspannen ließe?

Jedenfalls ergibt sich das als logische Assoziation, wenn man beide Artikel so nebeneinander setzt, wie die ARD-Redaktion es getan hat. War das Absicht?

Selbstbestimmung

Es gibt schon seit Jahren die Patientenverfügung, in der ich persönlich und individuell bestimme, wie mein Leben zu Ende gehen soll wenn der Sterbefall unumkehrbar bevorsteht. Diese Patientenverfügung ist von allen zu akzeptieren. In einer Vorsorgevollmacht binde ich zusätzlich einen engen Angehörigen mit ein, meinen Willen durchzusetzen. Beide Formulare sind also in Kombination unabdingbar, daß ich persönlich auch im Fall der Fälle über mein Leben bestimme. Ich kann allen Bürgern, nicht nur ältere sondern auch JÜNGERE, nur raten sich mit diesen Themen zu beschäftigen. Viele Ehrenämtler in Betreuungsvereinen führen dazu kostenlose Beratungen durch.

Schweres Thema

Ich bin grundsätzlich dafür, dass die Menschen über ihr eigenes Schicksal selbst bestimmen können. Eine drei oder vier Säulen Entscheidung finde ich daher überlegenswert. Die Ärzte, Psychologen, der Patient und nach Möglichkeit nahestehende Personen sollten in diesem Prozess involviert sein. Vielleicht noch eine zusätzliche Zeitblockade basierend auf dem Krankheitsbild um die Sache nochmal zu Überdenken und dann kann man von einer sicheren Entscheidung sprechen.
Es muss auf jeden Fall eine erpressungsfreie Entscheidung sein und die Krankenkassen dürfen auch nicht intervenieren um Patienten los zu werden die ihnen zu teuer sind. Einen guten Weg gibt es hier nicht, da die moderne Medizin das Leiden verlängern kann und auf der anderen Seite die geringe Chance auf Minderung besteht.
Es werden jetzt schon aus Alters- und Geldgründen nicht alle medizinischen Möglichkeiten ausgereizt. Das muss sich dann natürlich auch ändern.

Selbstbestimmung

Keinem Staat oder einer Person geht es etwas an, was ich mit meinem Leben mache. Wer sich dafür entscheidet, egal aus welchem Grund, sein Leben zu verkürzen, hat dafür persönliche Gründe die zu akzeptieren sind. Das gilt auch für Selbstmord.

Einen Arzt zu bestrafen, wenn er zu einem Tod ohne Schwerzen verhilft, ist m.E. eine Frechheit.
Weshalb will der Staat unter allen Umständen Menschen auch gegen deren Willen am Leben halten? Weil z.B. auch Hirntote für Steuereinnahmen und Vermehrung des BIP sorgen?

Meinungsmache

Es ist nicht die Mehrheit der "Deutschen" sondern die Mehrheit der "Befragten" dieser Ansicht.
Eine Umfrage kann demnach in dieser Form nicht repräsentativ für Miilionen von Menschen sein.

Und zur Sterbehilfe (vor allem im zusammnehang mit Organspende) ist zu sagen; da Geld im Bereich der Medizin und auch im privaten Umfeld eine wesentliche Rolle spielt, sollte man sehr sehr vorsichtig mit der Befürwortung der Sterbehilfe sein.

Empfehlenswert ist hier der Film:

"Die Lebenden und die Toten" mit Ulrich Tukur.

Sterbekultur

In den meisten westlichen Ländern gibt es leider keine Sterbekultur. Man klammert das Sterben aus.
Pflege und Sterben hat keinen Stellenwert.
Es gibt kaum Menschen die eine gute (!) Patientenverfügung haben. Und manche die sie haben, haben sich aber nicht wirklich damit auseinandergesetzt.
Kürzlich starb mein Patenonkel (hatte eine miserable Patientenverfügung) mit langer Vorerkrankungsgeschichte. Seit gut einem Jahr hörte man ständig: Warum kann man mir nichts geben dass ich sterben kann?
Einem Monat vor seinem Tod hätte es gereicht wenn er selber auf Antibiotika verzichtet hätte. Hat er aber nicht. Er selber war es dann der den Tod verzögerte.
Warum?
Weil immer jeder nur sagt: Ich will zuhause sterben, ich will nicht ins Heim, ich will dass ich sterben kann wann ich will etc pp
Wenn es dann aber darauf ankommt, nimmt man das Schicksal nicht selbst in die Hand, sondern übergibt es den Ärzten.
Man muss selber Verantwortung übernehmen!

Heuchlerisch

Der große Anteil ist für Sterbehilfe. Aber wer verhindert eine vernünftige Regelung? Haben wir da zu viele radikale Religionsverfechter an den politischen Schaltstellen? Damit meine ich nicht die Islamisten, sondern die Großreligionen, denen seit Jahren die Gläubigen weglaufen, weil ... Die verhindern, dass Menschen sterben dürfen - sie täten es ja sowieso, jedoch ohne Hilfe elendiglich. Ich habe das bei meiner Mutter erleben müssen: grauenhaft! Ich würde das hier gerne beschreiben, dem Pfarrer meiner Gemeinde erzähle ich das öfters, vielleicht verstehen die dann, wie sehr das auch die Angehörigen quält. Angst vorm Sterben habe ich nicht, nur vor dem Siechen und den damit verbundenen Qualen. Aber mit einer CDU-Regierung bekommen wir keine Regelung, die Anstand hätte.

Freundliches Angebot

Das ist grundsätzlich ein freundliches Angebot der Gesellschaft und Mehrheit darin. Die Entscheidung darüber sollte man jedoch den Ärzten überlassen, wer das wann machen will. Ich Arzt halte es mit heiligen obersten Berufseid nach Hippokrates für nicht vereinbar und aus meiner Sicht kann es keine "Tötungskliniken" geben. Ich habe das Dilemma selbst erlebt in meinen jungen Berufsjahren, als da einerseits die geliebte Mutter an einem Krebsleiden dahin starb und ich andererseits Macht und Mittel hatte, ihr Leben vorzeitig zu beenden. Danach in Tausenden von Fällen in der Klinik überprüft. Die Ärzte wissen schon selbst, wann es gnädiger ist auf Maschinenbeatmung etc zu verzichten und wie der Konsens mit Angehörigen und Justiz herzustellen ist. Man bilde die Ärzte anständig aus, dann braucht es keine Patietenverfügungen noch Tötungskliniken

@09:41 von andererseits

Wir sollten hier weder in das eine noch in das andere Extrem tappen.

Ein Leben unter pflegerischer Unterstützung ist nicht unbedingt ein schlechtes Leben.
Es gibt effektive palliative Behandlungen, die Patienten enorm an Lebensqualität geben und an Leid nehmen.
Aber auch die haben ihre Grenzen.

Natürlich ist die Entscheidung eine Gratwanderung mit vielen Fallstricken, die ja auch immer wieder benannt werden. Wir müssen wirksame Mechanismen finden, damit wir diese umgehen.

Das psychische Störungen nicht auf die Liste der chronischen Krankheiten gehören, die einen unterstützten Suizid rechtfertigen, sollte zudem klar sein.
Es geht ja auch hauptsächlich um jene, die rein körperlich gar nicht mehr dazu in der Lage sind einen Suizid eigenständig durchzuführen.

@benedictremark um 9:42

Wer sterben will hat doch bereits die Möglichkeit, dies zu tun.

Dann erklären Sie mir bitte wie das geht.

Jeder der Sterbehilfe befürwortet und von "Gnade" spricht, sollte sich einmal genau überlegen, wie das wäre, wenn e r oder s i e für die Ausführung verantwortlich wäre.

Ich wäre bereit, einem anderen zu helfen, wenn ich seine Lage kenne und es erkennbar auf dem eigenen Willen basiert.

Es ist ein Gebot der Nächstenliebe, auch diesen Dienst zu erweisen, wenn jemand aus guten Gründen nicht mehr leben will. Auch die beste Palliativmedizin hilft nur bei der Linderung und wird den Tod nicht verhindern.

Ich kann beim besten Willen aus Ihren Worten keine Gründe für eine Beibehaltung der bisherigen Praxis erkennen.

Da ist nur Moral und sonst nichts. Und die eigene Moral darf keinem anderen aufgezwungen werden.

@10:12 von Realgedanke

>>Übrigens...

...wurde gerade eben im erzkatholischen Portugal ein Gesetz über die Straffreiheit von Ärzten, die Sterbehilfe leisten, verabschiedet.
Auch wenn dort Sozialdemokraten die Regierung bilden, so ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung sehr stark im christlichen Glauben verankert und hatte dieses Gesetz bei Umfragen mit großer Mehrheit befürwortet.<<

Die Portugiesen sind zwar zu großen Teilen katholisch, die CSU würde da mit ihren Stammtischparolen aber trotzdem nicht weit kommen.
Das Land ist insgesamt eher linksgerichtet; auch die Drogenpolitik dort ist äußerst liberal und Drogenkonsum vielfach straffrei.
In Portugal gab es bis in die 70er eine rechte Diktatur. Das hat Spuren (und eine Abneigung gegen rechts) hinterlassen.

rechtlich sind Ärzten die Hände gebunden

Aber Ärzte dürfen ja den letzten Schritt nicht gehen wenn er nötig wäre ,das ist ja das Problem.
Im Falle meines Vaters wurde Ihm eine palliative Sedierung verwährt nachdem er nach Jahrelanger Erkrankung und Kampf sich dazu entschlossen hat ein vollständiges Nierenversagen nicht mit Dialyse behandeln zu lassen.
Hier war somit das Sterben unausweichlich und eine Frage von Tagen. Allerdings war es aufgrund der rechtlichen Lage viel qualvoller als es die letzten Tage hätte sein müssen.

Sterbehilfe in frühen Stadium einer Erkrankung ist schwieriger zu beurteilen , aber wenn der Tod eine Frage von Wochen ist die nur unter Qual verlaufen dann sollte das Gesetz nicht entscheiden ob man sich dieser Qual aussetzen muss.

Laßt doch endlich einmal die Religion oder den Glauben...

...an einen Gott bei dem Thema Sterbehilfe weg!

---

Jeder Mensch sollte das Recht haben über das eigene Ableben wenn möglich selber entscheiden zu dürfen.

Wer gibt der Politik denn das Recht über mein Leben
und dem eigenen Tod entscheiden zu dürfen?

Wenn ich einmal in die Situation komme schwerstkrank zu sein mit dem Wissen ohne Hilfe einen qualvollen und vielleicht auch langen Tod erleiden zu müssen,
nur weil es ein Gesetz gibt, daß es Ärzten verbietet mir beim sterben zu helfen, ja dann lebe ich in einem Unrechtsstaat.

Man wird ja praktisch als betroffener dazu gezwungen
illigale Hilfe zu beanspruchen.

Das muß endlich geändert werden!

@09:42 von benedictremark

>>An einigen Kommentaren merkt man, wie wichtig es ist, das bisherige Verbot jeglicher Sterbehilfe beizubehalten. Z.B. wenn die Erinnerung an die "Euthanasie" der Nazis als "faule Ausrede" bezeichnet...<<

Das finde ich nicht vergleichbar. Es geht nicht darum systematisch Menschen zu vernichten und dies mit autoritärsten Mitteln durchzusetzen.
Es geht darum den Raum individueller Entscheidungsmöglichkeiten zu erweitern.

"Wer sterben will hat doch bereits die Möglichkeit, dies zu tun."

Es geht genau um die Menschen, die aus eigener Kraft nicht mehr zum Suizid in der Lage sind. Aktuell verweigern wir diesen Menschen die Möglichkeit des Suizids - weil sie körperlich zu schwach sind. Das wird dann mit Mitmenschlichkeit begründet.

>>Die allermeisten Ärzte werden auch gar nicht bereit sein, aktive Sterbehilfe zu leisten.<<

Dann sollen sie es lassen. Zwingen sollte man dazu niemanden.
Aber darum geht es nicht. Es geht darum ob wir es allen verbieten.

Was für eine scheinheilige

Was für eine scheinheilige Diskussion. Die aktive Sterbehilfe wird in Deutschland kommen und das mit absoluter Sicherheit. Spätestens dann, wenn keiner mehr weiss wie die geburtenstarken Jahrgänge schwerstgebrechlich im Alter versorgt werden können und müssen.

@ Interzoni

Sie wollen den Willen der Bürger aus einer Meinungsumfrage ableiten? Ist das Ihr Ernst? Dann können wir ja gleich unsere Parlamente abschaffen und deren Entscheidungen durch Abstimmungen per App ersetzen..., sozusagen "Appstimmungen".
Nein, wir leben in einer repräsentativen Demokratie und, auch wenn diese nicht das Paradies auf Erden darstellt, leben ganz gut damit. Man schaue sich nur an, was für ein Chaos ausgelöst wird, wenn ein tatsächlicher oder angeblicher Volkswille umgesetzt werden soll (s. "Brexit"), der auf einer simplen Ja-Nein-Frage beruht. Tatsächlich ist die Wirklichkeit viel komplexer, und der wird eine parlamentarische Demokratie eher gerecht.
Was das Thema Sterbehilfe angeht, kann man natürlich dieser oder jener Meinung sein, ein Verweis auf den in Meinungsumfragen ermittelten Willen des Volkes hilft aber nicht weiter. Außerdem sind Grundrechte nicht von der Gnade der Mehrheit abhängig.

@10:09 von Scookie

>>Die aktuelle Rechtslage ist absolut unverständlich aber viele die nicht in der Situation gewesen sind können es nicht nachvollziehen.<<

Ich bin heilfroh nie in dieser Situation gewesen zu sein, bin aber ausreichend kreativ um mir das ausmalen zu können. Berichte von Angehörigen (auch Ihrer) tun dann ihr Übriges.

Ich habe bei den Befürwortern der aktuell gültigen Regelung oft das Gefühl, dass sich jedoch tatsächlich nicht ausreichend mit der Thematik auseinandergesetzt wurde. Häufig werden bestimmte Dinge völlig ausgeblendet oder aus meiner Sicht unterbewertet.
Diesen Vorwurf möchte ich nicht allen Befürwortern des Verbots machen, aber bevor man sich voller Inbrunst für ein Verbot ausspricht sollte man bedenken wen es wirklich betrifft, welches Leiden viele totkranke durchmachen und welche Alternativen wir ihnen aktuell bieten und welche (auch erprobten!) Lösungsvorschläge auf dem Tisch liegen um Missbrauch effektiv vorzubeugen.

Patiententenverfügung

@oooohhhh,
Was wenn ich verfüge, dass ich Sterbehilfe wünsche, wenn ich nicht mehr eigenständig leben kann? "...Sozialverträgliches Frühableben..." so ein Unsinn!
Schmerzlinderung? Jeden 2./3. Tag hochdosierte Fentanyl-Pflaster und Tavor?
Bis zum Tod? Was ist daran für den Patienten würdevoll? Er kann nichts mehr eigenständig tun. In dem Zusammenhang habe ich verstanden, was es heißt, er/sie musste nicht lange leiden. Auch wenn der letzte Atemzug ein Schock ist.

25. Februar 2020 um 09:42 von benedictremark

Vielen Dank.

In Bezug auf den Pflegenotstand Bericht rechts daneben...und die Unabhängigkeit der Judicative von Medien und der sogenannten Öffentlichen Meinung und vor dem Hintergrund unserer Nationalsozialistischen Geschichte ein wichtiger Kommentar.

@@10:28 von flegar

>>Weshalb will der Staat unter allen Umständen Menschen auch gegen deren Willen am Leben halten? Weil z.B. auch Hirntote für Steuereinnahmen und Vermehrung des BIP sorgen?<<

Wirtschaftliche Gründe werden gern herangezogen um jedes Übel zu erklären. Das Geld in unserem Gesundheitswesen bekommen wir aber auch dann ausgegeben, wenn wir diese Maschinen abschalten.

Zum einen ist es eine schwierige (ethische) Entscheidung. Und bevor man etwas falsches macht, macht man lieber gar nichts - damit macht man sich dann die Hände nicht schmutzig und steht (auch vor sich selbst) nicht als Buhmann da. In der Organspende ist es der gleiche Mechanismus.

Auf der anderen Seite ist die Union nun schon seit Ewigkeiten an der Macht und es ist schon seit Ewigkeiten nichts mehr im Bund gegen sie entschieden worden. Die Union will ihre konservativ-religiöse Wählergruppe nicht vergrämen.
Es mögen zwar nur 19% gegen die Sterbehilfe sein - aber wenn diese 19% die Union wählen, ist das für sie höchstrelevant.

um 09:42 von benedictremark

"Wer sterben will hat doch bereits die Möglichkeit, dies zu tun. Das Recht verbietet lediglich, dass andere mir dabei helfen."

Vielleicht sollten Sie sich diese Bemerkung ein paar mal durchlesen. Vielleicht merken Sie dann, von was für einem abgehobenen Standpunkt Sie beurteilen.

Sie können sich wirklich keine Situation vorstellen, in der Ihre Darstellung der Realität nicht zutrifft? Soll ein hilflos leidender Mensch, der z. B. wie viele Betroffenen ans Bett gefesselt ist, die Luft anhalten? Oder die treue Nichte zum Tablettenklauen losschicken? Oder sich nach China bringen lassen in der Hoffnung, sich mit dem Coronavirus infizieren zu können?

Dies ist ja nur eine Facette in dieser schwierigen Diskussion. Sie zeigt aber, wer und was eine respektvolle Auseinandersetzung blockiert. Und dann kommt immer wieder dieser heuchlerische NS - Euthanasie - Murks dazu, symptomatisch. Herren sein über Leben und Tod unschuldiger Anderer, das vereint mehr als daß es trennt.

re andererseits

"Aus guten Gründen verbietet unser Recht die sogenannte geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung."

Schon im ersten Satz schwenken Sie vom Thema des Artikel ab in polemisches Terrain.

Was soll das?

Darstellung: