Kommentare - Strategien von Populisten: Elitenkritik und Minderheitenbashing

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Tolles Interview

Die Populisten werden auf eine sehr scharfsinnige Art bloß gestellt.

Nicht allzu intelligent

Johnson oder Trump verfügen nur über relativ bescheidene intellektuelle Möglichkeiten. Wenn Sie in der Politik trotzdem erfolgreich sein wollen, bleibt nur der Populismus.

Ausgrenzungsattribut

Ich stelle leider auch ein Populisten-"Bashing" fest, das bereits mit dieser (ab)wertenden Bezeichnung beginnt und eigentlich ausschließlich als Ausgrenzungsattribut für die konservativen und nationalistischen Parteien verwendet wird, wohingegen Populismus am linken Rand nicht als solcher stigmatisiert wird.
.
Austritt aus der NATO, Enteignung von Wohneigentum und radikale Energiekonzepte sind nicht nur Denksansätze, sondern eben auch zu einem großen Teil Linkspopulismus, eben das, was die Wählerschaft gerne hören möchte. Analog zu dem, was am konservativen Rand verbreitet wird, um Wählerstimmen zu gewinnen.
.
Würden die Parteien der sogenannten Mitte eine bessere Politik machen, gäbe es das Phänomen des Populismus gar nicht - weder links noch rechts. Somit ist Vorhandensein von Populismus nicht weniger als ein Indiz für die Qualität oder das Versagen der regierenden Parteien.

Wir brauchen gar nicht über

Wir brauchen gar nicht über den großen Teich zu schauen; das kommunikative Dreifachmuster finden wir lupenrein bei der afd:
Appell an "das" Volk, verbunden mit der Hybris, als einzige dieses "Volk" zu verstehen und zu vertreten (faktenfrei - bei 13%...);
Kampf gegen die "alten Eliten", wahlweise Altparteien, Systemparteien oder rüde "linksgrünversifft" tituliert;
Ausgrenzung und Diskriminierung von Minderheiten wie geflüchteten Menschen, Muslime, Juden - natürlich subtil, so dass man vorn auf der Bühne eine bürgerliche Maske tragend hinten Ressentiments und Hass schürt, auch gerne durch die Straßentruppen wie pegida, von denen man sich dann wieder vorne auf der Bühne abgrenzt, wenn es zu heftig wird.
Und über allem die Generalstrategie, sich als Opfer darzustellen, wenn man sie mit diesen Phänomenen konfrontiert - gerade wieder zu studieren bei den Reaktionen auf den Anschlag von Halle.
Wir finden also die Erfolgsrezepte von Trump, Johnson, Orban und Co vor der eigenen Haustüre.

13:55 von Digitaler Fußabdruck

>>Ich stelle leider auch ein Populisten-"Bashing" fest, das bereits mit dieser (ab)wertenden Bezeichnung beginnt und eigentlich ausschließlich als Ausgrenzungsattribut für die konservativen und nationalistischen Parteien verwendet wird, wohingegen Populismus am linken Rand nicht als solcher stigmatisiert wird.<<
konservative Parteien werden nicht als Populisten bezeichnet. Nationalistisch allerdings schon.
Das Problem ist dass nationalistische Parteien sich selbst häufig als konservativ bezeichnen.

@ Digitaler Fußabdruck

... sondern eben auch zu einem großen Teil Linkspopulismus, ...

Linke grenzen aber keine Minderheiten wie z.B. Migranten aus. Das tun nur die Rechten.

@ andererseits

Zu Ihrer Aussage über die AfD passt auch das denkwürdige, eigentlich erschreckende Gauland-Zitat:
"Wir werden sie jagen, wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen – und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen."

Das Volk wird als homogene Einheit dargestellt, für das die rechtsnationale Partei den Alleinvertretungsanspruch geltend macht.

Erwartungen erfüllt

Natürlich erfüllt dieses Interview die Erwartung des geneigten ARD Lesers im vollem Umfang. Freilich ist das Weltbild der "sogenannten Populismus Gegner" mindestens genauso einseitig und einfach, wie das derjenigen, gegen die sie argumentieren. Hetzen tun sie genauso, ausgrenzen sogar noch wesentlich mehr. Der Unterschied ist jedoch, dass Ihnen der Beifall, der links dominierten Medien, sicher ist. Gegenseitiges Schulterklopfen ist das Resultat. Zudem ein moralisches Überlegenheitsgefühl gegenüber allen Andersdenkenden.

Man selbst nimmt für sich etwas in Anspruch, was man anderen verwehrt. Aus Morden, Terrorakten usw. zu verallgemeinern zu vereinfachen und auf die politischen Gegner einzuprügeln, für Linke gar kein Problem. Politisch zu instrumentalisieren Dauerzustand. Aber wehe das wird von Rechten und Konservativen gemacht. Dann bricht ein Sturm der Entrüstung in den Medien aus. Doppelmoral par excellence.

Es sind zuerst die Inhalte!

Trump, Johnson und auch die AfD sind Reaktionen. Die als als nicht populistisch dargestellten Politiken hatten Ergebnisse, die vielen, vielleicht einer Mehrheit, nicht gefielen. Wenn dieses Nichtgefallen von der Politik ignoriert wird, suchen sich dessen Anhänger andere Politiker, die es adressieren. Wenn sich ein Politiker dazu gegen die Mehrheit der übrigen Politiker stellen muß - das trauen sich am ehesten Querköpfe wie die zitierten „Populisten“.

Völlig falsch

Der "Experte" liegt komplett falsch. Trump und dergleichen sind nicht erfolgreich weil sie die Klappe aufreissen. Das kann jeder. Sie sind erfolgreich weil sie damit durchkommen. Und das liegt nicht an ihnen, sondern an denjenigen die es ihnen durchgehen lassen. Würde sich die internationale Diplomatie an die für alle anderen Staatsoberhäupter geltenden Regeln auch in deren Fall halten, dann wär ganz schnell Schluss mit dem Geschrei.

Aber es will ja keiner die Geldgeber verärgern. Und nicht "Freunde" verärgern. Dass diese Freunde sich wie die schlimmsten Feinde verhalten wird da übersehen.

Hier brauchts mal 'ne Schüppe Prinzipientreue! Immer nur wegducken macht den Raufbold nur angriffslustiger!

Den politischen Gegner

als Populisten abzuqualifizieren ist in Mode gekommen.

Ich glaube nicht, dass man Leuten die Meinungsfreiheit auf diese Weise beschneiden sollte. Ueberzeugungsarbeit leisten ist was positives, Abqualifizierung macht es sich zu einfach. Leute sind nicht bloede und Doppelmoral faellt auf.

Nehmt doch Trump, Orban, Erdogan etc mit Argumenten auseinander und lasst auch Argumente zu.

Also, ich finde Herr Haller beschreibt sehr gut die Populisten.

Nur legt er nur die negativen Vorgehensweisen der Populisten dar. Okay, er wurde ja auch nur nach diesen befragt.
Darum sagt er auch "sogenannte Elite", als ob es in der Realität unserer Gesellschaften in den USA, Großbritannien, Ungarn, Russland und Deutschland (weil von den Staatsoberhäuptern dieser Länder die Rede war) gar keine Elite gäbe, bzw. diese gar nicht richtig definiert werden könnte. Und als ob nicht tatsächlich die Elite (statt das Volk) die Macht hätte.
Denn in diesem ersten Punkt (von den drei von Haller genannten Punkten) liegen die Populisten tatsächlich immer richtig und man wird es ihnen niemals als Unwahrheit nachweisen können.

@ Digitaler Fußabdruck

Würden die Parteien der sogenannten Mitte eine bessere Politik machen, gäbe es das Phänomen des Populismus gar nicht

Falsch. Ihr Erklärungsmuster, das sonst Populisten für ihre eigene Existenz angeben, wird im Artikel sehr gut anslysiert. Gemäßigte politische Meinungen werden zu "Eliten" erklärt und inhaltlich schlecht geredet. (Typischer Satz: Früher war alles besser.) Damit wird dann wieder die eigene Aggressivität und Respektlosigkeit in der politischen Auseinandersetzung gerechtfertigt.

Populisten

Bitte lies es im Wiki auf Englisch(https://en.wikipedia.org/wiki/Populism) , ich denke nicht, dass es eine schlechte Sache ist, Populist zu sein !! Solange es keinen Rassismus unterstützt und die Menschenrechte nicht verletzt.
In Wirklichkeit hindert es eine kleine Gruppe (die Elite) von Menschen daran, den Rest der Menschen zu regieren. Dies geschieht, wenn sich gewählte Politiker in der reichen Elite befinden. Wenn ein Politiker seinen Job nicht als Überzeugung für das Volk tut, sondern nur für seinen eigenen Erfolg.

Grüße
BP

@13:54 von Prostituierte

"Johnson oder Trump verfügen nur über relativ bescheidene intellektuelle Möglichkeiten. Wenn Sie in der Politik trotzdem erfolgreich sein wollen, bleibt nur der Populismus."

Die Arbeitslosigkeit in den USA ist auf einem 50 Jahre Tiefstand. Gleichzeitig ist die USA eine Demokratie geblieben. Die kommende Wahl kann Trump verlieren. Was ist daran populistisch.

re digitaler fußabdruck

"Austritt aus der NATO, Enteignung von Wohneigentum und radikale Energiekonzepte sind nicht nur Denksansätze, sondern eben auch zu einem großen Teil Linkspopulismus, eben das, was die Wählerschaft gerne hören möchte. Analog zu dem, was am konservativen Rand verbreitet wird, um Wählerstimmen zu gewinnen."

Eben genau nicht analog. Da ist keins der Merkmale, mit dem im Interview Populismus definiert ist.

Und ihre Rechtfertigung des Populismus mit "Versagen der regierenden Parteien" ist eine derart ausgelutschte Stereotype.

"Populismus" ist ein inhaltsleerer Begriff

Diese "populistischen" Methoden werden in verschiedener Form von allen politischen Parteien verwendet.

Dennoch glaube ich, dass wir in Europa und auch in den USA noch intakte Demokratien haben, wo das System von "checks und balances" noch greift

Da würde ich die USA aber nicht mit Europa in einen Topf werfen. Der beste Garant für intakte Demokratien ist eine gleichberechtigte Medienlandschaft. Die USA hat sie, in Europa ist sie eine Seltenheit.

Prpstituierte 13.54

Johnson oder Trump verfügen nur über relativ bescheidene intellektuelle Möglichkeiten. "
Billig und zudem falsch! Beschäftigen Sie sich mal mit Johnson's Ausbildung und Werdegang! Da dürften hier im Forum nicht Viele nur annähernd mithalten können und in der deutschen Regierung auch nicht.

Aus dem Kommentar klingt viel

Aus dem Kommentar klingt viel Bitternis und Verzweiflung. Dann sollte er aber nicht das Ergebnis der Wahlen in Polen anschauen. In Zeiten des Internets lassen sich die Menschen nicht mehr so leicht von Einheitsnachrichten verführen.

re männer wie wir

"@ andererseits

Zu Ihrer Aussage über die AfD passt auch das denkwürdige, eigentlich erschreckende Gauland-Zitat:
"Wir werden sie jagen, wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen – und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen.""

Das mit unser Land zurückholen wird von der AfD rauf und runter und täglich zelebriert.

Zurückholen impliziert, dass es uns weggenommen wurde. Und schon hat man einen Feind, gegen den man sich mit allen Mitteln wehren muss. Dann geht schon mal einer los zur Synagoge oder zum Asylantenheim oder zum Dönerimbiß ...

Ganz einfach.

Um den politischen Erfolg von "Populisten" zu erklären bedarf es gar keiner komplizierten Analysen. Man muss sich einfach nur vor Augen führen was dieses Wort ursprünglich bedeutet hat, bevor es von der PC vereinnahmt wurde.

@lesezeichen2705, 14:18

Der Unterschied ist jedoch, dass Ihnen [den Linken] der Beifall, der links dominierten Medien, sicher ist.

Das hat natürlich in der Aufzählung im Interview noch gefehlt. Dass die Medien "links dominiert" und also geradezu direkte Feinde des Volkes sind. Trump spricht das ja auch ganz offen aus.
Man stelle sich vor, ich, @frosthorn, würde behaupten, das deutsche Volk zu vertreten und fordern, dass alle meine Ziele gutheißen und unterstützen. Und wenn dann die anderen, wie zu erwarten, abwinken oder mich sogar auslachen, stricke ich daraus den Beweis, dass sie von frosthorn-feindlichen Medien fehlgeleitet sind.
Würden Sie, @lesezeichen2705, mich ernst nehmen?

Elitenkritik

sollte gestattet sein. Nur so koennen Aenderungen stattfinden. Elitenkritik ist seit Urzeiten eine Triebfeder fuer Veraenderungen.

Minderheitenbashing ist sehr schwamming formuliert. Was meint man damit? Es muss gestattet sein Meinung gegen Rechtsradikale, Islamisten, Paedophile usw haben zu duerfen. Im Rechtsstaat liegt das Gewaltmonopol beim Staat.

Antisemitismus sollte man auch diskutieren, gerade mit den Antisemiten um sie bloszustellen und die Argumente nehmen zu koennen.

Was ist also Minderheitenbashing?

Erwartungen erfüllt

Natürlich erfüllt dieses Interview die Erwartung des geneigten ARD Lesers im vollem Umfang. Freilich ist das Weltbild der "sogenannten Populismus Gegner" mindestens genauso einseitig und einfach, wie das derjenigen, gegen die sie argumentieren. Hetzen tun sie genauso, ausgrenzen sogar noch wesentlich mehr. Der Unterschied ist jedoch, dass Ihnen der Beifall, der links dominierten Medien, sicher ist. Gegenseitiges Schulterklopfen ist das Resultat. Zudem ein moralisches Überlegenheitsgefühl gegenüber allen Andersdenkenden.

Man selbst nimmt für sich etwas in Anspruch, was man anderen verwehrt. Aus Morden, Terrorakten usw. zu verallgemeinern zu vereinfachen und auf die politischen Gegner einzuprügeln, für Linke gar kein Problem. Politisch zu instrumentalisieren Dauerzustand. Aber wehe das wird von Rechten und Konservativen gemacht. Dann bricht ein Sturm der Entrüstung in den Medien aus. Doppelmoral par excellence.

Die Fakten sprechen für die sogenannten Populisten

In der EU belegen Polen mit einem Wirtschaftswachstum von 5,1 % im Jahre 2018 und Ungarn mit einem Wachstum von 4,9 % unter den osteuropäischen EU-Ländern die beiden Spitzenplätze (Quelle: statista.de).
Bei der derzeitigen wirtschaftlichen Schwäche in Deutschland kann man also nur hoffen, dass die AfD bald in Regierungsverantwortung kommt, um den wirtschaftlichen Abstieg Deutschlands zu verhindern!

14:17 von männer wie wir / @ andererseits

@ andererseits

Zu Ihrer Aussage über die AfD passt auch das denkwürdige, eigentlich erschreckende Gauland-Zitat:
"Wir werden sie jagen, wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen
.
wen auch immer jagen ...
das stammt aber vom Grünen-Sprecher Ludger Volmer 1994 in Richtung CDU und Bundeskanzler Helmut Kohl: Wir werden den Kanzler jagen
oder von Herrn Gabriel 2012 : ….nicht nur die Regierung Merkel abzulösen,
sondern „rückstandsfrei zu entsorgen“

13:55, Digitaler Fußabdruck

>>Würden die Parteien der sogenannten Mitte eine bessere Politik machen, gäbe es das Phänomen des Populismus gar nicht - weder links noch rechts. Somit ist Vorhandensein von Populismus nicht weniger als ein Indiz für die Qualität oder das Versagen der regierenden Parteien.<<

Klassisch populistische Sprüche.

Politik ist in einer demokratischen Gesellschaft immer mit einem mühsamen Interessenausgleich verbunden und finden auf vielen Ebenen statt, vom Gemeinderat bis zum Europaparlament. Wer gern möchte, daß "durchregiert" wird, kann deswegen nur frustriert sein. Und genau an diese Leute wenden sich Populisten jeglicher Couleur. Populismus ist ja keine politische Richtung, sondern eine Machterlangungsstrategie.

Populismus ist nur ein Fremdwort, mehr nicht!

Ein Fremdwort der Studierten, um den politischen Gegner als Bösewicht darzustellen.
Dabei ist dieser Begriff erstmal neutral. Selbst wann man Populismus als etwas Gefährliches oder Schlechtes bewertet, bleibt immer noch die Frage nach der Ursache. Wenn Regierungen ihre Arbeit nicht machen, sich an gewissen Themen nicht die Finger schmutzig machen wollen, dann schreit das gerade nach Leuten, die diese Felder für sich besetzen. Hinzu kommt dann meist noch die Fähigkeit, dieses entsprechend zu kommunizieren, heutzutage gerade mit den Möglichkeiten der sozialen Medien. In der Politik geht es nicht um Fremdwörter. Es geht um Emotionen. Es geht darum, was die Menschen bewegt. Populismus ist ein geeignetes, legitimes Mittel, um politische Änderungen herbeizuführen, die der Wähler sich insgeheim wünscht.

Doppelmoral?

Es gibt halt objektive Standards, die haben einfach die normative Kraft des faktischen. Wer versagt diese zu erfüllen muss halt Kritik ertragen können.

13:55 von Digitaler Fußabdruck

"Ich stelle leider auch ein Populisten-"Bashing" fest, das bereits mit dieser (ab)wertenden Bezeichnung beginnt und eigentlich ausschließlich als Ausgrenzungsattribut für die konservativen und nationalistischen Parteien verwendet wird, wohingegen Populismus am linken Rand nicht als solcher stigmatisiert wird."

Der linke Rand ist auch anders als der rechte.

Insofern glaube ich nicht, dass der linke Rand typisch ist für Populismus, sondern für feste und undurchdachte Dogmen.

Für den rechten Rand ist typisch:
'Das Volk will dies und dies'.
Für den linken Rand ist typisch:
'Die Gesellschaft funktioniert nach der und der Ideologie.'

Unzulässige Verallgemeinerungen in beiden Fällen.
Aber der rechte Rand peilt das dumpfe Unterbewusste an, der linke Rand peilt das unreflektierte Dogmendenken an.

Wie immer sind auch meine Verallgemeinerungen nicht allgemein-gültig. ;-)

@ Digitaler Fußabdruck um 13:55

"Würden die Parteien der sogenannten Mitte eine bessere Politik machen, gäbe es das Phänomen des Populismus gar nicht - weder links noch rechts. Somit ist Vorhandensein von Populismus nicht weniger als ein Indiz für die Qualität oder das Versagen der regierenden Parteien."

Das glauben Sie doch selber nicht.
Eine politische Mitte, die es allen recht machen kann, gibt es nur in Utopia.
Eine Politik der Mitte bedeutet immer Kompromisse.
Links- und Rechts-Populismus ist viel mehr Ergebnis fehlender Kompromissbereitschaft oft im Kombination mit Narzissmus und Selbstmitleid.

13:55 von Digitaler Fußabdruck

"Würden die Parteien der sogenannten Mitte eine bessere Politik machen, gäbe es das Phänomen des Populismus gar nicht - weder links noch rechts. Somit ist Vorhandensein von Populismus nicht weniger als ein Indiz für die Qualität oder das Versagen der regierenden Parteien."

Na ja. Wären alle Menschen 'gut' und fehlerfrei, dann bräuchten wir ÜBERHAUPT keine Regierung.

@14:22 von purpleblues

"Die als als nicht populistisch dargestellten Politiken hatten Ergebnisse, die vielen, vielleicht einer Mehrheit, nicht gefielen. Wenn dieses Nichtgefallen von der Politik ignoriert wird, suchen sich dessen Anhänger andere Politiker, die es adressieren."

Stimme ich voll zu. Beides muss aber nicht unbedingt Populismus sein. Es gibt halt unterschiedliche Meinungen und Herangehensweisen. Was hat man denen in der Vergangenheit vorgeworfen, die einen besseren Sozialstaat wollten.

Ausserdem finde ich, dass die Masche, alles in einen Topf zu werfen, nicht unbedingt besser ist als Populismus.

re mordad

"In Wirklichkeit hindert es eine kleine Gruppe (die Elite) von Menschen daran, den Rest der Menschen zu regieren. Dies geschieht, wenn sich gewählte Politiker in der reichen Elite befinden."

Wo befindet sich denn Trump - nicht in der reichen Elite? Und Johnson - nicht in der reichen Elite?

@14:25 Mordad

Zu den Definitionselementen von Populismus gehört, dass er politisch Engagierte verschiedenster anderer Richtungen als Elite pauschalisiert, die angeblich den Rest der Menschen regiert ohne auf deren Interessen, Erwartungen und Bedürfnisse zu schauen.
Jetzt schreiben Sie, dass der Populismus-Vorwurf ja nur die reiche Elite weiter unterstützen soll, Politik nur für den eigenen Erfolg zu machen.
Aufschlussreich, allerdings eher diagnostisch auf das Argumentationsmuster Ihres Kommentars bezogen.

Immer schon vorhanden

Vielleicht wäre es Erwähnenswert, dass gerade die Unionsparteien immer auch über Populisten verfügt haben, die in rund 70 Jahren bundesdeutscher Wahlkämpfe genau die „Argumente“
Ins Feld geführt haben, die heute der AfD helfen, gegen alles mögliche zu hetzen.
„Kinder statt Inder“ und die „Rote Socken - Kampagne“ der Union sollten auch den Journalisten noch bekannt sein.
Und mit Franz Josef Strauß hatten wir zwar kein echtes altes Nazi - Mitglied als Beinahe - Kanzlerkandidaten, aber nach heutigen Maßstäben zumindest einen echten Neonazi.
Von den tatsächlichen Nazis im Bundestag und in allen früheren deutschen Regierungen der BRD ganz zu schweigen. Sei es als Staatssekretäre oder Minister, Ministerpräsidenten, Bundeskanzler und Bundespräsidenten.
Und Populisten waren die allesamt.

14:22, IBELIN

>>Nehmt doch Trump, Orban, Erdogan etc mit Argumenten auseinander und lasst auch Argumente zu.<<

Die Anhänger der von Ihnen genannten Herren sehen diese als Heilsbringer und pflegen ein sozusagen religiöses Verehrungsverhältnis zu ihnen.

Argumente sind da komplett machtlos, weil sie für unwichtig erachtet und schlicht nicht zur Kenntnis genommen werden.

Jeder "normale" Politiker hätte die Skandale, die diese Charaktere umwehen, politisch nicht überlebt.

Trumps berühmter Spruch über den Menschen, den er auf der Fifth Avenue erschießen könne und trotzdem keinen einzigen Anhänger verlieren würde, beschreibt die Sache sehr gut.

re ibelin

"Die Arbeitslosigkeit in den USA ist auf einem 50 Jahre Tiefstand. Gleichzeitig ist die USA eine Demokratie geblieben. Die kommende Wahl kann Trump verlieren. Was ist daran populistisch."

Was ist denn an Ihrem Kommentar ein Beitrag zum Thema Populismus?

Heute ist Sonntag. Auch nicht populistisch.

Bei vielen Provokationen

Bei vielen Provokationen sollte man gar nicht erst einsteigen, weil sie häufig bewusst darauf abzielen, Aufmerksamkeit in den Medien zu bekommen.

Das ist allenfalls in der Theorie richtig. Tatsächlich ist das absolut unhilfreich und einigermaßen naiv.
Ignoriert man gewisse Provokationen, muss der Populist nachlegen und noch extremer auftreten, denn sein Erfolg basiert ausschließlich darauf, mit jenen Provokationen zu arbeiten.
Richtiger würde diese Aussage, wenn sie allein auf die Medien bezogen wäre. Den Populisten keine Bühne zu bieten, wo sie sich auslassen können, das würde eher nützen.

Wichtig ist auch, diese falsch verstandene Toleranz abzulegen und die Populisten aufzuwerten, indem man versucht, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen (`wir nennen die nicht Rechtpopulisten, weil das nervt´, `die sind eine ganz normale Partei´, gebt ihnen doch den Stellvertreter-Posten, etc.). Immer wieder entgegenkommen, in der naiven Erwartung, dass die mal zufrieden sind.

14:18 von lesezeichen2705

>>Der Unterschied ist jedoch, dass Ihnen der Beifall, der links dominierten Medien, sicher ist. Gegenseitiges Schulterklopfen ist das Resultat. Zudem ein moralisches Überlegenheitsgefühl gegenüber allen Andersdenkenden. <<
Ihr Post bestätigt den Artikel. Sie beschreiben sehr treffend die Opferdarstellung.

14:44, lesezeichen2705

>>Freilich ist das Weltbild der "sogenannten Populismus Gegner" mindestens genauso einseitig und einfach, wie das derjenigen, gegen die sie argumentieren. Hetzen tun sie genauso, ausgrenzen sogar noch wesentlich mehr. Der Unterschied ist jedoch, dass Ihnen der Beifall, der links dominierten Medien, sicher ist. Gegenseitiges Schulterklopfen ist das Resultat. Zudem ein moralisches Überlegenheitsgefühl gegenüber allen Andersdenkenden.

Man selbst nimmt für sich etwas in Anspruch, was man anderen verwehrt. Aus Morden, Terrorakten usw. zu verallgemeinern zu vereinfachen und auf die politischen Gegner einzuprügeln, für Linke gar kein Problem. Politisch zu instrumentalisieren Dauerzustand. Aber wehe das wird von Rechten und Konservativen gemacht. Dann bricht ein Sturm der Entrüstung in den Medien aus. Doppelmoral par excellence.<<

Langer Rede kurzer Sinn: Es passt Ihnen nicht, daß ein Zusammenhang zwischen AfD-Hetzern wie Höcke etc. und rechtsradikal motivierten Anschlägen hergestellt wird.

14:44 von lesezeichen2705

Aus Morden, Terrorakten usw. zu verallgemeinern zu vereinfachen ...
.
wer an Chemnitz denkt
an was erinnert der sich ?
an den Rechten Mob oder den Erstochenen ?
in Halle, an die 2 Toten an der Würstles Bude doch wohl kaum !

14:22 von IBELIN

>>Den politischen Gegner als Populisten abzuqualifizieren ist in Mode gekommen.
Ich glaube nicht, dass man Leuten die Meinungsfreiheit auf diese Weise beschneiden sollte. Ueberzeugungsarbeit leisten ist was positives, Abqualifizierung macht es sich zu einfach. Leute sind nicht bloede und Doppelmoral faellt auf.
Nehmt doch Trump, Orban, Erdogan etc mit Argumenten auseinander und lasst auch Argumente zu.<<
Vermutlich haben Sie noch nie versucht die Anhänger der genannten Politiker oder der AfD mit Fakten "auseinanderzunehmen".
Da bekommt man keine Antwort, oder die Antwort geht an der Frage vorbei.

14:23 von WM-Kasparov-Fan

>>Darum sagt er auch "sogenannte Elite", als ob es in der Realität unserer Gesellschaften in den USA, Großbritannien, Ungarn, Russland und Deutschland (weil von den Staatsoberhäuptern dieser Länder die Rede war) gar keine Elite gäbe<<
Es gibt schon Eliten, und die derzeitigen Präsidenten der USA, Großbritanniens, Russlands und Ungarns sind die Spitze der jeweiligen Eliten.

Strategien von Populisten: ....

die chronische Scheinweltenproduktion wurde hier nicht genannt … ach wie war die Welt vordem doch noch allzu bequem.
Bei der (selbstverständlich unvollständigen) Aufzählung der Populisten an der Macht fehlte der Putin - der gilt zwar vielen als Realpolitiker, aber er kann auch Realpolitik nur, weil es ihm gelungen ist über die Formierung des Machtapparates und die mafiösen Fädenzieherei, seine Scheibenwelt in die Realität zu zerren und sie in ihrer ganzen Zweidimensionalität physikalische Grenzen sprengen zu lassen.
Man merke, Populisten sind wahre Populisten, solange sich das verdrehte Konstrukt ihrer Wirklichkeit noch mit der wirklichen Wirklichkeit beißt.
Kritik an Eliten gibt es in der Tat auch bei "Linken" nur handelt es sich dort in der Regel um "Finanzeliten", bei rechten und populistischen Elite Bashing geht es um die Abwehr der Infragestellung der Scheibenwelt und deren Immunisierung.
… man darf ihnen nicht glauben, ihnen zuzuhören ist vertane Zeit!

Aber eines lässt sich nicht leugnen,

sie "labern" nicht nur, sie handeln und das ist, was vielen Wählern, bei den meisten Politikern, heute fehlt.
Bei uns werden doch vermeidliche Macher, wenn möglich, abgesägt.

14:45, smirker

>>Die Fakten sprechen für die sogenannten Populisten
In der EU belegen Polen mit einem Wirtschaftswachstum von 5,1 % im Jahre 2018 und Ungarn mit einem Wachstum von 4,9 % unter den osteuropäischen EU-Ländern die beiden Spitzenplätze (Quelle: statista.de).
Bei der derzeitigen wirtschaftlichen Schwäche in Deutschland kann man also nur hoffen, dass die AfD bald in Regierungsverantwortung kommt, um den wirtschaftlichen Abstieg Deutschlands zu verhindern!<<

Deutschland ist ein voll entwickeltes Industrieland, es ist quasi "ausgewachsen". Polen und Ungarn sind europäische Entwicklungsländer, die viel aufzuholen haben und von der europäischen Union mit sehr viel Geld unterstützt werden. Polen ist der mit Abstand größte Nettoempfänger der EU. Ungarn liegt an vierter Stelle, hinter Griechenland und Rumänien.

Das hat man auch bei Strache in Österreich gesehen.

Das Ibiza-Video war das eine.
.
von deutschen Medien aufgedeckt ....
was hat es wohl die deutsche Regierung an (finanziellen) Zugeständnissen gekostet,
diesen Salvini auszubooten
ob in der Politik immer mit sauberen Mittel gearbeitet wird

@ 14:52 von Crefeldinjo

Populismus ist ein geeignetes, legitimes Mittel, um politische Änderungen herbeizuführen, die der Wähler sich insgeheim wünscht.

Genau das nicht. Denn das würde voraussetzen, dass es dem Populisten tatsächlich darum geht, diese `geheimen Wünsche´ des Wählers umzusetzen.
Den derzeitigen Populisten geht es aber um nichts weniger als ihre Wähler. Die sind einfach zu lenkendes Material, mit dem der Populist seine Ziele (Macht und Geld) erreichen kann.
Der Unterschied zwischen dem Populisten-Wähler und dem anderen Wähler ist der, das der Populisten-Wähler nicht in der Lage ist, das zu erkennen.

Zudem werden dem Populisten-Wähler seine geheimen Wünsche auch erst vom Populisten eingeredet.

14:29 von Gelenkte-Dem-DE

>> Der beste Garant für intakte Demokratien ist eine gleichberechtigte Medienlandschaft. Die USA hat sie, in Europa ist sie eine Seltenheit.<<
Da liegen Sie völlig daneben. Wenn man von Polen und Ungarn absieht gibt es wohl nirgendwo eine gleichberechigtere Medienlandschaft als in der EU

@Crefeldinjo, 14:52

Populismus ist ein geeignetes, legitimes Mittel, um politische Änderungen herbeizuführen, die der Wähler sich insgeheim wünscht.

Und sowohl das absolut hypothetische Konstrukt "der Wähler" als auch, dass es jemanden gäbe, der weiß, was dieser sich insgeheim wünscht - und das sogar zu erfüllen vermag - ist ein Merkmal populistischer Propaganda.

@wen auch immer jagen 14:48 von Sisyphos3

zu @@14:17

Bitte keine 'Fake Zitate' um ihre 'Umwertung der Sätze' scheinbar belegen zu können.

Zwischen 'wen auch immer jagen'
und 'den Kanzler jagen' besteht ein Unterschied.
Insbesondere im gegebenen Zusammenhang.
Auch hierfür gilt das:
Auch eine 'Regierung zu entsorgen' oder eine bestimmte Person 'in Anatolien'
macht den wesentlichen Unterschied.

Das Sie das nicht wahrnehmen wollen, ist mir schon klar,
aber eben kein Argument.

Ferien von der kognitiven Dissonanz für Kognitiv Verknappte

Nun, das Phänomen des KKK-Sohns Donald Trump und des Aufschneiders Boris Johnson liegt nicht so sehr in diesen Protagonisten als vielmehr in deren Publikum.

In einer vielsprachigen, multikulturellen, globalisierten und digital in Echtzeit vernetzten Welt gibt es viele Ambivalenzen, Widersprüche und Universen von Details. Das überfordert viele Menschen, besonders solche, die man als Kongitiv Verknappte benennen kann.

Nun ist es so, dass sowohl DT als auch BJ, aber auch Duterte auf den Philippinen usw. in ihren Auftritten eine Reduktion der schwindelerregenden Komplexität und Ambivalenz wohlfeil bieten: Der Klimawandel, der allen Angst macht, z.B., der ist bloß ZITAT eine Erfindung der Chinesen. Die Migrationsbewegungen könnten ganz einfach mit einer Mauer gestoppt werden, ein durchaus mittelalterliches Konzept. Wenn wir erst aus der bösen EU raus sind, wird alles besser...usw.

Diese Protagonisten bieten Ferien von der komplexen Realität und wer mag keine Ferien?

Problematik des Begriffs "Populismus"

Ob eine Meinung, eine Aussage oder ein Statement "populistisch" (im Sinne von populär) ist, sollte keine Rolle spielen. Entscheidend ist doch ob sie mit Fakten untermauert werden können oder haltlos sind. Mit dem gängigen Populismus-Vorwurf können auch berechtigte und vernünftige Forderungen diffamiert werden, wie z.B. der Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit und nach Frieden. Man sollte das Kind schon beim Namen nennen: Das Problem ist nicht irgendein abstraktes, neutrales Phänomen mit dem Namen Populismus, sondern die Leugnung und Verdrehung von Fakten sowie die Verbreitung von Verschwörungstheorien und esoterische Pseudowissenschaft durch ein erstarkendes, politisch rechtsextremes Lager - immerhin das Resultat der bisherigen Politik!
Außerdem: Die "unbequemen Wahrheiten", die "notwendigen Übel" und die "Alternativlosigkeit" der (angeblich) nicht-populilstischen Kräfte können genau so falsch oder richtig sein - und sind dabei auf ihre Weise auch wieder irgendwie populistisch, oder?

Strategien von Populisten:Elitenkritik und Minderhei...

In einem hat der Herr Haller in diesem Artikel recht:Den Demokraten fehlt ein überzeugender Kandidat(gegen Trump).
Aber dann geht es sehr zurückhaltend weiter:"Wegen Joe Bidens Verbindungen zu mächtigen Personen im In-und Ausland".
Gerade hat der ukrainische Abgeordnete Andrej Derkatsch dazu mehr gesagt.

Populistisch

"Populistische Kommunikation hat immer drei Elemente: Zum einen der Appell an das Volk als homogene Einheit, das sogenannte heartland. Zweitens eine sehr starke Elitenkritik. Eliten werden immer als korrupt dargestellt, als selbstsüchtig, als egoistisch. Und drittens eine Exklusion von sozialen Gruppen, beispielsweise Migranten."

Wenn Populismus nur diese 3 regeln beinhaltet, kann es nur einen Rechtspopulismus geben, und keinen linken.
Was die rechtspopulistischen Wähler von ihrem Konzernboss Trump komischerweise nicht erkennen können/wollen ist, dass der selbst ein alter Vetreter dieser korrupten Geldelite ist.
Mittlerweile dürften diese Wähler allerdings und hoffentlich zu einer Minderheit gehören

@naiver Positivdenker

"Aber eines lässt sich nicht leugnen, sie "labern" nicht nur, sie handeln und das ist, was vielen Wählern, bei den meisten Politikern, heute fehlt."

Ja, weil viele Wähler offensichtlich den Unterschied zwischen Quantität und Qualität nicht kennen.
Mir ist jemand wie Frau Merkel, der man beim besten Willen nicht unterstellen kann, mit dem Willen zu regieren, richtig aktiv die Welt zu verändern, immer noch viel lieber als bspw. ein Herr Putin, der zwar aktiv die Welt verändert, aber zum Schlechteren.

Mit ein paar Worten weniger: Mir ist jemand, der nichts tut, immer noch lieber als jemand, der die Welt schlechter machen will (oder der nur für sich und seine Interessen regiert, was auf das gleiche hinausläuft).

Tolles Interview

Aber die Masse Mensch wählt Sie trotzdem weil die Aussagen dieser Kerle sehr einfach sind.

14:52 von Crefeldinjo

"Ein Fremdwort der Studierten,...." mit ein wenig "Elitenbashing" zur Einleitung … zeigt sich was wahrer Geist (oder eben geheimer Volkswille) will... er will im Geheimen … (weil er verbotenes will - ausscheiden, abgrenzen, einzäunen, vergasen und vergessen, das ist es worum es in dem geheimen Tier nur allzu oft geht) und weil der Verstand eben nicht die Anima lenkt, denkt er, will er nicht, er lebt in Wünschen und Vorstellungen - und ganz flugs sind wir wieder alle auf der Scheibenwelt - eben des Populismus, den es zu fürchten und vor dem es sich in Acht nehmen heißt.

@13:55 von Digitaler Fußabdruck

Würden die Parteien der sogenannten Mitte eine bessere Politik machen, gäbe es das Phänomen des Populismus gar nicht - weder links noch rechts. Somit ist Vorhandensein von Populismus nicht weniger als ein Indiz für die Qualität oder das Versagen der regierenden Parteien.
Das impliziert, daß für die jedenfalls existierenden komplexen Probleme einfache Lösungen existieren, die von den regierenden Parteien übersehen werden. Populismus ist es, das Vorhandensein solcher Lösungen zu suggerieren. Das funktioniert am besten aus der Opposition. Kommt der Populist an die Nähe der Macht, scheitern die einfachen Lösungen dann vorgelich an Sündenböcken, die man aus Minderheiten rekrutiert und ohne Gefahr des Mehrheitsverlustes auf den Scheiterhaufen des "gerechten Volkszorns" bringen kann.

Gegen diese Achillesverse der Demokratie hilft nur politische Bildung, weil ansonsten das unausweichliche böse Erwachen sehr häßlich werden kann.

Elitenkritik!!!

Ich persönlich gehöre auf jeden ausdrücklich NICHT zur sogenannten europäisierte Elite, die mangels selbstständigen Denkens selbst persönlich selbst nach fünf Jahren immer NOCH auf gewisse Sachen dauerhaft hereinfallen!

Denn wer mangels selbstständigen Denkens persönlich am längsten auf gewisse Dinge dauerhaft hereinfällt, disqualifiziert OHNEHIN nur SELBST für höhere Führungsaufgaben in Zeiten des demographischen Wandels!

Das Erfolgsrezept

ist aktiv für die Bürger, Leistungerbringer und Steuerzahler eigenen Land zu arbeiten und Ihre persönlich Sicherheit und Freiheit zu gewährleisten. Oder anders gesagt, genau das Gegenteil der GROK.

The Moral Sentiments of Us - Jonathan Haidt

Wer Englisch kann, dem würde ich auch sehr den Vortrag "The Moral Sentiments of Us" von Jonathan Haidt ans Herz legen. Gibt es auf einer großen Videoplattform zu sehen...

30min, die mir wirklich sehr viel Verständnis gebracht haben. Es ist ein großer Fehler der linken, gruppenpsychologische Effekte zu vernachlässigen.

Wer sich mit den Idealen der Revolutionäre von 1848 befasst wird schnell merken, dass die Wünsche und Hoffnungen, die sich mit einem deutschen Nationalstaat verbanden, sich eigentlich 1:1 auf die europäische Einigung übertragen lässt.

Wer also pro-europäisch denkt, sollte nicht auf die Nationalisten schimpfen, sondern sich lieber anschauen, mit welchen Strategien und Konzepten sie eine heterogene Gruppe aus Preußen, Hessen, Bayern usw. dazu gebracht haben, so ein abstraktes Konzept wie das deutsche Vaterland zu akzeptieren und sich als einheit zu begreifen.

Wir brauchen einen (gemäßigten) EU-Patriotismus, wenn wir die europäische Einigung voranbringen wollen.

Es ist ja keine Elitenkritik ...

... sondern Kritik an Leuten, die sich für die Elite halten.

Pleiten, Pech und Pannen - das ist doch ehrlicherweise das Ergebnis unserer Politik- und Wirtschaftsgrößen.

Wenn die Weltkonjunktur brummt, dann schreiben sich die Eliten den Erfolg auf ihre Fahnen. Für Misserfolge übernehmen sie fast nie persönlich Verantwortung. Und das gilt genauso für "mit mir wird es kein xy geben" Merkel und Co.

Dass Politik, Wirtschaft und Medien schlecht mit Kritik umgehen können macht es sicher nicht besser.

Populismus

Was ist Populismus? Für die Parteien der Mitte doch nur ein Kampfbegriff. Es geht um die Erzeugung bestimmter Stimmungen. Es geht um die Ausnutzung und Verstärkung vorhandener Stimmungslagen zu eigenen politischen Zwecken. So hat Frau Merkel die atomare Katastrophe in Japan populistisch genutzt. War das falsch? Als die Mauer fiel in Berlin nutzte Kohl die Chance der Vereinigung Deutschlands. Mit seinen populistischen Reden drückte er die kleinen Parteien Ostdeutschlands an die Wand. Populistisch sind alle Parteien. Sie buhlen um die Stimmen im Volk.

@Tremiro, @WM-Kasparov-Fan

" 14:23 von WM-Kasparov-Fan
>>Darum sagt er auch "sogenannte Elite", als ob es in der Realität unserer Gesellschaften in den USA, Großbritannien, Ungarn, Russland und Deutschland (weil von den Staatsoberhäuptern dieser Länder die Rede war) gar keine Elite gäbe<<

Es gibt schon Eliten, und die derzeitigen Präsidenten der USA, Großbritanniens, Russlands und Ungarns sind die Spitze der jeweiligen Eliten."

Naja, mit den Eliten ist das so eine Sache. Es gibt unendlich viele verschiedene Eliten. Für mich bspw. hat "Elite" immer etwas mit intellektueller Elite zu tun, und dazu gehören die von Ihnen Genannten überhaupt nicht.

Allerdings hat sich User WM-Kasp.-Fan ohnehin ein wenig verlesen. Im Artikel ist gar nicht die Rede von "sogenannten Eliten", sondern von "so definierten Eliten", was einen völlig anderen Sinn ergibt und seinen Einwand obsolet macht.

Boden des Grundgesetzes

Im Grundgesetz steht:

Alle Macht geht vom Volke aus

und nicht von Volker.

Wenn sich Politiker mehr nach der Mehrheit richten scheint dies nicht so schlecht zu sein.

Und die Mehrheit ist laut Medienumfragen gegen illegale Einwanderung und Angriffskriege.

Wohlgemerkt: die Mehrheit - nicht lautstarke Aktivisten

@14:23 von WM-Kasparov-Fan

"Darum sagt er auch "sogenannte Elite", als ob es in der Realität unserer Gesellschaften in den USA, Großbritannien, Ungarn, Russland und Deutschland (weil von den Staatsoberhäuptern dieser Länder die Rede war) gar keine Elite gäbe, bzw. diese gar nicht richtig definiert werden könnte. Und als ob nicht tatsächlich die Elite (statt das Volk) die Macht hätte."

Dass es keine "Elite" in dem Sinn gäbe, ist aber auch gar nicht der Punkt. Dass Geld und Macht sehr ungleich verteilt sind, ist kein großes Geheimnis.

Das faszinierende und erschreckende ist, wie Trump, Johnson und auch die AfD-Spitzen mit der Behauptung durchkommen, dass sie selbst nicht Teil dieser Elite, sondern ihr Gegner wären. Bei Trump finde ich das besonders extrem - ein Milliardär und Spitzenpolitiker, in zweifelhafte Geschäfte verwickelt, mit noch zweifelhafteren Methoden zum Machtausbau, der irgendwie als normaler Durchschnittsbürger durchgeht.

Dass das Leute überzeugt, finde ich völlig unverständlich.

15:43 von Einfach Unglaublich

>>Dass Politik, Wirtschaft und Medien schlecht mit Kritik umgehen können macht es sicher nicht besser.<<
Warum stellt sich die AfD dann bei jeder noch so vorsichtigen Kritik als armes Opfer dar?
Niemand in diesem Forum dürfte diese Frage kompetenter als Sie beantworten können.

Der Ansatz der Populisten ...

... sind in aller Regel die niedersten Instinkte der Menschen.

Sie streuen gezielt manipulierte oder falsche "Meinungen" und Behauptungen und setzen dabei auf die Unwissenheit oder gar "Dummheit" in Teilen ihrer "Opfer". Selbst der gesunde Menschenverstand, den eigentlich jeder irgendwo doch haben sollte, wird so auf oft völlig banale Weise ausgeschaltet.

In Zeiten der immer weiterführenden Digitalisierung können Nachrichten auf einfachste Weise im großen Umfang verbreitet werden ... ohne dass oft deren Inhalt hinterfragt oder auch angezweifelt wird.

Ich habe kein gutes Gefühl, wo uns das noch hinführen wird. Selbst der Staat mit all seinen Einrichtungen (vielleicht auch schon unterwandert und manipuliert) scheint mehr und mehr machtlos zu sein.

Ein Ansatz zur Lösung könnte aber schon mal sein, Beschlüsse wieder mehrheitlich zuzulassen und nicht -wie aktuell- Entscheidungen durch den Einspruch einzelner scheitern zu lassen.

Und dann wäre da noch das Thema Meinungsfreiheit ...

@fathaland slim

Sie offenbaren mal wieder ihre volkswirtschaftlichen Defizite!
Eine "ausgewachsene" Volkswirtschaft gibt es nicht und Österreich hat unter der Koalition von ÖVP und FPÖ im Jahre 2018 ein Wachstum von 2,7 % hingelegt oder ist Österreich etwa noch nicht "ausgewachsen"?
Des Weiteren steht es jedem EU Land frei, Fördergelder der EU zu beantragen, die sogenannten Populisten sind darin offensichtlich cleverer als die anderen Regierungen!

@15:31 a gutt Mensch

Sie verwischen die Definition von "Populismus" und "populistisch" (z.lär: "populär" ist etwas völlig anderes) um dann zu behaupten, dass man auch sinnvolle Ziele wie soziale Gerechtigkeit oder Frieden mit dem Vorwurf "populistsch" belegt könne. Das steht Ihnen frei, sinnvoll argumentieren kann man so allerdings nicht.
Im übrigen widerspreche ich Ihnen, dass das Erstarken von Populismus und rechtsextremem Lager aus der "bisherigen Politik" resultieren: Das widerspricht einerseits den soziologischen Untersuchungen und ist andererseits lupenreines rechtspopulistisches Denkschema.

re nie wieder spd

"Von den tatsächlichen Nazis im Bundestag und in allen früheren deutschen Regierungen der BRD ganz zu schweigen. Sei es als Staatssekretäre oder Minister, Ministerpräsidenten, Bundeskanzler und Bundespräsidenten."

Dieses Gerede, wie doch die alten Nazis in der neuen BRD mitgespielt haben, wird von Jahr zu Jahr schwächer, so wie es von Jahr zu Jahr immer mehr Retrospektive wird.

Das vermeintliche Erfolgsrezept ...

... der Linkspopulisten ist doch

den politischen Gegner lächerlich zu machen und ihm jegliche Intelligenz und Vernunft abzusprechen.

So steht es im Handbuch der linken Agitation.

Und daher vergeht auch kein Tag, an dem missliebige Politiker wie Trump, Johnson, Putin oder Orban medial nicht mit Häme und Spott überzogen werden.

Nur selbst leisten die Linkspopulisten nichts.

Die Hoffnungslosigkeit der Basher...

Hier zeigt sich einmal mehr die Hoffnungslosigkeit der Medien, wenn das drölfzigste Interview mit einem "Experten" aus dem Elfenbeinturm über vermeintliche Strategien zu sogenannten Populisten herhalten muss.

Man will sich partout nicht mit politischen Inhalten befassen. Weil dann müsste man ja Antworten geben, Alternativen aufzeigen.

Den fleissigen Bürger interessiert doch das Konstrukt "Populist" nicht. Den interessiert ob die Wirtschaft brummt. Dass er einen Job hat mit dem er seine Familie ernähren kann. Dass die Massenimmigration eingedämmt wird, die Kriminalität sinkt. Dass nicht hunderte von Milliarden in teure Militärinterventionen im Ausland geblasen werden, sondern stattdessen die Steuern im eigenen Land gesenkt werden.

Das alles waren Versprechen von Trump. Die hat er weitgehend erfüllt. Darum hat er auch gute Chancen wiedergewählt zu werden. Da kann man noch so viel über seine "Eskapaden" schreiben. Das interessiert den Bürger nicht.

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