Kommentare - Linnemann hat kein "Grundschulverbot" gefordert

06. August 2019 - 11:18 Uhr

"Populistischer Unfug", "Stimmenfang im rechten Sumpf": Die Kritik an dem CDU-Politiker Linnemann ist massiv, weil er angeblich ein "Grundschulverbot" für Kinder ohne Deutschkenntnisse fordert. Doch das hat Linnemann gar nicht verlangt. Von P. Gensing.

Artikel auf tagesschau.de

Kommentare

um 13:25 von Magfrad

>>"Bei aller Liebe. Meine Frau kam mit 5 Jahren nach Deutschland und sie hat die Sprache sehr schnell gelernt. Kinder lernen sprachen noch schneller als es Erwachsene tun. Sie hatte nie Probleme in der Schule und war Klassenbeste. Die Idee von Linnemann ist unnötig weil total aufgebauscht und nicht der Realität entsprechend."<<

Die Idee von Linemann ist weder unnötig, noch total aufgebauscht und in unserer deutschen Realität gibt es beispielsweise das Problem mit sogenannten Parallelgesellschaften wo die Kinder aus diesen Parralelgesellschaften solche genannten Probleme haben.

@ maplecut

Der Einzelfall ihrer Frau in Ehren, kann aber nicht als Regelfall genommen werden.

Viele türkische Kinder bleiben auf einem restringierten Niveau des Deutschen stehen. Sie erwerben keine muttersprachliche Kompetenz - weder des Türkischen, noch des Deutschen.

Ihre Defizite des Türkischen werden meist erst bei Besuchen in der Türkei deutlich.

Stattdessen sprechen sie "Türksprech" , eine Mischung aus beiden Sprachen, was romantisierend auch "Kiez-Deutsch" genannt wird.

13:14 von Tada

Ich stimme Ihrer Aussage völlig zu. Nur müssen halt auch die Voraussetzungen da sein, zumindest eine Sprache richtig zu können...

@ andererseits

Ja, es ist nun einmal Fakt dass nicht jeder zu jeder Gruppe gehören kann.

Männer gehören nicht zur Gruppe der Frauen, Erwachsene nicht zur Gruppe der Jugendlichen und nicht schulfähige Kinder, die nicht ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache haben, gehören nicht zur Gruppe der eingeschulten Kinder.

Das ist Fakt - keine "Ausgrenzung".

13:35 von Einfach Unglaublich

Zitat:"Viele türkische Kinder bleiben auf einem restringierten Niveau des Deutschen stehen...Stattdessen sprechen sie "Türksprech" , eine Mischung aus beiden Sprachen"
Zutreffende Feststellung! Nur trifft dies leider auch auf eine nicht geringe Zahl deutschstämmiger Jugendlicher zu, weil dieser Slang als "cool" und "angesagt" gilt. Nicht zuletzt das Rapper-"Deutsch" spielt hier eine unheilvolle Rolle. Deshalb bin ich dafür, alle Kinder rechtzeitig auf ihre Sprachkompetenz zu prüfen und nicht nur die Kinder mit ausländischen Eltern.

Quo vadis

@ Nordlicht64

Dem schließe ich mich an.
Ich frage mich, wie denn inzwischen Politik in Deutschland - aber auch andererorts - betrieben wird. Es scheint tatsächlich nicht (mehr) um Lösungen für konkrete Probleme zu gehen, sondern nur noch darum, auf irgend eine Art Aufmerksamkeit und Schlagzeilen zu provozieren. Es wird eigentlich nur noch aufeinaner "eingeprügelt"...
Das kostet alles Steuergelder.
Bitte mehr souveräne "Erwachsene" in die Öffentlichkeit, denn es wird immer unerträglicher!

Danke an das ARD Team

Danke an das Team für die Aufklärung. Auch ich habe beim Nachrichten hören nur vernommen, dass er die Kinder von der Schule abhalten will.
So wie er es aber gesagt hat, macht es für mich durchaus Sinn. Dadurch wird das Schulsystem entlastet und die Kinder haben mehr davon. Mich wundert jedoch, dass er als konservativer dadurch quasi ein Kindergartenzwang einführen will.

Was mich außerdem an der Angelegenheit wundert ist, ob er "nur" von ausländischen Kindern spricht. Aus meiner Erfahrung sollte jedes Kind so ein Test machen, den selbst bei deutschen Eltern kommt es oft vor, dass das Kind nicht wirklich die deutsche Sprache beherrscht.

um 13:11 von andererseits

>>"...die anderen betreiben schnelle Etikettierungen und nehmen dabei zumindest billigend Ausgrenzung in Kauf. In den Kommentaren hier findet man leider auch Beispiele für letzteres."<<

Junger Mann, denken Sie mal einen Schritt weiter? Nicht das betreffende Kind als solches wird ausgegrenzt, sondern es fühlt sich selbst ausgegrenzt weil es der Lehrstoffvermittlung in der Klasse nicht folgen kann und sich permanent überfordert und ausgegrenzt fühlt und das ist sicherlich sehr schlimm für das Kind? Das hat also nichts mit der Ausgrenzung (Diskriminierung) des Kindes selbst zu tun.

Einige sollten

sich mal in einen Vortrag setzen der in einer Sprache gehalten wird der derjenige Erwachse nicht versteht, dann fragen wir mal ab was dort erzählt wurde, oder welches Wissen vermittelt wurde.
Also selber mal nachdenken über diesen Fall.

Das selbe passiert nämlich wenn jemand in der Schule sitzt und nicht versteht was der Lehrer spricht und vermitteln will.

Was ist also falsch an dem Vorschlag, nichts.
Man kein Wissen aufnehmen wenn man die Sprache und Schrift nicht beherrscht.

Wie das durch andere Klassenformen gelöst werden kann, ist eine ganz andere Angelegenheit.
Ich hab in den letzten 10 und mehr Jahren in einer Schule gearbeitet die war mehrsprachig, Lösungen gibt es also.
Nur in der Grundschule geht das eben nicht so einfach, das ist Hetze gegen den Herrn Linnemann weiter nichts.

Die Realitäten sind einfach so, und dafür muss eine Lösung gesucht werden, die Augen verschließen und als rechte Hetze verurteilen ist aber einfacher als nachdenken.

@ Magfrad

Nein

Ihre Frau mag ein Sonderfall sein - die Regel ist das nicht. Auch deutsche Kinder gehen 4 Jahre in die Grundschule und mindestens weitere 6 Jahre in die weiterführende Schule und lernen dort Wortschatz und Grammatik ihrer Muttersprache.

Es ist haarsträubend wenn hier im Forum so getan wird, als ob Deutsch den nicht-mittersprachlichen Kindern nur so zufliegen würde. Dies ist konträr zu allen empirischen Erfahrungen.

@ 13:42 Einfach Unglaublich

Es spricht für sich, dass Sie konstituierende Merkmale der Unterscheidung (Männer - Frauen; Erwachsene - Jugendliche) gleichsetzen mit einem Versäumnis der Bildungsarbeit (ausreichende - nicht ausreichende Sprachkenntnisse).
Ausgrenzung ist manchmal Fakt.

13:48 von TimeTraveler

Zitat:" Danke an das (ARD-)Team für die Aufklärung"

Dem möchte ich mich anschließen. Auch dem Rest des Kommentars kann ich zustimmen.

@ Peter Meffert

Und als Deutschlehrer haben Sie die Erfahrung gemacht, dass Kinder Deutsch als Zweitsprache schnell lernen, ohne Unterstützung des Elternhauses und ohne methodische und didaktische Anstrengungen des Deutschlehrers?

Wozu dann überhaupt Schule wenn die Kinder das ja alles so toll nebenbei lernen?

@Magfrad 13.25

Nix "aufgebauschter Mist"-die Probleme sind bekannt und werden auch vom Chef des Lehrerverbands benannt. Wo Sie Recht haben, ist, dass Kinder Sprachen recht schnell lernen- aber ohne Sprachkenntnisse in Deutsch kann eben kein vernünftiger Unterricht stattfinden oder wie soll das gehen? Und dann kommt es eben auch auf das Umfeld und die Eltern an- da können Sie nicht von Ihrer Frau auf alle schließen

@ 13:48 eine_anmerkung

Nett, wie Sie sich anscheinend sorgen um die "Ausgrenzung (Diskriminierung)" von Kindern mit schlechter Sprachkenntnis. Und doch beschleicht mich der Verdacht, dass Ihre Sorgen wenig verknüpft ist mit einem Engagement, das im Vorschul- wie im Grundschulbereich durch entsprechende Angebote (die es im übrigen mit guten erfolgen auch schon gibt, aber eben nicht genügend) die Sprachkenntnis klar verbessert werden kann. Um es nochmal deutlicher zu sagen: Kinder lernen oft schnell und gerne die Sprache, wenn sie in unserem Primarbildungsbereich nicht genügend Möglichkeiten dafür finden, dann ist das bereits ein erstes Element von Ausgrenzung, das dann leicht für Diskriminierung genutzt werden kann, wie manche Kommentare hier zeigen.
P.S.: Es scheint so, dass Sie weiter beharrlich auf die Anrede "junger Mann" nicht verzichten; ich bitte Sie erneut darum, hier sachlich-argumentativ zu bleiben.

Grundschule

Herr Linnemann hat doch recht.
was soll ein Kind in einer Schule in der es nichts versteht.
Es behindert nur die Ausbildung der anderen Schüler.
Auch in den weiterbildenden sollten wieder Aufnahmeprüfungen erfolgen, damit nur mit fähigen Schüler das Ziel auch erreicht werden kann.
Herr Linnemann ist einer der wenigen Politiker
die sich mit den Problemen der Bevölkerung beschäftigen und kein parteipolitischer
Schwätzer

13:49 von Einfach Unglaublich

Zitat:"Es ist haarsträubend wenn hier im Forum so getan wird, als ob Deutsch den nicht-mittersprachlichen Kindern nur so zufliegen würde. Dies ist konträr zu allen empirischen Erfahrungen."

Davon ist doch gar nicht die Rede! Niemandem, wenige Genies ausgenommen, "fliegt etwas zu". Natürlich muss Sprache gelernt werden, zuhause und in der Schule. Nur geht es bei Kindern häufig schneller als bei Erwachsenen, auch das sind empirische Erfahrungen. Deshalb muss man so bald wie möglich anfangen, Mängel zu beheben. Ich sehe da keinen Dissens zwischen Ihnen und mir.

12:46 von Einfach Unglaublich

<< @ Sausevind

Sie fällen aber ein vernichtendes Urteil über das Niveau unseres Abiturs.

Damit wird immerhin die Studierfähigkeit, die allgemeine Hochschulreife bescheinigt.

Zu unrecht? <<

Ich hoffe, dass ich in meinem Beitrag keine Aussage über das Niveau des Abiturs insgesamt gemacht habe.

Aber:
ich habe mitunter Emails von Professoren enthalten, die von Rechtschreibfehlern geprägt waren.

13:54 von Einfach Unglaublich

Zitat:"Und als Deutschlehrer haben Sie die Erfahrung gemacht, dass Kinder Deutsch als Zweitsprache schnell lernen, ohne Unterstützung des Elternhauses und ohne methodische und didaktische Anstrengungen des Deutschlehrers?"
Wo soll ich diesen Quatsch geschrieben haben? Ein Minimum an beruflichen Kenntnissen dürfen Sie bei 40 Dienstjahren als Lehrer schon voraussetzen...

@ Peter Meffert

Kindergärtnerinnen weisen die Eltern auf sprachliche Defizite der Kinder und ein absehbares Fehlen der Schulfähigkeit zum Regel-Einschulungsalter hin.

Daher ist es kontraproduktiv, dass Kinder mit Migrationshintergrund oft nicht in den Kindergarten gehen.

@um 13:35 von Einfach Unglaublich

"Der Einzelfall ihrer Frau in Ehren, kann aber nicht als Regelfall genommen werden.

Viele türkische Kinder bleiben auf einem restringierten Niveau des Deutschen stehen. Sie erwerben keine muttersprachliche Kompetenz - weder des Türkischen, noch des Deutschen."

Ich habe gewiss viel Kontakt zu türkischstämmigen Familien und weiß genau, wovon sie sprechen. Es sind viele, aber nicht die meisten. Meine Frau ist bei weitem kein "Einzelfall". Die Mehrzahl der Kinder von Türken und anderer Migranten spricht hervorragend Deutsch.

Im Gegensatz zu den schwäbisch-deutschen Kindern in unserer Gegen, die sprachlich überwiegend nicht schulfähig wären, würde man die gleichen Maßstäbe ansetzten, es auch als Erwachsene nie lernen und auch noch stolz darauf sind. Hier wird deutlich mit zweierlei Maß gemessen.

Ich habe nichts gegen Dialekt, aber wenn man in Deutschland zur Schule gegangen ist und sprachlich hohe Anforderungen an Zuwanderer stellt, sollte man selbst auch Deutsch können.

14:02 von Einfach Unglaublich

Zitat:"Daher ist es kontraproduktiv, dass Kinder mit Migrationshintergrund oft nicht in den Kindergarten gehen."
Wo Sie Recht haben, haben Sie Recht :-) Ich möchte aber ergänzen, dass die von Ihnen beschriebene Problematik bei weitem nicht nur "Kinder mit Migrationshintergrund" betrifft, insofern wäre eine Kindergartenpflicht (oder Vorschule) ab dem 5.Lebensjahr für alle sinnvoll.

13:01 von Cecilia82

"Nichts Neues, was da mit Linnemann gemacht wurde. Gerade geht ein weiteres Beispiel durch die Medien"

Durch "die" Medien? Wohl nur durch "bestimmte" Medien.

<< so behauptete der Fernsehmoderator des ZDF, Claus Kleber, im heute Journal vom 29. Juli, der neue britische Premier Boris Johnson habe vor einigen Jahren gesagt "Man kann nicht ausschließen, dass in meinem Fall hinter der Fassade eines durchgeknallten Idioten tatsächlich ein durchgeknallter Idiot steckt“. Sieht man sich die betreffende Aussage Johnsons an, so wird sofort klar, dass Johnson das keineswegs gesagt hat, sondern die Aussage allgemein gemeint hatte und nicht auf sich selbst bezogen. <<

Da Sie nicht zitieren, was Johnson wirklich gesagt hat - und schon gar nicht im Original, was auch diese von Ihnen erwähnten "Medien", wie es aussieht, nicht tun -,

ist Ihre Aussage nur Weiterverbreitung durch "Hörensagen".

Es sollte doch das selbstverständlichste der Welt sein,

daß Kinder bei Einschulung in einer staatlichen Pflichtschule über die Deutschkenntnisse verfügen, die notwendig sind um einen regulären Unterricht zu gestalten. Vielleicht finden sich unter den Kritikern dieser Forderung genügend hinreichend motivierte, die vorschulischen Deutschunterricht ehrenamtlich anbieten. Dazu braucht es keine akademisch vorgebildeten gut bezahlten Lehrkräfte sondern ausschliesslich engagierte Menschen.

Was soll daran falsch sein,

dass Kinder nur mit ausreichend Deutschkenntnissen in die Grundschule kommen?
Aufregen tun sich nur Leute/Politiker ohne Kinder oder welche deren Kinder in Privatschulen gehen

Was ist mit der Leseleistung?

Es ist klar, dass ein Grundschüler ohne ausreichende Kenntnis der Sprache, in der Unterricht vermittelt wird, den Unterrichtsinhalten nur sehr eingeschränkt folgen kann. Somit ist auch der Lernerfolg sehr eingeschränkt. Da hat Herr Linnemann den richtigen Ansatz.
Aber der Unterricht im Lesen und auch in der Verschriftung der deutschen Sprache leidet, seit langem und das betrifft eben nicht nur Kinder mit Migrations-Hintergrund, sondern auch die deutschen Kinder. Die Schule braucht Reformen, aber wie will man mit Erfolg dahinkommen, wenn es immer noch „Regionalpolitiker“ gibt, die sehr engagiert für 16 verschiedene Schulsysteme eintreten!

14:09 Peter Meffert

"Kindergartenplicht wäre sinnvoll......."

sie wissen aber schon als dieses Thema bei Rot/Grün auf der Agenda stand wie die Reaktionen der CDU/CSU waren? Und als der Kindergartenplatzausbau auf Grund der Nachfrage nicht mehr zu bremsen war, kam dann die CSU mit ihrem Wahlschlager "Kinder-Betreuungsgeld". Also Geld für Familien die ihre Kinder zuhause betreuen.

@ erwosch1

"was soll ein Kind in einer Schule in der es nichts versteht. Es behindert nur die Ausbildung der anderen Schüler" Am 06. August 2019 um 13:57 von erwosch1

Ein Kind sicher nicht. Das wird dann durch die Umgebung gezwungen die Sprache zu lernen. (Kinder werden es anreden. Die machen sich noch nicht so viele Gedanken darüber, dass es nicht versteht.)

Aber wenn es 5-10-15 sind, dann wird es schwierig bis unmöglich.

@ maplecut

Dialekte gehören zur Sprache. Schwäbisch, Bairisch und Sächsisch sind Formen des Deutschen. In der Regel wird jedoch in deutschen Schulen Hochdeutsch gesprochen - sicherlich in den weiterführenden Schulen. An einigen Grundschulen auf dem Dorf mag es anders sein. Die Beherrschung des Hochdeutschen ist natürlich wichtig - ein schwäbisch sprechender Türke mag interessant sein, Hochdeutsch wird ihm allerdings mehr Möglichkeiten verschaffen.

Herr Linnemann hat

Herr Linnemann hat ausdrücklich betont das er eine Diskussion über das Thema möchte, und das die 16 Bundesländer jeweils dafür zuständig sind. Ein "Grundschulverbot" könnte er gar nicht durchsetzen. Man hilft doch Kindern damit wenn sie vor der Grundschule Deutsch lernen, was soll das mit Rechtspopulismus zu tun haben.

@ Elite-Deutscher

"Vielen Dank, dass Sie mir zustimmen! Angebote an Sprachkursen gibt es ja auch reichlich! ... man muss sie nur nutzen!" Am 06. August 2019 um 13:42 von Elite-Deutscher

Tue ich nicht.

Nennen Sie mir ein solches Angebot für Kinder, dass genutzt werden könnte.

Man kann Kinder nicht mit Senioren in die Abendschule stecken.

14:26 von Theodor Storm

Zitat:"Die Schule braucht Reformen"
Nach 40jähriger leidvoller Erfahrung mit Schulreformen (allein 6 komplette Bildungspläne, jedem Kultusminister sein Denkmal, der vierte wiederholt den ersten usw.) bin ich der Meinung, Schule und LehrerInnen brauchen vor allem erstmal Zeit und Ruhe, um ungestört arbeiten zu können. Mindestens genau so wichtig wäre es, wenn in den Familien wieder gelesen oder vorgelesen würde, wenn sich SchülerInnen durch ausreichende Lektüre einen Wortspeicher im Gehirn anlegen könnten, den sie dann im Bedarfsfall nutzen können usw. Aber whatsapp, smilies und Twitter haben das Lesen und Schreiben komplexerer Texte abgelöst, die Konsequenzen sieht man in unseren Schulen und bei einem ausländischen Spitzenpolitiker...

@ Peter Meffert

Ich würde den Kindergartenbesuch ab dem vollendeten 3. Lebensjahr zum gesellschaftlichen Normalfall machen

Nicht nur aus Gründen des Spracherwerbs, sondern auch vor dem Hintergrund des sozialen Lernens.

14:32 von jukep

Zitat:"sie wissen aber schon als dieses Thema bei Rot/Grün auf der Agenda stand wie die Reaktionen der CDU/CSU waren?"
Ja, leider!

Grundsätzlich richtig aber zu eingeengt

Nicht jedes Kind, das herkommt, ist im Vorschulalter. Manche sind schon um einiges älter. Ich empfinde es wichtiger, dass wir eine Art Regelschule für die deutsche Sprache entwickeln, bei der die Ungebildeten im Bereich deutsche Sprache pro Tag 1 bis 2 Stunden zusätzlich verbringen (am besten am Anfang des Tages um das Gelernte besser zu verfestigen).
Die Leute in separate Schulen zu verfrachten bringt nur zusätzliche Probleme. Viele kleine Gruppen lassen sich besser in die Gesellschaft integrieren als weniger Größere. Am besten wäre natürlich die Einzelintegration, aber das ist illusorisch.
Sprachprüfung im Kindesalter kann zur Druckerhöhung beitragen und die Kinder umso früher in stressbelastete Umgebungen bringen was der Entwicklung schadet. So etwas müsste als normaler Bestandteil unserer Gesellschaft subtil verlaufen, dann ist es mit Sicherheit von Erfolg gekrönt, aber viele Menschen sehen darin ja wieder Bevormundung.

@ Margareta K.

"Da würde ich manche gerne hören, wenn ein deutsches zu Gunsten eines Flüchtlingskindes abgelehnt wird." Am 06. August 2019 um 14:25 von Margareta K.

Die Fälle gibt es auch. Es werden Plätze (1-3) für Flüchtlingskinder frei gehalten.

Das ärgert Deutsche und Ausländer, die keine Flüchtlinge sind gleichermaßen. Insbesondere, wenn beide Eltern arbeiten.

Bei einigen Beiträgen hier

Bei einigen Beiträgen hier kann nur noch mit dem Kopf geschüttelt werden. Hier geht es nicht links gegen rechts, hier geht es um Kinder mit Migrationshintergrund die unsere Sprache nicht beherrschen,wo auch in der Familie kein deutsch gesprochen wird. Was soll damit demonstriert werden, wenn die Probleme für die Kinder herunter gespielt werden, mal wieder die populist. und diskriminierende Keule geschwungen wird. Alles was nicht pro Migrant, egal ob sinnvoll oder nicht, wird von einigen Foristen sofort als diskriminierend u. ausländerfeindlich abgewatscht, vollkommen realitätsfern. Die Dinge endlich registrieren wie sie sind. 1 Jahr Vorschule, dort unsere Sprache erlernen oder verbessern, denn dann haben auch diese Kinder eine Chance zu lernen, auch die Eltern in die Verantwortung nehmen. Wer in Deutschland leben will, sollte zuerst die Sprache lernen. Leider sehen das eben viele Migranten nicht so.." ich brauch kein deutsch lernen, wozu?, das hat mir ein Migrant ins Gesicht gesagt.

Linnemann hat kein "Grundschulverbot" gefordert

"Die Kritik an dem CDU-Politiker Linnemann ist massiv, weil er angeblich ein "Grundschulverbot" für Kinder ohne Deutschkenntnisse fordert. Doch das hat Linnemann gar nicht verlangt."
Linnemann sagte, dass es Konsequenzen haben müsse, wenn Kinder vor der Schule die Sprachtests nicht bestünden. Sie müssten vor der Einschulung sprachlich fit gemacht werden. Das könnten ein verpflichtendes letztes Kita-Jahr sein, Förderklassen oder auch eine klassische Vorschule. Das ist richtig so. In einem Jahr können die Kinder mit der richtigen Förderung die Grundkenntnisse der deutschen Sprache erlernen. Das lehren schon die praktischen Erfahrungen. Aber die Sprachtests müssen schon richtig durchgeführt werden.

@ Elite-Deutscher Antwort auf sausewind

Vielleicht ist Ihnen entgangen das wir hier von Migrationskindern mit entsprechenden Migrationseltern sprechen. D.h. weder die Eltern noch die Kinder können Deutsch bzw. richtiges Deutsch.
Wenn Ihre Kinder schon seit dem Kindergarten hervorragend bilingual sind, dann gehe ich davon aus das beide Elternteile unterschiedliche Muttersprachler sind.

14:37 von Einfach Unglaublich

Zitat:"Ich würde den Kindergartenbesuch ab dem vollendeten 3. Lebensjahr zum gesellschaftlichen Normalfall machen"
Ich hätte nichts dagegen. Fragt sich nur, ob es in D soviele Kita-Plätze gibt...

12:30 von russische Seele

<< @ OrwellAG

"... aber die heutige Schule ist mittelalterlich um es kurz zu sagen."

Das ist Quatsch, um es ebenfalls kurz zu sagen. >>

In einem gewissen Sinn hat OrwellAG schon Recht:
unser Schulsystem ist mindestens seit rund 70 Jahren hinter dem Mond.
Es passt nicht zu der psychischen Realität von Menschen.

Man hätte theoretisch am besten direkt nach Ende des 2. Weltkrieges das Schulsystem radikal ändern müssen, aber da hatte man begreiflicherweise andere Sorgen.

Stichwort:
Aufgaben stellen, die die Kinder packend finden und wo die Voraussetzung für die Lösung gewisse Kenntnisse sind, die die Kinder selber zusammensuchen müssen.

14:08 von maplecut_ts

was soll so ne krude Bemerkung " den schwäbisch-deutschen Kindern"
nicht schulfähig bescheinigen
wie läuft den das in der Schweiz ab
da ist es glücklicherweise üblich "Mundart" zu sprechen
und über die Erfahrungen mit türkischen Familien,
also der Sohn von Frau Aygül Özkan ehemals Ministerin in Niedersachsen
lernte ihren eigenen Bezeugungen nach deutsch im Kindergarten ...

Ich bin zwar kein

Ich bin zwar kein CDU-Anhänger abder hier gebe ich dem Herrn Linnemann vollkommen recht!

Wenn Schüler ohne

Wenn Schüler ohne Deutschkenntnisse im Unterricht sitzen, lernen sie kaum etwas und werden frustriert. Der Bildungsauftrag kann so nicht erfüllt werden.

Im Sportunterricht braucht es vielleicht nur wenige Deutsch-Kenntnisse. Im Deutsch- und Geschichtsunterricht sieht es da ganz anders aus. Gerade in sprachlich anspruchvollen Fächern muss ein Ersatzunterricht her und sollten auch generell mehr Differenzierungsmöglichkeiten für geschaffen werden. Was macht man heute? Man stopft diese Löcher temporär mit Schulhelfern und Erziehern.

Das bestehende System ist auch im vergleich mit anderen euopäischen Ländern zu unterbezahlt und zu unflexibel.

maplecut_ts 14.08

Im Gegensatz zu den schwäbisch-deutschen Kindern in unserer Gegen, die sprachlich überwiegend nicht schulfähig wären, würde man die gleichen Maßstäbe ansetzten, es auch als Erwachsene nie lernen und auch noch stolz darauf sind. Hier wird deutlich mit zweierlei Maß gemessen."
Abgesehen davon, dass es diskriminierend ist, was Sie da schreiben ist es auch offensichtlicher Quatsch. Ich bin Schwabe, meine Exfrau Badenerin und trotzdem sprechen und schreiben wir gutes Deutsch, die Tochter auch. Erinnert mich an meine Schulzeit, als Lehrer mit Gewalt das Schwäbische verbannen wollten, weil sie dachten, man schreibe wie man spreche. So gesehen spreche ich als erste Fremdsprache Deutsch, neben Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und noch ein paar mehr. Sie wollen ja hoffentlich nicht deutsche Dialekte mit Urdu auf eine Stufe stellen?

Dass Kinder ...

... irgendetwas schneller lernen sollen als Erwachsene, ist ein oft wiederholter Mythos ohne jegliche empirische Basis.

@ Sausevind

Dass das Mittelalter erst 70 Jahre her ist, überrascht mich.

Ich dachte immer, es endete 1492.

@ 14:41 coco62

Sie bringen etwas durcheinander: Wir scheinen uns einig zu sein, dass es - für Kinder mit wie ohne Migartionshintergrund - sinnvoll und erstrebenswert ist, in der Vorschulphase die Sprachkenntnisse für die Einschulung zu ermöglichen/zu sichern. Wir sind uns vielleicht auch einig, dass in der Grundschule begleitende Angebote und Bemühungen sinnvoll und notwendig sind. Die "populist. und diskriminierende Keule" schwingt hier keine*r, aber den Unterschied zwischen Usern, die lediglich die Schulunfähigkeit und den Ausschluss konstatieren und festschreiben möchten, und denen, die die sinnvollen Unterstützungen im Vorschul- wie Grundschulbereich fördern und ggf. ausbauen möchten, werden auch Sie erkennen. Mit einem plumpen "pro Migrant - contra Migrant" hat das bisher in der Diskussion nichts zu tun; und Ihr Einzelbeispiel für eine vermeintliche Sprachlernweigerung stehen zig Beispiele von erstaunlich schnellem profundem Spracherwerb gegenüber. Was möchten Sie also mit dem Beispiel sagen?

um 14:50 von Sausevind

>>"Man hätte theoretisch am besten direkt nach Ende des 2. Weltkrieges das Schulsystem radikal ändern müssen, aber da hatte man begreiflicherweise andere Sorgen.
Stichwort:
Aufgaben stellen, die die Kinder packend finden und wo die Voraussetzung für die Lösung gewisse Kenntnisse sind, die die Kinder selber zusammensuchen müssen"<<

Ich bin mit der sogenannten "Mengenlehre" großgeworden die sich als Irrweg herausgestellt hat. Kennen Sie die? Ein klassischer Dreisatz brachte einem vorher und nachher mehr. Aus diesem Grunde bin ich sehr skeptisch mit dem was Sie sagen?

@Einfach Unglaublich 14:53

Soso ein Mythos sagen Sie also? Mein Bruder ist Lehrer, der muss es wissen und er sagt mir immer wieder, dass Kinder schneller lernen als Erwachsene. Insbesondere im Sprachbereich. Ich vertraue da lieber auf die Expertise meines Bruders aus seinem Lehreralltag als auf Ihre Aussage!

um 14:53 von Einfach Unglaublich

>>"Dass Kinder ...... irgendetwas schneller lernen sollen als Erwachsene, ist ein oft wiederholter Mythos ohne jegliche empirische Basis."<<

Zumindest beim Thema Sprachen ist das wirklich so und die empirische Basis können Sie sehr schnell selbst auf die Beine stellen wenn Sie sich mit Migranten und deren Kinder befassen. Die Eltern brauchen sehr, sehr viel länger die zugegebenermaßen schwere deutsche Sprache zu lernen, während das den Kinder einfach so zufällt.

Herr Gensing, es tut gut,

dass Sie die Sache gerade rücken. Es fällt des Öfteren auf, dass in der schreibenden Zunft gerne mal reißerische Überschriften gewählt werden, die nicht das wiedergeben, was wirklich gesagt wurde. Man kann sich die Frage stellen, weshalb dies immer wieder geschieht. Geht es bei manchen Medien vielleicht doch eher um das Generieren von Klicks?
Und zu Frau Kipping: Fällt der Dame eigentlich auch noch mal ein konstruktiver Lösungsvorschlag für das benannte Problem ein, ohne alles und jeden in die rechte Ecke zu stellen? Von einem hochbezahlten Politiker darf man mehr erwarten, als reflexartiges Geschwafel. Da ist mir ein Herr Linnemann mit einer klaren Meinung allemal lieber.

um 14:56 von andererseits

>>".. blubber, blubber..... Was möchten Sie also mit dem Beispiel sagen?"<<

Und was möchten Sie uns mit Ihren Ausführungen sagen?

Am 06. August 2019 um 14:53 von Einfach Unglaublich

"Dass Kinder ...... irgendetwas schneller lernen sollen als Erwachsene, ist ein oft wiederholter Mythos ohne jegliche empirische Basis."
Es kommt wohl eher auf das jeweilige Umfeld der Kinder an und bei den Erwachsenen eher auf den Willen und die Notwendigkeit. Kinder, die eine Vorschuleinrichtung besuchen und zu Hause mit ihren Eltern in ihrer Heimatsprache sprechen (oder beides), lernen spielend beide Sprachen.

Was soll daran rechtspopulistisch sein?

Bin selber Deutschlehrerin für erwachsene Geflüchtete und finde den Vorschlag Linnemanns gut. Genauso wie Vorsorgeuntersuchungen könnte man flächendeckend Sprachtests einführen, um Kindern aus Migrationsfamilien oder sozial schwachen deutschen Familien vor der regulären Einschulung Förderung zukommen zu lassen. So könnten sie sprachlich aufholen und aber auch auch andere Kompetenzen erwerben, die für einen erfolgreichen Schulbesuch wichtig sind, wie Konzentration, Feinmotorik und Allgemeinwissen. Wenn dann alle in der normalen Schule mit 6 loslegen, wären die Startbedingungen viel ähnlicher und damit fairer. Dies ist doch nicht diskriminierend für die betroffenen Kinder, im Gegenteil, es könnte hilfreich sein um einen schlechten Start zu vermeiden, bei dem vielleicht schon die Weichen für die ganze schulische Zukunft gestellt werden.

Kindergarten vs. Kita

@ 14:44 von Peter Meffert
""14:37 von Einfach Unglaublich
Zitat:"Ich würde den Kindergartenbesuch ab dem vollendeten 3. Lebensjahr zum gesellschaftlichen Normalfall machen"
Ich hätte nichts dagegen. Fragt sich nur, ob es in D soviele Kita-Plätze gibt...""

Ein Kintergarten ist etwas anderes als eine Kita! Letzteres hat für mich den Beigeschmack der Kinderaufbewahrungsanstalt.

14.37 Peter Meffert

Bin ganz bei Ihnen, diese Reformflut, die Sie meinen, lehne ich auch ab. Ich beklage die Zersplitterung des Schulsystems in 16 verschiedene, was auch bedeutet, dass für das angesprochene Problem der unzureichenden Sprachkenntnisse nun wieder 16 verschiedene Lösungsansätze zu erwarten sind. Ein Wahnsinn !

Ein Exempel

dafür, wie Medien und Politik ideologisch manipulieren und die Wahrheit verdrehen. Gut gemeinte, doch unerwünschte Äußerungen, woher und warum auch immer, sind plötzlich rassistisch und rechts. Gibt es eigentlich auch einen linken Sumpf, Frau Kipping? Ich denke ja, und der ist gar nicht so klein. Viele Politiker und Medien fürchten ihn oder stecken drin. Ich bin Lehrer. Chancengleichheit bedeutet gleiche Startbedingungen schaffen. Wer unsere Sprache nicht oder nur unzureichend spricht, bekommt keine Chancengleichheit, liegt von vornherein zurück. Wollen Sie das? Frau Kipping und Co. empfehle ich dringend, erst gut informieren, dann nachdenken, dann vielleicht auch mal den Mund halten, ehe sowas bei rauskommt. Alles was sich mit meiner Ideologie nicht deckt ist böse, rechts, rassistisch oder sonst was. Solche Denkweise ist eher faschistisch und dumm, als tolerant, weltoffen und demokratisch.

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