Kommentare - Deutsch-französische Freundschaft: "Weltmeister im Bremsen"

22. Januar 2019 - 08:20 Uhr

Bei der Zusammenarbeit in Europa gebe es noch Luft nach oben, sagt Daniel Cohn-Bendit im tagesschau.de-Interview. Dies liege vor allem an Deutschland.

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Kommentare

@ DrBeyer

"Ist das nicht ein wenig kurz gedacht?
Zum einen gibt es die Bundesrepublik Deutschland inzwischen seit einigen Jahrzehnten."

Der deutsche Länderfinanzausgleich ist nicht unbedingt eine strahlende Erfolgsgeschichte. Insofern wäre ich vorichtig damit, das als Vorbild für Europa heranzuziehen.

Wir haben inzwischen noch drei oder vier Geberländer, die den Rest subventionieren. Die anderen haben keinen wirklichen ökonomischen Anreiz, ihre Finanzen zu stabilisieren, sondern richten sich in ihrer Rolle als Nehmerland ein. Reformen und Wettbewerb werden so eher verhindert als gefördert.

Die Geberländer murren dementsprechend immer lauter, drohen mit Klagen vor dem Verfasssungsgericht - wir haben diese Debatte ja schon eine Weile.

Wollen Sie das wirklich auf europäischer Ebende haben, wo - im Unterschied zu Deutschland - noch die nationalistische Komponente dazukommt? "Die Deutschen" gegen "die Italiener", "die Niederländer" gegen "die Spanier"? Ich halte das für keine gute Idee.

Cohn-Bendit

Bin nicht unbedingt ein Interessierter an Herrn Cohn-Bendits, Meinungen, Kommentaren oder Ratschlägen.
Sich immer und ewig auf die Seite eines französischen Präsidenten schlagen, welcher grösstenteils Wirtschafts und Finanzinteressen vertritt und verteidigt, anstatt sich von Anfang an so wie in der Wahlkampagne angekündigt, um die sozialen Ungerechtigkeiten der Menschen im Land zu kümmern, welches über die letzten Jahrzehnte hinweg quasi verkümmert ist, ein Präsident welcher im Land nie richtig beliebt war und auch nicht so wie dies oft über Medien vermittelt wurde und welcher jetzt mit allen Mitteln versucht doch noch unter der Last der Affäre Benalla sich an der Macht und in seinem Amt zu behaupten. Genau dies zeigt wie realitätsfern Herr Cohn-Bendit hier reagiert.
Verträge kann man auch mit anderen schliessen als mit Macron aber doch auch mit Frankreich und auch sicherlich bessere.
Macron schreckt eher viele Bürger Europas und Frankreichs ab als dass er sein Land und Europa bindet.

@RD1957

" Dass Macron seit seinem Amtsantritt versucht, die Probleme Frankreichs mit deutschen Geld zu lösen, ist leicht zu durchschauen."

Ebenso leicht zu durchschauen ist, dass das einfach falsch ist.
Macron geht es nicht nur darum, irgendwelche kurzfristigen Probleme zu lösen. Ihm wie auch Cohn-Bendit geht es darüber hinaus auch noch um eine langfristige Strategie für Probleme, die mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit auftreten werden, wenn wir so weitermachen wie in den letzten 12 Jahren.

Aber leider verstehen das viele Menschen nicht und diffamieren dann lieber diejenigen, die ein bisschen weiter als bis zum Rand ihres eigenen kleinen Tellerchens gucken können.

wenn man in Frankreich meint

Deutschland würde "bremsen", dann sind die französischen Politiker gerne eingeladen einmal als deutscher Betrieb zu versuchen in Frankreich anzubieten und zu arbeiten.

Fremdsprachen - Fehlanzeige
Unterstützung - Fehlanzeige

Ein stark verbesserungswürdiges Thema der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Grüne wirre Ideen

Dass Josef Fischer die Grünen in den Kosovo Krieg führte scheint kein "Ausnahmefall" gewesen zu sein.

Auch der umstrittene Grüne Kohn-Bendit malt eine Pseudo Bedrohung durch die USA, Russland und China an die Wand und fordert deshalb eine europäische Verteidigungsorganisation.

Dass die Éuropäer militärisch bis dato aber auch noch gar nichts positives geleistet haben blendet er völlig aus.

Um militärische Katastrophen zu vermeiden, sollten sich die Europäer aus externen Konflikten völlig heraushalten. Sie sind weder fähig noch in der Lage, militärisch Weltpolitik zu betreiben.

Niemand der oben genannten stellt eine Bedrohung für Europa dar. Stattdessen sollte man endlich die gemeinsamen Interessen heraussstellen und Russland stärker in die NATO oder ein darüber hinaus gehendes Bündnis einbinden.

Die Europäer haben wirtschaftliche Stärken. Die sollen sie nutzen und bewahren. Militärisch ist von diesem Kontinent noch nie etwas Gutes ausgegangen,

11:42, eine_anmerkung

>>um 11:28 von DrBeyer
>>"Und zum anderen ist das Ziel keinesfalls zwangsläufig eine Transferunion. Cohn-Bendit (und mit ihm sehr vielen, die der Meinung sind, dass die europäischen Staaten nur im Verbund halbwegs über die Runden kommen werden) geht es erst einmal hauptsächlich um Zusammenarbeit und gemeinsame Initiativen."<<

Diese "Zusammenarbeit" mündet aber immer zum weitaus überwiegenden Teil in der Frage "wer bezahlt das denn?"<<

Wenn Sie das Forum hier meinen, dann haben Sie recht.

Anderswo wird das Thema allerdings ein wenig breitgefächerter, differenzierter und kenntnisreicher diskutiert.

Am 22. Januar 2019 um 11:26 von hembo

Der deutsche Steuerzahler/Sparer hat, bzw. bezahlt immer noch mehr als genug für die
Politik der EZB.
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Das kann man auch mit Zahlen benennen.
Die Steuergewerkschaft hat gerade die Zins/Pension/usw.Verluste der Deutschen berechnet.
Da sind uns rund eine BILLION EURO seit 2015 vorenthalten worden, um die Schulden vor allem der Mittelmeeranrainerstaaten zu schultern.
Das Konstrukt EU wird nicht nur direkt mit Transferleistungen der Deutschen gestützt, auch indirekt durch Entziehung von Zinsen.

@eine_anmerkung

"Diese "Zusammenarbeit" mündet aber immer zum weitaus überwiegenden Teil in der Frage "wer bezahlt das denn?""

Nein, das Rad kann ich nicht erfinden. Nur gegen Vorauszahlung. (Zitat eines frühen Menschen)

Was soll ich mit der Relativitätstheorie? Habe ich schon einen Vorschuss gesehen? (A. Einstein)

Ein Auto? Ach was, habe noch keinen Penny dafür bekommen, und eine Kutsche tut es auch! (C. Benz)
>>>

Ihre Einwände sind einfach nur kurzsichtig.

Deutschland wird schneller in der politischen und ökonomischen Bedeutungslosigkeit verschwinden, als Ihnen lieb sein kann, wenn wir die EU nicht schleunigst verstärken!

Zum Glück gibt es noch Menschen, die mehr sehen als ihre aktuell einigermaßen heile Welt!

An einem Strang ziehen oder zerfallen

Cohn-Bendit hat völlig Recht: mehr als jede Koalition zuvor bremst sich die derzeitige gegenseitig aus.
Öffentlichkeitsarbeit und -diskussion zu europäischen Fragen und zur Position der EU in der Welt findet seitens der Regierung kaum statt. Das umfasst auch Macrons Entwurf.
Dabei könnte die EU ein Schwergewicht sein, wenn sie sich auf eigene Beine stellen würde.
Aber unsere Regierungsparteien lassen sich zu sehr von den nationalistischen Strömungen bei uns und in anderen Mitgliedstaaten beeindrucken - bloß nicht noch mehr Wähler vergraulen. Dabei laufen viele nur weg, weil sie keine Entwicklung sehen.
Abgesehen von Verteidigungsfragen, ist Einflussnahme auf die Bedingungen der Globalisierung längst überfällig; alle Datenströme aus der EU über die USA laufen zu lassen, ist Abhängigkeitswahn und sehr gefährlich, dito die EU von den pro domo Entscheidungen der US Rating Agenturen manipulieren zu lassen.
Sozialsysteme in der EU könnten voneinander lernen, um optimiert zu werden.

@Laskaris

"Der deutsche Länderfinanzausgleich ist nicht unbedingt eine strahlende Erfolgsgeschichte. Insofern wäre ich vorichtig damit, das als Vorbild für Europa heranzuziehen."

Ich hatte niemals vor, den deutschen Länderfinanzausgleich als Vorbild für Europa heranzuziehen.
Ich habe damit lediglich ihre ziemlich gewagte These, dass bisher alle Transferunionen ziemlich bald auseinandergebrochen sind, widerlegt.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Frankreich will bestimmen, und Deutschland soll das ..

Ganze nach Willen der Franzosen möglichst auch bezahlen!

Denn auch bei der von den Franzosen angedachte europäische Arbeitslosenversicherung ist es schließlich ja auch nicht anders!

Mein Fazit daher:
Liebe Franzosen, wer mitbestimmen möchte, muss seinen finanziellen Beitrag auch SELBST leisten, und nicht immer Deutschland als das eigene große Sparschwein betrachten!

Einseitige Freundschaft

Es gibt genug Beispiele wie Höchst und jetzt auch Opel, wo wenn deutsche Firmen von französischen gekauft werden schnell in D alles dicht gemacht wird und was noch brauchbar erscheint abmontiert und in den Großraum Paris verfrachtet wird. Bei EADS und dem neuen Bahnunternehmen von Siemens und Alstom wird das Verhältnis ja auch massiv richtung Paris verlagert. Und zum Schluss noch SNCF und DB, wo komischerweise die SNCF in D Leistungen anbieten darf, andersherum aber nicht.
Ich sehe deshalb die Freundschaft zu Frankreicht recht kritisch. Ganz aufgeben sollte man sie aber nicht, Krieg wollen wir ja auch nicht mehr haben.

@reinbolt48, 08.59h

Dass SPD, Grüne und Linke ein stärkeres Europa wollen, mag sein.

Diese Parteien definieren allerdings ein stärkeres Europa mit dem Verteilen anderer Leute Geld.

Auch interessant:

Die deutsche Rechte macht aus der deutsch-französischen Freundschaftsvertrag ein Finanzthema.

Klar, wenn's um Geld geht, werden viele Menschen emotional. Auch und vor allem diejenigen, die reichlich davon haben. Es eignet sich also gut als Kampagnenthema.

Und die französische Rechte?

"Macron verkauft unser Land stückweise und lässt unsere Souveränität zerbröckeln!"

-Marine Le Pen

Vielleicht sollte die Rechte sich mal einig werden, wer kauft und wer verkauft?

Wird sie aber wohl nicht. Das liegt nicht in ihrer Art...

@Karl Napf

"ein mensch, der nie eigenes geld verdient hat, erklärt uns, wie wir uns verhalten müssen. "

Bitte lassen Sie solche Verleumdungen!
Ein Blick in Wikipedia hätte Ihnen sagen können, dass er Bücher verfasst, Sendungen moderiert hat, viele Jahre Parlamentarier war und außerdem Dezernent in einer deutschen Großstadt.

Er hat vermutlich mehr gearbeitet als Sie und ich zusammen.

Ich habe nichts gegen seriöse, ernsthafte und ernstgemeinte Kritik. Aber solche diffamierenden, tendenziösen, verleumderischen und bösartigen Kommentare wie der Ihrige bringen meinen Blutdruck wirklich zum Steigen!

Bremsen?

Ich sehe Deutschland eher ungebremst gegen die Wand rasen, der Vertrag mit Frankreich ist dabei nochmal eine Beschleunigung, kurz vor der Wand.

12:06 von fathaland slim

11:42, eine_anmerkung

>>um 11:28 von DrBeyer
>>"Und zum anderen ist das Ziel keinesfalls zwangsläufig eine Transferunion. Cohn-Bendit (und mit ihm sehr vielen, die der Meinung sind, dass die europäischen Staaten nur im Verbund halbwegs über die Runden kommen werden) geht es erst einmal hauptsächlich um Zusammenarbeit und gemeinsame Initiativen."<<

Diese "Zusammenarbeit" mündet aber immer zum weitaus überwiegenden Teil in der Frage "wer bezahlt das denn?"<<

Wenn Sie das Forum hier meinen, dann haben Sie recht.

Anderswo wird das Thema allerdings ein wenig breitgefächerter, differenzierter und kenntnisreicher diskutiert.
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Richtig, differenzierter, weil die Globalstrategen ja kein Problem mit der Finanzierung haben.
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Wie beim Willkommen und Brexit Deutschland will ja für alles Unbekannte zahlen.
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Da wünscht man sich direkt den Sozialismus, denn dann bleibt dafür endlich nichts mehr übrig.

@Und ansonsten ... 11:54 von DrBeyer

zu @@eine_anmerkung
ist der diffamierende Duktus einer der häufigsten Anmerkungen zu diesem Kommentator.

Sie haben weitgehend Recht, meine politische Erfahrung zeigt mir,
Leute als Seiteneinsteiger oder 'ohne Abschluss' sind in Mehrheit
viel glaubwürdiger/authentischer als die 'Studierten'.
Den genannten Taxifahrer ;) habe ich selbst früher durch die Lande gefahren.
Damals war ich ihm politisch deutlich näher,
was nichts an der Richtigkeit von Cohn-Bendit's Analyse ändert,
mit dem ich im Ostpark mehrmals Fussball gekickt habe.

Leider gilt diese Feststellung auch für die 'andere Seite der Macht'.
Ich könnte heute z.B: eher mit Gauweiler(CSU) diskutieren, als solchen 'Karrieristen' wie Amthor(CDU).

Insofern hat sich die Welt in 50 Jahren kaum geändert.
80% Opportunisten gegen 20% 'Beweger'/Aussenseiter in der Politik.

eine_anmerkung

"Deutschland ist Spitzennettozahler in die EU. Kein Land zahlt soviel wie Deutschland."

Leider liegen Sie hier falsch. Ja, in absoluten Zahlen zahlt Deutschland so viel wie kein anderes Land an die EU.
Wir sind aber auch das wirtschaftlich stärkste und bevölkerungsreichste Land der EU.

Absolute Zahlen zu vergleichen ist aber wenig sinnvoll. Stattdessen sollte man sich das relative Verhältnis angucken.
Gemessen an seiner Einwohnerzahl zahlen Schweden, Dänemark und Luxemburg mehr an die EU als Deutschland.

@ DrBeyer

"Deutschland wird schneller in der politischen und ökonomischen Bedeutungslosigkeit verschwinden, als Ihnen lieb sein kann, wenn wir die EU nicht schleunigst verstärken!"

Ich ermuntere Sie, einfach mal auf die Phrasendrescherei zu verzichten und konkret zu sagen, was Sie sich vorstellen.

Die Europäische Union "verstärken". Klingt gut, bin ich auch dafür. Aber was heißt das konkret?

Inwiefern wird die EU z. B. durch eine gemeinsame, europäische Arbeitslosenversicherung gestärkt? Für mich sieht es so aus, als würde damit lediglich Verantwortung von den Nationalstaaten auf Europa abgewälzt. Man muss seinen Arbeitsmarkt nicht mehr reformieren, sondern lässt einfach die anderen zahlen. Ein Anreiz für Wirtschaftswachstum ist das nicht - im Gegenteil, man zementiert so die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Staaten, die hohe Arbeitslosenzahlen haben.

Gemeinsame Außenpolitik, eine EU-Armee usw., alles gute Ideen. Aber die wirtschaftliche Eigenverantwortung muss gewahrt bleiben.

Realitätsfremd ...

... und unverschämt ! Anstelle hier eine beliebige Meinung abzudrucken (meiner Meinung nach absolut unqualifiziert und undifferenziert), würde ich eine klare Analyse des Vertragswerkes auf Kosten und Nutzen / Ziele sehen wollen. - Das wäre Recherche und trüge zum Verständnis und echter Demokratie bei und wäre das Geld für den ÖR wert ... für Meinungsmache kann ich auch die Bild lesen.

Natürlich ist D Bremser

besonders bei den - für die Bevölkerung - wichtigen Themen. Damit meine ich nicht die allgemein bekannte Gurken-Norm, die lediglich stellvertretenden für den Lobbyismus steht.

Bsp:
- das Verhindern von Glyphosat und Einschränkungen bei der Gülle auf unseren Feldern / Grundwasser
- das sklavenartige Ausbeuten der Osteuropäer als billige Arbeitskräfte für den Güterverkehr, oder in der Fleischverarbeitenden Industrie
- Abgas / Umweltvorschriften
-...usw.

Wir deutschen haben in der Vergangenheit nicht selten Glück gehabt, daß das EU-Parlament einige Verbesserungen (für die Allgemeinheit!) auch in D erzwungen hat - entgegen der hiesigen Regierungsparteien.
Persönlich bin ich nicht für "mehr" Europa; vielmehr für ein gefestigteres, überschaubares Europa mit einheitlicher Steuer und Sozialgesetzgebung. Ähnlich wie es "Lafo" einst gefordert hat.
Wir hätten viele der heutigen Problem nicht, wenn mit Verstand an die Sache gegangen würde.

Am 22. Januar 2019 um 10:37 von HamburgerHumanist

"Dieses ganze Gerede von wegen "Wir Deutschen sind der Zahlmeister der EU" kann ich nicht mehr hören."

Würde mich echt mal interessieren warum man die Wahrheit nicht hören will?
Schauen Sie mal bei der BPB oder Statista nach, da werden Ihnen die Zahlen geliefert.
Fangen Sie am besten an mit Transferzahlungen innerhalb der EU. Wenn Ihnen die 10 + x Milliarden jährlich nicht reichen, dann schauen Sie mal nach was diverse andere Spirenzchen wie die Griechenlandrettung o.Ä. kosten oder gekostet haben.

Und es gibt Leute die wollen noch mehr davon. Da bleibt mir die Spucke weg!

@DrBeyer, 11:40

Mit dieser Aussage in Ihrer Antwort auf @ber kaus ("Mir ist eins nicht klar ,warum werden solche Personen als Berater von Journalisten befragt ?") bringen Sie es auf den Punkt:

"(...) werden sie gerne als Gesprächspartner genommen, weil sie im Gegensatz zu leider ziemlich vielen hiesigen Foristen über ihren Tellerrand schauen können."

Im Gegensatz zu leider ziemlich vielen Politikern leider auch.

12:04, Einfach Unglaublich

>>Die Europäer haben wirtschaftliche Stärken. Die sollen sie nutzen und bewahren. Militärisch ist von diesem Kontinent noch nie etwas Gutes ausgegangen,<<

Von keinem Land der Welt ist militärisch jemals etwas Gutes ausgegangen.

@ um 12:14 von fathaland slim

Alles nicht. Aber gerade des aktuellen Anlasses wegen wenigstens das!

@Nie wieder SPD

Gerade kam aktuell in Fernsehen, das insbesondere in Luxemburg(!), die dort ansässigen Firmen tatsächlich lediglich 2 Prozent, anstatt wie eigentlich vorgesehen 29 Prozent Steuern, bezahlen!

Und nun fragen Sie einmal die Luxemburger Herrn Juncker(!!) und Herrn Asselborn, woran das wohl liegen könnte?

Fazit:
Steuergerechtigkeit innerhalb der EU, vergessen Sie es, das verhindern die Nationalstaaten aus den verschiedensten Gründen schon selbst!

@Einfach Unglaublich 12:04

Es ist seltsam. Die einen Foristen beschränken Cohn-Bendit darauf, Macron dabei zu unterstützen, an unser Geld zu kommen, und Sie beschränken ihn aufs Militärische.

Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass er lediglich von einer nötigen neuen Sicherheitsstrategie gesprochen hat. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, auch in Deutschland. Nicht einmal im Ansatz kann man daraus etwas Militantes konstruieren.

Davon abgesehen ist das nur ein einziger Baustein eines viel größeren Konzeptes!

Der meiner Meinung nach wichtigste Satz des Interviews ist "Nationale Interessen verteidigt man heutzutage durch Europa."
Und in dem Zusammenhang, in dem das gesagt wurde, ist klar, dass das keineswegs militärisch gemeint ist.

Ganz im Gegenteil.

eine_anmerkung

Man kann nur hoffen, dass es zu einer Transferunion und einem EU-Haushalt kommen wird. Und hoffentlich wird Deutschland besonders viel zahlen müssen. Schließlich ist Deutschland für die Krisen in Europa maßgeblich verantwortlich.

Wer durch eine zu schwache Währung, zu niedrige Löhne und einen massiven Außenhandelsüberschuss die Wirtschaft in anderen Ländern zerstört und seine Arbeitslosigkeit exportiert, der soll bitte auch dafür zahlen.

Deutschland hat eine massive Mit-Schuld an der hohen Arbeitslosigkeit und der schlechten wirtschaftlichen Lage in Ländern wie Frankreich und Italien. Von Griechenland und der Rolle Deutschlands wollen wir gar nicht erst reden.

In einer Währungsunion kann man nicht alles um sich herum zugrunde konkurrieren und dann die Verantwortung von sich schieben. Deutschland hat mit seiner Wirtschaftspolitik 16 Jahre lang in Europa unglaublichen Schaden angerichtet. Dann sollen sie auch bitte die Rechnung dafür zahlen.

@DerVaihinger

"Diese Parteien definieren allerdings ein stärkeres Europa mit dem Verteilen anderer Leute Geld."

Nein.
Stimmt nicht.

@ DrBeyer

"Ich hatte niemals vor, den deutschen Länderfinanzausgleich als Vorbild für Europa heranzuziehen.
Ich habe damit lediglich ihre ziemlich gewagte These, dass bisher alle Transferunionen ziemlich bald auseinandergebrochen sind, widerlegt."

Bitte genau hinschauen. Ich hatte geschrieben:

"Alle Währungsunionen, bei denen sich manche Mitgliedsstaaten auf Kosten der anderen verschulden konnten, sind alsbald auseinandergebrochen."

Ich schrieb hier von Währungsunionen mit mehreren Mitgliedsstaaten, nicht von einer Transferunion auf nationaler Ebene - ersteres ist nämlich noch weitaus schwieriger zu managen.

Die Lateinische Münzunion ist ein gutes Beispiel.

Zudem gibt es auch auf nationaler Ebene viele Geschichten des Scheiterns, etwa die frühen USA. Die Schuldenunion war einer der Gründe für den Bürgerkrieg, deshalb ist heute jeder Bundesstaat allein seine Finanzen verantwortlich.

Letztlich ist eine Union stabiler, wenn die einzelnen Mitglieder eigenverantwortlich wirtschaften müssen.

Weniger Bürokratie über die Grenze weg!

Ein Schritt in die richtige Richtung. Als Bewohner der Grenzregion erlebe ich es immer wieder, wie unerträglich es ist, wie viele bürokratische Hürden immer noch da sind, wenn man etwas Grenzübergreifendes machen will. Was da alles bisher nebeneinander herläuft ... haarsträubend! Eine Beleidigung für fleißige und geschäftstüchtige Bürger!
Übrigens muss auch in Sachen Sicherheit noch mehr gemacht werden. Da gibt es zwar gut gemeint Zusammenarbeit, aber bei der Bekämpfung von Kriminalität im grenzüberschreitenden Bereich müsste aber noch enger zusammengearbeitet werden! Das sind Dinge, wo sich was verbessern muss.

12:19, Frank von Bröckel

>>Mein Fazit daher:
Liebe Franzosen, wer mitbestimmen möchte, muss seinen finanziellen Beitrag auch SELBST leisten, und nicht immer Deutschland als das eigene große Sparschwein betrachten!<<

Noch mal:

Frankreich ist EU-Nettozahler!

Briten verlassen Europa?

Daß die Briten die EU verlassen wollen, ist ja bekannt. Herr C-B sagt nun, sie wollen auch Europa verlassen?
Das ist doch bestimmt nur ein Schussel-Fehler.

Deutsch französische Freundschaft..

wird von allen Beteiligten immerhin bereits schon seit fast 65(!!) Jahren ständig bejubelt,..

...was diese beiden Staaten in diesen wirklich langen Zeitraum immer noch NICHT auf die Reihe bekommen und im gegenseitigen Einvernehmen geregelt haben, wieso ...

..sollten sie es ausgerechnet heutzutage dann schaffen?

Mein Fazit daher:
Wer es innerhalb eines Zeitraum von immerhin fast 65 Jahren deutsch- französische Freundschaft nicht hinbekommt, schafft es anschließend auch nicht mehr!

Trauriges Fazit

China, Russland und die USA müssen sich totlachen über zaudernde, sich noch (!) im Wahn des Wohlstands suhlende "Europäer", die sinnfreie kleinkarierte Grabenkämpfe gegenüber den offenkundigen Notwendigkeiten auf einem immer mehr vernetzten Planeten vorziehen. Nicht einmal sowas Harmloses wie einen "Brexit" bekommen die ewigen Nörgler zustande, weil sie genauso wenig wissen was sie wollen wie (leider) ein nicht unbeträchtlicher Teil der hier "argumentierenden" Foristen. Was kümmert mich meine eigene Borniertheit, wenn doch kommende Generationen die Zeche bezahlen! Armes Europa!

@Boris.1945

"Richtig, differenzierter, weil die Globalstrategen ja kein Problem mit der Finanzierung haben."

Warum antworten Sie auf fathaland slim, wenn Sie ihn nicht verstanden haben?

Warum benutzen Sie Wörter, deren Bedeutung Sie nicht zu kennen scheinen?

"Das Thema differenzierter diskutieren" bedeutet soviel wie "es nicht ausschließlich unter dem Aspekt des Geldes betrachten, sondern auch andere Probleme einschließen".

Hilft Ihnen das weiter? Zur Erklärung: Sie haben das Thema wieder nur aufs Geld beschränkt. Das ist aber leider extrem simplifizierend und bringt uns weder weiter noch der Lösung näher.

@Tettigonia, 10.54h

Von einer faulen Bevölkerung, im Sinne von arbeitsscheu, möchte ich nicht sprechen.
Das wäre unsinnig.

Aber von einer faulen also maroden Wirtschaft kann ich sehr wohl reden.

Wer z.B. das Renteneintrittsalter, die Steuermoral, das Anspruchsdenken im Verhältnis zur Eigenleistung betrachtet, wird den wirtschaftlichen Misserfolg nicht mit ein paar geographischen Nachteilen begründen können.

Offenbar wollen einige Foristen eine Feindschaft mit Frankreich

Diese Attacken auf Frankreich durch die kompletten Kommentare zeigt eines: Es gibt offensichtlich viele Foristen die keine Freundschaft mit Frankreich wollen und die begeisternd ein Europa der Nationalstaaten fordern. Diese Leute sollen dann auch bitte die allerersten sein die unser Land mit der Waffe verteidigen wenn wieder Kriege auf dem europäischen Kontinent ausbrechen! Dies kann man jedoch getrost vergessen, wenn es zu sowas käme würden diese Leute alles verneinen und leugnen!

12:20, brennholz

>>Und zum Schluss noch SNCF und DB, wo komischerweise die SNCF in D Leistungen anbieten darf, andersherum aber nicht.<<

Ich fahre öfters mal mit dem ICE der deutschen Bahn nach Paris. Ich wüsste nicht, daß die Gleise zwischen Saarbrücken, Straßburg oder Aachen und Paris exterritoriales deutsches Gebiet sind.

Und die hundertprozentige Bahntochter Schenker ist meines Erachtens ebenfalls in Frankreich aktiv.

12:22 von fathaland slim

"Klar, wenn's um Geld geht, werden viele Menschen emotional. Auch und vor allem diejenigen, die reichlich davon haben. Es eignet sich also gut als Kampagnenthema.
Und die französische Rechte?
"Macron verkauft unser Land stückweise und lässt unsere Souveränität zerbröckeln!"
-Marine Le Pen
Vielleicht sollte die Rechte sich mal einig werden, wer kauft und wer verkauft?"

Volle Zustimmung!
Viele Wähler begreifen wohl nicht, daß sie beidseits des Rheins mit naivsten Argumenten beeinflusst werden.
Nicht nur im Bereich Finanzen.
In mehreren Fällen wird die böse EU verantwortlich gemacht, obwohl Einzelstaatlösungen möglich sind, oder die EU gar nicht zuständig ist.
Europa wird viel zu häufig von deutschen Politikern missbraucht, um ihre eigenen (oft absurden) Ideen und Entscheidungen hierzulande durchzusetzen.

@ fathaland slim

"Die deutsche Rechte macht aus der deutsch-französischen Freundschaftsvertrag ein Finanzthema."

Ich glaube nicht, dass es sinnvoll oder gerechtfertigt ist, alle Leute, die sich Gedanken über die Zukunfsfähigkeit der EU-Finanzen und die wirtschaftliche Eigenverantwortung machen, pauschal als rechts zu diffamieren. Denn damit begeben sie sich auf das gleiche platte Diskussionsniveau wie die Rechten.

Wie ich oben schon schrieb: Es geht hier nicht einfach nur ums Geld, sondern um die Frage, was ist langfrisitg gut für Europa. Wie schafft man Stabilität, gesunden Wettbewerb, Reformen? Und da sehe ich für meinen Teil eben die wirtschaftliche Eigenverantwortung als den besseren Weg. Das ist eine legitime Meinung, die von zahlreichen Ökonomen vertreten wird. Von anderen nicht, aber so ist das eben in der Streitkultur.

Am 22. Januar 2019 um 12:21

Am 22. Januar 2019 um 12:21 von DerVaihinger
@reinbolt48, 08.59h

"Diese Parteien definieren allerdings ein stärkeres Europa mit dem Verteilen anderer Leute Geld."

welche anderen leute meinen sie denn??

etwa die, die sich unserer kauf- und arbeitskraft und unserer ressourcen bedienen - sich aber weigern, dem allgemeiwesen entsprechend etwas zurückzugeben (steuern!)?

oder meinen sie sich selbst? dann sollten sie vielleicht mal kronketisieren was genau sie meinen, was ihnen an geld "genommen" wird!

dass für ein gemeinwesen alle einstehen müssen, sollte nämlich auch ihenen bewusst sein!

uns nimmt eine wirtschaftsliberale politik deutlich mehr (zbsp. durch noch mehr steuerentlastung für wirtschaft und reiche), als eine sozialpolitik, die versucht alle in eine tragfähige zukunft mitzunehmen!

@Laskaris

"Ich ermuntere Sie, einfach mal auf die Phrasendrescherei zu verzichten und konkret zu sagen, was Sie sich vorstellen.

Die Europäische Union "verstärken". Klingt gut, bin ich auch dafür. Aber was heißt das konkret?"

Woher soll ich das wissen? Das ist nicht unbedingt mein Job. Mein privater Blick aufs Weltgeschehen (sozusagen makropolitisch) sagt mir, dass hier gerade einiges schief läuft und wir dringend etwas ändern müssen.
Sich kluge Strategien dazu einfallen zu lassen und das ganze sozusagen mikropolitisch umzusetzen ist nicht mein Job.

Wenn ich das machen wollte bzw. wenn ich kluge Strategien im Hemdsärmel hätte, wäre ich Politiker geworden und nicht ein armes kleines Würstchen.

Spitzenmäßig ...

Spitzenmäßig ... damit Deutschland noch mehr - dieses Mal dann aber offiziell, so viel Wahrheit erlaubt man sich doch - für die Schulden anderer Länder aufkommen darf.

Als ob die unübersichtliche "Rettungs"-Architektur noch nicht reichen würde: über TARGET2-Saldon (fast eine Billionen EUR), das Anleihaufkaufprogramm Draghis (2,6 Bio. EUR), das klar gegen Art. 123 AEUV verstößt, aber vom EuGH für gut befunden wird, dann noch ESM (700 Mrd.), EFSM, ELA, EDIS etc. Nicht zu vergessen die Nullzinspolitik, die deutschen Sparern bereit 600 Mrd. EUR Zinseinkünfte weggenommen hat.

.... aber wie sagen doch all die Schäubles, Merkels und wie sie alle heißen: "wir profitieren vom Euro".

12:32, Frank von Bröckel

>>Gerade kam aktuell in Fernsehen, das insbesondere in Luxemburg(!), die dort ansässigen Firmen tatsächlich lediglich 2 Prozent, anstatt wie eigentlich vorgesehen 29 Prozent Steuern, bezahlen!

Und nun fragen Sie einmal die Luxemburger Herrn Juncker(!!) und Herrn Asselborn, woran das wohl liegen könnte?<<

Sie könnten auch meinen Onkel Kurt oder meine Tante Erika fragen, wenn die noch leben würden. Sie wären beide über hundert. Die haben nämlich schon in den frühen Sechzigern ihr Geld nach Luxemburg verfrachtet, aus von Ihnen angedeuteten Gründen.

Herr Asselborn war da etwa fünfzehn, und Herr Juncker ungefähr acht Jahre alt.

@fathaland slim um 12:06Uhr

Ich beziehe mich auf den letzten Stz in Ihrem Kommentar, und wundere mich darüber, daß Sie immer wieder erstaunt sind,in welchem Umfang pauschaliert oder pauschal oberflächlich beurteilt wird, obwohl Sie meistens genau das Gleiche tun. Es ist nun mal so, daß alle Ideen in der Frage der Finanzierbarkeit und der Bereitschaft zu Veränderung münden. Haben Sie sich eigentlich schon mal überlegt, warum es fünf Republiken gab, oder wie oft der Franc abgewertet wurde und warum? Oder warum Frankreich, trotz der doppelten Leistungen aus dem ERP nie richtig auf die Füße kam? Akzeptieren Sie einfach, daß in Frankreich die Mehrheit Ratschläge oder sogar Forderungen von östlich des Rhein mit französicher Überheblichkeit ablehnt! Warum wohl gibt es einen Gare d´Austerlitz, aber in Deutschland würde ein Sedan-Bahnhof einen shitstorm hervorrufen! Fragen Sie mal nach, warum Frankreich ein uraltes Steuersystem beibehalten hat? Warum wohl gibt es eine Brutto-Lohnsteuer erst seit 1.1.2019 usw.?

Neuigkeiten ?

Wie ich das liebe, wenn mit den Worten "Das hätte man schon früher machen können" oder es könnte etwas mehr sein" Opposition betrieben wird. Mehr Einfallslosigkeit geht kaum.

@ um 12:32 von Frank von Bröckel

Gerade deshalb ist das ja ein großes Feld, auf dem Merkel und Macron genug zu tun hätten.
Stattdessen wollen sie die EU, und da vor allem Frankreich und Deutschland, aufrüsten, um irgendwann eine größere Auseinandersetzung mit Russland anzustreben.
Was daran gut ist für die Bevölkerung Europas, lässt sich auch mit dem heutigen Brimborium nicht erklären.

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Ist ja totaaaaal cool und hip!

Ist ja toll, wie Macron als "Reformer" verkauft werden soll, total cool und hip, nach dem Motto: nur die tumbesten ewiggestrigen Hinterwäldler aus Dunkeldeutschland könnte was dagegen haben.

Ja, genau ... für wie dumm will man die Europäer mal wieder verkaufen: Für Deutschland ist es wichtig zu wissen, dass wir mit Macron mal wieder einen "teuren" Freund uns einhandeln:
Macron will Anleihen aller Euro-Länder (Eurobonds), „Bankenunion“, gemeinsame Einlagensicherung und EU-Arbeitslosenversicherung. Vergemeinschaftungen. Sie machten die EU definitiv zur Transferunion. Der Euro-Liberale entpuppt sich als Euro-Sozialist.

Wieso Hr. Macron aber keine EU-Rentenversicherung will, liegt wohl daran: das wäre das einzige Gemeinschaftsprojekt der EU, von dem einmal D profitieren und nicht ad ultimo zahlen würde. Das geht nun wirklich nicht. Wie konnte ich das vergessen! Ich Dummerchen!

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