Kollabierte Rekruten: Illegale Aufputschmittel oder Energy Drink?

14. August 2017 - 09:59 Uhr

Ein Tag im Juli, 26 Grad: Bei Übungsmärschen in Niedersachsen brechen mehrere Bundeswehr-Rekruten zusammen. Einer stirbt im Krankenhaus. Was ist die Ursache dafür? Ein Soldat spricht von Aufputschmitteln, ein anderer von einem Energy Drink.

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Kommentare

Diese Schlagzeile ist ja mal wieder....

typisch!
Im Grunde geht es nur darum einen angeblichen "Skandal" zu produzieren und Aufmerksamkeit für eine Thema zu erregen, welches keines ist. Die Bundeswehr eignet sich derzeit als besonders dankbares Objekt.
Ich nehme als Aufputschmittel täglich Kaffee. Bei der Bundeswehr hatten wir auch so Aufputsch-Mittel wie Traubenzucker dabei.

Warum sollte unsere

"Leistungsgesellschaft" gerade vor der Armee aufhören? Leistung soll sich wieder lohnen. Früher nannte sich das "Panzerschokolade". Diese Fakten sprächen für das weitere Abdriften unserer Gesellschaft.

Traurig

Wenn man den letzten Absatz liest, kann man nur hoffen dass der nächste Gegner im Krieg Liechtenstein ist.
Drei Kilometer mit leichtem Gepäck, und die brauchen Aufputschmittel? Das darf doch nicht wahr sein. Aber wer schon täglich in den Kindergarten und in die Schule gefahren wurde, anstatt zu laufen, der ist halt von Kindheit an schlecht vorbereitet.

@Berni1 Der Unterschied zu

@Berni1
Der Unterschied zu Ihrem Kaffe ist, dass ein junger Mann tot ist ... unnötig wohlgemerkt.

10:17 von Paco

Traurig .... ?
.
ganz im Gegenteil
das ist gut so, bei solchen Armeen braucht man sich nicht zu fürchten
die tun keinem was :-)

Faktencheck!

Ein Rekrut hat ausgesagt? Was sagen denn die Ergebnisse der Obduktion? Gibt es keine Drogentests bei der Bundeswehr? Zumal das Problem schon länger bekannt ist! Wieviele Führungskräfte in der Bundeswehr nehmen Aufputschmittel? Pervitin = Crystal Meth wurde schon von den Nazis an die Soldaten verteilt. Außer bei Konrad Adenauer, der, wie wir alle wissen können (wurde letztens hier berichtet, mit Link zu entsprechenden Berichten) noch als Kanzler Pervitinsüchtig war, hat diese Sucht in der Bundeswehr eine lange Tradition. Sowohl in der DDR als auch in der BRD war Pervitin bis in die 1970er bzw. 1980er Jahre ein Mittel der Wahl, um Soldaten aufzuputschen. Heerscharen von Wehrmachtssoldaten waren auch noch lange nach Kriegsende Pervitinsüchtig. Und haben es von Ärzten und Apothekern auch bekommen. Das ist doch alles nichts Neues. Und der Alkoholmissbrauch ist ebenfalls nicht nur Tradition, sonder sogar Folklore bei Soldaten weltweit.

Dieser ganze traurige Verein

gehört aufgelöst. Das THW sollte die Truppe übernehmen und für den weltweiten Antikatastropheneinsatz ausbilden. Wir könnten endlich mal Everybodies Darling auf der Welt sein und uns mal richtig nützlich machen.

so viele intelligente Kommentare

Subjektiv muss ich auch eine Abnahme der Leistungsfähigkeit und des Leistungswillens wahrnehmen. Dies aber bei allen Altersgruppen. Und wie gesagt ist dies rein subjektiv, ohne das ich dies genauer analysiert habe.

Also neige ich dazu der Aussage des Arztes im Artikel zuzustimmen, ohne konkrete Fakten zu haben.

Nun konnte ich diesen meist sinnfreien Märschen mit Gepäck und möglichst noch Gewichten an den Schuhen bei der Bundeswehr noch nie etwas abgewinnen. Man schafft diese zweifelsohne auch ohne Aufputschmittel. Diese waren aber nie motivierend oder realistisch, und sind es bis heute auch nicht. Und diese Märsche sind auch keine Belastungsprobe.

Die Bundeswehr muss sich dringend mal an der Realität orientieren. Dazu mal bei den anderen Armeen dieser Welt abschauen, und weg mit den Laien an Entscheidungspositionen.

Und etwas weniger Ausbilder-Schmidt-Typen könnte auch nicht schaden.

@Berni1

"Ich nehme als Aufputschmittel täglich Kaffee. Bei der Bundeswehr hatten wir auch so Aufputsch-Mittel wie Traubenzucker dabei."

Ist es wahrscheinlich, dass es sich bei den "Aufputschmitteln" aus diesem Beitrag nur um Kaffee und Traubenzucker handelt?

Ich denke nicht.

Außerdem ist ein Mensch unter anderem aufgrund dieser Aufputschmittel gestorben, und selbst wenn das nicht passiert wäre, wäre es ist völlig legitim darüber zu berichten.

Arme Menschheit!

"Es fällt uns immer schwerer, genügend Rekruten zu finden, die in der Lage sind, den Belastungen eines Einsatzes standzuhalten."

Die körperlichen Belastungen könnte man sicher antrainieren, auch wenn dies nicht den Anschein macht, dass es bei allen gelingt.
Was man aber ganz außen vor lässt ist die psychische Belastung bei einem Einsatz. Darauf wird man niemand vorbereiten können und daran werden die meisten eher scheidern als am körperlichen Mango. Da hilft dann auch kein Aufputschmittel mehr, denn danach sind die meisten so durch den Wind, dass sie lebenslang darunter leiden. Das wird aber auch gerne weder bestätigt noch dementiert, wie man es so schön sagt.
Arme Menschheit, die nichts Besseres weiß, als sich durch sinnlose Kriege zu vernichten.

@gast

"Der Unterschied zu Ihrem Kaffe ist, dass ein junger Mann tot ist ... unnötig wohlgemerkt." Am 14. August 2017 um 10:49 von gast

Ja, und die Ursache ist immer noch unbekannt, oder haben Sie dem Artikel etwas anderes entnommen?
Täglich sterben auch Menschen im Schlaf, der Schlaf ist aber nicht die Ursache.

Hier ist nicht mal sicher, ob die Leute wegen der Mittel zusammengebrochen sind, oder weil sie die Nacht vorher durchgefeiert haben.

Ja welche Mittel denn?

Das einige glauben, die Bundeswehr sei anders als der Schnitt der Bevölkerung, ist doch etwas realitätsfremd. Alles ist dort genauso vorhanden wie in jeder anderen Ansammlung von Menschen.

Das es sich hier mit Sicherheit nicht um 'Alltagsdrogen' a la Koffein handelt (@sisyphos3: Haben Zigaretten Sie schon mal aufgeputscht?), sollte eigentlich klar sein.

Nur, waren es Pharmaka oder Kokain? Amphetamine? Oder 'Happypillen'?

@bernie1:
Das in der BW etwas falsch läuft, ist wohl allen klar, warum sollte man es dann aber nicht auch weiter bekannt machen, denn nur dann ändert sich vielleicht etwas, bevor es sonst in die Schublade 'och, das ist doch normal, eh nicht so schlimm' gesteckt wird.

Auf das System achten

Zunächst ist bedauerlich, dass Menschen ihr Leben verloren haben.
Auch sind die angegeben Gründe einfach zu wage und spekulativ und zu platt, es einfach auf die Rekruten zu schieben.
Es kann auch durchaus möglich sein, dass sich Rekruten krank gemeldet haben und tatsächlich krank waren - doch die Ausbilder sie als vermeindliche Drückeberger dennoch haben den Marsch machen lassen. So etwas habe ich seinerzeit leider selber als Rekrut miterleben müssen.
Man sollte also zunächst die genauen Untersuchungen abwarten, obwohl
ein solches Verhalten eher in das bisherige Raster von Machtmissbrauch und Übertretungen von Vorschriften durch Vorgesetzte bei der Bundeswehr passen würde.
Übrigens: Der Ausbilder folg seinerzeit raus, als die Ärzte davon erfuhren.

Sicherlich gibt es,

wie "nie wieder SPD" schreibt, Drogenmißbrauch etc bei der Bundeswehr. Genauso wie im Lehrerzimmer, bei der Polizei, in Krankenhäusern etc.
Quasi in ganz Deutschland.

Allerdings trifft meiner Meinung ( seit 1985 bei der Bw ) das um 10:17 von Paco geschriebene eher zu:

Die "lieben kleinen" werden zum KiGa / Schule / Sport etc. gefahren, anstatt wie wir früher halt 10 oder auch 15 km (einfache Strecke) mit dem RAD zu fahren, auch bei Regen.

Kinder dürfen heutzutage nicht mehr auf Bäume klettern, sich in der Schule nicht prügeln etc.

Kurzum : Wie soll der Körper denn da in irgendeiner Art und Weise widerstandsfähig werden ?
Bakterien & Co werden ja auch "dank" Sagrotan etc. um 99,99% reduziert.

Wenn sich heute ein junger Mensch für die Bw entscheidet ( in kann´s nicht nachvollziehen und rate mittlerweile aktiv ab ! ), dann macht er das nicht von jetzt auf gleich.
Also könnte er ja mal vorher etwas üben, 5.000m am Stück durchlaufen zu können.
Machen viele leider nicht !!!

Erschreckend, wieviele

Erschreckend, wieviele Kommentierende hier den Vorfall verharmlosen möchten mit Argumenten "alles schon mal dagewesen", "Kaffee oder was?" und sogar mit einer Empörung darüber, dass die Rekruten nicht mehr hart genug sind für Gewaltmärsche: Fakt ist, dass es bei der Bundeswehr nach wie vor erhebliche Probleme und Missständen gibt. Und hier ist nach jetzigem Stand der Dinge ein junger Mann wegen solcher Missstände gestorben. Fürchterlich.

Zuerst einmal

hätte ich gerne gewusst, WELCHE Aufputschmittel im Spiel waren.
Das erfährt man aus dem Artikel leider nicht.
Die Bandbreite reicht hier, wie manche andere Kommentatoren schon sehr richtig angemerkt haben von Kaffee bis Pervitin.

Dass junge Leute es nötig haben, mittels solchen Dingen die Anforderungen der BW zu erreichen, ist ein gesellschaftliches Problem.

Die jungen Leute sind sicherlich zum einen weniger sportlich als früher, haben zum anderen auch viel weniger Zeit, um Sport zu machen. G8 lässt grüßen!

Jetzt die Bundeswehr generell zu verteufeln ist falsch. Sport, gesunde Ernährung, viel mehr Bewegung für Jugendliche wird generell gebraucht.

Aufputschmittel?

Da stellt sich schon die Frage,wieviel hat man da geschluckt,wenn das den Tot hinter herzieht?

@11:15 line

Sie wollen diesen Vorfall allen Ernstes kommentierten mit einem allg. Aufruf, dass "Sport, gesunde Ernährung, viel mehr Bewegung für Jugendliche ... generell gebraucht" wird? Das ist in meinen Augen eine äußerst verharmlosende Relativierung.

Lächerlich

Zitat:"Ein Bundeswehrarzt wies auf den möglichen Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Missbrauch leistungssteigernder Mittel und der grundsätzlich abnehmenden körperlichen Leistungsfähigkeit der Soldaten hin. "
Da liegt der Hund begraben. Als NVA Muschkote war der "Marsch der Bewährung" halbjährlich fällig. Also drei mal in meiner Dienstzeit. Da ging es 30 km durch die Pampa mit voller Ausrüstung und diversen 'Gas- und Vollschutz Einlagen'. Und wenn das länger als fünf Stunden gedauert hat wurde das wiederholt. Geschafft haben das alle und wenn einer schlapp gemacht hat (was äußert selten vorkam) wurde er auf einer Trage mitgeschleppt. Das Ende des Marsches war ein Run über die Sturmbahn. Soviel zur Leistungsfähigkeit vorangegangener Generationen. Bin Jahrgang 1964... :-)

11:06 von dog marley

Das einige glauben, die Bundeswehr sei anders als der Schnitt der Bevölkerung
.
also davon würde ich ausgehen
seit es keine Wehrpflicht mehr gibt .....
-
und was sind Alltagsdrogen
(rauche nicht) Kaffee Cola bei mir
ein Volker Beck hat vielleicht anderes ....
und wie ein Pilot von nem Eurofigther sich seinen "kick" holt

Perventin

Im 2 Weltkrieg waren hunderttausend deutsche Soldaten auf Droge. Die Droge Pervertin wurde extra für die Soldaten entwickelt.

Heute wird diese Droge unter der Bezeichnung Crystal Meth geführt.

Aufgrund des massenhaften Drogenmissbrauchs in der Vergangenheit muss die Bundeswehr beim Thema Drogenmissbrauchs besonders sensibel sein.

Egal ob es drogenabhängige Soldaten oder lebensbedrohliche Ausbildungsmethoden sind, von der Leyen trägt die Verantwortung.

@10:11 von Berni 1

Woher haben Sie Ihre Informationen? Wie kommen Sie darauf, die Rekruten hätten nur Kaffee oder Traubenzucker eingenommen? Das ist doch reine Spekulation.

"Nachgeholfen, um fit zu

"Nachgeholfen, um fit zu sein?"

"Ein Bundeswehrarzt wies auf den möglichen Zusammenhang " "Es fällt uns immer schwerer, genügend Rekruten zu finden, die in der Lage sind, den Belastungen eines Einsatzes standzuhalten."

Das kann ich mir gut vorstellen.

Die Rekruten leben in der dritten/vierten Genetation nach dem Krieg in einer sehr sehr komfortablen, friedlichen Gesellschft.

Hier braucht keiner wirklich Angst zu haben aus Hungerneid totgescvhlagen zu werden.

Die Körper richtet sich den Lebensbedingungen aus, die er vorfindet. Hier ist intellektuelle Arbeit gefagt und nicht Brachialkraft.

Zur Verdeutlichung: Schaut euch mal den Körperbau von Typen in Schwellenländern an.
Die müssen dafür nur überleben, um so zu sein.

Da können viele das Gefühl bekommen, nicht mithalten zu können, zu schwach oder nicht fit genug zu sein.

Aufputschmittel verändern diesen Zustand nicht, sie greifen das Herz/Kreislaufsystem an.

Die einzige Alternative ist Fitness u. Krafttrainig u. Ernährung.

Kollabierte Rekruten nahmen offenbar Aufputschmittel

Als ich 1979 mit 19 Jahren zum Wehrdienst eingezogen wurde, waren wir in unserer Generation fit genug, die militärische Grundausbildung ohne größere Komplikationen zu bewältigen.
 
Diese Fitness kam unter anderem auch daher, dass wir uns in dem Alter auch entsprechend körperlich betätigt haben. Besuche in der Diskothek waren tanzsportlicher Natur, außerdem gab es regelmäßig andere bewegungstechnische Maßnahmen. Das alles brachte neben sozialer Kompetenz auch körperliche Fitness sowie körperliche und seelische Belastungsfähigkeit mit sich.
 
Ohne den Einzelnen verunglimpfen zu wollen kann man aber trotzdem feststellen, das viele junge Menschen heutzutage keinerlei Belastungsfähigkeit mitbringen. Sobald es etwas schwieriger wird, wird hingeschmissen, gibt es kein Standvermögen mehr aber auch den Willen mal den inneren Schweinehund zu bekämpfen oder Ehrgeiz, scheint es nicht mehr zu geben.
 
Traurig das man sagen muss: Mit den heutigen Generationen, könnte man kein Land mehr verteidigen.

@ dersenf

"Arme Menschheit! Es fällt uns immer schwerer, genügend Rekruten zu finden, die in der Lage sind, den Belastungen eines Einsatzes standzuhalten."
Wie wäre es denn, wenn man die Belastungen im Training den Menschen anpassen würde? Im Bildungswesen heißt es jedenfalls immer, man dürfe die armen Leute nicht überfordern, sondern man müsse sie dort abholen, wo sie sind. Die "Kommissköppe" müssten vielleicht auch mal Reformbereitschaft zeigen. Überall sonst wird auch ständig reformiert.

Erschreckend

Es ist immer wieder erschreckend wie sich hier einige äußern. Zum einen gehört es in der Bundeswehr dazu körperlich fit zu sein. Und zum anderen muss noch geklärt werden, ob eventuell Vorerkrankungen da waren. Nur von zu hause aus zu sagen, das die Bundeswehr nicht mehr auf die Reihe bringt ärgert mich mehr als mir lieb ist.
Und da solche Schreiber sicher nie gedient haben schon zwei mal.
Wen jeden Tag Leute durch Berufliche Krankheiten ausfallen spricht auch niemand.
In dem Sinne den Soldaten eine gute Besserung und meine Anteilnahme für den Soldaten.

Wie sieht das heute aus für

Wie sieht das heute aus für uns Menschen in einem nodernen Industrieland? Bewegungsmangel, nur noch am Computer sitzen, ist klar, dass körperlich nichts mehr läuft. Übrigens hilft da auchg kein Zwangs-Schul-Sport. Es ist Lebensstil geworden den Körper zu vernachlässigen.

re andererseits, 11:26

Mir ist schleierhaft, was Sie am Beitrag von line, 11:15, verharmlosend relativierend finden.
Wenn ein Soldat, auch in voller Montur, nach 3 km Marsch zusammenbricht, zeugt das sehr wohl davon, dass es mit seiner körperlichen Konstitution nicht allzu weit her sein konnte ( evtl. Vorschäden ausgeschlossen).
Wenn ich als angehender Offizier meine, solch eine körperliche Belastung nur mit einem Aufputschmittel - und damit sind nicht Kaffee, Cola, Traubenzucker oder ein aufgeschlagenes Ei in Rotwein gemeint - brauche, lässt das einerseits eine dubiose Einstellung zur eigenen Leistungsfähigkeit und andererseits ein ebenso zweifelhaftes Verständnis seines angestrebten Berufs erkennen.

Typisch Deutschland

Das scheint mir irgendwie typisch für Deutschland zu sein.

Anstatt auszubilden und zu trainieren, wird erwartet, dass die Auszubildenden und zu Trainierenden vieles bereits können.

Da beschweren sich Ausbildungsbetriebe darüber, dass die Auszubildenden nicht über bestimmte Fähigkeiten verfügen, ihnen in den Schulen grundlegende Fähigkeiten nicht mehr vermittelt werden.

Das mag dem Grunde nach auch richtig sein.

Nur wenn man deshalb keine Auszubildenden mehr findet, sollte man vielleicht einfach mal überlegen, ob man diese Fähigkeiten nicht selber in der Ausbildung vermitteln kann.

 

Und das gilt auch für die Bundeswehr.

Wenn sie nicht genügend Rekruten findet, die bereits über die Fitness verfügen, die die Bundeswehr gerne hätte, dann muss sie halt überlegen, ob es nicht möglich ist, die Rekruten entsprechend zu trainieren.

Natürlich kostet das Zeit.

Natürlich bedeutet das, dass man entscheidende Tests zur körperlichen Fitness nicht gleich nach zwei Monaten durchführen kann.

@ Paco

"Aber wer schon täglich in den Kindergarten und in die Schule gefahren wurde" Am 14. August 2017 um 10:17 von Paco

Tun wir mal nicht so, als ob früher alle fit gewesen wären. Von den 500m, die ich zu Schule laufen musste bin ich auch kein Weltsportler geworden.

Wenn überhaupt, dann werden Kinder gefahren, weil es weniger Kinder gibt und die Schulen weiter weg sind. Bei langen Busfahrten ist es richtig bescheiden, weil diese Zeit kosten. Manche Kinder verbringen täglich 2-3 Stunden mit Busfahrten! Das ist doch irre. Ich war fast jeden Nachmittag draußen - wohlbemerkt in einer Großstadt, in der damals genug Platz zum Spielen war. (Heute gibt es überall genug Platz zum Parken und die armen Autos könnten einen Kratzer abbekommen.)

Was es früher noch gab war eine lange Wehrpflicht (entsprechend längeres Training!) und mehr Auswahl unter den Rekruten.
Heute erwartet man von den jungen Leuten in einem Bruchteil der Zeit dieselbe Ausdauer aufzubauen.

Aufputschmittel

...es gibt davon genug im Netz legal zu kaufen(Zeus Imperator ist so ein Zeug)
Ich sehe es jeden Tag auf Arbeit wenn sich die Leute sowas rein schmeißen und dann in das Gym gehen- und dann?Rettungsdienst.
Die Soldaten versuchen ihr körperliches Unvermögen damit auszugleichen.
Also mein Mitleid hält sich deshalb in Grenzen.
(Ich mache übrigens auch viel Sport-aber ohne solches Zeug,saß aber auch nie vor einer PlayStation...und meine Zwerge auch nicht)

@andererseits

Wieso diese Solzialromatik? Ich denke Du bist gegen Leute, die sich aufputschen um Rambo zu spielen?

Zu meiner Zeit kurz vor der Wende, wurden diese "Gewaltmärsche" von Wehrpflichtigen mit Herzfehlern und Astma gemeistert. Das einzig üble dabei war, trotz Schlafentzug zu funktionieren. Von den Zeitsoldaten wurde hinterher etwas mehr erwartet, aber dort hätten wir Siechen die Eingangsuntersuchung nicht bestanden.

Da steckt dann auch ehern das Problem. Heutzutage darf sich jeder in Berufe einklagen, für die die körperlichen Voraussetzungen nicht bestehen und darf hinter klagen, wenn etwas passiert, weil man zu schwächlich, klein oder gross war.

Als Soldat latsch man halt extrem viel. Wenn es hier heisst, dass man heutzutage ja nur motorisiert unterwegens ist, sollte man aber bedenken, dass man vom Feind kein Ersatzfahrzeug bekommt, wenn es einem zerstört wurde und man sich verletzt zurück ziehen muss.

Niemand wird im Training gezwungen. Man kann immer aufgeben.

Das Warum und das Wie ist entscheident ?

Sollte wirklich erwiesen sein, dass dort Aufputschmittel genommen worden sind, wäre das keine so große Überraschung - dass gerade auch junge, unerfahrene Leute zu Aufputschmittel greifen ist ja keine Erfindung der Bw. Für manchen ist ja schon Kaffee Aufputschmittel. Hier muss man sich eher fragen, warum ?

Warum haben die jungen Leute geglaubt, sie brauchen das ? Wie konnte es dazu kommen ?

Auf jeden Fall, sollte man die Verantwortung dafür auch an anderer Stelle suchen.

re andererseits, 11:12

Ja, woher entnehmen Sie hier “erhebliche Probleme und Missstände“ bei der Bundeswehr? Ich vermute mal, dass Sie nie eine Kaserne von innen gesehen haben, anders kann ich Ihre Äußerungen nicht deuten.
Ein Fußmarsch ist bei der BW nun einmal Teil der Ausbildung, daran ist nichts Verwerfliches.

Absolute Kontrolle gibt es nicht

Es sind bedauerliche Einzelfälle.Nicht mehr und nicht weniger.Wer solche Mittel einnimmt um sich Vorteile zu verschaffen sollte auch wissen welche Nebenwirkungen diese Mittel haben,falls der Tod des Soldaten auch tatsächlich darauf zurückzuführen ist.Und gleich hallt auch schon wieder der Ruf nach mehr Kontrolle in den Kasernen durch das Land.Es sind erwachsene junge Menschen.Diese wollen auch als solche behandelt werden.Deshalb hat man bei der Bundeswehr bewußt die Diensthabenden nach Dienstschluss reduziert,auch um die Attraktivität des Dienstes zu fördern.Das ist und war erklärtes Ziel.Und Auslöser dafür war und ist die Politik.

12:02 von crumble

Niemand wird im Training gezwungen. Man kann immer aufgeben.
.
mehr noch
seit dem Ende der Wehrpflicht braucht man nicht mal mehr hingehen

@andererseits

Warum sollte ich in irgendeiner Weise relativieren oder verharmlosen?

Fakt ist, dass viele Anwärter der Bundeswehr körperlich nicht fit genug sind.

Dafür gibt es folgende Ursachen:
- höherer Zeitaufwand für Schule und Lernen
- falsche Essgewohnheiten - Fast food
- viel mehr Zeit an PC und Handy
- Bewegungsmangel von Kindheit an

Dass viele Kinder in der Großstadt nicht einmal mehr alleine auf dem Spielplatz ungefährdet sind, dürfte mittlerweile bekannt sein. Die können sich nur außerhalb der Wohnung bewegen, wenn die Erwachsenen dabei sind.

Denken Sie mal nach!

Ich sehe dies schon als eklatanten Hinweis, dass unsere Gesellschaft hier einiges zu bearbeiten hat.

Die Bundeswehr hat daran keine Schuld.
Eventuell könnte man die Anforderungen v. a. am Anfang soweit herunterschrauben, dass auch die Schwächsten mitkommen.

Aber: Die BW ist halt kein Wellnessclub.

Leistungsfähigkeit

Also ich habe von 1986 bis 1996 meinen Wehrdienst geleistet.
Solche Märsche waren für uns Routine-in der NVA war es der HKX und in der BW der 30km Leistungsmarsch...Aufputschmittel hat keiner meiner Kameraden genommen und jeder schaffte es.
Und die Temperatur von 26Grd ist auch nicht so besonders hoch.
Jeder der so etwas nimmt weiß worauf er sich einlässt

Wo war denn die San

Wo war denn die San Begleitung?
Zu meiner Zeit als Sani habe ich mich durchgesetzt und eine Begleitung zu fuss abgelehnt. Ich verlangte einen Fahrer, so viele wasserkanister, wie ins auto passten und habe mich entgegen der Marschrichtung fahren lassen. Dazu noch die kleiderordnung geändert.
Gegen den leitenden leutnant. Und ich war Gefreiter.
Es ist niemand umgefallen.
Wichtig waren Eigenverantwortung, Durchsetzungsvermögen und gute Vorgesetzte.
Ist wohl bei der bw momentan Mangelware

@ Sentinel_GER um 11:40

naja, das ist eine üble Verallgemeinerung.

Vielleicht sind die Offiziere auch zunehmend ungeeignet das richtige Maß an Leistung entsprechend dem Trainingszustand abzufragen.

Wenn nach 3km der Kollaps mit Todesfolge eintritt, frage ich mich schon was da genau gemacht wurde. Das sollte auch ein weniger sportlicher Mensch irgendwie schaffen.

Ich werde immer wieder stink sauer, wenn ich

aus den Reihen von Politikern/Medienvertretern Beiträge/Vorschläge zum Thema Bundeswehr vernehme. Besonders fragwürdig sind solche Kommentare von solchen "Experten", die selbst gar nicht gedient haben (Bsp.: "G36 Experte" Anton Hofreiter Grüne etc.).

Als ich in den 80er Jahren meinen Wehrdienst (gerne/freiwillig) geleistet habe, da gehörten zur Ausbildung auch solche "Gewaltmärsche". In voller Kampfausrüstung wurden wir 25 Kilometer entfernt von Standort ausgesetzt und hatten innerhalb vorgegebener Zeiten die heimische Kaserne wieder zu erreichen. Da gab es Tipps von alt gedienten, alte Socken (nicht frisch gewaschene ) zu tragen, weil hierdurch die Füße entlastet werden sollten. Nicht alle von uns waren gleich sportlich, aber wir alle haben es geschafft.

Wir hatten damals keine Flachbildfernseher, Büstenhalter in Tarnfarben, keine Aufputschmittel oder Theoretiker für alle Lebenslagen ohne eigene Praxiserfahrung aber mit guten Ratschlägen auch für das ihnen vollkommen Unbekannte.

auf-auf, marsch-marsch ...

trainiert wird vorher nicht.

es geht gleich auf's ganze.
klar, daß die jungen leute oft nicht die nötige fitness mitbringen.
die muß antrainiert werden.
doch das erfordert zeit ...

@andererseits

Ja es ist schrecklich,wenn Soldaten bei so etwas sterben müssen-aber jeder hat sich freiwillig gemeldet und sollte sich dementsprechend auf seinen Wehrdienst vorbereiten.
Keiner wird gezwungen solche Aufputschmittel zu nehmen und die Gefahren sind hinlänglich bekannt.
Auch früher sind Soldaten bei Ausbildungsmaßnahmen ums Leben gekommen-so traurig es ist aber es passiert nun einmal.
Und noch etwas...die gegen die die Bundeswehr antreten soll,die trainieren auch sehr hart(ohne Aufputschmittel)

Das erste Mal?

Ausdrücklich danke ich jetzt erst mal der Tagesschauredaktion stellvertretend für alle Reaktionen unserer Medien dafür, dass auch über so etwas berichtet wird.

Am 13. Sept. 2016 wurde ich beruflich selbst mit einem Soldaten konfrontiert, der - neben 3 weiteren - einen massiven Hitzeschaden hatte. Das hat mich derart belastet, dass ich mich per e-mail an seine Ausbildungseinheit wandte und zwar mit folgendem Text:
"Am 13. Sept. 2016 erlitten 4 soldatische Anhörige der Bundeswehr Ihres Standortes nahezu zeitgleich Hitzeschäden (= Hitzeschläge). Ein Hitzeschlag stellt eine lebensbedrohliche akute Erkrankung dar (siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Hitzeschaden). Vor dem Hintergrund dieses massiven Vorfalles erbitte ich Antworten auf folgende Fragen:..."

4 konkrete Fragen stellte ich - beantwortet wurde keine!!! Wohin ist *unsere* BW getriffet??

um 10:49 von gast

"Der Unterschied zu Ihrem Kaffe ist, dass ein junger Mann tot ist ... unnötig wohlgemerkt."

Und ist da jetzt die BW schuld Ihrer meinung nach ?
Also wir sind damals 20 km maschiert bei voller Montur mit G3 etc. und das in 2,5 Std. Die Temperatur war auch ziemlich warm. Aber wenn ein Soldat nach 3 km bei 26 Grad zusammenbricht und stirbt, hat das mit der BW gar nichts zu tun - vielleicht hatte er sonst einen ungewöhnlich schlechten Lebenswandel oder eben viel Pech dass er die Umstaände zusammen nicht gepackt hat - schlimm, ohne Zweifel, aber der BW wieder einen Strick daraus zu ziehen wäre unlogisch! Das einzige gute wäre wenn Fr. von der Layen Leine ziehen müsste!

um 10:52 von hut

"Nun konnte ich diesen meist sinnfreien Märschen mit Gepäck und möglichst noch Gewichten an den Schuhen bei der Bundeswehr noch nie etwas abgewinnen."

Sinnfrei Märsche ? Was sind dann sinnvolle ihrer meinung nach ? Wissen Sie wie viele Km die Soldaten im 1. WK gelaufen sind - und im 2. WK die Soldaten in Russland - tausende km. Das ist heute zwar kaum denkbar, aber ein Soldat sollte schon körperlich mehr laufen können als gerade mal 3 km. daher ist Sport nicht sinnfrei sonder ggf. überlebenswichtig!

"Dazu mal bei den anderen Armeen "
Schauen Sie zuerst mal was die erfolgreichen Armeen heute machen - Gewaltmärsche sind überall Gang und Gäbe!

Rekruten nach Marsch

Rekruten nach Marsch kollabiert Illegale Aufputschmittel oder Energy Drink?

Nachgeholfen, um fit zu sein?
„Ein Bundeswehrarzt wies auf den möglichen Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Missbrauch leistungssteigernder Mittel und der grundsätzlich abnehmenden körperlichen Leistungsfähigkeit der Soldaten hin. Um bei wichtigen Prüfungen fit zu sein, werde dann künstlich nachgeholfen, so der Arzt. „ Dann ist ja der Vorfall vom 19. Juli 2017 geklärt!
Da sind die Österreicher aber :
"vor 5 Tagen ... Nach einem Marsch bei tropischen Temperaturen ist in Österreich ein junger Rekrut an einem Herzstillstand gestorben" wesentlich schneller in der Öffentlichkeit "facktenschecker" resistent!

um 11:07 von tobeorwhat

Das passt irgend wie nicht zusammen - zuerst machen sie ein Fass auf "Es kann auch durchaus möglich sein, dass sich Rekruten krank gemeldet haben und tatsächlich krank waren - doch die Ausbilder sie als vermeindliche Drückeberger ...."

Und dann
"Man sollte also zunächst die genauen Untersuchungen abwarten...."

Also zuerst setzen Sie ein Gerücht in die Welt und dann "abwarten" sagen - also das passt ja gar nicht!

Das ist kein Phänomen der Bundeswehr

Den Trend zu leistungssteigernden Mitteln gibt es auch woanders. Selbst Freizeitsportler "optimieren" ihre Ernährung und manchmal ist die weitere Aufbaustufe eben das Doping. Kamen die Soldaten vielleicht aus diesen Kreisen?

In den Armeen hatte das Überleben seit jeher höchste Priorität. Wer leistungsstark ist, wer psychisch belastetbar ist, wer keine Schmerzen fühlt und auch vielleicht kein Mitgefühl hat, der hat die besten Chancen dazu.

Im Altertum wurde genauso "gedopt", wie in der heutigen Zeit. In der Zeit der Weltkriege betraf das deswegen auch nicht nur deutsche Soldaten. Die Frage ist doch nur, ist es offiziell angeordnet oder nehmen es Soldaten einfach heimlich um besser Prüfungen etc. zu bestehen?

Vielleicht war es auch nur ein "Geheimtipp" von jemandem, der einen kennt, der es auch ausprobiert hat.

Anhand der jetzigen Faktenlage auf eine Schuld der Bundeswehr, der Vorgesetzten etc. zu schließen, ist völlig verfrüht.

Mein Mitgefühl den Angehörigen.

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