Kommentare

Mal ne doofe Frage: wer bestimmt denn, was "Populismus" ist?

Die Bertelsmann-Studie wirkt etwas arrogant auf mich. Denn so inflationär, wie dieses Modewort "Populismus" benutzt und mißbraucht wurde, sollte das eigentlich keiner mehr in den Mund nehmen. Wer bestimmt denn, was "Populismus" ist? Und vor allem: aus welcher eigenen politischen Richtung/Betrachtungswinkel aus kommend?
.
Diese Studie ist so nicht ihr Geld wert. Ich plädiere eher dafür, man behält das Auge auf Rechtsextremismus, Linksextremismus und Religionsextremismus. So kämen wir weiter, und dort sind die Grenzen ziemlich klar. Aber "Populismus" zu rufen, ist an sich schon Populismus.

sehr Kontrovers

denn was ist populistisch?

laut Definition eine verstümmelnd vereinfachte Beschreibung einer Situation um möglichst viele Menschen damit von seiner Meinung zu überzeugen.

Aber auf der anderem Seite finde ich Überkomplifizierung genauso abträglich für die Demokratie.

Die Wahrheit liegt oft dazwischen.

Denn der von der TS benannte Spruch: wir seinem nur zur Stimmabgabe gut und weiter nichts.
Der hat seinen Ursprung ja irgendwo...

Meiner Meinung nach in einer ausbaufähigen Kommunikation der Politiker mit den Bürgern

Hmmm

Irgendwie klingt das unwissenschaftlich. Da legt jemand fest, was populistische Aussagen sind, und legt dann fest, wie viele Fragen man mit "ja" beantworten muss, um einer zu sein. Und seit wann ist eigentlich das Volk populistisch? Geht es nicht gerade darum, das "Volk" mit Populismus zu überzeugen? Und welche Erkenntnis wurde hier gewonnen? Dass manche Leute in manchen Bereichen der Politik irrational entscheiden und in anderen nicht? Dann herzlichen Glückwunsch zum sinnvollen Einsatz der Drittmittel!

Vehrkamp

Vehrkamp: "Populisten suggerieren, es gäbe so etwas wie einen allgemeinen Volkswillen und sie würden dafür stehen. Eigentlich arbeitet der Populist mit der Fiktion, dass er das Versprechen der Demokratie erst wirklich umsetzt. In Wirklichkeit tut er das Gegenteil, weil er einen Pluralismus der Meinungen unterdrückt"
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.... :-)

@ 07:06 mittschiffs

Wenn Sie den Bericht gesehen/gelesen haben, finden Sie dort eine differenzierte Definition von "Populismus", die die Grundlage der Untersuchung darstellt. Und zu sagen, wer "Populismus" ruft, ist an sich selber Populist: das ist populistisch, eben weil es Differenzierung leugnet. Bedeutsam ist zum Beispiel das Ergebnis, dass Bildung und Einkommen wichtige Faktoren sind; damit ist klar: Wer sich für Bildungsgerechtigkeit und gerechte Löhne einsetzt, kämpft auch gegen die Verbreitung von Populismus.

Wissenschaftliche Praxis

Damit sich andere mit den Ergebnissen von wissenschaftlicher Arbeit auseinandersetzen können, ist es wichtig, diese transparent darzustellen und zu kommunizieren. Einige hatten hier schon nach der studieneigenen Definition von Populismus gefragt. Wären die einzelnen Fragen samt Beantwortung aufgelistet worden, könnte man mit den Aussagen der Studie/des Artikels mehr anfangen.

"Wer bestimmt denn, was "Populismus" ist?"

Die Encyclopedia of Democracy definiert Populismus wie folgt: „Eine politische Bewegung, die die Interessen, kulturellen Wesenszüge und spontanen Empfindungen der einfachen Bevölkerung hervorhebt, im Gegensatz zu denen einer privilegierten Elite. Um sich zu legitimieren, sprechen populistische Bewegungen oft direkt den Mehrheitswillen an – durch Massenversammlungen, Referenden oder andere Formen der direkten Demokratie –, ohne großes Interesse für Gewaltenteilung oder die Rechte von Minderheiten.“

Diese Definition ist völlig unabhängig von der politischen Ausrichtung der Akteure und, soweit ich das beurteilen kann, absolut konform mit der Bertelsmann Studie.

@07:10 von Deeskalator: Überkomplifizierung

Auch ich bin der Meinung, dass viele Politiker eine Sprache benutzen, die manch ein Wähler nicht versteht. Vermutlich liegt das daran, dass man in der Politik lernen muss, so zu formulieren, dass das, was man sagt, so vielen rechtlichen und gesellschaftlichen Ansprüchen genügen muss, dass es sich oft in einfachen Worten nicht ausdrücken läßt.

re some_guy: wissenschaftlich

"Irgendwie klingt das unwissenschaftlich. Da legt jemand fest, was populistische Aussagen sind, und legt dann fest, wie viele Fragen man mit "ja" beantworten muss, um einer zu sein."

Genau das ist aber wissenschaftliches Vorgehen. Sie stellen eine überprüfbare These auf und untersuchen dann, ob und inwieweit sich diese These in der Realität bestätigen lässt. Und mit dieser These und dem Ergebnis kann man sich dann auseinandersetzen und diese widerlegen oder weiterentwickeln.

UNd die zugrundeliegende Definition von Populismus wurde doch anschaulich dargelegt. Ich würde dieser zustimmen - aber lasse mich auch gerne von einer anderen überzeugen.

aktiv vs. passiv

Die Studie setzt sich offenbar mit populismusaffinen Personen zusammen, also Leuten, die Populisten Glauben schenken. Es steht nicht zu erwarten, so viele Leute aktive Populisten sind, eher "aktive" Mitläufer.

Danke, liebe TS,

daß so eine Studie einmal erstellt wurde. Ich habe lange darauf gewartet. Nun weiß ich endlich, wo ich mich politisch einordnen kann.

Mal ernsthaft gefragt: Was soll diese Studie beweisen oder bewirken?

der Sinn der Studie

Welchen politischen und ideologischen Hintergrund die Bertelsmann-Stiftung hat weiss jeder. Da drängt sich die Frage nach dem Sinn und Inhalt dieser Studie förmlich auf. das Ergebniss passt ja dann auch in das Gesamtbild.

Die Wohlwissenden

Mein Lieblingsartikel zu diesem Thema stand am 15.11.2016 in der NZZ. Seine Analyse gilt noch immer. Der Autor des Schwarzen Schwans, Nassim Nicholas Taleb hat ihn verfasst.
https://www.nzz.ch/feuilleton/aktuell/nassim-nicholas-taleb-
die-wohlwissenden-ld.128349

Belege?

Zitat: "Im rechten Spektrum sieht er eine mögliche "Gefährdung für die Anerkennung von Demokratie"."

Hat Hr. Vahrenkamp Belege für diese Behauptung?

- Fast jeder dritte stimmt populistischen Aussagen zu ???

Diese "Feststellung" stellt ja alles auf den Kopf! Es ist doch gerade anders herum. Nicht die die Bürger stimmen populistischen Aussagen zu, sondern die Populisten schauen dem Volk auf's Maul und nehmen vielfach vorgefundene Meinungen in ihr Programm auf!

@ ostmann

Da haben Sie recht, präziser als Herr Vehrkamp hätte man das kaum ausdrücken können!

Analyse aus dem Elfenbeinturm

Meine Güte, wo fängt man an:
Populismus kommt in erster Linie von populus, dem Volk, an das sich diese Politik wendet, anstatt die Wirtschaft und Reiche zu hofieren. Dann gibt es sehr wohl sowas wie einen Volkswillen, der das beinhaltet, worauf sich alle einigen können: Souveränität, Umweltschutz, Familienfreundlichkeit, soziale Gerechtigkeit, Tierschutz, Tradition, lokale Wirtschaft unterstützen, die Liste ist lang und hat erst am Ende was mit "Flüchtlingen" zu tun aber das passt nicht ins Bild der ausländerfeindlichen Populisten. Auch die Behauptung, sie wären arm und ungebildet, ist genau die Arroganz, die dieser Gruppe zu Zulauf verhilft - ich verdiene weit über dem Durchschnitt, Abitur, Hochschule, Unternehmer und ich bin keine Ausnahme. Der Begriff Populist wird so negativ gemünzt, dass man nach lesen des Artikels keiner von ihnen sein sollte und das grenzt schon an Erziehung. Das Land braucht einen Kurswechsel, der mit den Altparteien nicht kommen wird - das merken die Menschen.

Populistische Studie?

Ich schließe mich Some_guy an. Schön, dass die Bertelsmann-Stiftung scheinbar weiß, was politisch korrekte und legitime Kritik ist und was populistisch. Wie soll zudem eine Studie mit gerade einmal 8 Aussagen/Fragen die Einstellung eines Menschen erfassen.
Diese Studie ist undifferenziert und will sich scheinbar über provokative Aussagen in die Medien drängen. Vielleicht ist die Studie selbst populistisch...

Quod erat demonstrandum?

Sicher sensibilisiert so eine Studie. Reicht das ? Politik sollte sich ernsthaft damit befassen. Das sichert auch den demokratischen Politikern dann auch den Job. Das wäre dann auch gut so.

Bildung und Einkommen

"Je geringer der Bildungsstand und je geringer das Einkommen, desto verbreiteter sind populistische Einstellungen" - Ich gehe auf die 60 zu und musste jahrzehntelang mit ansehen, wie niedriger Bildungsstand und niedriges Einkommen von der Politik vorangetrieben wurde. Beides hängt ja auch zusammen. Die Kinder aus wohlhabenden Familien geniessen meist bessere Bildung, insbesondere, wenn diese immer teurer wird. In meiner Kindheit gab es die Lehrmittelfreiheit, heute müssen die Eltern die Schulbücher kaufen. Zu meiner Studienzeit gab es keine Studiengebühren. Meine Eltern konnten sich trotz mit Kindern noch ein Haus kaufen - mit nur einem(!) durchschnittlichem Einkommen. Heute kann man sich gerade noch eine kleine Eigentumswohnung leisten, wenn beide Partner arbeiten gehen. Jahrzehntelang steuert die Politik offenen Auges diesen Kurs, und jetzt reibt man sich verwundert die Augen, wenn man das Ergebnis sieht - und macht trotzdem so weiter. War das jetzt von mir "populistisch"?

Pseudowissenschaftlich

Meinung zu: "Die Parteien wollen nur die Stimmen der Wähler, ihre Ansichten interessieren sie nicht."

Manche Menschen stimmen zu andere nicht. Kann man die Zustimmung zu solchen Fragen als populistisch kennzeichnen?
Ja, wenn man vorher wissenschaftlich nachgewiesen hat dass zum Beispiel Parteien (Politiker und ihre Werbe-Berater) die Ansichten ihrer Wähler interessieren.
Wenn das nicht der Fall ist haben manche vielleicht nur die dann statistisch nachweisbare Wirklichkeit richtig erfasst und werden trotzdem als Populisten diffamiert.
Wenn man pauschalisierende Meinungsvorgaben wie die angeführte abfragt kann man nicht erfassen was bei den Beantwortern die Zustimmung oder Ablehnung verursacht hat.
Aber man kommt als Institut in die Medien und gewinnt an Ansehen bei Politikern, die sich bestätigt fühlen. Und die es zu beeinflussen gilt.

@ um 07:52 von Tobias O.

Stimmt. Das Wichtige an dieser Definition ist, "der Mehrheitwillen" und, dass in dieser Definition der Populismus mit Demokratie gleichgesetzt werden kann. Insofern sind die ehemaligen großen sogenannten "Volksparteien" das beste Beispiel für Populismus. Abgesehen davon, dass die momentan sogenannten populistischen Parteien bzw "Bewegungen" wie AfD oder Pegida bisher nichts gefordert haben, was nicht gerade die Union in 70 Jahren Bundesrepublik immer wieder gefordert hat. Mit den gleichen Argumenten, der gleichen Ausländerfeindlichkeit und der gleichen Arroganz derer, die sich für etwas Besseres halten als andere Menschen. Auch Religionen sind ein Paradebeispiel für Populismus der schlimmsten Sorte. Gewaltenteilung und Minderheitenrechte kamen im Ursprung der Demokratie auch nicht vor und sind bei uns höchstens als Weiterentwicklung von Demokratie zu sehen.

@07:29 von andererseits

"Bedeutsam ist zum Beispiel das Ergebnis, dass Bildung und Einkommen wichtige Faktoren sind; damit ist klar: Wer sich für Bildungsgerechtigkeit und gerechte Löhne einsetzt, kämpft auch gegen die Verbreitung von Populismus."
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Welchen Parteien haben wir den Bildungsabbau und den extremen Niedriglohnsektor zu verdanken?

Was wurde gefragt?

In einer kurzen Recherche war es mir nicht möglich die Fragen zu finden, anhand derer der Level des Populismus gemessen worden ist. Ich fürchte ohne diese zu kennen ist das Studienergebnis auch nichts anderes als das, was es vorgibt messen zu wollen. Und da die Bertelsmann-Stiftung sich ja bekannterweise nicht gerade im gemeinwohlorientierten, interessenfreien Raum befindet frage ich mich, was wohl der genaue Zweck der Studie und der Darstellung ihrer Ergebnisse sein mag.

Wenn Populisten fiktionieren

Das Versprechen der Demokratie ?
Die Demokratie verspricht überhaupt nichts.
Es wäre purer Populismus so etwas zu behaupten. Demokratie braucht Einsatz, Diskussion, Streit sogar und immer währende Aufmerksamkeit.
Menschen versprechen etwas, oder sich.

Der "Pluralismus der Meinungen" wird in D durch eine GroKo vertreten. Diese versuchte sogar das Rederecht der 20% Opposition ein zu schränken.
Andere Sicht:
Das Lavieren von Sicherheitsgesetzen ohne Debatte oder Einbeziehung des Bundesrates innerhalb von Tagen, spricht ja eine vollkommen unpopulistische Sprache. Aber halt auch keine Demokratische.
Noch eine Sicht:
Eine "Zeitung" hebelt die Gewalten mit einer Fahndung nach "potentiellen Terroristen" aus. Der Innenminister zeigt Verständnis, obwohl er den Verfassungsschutz bemühen könnte.
Trotzdem ist diese Zeitung recht "populär" wenn man einer große Anzahl von Menschen eine "Meinung" näher bringen möchte.

Vor der Bigotterie des Populismus ist niemand gefeit. Bertelsmann auch nicht.

@Tobias O.

Sehen sie wirklich keinen Unterschied zwischen der Bertelsmann-Studie und ihrer zitierten Definition?
"Populist" kommt bei uns einem Schimpfwort gleich und führt zur Diskreditierung der "populistischen Meinung". Laut Vehrkamp arbeitet der "Populist gegen den "allgemeinen Volkswillen", da er "einen Pluralismus der Meinungen unterdrückt".
Ihre Definition spricht von der Hervorhebung der Interessen des "einfachen Volkes" und "Formen der direkten Demokratie".
Meiner Meinung nach wird hier 1/3 der Deutschen in die Schmuddelecke gestellt.

Wer hat die Definitionshoheit

"In Wirklichkeit tut er das Gegenteil, weil er einen Pluralismus der Meinungen unterdrückt"....

Wer andere Meinungen als Populismus abtut und damit diskreditieren will ist derjenige der den Pluralismus der Meinungen unterdrückt.

Der Begriff Populismus ist zum Kampfbegriff in der politischen Debatte geworden und wird hier von der Bertelsmann-Stiftung klar negativ
interpretiert. Man kann Populismus aber auch mit Volksnähe übersetzen, die der Politik oftmals fehlt, die glaubt Entscheidungen an einer Mehrheit des Volkes vorbei treffen zu können und nichtmal mehr begründen zu müssen, einer Debatte in wichtigen Themen, siehe Flüchtlingskrise/Migration, ausweichen will.

Populismus entsteht genau dort...

...wo Politik nicht differenziert auf die Sorgen und Ängste von Bürgern eingeht.

Insofern ist ein Drittel Populismus und ein weiteres Drittel teils/teils ein nachvollziehbarer Spiegel unserer deutschen "Basta, wir schaffen das, jetzt erst recht"-Politik.

Wundert das jemanden? Mich nicht, ob man das jetzt gut- oder schlechtheißen mag.

Weniger Einkommen fördert den Populismus.

So ist das. Und je niedriger das Einkommen
desto stärker ist der Populismus ausgeprägt
und umso höher ist der Anteil. Deswegen ist
der zunehmende Bevölkerungsanteil unterhalb
und am Rande der Armutsgrenze auch, aber
nicht nur, Besorgnis erregend. Wohin das
führt zeigt Amerika aber auch die Geschichte
mancher Länder. Und erstaunlich ist dies doch
nicht, wer nichts oder wenig zu verlieren hat
wird radikalere Ansichten vertreten. Nur
manche wollen dies nicht begreifen.

Die Studie scheint in vielen

Die Studie scheint in vielen Bereichen richtig zu liegen. Das erkennt man daran, dass sich die AfD'ler wieder nicht mit den Inhalten auseinander setzen, sondern die Form des Verfahrens an sich in Zweifel setzen.

Es ist ermüdend: Man kommt nicht darüber hinaus, über Verfahrensformen zu reden und zu klären, wer denn nun was erzählt und wie gemeint hat.

Bin ich für einfache

Bin ich für einfache Lösungen, bin ich also ein Populist. Das ist doch echt Quark. Jede Lösung sollte so einfach wie möglich sein, denn je schwieriger die Lösung desto schwieriger auch ihre Umsetzung. Wie heißt es in einer Werbung: "Der kürzeste Weg kann doch nie eine Kurve sein!"

Populismus betrifft alle

Populismus betrifft alle etablierten politischen Parteien ( Seehofer-Obergrenze,
FDP- Flughafen Tegel offen halten etc, etc).
Also was soll die Studie ?
Deren Aussage ist doch: Die Systemverlierer haben keinen politischen Einfluß und so soll es möglichst bleiben.
Bertelsmann-Studien sind immer interessenbezogen.

Schlechte Studienqualität

Wenn die Studie wirklich so aufgebaut ist, wie im Artikel beschrieben, dann ist sie von absurd schlechter Qualität. Es wird willkürlich eine qualitative Bewertung von Aussagen (Aussage xy ist populistisch) mit einer quantitativen Erfassung (acht von acht Aussagen muss in Umfang xy zugestimmt werden).
Ich bin selbst Soziologe und so eine operationalisierte Studie wäre selbst im Grundstudium nicht ausreichend gewesen. Ich empfehle den betreffenden Studiendesignern nochmal einen Grundkurs in qualitativer und quantitativer Sozialforschung zu belegen.

@ Felsberg 08:07

Ein guter Gedanke! Ich fürchte allerdings, die Damen und Herren von Bertelsmann haben das nicht bedacht...

07:29 von andererseits - Sie irren

denn was aus der rechten Ecke kommend als populistisch tituliert wird, ist in der linken Ecke ein Faktum. Und umgekehrt. Der Begriff Populismus ist ein elitärer und abgehobener missbräuchlicher Begriff. Denn es gibt keine Populismus Polizei. Es gibt auch keine klare wissenschaftliche Definitionen die weltweit Anerkennung finden würde. Wie auch. Denn wie beschrieben ist immer die eigene Sichtweise entscheidend, was man als "populistisch" erkennt, und was als "Fakten". Sind sie genehm oder sind sie nicht genehm. Das ist Auslöser für den Ruf "Populismus". und nur ganz am Rande: jede politische Partei versucht populistisch, also populär, aufzutreten, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Nicht zu viel Kritik

Natürlich ist die Definition von Populismus schwierig und natürlich klingt eine Studie, in der man 8 simple Fragen beantworten muss erst mal schlicht. Aber so schlecht finde ich sie trotzdem nicht.
Insbesondere weil die Studie ja gerade davor warnt, allzu schnell "Populismus" zu rufen. Das Wort "Populismus" steht in Gefahr, zu einem Totschl"agargument" zu werden, wie "Neiddebatte" oder "Gutmensch". Da ist sicher ein wenig Differenzierung angesagt.
Meiner Meinung nach gibt es keinen "Volkswillen". Natürlich ist jeder für "Frieden" oder "Gerechtigkeit". Das zu fordern ist start simplifizierend. Wenn es aber um die konkrete Umsetzung von einzelnen Themen geht, dann stellt man fest, dass ganz viele plötzlich z.B. ganz unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was "gerecht" ist.
Da es also einen durchgängigen Volkswillen nicht gibt, ist eben eine Parole wie "Wir sind das Volk" durchaus populistisch, genau wie auf der linken Seite die Behauptung, für alle Benachteiligten zu sprechen.

Okay, Populismus wurde gut

Okay, Populismus wurde gut erklärt.
Wie nennt man den Politikstil, anderslautende Meinungen zu unterdrücken aus "Political Correctness" also wenn ich mit den aktuellen Entwicklungen unzufrieden bin aber das ganz sicher nicht aus populistischen oder (rechts)radikalen Motiven?

Wie nennt man positiv jemanden der mit bedingungsloser Migration nicht zufrieden ist, aber nicht weil er nicht helfen will oder die Leute nicht mag sondern weil er die Planlosigkeit mit der die Politik dies angeht nicht mag?

Es gibt eine Kultur in Deutschland anderslautende Meinungen mit einer "übergeholfenen" Political Correctness mundtot zu machen. Sicher auch aus unserer Geschichte begründet. Das ist ebenfalls hochgradig demokratiegefährdend. Man sieht ja in der Studie: Populistisch eingestellte Personen sind häufiger Nichtwähler.

@ Tobias O.

O., da war jemand in Wiki P..

Bitte rezensieren sie doch auch die anderen sozialwissenschaftlichen und umgangssprachlichen Definitionen.
Damit wird der Begriff Populismus weniger einseitig und offener.

Gerade Politiker sagen doch

Gerade Politiker sagen doch meist immer nur das, was der jeweilige Zuhörer hören will, also was populär ist, alles andere wird negiert, verdreht oder so verklausuliert, das es eh keiner mehr versteht. Schließlich will der Politiker wieder gewählt werden.

Dass Anhänger einer

Dass Anhänger einer imaginären Alternative für ein Land, dem es hervorragend geht, gemäß trump'scher Herangehensweise wissenschaftliche Studien, Wissenschaftler an sich oder deren Definitionen pauschal in Frage stellen und lieber über den Begriff "Populismus" diskutieren, als wären sie selbst keine wissenschaftlichen Laien, sondern allesamt hochqualifizierte Experten, als anzuerkennen, dass in Deutschland das populistische, vehement anti-demokratische Verhalten eben nur eine kleine Minderheit interessiert, die sich noch dazu durch bestimmte soziale Aspekte auszeichnet, ist sowas von typisch und Teil der Art und Weise, wie unser Land kaputt geredet werden soll.

Was die Studie vor allem doch zeigt: "Keine Chancen für Populisten in Deutschland." (Quelle: faz.net)

Eine Verständnisfrage...

"Ein weiteres Ergebnis: Populistisch eingestellte Menschen in Deutschland vertreten eher moderate und weniger radikale Ansichten."
- im Vergleich zu wem? Anderen Völkern oder den Befragten, die als "unpopulistisch" gelten?

Aber was, wenn 1+1 wirklich 2 ist ?

wäre auch das dann schon Populismus, nur weil es nicht komplizierter geht? ich halte von dem Begriff Populismus rein gar nichts. Er ist Interessen gesteuert. Links wie rechts. Und was heute angeblich populistisch ist, war in den 90er oder 80er oder 70er Jahren gang und gäbe. Insofern sind diese ganzen Begrifflichkeiten Nonsens. Das, was uns bedroht, ist Extremismus. Und diesen gilt es zu bekämpfen. Den Rest nennt man Demokratie und Meinung.

Wer hat die Studie in Auftrag gegeben

und was hat sie gekostet?

"Wir schaffen das"

ist eine poulistische Floskel.

Populismus ist eben keine Einbahnstrasse, die nur der politische Gegner benutzt.

Willi Brand hat zu Beginn der 70er Jahre , als er einen Anwerbestop fuer Gastarbeiter verfuegte - gasagt, dass er zuerst an die deutsche Bevoelkerung zu denken habe.

Dies wuerde heute als Populismus abgetan.

08:33 von friedrich peter... ... Weniger Einkommen.

Wie wir sehen können, von Thailand, über die Türkei bis Ungarn, sind die "Staatstragenden Versuche" die jeweilige gesellschaftliche Spaltung zu überbrücken durchaus eben nur Versuche, die gern auch in zweifelhaften Ergebnissen enden.
Wenn eine Gesellschaft sich zu sehr spalten lässt, bleibt der (demokratisch und politisch notwendige) Interessenausgleich gern mal auf der Strecke.
Das lässt sich mit schlichter "Einkommensknappheit" auf hohem Niveau kaum hinreichend erklären, was wäre dann mit der Nachkriegsgesellschaft gewesen. Aber vielleicht wusste man damals noch mehr um die Komplexität der Welt ....

Ursachenforschung

Mal abgesehen davon, dass mich die massive Diskussion hier bzgl. der Begriffsdefinition á la "das lass' ich mir nicht nachsagen oder dann muss es zumindest was Gutes sein ..." irgendwie verstört:

Die beiden Diagramme aus den Zahlen der Studie im Artikel verdeutlichen zwar die Korrelation bzgl. Einkommen und Bildungsstand. Das ohne weiteren Kommentar als Bildunterschrift so stehen zu lassen, greift für mich aber deutlich zu kurz. Es mag nicht auf alle zutreffen, aber es legt doch zumindest die Schlußfolgerung nahe, dass die Neigung zu oder nennen wir es "Anfälligkeit" für populistische Einstellungen mit Unzufriedenheit und der gefühlten Benachteiligung der eigenen Person in der Gesellschaft zusammenhängt.

Und genau auf diese Gruppe schießen sich Populisten ein: die abgehängten der Gesellschaft. Oder wie sonst konnte ausgerechnet einer der vermeintlich Superreichen in den USA der einfachen Bevölkerung glaubhauft machen, ihr lang ersehnter Fürsprecher zu sein?

@8:10 selbst...

Sie argumentiert mit dem "Volkswillen", den Sie vorgeben genau zu kennen, und Sie stellen die Behauptung auf, dass in der langen Liste, auf die man sich einigen könne, die Flüchtlinge erst ganz hinten auftauchen. Wenn Sie den Bericht über die Studie genau lesen, werden Sie ziemliche Parallelen entdecken. Kleiner Tipp: all die hunderttausend ehrenamtlich engagierten werden eine ziemlich andere Definition von "Volkswillen" haben. Dass Sie hier nicht differenzieren möchten und den Volkswillen ausschließlich für eigene Positionen vereinnahmen wollen - das merken die Menschen.

Welche Fragen?

Ohne die Fragen zu kennen ist die Untersuchung absolut wertlos. Eine Meinung darüber ob ich die Fragen "populistisch" waren kann ich mir aufgrund dieses Artikels nicht bilden.

"Populismus" ist auch nur manchmal schlecht

Es gibt durchaus populistische Ansichten, die richtig sind. Das Volk versteht das meiste zwar falsch, fühlt das meiste aber richtig.

Jeder Dritte?

"Po·pu·lịs·mus
eine Politik, die mit scheinbar einfachen Lösungen die Gunst der Bevölkerung zu gewinnen versucht."
"Mit mir wird es keine Maut geben"
Viel einfacher geht es nicht mehr und die Aussage sollte ganz klar die Gunst der Bevölkerung gewinnen. Belohnt wurde das mit 41% der Wählerstimmen. Das Beste aber: Es war eine Lüge und trotzdem wird die Partei wiedergewählt.

Da weist diese Studie darauf

Da weist diese Studie darauf hin, dass 1/3 der Befragten populistischen Aussagen zustimmt, differenziert aber, dass das nicht gleich die Wahl populistischer Gruppierungen/Parteien bedeutet, und belegt einen Zusammenhang zu Bildung und Einkommen; und in der Definition wird besonders darauf hingewiesen, dass Populismus bedeutet, mit angeblicher Mehrheitsmeinung Minderheiten außen vor zu lassen und Gewaltenteilung für nebensächlich zu halten (ein Blick nach Polen genügt übrigens, um diese Realität des Populismus zu belegen, wenn er auf der Regierungsbank sitzt). Und viele der hier Kommentierenden hadern vor allem mit dem Begriff Populismus, für den Sie keine differenzierte Definition anerkennen möchten. Bemerkenswert.

Was einen guten Politiker auszeichnet:

Ein guter Politiker sollte selbst einen komplizierten Sachverhalt so einfach wie möglich und für jeden verständlich ausdrücken können. Das hat aber auch rein garnichts mit Populismus zu tun, sondern sollte Gradmesser seines Könnens sein!

Was soll denn an dem Wort

Populismus schlecht sein? Alles was dem Volk dienlich ist und dessen Wohl dient kann nur gut sein.

Einfache Lösungen

Populisten bieten vor allem scheinbare Lösungen für komplizierte Probleme, weshalb sie bei den weniger gebildeten Schichten belibt sind - schließlich übernehmen sie das Denken für diese Leute.
Und da niedrige Bildung und geringes Einkommen häufig korrelieren, helfen hier auch unerfüllbare Sozialversprechen, um die Leute auf seine Seite zu ziehen.

"Populistisch" oder auch nicht ...

Ob die AfD - und um die geht es ja in erster Linie "populistisch" ist oder auch nicht ... (was auch immer das tatsächlich bedeuten soll) ... interessiert mich nicht.

Mich und jeden anderen intelligenten Menschen interessiert lediglich, ob "Populisten" wie die AfD nun in der Sache recht haben oder nicht.

Davon ist in dieser "Studie" aber gar nichts zu lesen.

@Mittschiffs (07:06)

Die Bertelsmann-Studie wirkt etwas arrogant auf mich. Denn so inflationär, wie dieses Modewort "Populismus" benutzt und mißbraucht wurde, sollte das eigentlich keiner mehr in den Mund nehmen. Wer bestimmt denn, was "Populismus" ist? Und vor allem: aus welcher eigenen politischen Richtung/Betrachtungswinkel aus kommend?
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Das Wort Populismus und sein griechisches Pendant Demagogie sind keine Modewörter, sondern existieren schon sehr lange, häufig nicht einmal negativ besetzt. Schon immer gab es Leute, die der Plebs nach dem Mund redeten und scheinbar einfach Lösungen für ihre Probleme anboten. Dabei ist die Taktik einfach: etwas sagen, was jeder versteht, dann sagen die Leute: "Der Mann hat recht." Und anschließend etwas sagen, was die Leute nicht verstehen, dann sagen sie: "Der Mann ist auch noch schlau." Und wenn man dann scheinbar einfache Lösungen für komplizierte Probleme anbietet, dann hat man die Leute auf seiner Seite.

re ladycat

"Was soll denn an dem Wort

Populismus schlecht sein? Alles was dem Volk dienlich ist und dessen Wohl dient kann nur gut sein."

Genau das drückt das Wort aber gar nicht aus. Allerdings versuchen Anhänger von populistischen Strömungen mit dieser Umdeutung in die Offensive zu kommen.

Meilenweit entfernt?

Laut Studie sind ca. 1/3 Populistisch, 1/3 unpopulistisch und 1/3 kann sich nicht entscheiden.

Was wenn bei einer Wahl die Populisten wissen was sie wählen wollen (Populistisch!), die unpopulistischen wissen nicht mehr was sie wählen sollen und somit die Wahlbeteiligung niedrig ist und die, die sich bisher nicht entscheiden konnten, durch Fakenews, zum Zeitpunkt des betretens der Wahlkabine zum Populismus hinzugezogen fühlen?

Also, das sehe ich nicht so, dass das Meilenweit entfernt ist! Ich finde eine kritische Masse ist längst erreicht! Unter Umständen würde eine Wahl zu gunsten des Populismus entschieden werden. Ich denke die Politik hat das entweder noch nicht richtig erkannt, oder man will uns glauben schenken es ist ja alles ganz anders, als es ist.

@09:02 seacow

Wenn "das Volk" das meiste "richtig fühlt", wie Sie schreiben, ist das dann das, was andere das "gesunde Volksempfinden" nannten bzw. nennen?

08:23 von Canigia

Eigentlich ist die Studie doch nicht so schwer zu finden.
Auf der Startseite der Bertelsmannstiftung wird man direkt darauf gestoßen.
Wer sich also für die Fragen und die komplette Studie interessiert, kann sie kostenlos dort als pdf herunterladen.

Was hat....

diese "Studie" denn nun wirklich Neues gebracht? Die festgestellten "Erkenntnisse" sind schon immer in der Historie feststellbar gewesen und waren schon bei den alten Griechen virulent. Der Begriff des Populismus wurde schon seit jeher mißbraucht, entweder zur Erlangung der Macht oder zur Bekämpfung derjenigen, die an der Macht waren. In der heutigen Zeit ist der Begriff "Populismus" sinnleer geworden und eben deswegen einem inflationärem Gebrauch unterworfen. Das ist leicht feststellbar, wenn man Politiker oder Journalisten um eine Definition bittet. Man erhält dann fast immer eine Erklärung, welche zur jeweiligen Meinung passt! Fast lustig ist, wenn sich dann "rechte" und "linke" politische Ansichten gegenseitig Populismus vorwerfen, wobei beide Seiten ihre Ansicht durch Einzelbeispiele (!) begründen können. Man denke da nur an Höcke und Gysi.

36% der Nichtwähler

von den Populisten selbst werden natürlich immer 100% der Nichtwähler für ihre jeweiligen Ziele vereinnahmt ...

@08:10 von Selbstdenkend: -> Volkswille nur Worte?

" Souveränität, Umweltschutz, Familienfreundlichkeit, soziale Gerechtigkeit, Tierschutz, Tradition, lokale Wirtschaft unterstützen, die Liste ist lang..."

Wenn Sie jedes dieser Worte in einen Satz packen, dann ist es mit dem Volkswillen schnell vorbei. Weil Sie dann konkret werden müssen. Das Volk bemerkt erst dann ob es sich um den eigenen Willen handelt oder nicht.

Im Grunde alles einfache Kommunikation ;-). Nur vom Ungefähren ins spezielle.

Von einem Durchbruch meilenwweit entfernt?

Dieser Aussage muß ich heftig widersprechen. Gemäß der Definition "... weil er einen Pluralismus der Meinungen unterdrückt." werden hier eindeutig Anhänger der Partei Die Grünen und die sogenannten Linken, wie sich in den letzten 35 Jahren überdeutlich gezeigt hat, benannt. Die genannten Gruppierungen haben nicht nur Abgeordnete in den bundesrepublikanischen Parlamenten, sondern stellten zeitweilig auch die Regierungsmehrheit. Wenn DAS kein Durchbruch ist/war, dann interessiert es mich, was die Autoren der Studie unter "Durchbruch" verstehen.

Ok, aber WAS IST eine populistische Antwort?!

Ich finde diesen Bericht ziemlich oberflächlich. Um nämlich beurteilen zu können, WAS eine "populistische" Meinung ist, muß man doch wenigstens die genauen Fragen der Befragung kennen!

Letztenendes macht die Bertelsmannstiftung ja auch politik und ist kein neutraler Beobachter. Sie ist der Wegbereiter der Geschäftsinteressen des Bertelsmannkonzerns. Insofern kann man hier auch ohnehin nicht von einer "Studie" sprechen. Das würde ja suggerieren, sie sei wissenschaftlich fundiert und im Sinne des bloßen Erkenntnisinteresses erstellt worden.

Populär = gefragt oder auch angesagt!

Politiker werden doch durch das Volk gewählt, um die vom Volke benannten Probleme in der vom Volk gewünschten Art und Weise umzusetzen. Was kann daran falsch sein?
Muß Populismus daher immer schlecht sein?

@09:00 andererseits

Ich argumentiere nicht "mit" dem Volkswillen, sondern fasse zusammen, was darunter in "populistischen" Kreisen verstanden wird und das sind auch nicht "meine" Positionen, sondern allgemeine Positionen, es sei denn, Sie erklären mir, was an Souveränität, Umweltschutz, Familienfreundlichkeit, sozialer Gerechtigkeit, Tierschutz, Tradition oder der Unterstützung der lokalen Wirtschaft abzulehnen ist - was davon ist denn den "hunderttausend ehrenamtlich Engagierten" zuwider und warum, sind doch völlig vernünftige, positive und legitime Positionen?

Da Sie ehrenamtl. Engagierte als vermeindlichen "Gegenpol" nennen, stören Sie sich eher an der - durchaus berechtigten - Kritik an der Einwanderungspolitik durch "Populisten", die ich nicht mal ansatzweise thematisiert habe.

Wir möchten doch bitte bei dem bleiben, was ich geschrieben habe und nicht ihre Interpretation, was ich damit gemeint haben könnte, in meine Aussagen projezieren.

heißt Populismus

aufhören verstehen zu wollen?

Studienwunder

Wer solche Umfragen kennt und vielleicht selbst schon welche durchgeführt hat, kann sich oft nur wundern, welche Schlussfolgerungen aus der Kombination einer sehr überschaubaren Reihe von oft missverständlichen Aussagen gewonnen werden (wollen). Der Satz "Die Parteien wollen nur die Stimmen der Wähler, ihre Ansichten interessieren sie nicht." ist z.b eine Aussage, die, wie ich finde, ganz besonders für Populisten zutrifft. Und da "Die Parteien" auch populistische Parteien wie die AfD sein können, müsste ich diesen Satz in der Umfrage bejahen. Der Studienbetreiber wertet das nun aber so, als würde ich schlicht populistischen Aussagen zustimmen. Sehr problematisch. Und sehr willkürlich. In dem Maße, wie vorgegebene Aussagen in Umfragen stillschweigend vorab bewertet werden, der Befragte aber keinerlei Möglichkeit zur Differenzierung erhält, weil differenzierte Aussagen sich nicht statistisch quantifizieren lassen, sind solche Umfragen tatsächlich manipulativ und populistisch.

Schaue ich mir eine

Schaue ich mir eine politische Talkshow an, so brauche ich (habe studiert) ein Wörterbuch um zu verstehen, was einige Politiker mir sagen wollen. Da wird verklausuliert, werden englische Wörter benutzt und werden hohle Phrasen gedroschen. Wollen diese Politiker mir damit zeigen, wie schlau sie sind und wie blöd ich bin oder soll ich sie einfach nur nicht verstehen?

Die Fragen

Ich habe mir die 8 Fragen durchgelesen und ich könnte keiner dieser Fragen auch nur ansatzweise zustimmen. Die sind grob pauschalisierend und wer denen zustimmt geht offensichtlich davon aus, dass es für 80 Mio. Deutsche nur 1 richtig Antwort auf politische Fragen gibt. Und genau das ist es, was mit Populismus gemeint ist. Es wird versucht, das gesamte Volk hinter Parolen zu vereinen und man geht davon aus, wer denen nicht zustimmt ist vermutlich von der Mainstreampropaganda völlig verblendet.
Natürlich wollen die etablierten Parteien mit ihren Parolen auch möglichst viele Menschen ansprechen, aber ich habe bei denen noch nie einen Alleinvertretungsanspruch für das gesamte Volk festgestellt.
Natürlich ist Frau Merkel die Kanzlerin "aller Deutschen", aber auch sie muss Kompromisse schließen um Mehrheiten zu bekommen.
Gefährlich sind alle Strömungen die glauben, die allein selig machende Lösung für alle zu haben, die sind dann oft frustriert und greifen zur Gewalt, wenn es nicht klappt

8.57@Rumpelstielz - Einkommensknappheit

Vielleicht könnten Sie mal erklären was Sie meinen mit Einkommensknappheit auf hohem Niveau. Ich habe von Existenzminimum gesprochen. Für so manche in diesem teilweise überreichen Land ist dies wohl nicht vorstellbar. Das heißt u.a. schlechte und zu wenig Nahrung, unzureichende Kleidung, mangelhafte Unterkünfte, keine Schulausbildung, Krankheit, totaler Verschleiss durch körperlicher Arbeit, verkürzte Lebensdauer. Dies sind über 20 % der Bevölkerung. Das hier populistische Ansichten mehr Anklang finden ist vielleicht für manche ungewöhnlich.

Auf Dummenfang

Populismus ist eine höchst clevere Idee ohne Lösungsvorschläge, um an Wählerstimmen zu kommen.
Man erzählt dem gemeinen Volk, was es hören will - Leitmotiv: Es wird alle schlimmer und sehen Sie mal was heute auf der Welt und in Deutschland los ist und sogar die Butter ist teurer geworden ... - und im Handumdrehen beißt das Staatsbürgerlein an und das bequeme Abgeordnetensesselchen ist gebongt!
Das Fußvolk schreit derweil mit Manifesten ausgestattet auf der Straße herum.

@9:36 selbst...

Ich bin exakt bei dem geblieben, was Sie geschrieben haben, nämlich dass die Flüchtlinge in dieser Liste ziemlich am Ende auftauchen. Und da vereinnahmen Sie "das Volk". Schlicht und ergreifend. Über politische Positionen in den vielschichtigen Fragen der Politik im Bereich Flüchtlinge habe ich gar nichts geschrieben; ergo brauchen Sie mir da auch nichts zu unterstellen.

Die Welt der leeren Versprechen gleich Populismus ?

Die Tatsache dass Politikern vorgeworfen wird sie seien nur an den Stimmen interessiert hat wenig mit der Populismusdefinition zu tun als eher mit der Tatsache, dass - besonders im Wahlkampf - mit vollmundigen Versprechen gearbeitet wird, die von dem meisten nicht gehalten werden können.

Auch lässt sich dann kaum der Erfolg der AfD oder rechtspopulisitscher Aussagen damit vereinbaren. Deren Kern ist im Wesentlichen das Anbieten einfacher Lösungen auf komplizierte Themen. Auch wird mitnichten der Willen der Mehrheit zum Ausdruck gebracht. Vielmehr wird auf (Existenz-)Ängste abgezielt, die vielleicht bei vielen vorhanden sind, von denen sich aber eine Mehrheit nicht beeinflussen lässt.

Sofern ein Zusammenhang zwischen Bildung und Anfälligkeit für eine vermeintlich einfache Lösung besteht hängt dies sicherlich auch mit der Tatsache zusammen dass ein hoher Bildungsstand eher zu einer Beschäftigung führt, die gut bezahlt ist und die Betreffenden weniger mit Existenzängsten kämpfen.

Schlechter Artikel...

... warum können die Acht Fragen nicht mit im Artikel aufgeführt werden?
Ich würde mir gerne selber ein Urteil darüber bilden, was ich von dieser Studie zu halten habe.
Komischerweise wurden in mehreren Artikeln, die ich über diese Studie gelesen habe, nirgendwo diese acht Fragen auch aufgeführt.
Daraus ergeben sich für mich Fragen:
1. Hat die Bertelsmannstiftung verboten, die Fragen zu veröffentlichen? Unwahrscheinlich.
2. Sind die Fragen zu schwierig für den gemeinen Leser? Auch eher unwahrscheinlich.
3. Haben einfach alle Medien voneinander abgeschrieben und der erste Artikel in dieser Sequenz enthielt die Fragen nicht?
Leider nicht unwahrscheinlich.

Und was ist Populismus? Ich habe jetzt schon einige Definitionen gelesen und wenn ich das mit Politikeraussagen im Wahlkampf vergleiche, dann sind alle Politiker Populisten (ich gebe zu, dass diese Aussage etwas platt ist, aber ich denke, sie stimmt).
Ciao
Crazy Donald

Definition Populismus

"Laut der Studie eint Menschen mit populistischen Einstellungen ihre Kritik am Establishment, insbesondere an etablierten Parteien, Parlamenten und Politikern, aber auch an Medien und dem Rechtsstaat."
Leider definiert diese verallgemeinernde Aussage der Studie nicht, was populismus eigentlich ist. Kritik und Hinterfragen bestehender Umstände ist Teil einer Demokratie. Die Demokratie lebt davon. Nur drei Beispiele: Zwischen Kritik an Medien und dem kampfbegriff "Lügenpresse" ist ein himmelweiter Unterschied. Auch Kritik an der verfassungsmässigkeit neuer Sicherheitsgesetze wie z.b. in Bayern hat mit Antifa oder pegida nichts zu tun.
Zwischen Asyl ohne Obergrenze und Afdscher " minusuwanderung" ebenso.
Die Tatsache das Teile der Parteien und Medien für sich in Anspruch nehmen die Deutungshoheit zu haben, was gut für den / die Bürgerin ist, kann wohl als estaliblishment bezeichnet werden. Notwendige Kritik und Hinterfragen sind noch lange kein Populismus.

Populistische Wahlversprechen

Auch die Wahlversprechen der Parteien sind populistisch, denn sie sollen die Wähler einfangen, um für 4 Jahre abgesichert zu sein. Sie werden aber medial als bitterernst statt populistisch dargestellt.
Der diffamierende Begriff "Populismus" wird also scheinbar nur über eine Opposition ausgeschüttet, die dadurch pauschal abgewertet werden soll, ohne sich mit Inhalten abgeben zu müssen.

Fragen der Studie

- Die Bürger sind sich oft einig, aber die Politiker verfolgen ganz andere Ziele
- Mir wäre es lieber, von einem einfachen Bürger politisch vertreten zu werden als von einem Politiker.
- Die Parteien wollen nur die Stimmen der Wähler, ihre Ansichten interessieren sie nicht.
- Die politischen Differenzen zwischen den Bürgern und Politikern sind größer als die Differenzen der Bürger untereinander.
- Wichtige Fragen sollten nicht von Parlamenten, sondern in Volksabstimmungen entschieden werden.
- Die Politiker im Bundestag sollten immer dem Willen der Bürger folgen.
- Die Bürger in Deutschland sind sich im Prinzip einig darüber, was politisch passieren muss
- Was man in der Politik „Kompromiss“ nennt, ist in Wirklichkeit nichts Anderes als ein Verrat der eigenen Prinzipien.

https://www.bertelsmann-stiftung.de
/fileadmin/files/BSt/Publikationen
/GrauePublikationen
/ZD_Studie_Populismus_DE.pdf

Eine ernsthafte Diskussion dieser Studie setzt ein minimales Verständnis der Inhalte voraus.

Ich möchte gerne mal was klarstellen

Als türkisch stämmige, hier aufgewachsene Person, habe ich kaum Erfahrung mit Populismus gemacht. Ich bin immer erstaunt, wenn ich darüber lese. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich mich mit den richtigen Personen umgebe, aber die Freunde die ich habe lassen sich zu populistischen Sprüchen nicht hinreißen! (und ich hab eine grooooßen Bekanntenkreis) Daher kann ich der STudie nicht zustimmen. Ich würde auch mal gerne wissen, wer da befragt wird?!
Wenn man natürlich in ein Problemviertel geht, wo die Menschen frustriert sind, dann machen diese es sich einfach und posaunen populistische Sprüche. Aber wenn man mit Ihnen spricht, dann hat das oft wenig mit populismus zu tun, sondern eher mit unaufgeklärtheit oder Verzweiflung manchmal sogar mit Angst.
Ich finde, solche Studien verbreiten einen falschen Eindruck von der deutschen Gesellschaft und sind zu oberflächlich!

@9:11 elchilango

Populisten haben immer recht, und Populisten interessiert nicht, was "Populismus" ist. Insofern haben Sie recht, wenn Sie verstehen, was ich meine.

@ um 09:47 von Crazy Donald

Einfach mal das im Artikel verlinkte Dokument lesen, dort auf Seite 15 stehen die Fragen.

Erst kucken, dann meckern ;-)

Allein die Aussage: "Von

Allein die Aussage: "Von einem Durchbruch sind Populisten in Deutschland meilenweit entfernt" suggeriert, dass die Populisten nicht in der heutigen Regierung zu finden sind. Hier wird dieses Wort eindeutig einer bestimmten Gruppe zugeordnet, obwohl Populisten überall zu finden sind.
Auch dieser Bericht ist hierdurch einseitig geworden und gibt nicht wieder, was der Bürger von einer neutralen Berichtserstattung erwartet.

Lichtjahre

Der Populismus ist nicht "meilenweit" vom Durchbruch entfernt, sondern Lichtjahre. Als ehemaliger "Linksradikaler" kann ich berichten: Auch wir haben uns selbst eingeredet, die Revolution würde zwangsläufig und unvermeidlich kommen. Von Populisten hört man immer wieder die felsenfeste Überzeugung, dass Merkel und ihr ganzes System am Ende ist, die 10 Prozent der AfD seien nur der Auftakt zur endgültigen Niederlage der Volksverräter .... Selbstbetrug, weiter nichts. Eine andere Eigenart von Populisten ist doch, dass sie ihre Meinung genauso schnell ändern können wie Karrierepolitiker. Die Populilsten kommen und gehen, die Demokratie bleibt.

@09:47 von Crazy Donald

"Ich würde mir gerne selber ein Urteil darüber bilden, was ich von dieser Studie zu halten habe."

Na dann lesen Sie sie doch einfach.
Die Studie ist auf der Website der Bertelsmannstiftung frei zugänglich, inklusive der 8 hier viel diskutierten Fragen.

Klingt ein wenig

wie Lernauftrag für Bürger der Unterschichten.
Populismus (von lateinisch populus ‚Volk‘) sagt Wiki dazu, also haben wir nach Aussage von Bertelsmann knapp 30 Prozent Volk um es mal drastisch auszudrücken.
Und das würde bedeuten das zu Beispiel CDU/CSU Wähler die dann ja die richtige Partei wählen keine Populisten sind.

Jede Partei ist populistisch denn Sie will ja Teile des Volkes überzeugen und die Stimmen haben, dafür gibt viele Gründe und nicht alle davon sind nicht alle so Edel wie es dargestellt wird.

Aber die Umfrage oder besser das Ergebnis ist das Geld wohl nicht wert, interessant wäre in etwa was man wirklich hat herausfinden wollen.

Und das ca. 30 Prozent der Bürger mit Facharbeiterbrief oder Rentner oder was noch so alles in der Unterschicht gibt, Bildungsfern sein sollen ? neben Arm.
Bildungsfern bedeutet auf gut Deutsch einfach ...... .

Schauen wir wie die Wahl ausgeht, und ob die Bürger wirklich das wollen was die Studie sagt.
Ich höre auf der Straße andere Dinge.

Populismus ist insbesondere die Verkündung der Wahrheit

Populismus ist in erster Linie die reale Erkenntnis von Missständen in der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung in einem Staat. Vornehmlich werden diese Missstände von oppositionellen Parteien aufgegriffen und in der politischen Arbeit ungesetzt. Wenn man wiederum liest, dass vornehmlich Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau besonders empfänglich für so genannte populistische Aussagen empfänglich seien, so ist eine solche Behauptung einfach falsch, denn hochgebildete Menschen haben längst die Schieflage und Spaltung der Gesellschaft erkannt. Das verdankt man den so genannten populistischen Aussagen, die zum Verdruss der herrschenden, etablierten Parteien die Wahrheit wiedergeben.

@8:41 mittschiffs

Sie verwechseln "populistisch" mit "populär", deshalb kommen Sie auch mit den Ergebnissen der Studie durcheinander.

Noch kein Populismus

@ Klartexter2:
Populismus ist insbesondere die Verkündung der Wahrheit. Populismus ist in erster Linie die reale Erkenntnis von Missständen in der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung in einem Staat.

Nein, das ist noch völlig normal und wird von uns Linken gern und häufig gemacht. Populismus entsteht erst durch demagogische Übertreibung.

09:47 Crazy Donald

Nicht nur den Artikel lesen, sondern auch die Textrahmen. Die 8 zu bewertende Sätze stehen beim Artikel.

Populismus ist nicht notwendigerweise negativ

Keine Partei kann den Anspruch erheben, gänzlich ohne populistische Formulierungen auszukommen oder noch nie populistische Aussagen gemacht zu haben.
Wenn aber Populismus in Demagogie (Appelierung an Instinkte und Gefühle, auch mit Lügen) oder gar Volksverhetzung (Rassismus, Angriff auf die Menschenwürde anderer, Aufruf zu Gewalt) mündet, dann ist das nicht mehr in Ordnung. Letzteres ist ohnehin strafbar.

Ziemlich plump

Nur weil uns politisch gesteuerte Stiftungen und Medien populistisch nennen, sind wir Demokraten und machen uns eben einfach einen eigenen Kopf über die Zustände in Deutschland. Wenn das schon verwerflich ist, dann kann man dem Bürger schon bei Geburt einen Chip versehen, um festzulegen, wie er handeln und denken darf.

Die Populisten sind es...

...die Fr. Merkel bei den Umfragen wählen.
Zum Glück bin ich kein Populist, so dass ich noch Alternativen sehe.

Populismus

ist der Vorwurf an den politischen Gegner nicht die volle Wahrheit zu sagen, oder verkuerzt ... Damit drueckt man auch gleichzeitig aus, dass man selber im Besitz dieser Wahrheit ist.

Und das genau ist das Scheinheilige an dem Populismus Vorwurf. Menschen die von sich so eingenommen sind und glauben im Besitz der Wahrheit zu sein sind mit suspekt, ob Populisten oder keine.

Ich nehem Dich nicht ernst, weil Du Populist bist. Wie hochnaessig ist das? Besser waere es ernst zu nehmen und autentisch zu antworten. Die Vorwurfsmasche nervt.

Fragen der Studie: Zustimmung !!

Donnerwetter ! Erwischt !
Da kann man ja gar nicht mehr anders, als sich zu outen, denn eine Ablehnung der Thesen ist beim besten Willen nicht möglich - wenn man nicht als kritikloser Mitläufer und Abnicker gelten will.
Ab heute müssen sich allerdings Politiker darum bemühen, nicht auch als Populisten disqualifiziert zu werden.

Volksentscheide sind populistisch?

Laut Studie gilt es als populistisch, wenn wichtige Fragen per Volksentscheid entschieden werden statt in den Parlamenten??? Ist das denn nicht der Grundgedanke der Demokratie - Volksherrschaft? Woher diese tiefe Angst der Politiker vor dem "Volkswillen", vor der Mehrheitsmeinung?
Die Studie ist alles andere als neutral. Was populistisch ist, ist schon vorbestimmt.

9:11 von El Cilango

"Populistisch" oder auch nicht ...
... interessiert mich nicht."

... glaub ich Ihnen aufs Wort.

"Mich und jeden anderen intelligenten Menschen interessiert lediglich, ob "Populisten" wie die AfD nun in der Sache recht haben oder nicht. Davon ist in dieser "Studie" aber gar nichts zu lesen."

... wenn ich die Ausführungen von Hr. Vehrkamp :" Wenn wir die Flüchtlingsproblematik nicht gehabt hätten, würden wir über die AFD und Populismus in Deutschland überhaupt nicht diskutieren." richtig verstanden habe, können die meisten intelligenten Menschen das offenbar ganz gut einschätzen.

... und bedarf in der Studie keine gesonderte Behandlung, da klar ist, daß Populismus durchaus Probleme, Sorgen und Ängste von Menschen anspricht, allerdings keine adäquaten Lösungswege, sondern ausschließlich simple "Bauernfängerei" anbietet.

@Am 25. Juli 2017 um 10:15 von IBELIN

Sie haben etwas wichtiges erkannt. Ich stimme Ihen voll u. ganz zu.
Wäre ja noch stigmatisierender wenn der Reiche oder Kluge auf Grund seiner materiellen oder geistigen Fähigkeiten so viel Populismus nötig hätte als wie der z.B.CDU-Wähler der schon längst zur AFD gewechselt hat?;)
Was ließe sich daraus wohl alles ableiten?

Populismus ist also all das, was Bertelsmann..

selbst für Populismus hält!

Mein Fazit: Eine durchschaubare Nebelkerze vor den Bundestagswahlen, nicht mehr!

am Thema vorbei

die Bundeszentrale für politische Bildung hat sich dieses Themas ja auch des Öfteren angenommen und ein Blick auf deren Seiten zeigt, dass es offensichtlich nicht so ein ganz einfaches Thema ist: http://www.bpb.de/die-
bpb/247049/populismus-und-antipolitik-erkennen-und-begegnen
Ich bezweifele, dass die von Bertelsmann durchgeführte Umfrage mit gerade mal acht Fragen irgend etwas beweisen kann, außer, dass Menschen, die ihre Meinung in den (Mainstream-)Medien (auch so ein populistischer Begriff ;-() nicht wiederfinden, sich jetzt auch noch sagen lassen müssen, dass sie Populisten sind. Dann doch lieber Populist als Lamm in der schweigenden Herde...

Keine grosse Partei kommt

Keine grosse Partei kommt ohne Zuspitzungen zurecht. Zuspitzungen zeigen überspitzt Wahrheiten, die man sonst nicht sehen würde. Zuspitzungen sind weder gut noch schlecht. Sie sind einfach Teil des Lebens. Allgemeiner Volkswille? Na klar: Frieden, Gerechtigkeit, Wohlstand. Der Teufel steckt im Detail, nicht im allgemeinen Volkswillen. Schöne Grafik übrigens.

Unzufriedenheit

Die Studie ist interessant, aber warum meint man, dass diese Fragen Populismus messen?

Ich würde sagen, sie messen eher Unzufriedenheit mit den PolitikerInnen. Und da scheinen eine Menge unzufrieden zu sein. Was mich nicht verwundert.

Problematisch, aber nicht wegen der Defintion von Populismus

Populismus wird oft falsch verwendet und viele (man beachte den Chat-Verlauf) erheben den Anspruch, seine Definition zu kennen. Es stimmt, dass Populismus

1.) einen Gegensatz zwischen "den Eliten" und "dem Volk" aufmacht und
2.) den "wahren Volkswillen" zu kennen glaubt.

Das ist nun mal die Definition von Populismus.

Problematisch ist, dass die Studie eine Tendenz zu Populismus misst, wenn

1.) Politiker immer dem Willen des Volkes folgen und
2.) "wichtige Fragen" nicht per Volksentscheid entschieden werden sollen.

Es wird leider nicht gesagt was "wichtig" ist...

Ich schließe mich dem ersten

Ich schließe mich dem ersten Kommentar hier an, Extremismus ist das was im Auge behalten werden sollte.

Shakespeare schrieb übrigens: Populisten sind jene Menschen die ein Spaten Spaten und eine Katze Katze nennen.

um 09:07 von Kessl

Richtig, sie haben es am deutlichsten erklärt was Populismus ist.
Leider sind die Bürger so unglaublich vergesslich geworden.

@09:46 andererseits

Tut mir leid aber Sie sind nicht bei dem geblieben, was ich geschrieben habe, denn ich vereinnahme gar nichts für mich, das unterstellen Sie lediglich, sondern ich teile meine subjektiven aber empirischen Beobachtungen, während Sie einfach nur ihre Behauptungen des ersten Beitrags wiederholen, anstatt z.B. auf meine Frage einzugehen, was denn an den im (vermeindlichen) "Volkswillen" gelisteten Positionen abzulehnen sei. Ein konstruktiver Dialog scheint mir nicht in Ihrem Interesse und Ihre Position kenne ich bereits.

Dass Sie in Fragen der Politik nichts zu Flüchtlingen geschrieben habe, ist mir bewußt - ich bezog mich auf ihren "Gegenpol" der Ehrenamtlichen, die Sie ja nicht grundlos als Rückhalt "Ihrer" (undefinierten) Position sehen - wenn nicht im Bezug auf die Flüchtlingskrise, weshalb erwähnen Sie dann explizit diese Gruppe?

Wenn Sie zu meinen Fragen aber weiterhin keine Position beziehen wollen, lassen wir es einfach gut sein.

Aufwachen

Also ich persönlich finde es erschreckend wenn 1/3 der Bevölkerung populistisch wäre. Ich frage mich auch ab welchem Schwellenwert die Studie entsprechend Besorgnis geäußert hätte .. wenn 50% erreicht sind? Das ist doch die entscheidende Frage um zu beurteilen.. alles im grünen Bereich .. bei den Nichtwählern ist der Anteil ja schon deutlich höher .. und wenn diese plötzlich zur Wahl gehen? Würden wir dann auch wie uk oder USA plötzlich dumm schauen und fragen wieso konnte es passieren? Das ist eine Art Pflaster .. alles ok weitermachen wie bisher .. und genau das ist der Fehler ..

@Kessl (9:07) Mehr Differenzierung bitte!

Immer wieder gerne wird das Versprechen 'Mit mir wird es keine Maut geben.' von Populisten als angeblichen Beweis angeführt, daß Frau Merkel den deutschen Autofahrer mehr belasten wolle, weswegen wir uns verraten fühlen müssten.
Damals, wie auch heute, muss einem aufmerksamen Zuhörer klar gewesen sein, daß damit gemeint war, daß dies genau nicht der Fall sein sollte. Niemand soll zusätzlich zur Kfz-Steuer belastet werden!
Frau Merkel hat dies zuletzt in ihrem Sommer-Interview mit der ARD extra nochmal betont. Dies wird nur gerne verschwiegen und stattdessen weiter auf diesen einen Satz rumgeritten.
Schade, daß Sie sich auch in die Reihe der Populisten einreihen, die Wortfetzen aus dem Zusammenhang reißen, um Stimmung zu machen gegen einen angeblichen Verrat, den es gar nicht gibt.

Zur Studie

Wie lauten denn die sieben weiteren Fragen? Wie ist deren Gewichtung zum Gesamtergebnis? Wer war der Auftraggeber? Davon steht nix in der TS Nachricht. Wie auch nicht in den anderen Medien. Die haben nur wieder reihum voneinander abgeschrieben. Wie immer- warme Luft.....

Nach der Studie sind

die meisten Populisten ungebildete Geringverdiener.

Auch intelligente Besserverdiener haben Existenz - und Zukunftsängste.

aus der Luft gegriffene Zusammenhänge

Die Studie ist unrepräsentativ.
Zum Beispiel "hängt vom Einkommen ab" und "niedrigem Bildungsniveau". Sind nun hierzulande die unzähligen Akademiker mit sehr niedrigem Einkommen Populisten - oder sind sie es nicht?

Warum sollen populäre Aussagen falsch sein?

Populismus bezeichnet doch gerade das was die Wähler gerne hören... nun, warum haben Regierungen damit solche Mühe, zu dem zu stehen, was Bürger gerne hätten. Regierungen sind gerade bei Wahlen ja selbst die grössten Populisten und bürden den Wählern jede Dummheit auf um an die Macht zu kommen. Aber eben... die Demokratie in Europa stellen sich Regierungen so vor, dass der Bürger bei der Wahl ein Kreuzchen macht und dann 4 Jahre lang nichts mehr zu sagen hat, bzw. man mit den Bürgern machen kann, was mann will. Echte Demokratie sähe wirklich anderst aus, nicht?

Ich weiß nicht wer schlimmer ist,

der Populist oder der der den Populisten versucht zu stigmatisieren?
Offensichtlich alles Leute mit Absichten oder Ansichten? Politiker;Medien;Journalisten..............
Also ich denke lieber erst mal selbst nach bzw. versuche Dinge wahrzunehmen die selbst der Populist oder der mich als Populist bezeichnen möchte nicht mal in Zusammenhang stellt? Da könnt ja noch was kommen wenn man zu Ende denkt bzw. es gelegentlich versucht u. sich u. allen Anderen Zeit gibt um Denkprozesse zu fördern.

Vehrkamp's Definition

'..."Populisten suggerieren, es gäbe so etwas wie einen allgemeinen Volkswillen und sie würden dafür stehen. Eigentlich arbeitet der Populist mit der Fiktion, dass er das Versprechen der Demokratie erst wirklich umsetzt. In Wirklichkeit tut er das Gegenteil, weil er einen Pluralismus der Meinungen unterdrückt", sagt Vehrkamp.
...'
Das ist eine sehr unbedeutende Randerscheinung von Populismus und mag den Autoren der Studie in seiner Rolle als Wissenschaftler persönlich bemerkenswert erscheinen. Das ist es aber nicht. Jede Deutung aus "höheren" Motiven auch aus moralischen wird in der Politik üblicherweise verwendet, um konkurrierende Standpunkte zu übertönen. Auch dann ist es undemokratisch. Im Grunde ist es ein Teil der missratenen Diskussionskultur, die ich üblicherweise als "Denkverbote" bezeichne.

Ich begrüße natürlich, dass die Studie gewisse Parameter nicht unerklärt gelassen hat und sie definiert. Aber antipluralistische Fragen konnte ich unter den Fragen nicht finden. Komisch.

@10:32 von Charlie off Ice

Dann doch lieber Populist als Lamm in der schweigenden Herde...

Verstehe ich Sie richtig, dass jeder, der bestimmten Aussagen nicht zustimmt ein "Lamm in der schweigenden Herde ist"? Das wäre dann genau das Gleiche, wie das Wort "Populist" als Schimpfwort für diejenigen zu gebrauchen, die nicht dem sog. "Mainstream" zustimmen.

Das Gegenteil von Populismus ist, zu erkennen, dass die eigene Meinung mitnichten der "Volkswille" ist, selbst wenn alle Freunde und Bekannten die gleiche Meinung vertreten, wie man selbst ("Filterblase")

Berühmtes Beispiel ist das Thema "Flüchtlinge". Natürlich sehen viele die Merkel´sche Politik kritisch und lehnen sie ab. Aber genau so engagieren sich viele für die Flüchtlinge und stimmen ihr zu. Was ist also der "Volkswille"?

Und genau das machen die Fragen in der Studie, sie verallgemeinern ("Die Politiker", "die Wähler"). Als ob alle Wähler einer Meinung wären und AfD-Funktionäre keine Politiker.

In Bericht wird nur eine Partei bei Namen genannt,

und das ist AfD.
Hier wird so getan, als ob nur die AfD populistische Aussagen tätigen oder sich ebensolcher Meinungen bedienen würde.
Wenn bald wieder Gesamt-Deutschland mit Wahlplakaten zugehängt wird und auf jedem Marktplatz der Republik Vertreter aller Parteien ihr Bestes geben, möchte ich die Partei sehen, die dort KEINE populistischen Äußerungen kundtut.
Wenn kein Wahljahr wäre, könnte man in der Bertelsmann-Studie eine Anti-AfD-Kampagne sehen ...

re wm-kasparow-fan

"Die Studie ist unrepräsentativ.
Zum Beispiel "hängt vom Einkommen ab" und "niedrigem Bildungsniveau". Sind nun hierzulande die unzähligen Akademiker mit sehr niedrigem Einkommen Populisten - oder sind sie es nicht?"

Der Akademiker mit niedrigem Einkommen ist ein untypischer Akademiker.

Einfach mal sagen ...

Einfach mal sagen ... in welchen Punkten und Positionen die "Populisten" (bitte Begriff definieren!) angeblich nicht richtig liegen.

Alles andere interessiert mich ziemlich wenig.

Populismus ist ...

... von den Autoren der Stiftung klar definiert worden. So wie es auch im Artikel dargestellt wurde.

In der Studie wurde er mit acht Fragen operationalisiert, die dort ebenfalls zu finden sind. Nur wer allen Aussagen zustimmt wird als Populist eingeordnet.

Das ist ein empirisches Ergebnis, das nicht durch Relativierung der AfD-Anhänger wegdiskutiert werden kann.

Weder alle Anhänger von Frau Merkel noch die Befürworter von Volksbefragungen Populisten.

@10:21 von kba: Volksentscheide sind populistisch?

Das Volksentscheide schnell populistisch werden können, ist leicht nachzuvollziehen.

1. Eine meist komplexes gesellschaftliches Problem muss auf eine Frage, die mit JA oder NEIN zu beantworten ist, reduziert werden.

2. Da viele Menschen kein Interesse daran haben, sich mit komplexen politischen Fragen intensiv zu beschäftigen, bevor sie abstimmen, gehen diese Menschen dann schnell den Populisten auf den Leim, die "dem Volk" simple Lösungen anbieten.

Daher bin ich der Meinung, dass Volksentscheide bestenfalls für Abstimmungen über Radwege, Umgehungsstraßen usw. taugen.

Alternativ müsste jeder vor der Stimmabgabe nachweisen, dass er Kenntnisse vom Sachverhalt hat.

Einfach gefragt,

wer hat die Studie in Auftrag gegeben, wem nützt sie und wie gut verdient die Bertelsmann-Stiftung daran?

Ging es bei der Studie wirklich um Populismus?

Der Schwerpunkt der Umfrage lag bei dem Thema "Vertrauen in unser bestehendes Demokratiesystem und Vertrauen in die gewählten Politiker". Wer dieses Vertrauen verloren hat, wurde schnell in die populistische Ecke gestellt. Aber hat diese Studie nicht vielmehr potentielle Demokratiefeinde entlarvt? Und nutzt die Umfrage nicht vorrangig den regierenden Parteien?
Wie auch immer, man sollte das bestehende System durchaus kritisch betrachten. Da Politiker permanent Lobbyisten verschiedenster Interessenverbände ausgesetzt sind, können sie sich nicht ganz von externer Einflussnahme freisprechen. Auch dürfte die Einflussnahme bei zahlkräftigen Interessenverbänden tendenziell stärker sein. Das ist ein gravierender Schwachpunkt unseres Systems, der stets beobachtet/überwacht werden müsste.
Da stellt sich mir doch gleich folgende Frage: wer war eigentlich der Auftraggeber der Studie?

@ El Chilango"Positionen" von Populisten sind problematisch

Populismus wird oft falsch verwendet und viele (man beachte den Chat-Verlauf) erheben den Anspruch, seine Definition zu kennen. Es stimmt, dass Populismus

1.) einen Gegensatz zwischen "den Eliten" und "dem Volk" aufmacht und
2.) den "wahren Volkswillen" zu kennen glaubt.

Das ist die Definition von Populismus und so wird sie auch im Artikel beschrieben. (Es ist zugegebenermaßen etwas schwer herauszufiltern).

Positionen und Punkte von Populisten sind deswegen gefährlich, weil sie annehmen dass es diesen Volkswillen ganz klar gibt! DAS ist das Problem, denn viele Politiker (insb. der AfD, aber auch anderer Parteien) glauben den Volkswillen zu kennen. Sie gehen nicht auf eine Debatte ein und DAS ist das Problem der Populisten.

Meine Antworten auf die "Populismus"-Fragen ...

Meine Antworten als AfD-Wähler auf die "Populismus"-Fragen ...

1. "Die Bürger sind sich oft einig, aber die Politiker verfolgen ganz andere Ziele."

--> Nö. Die Bürger haben ganz offensichtlich unterschiedliche ANsichten. Jede sollte im demokratischen Diskurs berücksichtigt werden.

2. "Mir wäre es lieber, von einem einfachen Bürger politisch vertreten zu werden als von einem Politiker."

--> Nö. Ich erwarte, dass jemand sachlich fundiert und kompetent zu einzelnen Sachfragen sich positionieren kann und einen Rückgrat haben.
Diese Voraussetzungen sehe ich bei vielen Politikern jedoch nicht erfüllt.

3. "Die politischen Differenzen zwischen den Bürgern und Politikern sind größer als die Differenzen der Bürger untereinander"

--> Kann ich nicht beurteilen. Darüber habe ich keine Statistiken. Richtig ist, dass die Diskrepanz zwischen Politik und Bürger stetig wächst!

10:58 von El Chilango

"Einfach mal sagen ... in welchen Punkten und Positionen die "Populisten" (bitte Begriff definieren!) angeblich nicht richtig liegen."

Noch einmal, Populisten (finden sich übrigens in allen Parteien) greifen populäre Themen auf, bieten aber keine angemessenen Lösungen. Wäre es da nicht viel einfacher, wenn Sie von Ihrer bevorzugten Alternative überhaupt einmal einen diskutablen Lösungsvorschlag vorlegen und nicht einfach behaupten würden, die hätten welche.

Am Ansprechen von Problemen kann nichts Falsches liegen, jedoch im Angebot unmöglicher, simplifizierter Lösungen.

Auf gehts, Sie haben die Wahl.

@Am 25. Juli 2017 um 11:07 von GeMe

Zitat: "1. Eine meist komplexes gesellschaftliches Problem muss auf eine Frage, die mit JA oder NEIN zu beantworten ist, reduziert werden."

Stimmt!
Hat auch keiner behauptet.
Letztendlich muss aber jede ENtscheidung binär mit einem Ja oder Nein herbeigeführt werden, ob das nun durch Parlamentarier geschieht, Lobbygruppen, oder eben im Rahmen von Volksentscheidungen.

Die aktuelle parlamentarische, repräsentative Demokratie hat auf jeden Fall in Vollständigkeit gezeigt, dass sie in fast allen wesentlichen Fragen massiv falsch gelegen war!

Studie etwas dubios.

1. Monatseinkommen endet bei 3500.-€
2. Die Afd hat in den höheren Einkommenskreisen Zustimmung wegen ihrer Forderung nach einer seriösen Finanzpolitik. Dies tritt aber gegen die Flüchtlingskatastrophe in den Hintergrund.
3. Die Fragen sind z.T. so schlicht gehalten, daß sie nur für einfacher strukturierte Persönlichkeiten zustimmungsfähig sind.

Diese Studie liefert

Diese Studie liefert interessante Ergebnisse. Auf Populismus fallen demnach wenig Gebildete mit niedrigem Einkommen herein. Das sind dann außer Nichtwählern v.a. Wähler der AfD und Linken. Ein Vergleich mit anderen Ländern wäre sicher auch sehr interessant ( GB, Polen, Ungarn, USA, Türkei ).

@ Am 25. Juli 2017 um 11:05 von Gregorianer

Dann fragt also der Befrager oder Statistiker alle Gruppen die relevant oder als relevant gehalten werden? Hat ein kluger Mensch mehr Möglichketen auf Grund eines verbesserten Intellektes oder der Reiche weniger Berührungspunkte weil es ihn nicht kümmern muß was so Populus so denken könnte?Ganz so ohne Faktoren einer Gleichung kommt eben nicht immer das Gleiche heraus wenn man sie verändert oder gezielt wählt?!Es sei denn man will ein bestimmtes Bild zeichnen u. befragt nur die die ein vermeindl. logisches Äquivalent bilden würden.

1:15 von proehi

"Populisten greifen populäre Themen auf, bieten aber keine angemessenen Lösungen. " Und Derjenige der nicht-populistische Töne anschlägt, wird nicht gewählt, als da wäre Rücknahme von Schröders Agenda. Die Begründung der Agenda war in diesem Sinne populistisch. Mit dem Versprechen von Wohlstand für alle durch die gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit wurde eine populische Lüge zum Sozialabbau begründet.

denkt doch mal einen Schritt weiter

Hier wird ja so getan, als wäre die Studie selbst schon ein dreister Angriff auf die Demokratie. Dazu halte ich sie allerdings für zu unbedeutend und auch für zu substanzlos. Wir sollten uns m.M. nach mehr mit den Gefahren des Populismus beschäftigen als mit dessen Messbarkeit mit diesen oder jenen Fragen.
Über dem Atlantik hat sich ein 150%-iger Populist zum Präsidenten wählen lassen. Seine Argumente waren Populismus pur. Ergebnis: sie wurden allzu gerne geglaubt, seine Gegner nahmen ihn nicht ernst, und er gewann deshalb die Wahl.
Bezeichnend ist auch: es findet bei seinen Anhängern auch jetzt noch kein Realitätscheck statt, ein "Aufwachen in der Wirklichkeit" ist nicht zu erkennen. Und die Folgen können verheerend werden.
Wir sehen daran, wie schnell das gehen kann mit dem Sieg des Populismus, und wir müssen uns der Gefahr stellen, dass ähnliches bei uns passiert. Ist ja in Teilen Europas bereits Realität.
Verschwendet Eure Energie nicht an Bertelsmann.

Was ist Populismus?

Populismus ist ein unklarer politischer Kampfbegriff zur Unterdrückung andersdenkender Bevölkerungsschichten, die den Herschenden als bedrohlich erscheinen.

Übrigens auch Oscar Lafontaine wird als Populist beschimpft, da er einen NATO-Austritt von Deutschland gefordert hat.

Einfache (Nicht-) Lösungen von Problemlagen werden zu Hauf von Kritikern des "angeblichen" "Populismus" jeden Tag angeboten.

Die Fragen sind keine Populismusfragen

Ich verstehe die Fragen als Ausdruck eines verblendeten und totalangepassten Status Quo. Da ist ja jede kritische Infragestellung des Bestehenden bereits Populismus. Und manche Antworten muss man m.E. nur mit ein wenig Realitätsbewusstsein geben.

Wenn die Leute sagen, die (rechten oder linken) Parteien bieten nur solche Fragen, aber keine Lösungen: Ja das wurde ja nicht thematisiert an dieser Stelle.

Armut begünstigt den Wunsch nach radikalen Änderungen...

... das ist ja jetzt eine große Überraschung!
/ironie off

Im Ernst, brauchte man dafür wirklich eine Stuide? Ich dachte so viel Empathie oder/ und logisches Denken kann jeder aufbringen.
Eine radikale Änderung ist immer ein Risiko, jemand der viel hat wird das nicht alles leichtfertig aufs Spiel setzen.

Und auch das ein Mensch der gar nichts hat, dort kaum noch etwas zu verliert, ist doch natürlich und auch menschlich.

Danke für etwas was wir eigendlich alle wissen sollten und es wahrscheinlich auch tun.
Leider wird das gar nichts ändern. weil es viel wichtiger ist sich über eine Gruppe zu stellen, wenn auch nur moralisch, als die grundlegenden Probleme zu lösen.

Mal ehrlich, wäre Deutschland

Mal ehrlich, wäre Deutschland nicht so anfällig für Populismus, hätte sich die Kanzlerin wohl etwas besseres einfallen lassen müssen, als "Wir schaffen das", ohne das "wir" oder das "das" zu definieren.

Was ist für eine Demokratie nötig?

Ist Populismus ein Schimpfwort?
Populismus betont häufig den Gegensatz zwischen dem „Volk“ und der „Elite“ und nimmt dabei in Anspruch, auf der Seite des „einfachen Volkes“ zu stehen.
Was soll in einer Demokratie daran falsch sein, populistisch und damit volksnah zu sein?
Diese gekünzelte Empörungsrhetorik soll was erreichen? Dass die Bevölkerung nicht mehr an seine eigene Stimme glaubt und sich selbst Gedanken macht?
Sollen wir uns denn im Gegenzug von den Eliten Moral und Politik vorschreiben lassen?
Das wäre das Gegenteil von Demokratie!

Pop(ular)

Trotz Expertenstatement scheint es große Meinungsunterschiede in der Definition des Wortes Populismus zu geben. Ganz zu schweigen davon wann ein Populismusvorwurf wirklich greift, denn der ist ja auch irgendwo eine Interpretationsfrage.
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In der Musik ist das einfach, Expertenmeinung hin oder her. Pop(ularmusik) ist das, was der Masse gefällt oder von dem man annimmt, dass es der Masse gefällt. Seid jeher machen Künstler "Kunst", verachten Pop und schielen doch auf den kommerziellen Durchbruch.
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Unsere Politik ist nicht anders, Wahlkampf - Populismus pur, von allen Seiten. Statt sich also über Begrifflichkeiten zu streiten kann man sich doch besser über die Themen streiten und sich aufs wesentliche konzentrieren.

Ich habe kein Problem mit Populismus.

Für mich bedeutet dieser Begriff nichts anderes, als Politik zu machen, die der Bevölkerung gefällt.

Allerdings muss dann jeder, der in Deutschland lebt oder dem deutschen Staat Steuern bezahlt, seinen Willen auch politisch vertreten sehen und das Wahlrecht bekommen.

Auch Menschen ohne deutschen Pass.

Ich denke die Internetnutzung ist Plattform und Ursache.

Was Populistisch ist, ist eigentlich klar. Es ist erschreckend, aber es überrascht mich nicht.
Ich sehe eher das Problem beim Internet.
Sehe ich mir eine Dokumentation über rechtspopulistische Entwicklung in Youtube an und zwar suche ich einfach wirklich sachliche "Dokumentation" wie zum Beispiel von Arte, dann kommt bei mir nach dem Film automatisch ein weiterer Beitrag und so geht das immer weiter. Diese sind aber nicht mehr von Arte. So folgt ein Beitrag nach dem anderen. Soweit so gut.
Aber spätestens nach dem vierten Film kommen Verschwörungstheorien unbekannten Ursprungs, Hassargumente auf Flüchtlinge, und so gleitet das ganz ohne mein Zutun in einen populistischen sog ab.
Ich sehe in der vollautomatisch eingebauten Ultra-Rechtsdriftigkeit von nahezu jeder auf geheimnisvolle Weise einprogrammierten Beitragsfolge eine Gefahr für vor allem junge Nutzer des modernen Mediums. Dabei habe ich nur "Dokumentation" als Suchbegriff eingegeben.
Beiträge bleiben, auch wenn man an Yt. meldet

@10:40...

Sie reden viel drumrum. Ich habe lediglich den Umstand kritisiert, dass nach ihrer Meinung verallgemeinert werden kann, dass die Flüchtlingsfrage so weit hinten in der Liste auftaucht (Zitat: "die Liste ist lang und hat erst am Ende etwas mit Flüchtlingen zu tun"). Ich habe die anderen Themengebiet gar nicht bewertet, geschweige denn entwertet. Bleiben Sie einfach bei dem, was ich geschwiegen habe, dann erübrigt sich der Großteil Ihrer Aufregung.

Ich finde die Auswahl der

Ich finde die Auswahl der Fragen etwas mißglückt. Den auf die Frage: "Wichtige Fragen sollten nicht von Parlamenten, sondern in Volksabstimmungen entschieden werden." hätte ich nicht mit "Nein" antworten können, denn dann würde ich dem GG Artikel 20 und den einzelnen Landesverfassungen widersprechen (wo es insbeosndere in den Landesverfassungen vorgesehen ist) und mich somit wirklich zu einem Antidemokraten machen. Das die unteren Einkommensempfänger und Menschen mit geringerer Bildung (den sie verdienen meist auch entschieden weniger) eher zu Populismus neigen ist nicht verwunderlich, da sie unzufriedener sind, eben teils auch ungebildeter.

Die Bertelsmannstiftung und die Familie Mohn...

"Die Bertelsmann Stiftung ist eine selbstständige Stiftung des privaten Rechts ... von Reinhard Mohn ins Leben gerufen.[6] Dabei spielten sowohl gesellschafts- und unternehmenspolitische Motive als auch steuerliche Gründe eine Rolle.[7][8][9] Die Bertelsmann Stiftung fördert nach eigener Aussage „Reformprozesse“ und „Prinzipien unternehmerischen Handelns“, um eine „zukunftsfähige Gesellschaft“ aufzubauen.[10] Ihr Einfluss auf Politik und Gesellschaft wurde wiederholt kritisiert."

[Wikipedia]

Die Bertelsmannstiftung ist also nicht nur ein steuertechnisches Instrument, sondern erlaubt den milliardenschweren Inhabern von u.a. RTL, Vox und Gruner + Jahr, ihre neoliberalen Botschaften nicht nur über die eigenen Kanäle, sondern auch noch über die Öffentlich-Rechtlichen zu verbreiten.

Das zu diskutieren halte ich für einen in dieser Diskussion bisher übersehenen wichtigen ersten Schritt.

Der Begriff Populismus ist ein modischer Hit,

diese Meinungssortierung gab es schon immer. Das heutige Erscheinungsbild der Politik macht es schwer, kein Populist zu sein. Alle schielen auf den Mainstream ohne jede intellektuelle Schärfe. Man sieht das gerade an den Kandidaten Merkel und Schulz.

@10:33 von Werweisswas

Allgemeiner Volkswille? Na klar: Frieden, Gerechtigkeit, Wohlstand. Der Teufel steckt im Detail, nicht im allgemeinen Volkswillen.

Sehr gut erkannt. Beim Frieden stimme ich ihnen zu, das man diesen als "allgemeinen Volkswillen" bezeichnen kann. Bei "Gerechtigkeit" und "Wohlstand" fangen die Probleme schon an. Um "Gerechtigkeit" im Sinne der Linkspartei herzustellen, muss man den "Wohlstand" der FDP-Wähler umverteilen (um mal typische Klischees zu bedienen). Das dürfte letzteren nicht ganz so sehr gefallen... Und schon gibt es bei den Themen keinen allgemeinen Volkswillen mehr...

@11:22 von El Chilango: Massiv falsch gelegen

"Die aktuelle parlamentarische, repräsentative Demokratie hat auf jeden Fall in Vollständigkeit gezeigt, dass sie in fast allen wesentlichen Fragen massiv falsch gelegen war!"

Diese parlamentarische Demokratie haben wir seit nunmehr fast 70 Jahren.

Wenn diese, wie Sie behaupten fast vollständig falsch gelegen hat, stellt sich mir die Frage, wie es Deutschland zu einer der führenden Wirtschaftsnationen und einem der reichsten Länder der Welt geschafft hat?

@ku

damit ist alles gesagt. ausserdem haben wir aufziehenden wahlkampf, zumindest der spd-genossen

Interessante Auffassung von "Populismus"

Wie bereits erwähnt möge sich bitte jeder, bevor er diese "Studie" der Bertelsmann-Stiftung näher betrachtet, zuerst mit der Quelle auseinandersetzen.
Private Stiftung zur Steuervermeidung und politischen Einflussnahme im Besitz einer milliardenschweren Familie.

Dann sollte man sich die Fragen einzeln(!) genau durchlesen und analysieren. Denn auch wer nur eine dieser Fragen mit ja beantwortet, dürfte bereits in die "teilweise populistisch"-Kategorie fallen.

"Die Parteien wollen nur die Stimmen der Wähler, ihre Ansichten interessieren sie nicht." z.B. ist für einzelne Parteien und Entscheidungen durchaus belegbar, und damit keine populistische Ansicht sondern oft genug Realität. Und nicht immer unbedingt zum Schlechten, sondern einfach nur den Mechanismen einer parlamentarischen Demokratie geschuldet. Immerhin verhindert es z.B. Volksabstimmungen zum Moscheenverbot nach schweizer Vorbild.

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