Kommentare - Syrien: Giftgas-Angriffe unter falscher Flagge?

10. April 2017 - 09:28 Uhr

Um die Giftgas-Angriffe in Syrien tobt ein Kampf der Interpretationen. So behauptet beispielsweise der Autor Michael Lüders, ein Giftgaseinsatz im Jahr 2013 sei wohl unter "falscher Flagge" verübt worden. Was spricht für diese Behauptung?

Artikel auf tagesschau.de
Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Assad für mich ausgeschlossen

Assad ist nicht alleine und hat Bündnis mit Rußland und Iran.
Mit so einem Giftangriff würde er nicht nur sich selber sondern auch die Bündnispartner gefährden oder in Schwierigkeiten bringen.

Wenn er auch noch die Unterstützung von Rußland verliert, dann weiß kein Mensch besser als Assad was ihn erwartet.

Deswegen sind diese Schnellschüsse völlig unangemessen. Rußland möchte ja auch gerne, daß es untersucht wird, wer dafür verantwortlich ist.
Sicherlich hat Assad den Russen schon mitgeteilt, daß er es nicht war sonst würden die Russen nicht deswegen drängeln.

Die Kriegstreiber sind noch versteckt. Wir wissen nicht, wer sie sind aber ich habe das Gefühl, daß kein Mensch Lust auf Kriege hat. Deswegen werden sie verlieren.

Wer immer auch mit seinen Einschätzungen Recht hat, ...

... diese Sendung habe ich als einseitige Parteinahme empfunden.
Von der Leyen durfte ohne Einwand der Moderatorin behaupten, Michael Lüders sehe in Assad ein Unschuldslamm.
Während Michael Lüders gleich zu Beginn „eigene Interessen“ als Unternehmensberater unterstellt wurden, kamen Kornblums zahlreiche Beratertätigkeiten nicht zur Sprache.

Nur eine Frage

Warum wird im Faktenfinder auf Carla Del Ponte verzichtet?

Wie können Chemiewaffen in die Hände der Rebellen fallen?

Ich halte das für nicht so abwegig. Zeitweise waren grosse Teile Syriens in Rebellenhand. Es gab viele Desserteure in Assads Armee. So kann leicht Meterial und Knowhow die Seiten wechseln. Es gab ja bisher auch keine grossangelegten Gasangriffe, nur kleine mit überschaubaren Mengen.
Ich frage mich daher auch was die für einen Sinn haben sollen ausser internationales Eingreifen zu provozieren. Auch wenn das jetzt zynisch klingt aber militärisch haben die "kleinen" Vorfälle keinen Nutzen.

14:38, Justin

>>War der gute Herr vor Ort? Woher bezieht er seine Infos? Wie weit sind seine Quellen glaubwürdig?<<

Sie meinen Herrn Lüders?

Der ist ausgewiesener Experte, der in der Region gut vernetzt ist und auch arabisch spricht.

Allerdings ist er auch professioneller Politik- und Wirtschaftsberater und hat deswegen auch kommerzielle Interessen dort.

Er hat übrigens alles andere als ausgeschlossen, daß das "mörderische Assad-Regime" (Originalton Lüders gestern bei Anne Will) hinter dem Giftgasangriff steckt.

Herr Lüders wird hier gern als Kronzeuge für Positionen benutzt, die er eigentlich gar nicht vertritt. Teils ist es seine eigene Schuld, da er gern reißerische Überschriften benutzt, die er dann im Text relativiert.

Macht der "Spiegel" auch gerne.

Und manche Menschen lesen eben bloß die Überschriften.

erschreckend

Ich finde diese Diskussion erschreckend. Ich bin entsetzt über das Ausmaß an Naivität und Gutgläubigkeit, an Manipulierbarkeit und Unfähigkeit zu eigenem analytischem, von Logik geleitetem Denken.

Wir haben zwei Musterbeispiele aus dem letzten Jahrhundert, wo Menschen aller Nationen zu Millionen jubelnd und singend der billigsten Propaganda nachgerannt sind, "Beweisen" für die Schuld des jeweiligen "Feindes" glaubend, Beweisen, deren Lächerlichkeit wir heute alle kennen. Die jetzt vorgelegten Beweise sind von einer solchen Banalität, ja zum Teil Dümmlichkeit, und werden trotzdem mit solch kindlichem Eifer vorgebracht - und das immerhin, um den Bruch von Völkerrecht zu rechtfertigen - dass man sich um den Geisteszustand so manches Kommentatoren sorgen muss, vor allem aber um die paar letzten Chancen, die der Frieden auf der Welt überhaupt noch hat.

So abwegig ist die Meinung von Herrn Lüders nicht!

............'Wenn das die Opposition war - können Sie mir sagen, wie sie an Chemiewaffen gelangt ist?'.............
---------------------------------------------------------
Genauso könnte man fragen:

Wie kommt die "Opposition" generell an Waffen, um seit über 5 Jahren gegen Assad zu kämpfen?

Darüber sollte man mal nachdenken!

15:45, Dr.Merkwuerdigliebe

>>Assad...
...wäre jedenfalls schön blöd, wenn er chemische Waffen einsetzt, die einen kurzen, sehr beschränkten taktischen Nutzen haben. Dagegen allerdings auf strategisch/politischer Ebene eine totale Vollkatastrophe für ihn wären.<<

Das wären sie für jeden, der sie einsetzt, denn sie sind international geächtet, wer sie benutzt, ist ein Ausgestoßener. Der Schaden übersteigt also in jedem Fall den Nutzen.

Trotzdem hält sie fast jede Armee der Welt vorrätig.

Warum?

Um sie bei False Flag Operationen einzusetzen?

Oder vielleicht sogar bei der Vortäuschung von solchen, also gewissermaßen false False Flag Operations?

Wer versucht, das Töten im Krieg rational zu ergründen, kann nur scheitern.

@CarlaDelastella

"Assad hätte durchaus ein Motiv für den Giftgaseinsatz: Abschreckung und Zermürbung."

Tschuldigung aber die Russen mit Assad haben nicht mit dieser Methode oder Giftgasbomben die Regionen einzeln zurück erobert und den die Entwicklung dieses Krieges zuihren Gunsten drehen können.

Es macht absolut keinen Sinn auf solche Methoden zurück zu greifen, wenn es sowieso schon gut läuft. Er wird auch sein Bündnis mit Rußland deswegen nicht in Gefahr setzen.

Das macht kein Mensch.
Außerdem hat man schon alle Giftgasbestände der syrischen Armee vernichtet oder beschlagnahmt. Syrien kann selber kein Sarin Gas Bomben herstellen.

Darstellung: