Koalition einigt sich auf Reform der Erbschaftsteuer

20. Juni 2016 - 10:08 Uhr

Nach monatelangem Streit hat sich die Koalition auf eine vom Verfassungsgericht geforderte Reform der Erbschaftsteuer geeinigt. Das Gesetz soll noch vor der Sommerpause verabschiedet werden. Firmenerben werden auch künftig entlastet - wenn sie eine Steuer nicht verkraften.

Artikel auf tagesschau.de
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

liegen doch alle in Stiftungen...was ein Blödsinn...

Unterstützung der Konzentration des Kapitals. Auftrag bestens erfüllt. Die Spenden werden wieder fließen.

... sind wieder fein raus.
Sie zahlen perse keine Erbschaftssteuer, da sie in der Regel ja AGs sind, außerdem wäre das den armen Firmen ja nicht zumutbar bei der Rotation die sie immer im Managment haben.
Dann zahlen sie so wie Amzon letztes Jahr duch steuerverschiebung nicht mal 1% Steuer.

Vielleicht sollten unsere geliebeten Anführer mal über ein Allgemeines Europäisches Steuersystem und eine Vorstandswechselsteuer nachdenken.
Zumindest letzteres würde vielliehct mal wieder etwas mehr Langfristiges denken in die Unternehmenskultur bringen anstatt immer nur Boni anhand des kurzfristigen Shareholder values zu berechnen.

Und ja ich weiß, da wird dann gleich wieder mit abwandern in drittstaaten gedroht... die Leiher kennen wir zu genüge.

In Deutschland sind Politik und Wirtschaft eng verwoben. Dass die Erben millionenschwerer Betriebe zur Kasse gebeten werden, halte ich daher für höchst unwahrscheinlich.

Vermutlich fördert das Gesetz lediglich die Kreativität bei der Steuervermeidung.

Wenn ich von meinem fiktiven Erbonkel morgen 50 Mio € in bar erbe und davon ein mittelständiges Unternehmen kaufe, das mir als Geschäftsführer ein nicht unerhebliches Einkommen sichern wird, bleibe ich dann auch von der Erbschaftssteuer verschont?

vor dem Zugriff des Fiskus in Stiftungen verstecken, sich mit dem Feigenblatt der Wohltätigkeit schmücken. Diese Möglichkeit der Maskierung von Reichtum sollte auf den politischen Prüfstand...

"außerdem wäre das den armen Firmen ja nicht zumutbar bei der Rotation die sie immer im Managment haben."

Wenn Sie uns jetzt noch aufklären würden, was Rotation im Management mit Vererben zu tun hat ???

sonst ändert sich nix.

So könnte das Motto der Erbschaftssteuerrreform lauten. Von Gleichbehandlung kann noch keine Rede sein. Wieso werden Firmen besser gestellt als Privatleute? Na ja, weil sie die bessere Lobby haben.

wäre - Thomas Straubhaar folgend - eine ökonomisch kluge Reaktion auf das Verfassungsgerichtsurteil gewesen, denn:

1. Die Erbschaftssteuer ist eine Substanzsteuer. Besteuert werden Bestände, nicht tatsächliche Einkommen oder wertschöpfende Transaktionen.

2. Mit der Erbschaftssteuer werden Einkommen und Erträge früherer Perioden erneut und damit mehrfach besteuert, was, in aller Kürze zusammengefasst, die Anreize mindert, Einkommen und Erträge zu generieren.

3. Es gibt erheblich Schwierigkeiten, denn Vermögen können auch durch Bewertungsänderungen z.B. von Immobilien entstehen oder verloren gehen.

„Wenn der Erbe einen Betrieb, ein Haus der ein unbebautes Grundstück erbt, hängen an diesen Wirtschaftsgütern keine Preisschilder, denen wir ihren Wert entnehmen könnten. Vielmehr müssen wir einen Verkauf des jeweiligen Vermögens unterstellen, um den dadurch erzielbaren Preis als Grundlage für die Bemessung der Erbschaftssteuer zu ermitteln“ (Paul Kirchhof, 2007).

Selten so gelacht. Reine Zeitverschwendung. Ich kriege schon einen heillosen Zorn , wenn ich sehe wie in meinem Bekanntenkreis absolute Looser zu steinreichen Ar...loechern aufsteigen ohne je einen Finger gekruemmt zu haben.. Jeder Form der Erbschaft muesste auf maximal 1 Mio. Euro begrenzt werden. Wer damit kein Leben aufbauen kann hat es eh nicht verdient. Mein Vorschlag: Bis 400 000 Wert oder Cash 10%. Darueber 20% und ueber 1 Mio. 90%. DAS waere fair und wuerde Niemanden in Armut stuerzen.

Sieht ganz danach aus, dass dieses Gesetz wieder vom Verfassungsgericht gekippt werden wir. Nur: es wird dauern, bis ein Fall vor dem Verfassungsgericht landet. Das Gericht wird dann wieder Übergangsfristen gewähren. So wird sich also über die Jahre nichts Wesentliches ändern. Die Ungleichheit bleibt und die Politiker können auf die Übergangsfristen bauen. Da können sie sich alle feierlich auf die Schulter klopfen.

mehrfach falsch:
1. 10 -15 % Steuern auf 10 Jahre vernichtet
keine gesunden Unternehmen,
2. es gibt Schichtarbeit und Pausen,
3. aus den Fingern gesaugte Behauptungen
sind keine Argumente
4. sich gesellschaftlichen Aufgaben zu
entziehen, ist asozial.

Hinweis: Anmerkungen der drei Richter des BGH zum Urteil lesen, das hilft.

Das schreibt jemand mit 12 -14 Stunden-Arbeitstag.

"Vielleicht sollten unsere geliebeten Anführer mal über ein Allgemeines Europäisches Steuersystem und eine Vorstandswechselsteuer nachdenken."

Den Wettbewerb auszuschalten, führt immer zu Nachteilen für die Bürger, denn die Wirtschaftswissenschaft hat gezeigt, dass ein Monopolist immer dazu neigt seine Dienste schlecht und ineffizient zu verrichten. Das gilt auch für Staaten und den Steuerwettbewerb.

Ich durch Ausfall meiner Heizung (Heizkessel)und dem der anschließenden Reparatur die Preistreiberei durch den Quatscht des Erneuerbaren- Energie -Gesetztes als Rentner die Kosten für eine Solaranlage nicht aufbringen kann bleibt mir nur die Möglichkeit entweder ohne Heizung weiters machen oder das Haus zu verkaufen. Eine einfache Reparatur die mit dem auswechseln des Heizkessels vielleicht 2-3000€ kosten würde geht dann nicht sondern eine Komplett-Sanierung für mindestens 40000 € muss sein und da interessiert es niemand ob ich das Zahlen kann oder nicht. Aber falls ein Erbe etwas mehr belastet wird macht sich eine ganze Lobby auf den Weg dass so etwas nicht passieren kann. Und unsere Politiker fallen wie immer darauf rein.

das Zufallsprinzip einer Geburt voellig erwerbslos steinreich werden kann? Wer hat dieses Prinzip erfunden und warum wird es heute nicht umfangreich reformiert? Das soll ja nicht bedeuten , das der Staat ALLES einzieht. Aber grotesk grosse Vermoegen, damit meine ich ueber 10 Mio. Eus. Sollten doch stark besteuert werden. Ist die Firma schuldenfrei auch auf leicht bezahlbaren Kredit.

Lobbyismus und Spenden an Parteien und deren Organisationen sollten strafbar sein.
So soll dem Wort "Unabhängigkeit" Sinn verschafft werden.

"Jeder Form der Erbschaft muesste auf maximal 1 Mio. Euro begrenzt werden."

Sie wollen also Erben weitgehend enteignen. Eigentum soll nach ihren Vorstellungen also in Staatseigentum überführt werden.

Wohin Enteignung führt, können Sie gerade in Venezuela sehen.

Sie ignorieren auch, dass es ja gerade die Möglichkeit ist, den Kindeskindern über das zeitlich begrenzte eigene Leben hinaus etwas vererben zu können, womit die Marktwirtschaft mit ihrer kapitalistischen Produktionsweise es schafft, Wohlstand für alle zu ermöglichen. Denn es war ja gerade diese Produktionsweise, die die Menschen vom Joch der Feudalherren befreit hat und die heutige Lebensqualität ermöglicht hat. Der Staat ist da erstaunlich unfähig.

Vererbung war und ist ein wichtiger Grund für Familien, Vermögen zu bilden und nicht alles selber zu verprassen, sondern Apfelbäumchen für kommende Generationen zu pflanzen.

"4. sich gesellschaftlichen Aufgaben zu
entziehen, ist asozial."

Jemanden zu zwingen, für andere zu zahlen, verletzt ein Menschenrecht. Zwang heiligt nicht die Mittel!

Es herrscht allgemein ein diffuses Selbstverständnis derer, die die "Arbeitsplatzkeule" schwingen. Für sie ist es selbstverständlich, keinerlei Steuern zahlen zu müssen. Diese Kultur hat sich in den langen Jahren eines schwarz-regierten Deutschlands völlig etabliert. Betriebe bis 26 Mio sind demnach völlig befreit von der Erbschaftssteuer. Das Argument, der Betrieb müsse andernfalls Leute entlassen, bzw. sogar schließen, ist in den meisten Fällen Augenwischerei, den die in Frage kommenden Erben verfügen in den meisten Fällen über ein zusätzliches Privatvermögen. Das wird in diesen Fällen völlig außen vor gelassen.
Und warum diese hohe Grenze? Ja, die CSU freut sich, auch die CDU. Warum die SPD nun aber so tut, als sei dies ein Kompromiss, ist sehr seltsam. Und so müssen selbst arme Menschen (die sicher zum großen Teil arbeiten, auch wenn das in mancher Weltbild nicht passt), ein Erbe von ein paar tsd. Euro hoch versteuern, reiche Firmenerben aber werden wie rohe Eier behandelt. Ungere

"Wer sagt eigentlich, das man heute durch ......
das Zufallsprinzip einer Geburt voellig erwerbslos steinreich werden kann? Wer hat dieses Prinzip erfunden"

Das hat niemand erfunden, das haben Menschen herausgefunden als etwas, dass ihnen nützt. Denn erst dadurch, dass unserer Vorfahren uns etwas hinterlassen haben, konnten wir uns in dem Maße Weiterentwickeln, wie es geschehen ist. Entscheidend dabei ist die Motivation es den eigenen Nachkommen und nicht irgendwem anders zu hinterlassen, weil Familienbindungen Essenziell für eine Gesellschaft sind, sie sind die Grundlage jeder Gesellschaft. Ausnahmen kann es geben, es ist immer die freie Entscheidung des Erblassers. Ausnahmen sollten aber nicht unter Zwang verallgemeinert werden.

Merke: Wenn alte Leute aufhören Apfelbäume für ihre Nachkommen zu pflanzen, ist eine Gesellschaft dem Untergang geweiht.

bedeutet dies, dass die Erbschaftsteuer nicht die Reichsten der Nation treffen wird, sondern den Mittelstand. Defacto ist dann davon auszugehen, dass, sollte man des Elternhaus, oder vergleichbares. "erben", dieses "Vermögen" dem Fiskus gehören wird. Seit Schröder kann man auf diese Partei getrost verzichten.

"Und so müssen selbst arme Menschen (die sicher zum großen Teil arbeiten, auch wenn das in mancher Weltbild nicht passt), ein Erbe von ein paar tsd. Euro hoch versteuern"

Man sollte sich wenigstens über die Freibeträge bei der Erbschaftssteuer informieren. Dann würde nicht so ein Unsinn geschrieben.

12:01 von Ernst-:
"Den Wettbewerb auszuschalten, führt immer zu Nachteilen für die Bürger [...]"

> Besonders dann, wenn die hier im Land erzielten Einnahmen im Ausland versteuert werden.

"denn [...] ein Monopolist [ist] immer dazu neigt seine Dienste schlecht und ineffizient zu verrichten. Das gilt auch für Staaten und den Steuerwettbewerb."

> Soweit ich weiß, hat der Staat das absolute Steuermonopol.

"Der Neid sieht nur die Rosen und nicht des Gärtners Spaten" so heißt es wohl. Wenn ich ein Unternehmen mit sagen wir mal 300 Mitarbeitern im Wert von 100 Mio. € Erbe und "nur" 20% Erbschaftsteuer zahlen müsste, bedeutet das ökonomisch: Da sich der Wert der 100 Mio. in Gestalt von Immobilien, Maschienen und Vorräten befindet, ich diese entweder beleihen oder verkaufen muss. Wie sonst soll ich JETZT an 20 Mio. € kommen?
Wenn ich sodann die 20 Mio. € abstottere, entfaltet die Tilgung ebensowenig eine Ertragsteuerwirkung, wie die Darlehnsaufnahme. Jedenfalls ist der mit der Tilgung der Steuerschulden verbundene Liquiditätsabfluss für den lebenden Betrieb dieses Unternehmens - welches ja unverändert ertragsteuerpflichtig bleibt - ein aktueller Nachteil für dieses Unternehmen und gewiß eine Beinträchtigung für seine Zukunfstchancen. / In der Konsequenz bleibt es dabei: Mein Bierbauch, der auch sehr viel Geld gekostet hat, wird mir nicht geneidet und somit prämiert. "Lenkungswirkung" ;-))

Wenn ich mal in Rente gehe und ich es so rechne als wenn ich Immobilien gekauft hätte anstelle in die Rentenkasse einzuzahlen so hätte ich Immobilien (zu meinem klein Häuschen)im Wert von mindestens 750.000€ von denen ich dann meinen restlichen Lebensunterhalt bestreiten müsste.
Wenn ich dann abtreten würde von dieser Welt hätte ich meinen Nachkommen einen Wert zu hinterlassen von 1 Mio. €.
Da ich aber Rentenversicherungspflichtig bin sind es nur 250.000€.
Solange nicht alle in die Gleiche Kasse zahlen für die Altersversorgung, so lange müsste auch das volle Erbe aller gleichwertig versteuert werden.
Das was z.Z. von der Regierung betrieben wird ist gezielte Kastenschaffung.

War ja eigentlich klar, dass, wenn's darum geht den Leuten noch mehr von ihrem Geld abzunehmen, die sich schnell noch einigen werden. Damit sind wieder einige Milliarden frei geworden, um sie in der Willkommensstruktur zu versenken. Kranken- und Sozialsysteme kann man ja weiter ohne Finanzausgleich belasten. Wenn die Systeme durch die andauerte 'Flüchtlingsaufnahme' zusammenbrechen, trifft es ja eh nur die Dummen, die mit ihrem Arbeitsleben diese Systeme mit aufgebaut und am Laufen gehalten haben, ist also völlig belanglos für die Herrschaften. Im Übrigen kann man dann ja immer wieder irgendwie weitere Steuern neu oder dazu abkassieren.

Zu: "Arbeitsplatzkeule"

Der Staat ist bekanntlich ein schlechter Unternehmer, denn das ist nicht seine Profession. Steuern, die Unternehmen belasten, führen immer dazu, dass erfolgreichen Unternehmen weniger Mittel zur Verfügung stehen und diese Mittel an weniger tüchtige Wirte gegeben werden. Ganz logisch gedacht - ohne jede Ideologie - führt diese Verlagerung von Mitteln zu geringerer Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft und damit zu weniger Arbeitsplätzen und/oder schlechter bezahlten Arbeitsplätzen, als ohne die Steuer auf Unternehmen.

Leider habe ich den Eindruck, dass bei
der Diskussion vieles durcheinander
gebracht wird.
1. der Erbe nicht der Vererber muss zahlen.
Und der hat das Geld gewiss nicht versteuert.
2. Wenn sich jemand von seinem bereits versteuertem Geld (Lohnsteuer!) ein
Brötchen kauft muss er ebenfalls die MWST
zahlen.
Oder nicht?

... und wenn sich die CSU sehr zufrieden äussert, heisst es: die Besitzenden können sich wieder einmal freuen, der ehrlich arbeitende Steuerzahler wird es natürlich - wie immer - schon richten. Umverteilung von unten noach oben. Weiterhin. Da darf man sich - einmal mehr - dann nicht wundern, wenn die Steuerzahler/Wähler - sich total betrogen fühlend, verzweiflelt und politikmüde sich dann irgendwelchen Politrattenfängern anvertrauen (wie derzeit sichtbar).

Nachdem das "neue" Erbschaftsteuergesetz ja doch wieder so gerecht ist, hoffe ich, dass bald jemand vor das Verfassungsgericht geht. Und dort hat er womöglich gute Chancen und der Zirkus geht von vorne los !

12:19 von Ernst-:
"Sie wollen also Erben weitgehend enteignen."
> Ja, definitiv. Ich möchte behaupten, dass man ab einem Vermögen von über 10 Mio Euro seinen Lebensstandard nicht weiter steigern kann.

"Eigentum soll nach ihren Vorstellungen also in Staatseigentum überführt werden."
> ... damit dieser davon Schulen, Infrastruktur und andere öffentliche Güter finanzieren kann. Das ist das Prinzip der Steuern.

"Sie ignorieren auch, dass es ja gerade die Möglichkeit ist, den Kindeskindern über das zeitlich begrenzte eigene Leben hinaus etwas vererben zu können [...]"
> Und Sie ignorieren, dass sich ca. 70% des Privatvermögens auf nur 10% der Bevölkerung verteilen. Der größte Teil der Bevölkerung (Stichwort: Demokratie) wäre also überhaupt nicht betroffen.

Als firmenerbe kann ich sagen: wer die Steuer nicht verkraftet kann den laden eh zusperren. Da ist die Steuer nur der Katalysator, der den unweigerlichen bankrott etwas beschleunigt.

"Der größte Teil der Bevölkerung (Stichwort: Demokratie) wäre also überhaupt nicht betroffen."

Demokratie hat mit Steuergerechtigkeit überhaupt nichts zu tun.

Nachdem ich gelesen habe, was hier http://www.tagesschau.de/inland/erbschaftsteuer-111.html

dazu geschrieben wurde, stelle ich fest, es ist ein weiteres bürokratischen Monster, was ungezählte Steuerberater beschäftigen wird und zusätzlich zur Steuer auch noch Kosten bei den Unternehmen verursacht.

Das wird den Wirtschaftsstandort in Zukunft schädigen. Die Politik befindet sich offensichtlich im "Siebten Himmel der Glückseligkeit" nachdem z.Z. die Steuereinnahmen fließen, wie nie zuvor. Das ist aber hauptsächlich die Folge der Geldpolitik der EZB, die z. Z. jeden Monat 80 Mrd. € Geld aus dem Nichts schafft. Das führt jedoch zu Fehlinvestitionen, wie sie z.B. bei Immobilien - aber nicht nur dort - in Deutschland sich schon abzeichnen. Wie so etwas endet, konnte man 2008 in den USA sehen und später dann in Irland, Spanien und Portugal. Und Griechenland ist ein beredtes Beispiel dafür, wie durch niedrige Zinsen ermöglichte aufgeblähte Staatsausgaben die Bürger in die Armut treiben.

"Und die Multis...... sind wieder fein raus.
Sie zahlen perse keine Erbschaftssteuer, da sie in der Regel ja AGs sind"

Verquere Denke. Weder die "Multis" noch andere Firmen zahlen Erbschaftssteuer. Erbschaftssteuer fällt dann an, wenn jemand Anteile an einer Firma oder die ganze Firma erbt.

Im Fall der "Multis" bedeutet das, dass ein Aktionär dieser "Multis", der Millionen von Anteilen an so einer AG hält und dann verstirbt eben Millionen vererbt. Der Erbe hat dann Erbschaftssteuer zu zahlen. Da in dem Fall in der Regel der Fortbestand der AG nicht gefährdet ist, muss der Erbe, wenn er sonst nicht genügend Geld hat, eben einen Teil seiner Aktien verkaufen, um die Erbschaftssteuer zu bezahlen.

Was die Manager anbelangt: Die Erben ja in der Regel nicht die AG. Die werden mit Einkommenssteuer belegt. Was soll das also?

" Ich möchte behaupten, dass man ab einem Vermögen von über 10 Mio Euro seinen Lebensstandard nicht weiter steigern kann."

Oh doch, man kann. Ist aber auch nicht die Frage. Denn eine Deckelung von Eigentum an der Summe X würde das Verfassungsgericht stante pede kassieren.

Alle radikalsozialistischen Ideen möchten sich bitte erstmal am Rahmen der Verfassung orientieren.

"...Jemanden zu zwingen, für andere zu zahlen, verletzt ein Menschenrecht. Zwang heiligt nicht die Mittel!"

Welches Menschenrecht? Ein Menschenrecht auf Reichtum gibt es nicht.
Im Gegenteil sagt unser Grundgesetz, dass Eigentum dazu verpflichtet, es auch sozial zu nutzen. Andernfalls kann es nach Gesetzeslage durchaus enteignet werden.

Es wurde in Deutschland noch NIE ein Unternehmen durch die Erbschaftssteuer in den Ruin getrieben ! CDU und FDP (letztere besonders) haben bei der letzten Erbschaftssteuerreform verzweifelt und mit Hilfe der Industrie- und Handels- bzw Handwerkskammern nach Beispielen gesucht, wurden jedoch nicht fündig.

".... welches ja unverändert ertragsteuerpflichtig bleibt - ein aktueller Nachteil für dieses Unternehmen und gewiß eine Beinträchtigung für seine Zukunfstchancen. "
Wenn ich als Privatperson Umsatzsteuer oder Einkommensteuer bezahle, ist das für mich ebenso ein aktueller Nachteil und beeinträchtigt meine Zukunft. Aber das interessiert niemanden.

"...'Wer sagt eigentlich, das man heute durch ...das Zufallsprinzip einer Geburt voellig erwerbslos steinreich werden kann? Wer hat dieses Prinzip erfunden'
Das hat niemand erfunden, das haben Menschen herausgefunden als etwas, dass ihnen nützt. ..."

Und mittlerweile haben andere Menschen herausgefunden, dass es eben nur einigen Wenigen nützt, der Mehrheit aber nicht. Wat nu?

Das müsste der Logik nach die Idealvorstellung der "Leistung muss sich lohnen"-Fraktion sein. Denn wenn jeder bei Null anfängt, sieht man ja ganz schnell, wer es durch eigene Leistung zu etwas bringt und wer nicht. Davor dürften doch die "Leistungsträger" keine Angst haben, oder?

Ihre Argumente greifen nicht:

Es handelt sich NICHT um eine "Substanzsteuer", sondern es wird der VermögensZUWACHS des Erben besteuert.

Das Geld ist natürlich vorher schonmal besteuert worden, das trifft aber letztlich für alles Geld zu: Wenn ich mir ein neues Auto bei einem Autohaus kaufe, kaufe ich das aus meinem versteuerten Einkommen. Dennoch muss aber der Autohändler den Gewinn (der ja aus schon versteuertem Einkommen stammt) nun wieder versteuern.

Der Erbe hat das Geld noch nicht versteuert. Ihm fällt leistungsloses Einkommen zu. Bei dem Erben handelt es sich um VermögensZUWACHS, wie oben schon beschrieben. Warum sollte das nun nicht besteuert werden?

findet sich in einem Land wieder, in dem jeder Grashalm irgendjemandem gehört. Um ein Teil von dem schon verteilten Kuchen zu ergattern bleibt nur ein Weg. Er muß durch Bildung,Arbeit, Ehrgeiz und Fleiß im Laufe seines Lebens Eigentum erwerben! Oder eben ererben! Ist doch fast kein Unterschied, das kleine w...

Ich verstehe nicht was auf der einen Seite als gerecht verkauft wird auf der anderen Seite als Neid und oder Ungerecht dargestellt wird.
Ich oder besser meine Hinterbliebenen verlieren auf einen Schlag die gesamte Leistung die ich in der Rentenkasse erbracht habe und die Privilegierten verlieren maximal ein paar Prozent und die sind denen noch zu viel.
So lange nicht alle Einkommensarten für die Altersversorgung in eine Kasse zahlen ist diese Erbschaftssteuer ein schlechter Witz für Normalbürger.
Denn die Rentenzahlungen dieser sind dann eine Arbeitslebenslange Zwangssteuer die diese Reichen und Super-Reichen nicht zahlen müssen.
Ja ich bin neidisch das diese von den meisten Sozialleistungen befreit sind und so Vermögen anhäufen können die ein Normalbürger wegen seiner Sozialleistungen nicht erwirtschaften kann.

"Und Sie ignorieren, dass sich ca. 70% des Privatvermögens auf nur 10% der Bevölkerung verteilen. Der größte Teil der Bevölkerung (Stichwort: Demokratie) wäre also überhaupt nicht betroffen."

Diese großen Vermögen sind ganz wesentlich auf staatliche Interventionen zurück zu führen. Stichwort "too big to fail". Andernfalls würden auch große Vermögen sich in Nichts auflösen. Dazu kommt noch die Politik des "leichten Geldes", die die EZB und andere große Zentralbanken betreiben, diese Politik bewirkt, dass Mittel von der arbeitenden Bevölkerung zum Großkapital verlagert werden, da die Gelder, die die Zentralbanken aus dem Nichts schöpfen die Preise für Sachvermögen sehr viel stärker steigen lassen als die Einkommensentwicklung der arbeitenden Bevölkerung.
Hier gilt es die Ursache zu beheben. Mit Besteuerung wird lediglich an Symptomen herumgedoktert.

12:23 von Ernst-:
"Jemanden zu zwingen, für andere zu zahlen, verletzt ein Menschenrecht."

> Es gibt kein Menschenrecht auf Asozialität.
Wer weder steuer- noch abgabenbefreit ist und an der Kasse den vollen Preis zahlt, unterstützt damit immer andere. Die meisten können gut damit leben.

"Steuern, die Unternehmen belasten, führen immer dazu, dass erfolgreichen Unternehmen weniger Mittel zur Verfügung stehen und diese Mittel an weniger tüchtige Wirte gegeben werden."

> Die Steuersätze und Subventionen werden nicht an der "Tüchtigkeit" eines Unternehmers bemessen. Unabhängig davon belebt die von Ihnen angeprangerte - angebliche - Umverteilung doch den Wettbewerb, den Sie in Ihrem Beitrag von 12:01 Uhr noch als extrem wichtig einstuften.

Will der Staat im Erbfall mitkassieren, kann das Unternehmen sehr wohl in den Ruin treiben oder in arge Bedrängnis führen. Geriet der Gerling vor einigen Jahrzehnten deshalb nicht mal ins Schlingern?

Es macht absolut Sinn diese Steuer nicht koste es was es wolle durchzusetzen, sondern solche Überlegungen mit zu berücksichtigen. Aber für die "Klassenbewussten" hier wäre eine Enteignung ohnehin das besste (warum eigentlich bis zum Erbfall warten?).

Ein gutes Beispiel übrigens, wie mal wieder die Lobbyismus-Keule geschwungen wird. Eine Entscheidung wird nicht so getroffen, wie man es gerne hätte. Eigentlich ja ein demokratischer Normalfall - zumindest sofern man seine eigene Meinung halt auch als das betrachtet: halt (nur) als eigene Meinung. Für viele stellt sie aber die absolute Wahrheit dar. Kommt sie nicht zu Zuge, zeigt sich daran, wie "undemokratisch" doch eigentlich alles ist. Einzige Erklärung: Lobbyismus! Prinzip: "Es gibt zwei Meinungen, meine und die Falsche!"

"... Ich möchte behaupten, dass man ab einem Vermögen von über 10 Mio Euro seinen Lebensstandard nicht weiter steigern kann. ..."

Das sehe ich ganz genauso. Und würde weit über eine Erbschaftssteuer hinausgehend eine Beschränkung von Vermögen oder Besitz auf eben diese 10 Millionen Euro gesetzlich festschreiben. Wird auf absehbare Zukunft nicht kommen, weiß ich. Aber auf lange Sicht ist eine wirkliche Demokratie nur zu erhalten, wenn ausgeschlossen ist, dass über große Geldmittel Einfluss auf Politik und Gesellschaft genommen werden kann.
10 Millionen sind mehr als genug für ein Luxusleben ohne Arbeit.

>>12:19 von Ernst-:
"Sie wollen also Erben weitgehend enteignen."
> Ja, definitiv. Ich möchte behaupten, dass man ab einem Vermögen von über 10 Mio Euro seinen Lebensstandard nicht weiter steigern kann.<<

Es geht aber hier nicht darum, den eigenen Lebensstandard zu steigern, sondern den Wohlstand anderer zu erhöhen, denn Unternehmen und deren Erben können ihr Vermögen auf einem freien Markt (den wir nicht haben) nur erhalten, indem sie die Bedürfnisse der Menschen besser erfüllen als der Wettbewerb. Ist das nicht mehr der Fall, kaufen die Kunden bei Anbietern, die das besser können und die Vermögen der schlechten Anbieter lösen sich in Nichts auf.

Auffällig ist hier der allgemeine Trend, Reichtum als etwas Böses darzustellen.
Und das Vererben von Reichtum ist natürlich noch böser.
Wenn ich mit Fleiß, Geschick, usw. Vermögen "gemacht" habe, möchte ich auch daß meine Kinder etwas davon haben. Schließlich mache ich ja Geld nicht nur für mich alleine, sondern auch für meine Familie.
Daher finde ich es als moralisch verwerflich, wenn der Staat denen etwas wegnimmt, weil sie ja auch direkt oder indirekt mitbeteiligt sind.
In diesem Falle versucht der Staat mit diesem Gesetz sein eigenes schlechtes Gewissen zu beruhigen, weil er auch Dritte mit der Erbschaftssteuer schädigt.
Auch so muß man das Gesetz sehen.
Geldgier des Staates gegen Arbeitsplatzvernichtung.

Darstellung: