Umdenken in der Textilbranche: Wie Mode fairer werden kann

Kommentare

Mode fairer

Fashion Week, Shopping, Mode Mall- in unseren Schränken der zivilisierten und ach so umweltbewussten Hemisphäre stapeln sich fehlgekaufte, ungebrauchte, ungetragene Klamotten, dass wir wohl ganz Afrika einkleiden könnten. Nachhaltigkeit zeigt nur der Berg der Klamotten, der weiter angehäuft und verwaltet wird. Modeschick und Trends sind eine Masche der Hersteller, uns zu erreichen und zum Kaufen zu verleiten. Faire Herstellung, Deal und Umweltschutz- ein wohlgemeintes und überfälliges Umdenken bzw. Handeln. Aber bei uns Kunden geht die Misere los, die wir kaufen und Ex-und-Hopp spielen, als wenn uns alles nichts angeht. Ressourcen zur Textilgewinnung sind auch knapp, befriedigen mehr Bedürfnis als Bedarf. Wo bleibt die Bewegegung und die Vorbildgemeinde, die kauft, weil sie Bedarf hat und die Umwelt, die Herstellung und Überproduktion wie Überversorgung allen anderen sichtbar machen will? Weniger ist mehr. Wie immer. Das gilt für jeden: Mich, Dich, Sie.

Was für eine erschütternde…

Was für eine erschütternde Zahl: 40 Prozent der gekauften Kleidungsstücke werden maximal zweimal getragen.
Das hätte ich selbst in einer kapitalistischen Wegwerfgesellschaft nicht gedacht.

Auch das zeigt die brutalen Auswüchse des Kapitalismus....

auch hier auf dem Rücken der Ärmsten Profitmaximierung um jeden Preis!
......"pro Kopf / pro Jahr werden in Deutschland 40 - 70 Kleidungsstücke gekauft. Doch davon 40 Prozent maximal zweimal getragen."
Die dann "Kann-Weg" Teile werden dann sozusagen zurückgegeben an die Ärmsten mit der Bekundung: Ich muss ausmisten, mein Kleiderschrank bricht zusammen und damit tue ich auch ein gutes Werk.
Irrsinn, Ignoranz und Oberflächlichkeit.
Seit Jahren gibt es fairgehandelte Kleidung und das Angebot wird jeden Tag größer. Auch second-hand aus diesem Bereich und natürlich wie hier geschrieben Kleidungstausch, Änderung von Kleidungsstücken für z.B. diejenigen, die die Abwechslung lieben, oder auch, weil etwas nichts mehr passt. Es ist kein Argument zu sagen, jemand kann sich gesiegelte Kleidung nicht leisten - s.o. ein Teil in guter Qualität zu einem fairen Preis anstatt zehn Wegwerf-Billigteile! Allerdings gibt es jede Menge schweineteuere Kleidung, die keinesfalls ethisch ist.

Jede Menge Information gibt es ebenfalls seit Jahren

z.B. Kampagne für saubere Kleidung, Südwind e.V., Utopia, aber auch direkt in den im Artikel erwähntenWeltläden.
Zudem ein sehr unterschiedliches Angebot; ausgefallene Mode wie eher unauffällige.
Nachhaltigkeit ist auch wichtig.

Diese Einkaufserlebnisse

brauch ich nicht mehr.

Zitat: "pro Kopf / pro Jahr werden in Deutschland 40 - 70 Kleidungsstücke gekauft. Doch davon 40 Prozent maximal zweimal getragen."

Seit mindestens drei Jahren hab ich mir, ausser Unterwäsche, Socken und Strumpfhosen, nichts mehr gekauft. Der Kleiderschrank war randvoll. Nach dem Tod meines Mannes hab ich das Räumen angefangen und in meinem Kleiderschrank weitergemacht. Aussortiertes brachte ich ins Sozialkaufhaus und in die örtliche Kleiderkammer. Geblieben ist eine zeitlose Mode zum Kombinieren. Die Auswahl die ich habe reicht mir.
Und jetzt frage ich mich: wer kauft meine (und von anderen) jährlichen 40 - 70 Teile?

@SirTaki 13.18 "Weniger ist mehr. Wie immer"

So ist es, ich stimme Ihnen zu.
"....dass wir wohl ganz Afrika einkleiden könnten..."
Die Afall-Kleidung von "hier" wird dort verkauft; in der Regel machen die "Kleidersammmler" ein Geschäft!
Es ist eine große Industrie. Unser Abfall, der als "Spende" bezeichnet wird, wird den Armen dann verkauft.

Es wird

durchaus solche Menschen geben, die sich diese Menge an Kleidung kaufen, ich gehe erstens nicht gerne in Klamottenläden, und neue Kollektion interessiert mich auch nicht.
Ich kaufe eher unauffällig und preiswert, wenn was kaputt ist. Und da ich eher draußen im Busch und Wiese unterwegs bin, wegen der Fotos, hab ich das meiste in Tarn und Gebraucht Army.
Ich hab weder Hemd noch Anzug, wüsste nicht wo ich das gebrauchen könnte, und mit mir gibt es noch einige die so rumlaufen.
Teure Sneaker von den Markenfirmen baut man in Vietnam, alle anderen Marken Firmen lassen auch Östlich fertigen, ganz billig, aber teuer im Verkauf.
Es ist also nicht nur der Kunde schuld, sondern wohl eher am Gewinnstreben der Firmen für die Aktionäre.
Nicht alles immer auf die Kleinen schieben, an mir zum Beispiel lässt sich das nichts verdienen.
Ist aber auch jedem seine Sache, das ständige erziehen ist auch mal gut, die Menschen sind aus dem Kindergarten raus.

„Alternativen“ sind
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„Kaufen befriedigt, Kaufen macht Spaß“
Wenn es der Befriedigung tatsächlicher Bedürfnisse dient. Und keine Probleme schafft (keinem).
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„Doch bei Kauf von Kleidungsstücken wird das Geld oft direkt aus dem Fenster geworfen. Pro Kopf/Jahr werden in Deutschland 40 - 70 Kleidungsstücke gekauft. Davon werden 40% maximal zweimal getragen. "Schnelle Mode" heißt: schnell gekauft und schnell aussortiert. Beim Konsum sind Umweltaspekte und zum Teil menschenunwürdige Produktionsbedingungen oftmals ausgeblendet“
Und das ganz bewusst:
"Viele nicht nachhaltige Modeketten betreiben einen großen Aufwand, damit wir Mode kaufen, die wir eigentlich gar nicht brauchen und auch nicht kaufen wollen“/
„Wenn jedes nicht nach sozialen Kriterien zertifizierte Kleidungsstück aus Südasien gekennzeichnet wäre mit einem Hinweis 'Kann Kinderarbeit enthalten', würde der Konsum nicht als nachhaltig zertifizierter Mode deutlich zurückgehen"
Warum wird es es dann nicht? (rhetorische Frage)

bitte die Vorwürfe an der richtigen Stelle platzieren

"Pro Kopf, pro Jahr werden in Deutschland 40 bis 70 Kleidungsstücke gekauft. ... maximal zweimal getragen. "
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Tja, manche haben wohl zu viel Geld oder ein Kaufsuchtproblem.
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"Beim Konsum sind Umweltaspekte und zum Teil menschenunwürdige Produktionsbedingungen oftmals ausgeblendet."
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Ist ja auch selten offensichtlich, unter welchen Bedingungen gefertigt wurde. Sogar namhafte Marken fertigen unter fragwürdigen Bedingungen.
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Dies ist Aufgabe der Regierung, den Händlern hier Vorgaben für die Produktionskontrolle zu machen und nicht dem Verbraucher vorzuwerfen, er blende dies aus.

Es ist ein Irrglaube ...

... dass alle jungen Leute Umwelt und Sozialaktivist...Innen seien.

Schaut einfach mal bei Primark und Co vorbei. Sehr viele junge Leute wollen billige Wegwerfklamotten.

Re : Wohlergehen !

Ja, so ist es. Überall findet sich jemand, der noch versucht ein Geschäft aus dem letzten Socken zu machen. Alles wird immer egoistischer, eitler und Geld- gieriger.
Sicher, es gibt noch Menschen, die hilfsbereit sind, aber die sind leider in der Minderheit, und die ganz Großen und Reichen basteln sich ihre Welt nach den eigenen Vorstellungen, und gegen dies rücksichtslos an !
Es sin ja nicht nur Kleidungsstücke, sondern auch Abfall, alte Autos, PC`s und anderer Schrott, in denen dann Kinder versuchen ein paar Cents zu verdienen, fürs Essen !

Evolution gegen Vernunft

Unsinnig dauernd neueste Mode kaufen. Sagt der Geldbeutel, das Umweltbewußtsein und der Verstand.
Attraktiv sein, auffallen, hervorstechen, schön und ungewöhnlich. Schön und Reich auf rotem Teppich.
Sexuelle Selektion. Soziales Kapital ansammeln.
Welcher Pfau verzichtet freiwillig auf seine Federn? Welcher grau-braun langweilig schmucklose Stolzierer würde von einer Angebeteten erhört werden?
Menschen sind natürlich jenseits solcher niederen Mechanismen wie sie die Soziobiologie vorträgt. Sie haben Kultur und Verstand. Behaupten sie.
Die Evolution interessiert nicht was sich ein Kopf so denkt. Belohnt wird er manchmal nur wenn er schön und attraktiv ist und vorführen kann dass er weiß wie frau noch 'schöner' herstellen kann.

Ich hab's da einfach. Seit…

Ich hab's da einfach. Seit 40 Jahren hab ich die gleichen zeitlosen Klamotten. Da muss man nicht ständig irgendwas neu kaufen.
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Das ist super für die Umwelt. Und noch besser für meinen Geldbeutel. Einzig der Kaüitalist ist von meiner Aktion nicht so begeistert.
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Aber das ist mir, gelinde gesagt, völlig egal.

Einfach verbieten

Außer Socken und Unterhosen deutscher Produktion habe ich mir seit über 20 Jahren keine Klamotten mehr gekauft. Alles andere hält ewig, wenn man ein bisschen drauf achtet.
Ich hoffe ja, dass die Grünen sich für ein Gesetz einsetzen, dass jegliche Erzeugnisse, die nicht nachhaltig produziert werden und dadurch Klima -, Umwelt -, und Menschenfeindlich sind, grundsätzlich nicht importiert werden dürfen.
Grundsätzlich muß das für jedes Produkt gelten.
Was nicht mindestens mit unseren eigenen oder EU - Standards hergestellt wird, darf nicht in der BRD verkauft werden.
So schwer kann das nicht sein.
Schön wäre allerdings, wenn sich die Faktenfinder unter den Journalisten mal darum kümmern könnten, welche deutschen Firmen tatsächlich nachhaltig produzieren und dann deren Namen nennen. Die unzähligen unübersichtlichen Labels, die Nachhaltigkeit versprechen, sind leider nicht zuverlässig & von einzelnen Verbrauchern nicht überprüfbar. Das gilt auch für den gesamten Lebensmittelsektor.

@MargaretaK. um 14:04

"Und jetzt frage ich mich: wer kauft meine (und von anderen) jährlichen 40 - 70 Teile?"

Diese Leute gibt es. Keinen Zweifel. Und diese Leute kaufen mehr als 40-70 Teile, denn die müssen ja Ihren Nichtkauf ausgleichen.

Zugleich muss man sich auch fragen wie diese Zahlen erhoben wurden.

Geht es wirklich nur um den Einkauf des Kunden?
Oder geht es generell um ein Einkauf von Kleidungsgeschäften?
Es ist belegt, das Kleidungsgeschäfte einen sehr großen Prozentsatz wegwerfen, weil außer Mode gekommen.

Und beim Tragen ... schauen wir uns doch mal an wie viele Stars bei jedem Anlass ein neues Kleidungsstück tragen.
Die vermeintlichen Vorbilder zeigen uns doch wie es geht, oder etwa nicht?

Ich selber kaufe relativ wenig Mode, okay wohl nur etwas mehr Sie, wobei ich ebenso Unterwäsche etc besorgen gehe.
Wenn ich Unterwäsche weglasse, dann waren es letztes Jahr 2 Hosen, 1 Mantel und 2 Pullover. Alles mehr als nur 2mal getragen.

@Einfach Unglaublich um 14:14

Ja, das möchte man.

Dafür gibt es auch nachvollziehbare Gründe.

Die Stars sehen auch immer anders aus.

Und die Mode hat an Qualität verloren, dies war auch beabsichtig.
Mode die länger hält wird auch seltener ausgetauscht.
Also hat man zu erst die Preise gesenkt und nun spart man an der Qualität. Und dies nur damit die Anlieger zufrieden sind.

Kapitalismus in Reinform. Um Menschen, Material, oder sogar Ethik ... darüber soll sich der Kunde Gedanken machen. Nur der schaut auch auf den Geldbeutel, denn er ist ein Zahnrad in diesem Getriebe.

@ 14:23 Uhr von Bender Rodriguez

„Seit 40 Jahren hab ich die gleichen zeitlosen Klamotten. Da muss man nicht ständig irgendwas neu kaufen.“
Völlig richtig.
Und die wenigen Klamotten, die ich zur Altkleidersammlung gebe, die will niemand anderer noch anziehen und sie sind nach Jahrzehnten dann tatsächlich so abgewetzt, dass sie auch keiner nach Afrika verkaufen wird.

@ 14:23 Uhr von Marcus2

„Attraktiv sein, auffallen, hervorstechen, schön und ungewöhnlich.“
Vor allem wird das aber auch unseren Kindern schon im Kleinkindalter eingeredet.
Stichwort „Markenbewusstsein“. Und aus dieser Nummer kommen viele oft ein Leben lang nicht mehr heraus.
Auch (solche) Werbung müßte im Sinne des Jugendschutzgesetzes verboten sein.

@Giselbert 14.14

"bitte die Vorwürfe an der richtigen Stelle platzieren"
Wer ist die richtige Stelle? Sie haben als Verbraucher damit nichts zu tun?
"Tja, manche haben wohl zu viel Geld oder ein Kaufsuchtproblem."
Ist sicher so; den einen wird das Geld für ein Leben in Würde vorenthalten, die anderen haben dann eben zu viel.
"Ist ja auch selten offensichtlich, unter welchen Bedingungen gefertigt wurde. Sogar namhafte Marken fertigen unter fragwürdigen Bedingungen."
Es kostet wenig Mühe zu erfahren das zu erfahren - habe ich oben schon geschrieben. Ihr "sogar" ist nicht richtig; die meisten (namhaften) Marken fertigen unter fragwürdigen Bedingungen, allerdings gibt es auch welche, die schon auf einem guten Weg sind - s.o.

@Giselbert 14.14.

"Dies ist Aufgabe der Regierung, den Händlern hier Vorgaben für die Produktionskontrolle zu machen und nicht dem Verbraucher vorzuwerfen, er blende dies aus."
;;;;
Die vorherige Regierung hat es dank des intensiven Einsatzes von Entwicklungsminister Müller geschafft, wenigstens ein abgespecktes Lieferkettengesetz auf den Weg zu bringen. Wirtschaftsminister Altmeier wehrte sich vehement gegen dieses Gesetz, weswegen es eben nur ein Anfang ist.

Die meisten Kleidungsstücke…

Die meisten Kleidungsstücke haben mit dem Sexualtrieb zu tun. Seitdem uns Federn und Haare fehlen, schneidern wir uns die bunten Sachen. Anscheinend vertun sich hierbei die Leute; probieren dann neue Teile aus. Ich würde gerne mal die Erfolgsquoten wissen, wie es um die Verführungskünste in den Industrieländern steht. Ich gehe fast davon aus, würde man die Werbung für Mode verbieten - so ähnlich wie für (andere) Drogen, Tabak usw., die Quoten würden nicht besser, aber der Welt und ihren Bewohnern würde eine Last genommen. Die Fair Fashion Week kann nur ein Zwischenschritt sein. Wir brauchen ein faires Verhältnis zu unseren Trieben und hier für viele mehr Verteilungsgerechtigkeit, weniger Anmache und doofe Blicke, nur weil man alte oder die falschen Klamotten trägt. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe; die Modedesigner sollten sich umsehen, was sie von mehr Nutzen entwerfen könnten. Diese Einwegmasche überall geht mir inzwischen gehörig auf die

14.33 @nie wieder spd

"Schön wäre allerdings, wenn sich die Faktenfinder unter den Journalisten mal darum kümmern könnten, welche deutschen Firmen tatsächlich nachhaltig produzieren und dann deren Namen nennen. Die unzähligen unübersichtlichen Labels, die Nachhaltigkeit versprechen, sind leider nicht zuverlässig & von einzelnen Verbrauchern nicht überprüfbar. Das gilt auch für den gesamten Lebensmittelsektor."
Sie können selbst der Faktenfinder sein! Ich habe einige Quellen angegeben, die zuverlässig sind. Außerdem können Sie sich über die Aussagen der jeweiligen Labels
auch informieren. Warum es nur deutsche Firmen sein sollen, erschließt sich mir nicht. Die Niederlande sind z.B. weiter als Deutschland...
Muss jetzt raus.

Alles mal hinterfragen - auch oben

Wenn ich mir die Kleidung der Außenministerin anschaue - die ist auch nicht aus dem Second-hand-Shop. Ehrlich. Aber wir sollen........

Und für einen 8 std.- Termin eben mal nach Washington fliegen. Wieviel CO 2 wird da produziert? Aber wir sollen.......

Aber dem kleinen Bürger*innen ein schllechtes Gewissen beim Essen, Urlaub, Fliegen, Wohnen, Heizen, Auto fahren einimpfen.

Das ist alles nicht überzeugend.

Nie wieder spd

Sehr gut.
.
"...Und die wenigen Klamotten, die ich zur Altkleidersammlung gebe..."
.
Da endet von mir eigentlich nichts. Normalerweise wandert das Zeug in kleinen Fetzen in die Werkstatt. Dort taugt es dann noch als Putzlumpen.
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Mit einer alten Socke über Hand und Fingern lässt es sich hervorragend Fahradfelgen putzen.
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So kommt ein baumwolltshirt oder ein Paar Socken auf eine Gebrauchsdauer von gut 3-4 Jahren.
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Das ist lang genug, denke ich.
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Kritzelkratzel 15:04

Und diese Klamotten sollen bei der Balz helfen?
.
Wenn meine Rock n Roller Klamotten nicht funktioniert haben, musste ich die Mädels leider ignorieren. Das war deren Pech, wenn sie so oberflöchlich waren.
..
Andersrum ging das aber auch. So BarbieMäuschen konnte man gleich aussortieren.
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Stimmt, hast Recht es hilft bei der Balz.

@14:04 Uhr von MargaretaK.

"Und jetzt frage ich mich: wer kauft meine (und von anderen) jährlichen 40 - 70 Teile?"

Die Frage stelle ich mir auch, seit ich die Zahl das erste Mal gehört habe. Selbst wenn ich Socken einzeln zähle, komme ich nicht auf so eine Zahl.

Und dabei habe auch ich mehr Klamotten, als ich bräuchte. Ich habe schon Hemden, die habe ich nur gekauft, weil mir die Farbe gefiel, nicht weil ich noch eines brauchte. Aber die Teile halten bei mir jahrelang. Eine Jeans, die ich wegwerfe, taugt auch nicht mehr für den Container. Aber bei T-Shirts, Hemden, Sweatshirts habe ich tatsächlich mehr als nötig, eben weil ich auch noch welche trage, die schon Jahre alt sind.

Mir ist der Zauber von "Shopping" nicht so richtig klar.

Mode und Prestige

Solange wir uns in einigen gesellschaftlichen Bereichen über Besitz und Mode definieren und einen Menschen nach diesem Äußeren werten, wird sich kaum etwas ändern. Die Standards und Erwartungshaltung unserer Gesellschaft haben viele verlernen oder garnicht erst erlernen lassen, dass Wachstum nicht grenzenlos, die propper gefüllten Regale und Kosumprodukte keine Bestandsgarantie haben. Dennoch werden die Teller mit allen Produkten im Überfluss vollgefüllt, gedankenlos geleert und dennoch haben wir das Gefühl, etwas zu versäumen. Wohlstand macht dicke Bäuche und träges Denken. Das heißt nicht, alle Wünsche und Ideen immer mit armen regionen abzugleichen und sich zu entschuldigen. Es heißt aber, bewusst und wertschätzend zu kaufen und zu besitzen. Beim Klopapier konnte man einen Blick auf die aberwitzigen Reaktionen einer sich mündig und sachlich bezeichnenden Gesellschaft werfen. Davon sind viele unter uns weit entfernt. Und die Modebranche zeigt uns nur unser Spiegelbild.

@ 15:17 Uhr von Bender Rodriguez

„So kommt ein baumwolltshirt oder ein Paar Socken auf eine Gebrauchsdauer von gut 3-4 Jahren.“
Werkeln tue ich nicht mehr:)
Meine ältere Jeans, und Sweat - und Tshirts sind durchgehend nicht jünger als 20 Jahre.
Sicherlich haben einige nen Grauschleier, taugen aber als Nachtwäsche allemal.
Und unter einem Hemd oder Pullover fallen eventuelle kleine Löcher (durch meine Katze)über Jahre gar nicht auf.

Neues "Memento mori"

"Memento mori" bekam mit dem Rückgang der (christlichen) Religiosität eben eine neue Deutung: Morgen kannst du tot sein, also konsumiere, was das Zeug hält, solange du kannst.

Ständiges Präsentieren von Neuem ist leider ein allgemein anerkanntes Zeichen von Wohlstand, aber auch von Kreativität. Beide wiederum werden im Allgemeinen als attraktiv wahrgenommen. Wer würde es wagen, den Menschen in seiner Kreativität einzuschränken - in seinen Anstrengungen, attraktiv zu wirken?

Zu ändern wäre also die o.g. Wahrnehmung. Aber solange Moderatorinnen und Moderatoren tagtäglich mit Neuem "ausgestattet" werden (und das ist nur die Spitze des medial zelebrierten Konsums), ist ein Sinneswandel unwahrscheinlich. Nicht solange die Werbung der Überflussgesellschaft künstlichen Bedarf einredet und ihr entgegenruft "Gönn dir doch endlich mal was!"

Und dann wird Konsum auch noch als Belohnung bzw. Trost (für all das Schlimme im Leben) empfunden, den man im Spirituellen eben nur noch selten sucht.

15:24 Uhr von Bender Rodriguez

Ich habe den Mädels nie die Schuld gegeben, wenn es mal ausnahmsweise(!) nicht so lief. Meine Klamotten waren meistens grün, blau, braun; einmal ging ich mit weißer Jeansjacke, weißer Jeanshose, weißen T-Shirt und meinen langen dunklen Haaren in eine passende Disco - hat überhaupt nicht funktioniert. Obwohl, ein sehr schönes Mädel hat immer wieder rüber geguckt, aber ihr Freund sah stärker aus als ich.
Normalerweise gehe ich mehr in Richtung Romantik los und mit ausreichend Raffinesse. Die Klamotten sind nicht so wichtig. Klar, wenn man so aussieht wie ich, was soll ich mich noch mehr anstrengen.

Produkte aus der Dritten Welt

Mode hat auch afrikanische und asiatische Designer, hat interessante Modelle und leider zumeist nur einen kleinen Markt oder kommt bei uns nicht an. Die Öffnung unseres Marktes zu einem fairen Austausch wäre eine Ebene, dass Geldverdienen in der Bekleidungsbranche nicht mit Lumpensammeln oder Billigpreisen westlicher Altkleidung in den ohnehin verarmten Regionen in einem Teufelskreis abläuft. Wenn dort begabte Schneider und Tuchehersteller aufgeben müssen, dann allerdings tragen wir mit zu diesem Niedergang heimischer Wirtschaft und Absatzes in der Dritten Welt bei. Mit Lieferkettengesetzen und Blockaden einzelner Anbieter schrumpfen Altkleiderberge nicht. Unser Verbrauch und Konsum hat erst diese Spirale mit angetrieben, dass wir hier Halden haben. Und die Modebranche selbst hat kein Interesse an Rückführung nicht verkaufter Mode gezeigt. Das ist dann wirklich Verschwendung. Und die wird mit faulen Rechtfertigungsphilosophien auch nichts an dem eigentlich Dilemma ändern,

Ja, einfach mal ...

... die Klamotten tragen bis sie vom Leib fallen.

Und nicht jede Mode mitmachen.

Aber die Jugend folgt ja lieber den Influencer...Innen und gibt nichts auf die Umweltbelastung durch die Produktion von Kleidung.

Me2001

"Ständiges Präsentieren von Neuem ist leider ein allgemein anerkanntes Zeichen von Wohlstand, aber auch von Kreativität. Beide wiederum werden im Allgemeinen als attraktiv wahrgenommen. "
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Echt?
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Das ist kreativ? Das trifft doch nur auf Leute zu, die keinerlei Selbstvertrauen haben und sich über Nebensächlichkeuten definieren. Ob teure Klamotten oder dümmlicher Sportwagen, spielt keine Rolle.
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Ich bin ich. Ich bin nicht mein Auto, nicht mein Bankkonto und auch nicht meine Kleidung.
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Und so komme ich seit Jahrzehnzen überall sehr gut zu recht.
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Kreativ bin ich in der Werkstatt, beim Renovieren, im Garten, beim Sport.

'foːɐ̯ʃtɛlʊŋsvɛlt

"Klar, wenn man so aussieht wie ich, was soll ich mich noch mehr anstrengen."
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Jetzt musste ich doch noch schmunzeln. :-)
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Ein Glück sind wir uns nie begegnet . Da hätten wir uns nur unnötig Konkurrenz gemacht.
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;-)

Ein sehr guter Bericht war…

Ein sehr guter Bericht war die Sendung "Vergiftete Flüsse - Die schmutzigen Geheimnisse der Textilindustrie". zu finden i nder Mediathek des ZDF
"https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/vergiftete-fluesse-100.ht…"
Wer das gesehen hat, achtet beim Klamottenkauf darauf. (hoffentlich)

Zum ARD Beitrag: da wird eigentlich nichts neues berichtet. Das sind alles Infos die so schon länger bekannt sind. Interessiert nur fast keinen der Verbraucher. und die hätten es in der Hand da was zu ändern.

Wie Mode fairer werden kann

Weniger ist hier mehr.
Nicht nach 1 mal waschen wegwerfen sondern lange nutzen.

@ 15:64 Bender Rodriguez

"Echt?"

Ja, echt. Ausnahmen wie Sie bestätigen die Regel.

"Das trifft doch nur auf Leute zu, die keinerlei Selbstvertrauen haben und sich über Nebensächlichkeiten definieren."

Korrekt. Das Wörtchen "nur" in Ihrem Satz suggeriert aber, es könnte sich dabei um eine verschwindend kleine Gruppe Menschen handeln. Eine solche Annahme wäre aber ein kolossaler Irrtum.

"Ich bin ich."

Korrekt. Aber zu diesem Standpunkt braucht man eben Selbstvertrauen. Und Geduld. Geduld, auf jemand zu warten, der sich in unser oberflächlichen Gesellschaft noch Zeit nehmen will, mich (im Gegensatz zu meinem Äußeren) kennenzulernen. Das kann eine echte Geduldsprobe werden, wo doch heute Menschen in Sekundenbruchteilen nach links gewischt werden.

16:42 Uhr von me2001

vollste Zustimmung
Es ist einfach erschreckend wer da bei Primemark und Co die billigen, minderwertigen " Fetzen" kauft. Ich bin froh, dass meine Enkelin diesen Modezirkus nicht mitmacht.Sie hat wenige aber dafür hochwertige,nachhaltige und kombinierbare Stücke. Ich bestätke sie und sage: du bist die Zukunft und nicht die die sich das billige PVC Teil kaufen -wir müssen die Natur schützen und nicht sinnllos verbrauchen- Selbst meine Tochter kauft schon mal ein gutes Stück im secobd hand. Leider rennen viele gerade junge Kunden zur "fast fashion°. Die Fashion-Industrie hat mit den höchsten Umweltfußabdruck ( Wasser,Chemiekalien, Transport, Entsorgung usw)

Das erfolgreichste Günstiglabel

Kommt aus China und heißt "Shein".
Ist halt auch Günstigmode in atemberaubenden Massen, Dank Influenzer/Innen auf sämtlichen Socialmedia Kanälen, dicken "Einkaufs Hauls" Videos, Kollektionen mit bekannten Influenzer/Innen und Nonstop Rabattcodes für die ohnehin schon günstigen Klamotten.
Schlägt Shein mittlerweile die Konkurrenz locker vom 1. Platz!
Shein setzt massiv auf Masse, pro Woche kommen über 100 neue Modelle raus und natürlich werden Desginer kopiert ohne Ende....
Das sind Bruttoregistertonnen von Billigklamotten weltweit, denn Shein verkauft weltweit (Ja Ausnahmen mags geben) Ansonsten ist der Hersteller quasi überall....
Und arbeitet mit Influemzer/Innen weltweit....
Das sind schwindelerregende Umsätze!

Nachdenken

... und mehr Second Hand kaufen.

...ttestEineMeinung #Wozu das alles?

Ich habe das Gefühl, je unsicherer oder unzufriedener mit sich selbst ein Mensch ist, desto öfter verändert er sein Äusseres.

Wie me2001 schon zutreffend ausführt, sind das gar nicht mal so wenige.

Und zwar in allen Altersstufen und allen Bevölkerungsschichten.

Mal durch Kleidung, mal durch Tattoos und Piercing - bei Männern auch gerne durch motorisierte Sitzmöbel auf Rädern.

Ich persönlich bin dankbar für das grosse Glück, nie so richtig den Drang in mir verspürt zu haben, meine Zeit mit Mode, Frisuren, Schönheitsidealen oder Statussymbolen zu verschwenden.

@ 17:32 Uhr von Kristallin

Das Fazit kann nur lauten, keine Klamotten von Shein zu kaufen. Und es fallen mir noch einige andere Marken ein, die vor allem Müll und Reißwolf bedienen und ökologisch wie letztlich auch ökonomisch eine Katastrophe sind. Genau was der Name ‚fast fashion‘ in Anlehnung an ‚fast food’ schon sagt.

Als “die Mode“ vor 40 Jahren…

Als “die Mode“ vor 40 Jahren aus den vielen, damals für sie typischen Regionen in die als Billigstlohnländer entdeckten Staaten rund um die Welt zog, da hat sich keiner um die vielen in der damals noch deutschen Kleiderindustrie arbeitenden und ihren Beruf und Auskommen verlierenden Arbeiter,Näherinnen usw um deren faires Behandelt werden gekümmert. Warum wird heute so gerne immer den Problemen der Menschen in Irgendwo gedacht, aber nie denen eigenen hier? Zählen wir hier nichts? Ich habe immer mehr das Gefühl, dass man im eigenen Land, mehr als im Ausland, als Deutscher diskreditiert und einem die Daseindsberechtigung abgesprochen werden soll. Was aber soll mal werden, wenn wir Deutschen ‘endlich‘ weg sind? Wer macht dann für die halbe Welt den Zahlemann? Hier sägen sich ein paar Antideutsche immer mehr die Äste ab, auf denen sie schon so lange sitzen. Wer die wohl dann weiter durchfüttern wird?

Mode

Oscar Wilde wird das Zitat zugeschrieben, Mode sei so hässlich, dass man halbjährlich was Neues brauche.

Warum ist „kaufen“ für Viele so wichtig geworden?

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie es den Arbeiterinnen in...

...Bangladesch geht, wenn wir die Nachfrage nach ihren "nicht nachhaltigen" Textilien stark reduzieren: Sehr viel schlechter! Sie verlieren ihre Jobs und ihr Lohneinkommen.

Ich kenne die Debatte noch aus den 80ern: Damals war Süd Korea das heutige Bangladesh. An Textilien aus Süd Korea "klebt Blut" hieß es damals. Heute hat sich Süd Korea über seinen Export von Billiggütern zu einem der führenden High-Tech Industrienationen mit einer Industriestruktur wie Deutschland entwickelt (außer in der Computerindustrie: da ist Süd Korea besser!). Die Reallöhne in Süd Korea sind seitdem sehr viel schneller gestiegen, als die Reallöhne in Deutschland.

Die Billigklamotten aus Bangladesch werden größtenteils von Jugendlichen mit ihrem Taschengeld gekauft. Damit verhelfen Sie Textilarbeiterinnen in Bangladesch zu einem Einkommen, das sie sonst nicht hätten. Ist das wirklich so schlimm, dass man die Moralkeule schwingen muss?

Sie haben recht @17:54 Uhr von SinnUndVerstand

>>>Das Fazit kann nur lauten, keine Klamotten von Shein zu kaufen. Und es fallen mir noch einige andere Marken ein, die vor allem Müll und Reißwolf bedienen und ökologisch wie letztlich auch ökonomisch eine Katastrophe sind. >>>

Tue ich auch nicht, ich kaufe grundsätzlich SecondHand (ok Online), weil ich bestimmte Marken mag.
Wollte Shein als Mammut in dieser FF Industrie nur erwähnt haben.

Sie haben vollumfänglich recht!

@ Marmolada 15.15

"Wenn ich mir die Kleidung der Außenministerin anschaue - die ist auch nicht aus dem Second-hand-Shop. Ehrlich."
Unabhängig davon, was Frau Baerbock trägt, Sie glauben, dass Kleidung aus einem second-hand-shop als solche erkennbar sein muss? Ehrlich!
"Und für einen 8 std.- Termin eben mal nach Washington fliegen. Wieviel CO 2 wird da produziert?"
Es soll tatsächlich Menschen geben, die mal eben nach New York fliegen zum "Shoppen" (meinten Sie das?!)
Nein, ich weiß, was Sie meinen: Ein*e Politiker*in soll zu Fuß nach Washington gehen als Bedingung dafür, dass Verbraucher*innen faire / nachhaltige Kleidung kaufen.
Das leuchtet ein!
"Aber dem kleinen Bürger*innen ein schllechtes Gewissen beim Essen, Urlaub, Fliegen, Wohnen, Heizen, Auto fahren einimpfen."
Eher den Menschen überhaupt ein Gewissen machen - zu seinem und anderer Menschen Bestem. Und einimpfen ist aktuell dringend notwendig!
"Alles mal hinterfragen - auch oben"
Oh ja!

@ René Macon 18.10

Eine Frage: Sind Sie an einer der Firmen beteiligt, die Menschen unter erbärmlichen, unzumutbaren, grausamen, menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen schuften lassen?
Anders kann ich mir Ihren - zurückhaltend ausgedrückt - die Realität leugnenden und absolut unmoralischen Beitrag nicht erklären.

18:07 Uhr von Kambrium2

"Warum wird heute so gerne immer den Problemen der Menschen in Irgendwo gedacht, aber nie denen eigenen hier? Zählen wir hier nichts?"

Für internationale Konzerne, ihren Marketingdirektoren, ihren Controllern und den beauftragten Werbeagenturen zählen beide Gruppen ohne Unterschied. Mal mehr aus dem Blickpunkt der einen Abteilung, mal mehr aus dem der anderen. Am Schluss kommen beide Gruppen und alle betroffenen Nationalitäten, Arbeiter und Konsumenten, erst getrennt, dann zusammengeführt als abstrakte Zahlenwerke in die Bilanz. Identitäten nutzt man zur Zielgruppenanalyse, Märktesegmentierungen, für gezielte Werbeansprache, für die Planung von Investitionen, Kapitalbedarf, Kostenkalkulation und die Grenzkosten im Wettbewerb usw. Das von wegen Nationen wie früher, damit haben die nichts am Hut; bringt nicht viel ein - höchstens politischen Ärger, den es zu meiden gilt.

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