"Recht auf Vergessen" - Einigung auf neue EU-Datenschutzrichtlinie

15. Juni 2015 - 16:53 Uhr

Europas Internet-Nutzer sollen mehr Rechte und besseren Schutz ihrer Daten im Internet erhalten. Darauf verständigten sich die EU-Justizminister. Künftig gelten in allen Ländern einheitliche Regeln. Außerdem sieht die Neuregelung ein "Recht auf Vergessen" vor.

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Kommentare

Endlich mal ein Thema, bei dem die EU etwas bewirken kann, mit dem die viele Bürger auch einverstanden sind.
Hierfür brauchen wir die EU, für viele andere Themen und Bevormundungen benötigen wir sie nicht.

wird besonders bei Politikern beliebt werden, da sie im öffentlichen Leben stehenund negative Stellen im Lebenslauf gerne verschweigen. Wenn man sich selbst Rechte schaffen kann, wird Datenschutz groß geschrieben.
Die Reformen der Nachrichtendienste bedarf es dagegen nicht (auf Bundes-/Länderebene), da gibt es keinen Datenschutz. Wer nichts zu verstecken hat, der brauch keine Angst zu haben... Ein schöner Gedanke.

"Umstritten ist aber noch, wie genau die Bürger künftig der Weiterverabeitung ihrer Daten zustimmen sollen. Einige Staaten und das Europaparlament wollen, dass Nutzer ganz explizit ihr "Ja" dafür geben."

Das sollte selbstverständlich sein !!! Diese Unsitte vieler Unternehmen, sich Zustimmungen faktisch durch die Hintertür zu erschleichen indem alles als (konkludent) zugestanden gilt, solange kein Widerspruch erfolgt, muss endlich aufhören!

Ich finde den Vorstoss einerseits sehr gut. Im schnelllebigen Internetzeitalter dauert das allerdings etwas lange. Aber so ist das eben bei Demokratien. Auf der anderen Seite sollte es einen Interessensausgleich geben. Firmen sollten nicht komplett abgeschnitten werden. Zuviel Freiheit ist natürlich auch nicht gut. Es sollte auch geklärt werden wie Firmen behandelt werden, die wiederum Dienste anderer Firmen in Anspruch nehmen. Bürger arbeiten nunmal in Firmen, daher sollte diese Frage jeden betreffen. Ein veraltetes Arbeiter/Arbeitgeber-Bild wie man es heute oft antrifft muss hier auch überholt werden, denn Firmen sichern auch Arbeitsplätze. Ein Bispiel etwa wäre wenn eine Firma bei Google My Business oder ähnliches ohne gefragt zu werden gelistet wird und dann die Daten einfach weiterbenutzt werden, obwohl man die Seite wieder gelöscht hat. Aber soweit denken die Politiker wahrscheinlich wieder nicht.

Gilt das dann auch für die in den USA gehosteten Daten ? Ansonsten wäre das Gesetz zwar trotzdem begrüßenswert, würde aber nur einen Teil der Daten erfassen - und was nutzt es wenn Daten auf einem Server gelöscht werden, auf einem anderen aber erhalten bleiben ?

Vorsorge wäre auch angebracht - besondere Bedenken habe ich bei Jugendlichen, in ihrer Naivität neigen die dazu etwas mehr preiszugeben als gut wäre - vieles könnte sich im Erwachsenenalter als Problem erweisen. Hier müsste ausserdem noch Aufklärung betrieben werden - die Jugendlichen dürfen damit auf keinen Fall alleingelassen werden.

Jahrzehnte nachdem mich meine Lehrer dafür zusammen gefaltet hatten, stellt sich jetzt heraus das ich das Recht dazu hatte.

Viel mediales Tamtam, aber im Grunde genommen keine Substanz. Der alte Satz "das Netz (Internet) vergisst nie", scheint bei unseren Politikern noch in keiner Weise angekommen zu sein bzw. als bloße Worthülse gesehen zu werden. Fakt ist und wird auch zukünftig bleiben, dass, was einmal geschrieben/gespeichert wurde, erhalten bleibt! Da ändert auch der Wunsch der EU nichts, (unliebsame?) Daten löschen zu lassen; und ich rede hier von richtigen Daten, nicht von irgendwelchen Verlinkungen (Suchergebnissen). Dieser Unterschied scheint ja nicht mal unserem Europäischen Gerichtshof klar zu sein. Der Wunsch der EU, dass dieser Datenschutz auch außerhalb der EU gelten solle, ist nur als Wunschträumen zu klassifizieren. Glaubt denn jemand aus der EU ernsthaft, dass z.B. ein Unternehmen mit Hauptsitz in den USA oder China sich vorschreiben lassen würde, was auf ihren Servern gespeichert wird!

wehren sich dagegen, weil auch Kredit/Geld eingentlich ja nur eine Ware ist und alles was an der Datenspeicherung und somit 'Verdienst' der sogenannten Kreditüberwachung dran hängt, dann wefallen würde. Schufa, Creditreform etc. jegliche Inkassobetreiber, egal wie gestaltet und man dazu stehen mag.

für die USA bleibt, ist das ein Satz mit X. Denn die größten Datensammler sitzen nun mal in den Staaten, und von den Geheimdiensten rede ich da mal gar nicht.
Trotzdem ist der Ansatz positiv. Nur verstehe ich nicht, wie das gleichzeitig mit der Vorratsdatenspeicherung diskutiert. Das ist paradox.

Der Gesetzgeber mag dem Bürger das Recht einräumen, seine Daten aus dem allgemein sichtbaren Web bzw. dessen (theoretisch) gesetzlich regelbaren Teil zu entfernen; damit sind sie aber nur unsichtbar und für die Facebooks da draußen allein durch das zusätzliche Merkmal „ist jemandem peinlich“ noch wertvoller geworden.

Die Geheimdienste sind da auch ein schönes Beispiel; prinzipbedingt unkontrollierbar und nur durch ihre Kapazitäten (noch) daran gehindert, einmal alles abzuschnorcheln. Wer da versucht, Dinge zu verstecken, ist verdächtig.

Der „schöne“ Gedanke führt so, zu Ende gedacht, direkt in die Selbstzensur. Das Wissen, dass sowieso mitgelesen, ausgewertet und gespeichert wird, führt nachweislich zu vorbewussten Verhaltensänderungen.

Wollen wir das? Offenbar ja, denn sonst täten wir ja was dagegen. Wir würden vielleicht auch mal Politiker wählen, die uns nicht ständig anlügen (erinnert sich noch jemand an das „No-Spy-Abkommen“?).

Warum tun wir das eigentlich nicht mal? Na?

Ja klar, jetzt werden angebliche Standarts für die gesamte EU festgeschrieben.
Und wenn es dann zur Untrerschrift unter das TTIP Abkommen kommt, wird Brüssel das ganze dem TTIP Abkommen zum Fraß vorwerfen, weil dann ist es ja EU Recht, und das geht vor Landesrecht.
Schau mer mal !!!

Vor einigen Tagen hat Frau Merkel noch angemahnt, das die Deutschen doch ein wenig vom Datenschutz abrücken zu Gunsten der Wirtschaft.
Und jetzt das?
Man darf wie immer bei der EU gespannt sein, was wirklich dabei am Ende heraus kommt.

Das ist sehr zu begrüßen, wenn es denn durch kommt.
Ich hab das dumpfe Gefühl dass GB da nicht mitmacht...

Natürlich muss die Tagesschau mal wieder den einzigen positiven Punkt rausheben. Die deutlich schlechteren Bedingungen bzgl. Datensparsamkeit und das Auskunftverlangen, das ins Leere läuft, wenn das Unternehmen meint, dass seine Interessen dagegenstehen (Geheimhaltung wg. Geschäftsgeheimnis usw.) werden gar nicht angesprochen!

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