Kommentare - Bundestag zu Sterbehilfe: Suizid soll kein Geschäft sein

09. Juni 2015 - 15:58 Uhr

Es gibt Organisationen, die Menschen geschäftsmäßig beim Suizid helfen. Damit möchte eine parteiübergreifende Gruppe von Parlamentariern nun Schluss machen. Sie legte einen Gesetzentwurf vor, der das Geschäft mit der Sterbehilfe unter Strafe stellen soll.

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Kommentare

Verbot durch die Hintertür

Vereine, die professionell helfen brauchen auch Geld für professionelle Betreuung.

Wenn noch nicht einmal Mitgliedsbeiträge erlaubt sind, wie soll dann eine Hilfe aussehen ? Alles Freiwillige, die trotzdem 24h zur Verfügung stehen ?

Typisch weltfremde deutsche Entscheidung.

Schaut Euch doch die Regeln in der Schweiz an. Die funktionieren.

Warum müsst Ihr den Deutschen Bürgern immer alles vorschreiben wollen !!

Oder lasst Sie wenigstens bei den Gesetzen entscheiden !!

Und wieder....

...kommt der Staat und will seinem Souverän sagen, was er zu tun und zu lassen hat...

pervers ist ja nicht die Hilfe beim Sterben ...

... die meist nur ein Abstellen der lebensverlängernden Maßnahmen und angemessene Schmerzlinderung umfasst, sondern vorzüglich widerlich und im Maßstab kaum mehr zu überbieten ist die künstliche Erhaltung des Lebens in völlig aussichtslosen Fällen, um durch Intensivmedizin und Intensivbetreuung ordentlich Kasse zu machen. Denn das dürfte in deutschen Krankenhausbetrieben eher die Regel als die Ausnahme sein.

Bundestag zu Sterbehilfe: Suizid soll kein Geschäft sein

Zunächst ist es richtig das Sterbehifle kein Geschäft werden soll ! Aber es sollte dem schwererkrankten und todgeweihten Menschen die Möglichkeit zum selbstbestimmten Sterben gegeben werden. In vielen Religionen ist Suizid weder geächtet noch verboten - außer im Christentum ! Die Gegner der Sterbehilfe verkennen hier das Gebot der Menschlichkeit - ein Sterben in Würde zu gewährleisten. Ein todgeweihtes Tier bringt man zum Tierarzt, der es einschläfert. Gegenüber den Tieren sind wir humaner als gegenüber unserer eigenen Spezies. Hoffentlich müssen die Politiker, die gegen Sterbehilfe sind nicht irgendwann unter Qualen (wenn Sie selber todkrank sind) feststellen, dass Sie bei der Abstimmung im Bundestag einen Fehler gemacht haben.

Schritt zurück

Mit dieser Regelung werden Strukturen zerschlagen, die eine professionelle Sterbehilfe ermöglichen.

So bleiben für diese Aufgabe lediglich unerfahrene Laien. Wer Erfahrung hat läuft gefahr, dass Geschäftsmäßigkeit unterstellt wird.

Ich würde beim geplanten Ableben wollen, dass alles glatt läuft. Das kann es aber nur, wenn die Beteiligten wissen was sie tun.
Der Hintergedanke mag in Ordnung sein - niemand sollte sich daran eine goldene Nase verdienen können. Das ließe sich allerdings auch anders realisieren. Zudem sorgt der Begriff der Geschäftsmäßigkeit zu einer rechtlichen Unsicherheit, denn Geschäftsmäßigkeit wird teilweise sehr schnell unterstellt.

Beihilfe zum Suizid liegt im Trend

Der Sterbewunsch ist oftmals Ausdruck einer vom Patienten empfundenen Ausweglosigkeit, bei optimaler palliativmedizinischer Versorgung würde der Patient diesen Weg möglicherweise aber nicht gehen wollen.

Wie auch immer, lebensverlängernde Massnahmen sind in einer vergreisenden Gesellschaft nicht tragbar und so wird auch die Akzeptanz des assistierten Freitods zunehmen. Spätestens bei Renteneintritt der geburtenstarken 60er Jahrgänge wird man die Beihilfe zum Suizid auch als einen Beitrag zur Schonung der Renten-, Sozial- und Krankenkassen begrüßen (dies aber aus ethischen Gründen öffentlich nicht aussprechen).

Heikel wird es natürlich, wenn von todkranken Menschen fast schon erwartet wird, den Suizid-Weg zu gehen.

Suizid soll kein Geschäft sein

Wäre ja auch blöd, weil daran die Industrie nicht so viel verdient, als an der Medizin. Aber beides könnte durchaus lukrativ werden?

@16:42 von rkleylein

"Hoffentlich müssen die Politiker, die gegen Sterbehilfe sind nicht irgendwann unter Qualen (wenn Sie selber todkrank sind) feststellen, dass Sie bei der Abstimmung im Bundestag einen Fehler gemacht haben."

Hoffentlich hat so ein Staat dann nicht jede christlich-mitmenschliche Tugend verloren, dem ökonomisch-wertlosen Leben dennoch eine Chance zu geben? Und vielleicht wäre solch ein "hoffnungsloser Fall" ganz dankbar, notfalls mit palliativer und seelsorgerlicher Hilfe am Leben gehalten worden zu sein, wenn es einen späteren Heilungsweg gibt?

Wer kann sich anmassen, gemäss der Normen eines hedonistischen Zeitgeists über angeblich nicht mehr lebenswertes Leben urteilen zu können? Wie gross muss der Leidensdruck sein, dass ein lebensmüder Mensch in dieser Leistungsgesellschaft sich als fehl am Platze einstufen muss und sich selbst entsorgen will?

Dass alles steckt hinter dem 5. Gebot 'Du sollst nicht töten'. Entsprechend der Prägung Deutschlands, ist die Beachtung dessen angemessen.

Mitgliedsbeiträge

"Die in der Satzung ausgewiesenen Mitgliedsbeiträge betragen einmalig bis zu 7000 Euro."

Wenn ich 7000 Euro hätte, hätte keiner meiner drei Suizid-Versuche stattgefunden.

Christliche Lobby

Mal wieder ein Gesetz, welches auf Druck der Kirchen zustande kommt, die allen Menschen ihr Dogma der verbotenen Selbsttötung aufs Auge drücken wollen.
Da leistet die christliche Lobby wieder ganze Arbeit.
Wer keine Verwandten hat und nicht mehr in der Lage ist, Suizid zu begehen, ist das Opfer dieser Lobby und wird von ihr entmündigt. Quasi eine religiöse Geiselhaft.

Ich kann nur eines sagen: Wenn ich Suizid begehen will und dazu Hilfe benötige, und mir nur die Möglichkeit einer profesionellen Organisation bleibt, werde ich alle Hebel in Bewegung setzen um ins Ausland zu gelangen, wo dies möglich ist.
Ich lasse mir doch von religiösen Unterdückern nichts vorschreiben!
Wenn ihr Christen euch nicht töten wollt, ist das eure Sache, aber lasst gefälligst alle anderen mit eurer verquasten, unmenschlichen Ideologie in Ruhe!

"Sterbehilfe soll kein Geschäft sein" ...

...wohingegen Kliniken an unnötiger Lebenserhaltung / Verlängerung im Allgemeinen nicht schlecht verdienen.....

Was eine famose Bigotterie.

Was christlich ist, steht in der Bibel

<<< In vielen Religionen ist Suizid weder geächtet noch verboten - außer im Christentum ! >>> von rkleylein. ### Wo steht das in der Bibel? Es mag im Katholizismus oder im Protestantentum gebranntmarkt werden, aber in der Bibel?

christlich oder katholisch?

<<< Mal wieder ein Gesetz, welches auf Druck der Kirchen zustande kommt, die allen Menschen ihr Dogma der verbotenen Selbsttötung aufs Auge drücken wollen.
Da leistet die christliche Lobby wieder ganze Arbeit.
Wer keine Verwandten hat und nicht mehr in der Lage ist, Suizid zu begehen, ist das Opfer dieser Lobby und wird von ihr entmündigt. Quasi eine religiöse Geiselhaft.>>> von Elvenpath. ### Das klingt mir nach römisch-katholisch, aber nicht nach christlich.

Bitte keine Einmischung

Alles, was der Mensch auf dieser Erde benötigt, ist ein Geschäft, auch sein Tod, siehe Bestattungsunternehmen. Und wie immer urteilen hier Leute (Politiker, Kirche), die selber nicht von dieser Situation betroffen sind. Liebe Leute, lasst euch von Politik und Kirche nicht bevormunden!

Ich frage mich...

... weshalb man zum Leben per Gesetz gezwungen wird, wenn man es nicht möchte?
Das ist doch exakt das gleiche, wie zum Tode verurteilt zu werden (wenn man mal die Straftat kurz außer Acht lässt).
Das kann nur materiell motiviert sein!

Aber "Fremdmord" ist natürlich was anderes

Da werden famose Geschäfte mit dem Tod von Menschen gemacht, und zwar ohne dass sie darum gebeten hätten, zu sterben. Aber wir liefern die Waffen, mit denen sie umgebracht werden, helfen z.T. sogar dabei, die Konflikte anzuheizen, und einige verdienen sich eine goldene Nase damit. Diese "Moral" ist unterirdisch. Von solchen Leuten lasse ich mir schon zweimal nicht vorschreiben, wie meine letzten Stunden aussehen.
Etwas persönlicheres als den Tod kann ich mir nicht vorstellen. Wie man überhaupt dazu kommen kann, sich da einmischen zu wollen, wird mir unverständlich bleiben. Aber da sind wohl einige schon so weit abgehoben, dass sie gar nicht mehr merken, wie sie das ihnen gegebene Mandat karikieren.
Ach ja, aus dem Artikel: Auch palliative Behandlungen ... sollen künftig erlaubt bleiben.
Na, wenn das nicht absolut großzügig ist!

Meine ureigenste Entscheidung

Da will wohl jemand meinem Arzt verbieten, mir einen Fallschirm zu verschreiben an dem ich wenns soweit ist die Reißleine ziehen kann.
Muß ich dann also zum Strick greifen (oder ähnliches)?
Bisher ist mir nicht gelungen mit dreifachem Krebs die notwendigen Medikamente zu besorgen. Da werde ich wohl in die Illegalität getrieben....

Es gibt ihn noch den Ungeist ...

... der meint in alles eingreifen zu dürfen.
Es sind auch noch die selben Typen, nur mit anderem Vorzeichen.

Sterbehilfe soll kein Geschäft sein

"Sterbehilfe soll kein Geschäft sein" ... also statt geschulte Menschen, Amateure.
Da bleiben nur die eignen Kinder.
Das diese dadurch belastet werden könnten ist der Regierung egal.
Nein das ist keine Entscheidung fürs Leben sondern für den Profit.

Einerseits ist die

Einerseits ist die "moralische" Argumentation verständlich... "Das Geschäft mit dem Tod!!!"
-
Andererseits müsste man dann ebenso verhindern, dass Ärzte, Pharmazeuten und Pfleger sich "an dem Leid ihrer Patienten zu bereichern". Medizin und Pflege müssten nach dieser Logik völlig kostenlos sein.
-
Und vergessen wir nicht das Bestattungshandwerk.

Erlaubt den Menschen doch endlich zu sterben.

Es ist einfach nur eine Gemeinheit Todkranke unter ihren Schmerzen zwangsweise noch mehrere Jahre leiden zu lassen. Für sie ist es eine Ewigkeit.

Suizid soll kein Geschäft sein?!

Aber künstlich am Leben lassen als Geschäft ist voll ok, oder wie? Da rechnet aber noch mal genauer nach...
Ich glaub es geht los.

Nicht nur für diesen Bereich...

...ist die Schweiz ein gutes Vorbild. Einen Menschen leiden zu lassen, der sterben will, es aber nicht mehr selbst durchführen kann, ist kein Akt der Liebe, es ist ein Akt der Unmenschlichkeit. Jesus rotiert schon im Grab angesichts der Selbstgerechtigkeit so genannter Gutmenschen, die Gutes tun wollen und genau das Gegenteil damit erreichen.

Da hat die Lobby

ja wieder ganze Arbeit geleistet. Wer wird hier eig. vertreten? Aber, was rede ich. Abschalten und sich mit schöneren Dingen beschäftigen. Rückzug ins Private. Biedermeier ist angesagt und Muße statt politischer Buße.

Tod: Eigene Entscheidung!

Wer nach einem selbstbestimmten Leben selbstbestimmt sterben will, sollte dies in einer notariellen "Sterbeverfügung" (ähnlich Patientenverfügung) niederlegen dürfen. Dieses Verfahren würde die aktive Sterbehilfe diskussionslos auf den Personenkreis beschränken, der sich mit seinem eigenen Tod intensiv auseinandergesetzt hat. Und ist Selbstbestimmung kein Menschenrecht?

@goho 21:42

Und ist Selbstbestimmung kein Menschenrecht?
Sollte es eigentlich sein. Aber genau darum geht es hier. Wir führen ein fremdbestimmtes Leben, da ist es nur konsequent, wenn auch unser Tod nicht uns selbst überlassen wird.
Ich wünschte, diese Debatte würde helfen, dass sich die Menschen endlich Gedanken darüber machen, ob sie noch selbst Herr ihres Lebens sein wollen. Nicht erst im Angesicht des Todes, sondern schon vorher.

Liebe Politiker in euren

Liebe Politiker in euren Glasbauten, fernab der paliativabteilungen.

Manchmal wenn Menschen alt und schwer krank sind und ihr Leben gelebt haben, dann macht es sie nicht glücklich wenn ihr magensonden in Sie hineinsteckt oder ihnen soviele Schmerzmittel verabreicht das sie sie garnicht mehr bei sich sind und klar denken können.

Manchmal ist ein Buch das das Leben schrieb einfach ausgelesen. Gönnt dem Verfasser des Buches seine würde selbst zu bestimmen wie seine Geschichte in würde endet.

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