Kommentare

Ein Streik soll in erster

Ein Streik soll in erster Linie den Arbeitgeber treffen, damit dieser sich bewegt. Dieser Streik entlastet den Arbeitgeber der Streikenden, da er sich die Personalkosten sparen kann und trotzdem Einnahmen hat. Die Dummen sind die Eltern, die auf Betreuung angewiesen sind. Dieser Streik verfehlt das Ziel und bereitet Unbeteiligten erhebliche Schwierigkeiten.
Solange Kinder noch in der Kita sind, kann man sie notfalls mit zur Arbeitsstelle nehmen. Werden die Horte bestreikt, hat man ein Problem, wenn man sein Kind erst um 8 Uhr abgeben kann und schon um 11 Uhr wieder abholen muss. Und dann noch unbefristet streiken? Da wird jeder Arbeitgeber großes Verständnis haben, wenn man streikbedingt nicht zur Arbeit erscheinen kann.
Ich habe für den Streik kein Verständnis!

Ein Streik muss weh tun

Der Streik ist das letzte Druckmittel, was Arbeitnehmer haben. Der Arbeitgeber kann die Forderungen der Streikenden erfüllen. Wenn nie gestreikt wird, und in Deutschland wird sehr wenig gestreikt im Vergleich zu anderen EU-Ländern, bleiben die Arbeitnehme auf der Strecke. Sie müssen immer mehr tun, bekamen aber nicht mehr Geld. Die öffentliche Hand gibt für griechische Bank(st)er viele Milliarden aus, nicht aber für die Mitmenschen, die sich um das Wichtgste was wir haben, die Kinder und Jugendliche, kümmern. Das ist nun mal nicht zu begreifen.

Wer Streikt wirklich?! Nur Kitas?! Nein!

Zunächst muss ich anmerken, bei dem Tarifstreik geht es nicht nur um die Mitarbeiter der Kindergärten, sondern um die ganzen Bereiche der sozialen Arbeit.
Egal ob Sozialassistenten, Heilerziehungspfleger, Erzieher, Sozialpädagogen/-arbeiter, etc..., es geht um eine Aufwertung der Gehälter für die gesamten Berufspaletten des TVÖD S+E.
Generell ist die soziale Arbeit, d.h. ob mit schulischer Ausbildung oder abgeschlossenem Studium, schlechter bezahlt als nahezu jeder andere Job im handwerklichen, industriellen, bzw. im betriebswirtschaftlichen Bereich mit entsprechender Ausbildung, bzw. entsprechendem Studienabschluss.
Zudem besteht ein deutlicher Mangel an gut ausgebildeten Sozialpädagogen, Erziehern , Sozialassistenten, etc..., da die Arbeit schlecht bezahlt wird und kaum Anerkennung durch Arbeitgeber und Gesellschaft erfährt.
Es kann daher nicht von überzogenen Forderungen gesprochen werden, sondern einer grundlegenden Anerkennung der sozialen Arbeit.

@12:47 von Supergrobi

Ich habe für den Streik Verständnis (und ich gehöre definitiv NICHT zu den Streikenden!).

Ähnlich wie bei etlichen Kommentierungen zum GDL-Streik glaube ich hier zwischen den Zeilen die Forderung bzw. den Wunsch zu lesen, daß ein Streik, den jemand anders als der Arbeitgeber als störend empfinden könnte, nicht mehr stattfinden darf.

Nur: Wann kommt es denn überhaupt zum Streik? Wenn normale Verhandlungen zwischen AN und AG nicht (mehr) möglich sind. Und das scheint inzwischen normalen zu sein. Da ist nichts mehr mit Verhandeln. Heutzutage werden einem normalen AN die Vertragsbedingungen alternativlos vor die Nase geknallt. Wems nicht paßt, soll eben gehen.

Liebe Leute- wendet euch an die Arbeitgeber und fordert sie auf, ihren AN Bedingungen anzubieten, die Streiks unnötig machen! Das wäre eine sinnvolle Unterstützung der Streikenden! Laßt euch nicht immer wieder gegeneinander aufhetzen!!

Der Streik ist notwendig ....

Die Erzieher/innen leisten für die Gesellschaft eine sehr wichtige Arbeit. Immer wieder die Kosten ins Spiel zu bringen ist im Zuge der Steuerermäßigungen die große Firmen wie Starbucks / Amazon und Co in der EU & Deutschland erzielen nicht hilfreich.
Schon wenige Prozentpunkte dieser dem Staat entgangenen Steuern sind ausreichend um alle Erzieher/innen angemessen zu entlohnen.

Wer streikt noch alles ?!

Es streiken Jugendämter, Sozialdienste, Jugendgerichtshilfen, Pflegekindergienste, Streetworker, Erwachsenenbildung, offenen Kinder- und Jugendbereiche, Stationäre Jugendhilfeeinrichtungen, stat. Clearingstellen für Kinder und Jugendliche, Behindertenhilfe, Gesundheitsämter, Sozialämter, uvm...

Warum fällt das niemanden auf? Weil die Menschen die durch diese ArbeitnehmerInnen berteut und versorgt werden, keine Lobby haben.

Diese vielen ArbeitnehmerInnen des TVÖD S+E Bereichen, übernehmen den Schutz und die Führsorge für die Gesellschaft, die dieses nicht kann, bzw. will.

Dieses sollte Anerkennung finden! Nicht nur finanziell.

Wenig Geld?

Man muss hier einfach mal sagen, dass Erzieher in HH beispielsweise in der höchsten Gehaltsstufe 3.319 € monatlich verdienen (das entspricht schon dem Durchschnittsbrutto in Deutschland) dazu gibts es eine Jahressonderzahlung, eine leistungsorientierte Bezahlung, eine betriebliche Altersversorgung, die Arbeitsplatzsicherheit des öffentlichen Dienstes sowie 30 Tage Urlaub. Wer hier sagt, dass wäre wenig: schaut euch mal an, was man in welchen Berufen so verdient.
Als Vater habe ich viel größeres Interesse daran, dass in den Kitas der Betreuungsschlüssel verbessert wird. Setzen sich die Gewerkschaften mit ihrer Lohnforderung durch, ist anzunehmen, dass sich der Betreuungsschlüssel aufgrund der Mehrkosten weiter verschlechtern wird.
Eltern, die die Gehaltsforderungen der Erzieher unterstützen, handeln somit gegen ihre eigenen Interessen!

Böse Lockführer, arme Kindergärtner

Habt ihr schon einmal ein Interview mit einem Lokführer gesehen?
Nein? Wird es auch nicht geben!
Sonst bekommt man in diesem Land noch Mitleid mit den Lokführern.
Gestern in der Aktuellen Stunde wurden jedoch streikenden Erziehern die Mikrophone unter die Nase gehalten. Wenn es denn Lokführern anscheinend so gut geht, dass sie nicht streiken dürften, dann sollten die Erzieher vielleicht Lokführer werden! :)
Dabei ist der Job des Lokführers nicht nur genauso verantwortungsvoll, sondern eher monotoner als der eines Kindergärtners.

Wir müssen den Streik erst lernen

Leider müssen wir uns in Deutschland erst an die echten Streiks, Deutsche Bahn ist erst der Anfang, jetzt gehts weiter mit den Kitas, herantasten. Wir müssen das Streiken erst noch lernen.
Ich arbeite in Sachsen in einer Kita, hier haben wir einen der schlechtesten Schlüssel von ganz Deutschland - 13 Kinder auf einen Erzieher/in, was bedeutet, dass jedes Kind mit 9 Stunden/Vertrag einen Platz belegt. Jedoch haben die meisten Kinder 7- 8 Stunden, manche auch nur 5 Stunden usw. Im Schnitt ist ein Pädagoge für ca. 17-18 Kinder zuständig, die Qualität leidet. Urlaub, Weiterbildung und Krankheit sind noch nicht im Schlüssel berechnet. Es wird Zeit, dass alle Pädagogen auf die Straße gehen, es muss eine einheitliche gute Lösung leider erzwungen werden. Wir müssen den Streik als Widerstand gegen Politik und Arbeitgeber für uns in Anspruch nehmen. Frau Merkel und die anderen da oben können eine bessere Zukunft, durch bessere Bedingungen in unseren Kitas einleiten.

Wer verdient was?

Leider ist es in Deutschland auch im Freundeskreis unüblich über Gehälter zu sprechen. Daher weiß kaum einer wieviel wer verdient. Wie hoch ist denn das Brutto Einstiegsgegalt ohne Zuschläge? Lokführer ? Polizist?

Spaltung und Neid

Liest diese Beiträge noch jemand? Es ist schon erstaunlich wie sich die große Schicht von Arbeitern und Angestellten gegenseitig zersetzt. Zumindest kommt einem der Eindruck auf wenn man die Beiträge einiger Foristen liest. Auch wenn dies schon als repräsentativ für die fehlende Wertschätzung gegenüber den abwertend als "Kindergärtnerinnen" bezeichneten angeführt werden kann hat sich doch viel in der öffentlichen Wahrnehmung verändert. Breite Teile der Gesellschaft anerkennen heute mehr den je die Soziale Arbeit und die Forderungen finden in der Bevölkerung großen Rückhalt. Jeder der Hetzer sollte sich Mal fragen was ihm Kindererziehung, Kinderschutz, die Betreuung von Menschen mit Behinderung und in schwierigen Lebenslagen, kostenlose Erziehungshilfen für überforderte Eltern, die Arbeit in Kinder- und Jugendtreffs etc. eben auch finanziell Wert ist. Natürlich gibt es auch andere Bereiche die schlecht und schlechter bezahlt werden. Streiken wir dann bald alle für weniger Lohn?

@sapealpesa - 15:11

"Man muss hier einfach mal sagen, dass Erzieher in HH beispielsweise in der höchsten Gehaltsstufe 3.319 € monatlich verdienen"

Falls Sie Tarifstruktur im TVöD kennen, wird die höchste Gehaltsstufe erst nach über 15 Jahren in dieser Tätigkeit fällig. Nebenbei werden die meisten Stellen im KiTa-Bereich in Teilzeit ausgeübt.

"Schaut euch mal an, was man in welchen Berufen so verdient."

Welche Berufe möchten Sie denn mit dem Berufsbild einer Erzieherin hier in puncto Vergütung vergleichen?

"Als Vater habe ich viel größeres Interesse daran, dass in den Kitas der Betreuungsschlüssel verbessert wird."

Na, dann mal los! Setzen Sie und die anderen stets nörgelnden Eltern sich doch konsequent für verbesserte Stellenschlüssel ein. Protestieren Sie gemeinsam vor dem Landtag oder Ihrer Stadtverwaltung - die Massen werden riesig sein!

Öffentliche Stellenschlüssel in Tarifverträgen zu verhandeln ist nicht möglich.

Sie sind gefragt...

@bernd-fuchs

Ich stimme ihnen gänzlich zu. Als Kitaleitung einer Einrichtung mit Notgruppen erlebe ich viel Zuspruch von Eltern, welche sich dankenswerterweise eine eigene Alternative gesucht haben, und ebenso viel Unverständnis. Dabei fallen dann Argumente wie, mit meinem Kind zu Hause kann ich bei homeoffice nicht ruhig arbeiten. Was aber bedeutet es für Erzieher, wenn sie alle Kinder mit ihren Bedürfnissen tgl. fordern und fördern sollen? Egal ob Kinder wollen oder können( Stichwort kranke Kinder in Kitas).
Wir machen unseren Beruf mit Leidenschaft und Liebe, aber uns fehlt die Wertschätzung. Wenn alle denken, dies könnte jeder, warum werden Kinder dann tgl. 10 Stunden in die Kita gebracht, obwohl Mama nur 5 Stunden arbeitet? Oder Mama und Papa arbeiten rund um die Uhr, aber warum dann die Entscheidung für ein Kind? Allen andersdenkenden und verantwortungsbewussten Eltern ein dickes Dankeschön für Eure Unterstützung. Auch und ganz besonders im Namen euer Kinder

beide Seiten verständlich

Die Gehälter der Kindergärtnerinnen gehört schon seit langem deutlich erhöht. Durch die Kleinkinderbetreuung und dem massiven Ausbau der Krippen für 0-3-jährige hat sich die Belastung und die Anforderungen für das Personal nun auch noch deutlich verschärft. Wenn nun aber ein Betreuungsschlüssel von 3 oder weniger Kindern gefordert wird, dann ist das realitätsfremd. Denn dann ist man ja beinahe beim Ideal-Betreuungsschlüssel 1:1, wie es eigentlich auch daheim der Fall sein könnte. Also dank dem massiven Ausbau der Krippen leidet nun auch die Qualität. Überall fehlt es an qualifizierten und vom Persönlichkeitsprofil passende Erzieherinnen, weil nur wenige bereit sind den "Job" zu tun, der eigentlich von den Eltern erbracht werden sollte.
Ich verstehe im aktuellen Konflikt beide Seiten: die Erzieherinnen wollen berechtigterweise mehr Geld, vielen Kommunen fehlt dafür aber schlichtweg das Geld. Und die meisten Eltern der Kleinsten sind ebenfalls nicht bereit, mehr auszugeben.

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