Kommentare - Brüssel: Europa soll digitaler werden

06. Mai 2015 - 17:43 Uhr

Europa liegt bei der Digitalisierung hinter den USA. Nun bläst Brüssel zur Aufholjagd, will die Digitalwirtschaft in Schwung zu bringen. Dabei sollen auch die Hürden für grenzüberschreitenden Online-Handel eingerissen werden.

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Kommentare

Das soll Alles sein ? Viel zu

Das soll Alles sein ? Viel zu wenig. So gehört z.b. in Deutschland die Störerhaftung abgeschafft, damit jeder sein WLAN Allen frei und ohne Passwort zur Verfügung stellen kann.

Generalschlüssel an die EU

Alles in die Wolke, leicht zuteilbar mit Personalausweisnummer, Adresse und Bankverbindung und das Passwort dafür bitte an die jeweiligen Sicherheitsbehörden :)

Warum nur, kann ich dem Ganzen nicht so recht glauben?

Weil das Internet schon seit 20 Jahren Massenmedium ist und der Spruch „digitale Reise“ aus Brüssel deshalb zeitlich etwas deplatziert wirkt?

Weil man weiß, dass 20 000 sehr teure Lobbyisten in Brüssel Politiker treffen, sie zum Essen ausführen, mit ihnen Meetings abhalten.

Und das sicher nicht aus Altruismus tun. Sondern im Dienste ihrer Firmen. Denen sie viel Geld kosten.

Und wann geben große Konzerne sehr viel Geld aus?

Wenn sie sich dafür noch viel größere Gewinne erwarten.

Deshalb bin ich fürs Erste einmal sehr misstrauisch.

Es wäre ja nicht das erste Mal, wo eine Sache als wichtig für Europa, „um nicht zurückzufallen“, dargestellt wird.

Wie z. B. bei TTIP.

Um später zu erfahren, dass die wesentlichen Punkte im Geheimen, hinter verschlossenen Türen verhandelt wurden. Und dem Bürger die wahren Absichten verschwiegen wurden.

Und der Bürger zu spät erfährt, dass für ihn Internet teurer, dafür mit weniger Angebot kommen wird

Dafür aber weniger Freiheit und größer Überwachung

Digital"wirtschaft" ist

Digital"wirtschaft" ist nichts wirklich erstrebenswertes, denn die PRODUZIERT NICHTS ... ausser virtuellem Geld. Da sollten sie lieber dafür sorgen dass die Menschen in Griechenland, Süditalien und Spanien mehr ARBEIT bekommen. Digital braucht so gut wie keine Arbeitsplätze (abgesehen von der Installation der Hardware), da man sich ja selber nicht einmal für den Konsum bewegen muß und digitale Inhalte beliebig kopiert werden können.

Mir sind ein paar vernünftig bezahlte Arbeitsplätze für Müllmänner und Putzfrauen lieber als alle digitalen hype-Arbeitsplätze.

eine Null-Behauptung !

Die Behauptung, Europa liege weit hinten bei der Digitalisierung gegenueber den USA ist ein Loch in der Geschichte bzw. eine Null-Aussage.
Europa ist riesengross, die USA auch. In Deutschland kriege ich am entlegendsten Ort fuer 30,00 Euro im Monat gutes Internet, plus Telefon Flat.
In Bukarest sieht's auch richtig gut aus mit der Internet-Connection.
Im Haus in Nord-Kalifornien (Internet-Country) kostet nur Internet 50 Dollar im Monat.
Hier geht es doch nicht um irgendwelche Versorgung ...

EU erschöpft sich mal wieder in US-Nachahmung.

Das, was uns da durch die EU-Funktionäre mitgeteilt wird, ist im Grunde vollkommen ideenlos.
Es ist das Hinterherrennen hinter den USA.
- Wie geht es denen und ihrer Bevölkerung eigentlich so?
- Wollen wir solche Zustände hier auch anstreben?

Danke CE!

Danke CE!

Falscher Ansatz

Es ist sicherlich begrüßenswert, wenn sich EU Gesetze zu all diesen Themen vereinheitlichen und Nutzern so einiges einfacher gemacht wird. Das Problem wird dadurch allerdings nicht behoben, denn letztendlich kann man bereits sehr vielen grenzübergreifend machen und auch "bestellen". Schliesslich benutzen Europäer auch fleissig Services aus Übersee.

Doch darum geht es doch gar nicht. Es geht schlicht und ergreifend darum, dass europäische Dienste gar nicht Konkurrenzfähig sind. Auch wenn es sie gibt, werden sie von Usern einfach Links liegen gelassen. Man siehe sich Vorstöße wie DE Mail an...

Das Problem ist, dass der digitale Sektor einfach nicht gut genug gefördert wird, so dass grosse, konkurrenzfähige Dienste gar nicht erst entstehen können.

Wenn jedoch etwas gefördert wird, haben sich die Politiker mal wieder einen Bären aufbinden lassen und fördern fleissig irgendeine Totgeburt, die niemanden auf der Welt im geringsten interessiert.

@CE

Digitalwirtschaft ist ein ungeschickter Begriff, wie er wohl nur im Zusammenhang mit Oettinger fallen kann....

Denn der Mann hat mit Digitalen Technologien wohl kaum etwas zu tuen (ausser das er Komissar dafuer ist).

"Digitalwirtschaft" existiert nur bedingt fuer sich.

Sie existiert als neue Vertriebsform fuer Gueter - Onlinehandel eben.

Sie existiert im Zusammenhang mit dem produzierenden Gewerbe - in Form von Datenbanken und Steuerungsprogrammen fuer Fertigungsprozesse.

Sie existiert ebenso bei Forschungsstaetten, Versicherungen, Banken und Behoerden fuer die Ermoeglichung schnellen Informationstransfers.

Zu guter letzt ist der Sinn und Zweck immer im Zusammenhang mit materiellen Guetern und Dienstleistungen zu sehen.
Nie allein fuer sich.

So gesehen kann eine verstaerkte Digitalisierung auch fuer die Krisenlaender von Nutzen sein.

Europäischer Paketversand?

Ich kaufe Brot beim Bäcker, Fleisch bein Metzger, Schuhe im Fachhandel, Bücher in der Buchhandlung usw. Die einzige Ausnahme für Versandhandel sind antiquarische Bücher, die es vor Ort nicht gibt.

Warum soll ich eine Pizza aus Mailand und Eiscreme aus Rom bestellen? Vor Ort ist es echt angenehmer. Einfach mal ausprobieren.

Kaufhäuser empfinde ich schon als unerträglich. Kleine Fachhändler: Da weiß man, was man hat. CD's kann man kaum mehr kaufen, da man sie fast nirgends mehr anhören kann. Wo bleibt die Kultur und der Genuß im Pakethandel?

Europäisches Internet sollte wohl etwas ganz anderes bedeuten. Zunächst flächendeckende schnelle Leitungen. Datensicherheit und Datenschutz ohne Schnüffelei und elektronische Blockwarte. Unbeschränkter Zugriff auf alles was durch die öffentlich rechtlichen Medien läuft. Information und Bildung gehören dem Allgemeinwesen und nicht den Zockern. Und als erstes: Großzügige Unterstützung der freien Wikipedia aus der Portokasse der EU. So sollte es sein

@Heyoka: Nix verstanden

"Die Behauptung, Europa liege weit hinten bei der Digitalisierung gegenueber den USA ist ein Loch in der Geschichte bzw. eine Null-Aussage."

Sie haben das Problem hier gar nicht verstanden. Hier geht's nicht darum, ob ausreichend Kabel verlegt sind und wer wo wieviel pro Monat für Internet bezahlt. Hier geht's eher um so kuriose Scherze wie den, dass ich mit meinem US-Kindle in Deutschland zwar über Wifi auf alle Kindle-Angebote von Amazon-USA Zugriff habe, aber nicht Amazon-DE; dazu muss ich erst elektronisch auf eine deutsche Adresse umziehen, aufgrund irgendwelcher digitalen Rechte. Dann kann ich deutsche Bücher laden, aber immer noch keinen Audio-Inhalt; Musik zum Beispiel kann ich zwar als CD bestellen, aber als Download nicht, weil meine Kreditkarte nicht über eine deutsche Bank läuft.
Es ist dieser Quatsch mit Sosse, der dringend bereinigt werden muss, wenn der Digitalhandel in Schwung kommen soll.

Erstmal Infrastruktur schaffen!

Hallo Herr Öttinger,

bevor wir uns an solche Spezialprobleme der Konsumvereinfachung machen, sollte man lieber erstmal die Netze auf Breitband umstellen.
Hier in Rhein-Main gibts es auch 2015 immer noch nur maximal DSL6000!

Für Anfänger: das ist deutlich weniger, als heute mit oder ohne LTE im Smartphone Standard ist.

Gutes Internet?

was verstehen Sie unter "gutem" Internet? Kennen Sie die Tarife und Verfügbarkeiten in Deutschland?
Sie würden sich wundern!
Deutschland tritt auf der Stelle...

22:16 von Agent Orange

"Kennen Sie die Tarife und Verfügbarkeiten in Deutschland?"

Beispiel: Bin am Rand der Schorfheide - also in Deutschlands wohl größtem Waldgebiet, fast an der polnischen Grenze, nordöstlich von Berlin. Dort habe ich 16.000er DSL, könnte laut Liste aber auch von 16 auf 50 aufrüsten - für ein paar € obendrauf im Monat. Ich selbst gebe einen Teil meiner Bandbreite für Gast-WLAN ab, damit auch andere Leute in Nähe meines Grundstückes im Vorbeigehen mal eben ins Internet können. Aber selbst Jugendliche haben für ihr smartphone längst eine Datenflatrate und daher nutzt kaum noch einer dieses Angebot. Jetzt erzähl mir keiner, dass im Goldenen Westen am Rhein das Internet schlechter zugänglich wäre als hier im Wilden Osten! Im vorigen Firmensitz hatte ich sogar schon im Jahr 2000 Glasfaser-Anschluss über unsere Stadtwerke. Auch nicht teurer als heute DSL und ohne irgendwelche Tempobeschränkungen auf DSL-übliche Werte. Leider liegt noch kein Glasfaserkabel in jeder Straße.

Grenzziehungen.

Mal ehrlich... wer kann denn diesen ganzen Hype um konstruktiv-individuelle Datensicherheit noch ertragen, technisch verstehen, und dann auch noch selbst finanzieren...
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Wer erlaubt denn staatlichen Institutionen, das grundsätzlich menschliche Kommunikationsbedürfnis - auch in weiterentwickelter digitaler Form - in schematische und kontrollierbare Zwänge zu pferchen?! Weil die Kommunikationsmittel, zum Beispiel das "www" privatwirtschaftlichen Ursprungs ist?! Nun denn - dann muß das "Netz" konsequent verstaatlicht und wie früher der Buchdruck und das Telefon "sozialisiert" werden.
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Es kann und darf nicht sein, daß die heutige moderne, private Kommunikation generell unter ein staatliches - noch dazu unkontrollierbares - Sicherheitskuratel gestellt wird.
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Wo gewerbliche Sicherheitsinteressen tangiert sind, mag die Politik Schranken einziehen - aber doch nicht generell auch für Normalbürger!

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