Libyen: Leichtes Spiel für Menschenhändler

21. April 2015 - 09:02 Uhr

Von Libyen aus starten viele Flüchtlinge die Überfahrt nach Europa. In dem Land tobt ein Machtkampf zwischen Islamisten und nationalistischen Kräften. Staatliche Strukturen verschwinden zunehmend. Ideale Bedingungen für Menschenhändler.

Artikel auf tagesschau.de
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Größenordnungen

Bis zu eine Million Flüchtlinge in Libyen? Und das bei etwa 6 Mio Einwohnern, in einem von Bürgerkrieg zerrütteten Land, das fast nur aus Wüste besteht.

Wie lange will die UN da eigentlich noch zuschauen?

Der Jemen hat übrigens ca. 25 Mio Einwohner, wenn dort auch nur ein Zehntel der Bevölkerung auf Grund der aktuellen Kriegshandlungen (unterstützt durch Rückendeckung und Waffen aus Deutschland) flüchtet....

Das ist also das 21. Jahrhundert.

Libyen: Staatl. Ordnung mit Einheitsregierung herstellen

Das kriminelle Handeln der Menschenhändler bei der Flucht durch die Wüste in Libyen und über das Mittelmeer sowie fehlende Netzwerke zur Rückführung von Flüchtlingen in ihre Heimatländer können wohl erst geregelt werden, wenn es wieder eine staatliche Ordnung, z.B. durch eine Einheitsregierung von islamischen und nationalen Kräften geben würde.

Solange dies mit Hilfe von UNO und EU noch nicht möglich ist, sollten eine verstärkte libysche Küstenwacht und vergrößerte Auffanglager im Land eine Interimslösung für die Flüchtlinge ermöglichen. Damit sollten sich die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag ebenfalls Beschäftigen.

Die EU sollte aber auch mit Hochdruck an einem nachhaltigen Konzept zur Befriedung und Herstellung lebenswerter Strukturen für die Menschen in den gescheiterten Krisen- und Kriegsländern arbeiten, um den notleidenden und vom Tod bedrohten Menschen eine Perspektive zu geben.

Botschaftsasyl

Das Schweizer Asylrecht erlaubte bis Sept. 2012 einen Asylantrag in einer Schweizer Botschaft zu stellen. Dort wurde dieser dann geprüft. Die Schweiz hat dieses Verfahren eingestellt weil andere europäische Länder nicht mitgezogen haben. Darüber sollte man noch einmal nachdenken.

Ziel Europa als Problemlösung?

Mir stellt sich bei der Betrachtung der Flüchtlingsfotos immer wieder die Frage, warum es sich fast immer um junge Männer handelt, die ihre Heimat verlassen und ihre Familien sich selbst überlassen. Bei den vielen Migrationsproblemen die wir im eigenen Land jetzt schon haben, fällt es mir auch immer schwerer eine Willkommenskultur zu entwickeln. Und ob es wirklich eine Lösung ist, alle Menschen in den gelobten Ländern aufzunehmen, kann bezweifelt werden.

Einfach nur traurig.

Ich war schon damals gegen die Nato Angriffe auf Libyen und bin immer noch gegen jeglichen Militäreinsatz.
Das Problem sind nicht die "Schleuser", sondern die ganzen Angriffe gegen andere Staaten!
Ohne Kriege gibt es auch keine Flüchtlinge.
-
Es ist traurig anzusehen, dass Libyen damals das reichste Land in Afrika war und heute sich zu einem Failed State entwickelt.

Nur ein Gedanke: ob unser

Nur ein Gedanke: ob unser S-Boote und Minensucher nun ihre Ausbildung in der Ostsee durchführen, oder vor der Nordafrikanische Küste, würde ausser einer Logistischen keine Rolle spielen.
Küstensicherung in diesem Umfang ist für eine Küstenwache eine Nummer zu gross.

um 09:39 von Helmut

um 09:39 von Helmut Baltrusch:
"
wenn es wieder eine staatliche Ordnung, z.B. durch eine Einheitsregierung von islamischen und nationalen Kräften geben würde.
"

-> es gab eine staatliche Ordnung.
Bis sich ausländische Mächte dazu entschieden, das Volk von dieser zu "befreien"und damit den jetzigen Zustand "zum Wohle des Volkes" realisierten.

Selbstverständlich muss dort wieder ein lebenswerter Zustand hergestellt werden.
Allerdings nicht durch Länder,die an diesem Chaos eine (Mit-)Schuld tragen.(darunter auch EU-Länder)

Flüchtlinge bitte direkt in die verantwortlichen Länder bringen.
So kommen sie ein Stück mehr in den "Genuss der Früchte ihrer Arbeit"

Ein verbindlicher (menschlicher) Umgang dieser Länder mit den Flüchtlingen am besten durch UN-Resolutionen festgelegt

???

Libyen ist doch total kaputt...... Die können gar nichts machen.......Schuld sind die Herkunftsländer der Flüchtlinge .......aber man will wieder mal den deutschen Bzw. den Europäern ein schlechtes Gewissen einreden!

Damals empörten sich die Brüssler Besserwisser über Gaddafi

Das damalige Staatsoberhaupt Gaddafi hatte damals einen Milliarden Betrag an Brüssel gefordert damit der Staat Libyen (den es m.E. seit der zivilgesellschaftlichen blutigen Zerschlagung nicht mehr gibt) diese Mittel einsetzt um die Flüchtlinge zu versorgen. Sicher hätte man die Rahmenbedingungen noch aushandeln müssen.
Aber die Freimaurer in Brüssel waren empört was sich dieser "schmieren Putsch-Oberst" erdreistet zu fordern. Nun hat man nach einer erneute, natürlich erfolgreichen, "humanitären Intervention" einen Barbareskenstaat geschaffen, der zwei "Regierungen" hat, den Vorzeige-Sozialstaat des Maghreb völlig auflöst und eine Armee an Flüchtlingen, jeder Art, an den Stränden Libyens wartend um auf das europäische Festland zu kommen.

Was bekommen die Weltverbesserer die ein Reich oder einen Superstaat (ganz wie man will) Europa schaffen wollen überhaupt hin?

Mir fällt nur eine Sache ein...

EU einsichtig?

Wenn EU die Handlungen der USA bei den Regierungsumstürzen unterstützt, sollte man sich nicht wundern, dass die Menschen nach Europa strömen.
Hausgemachtes Problem! weiter so!

Wer ist denn für den Zustand Libyens verantwortlich?

Wer hat dieses Land denn so zugrunde gerichtet? Waren es nicht die USA und ihre willigen Verbündeten England und Frankreich? Wurde nicht erst durch den Missbrauch der UN-Resolution 1973 zum Regimesturz Libyen in dieses Chaos gestürzt, dessen Auswirkungen nun auch Europa zu destabilisieren scheinen?

Und die USA unterstützt die Schaffung eines solchen Chaos jetzt auch im Jemen. Vielleicht sollte man zukünftig Flüchtlinge nach dem Verursacherprinzip verteilen. Die aus Libyen kommen sollten direkt nach Frankreich, England und vor allem in die USA geschickt werden. Womöglich senkt es die Neigung in aller Welt Krieg zu führen, wenn kriegführende Nationen auch direkt die menschlichen Folgen ihrer Kriege zu tragen hätten!

Die Zustände sind

Die Zustände sind erschütternd, das Elend unbeschreiblich.
Trotzdem, in jedem Medienbericht wird von Frauen und Kindern berichtet jedoch sucht man sie auf den meisten Fotos vergeblich oder findet sie nur vereinzelt.
Junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren dominieren scheinbar die Fluchtlingsmassen. Wie kommt das? Da wundert es nicht wenn unterstellt wird daß viele Wirtschaftsflüchtlinge das Chaos ausnützen. Wo sind die Kinder, die Frauen dieser Männer? Wo sind die hilflosen und schwachen die man in einem Strom der Kriegsflüchtlinge erwarten würde?
Sollen wir annehmen diese jungen Männer sind alle unverheiratet und kinderlos oder daß sie ihre Frauen und Kinder in der Hölle der Verfolgung und des Krieges zurücklassen musten?

Flüchten aus Libyen

Gaddhafi hat viel für sein Volk getan.
U.a.: Great-Man-Made-River-Projekt.

Leider wollte er Erdöl in Golddinar statt in Dollar anbieten. Das war sein Todesurteil.
Nun ist viel Infrastruktur, als Mahnung an die Libyer, zerstört worden. Die Lebensqualität ist stark gesunken. Ich an Stelle der Libyer würde auch dahingehen wo mit der Zerstörung Ihrer Heimat Geld gemacht wurde. Und zwar nicht zu knapp. Und tadahh, das ist Deutschland.

Sprache manipuliert!

Auffallend ist für mich erst einmal die prominente Nutzung des Begriffs "Menschenhändler" in der Überschrift.
In der Regel war in den letzten Jahren in diesem Zusammenhang von "Schleusern" und "Schleppern" die Rede. Auch diese Begriffe sind schon stark negativ konnotiert und zeigen eine bestimmte, politisch gefärbte Sichtweise auf den Vorgang. Wer damals Menschen bei der Flucht aus der DDR half, wurde hier in den Medien als "Fluchthelfer" tituliert.
Das jetzt propagandistisch aufgesattelt wird, zeigt m.E. vor allem Eines: die EU als die politische Institution, die bewusst (Aufbau von Frontex und Festung Europa, Ende von Mare Nostrum,...) Flüchtlinge bekämpft statt Fluchtursachen, die Verantwortlich ist für das "Massengrab Mittelmeer" (Pro Asyl), will einen Schuldigen aufbauen und konzentriert nun sowohl ihre militärischen Aktivitäten an der EU-Außengrenze, wie auch ihre propagandistische Tätigkeit auf diese Gruppe. Und die Tagesschau spielt dabei mit.

warum

Sind auf den bildern wieder nur männer zu sehen? Was ist mit all den Frauen und Kindern, die uns seit Monaten hilfeschreiend über die Fernsehbilder gezeigt werden, wenn für die Aufnahme von Flüchtlingen geworben wird? Bräuchten nicht gerade “die Schwächsten” unsere Hilfe?

11:04, wollen_wir_hoffen

"Wenn EU die Handlungen der USA bei den Regierungsumstürzen unterstützt, sollte man sich nicht wundern, dass die Menschen nach Europa strömen.
Hausgemachtes Problem! weiter so!"

Diese Art Schuldzuweisungen gehen sämtlich am Thema vorbei. Der Grund für die Misere liegt ganz woanders, nämlich in der Verteilung der Vermögen auf dieser Erde. 1% der Weltbevölkerung besitzen mehr als die übrigen 99% zusammen, und 20% der Weltbevölkerung besitzen 99% des Weltvermögens. Wir haben ein riesiges Verteilungsproblem auf dieser Erde. Es ist nämlich eigentlich genug für alle da.

Die Foristen, die Angst haben, dass die Flüchtlinge Ihnen was wegnehmen wollen, ahnen diesen Zusammenhang wohl, kapieren aber nicht, dass es lediglich darum geht, den Überfluss zu verteilen.

Es gibt auf dieser Erde obszönen Reichtum weniger und bittere Armut vieler.

In unserem Grundgesetz steht,dass Eigentum verpflichtet. Wenn man sich dies weltweit zu Herzen nehmen würde, wäre viel gewonnen .

11:22, holyknights

"Gaddhafi hat viel für sein Volk getan.
U.a.: Great-Man-Made-River-Projekt.

Leider wollte er Erdöl in Golddinar statt in Dollar anbieten. Das war sein Todesurteil.
Nun ist viel Infrastruktur, als Mahnung an die Libyer, zerstört worden. Die Lebensqualität ist stark gesunken. Ich an Stelle der Libyer würde auch dahingehen wo mit der Zerstörung Ihrer Heimat Geld gemacht wurde. Und zwar nicht zu knapp. Und tadahh, das ist Deutschland."

Auf den Booten flüchten aber gar keine Libyer aus Libyen, obwohl die Boote aus Libyen kommen.

Insofern geht Ihre nostalgische Lobrede auf den großen, gütigen Führer Gaddhafi ein wenig am Thema vorbei.

kein Eingreifen mehr?

Gerade das Thema Libyen zeigt wir unlösbar Weltpolitik heute ist. Weder die USA noch Frankreich oder England hatten große nationale Interessen an einem Eingreifen. Anders als zum Beispiel im Irak treten auch wirtschaftliche Interessen in den Hintergrund. Vielmehr war der Druck groß etwas gegen den Tyrannen Gaddafi zu unternehmen. Im nachhinein war das Eingreifen ein Fehler. Aber was ist die Moral von der Geschichte? Wir beschränken uns Diktatoren und Folterknechte der Welt ab und zu im Weltsicherheitsrat zu kritisieren und nehmen ansonsten das Treiben von Gaddafi, Hussein und Assad als innere Angelegenheit hin? Ich glaube all die, die jetzt die USA, Frankreich und GB kritisieren springen ein wenig kurz. Erschreckend ist, wie schnell ein Land mit einem schlechten System auf einmal gar kein System mehr hat und in Chaos und Anarchie versinkt, siehe Libyen, Syrien, Somalia oder der Jemen.

11:29 von Joshuas Friedlaender

"mit Abschreckung und Zäunen,nur so legt man den Schleppern das Handwerk."

Man legt den Schleppern langfristig nur dann das Handwerk, wenn die Menschen, die die "Leistungen" dieser Schlepper in Anspruch nehmen, keinen Grund mehr sehen, Ihr Leben zu riskieren um ihre angestammte Heimat zu verlassen. Man legt Ihnen nur dann das Handwerk, wenn die Staaten, aus denen diese Menschen derzeit fliehen, ihrer Bevölkerung Sicherheit & gerechte Teilhabe am Wohlstand bieten können.

Mit Zäunen und Abschreckung werden wir das Problem jedenfalls langfristig nicht in den Griff bekommen, sondern lediglich verlagern.

Sie wollen Europas Wohlstand vor den Armen der Welt beschützen ? Machen Sie sich deutlich, dass die Armen bei WEITEM in der Überzahl sind - woran Europa nicht gänzlich unschuldig ist. Zäune und Mauern werden jedenfalls dauerhaft NIEMANDEN aufhalten - das lehrt der Blick in die Geschichte.

Sie bekämpfen lediglich die sichtbaren Auswirkungen der eigentlich Ursache.

Man sehe sich den Zaun

Man sehe sich den Zaun zwischen USA und Mexiko an, und sagt die ganze Welt die USA seien unmenschlich?!
Genau wie diese nicht alle aufnehmen können die gerne wollen, so können wir das in der EU auch nicht.
Wenn einige / viele einer andern Meinung sind so sollen diese sich zusammentun und mit ihrem eigenen Kapital (aus ihrer persönliche Tasche) für diese eine Welt schaffen z.B. in Libyen die es den Flüchtlingen erlaubt so zu leben wie sie es gerne hätten.
Es ist ein Unding das das Kapitel / die Wirtschaft dort hingeht und die Bedingungen verschlechtert um maximalen Profit zu erwirtschaften und im Gegenzug sollen die Normalbürger hier mal wieder für deren Profit den Kopf hin halten.

Im Grunde sind wir ja selbst schuld.

Wir - als "der Westen" - haben Gaddhafi entthront, so dass dort nun im Grunde Anarchie herrscht.
Außerdem vermitteln wir den Leuten: "Ihr braucht es nur aus den Libyschen Hoheitsgewässern hinaus zu schaffen und einen Notruf abzusetzen, wir chauffieren euch dann schon nach Europa"
Kein Wunder, dass auf diesem fruchtbaren Boden das Menschenhändlerhandwerk erblüht.
Betrachtet man im Gegenzug die Herangehensweise Australiens an diese Problematik, so sieht man Erfolge: es machen sich kaum noch Einwanderer mit dem Boot nach Australien auf. Die Abschreckung scheint zu wirken. Die Schleuser wissen dass es dort kein Durchkommen gibt. Weniger Leute sterben. Das scheint doch mal ein erstrebenswertes Ergebnis zu sein!

"woran Europa nicht gänzlich unschuldig ist"

Tolle Sache, hat der Normalbürger das getan? Hat der Normalbürger davon den enormen Profit? hat der Normalbürger die Gesetze verabschiedet die dies ermöglichen? Profiliert sich der Normalbürger z.Z. über die Medien mit Lösungsvorschlägen zu Lasten der anderen?
Doch wohl nicht, oder?
Die die es verbockt haben wollen nur das wir dafür aufkommen, damit diese weiter mit ihren profitierenden Lobbyisten feiern können, oder?!

11:31 von Sternenkind

Sie schrieben u.A: " ...warum sind auf den bildern wieder nur männer zu sehen... was ist mit all den Frauen und Kindern..."

Ich fühle mich nahezu genötigt, Sie auf die Realitäten einer solchen "Flucht" hinzuweisen: Eine teils wochenlange, strapaziöse, gefährliche "Reise" durch Krisen- oder Kriegsgebiete, teils durch Wüsten mit dem absoluten Minimum an Wasser und Nahrung, durch instabile Stammesgebiete, um dann auf ein überfülltes, nicht minder schlecht ausgestattetes Boot ( teils ohne Nahrung und Trinkwasser ) verteilt zu werden, um in diesem halbwegs schwimmfäh. Kahn den Weg über etliche hundert Kilometer teils auch stürmischer See anzutreten....

Und DA fragen Sie noch, WARUM nicht MEHR Kinder und Frauen in den Booten sitzen, sondern junge Männer ?

WEIL die Chance, dass Kinder und Frauen, Alte und Schwache oder Kranke die Strapazen einer solchen Flucht zu überleben NOCH erheblich geringer sein dürfte als die derjenigen, die körperlich noch am fittesten sind ?

DESWEGEN !

11:29, Joshuas Friedlaender

" Länder wie die USA und Australien reagieren richtig,nämlich mit Abschreckung und Zäunen,nur so legt man den Schleppern das Handwerk."

Das genaue Gegenteil ist richtig. Gäbe es keine Zäune und "Abschreckung", dann bräuchten die Menschen niemanden, der ihnen Wege in die Festung Europa bahnt.

Man kriegt keine Grenze hermetisch dicht. Das ist eine Illusion. Aber je besser eine Grenze gesichert ist, desto lukrativer ist das Geschäft der Fluchthelfer.

Sollten wir eigentlich aus der deutsch- deutschen Geschichte kennen.

@11:23 mosesposes

In der Tat: "Schlepper" oder "Menschenhändler" ("willst Du noch drei Syrer von mir kaufen, ich bräuchte aber dafür mindestens zwei Bulgaren") sind ideologische Kampfbegriffe, die in Nachrichten nichts verloren haben. Und was machen die denn furchtbares? Sie helfen Menschen, die in großer Not sind, dahin zu kommen, wo Überfluß herrscht. So moralisch anstößig kann ich das erst einmal nicht finden. Problematisch wird's erst da, wo aus Gier zu kleine, seeuntüchtige o.Ä. Schiffe benutzt werden oder auf ähnliche Weise das Leben der Flüchtlinge gefährdet wird. Ansonsten sind das tatsächlich ganz einfach Fluchthelfer, nicht mehr, nicht weniger.

@ um 11:22 von holyknights

"Gaddhafi hat viel für sein Volk getan.
U.a.: Great-Man-Made-River-Projekt.
Leider wollte er Erdöl in Golddinar statt in Dollar anbieten. Das war sein Todesurteil."

Ja, genauso ist es. Und noch viel mehr war es, was Gaddhafi für sein Volk getan hat:
Libyen verfügte an über 144 Tonnen Goldreserven und wollte einen Gold gedeckten Dinar für ganz Afrika.
Der libysche Staat gab gigantische Summen an afrikanische Staaten, um sie aufzubauen. Zinslos selbstverständlich!
Es gab keine Elektrizitätsrechnungen in Libyen – Strom war kostenlos für alle.
Lebensmittel waren stark bezuschußt,
Haus und Wohnung waren in Libyen ein Menschenrecht.
Ein Teil der libyschen Öleinnahmen floss direkt als Staatsgehalt auf die Konten jedes Libyers. Der Reichtum des Landes kam allen Bürgern zugute, der Prozentsatz an Armen war sehr gering. Löhne und Gehälter waren auf erstaunlich hohem Niveau, es gab weder Ausbeutung noch Lohndrückerei.
Das war alles einmal, bevor Gadadhafi liquidiert wurde.

@11:31 von Sternenkind

Ja, gerade diese Schwächsten bräuchten ganz eindeutig unsere vermehrte Hilfe.

Aber ich möchte noch auf Ihre Frage eingehen, warum man auf den Bildern so wenig Frauen und Kinder ... und alte Menschen sieht

Der von mir geschätzte user @ firefighter1975 hat sie schon weitestgehend und sehr gut beantwortet.
Mein Dank dafür.

Zur Ergänzung möchte ich anführen, daß es für all die, die sich diese Frage nicht selbst beantworten können, ganz hilfreich wäre, einmal die hochgefährlichen Fluchtwege zu bereisen.

Nach ihrer Rückkehr können uns diese Skeptiker ja davon berichten, von wievielen flüchtenden Frauen und Kindern sie denn die Gebeine haben zählen können, von all den Schwachen und wehrlosen, die diese mörderische Reise nicht überlebt haben.

Darüber hinaus sollten auch die Journalisten dieser Welt verstärkt über dieses unmenschliche Drama im Verborgenen berichten.

Die Flüchtlinge, die Europa erreichen sind wahre Glückskinder, auch wenn sie bei uns auf Verachtung treffen.

Gruß, zopf.

Schlagzeile

Menschenhändler?
Schlepper?
Schleuser?
3 Meldungen - 3 Bezeichnungen!
Zumindest Menschenhändler ist nicht korrekt, sie werden nicht an jemanden verkauft oder von jemandem bestellt.

12:01 h von Emil 66

Unter Bezugnahme auf Ihren Kommentar

"Tolle Sache, hat der Normalbürger das getan? Hat der Normalbürger davon den enormen Profit?"

von 12:01 h frage ich Sie:

Sind Sie sich bewusst, wieviel AFRIKA oder andere Dritte Welt teilweise in den Produkten steckt, die in Europa regelmässig oder gar selbstverständlich konsumiert werden ?

Diktatorenlobhudeleien

Die Lobhudeleien auf Gaddhafi sind für jemanden, der die Weltlage seit über vierzig Jahren verfolgt, absolut unerträglich. Man verklärt blutrünstige Diktatoren, und ja, Gaddhafi war ein solcher, aus dem einzigen Grund, weil er angeblich gegen die "Amis" stand. Und nicht einmal das entspricht wirklich den Tatsachen.

Sicherlich, kein Diktator der Weltgeschichte war nur böse. Aber ebenso, wie es mich wütend machte, wenn Leute aus der Generation meiner Eltern sich immer lobend über die Autobahnen äußerten, ärgert mich die kritiklose Lobhudelei auf Gaddhafi, die ihn zum Menschenfreund und Freiheitskämpfer stilisieren soll.

Mal eine Frage an

Mal eine Frage an alle.
Sollen wir die Grenzen abschaffen?
Visa sind doch so was von out!
Sollen wir wieder jeder für sich sein hab und Gut verteidigen?
Die Politik will es ja wohl nicht mehr, jedenfalls nicht mehr für den Normalbürger der Steuern zahlt!!!

@elchico- Fast ganz Afrika/naher Osten sind moralische Wüsten

"Wie lange will die UN da eigentlich noch zuschauen? Der Jemen hat übrigens ca. 25 Mio Einwohner, wenn dort auch nur ein Zehntel der Bevölkerung auf Grund der aktuellen Kriegshandlungen (unterstützt durch Rückendeckung und Waffen aus Deutschland) flüchtet...."
.
.
.
Der Jemen ist nur der Teil eines Ganzen. Weltweit sprechen wir von mehr als 50 Millionen Flüchtlingen. Diese Flüchtlinge fliehen auch nicht vor uns, sondern in unsere Arme. Meine Bestätigung dafür, dass der böse Westen/Kolonialist dann doch mehr zu bieten hat, als der eigene Kontinent und die eigenen Sharia - Glaubensbrüder.

Es ist der Iran, der im Jemen Waffen liefert und den Konflikt dort schürt.
Der Film stets identisch mit vielen anderen: Sunniten vs. Schiiten.

Moral zeigen aktuell jene, die dafür beschimpft werden, die Länder der EU und dabei besteht Europa aus mehr als diesen 28 Mitgliedsstaaten. Ihr Ruf nach der UNO ist richtig, Afrika ist Teil davon.

Ohne deutsche Solidarität wäre manche Not noch viel größer..

@zopf

..und während die stärksten flüchten werden die zurückgelassenen (nach ihrer Ansicht nicht fluchtfähigen) Frauen und Kinder niedergemetzelt! Und das verhalten soll nun logisch und für uns nachvollziehbar sein ?

Ich möchte nicht sagen dass

Ich möchte nicht sagen dass die USA es richtig machen, aber sie schützen ihre Bürger besser.
Beide USA sowie EU haben Handelsabkommen die andere Länder verarmen zu deren Gunsten und dies ist ein Hauptgrund für diese illegalen Einwandere oder Flüchtlinge.

Hat Europa selbst verschuldet

Hätte man Gadaffi nicht weggebombt hätte Europa weniger Probleme. Es ist alles hausgemacht. Manchmal ist ein "berechneter" Tyrann besser als Chaos. Traurig, ist aber so. Je mehr Chaos verbreitet und verursacht wird durch blinden Aktionismus umso mehr Flüchtlinge. Das was jetzt abgeht ist nur der Anfang.

12:53 von firefighter1975

Wieso muss der EU Bürger sich immer über alles bewusst sein?
Wofür bezahlen wir unsere ach so tollen Politiker?
Damit diese alles falsch machen zu Gunsten handverlesener Lobbyisten?
Von sich auf viele andere schieben die sich untereinander zanken dürfen, das war schon immer leicht und genau das ist z.Z. das einzige was diese Hochbezahlen können.

@ peter flatow

Warum fast nur Männer?
Ganz einfach. Wer anerkannt wird, wird bald seine Familie nachziehen lassen. (Familienzusammenführung)

13:05, Emil66

"Ich möchte nicht sagen dass die USA es richtig machen, aber sie schützen ihre Bürger besser."

Wovor schützen die USA ihre Bürger denn besser? Vor den bösen, blutsaugerischen Fremden?

Wissen Sie, wie viele Millionen Illegale in den USA leben?

Ohne die illegale Migration wären weite Bereiche der US-Wirtschaft längst zusammengebrochen.

Sehr praktisch, sich ein Heer von rechtlosen Arbeitssklaven zu halten.

Wenn Sie das unter "Schutz der Bürger" verstehen, dann möchte ich nicht geschützt werden.

Schleuserringe unschädlich machen!

Das kann doch nicht so schwer sein die Schleuserringe zu entdecken. Wozu gibt es Spione? Die Schiffskapitäne und die Besatzungen müssen als Mittäter verhaftet und die Boote unverzüglich nach verlassen der Flüchtlinge unbrauchbar gemacht werden. Schiffe müssen beschlagnahmt werden. Flüchtlinge die in den internationalen Gewässer gerettet werden, müssen nach Afrika zurückgebracht werden. Ich bin für die Aufnahme von politisch verfolgten Flüchtlingen in Europa, aber die, die z.Z. kommen, sind größtenteils Männer im arbeitsfähigen Alter, die ihre, in ihrer Heimat gebliebenen, Familien ernähren müssen. Sie haben in ihren eigenen Länder anscheinend keine Chance für sich gesehen. Ist ja auch kein Wunder, wenn sie enteignet werden und ihr eigenes Land an internationale Großkonzerne und an Länder wie China langfristig verpachtet wird. Wer steckt das Geld ein? Natürlich die korrupten Regierungsmitglieder. Dieses Problem kann nur in Afrika gelöst werden.

Mare Nostrum

alle, die glauben man sollte die "Schiffbrüchigen" aus dem Mittelmeer retten, werden sich noch verwundert die Augen reiben, wenn in einigen Jahren ein" Mare Monstrum" Programm die Boote mit 3 Warnschüssen an der Grenze der libyschen Gewässer zur Umkehr auffordern bevor gezielt geschossen und versenkt wird.
Dieses Szenario wurde schon vor vielen Jahren beschrieben und da die, die das noch abwenden könnten wohl kein Interesse dran zeigen, läuft alles auf einen Verteilungskonflikt hinaus.
Die Schlepper derzeit sind nur die kleineren Rädchen in diesem Spiel .

13:04 von Sternenkind

"...und während die stärksten flüchten werden die zurückgelassenen ... Frauen und Kinder niedergemetzelt! Und das verhalten soll nun logisch und für uns nachvollziehbar sein ?"

Was verlangen Sie, Sternenkind ?

Das diese Menschen mit LEEREN Händen und OHNE wirkliche Perspektive in ihrem Heimatland - von Waffen ganz zu schweigen - gegen Bewaffnete, gegen Hunger und Armut kämpfen ?

Das sie sich stillschweigend in ihr "Schicksal" ergeben und eben nicht einmal mehr versuchen zu flüchten ( weil sie eben noch hoffen, durch Flucht eine größere Überlebenschance zu erhalten ? AUCH FÜR Ihre Familien, weil sie hoffen, diese dann auch materiell unterstützen und damit gegen Hunger und Armut verteidigen zu können ? )

Werfen Sie den Menschen vor, dass sie diese Hoffnung in sich tragen ? Dann versetzen Sie sich einfach mal in DEREN Lage - falls Sie das können.

@Berlinerin

"Libyen verfügte an über 144 Tonnen Goldreserven und wollte einen Gold gedeckten Dinar für ganz Afrika."

144t sind nicht wirklich viel!

"Der libysche Staat gab gigantische Summen an afrikanische Staaten, um sie aufzubauen."

Ja Gaddafi unterstütze andere Verbrecher wie Mugabe.

"Es gab keine Elektrizitätsrechnungen in Libyen – Strom war kostenlos für alle.
Lebensmittel waren stark bezuschußt,
Haus und Wohnung waren in Libyen ein Menschenrecht."

Das streben nach Meinungs und Pressefreiheit wurde in Libyen nicht selten mit dem Tod bestraft.
Gaddafi in einem Zug mit Menschenrechten zu erwähnen ist schlicht und einfach eine Frechheit.
Ihre Märchen zu den Wohltaten des Diktators halten keiner ernsthaften Überprüfung stand.

Am 21. April 2015 um 13:10 von uti

Nicht nur Gaddafi... Syrien ist auch ein Herkunftsland vieler Flüchtlinge. Dort wurde das System auch durch Einsatz von Außen massiv destabilisiert in der Hoffnung einen Regime-change durchzuführen wie schon in einigen anderen Ländern in der Vergangenheit..
Leider hat man damit nur den Weg für den IS bereitet.. und keiner hat natürlich mehr eine Verantwortung dafür...

Menschenhandel ???

Ich fände es ja auch ganz gut, wenn Journalisten "Menschenschmuggel" und "Menschenhandel" auseinander halten könnten! Zur Not hift Wikipedia!

Und was ist die Ursache

Wer hat Lybien so gemacht, wie es jetzt ist? Die Amis und ein Teil der Europäer! Sie haben eine legale Regierung brutal aus dem Amt gebombt. Wäre Ghadaffi noch im Amt, dann würden im Land sicher keine Terroristen hausen und morden und Schlepperbanden sowie Menschenhändler gäbne es auch nicht. Bei aller Kritik an Ghadaffi, aber diese Banden hätten bei ihm keine Chance gehabt. Aber Nein, mit unserer Unterstützung musste ja Ghadaffi ermordet und das Land ins Chaos gestürzt werden.

13:18, Wundertüte

"Das kann doch nicht so schwer sein die Schleuserringe zu entdecken. Wozu gibt es Spione?"

Es kann doch nicht so schwer sein, den weltweiten Drogenhandel zu unterbinden.

Es kann doch nicht so schwer sein, die Mafia zu entmachten.

Es kann doch nicht so schwer sein, den Waffenschwarzmarkt zu unterbinden.

Alles ganz einfach.

Immer hört man vom bösen Gadaffi...

Immer von den gleichen Foristen... Und sie haben ja auch Recht, wenn sie zum Beispiel auf "solche Kleinigkeiten" wie Menschenrechte und Lockerbie verweisen. ABER IN zwei Dingen hatte er Recht...

Er sagte, wenn er nicht mehr da wäre,
würde die EU hr Fluchtlinsproblem nicht mehr lösen können und in Libyen wurde Chaos ausbrechen... Das waren seine Worte...

14:06, Nachtwind

"Syrien ist auch ein Herkunftsland vieler Flüchtlinge. Dort wurde das System auch durch Einsatz von Außen massiv destabilisiert in der Hoffnung einen Regime-change durchzuführen wie schon in einigen anderen Ländern"

Es ist wirklich ärgerlich, hier immer diese Verschwörungstheorien lesen zu müssen. Sind denn Araber keine autonom agierenden Menschen, sondern Kälber, die sich von finsteren ausländischen Mächten am Strick durch die Welt zerren lassen?

Die Volksaufsstände im arabischen Raum waren ebenso vom Westen orchestriert wie die Proteste gegen die NATO-"Nachrüstung" damals von Moskau gesteuert wurden. Ich weiß das. Ich hab nämlich damals im Hofgarten in Bonn die Rubel verteilt.

Schlag nach bei Löwenthal.

13:16 von fathaland slim

"Wissen Sie, wie viele Millionen Illegale in den USA leben?"

Meinen sie in Deutschland wären es im Verhältnis wenige?!
Wohl kaum die finden sie alle auf dem sogenannten Arbeiterstrich usw.
Aus diesem Grund bekommt so manch einer keinen Job mehr.
"Sehr praktisch, sich ein Heer von rechtlosen Arbeitssklaven zu halten."
Das gilt genauso für Deutschland, bitte nicht mit zweierlei Maß messen.

@ 14:00 von german-canadian

"Das streben nach Meinungs und Pressefreiheit wurde in Libyen nicht selten mit dem Tod bestraft."

Das ändert aber nichts an den sozialen Leistungen in Libyen. Zudem wird ja gerade im "Westen" unter "Pressefreiheit" oft - wenn nicht meistens - skrupel- und hemmungslose Meinungs- und Stimmungsmache verstanden. Ein Grund, weswegen man in weiten Bereichen der Gesellschaft für einen unverbesserlichen Depp gehalten wird, wenn man

1. zugibt, dass man noch einen Fernseher hat und

2. zu erkennen gibt, dass man da Nachrichtensendungen oder Talkshows gesehen hat oder

3. angibt, man würde sich da "informieren" wollen

dann entfernen sich andere fluchtartig unter Kopfschütteln und man steht allein!

Darstellung: