Flüchtlingspolitik: Italien fühlt sich alleingelassen

20. April 2015 - 13:10 Uhr

Wie viele Flüchtlinge genau beim Untergang eines Kutters vor Libyen ertrunken sind, steht noch nicht fest. Nur soviel: Es ist wohl die bislang schwerste Katastrophe dieser Art. Während die Helfer immer neue Leichen bergen, erhebt Italien schwere Vorwürfe.

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Kommentare

Die NZZ stellt die richtige Frage, die in der Debatte in Deutschland leider noch gar nicht gestellt wurde: Was sind das eigentlich für Länder, in denen das Leben so schlimm ist, dass Menschen fliehen, die offensichtlich zu den fähigsten und am besten ausgebildeten ihres Landes gehören? Dass sie dazu gehören, sieht man daran, dass sie über große Summen Geld verfügen, mit denen sie die Schlepperbanden bezahlen können - wer hungert, kann dem Schleuser keine 10000 Euro auf den Tisch legen.

So erwähnt die NZZ z.B., dass es allein in England mehr ghanaischstämmiges medizinisches Fachpersonal gibt als in Ghana selbst. Für die Länder, aus denen diese Menschen fliehen, ist ihre Flucht also eine Katastrophe. Durch klare Zuwanderungsregeln können wir das Problem insofern entschärfen, dass dieselben Menschen auf sichererem Weg zu uns kommen können. Die Probleme Perspektivlosigkeit, dysfunktionale Strukturen, Korruption, Gewalt etc. in den Herkunftsländern sind aber von Europa aus nicht lösbar.

Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.

....sind nicht allein die Schlepperbanden. Überall dort wo eine Bande arbeitet gibt es auch Menschen die geschleppt werden möchten. Die Welt (und nicht nur die EU(die hat nur das Problem das sie am nächsten dran ist)) hat bis heute keine vernünftige Antwort gefunden wie die Lebensverhältnisse in den Ländern der Flüchtlinge verbessert werden können. Als weiteres seit mal deutlich erwähnt das die überwiegende Masse der Asylbewerber gar keinen Asylgrund hat, schlecht ausgebildet ist und in den europäischen Aufnahmeländern als Sozialhilfefälle existieren würden.

Es werden gleich wieder die Kommentare des Tenors kommen, dass man ja nur die Grenzen hermetisch abschotten und den Schleppern das Handwerk legen müsse.

Aber liebe Leute, ist euch denn gar nicht klar, dass die Schlepper von abgeschotteten Grenzen leben? Desto schwerer die Einreise, desto teurer können sie ihre Dienste verkaufen und desto mehr Geld wird verdient. Es sind ja nicht nur die Schlepper, es sind auch die Geldverleiher, die gut am Elend verdienen.

Ich weiß, einige hier glauben, die Flüchtlinge hätten die Kohle gespart. Das kann nur jemand glauben, der keinen Flüchtling kennt.

Es ist wie beim Drogenhandel: je größer die Repression der Opfer, also in diesem Falle der Konsumenten, desto interessanter wird das Geschäft für die Mafia.

Sie mag politisch nicht korrekt sein, aber meine Meinung vom letzten Herbst (da lief mare nostrum gerade aus) habe ich dennoch nicht geändert.

"Es gab ja immer wieder Kritik an Italien, dass diese die Flüchtlinge nicht registriert haben, sondern einfach haben weiterziehen lassen. Genau das war aber richtig!
Wäre ich in Italien verantwortlich gewesen und hätte sehen müssen, wie Italien von den europäischen Partnern bei einem so dringlichen Problem einfach im Stich gelassen wird, ich hätte mich auch an kein Dublin-Abkommen mehr gebunden gefühlt."

"Italien fühlt sich allein gelassen"

Nicht zu Unrecht, vom übrigen Kontinent kommen nur leere Worte, es ist einfach beschämend, man lässt dieses Land im Stich.
Hier können sie eingesetzt werden, Satellitenüberwachung, Drohnen zur Aufklärung und S-Bootgeschwader der EU, die sich Turnusgemäss abwechseln, dort kann alles in Ausbildungsmassnahmen durchgeführt werden.
Diese Mischgeschwader aus Booten der Nato-Marinen fahren regelmässig als STANAVFORCHAN (ständige Einsatzflotte Kanal).

Aus Ghana flüchtet niemand, schon weil die Anerkennungsquote bei 0% liegt. Die Ghanaer in Europa sind keine Flüchtlinge, sondern Fachkräfte. Die haben oft an europäischen und amerikanischen Unis studiert.

Die meisten afrikanischen Flüchtlinge kommen aus Eritrea und dem Sudan. Einfach diese Länder mal bei Wikipedia nachschlagen.

Wir müssen alle von dem Wohlstand hier ein ganz klein bisschen was abgeben, nur traut sich keiner so zu sagen! Deswegen wird das immer weiter gehen.... Aparteit, Sklaverei und Völkermorde sind auch in den Menschlichen Köpfen entstanden, wir sollten nicht leugnen zu was Menschen fähig sind nicht ständig darauf beruhen, das sich das verändert hat... Oder Warum sind da viele Hundert Menschen ertrunken?

".Als weiteres seit mal deutlich erwähnt das die überwiegende Masse der Asylbewerber gar keinen Asylgrund hat, schlecht ausgebildet ist und in den europäischen Aufnahmeländern als Sozialhilfefälle existieren würden."

Das können Sie so deutlich erwähnen wie Sie wollen, richtiger wird diese Aussage dadurch nicht.

"Die Welt (und nicht nur die EU(die hat nur das Problem das sie am nächsten dran ist)) hat bis heute keine vernünftige Antwort gefunden wie die Lebensverhältnisse in den Ländern der Flüchtlinge verbessert werden können."

Die Welt und die EU haben noch nicht mal vernuenftige Antworten darauf gefunden, wie sie die LebensverhaeltnisseWIRKLICH verbessern - ausser wie man das Klima vermurkst, die Ressourcen verschleudert und sich darum pruegelt, wie man Gifte in die Umwelt ablaesst, Konsumschrott und Luxusgueter produziert, Wohlstandsfett anwachsen laesst, und auf der anderen Seite Armut und Ausbeutung generiert und, ach ja, die Banken rettet, die daran verdienen!

Solange kein sogenannter Paradigmenwechsel einsetzt sind die angespuelten Fluechtlingswellen eine dauerhafte Angelenheit und auch nur Vorboten weiterer humanitaerer Katastropen zu denen z.B. auch ganze Armeen von Terroristen gehoeren/beitragen.

Besser wir erwarten nichts, ausser noch mehr von dem was gerade kommt.

Ganz genau!
Gut das Sie wieder dabei sind! Bitte nicht aufgeben!

"Solange kein sogenannter Paradigmenwechsel einsetzt sind die angespuelten Fluechtlingswellen eine dauerhafte Angelenheit und auch nur Vorboten weiterer humanitaerer Katastropen zu denen z.B. auch ganze Armeen von Terroristen gehoeren/beitragen."

Ich gebe Ihnen Recht. Allerdings bis auf die "Armeen vom Terroristen". Terroristen treten nie als Armee auf,es sind immer Einzelkämpfer bzw. konspirative Zellen.

Deswegen kann man den IS auch nicht als terroristisch bezeichnen.Es handelt sich vielmehr um eine marodierende Räuber- und Mörderbande,die sich dort breitmachen kann,wo es keine funktionierenden staatlichen Strukturen mehr gibt. Opportunisten des Zerfalls. Und da haben Sie wiederum recht,die werden sich in den Ländern, aus denen die Flüchtlinge kommen, noch breiter machen als bisher. Bei uns ist allerdings das staatliche Gewaltmonopol nicht gefährdet.

Im Gegensatz zum Vorgehen des IS braucht es nur einen einzigen Terroristen, um ein ganzes Land in Angst und Schrecken zu versetzen.

Ich interpretiere da mal so... Sie möchten lieber in der EU viele Sozialhilfeempfänger stappeln, als dafür zu sorgen, dass es in den Herkunftsländern der Asylantragsteller für Menschen Perspektiven und die Aussicht auf Veränderung gibt.
Ein interessanter Ansatz?! Nur muss ich sagen auf Dauer nicht ganz realistisch und leider.....FALSCH!

Die Beiträge hier sind ein buntes Bild dessen, was sich in der Politik auch abspielt. Es wird viel geredet, viele Vorschläge gemacht, aber ich wette keiner von Ihnen spendet z.B. Geld in diese Länder oder Organisationen, die in diesen Ländern tätig sind. Nebenbei: ich auch nicht.
Meiner Meinung nach macht es Australien am besten. Die stellen in den betroffenen Ländern Warnschilder/plakate auf, dass der lebensgefährliche Weg höchstens in den Tod führt und Asyl jedenfalls nicht gewährt wird.
Wenn ich lese, dass wir "was abgeben müssen" kann ich nur lachen. Wo ist denn das Ende der Spirale? Auf der ganzen Welt in jeder Ecke gibt es arme Säcke, denen sie was abgeben "müssen". Dann los !

"Ich interpretiere da mal so... Sie möchten lieber in der EU viele Sozialhilfeempfänger stappeln, als dafür zu sorgen, dass es in den Herkunftsländern der Asylantragsteller für Menschen Perspektiven und die Aussicht auf Veränderung gibt.
Ein interessanter Ansatz?! Nur muss ich sagen auf Dauer nicht ganz realistisch und leider.....FALSCH!"

Wie kommen Sie auf die seltsame Idee, dass ich in der EU Sozialhilfeempfänger stapeln möchte?

Bitte geben Sie mir auch nur eine einzige belastbare, seriöse Quelle dafür an, dass Asylanten und Kriegsflüchtlinge generell ungebildet sind und bei uns dauerhaft in der Sozialhilfe verbleiben.

Was die "Wirtschaftsflüchtlinge", also die Arbeitsmigranten, angeht, die sind bereit, jeden Job anzunehmen und möchten generell so wenig Behördenkontakt wie möglich haben.

Ohne die illegalen Arbeitsmigranten wäre beispielsweise die kalifornische Landwirtschaft längst zusammengebrochen.

Was gern übersehen wird: seit es auf legalem Wege nicht mehr möglich ist, nach Australien zu flüchten, hat sich die Zahl der Illegalen im Lande drastisch erhöht. Die arbeiten dort unter ausbeuterischen Bedingungen rechtlos zu Hungerlöhnen und mehren den Wohlstand der "Stammbevölkerung".

Eine Entwicklung, die in den USA schon seit Jahrzehnten zu beobachten ist.

„Meiner Meinung nach macht es Australien am besten. Die stellen in den betroffenen Ländern Warnschilder/plakate auf, dass der lebensgefährliche Weg höchstens in den Tod führt und Asyl jedenfalls nicht gewährt wird.“

Australien ist ein anderer Fall: Da geht es nicht um Kriegs-, sondern um ökonomische Flüchtlinge.

Vielleicht sollte man einmal das Pferd von der anderen Seite aufzeumen?

Volksbefragung in allen europaeischen Laendern, um festzustellen, wie die Menschen in Europa ueber die Aufnahme oder Abweisung von "unkontrolliert Ankommenden" denken. (wie nennen wird die African Boat people eigentlich political correct?)
Vor der Volksbefragung dann aber bitte auch eine umfassende Aufklaerung ueber die Konsequenzen des Fuer und die Kosequenzen des Wider.
Geht eine umfassende Aufnahme der Voelkerwanderung ueberhaupt? Wenn ja, wie? Was haette das fuer Konsequenzen fuer Hinz und Kunz.
Wenn nein, wie koennte man diese Voelkerwanderung verhindern bzw umleiten?

Dann gemaess der Mehrheit in dem jeweiligen Land (oder in Gesamt-Europa?) handeln.
Will die Mehrheit keine Menschenstroeme aufnehmen - dann ueber entsprechende Massnahmen nachdenken und umsetzen.
Dito fuer den Fall, dass die Mehrheit fuer eine Aufnahme der Menschenstroeme ist.

Aber hoert mit dem wischi-waschi auf, das kostet nur Menschenleben

Kriegs-Flüchtlinge und Politische Flüchtlinge brauchen die Solidarität von Europa. Bei Wirtschaftsflüchtlingen gibt es schon einen beträchtlichen Unterschied, ob es um Wohlstand geht oder um das Nichtverhungern. Daher lässt sich das nicht pauschal beurteilen, so nach dem Motto "weg mit allen Wirtschaftsflüchtlingen".
Zudem ist es die moralische Verantwortung des Westens all die Krisen, die er selbst, direkt oder indirekt, ausgelöst hat - Stichwort Kolonialmächte - auch mit zu lösen.
Es ist ein Irrtum, dass wir in asiatischen oder afrikanischen Ländern Einfluss nehmen können, ohne dass früher oder später eine Rechnung präsentiert wird.
Natürlich lassen sich nicht alle Probleme bei uns lösen, aber wir sollten vor Ort präsenter werden. Gierige Schlepper würde ich gesammelt nach Den Haag bringen, denn dort gehören sie hin. Speziell gilt das für die Drahtzieher.

Wieviel vom Mindestlohn abzugeben ist angemessen.
Da für Krieg immer Geld da ist, sollten die Rüstungskonzerne in die Pflicht genommen werden - 90% vom Gewinn für die Flüchtlingshilfe, und die Gehälter, Dividende und Boni gedeckelt.

das wort "schweinerei" ist für das was dort im moment passiert noch untertrieben. bereits vor 6 monaten war doch abzusehen dass das passiert, als man das eigentlich erfolgreiche (und GÜNSTIGERE!) programm mare nostrum zur seenotrettung eingefroren hat, zugunsten des abwehrprogramms von FRONTEX was dazu noch erheblich teurer ist. ich frage mich wie lange flüchtlingsabwehrminister de maizére noch ruhig schlafen kann.

So dass sie sich ein besseres Boot leisten können.
Die Überfahrt muss besser reguliert werden. Wer keine Lizenz hat, sollte 3 Punkte in seine Kapitänslizenz bekommen und 20 Stunden gemeinnützige Tätigkeit leisten.

Die Flüchtlings- und Rettungsschiffe müssen besser ausgerüstet sein, damit keiner mehr ertrinken muss. Zusätzlich müssen die Schlepperbanden vor Ort besser bekämpft werden, denn da haben wir in der EU seit dem Zerfall der alten Diktaturen Nordafrikas ein Problem.

Auf die Einsicht der Afrikaner in ihren Heimatländern zu bleiben, ist eine schöne Wunschvorstellung, wird aber durch die Realitäten schnell eingeholt. Die EU-Hilfen in deren Heimatländern sind zu klein gemessen an deren Bevölkerungszahlen. Statt diese Hilfen massiv auszuweiten, wird sich die EU weiter abschotten. Das wird auch funktionieren, da bei uns leider nicht so viele Flüchtlinge willkommen sind.

So wie es derzeit läuft mit den Flüchtlingsströmen kann es nicht weitergehen. Die Menschen stürzen sich ins Wasser und ein paar werden zufällig gerettet und der einige ertrinken.

Wer der Meinung ist, die Flüchtlinge sollten wegbleiben, sind selbst schuld usw. der braucht gar keine Schiffe loszuschicken. Dann ertrinken noch mehr. Wer das will, soll das auch sagen und nicht rumpolitisieren.

Wer sich aber einen Rest Menschlichkeit bewahrt hat, der muss mehr tun. Manchmal habe ich den Eindruck, hier im Forum schreiben viele Leute, die sofort verhungern würden, wenn Deutschland noch mehr Flüchtlinge aufnimmt. Meinetwegen kann man viele wieder zurückschicken, aber ertrinken lassen geht gar nicht.

Wir schicken doch sonst überall Schiffe hin. Statt vor Israel sinnlos herumzuschippern könnte die Marine auch Menschen retten.

Immerhin schickt Italien seit einiger Zeit ja viele Flüchtlinge, mit stillem Einverständnis weiter. Aber nur wenige Länder nehmen auf.

Und was für mögliche Antworten haben Sie sich für Ihre Volksbefragung so gedacht? Entweder alle aufnehmen oder alle abweisen? Oder vielleicht noch ein paar mehr Alternativen zur Auswahl?

Sie versuchen, einem hochkomplexen Problem mit einfachsten Lösungen beizukommen. Zumindest drängt sich mir dieser Verdacht auf.

Die Boote müssen vor der Abfahrt vom TÜV überprüft werden, sonst erhalten sie keine Genehmigung.

Ihren Zynismus finde ich unerträglich. Und mir graut vor dem Gedanken, dass es viele, viele Menschen mit dieser Einstellung gibt.

Bei der Mehrheit der hier geäußerten Meinungen muss ich mich fragen, was in unserer Gesellschaft schiefgelaufen ist. Hoffnung gibt mir der Gedanke, dass das Meinungsbild in solchen Foren nicht unbedingt repräsentativ sein muss.

@fathaland: Ich bin sehr froh, dass Sie noch nicht aufgegeben haben! Bitte machen Sie weiter!

Ich finde, das ist kein Thema für schlechte Witze.

Laut Nachrichtensendung sind 2014 180000 Menschen über das Mittelmeer nach Italien eingewandert. Dieses Jahr werden es noch mehr werden. Wenn dabei 5 % untergehen, sind es immer noch zu viele! Italien beschwert sich zu Recht über mangelnde Kooperation der EU! Es ist falsch, wenn die Toten der EU oder Italien angekreidet werden.
Was kann man tun?
1.) ahnlich der USA oder Kanadas das Recht auf Asyl abschaffen und in Afrika verbreiten, das Europa keine Wirtschaftsflüchtlinge aufnimmt. Außerdem noch konsequenter abschieben!
2.) absolute Kontrolle durch die Marine der Nato, Abfang der Schlepperboote und zurückbringen in die Herkunftsländer
3.) unter europäischer Aufsicht Lager in Afrika gründen, mit ärztlicher Versorgung, Berufs- und Schulbildung, um erst garkeine Völkerwanderungen entstehen zu lassen.

Verstärkte Rettungsaktionen werden noch mehr Wirtschaftsflüchtlinge motivieren.

"wir brauchen einen FlüchtlingsTÜV
Die Boote müssen vor der Abfahrt vom TÜV überprüft werden, sonst erhalten sie keine Genehmigung."

Ich finde nicht, dass dieser Diskussionsbeitrag der Problematik des Themas angemessen ist.

Oder ist Ihnen wirklich nicht klar, dass der Begriff "Genehmigung" hier nicht greift, da die Flüchtlingsströme genehmigungsfrei fliessen?

Dann will ich nichts gesagt haben.

Oder aber Ihr Beitrag ist satirisch gemeint. Das ist aber bei der Masse ähnlich substanzhaltiger ernst gemeinter Beiträge hier im Forum nicht auf den ersten Blick zu erkennen.

Zitat: "Laut Nachrichtensendung sind 2014 180000 Menschen über das Mittelmeer nach Italien eingewandert. Dieses Jahr werden es noch mehr werden. Wenn dabei 5 % untergehen, sind es immer noch zu viele!"

Wenn ich jetzt sage: "Ich wünsche Ihnen, dass Sie niemals in eine Situation kommen werden, die Sie zu einer solchen Reise zwingt!" - bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich nicht das Gegenteil denke.

Von Ihrem Zynismus abgesehen: Meinen Sie wirklich, mit einem so einfachen Rezept ("unter europäischer Aufsicht Lager in Afrika gründen, mit ärztlicher Versorgung, Berufs- und Schulbildung, um erst garkeine Völkerwanderungen entstehen zu lassen.") eine humanitäre Katastrophe von gigantischen Ausmaßen in den Griff kriegen zu können?

Zitat: "Verstärkte Rettungsaktionen werden noch mehr Wirtschaftsflüchtlinge motivieren."

Dann ist es ja gut für Sie, dass Sie schon im sicheren Hafen sind. Sollen die anderen doch krepieren.

Hier sind verdammt viele rechte Zyniker unterwegs. Wie an anderer Stelle schon gesagt: Ich hoffe, dass der Mainstream in solchen Foren nicht zwangsläufig die gesellschaftliche Stimmung wiedergibt. Das kann ich nur hoffen.

Vielen Dank für die moralische Unterstützung. Ich freue mich und nehme sie zu Herzen.

Danke.

Ihr gebt mir die Hoffnung wieder, die ich fast verloren hatte.

Das Hauptproblem ist, dass kaum ein Asylsuchender legal in der EU einreisen kann, weil er kein Visum kriegt. Und ein Kriegsflüchtling hat da erst recht keine Chancen, (kein Arbeitsplatz, meist keine Papiere).

Wir können noch so lange über Ursachenbekämpfung sinnieren, egal was man da machen würde, kann das nur langfristig wirken. Wir haben aber JETZT ein Problem.

Lösungsvorschlag:

Einrichtung einer kostenlosen Fährverbindung nach Lampedusa in ein Auffanglager und Abweisung aller anderen Bootsflüchtlinge (Rückführung mit der Fähre). Das würde den Schleppern die Geschäftsgrundlage entziehen (zumindest ab der Küste) und der Fährbetrieb wäre mit Sicherheit billiger als fächendeckende Patrouillen.

Alle, die hier im Forum für eine unlimitierte Aufnahme optieren aus humanitären Gründen, sollten sich einfach mal einen Globus oder eine Weltkarte kaufen und die Größe Deutschlands mit der Größe Afrikas vergleichen.
Könnte helfen, um einem realistischen Ansatz näher zu kommen.

*freu*

Und schau mal, welch Zuspruch!

Gestern sind im anderen Thread ein paar Hardliner etwas zurückgerudert. Es lohnt also doch.

Gruß (muss leider weg)

Wir freuen uns mit Ihnen. Vielen Dank fürs Weitermachen!

Wie gesagt, das vorherrschende Meinungsbild in solchen Foren ist nicht zwangsläufig repräsentativ. Ein paar dumme, rechte Trolle reichen, um alles kippen zu lassen. Das kennen wir doch schon ...

"Wenn ich jetzt sage: "Ich wünsche Ihnen, dass Sie niemals in eine Situation kommen werden, die Sie zu einer solchen Reise zwingt!" - bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich nicht das Gegenteil denke."

Ich weiß, was Sie meinen.

Als Kind glaubte ich an die Kraft magischen Denkens. Ich habe mir damals gewünscht, dass all das, was Menschen anderen Menschen wünschen oder ihnen antun wollen, Ihnen selbst passiert.

Deswegen wünsche ich den schlimmsten Zynikern hier nicht, dass ihnen Schlimmes zustößt. Denn dann würde ich es mir ja selbst an den Hals wünschen.

Obwohl Nächstenliebe, wenn man mit verkommenen Zynikern konfrontiert ist, alles andere als eine leichte Aufgabe ist.

Liebe User,

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Mit freundlichen Grüßen
Die Moderation

Alle, die hier im Forum für eine unlimitierte Aufnahme optieren aus humanitären Gründen... "

Es hilft m.E. der Diskussion nicht weiter, mit pauschalisierenden und unsachlichen Übertreibungen zu argumentieren.

Eine "unlimitierte Aufnahme" dürfte weder in der Realität noch in diesem Forum einen einzigen Befürworter finden.

Zwischen "keiner" und "alle" liegt dennoch ein erheblicher Handlungsspielraum.

Und wenn, wie es sich hier herauslesen lässt, generell in D eher eine (von mir nicht geteilte) ablehnende Haltung gegenüber Migranten vorzuherrschen scheint, dann können wir dennoch über konstruktive Möglichkeiten diskutieren, welche Lösungen alternativ in Frage kämen.

Ich bin der Meinung, dass unser sehr privilegiertes Leben uns sehr wohl Freiräume verschafft, weniger "gesegnete" Menschen teilhaben zu lassen an unserem Wohlstand.
Ich sehe darin sogar eine moralische Verpflichtung, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

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