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Stabilisierung der kubanischen Oligarchie

Es ist richtig, auch die Brandt'sche Öffnungspolitik gegenüber der DDR hat diese etwa 10 Jahre lang eher stabilisiert. Doch dies hat den unvermeidlichen Zusammenbruch des absurden Systems nur hinausgezögert, nicht verhindert, vor allem aber friedlich ermöglicht. Auch das kubanische System kann weiter nur durch Unterdrückung bestehen, es funktioniert nicht wirklich. Die Ideologie ist nur ein Feigenblatt für die Herrschaft der Oligarchen, die sich jetzt bereit machen, ihre Positionen an ihre Kinder zu vererben. Man bereitet sich durch die Verteilung des Besitzes in "Privathände" auf zukünftige Entwicklungen vor. Welch absurde Entwicklung in einem "sozialistischen" Land! Kuba definierte sich zu lange über seine Gegnerschaft zu den USA und konnte so die Bevölkerung immer noch bei der Stange halten. Überhaupt ist dieser antiamerikanische Affekt bei allen Linken oder gar allen Extremisten im Allgemeinen (und Russland, gleich ob "sozialistisch" oder heute reaktionär) identitätsstiftend.

Feindbilder sind Kitte von Diktaturen

Und wenn diese wegfallen, fallen Hüllen.
Kuba wird sich wohl verändern. Ob das gut wird oder schlecht bleibt abzuwarten.
Aber auf Jeden Fall haben die Jahrzehnte langen Sanktionen nix gebracht außer Leid.

Nun da die USA einen anderen Weg gehen, als den der Muskelspielerei ist es auch wider nicht recht.
Wie @autograf schon als Vergleich die DDR ins Spiel bringt, ist dies ein Beispiel, wenn man auf etwas zu geht öffnen sich Wege. Wege die zwar lang sein können, aber dafür relativ sicher zum Ziel führen.
Politische Systeme sind immer im Inneren zusammengebrochen und oft hält der Druck von Außen instabile Systeme zusammen.

Ich begrüße daher die neue US-Politik gegenüber Kuba.

Vielleicht ists letztlich gar

Vielleicht ists letztlich gar nicht so uebel wenn ein "Regime stabilisiert wird". Man schaue auf andere Laender, in denen, man verzeihe mir den Ausdruck, "bewaehrte" Regime abgeloest wurden. Danach kam nur Chaos.

@Autograf

Aha ... Sie sind also Kuba-Experte und können deshalb von "Unterdrückung" reden? Auch unsere "jeder darf alles" Gesellschaft ist Unterdrückung ... genauso wie die "alles auf sexy reduzieren" Werbung ... man kann nämlich nicht mehr ohne dies leben.

Insofern finde ich es sehr bedauerlich, dass Sie eine solche "ich weis es besser was gut für die Kubaner ist"-Haltung an den Tag legen.

Für den Rest der Argumentation muß ich Ihnen aber leider recht geben, denn es wurden schon viel mehr Menschen durch Coca Cola und McDonalds in den "american way of life" assimiliert als durch Waffengewalt und Embargos. LEIDER, denn durch Assimilation werden örtliche Kulturen/Bräuche zerstört und wir (die Weltbevölkerung) sind letzten Endes ärmer dran.

@07:27 von Autograf

"Ich sorge mich um meine Eltern, auch weil ich fürchte, dass der einsetzende Massentourismus aus Nordamerika der Insel nicht gut tun wird. Er wird die Prostitution und den aufkeimenden Drogenhandel befördern und im schlimmsten Fall die Gewalt zurück nach Kuba bringen."

So war es vor der Revolution.

Und so wird es auch nach einer Öffnung sein, wenn die kubanische Regierung im Stil eines Boris Jelzin regiert.

Deshalb sollte eine Annäherung nur auf der berühmt gewordenen sprichwörtlichen "Augenhöhe" durchgeführt werden.

Feinbilder der Opposition

Natürlich sehen die Oppositionellen das anders. Sie wollen das Regime stürzen und zwar sofort. Man soll das System gänzlich isolieren, bis es zusammenbricht. Das ist die Wunschvorstellung, die offensichtlich nicht dadurch ins Wanken gebracht wird, dass das 50 Jahre lang nicht funktioniert hat. Es ist wirklich wie bei der deutschen Ostpolitik. Auch in der Debatte um den Vertrag mit dem Iran wird genau so argumentiert. Keine Annäherung! Weitermachen wie bisher! Obamas Weg scheint mir richtiger, aber er hat viele Feinde, nicht nur unter den kubanischen Dissidenten.

Dieser Schritt

war längst überfällig. Alle bis aufs Messer zu bekämpfen, die eine Alternative zur ungehemmten kapitalistischen Bereicherung praktizieren wollen, ob sie sich nun sozialistisch nennen oder anders, ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Wir sehen ja, was Kapitalismus bei unseren Lebensgrundlagen (Umwelt) anrichtet.
@autograf: Der von Ihnen angeführte "antiamerikanische Affekt" ist kein solcher, sondern eine sehr gut begründbare Ablehnung der US-Politik seit den 60er Jahren (Vietnam, Chile, Irak etc.). Das sollte man nicht verwechseln. Ideologisch ist in meinen Augen umgekehrt der proamerikanische Affekt, für den gibt es nämlich relativ wenig Argumente - zumindest sind mir dreißig Jahren Diskussion nicht viele begegnet, die sich wirklich halten lassen.

Bush

"...Die Nachkommen der Nomenklatura haben im Ausland studiert, sind auf den Übergang vorbereitet. Sie übernehmen nun wichtige Positionen in Wirtschaft, Finanzen und Militär. Sie sind für die Transisition in eine Schein-Demokratie gewappnet, kontrollieren die großen Staatsbetriebe.
Das verläuft ähnlich wie in China, Russland oder anderen lateinamerikanischen Staaten. ..."

Ist es denn falsch, zu behaupten, genauso läuft es in den USA auch? Gerade bereitet sich die dritte Bush-Generation vor, den Präsidentenstuhl zu erklimmen - wie ist das überhaupt denkbar in einer Demokratie, wo alle Menschen die gleichen Chancen haben sollten? Nur dieses eine Beispiel zeigt schon, dass die Unterschiede zwischen Kuba und US-Amerika wohl woanders zu suchen sein sollten...

Comandante Che Guevara

"Die Führung hat jetzt nur das Problem, sich der Wirklichkeit stellen zu müssen, wenn die angeblichen Gründe für die Misere wegbrechen." - die wirklichen Gründe waren immer die USA.

@Arnsberg 09:19

"Alle bis aufs Messer zu bekämpfen, die eine Alternative zur ungehemmten kapitalistischen Bereicherung praktizieren wollen, ob sie sich nun sozialistisch nennen oder anders, ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Wir sehen ja, was Kapitalismus bei unseren Lebensgrundlagen (Umwelt) anrichtet."

Vergleicht man, was im "kapitalistischen" Westen in Sachen Umweltschutz erreicht wurde mit den Zuständen in der ehemaligen DDR oder Sowjetunion, dann ist doch wohl das "kapitalistische" System das eindeutig umweltfreundlichere. Umweltschutz ist teuer. Die Grund- und Luxusdinge umweltfreundlich zu erwirtschaften ist deutlich aufwendiger als ohne solche Rücksichtnahmen. Die sozialistischen Systeme, wo man auch hinschaut, schaffen es ja nicht einmal die Grundversorgung zu erzeugen. In Nordkorea wird gehungert und auch Kuba ist nicht weit weg davon. Da bleiben dann auch keine Mittel für Umweltschutz.

Raumschiff Enterprise

@CE 08:55: "..., denn es wurden schon viel mehr Menschen durch Coca Cola und McDonalds in den "american way of life" assimiliert als durch Waffengewalt und Embargos. LEIDER, denn durch Assimilation werden örtliche Kulturen/Bräuche zerstört und wir (die Weltbevölkerung) sind letzten Endes ärmer dran."
...und es wäre besser gewesen, wenn Kolumbus nicht in der Karibik angelegt hätte. Da ist sie wieder, die "Raumschiff-Enterprise-Wir.mischen.uns.nicht.ein-Mentalität". Danach könnten wir jetzt von oben das traditionelle Leben der Indios in Lateinamerika beobachten.
Aber so ist es nun einmal, dass die Welt durch Coca Cola & Co. assimiliert wurde, und GOTTSEIDANK mehr als durch Waffengewalt (worüber sich auch streiten lässt). Aber es ist nicht zufällig Coca Cola & Co. aus Amerika. Weil sich dort vor über 100 Jahren die innovativsten Köpfe aus aller Welt zusammengefunden haben. Wäre es Sibirien gewesen, würden wir heute alle Kwas und Piroggen zu uns nehmen :)

Wie man es macht, macht man es falsch.

Nähert sich die USA Kuba an, ist es falsch. Beschließt die US-Regierung morgen, die Sanktionen doch fortzusetzen, wird es ebenfalls Kritik ernten.
Es gibt keinen Königsweg, wie man mit Diktaturen umgehen soll, außer abwarten, dass das Volk den Herrscher irgendwann zum Teufel jagt.

Na und was ist schlecht an Coca Cola?

Wem es nicht schmeckt, der braucht es doch nicht kaufen? Alte Bräuche und Brauchtum werden doch nicht durch Coca Cola und MC Do. zerstört, sondern durch mangelndes Interesse der Menschen. Viele haben nicht mehr Zeit und Lust aufwendiges altes Brauchtum zu pflegen. Das mag man bedauern, das liegt aber nicht an den USA.
Und die kommunistischen und sozialistischen Systeme waren ja geradezu für ihren Vorbildlichen Umweltschutz bekannt, genauso wie China und Nordkorea. "Wo der Dreck vom Himmel fällt dort ist Bitterfeld" oder so ähnlich. Also das bei unserer Geschichte hier immer noch viele den Lobgesang auf den Kommunismus/Sozialismus singen kann ich nicht verstehen. Wie es einem mit dem tollen Bruder Sowietunion/Rußland geht sieht man ja an der Ukraine. Auch in Kuba wird es einen Wandel geben, das lässt sich gar nicht aufhalten, die Menschen wollen nicht ewig in Armut und von Parolen Leben, während eine handvoll Revolutionsführer in Saus und Braus leben. Wrtet es nur ab, jetzt geht es los.

USA und Kuba sind in einigen Aspekten

vielleicht ähnlicher als man denkt. Natürlich ist die Mentalität der Menschen Grundverschieden, aber abgesehen davon gibt es auch Gemeinsamkeiten.

Ist es den in den USA etwas nicht so, dass die Politik oft in Kreisen von Privilegierten bzw. der Familie bleibt („Bush-Clan“). Werden nicht auch USA-Kritiker aus dem Ausland auf ominöse Listen gesetzt und mit Einreiseverbot belegt („Terrorschutz“)? Sind nicht auch die USA hoch verschuldet und konnten nur mit Tricks die Zahlungsunfähigkeit vermindern (Erhöhung der Schuldenlimits als „Lösung“)? ...

Der Wandel in Kuba wird kommen und ich hoffe zum Guten, also zu einer demokratischeren Gesellschaft mit eigenen Werten und hoffentlich keine (naheliegende) Kopie etwa der USA.

@ MenschMitMeinung

Ob man in den USA aus einer bekannten oder weniger bekannten Familie kommt, spielt letztlich keine Rolle. Obama kommt aus einer völlig unbekannten Familie.
Wer in den USA ein politisches Amt bekleidet tut dies erstens nur nach einer freien Wahl und zweitens nur auf Zeit. Das ist in Kuba von Grund auf anders.

@ MenschMitMeinung:

"USA und Kuba sind in einigen Aspekten vielleicht ähnlicher als man denkt. Natürlich ist die Mentalität der Menschen Grundverschieden ..."

Stimmt. In den USA wird unternehmerisches Denken gefördert, in Kuba gehemmt.

Wer schon mal mit kubanischen .......

Bauern und Arbeitern bei Gitarrenspiel den klaren Zuckerrohrrum mit Limonensaft getrunken hat, weiss genau: Egal ob man Castro hasst oder liebt, im Zweifelsfall stehen die Kubaner geschlossen hinter den Castros. Besonders die alten Leute, die noch das "amerikanische " Cuba erlebten. Die Opposition wird in Cuba sehr stark ueberschaetzt. Trotz Armut sind die Leute stolz auf IHR Cuba. Sie wollen Veraenderungen , das steht fest, aber zum WOHLE des Volks und keinen Ausverkauf.

@ Mensch mit Meinung

In Amerika wurde ein Farbiger mit nachvollziehbaren afrikanischen Wurzeln Präsident.
Die Erhöhung des Schuldenlimits können sie selbstverständlich beschließen, wenn inzwischen die Werthaltigkeit der Wirtschaft und des Landes gestiegen ist.
Maßgebend ist nicht die absolute Höhe sondern die Wirtschaftskraft.
Ein Politiker der Linken kann sich als Bundestagsabgeordneter ein größeres Haus leisten als der einfache Arbeiter oder Harz 4 Empfänger.
Freiheit und ein funktionierender Rechtsstaat, der seiner sozialen Verantwortung gerecht wird ist die Lösung.

13:33 von Bastjan Kastenlaurig

In den USA wird unternehmerisches Denken gefördert. Das ist der eine Teil.
Der andere Teil ist, da werden Staaten gezwungen, grün bedrucktes Leinenpapier, wo fast kein nomineller Gegegenwert mehr besteht,in Asien nennt man es auch grünes Laub,als Zahlungsmittel für ihre Rohstoffe zu akzeptieren. Tut man es nicht, man bekommt unerbetenen Besuch.
Erscheint das Risiko zu gross auf eine Gegenwehr
zu stossen, findet man im Freundeskreis Leute, die dann ein Handelsembargo beschliessen.
Was meinen Sie , warum es so viele Staatsbankrotte gibt, und systemlevante Banken auf Kosten der Steuerzahler gerettet werden müssen?

Dass in Kuba ein demokratischer Wandel nötig ist

steht doch außer Frage, es gibt jedoch kein Patentrezept a la USA sondern nur eines, das erst noch erarbeitet werden muss und welches der Mentalität der Menschen Kubas entspricht.

@ Agent lemon

"Die Opposition wird in Cuba sehr stark ueberschaetzt."

Nein, sie wird unterschätzt, weil der Staat sie nicht demokratisch zu Wort kommen lässt. Der Staat selbst ist in Kuba nicht neutral, sondern sozialistisch instrumentalisiert.

@ MenschMitMeinung:

"Sind nicht auch die USA hoch verschuldet und konnten nur mit Tricks die Zahlungsunfähigkeit vermindern (Erhöhung der Schuldenlimits als „Lösung“)? ..."

Oh, da verwechseln Sie etwas.
Die USA sind zwar zweifelsohne hoch verschuldet, aber bei weitem nicht zahlungsunfähig. Das Schuldenlimit ist nur eine Begrenzung für die Rechte der Regierung gegenüber dem Parlament. Daraus auf eine Zahlungsunfähigkeit zu schließen, ist sachlich falsch.

@19ikarus43

Das grün bedruckte Leinenpapier sind Dollars. Sollten sie den Gegenwert nicht kennen, bleibt es ja ihnen überlassen keine zu besitzen. Allerdings bekommen sie normalerweise zum Beispiel Öl nur gegen Dollars. Einzige Ausnahmen sind die schlauen Chinesen, die kaufen doch tatsächlich Öl für Rubel und bringen diese dadurch los.
Staatspleiten gab es ja noch nicht so viele. Es lag aber immer daran, dass diese Staaten so grün bedrucktes Leinen hatten sondern sie hatten es leider nicht.
Ihr so bekannter Namensvetter aus der Antike machte es doch vor wie man es nicht machen soll. Er wollte zu sehr nach oben zur Sonne und verbrannte.

Ganz genau und wenn man nur die Bilder sieht aus Kuba

Wie dort das einst so schöne und stolze Havana heute aussieht, der weiß was die Stunde geschlagen hat. Kuba muss sich zwangsläufig öffnen und ändern, es gibt keine Geschenke mehr von Venezuela (im übrigen auch von den Kommis abgewirtschaftet) oder von Ru. oder von CN.
Das Spiel für die Kommis und Sozialisten ist ausgeträumt. Freie Marktwirtschaft ist nicht in allen Bereichen für die Menschen das Beste und muss auch in den Auswüchsen geregelt werden, aber dem Kommunismus und Sozialismus immer noch weit überlegen.
Siehe gerade auch Venezuela, trotz riesigen Ölvorkommen ist das Land pleite, wie geht das denn? Das schaffen nur die Kommis. Ich glaube bei den Kommis könnten Goldbarren an den Bäumen wachsen, die würden trotzdem ein Land in die Pleite bringen.

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