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Schweige- und Meldepflicht verhindern Tragödie nicht

Das Germanwings-Unglück in den französischen Alpen mit 150 toten Passagieren und Crew-Mitgliedern belegt, dass die von der Pilotenvereinigung Cockpit verteidigte Schweigepflicht und die vom Ärztepräsidenten erwähnte Möglichkeit der Meldung an Behörden bei Fremdgefahr durch einen psychisch kranken Piloten im Einzelfall ein tragisches Ereignis nicht verhindern können.

Zwar trifft der Hinweis von Cockpit zu, dass sich bei Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht kranke Piloten nicht mehr vertrauensvoll ihrem Arzt begegnen, weil sie den Verlust der Fluglizenz befürchten müssen. Andererseits sind aber psychisch Kranke auch bei voller Schweigepflicht in der Lage, ihre Therapeuten aus den genannten Erwägungen über den wahren Gesundheitszustand zu täuschen.

Im Falle des Andreas L. wurde die Selbstmordgefahr dem Luftfahrtbundesamt wohl nicht gemeldet, weil er noch keine Fluglizenz besaß. Zum Tatzeitpunkt blieb der erneute Ausbruch der Krankheit mit Suizid- und Fremdgefahr unerkannt.

Dafür, dass es um eine

Dafür, dass es um eine vermeintliche Schweigepflicht geht, bekommt man täglich neue Details über aktuelle und zurückliegende Krankheiten vom Herrn Co-Piloten des Unglücksfliegers.
Aber der betreffende Mensch ist ja schon zur öffentlichen Person geklärt worden, sogar zur deutschen Zeitgeschichte vorab.

Wie kann es überhaupt sein, dass so ermittlungstechnische Fakten voreilig verbreitet werden. Selbst von der Durchsuchung seiner Wohnung?
Alles sehr unwürdig und respektlos.

Und natürlich ist die ärztliche Schweigepflicht (neben anderen wie der anwaltlichen) nicht verhandelbar.

Das ist ja hahnebüchend unverantwortlich!

"Aus Angst, nicht mehr fliegen zu dürfen, würden den Ärzten keine Probleme mehr anvertraut."
Will die Pilotenvereinigung damit sagen, dass die Herren Piloten lieber einen weiteren Fall mit 150 Toten in Kauf nehmen wollen, bevor sie ihre psychioschen Probleme offen und ehrlich behandeln?
Sollen nicht gerade die Piloten aus dem Fall lernen, denn auch sie haben schließlich einen unschuldigen Kollegen im Cockpit und weitere in der Kabine verloren?

Schweigepflicht

Man sollte nicht an der Schweigepflicht rütteln. Es führt nicht wirklich zu Verbesserungen. Ein Vertrauensverhältnis ist der beste Schutz.

An Hochschulen nötigt man Studenten zu ärztlichen Attesten mit Diagnose, wenn sie Prüfungen nicht antreten.. Das führt nur dazu, dass die Ärzte alle möglichen Krankheiten attestieren müssen (Magen-Darmgrippe, Migräne, Kreislauf...) und deren Praxen voll sind mit Studierenden, die diese Atteste benötigen. Natürlich treten in Prüfungszeiten merkwürdige Krankheitswellen auf....will sagen: die Atteste sind völlig unbrauchbar und nur als Hürde eingebaut, zumal gesellschaftliche Probleme an anderen Stellen geschaffen werden: wer zahlt für die Arztbesuche? Die Krankenkassen, sprich die Versicherten. Und die Ärzte erhalten unsinnige Arbeit. Kein Arzt kann Migräne, Bauchschmerzen oder plötzlichen Schwindel zweifelsfrei diagnostizieren. Es kann sein, es kann ebenso nicht sein, er muss dem Patienten glauben.

Panikreaktionen sind nie gut. Aber sie können auch extrem kontraproduktiv sein.
1. In den Handvoll Fällen, die es in der Verkehrsfliegerei bisher gegeben hat, hat kein Arzt etwas gewusst.
2. Die betreffenden psychischen Störungen sind ärztlich überhaupt nur feststellbar, wenn der Patient bewusst deswegen einen Arzt aufsucht und selbst seine Probleme offenbart. Das wird er aber nur tun, wenn er auch bereit ist, die Konsequenzen zu tragen.
3. Die Anzahl der Fälle erweiterten Suizids sind absolut und im Vergleich zu Fällen, wo Piloten während des Fluges andere gesundheitliche Probleme bekommen, extrem gering.
4. Das Risiko für die Passagiere, das aus wegen der Angst um die Lizenz nicht behandelten Erkrankungen (vor allem Herz-Kreislauf) entstehen kann, ist im Vergleich dazu extrem größer.
5. Risikomanagement ist immer ein Abwägen von Kosten und Nutzen sein, da es unmöglich ist, Risiken völlig zu beseitigen. Wir müssen mit einem Restrisiko leben. Autofahren verbieten ist auch keine Lösung.

Die Hinweise verdichten sich, dass der Co-Pilot an bipolarer Störung litt, dass sind im Wechsel manische, depressive und normale Zustände. Diese Krankheit ist nicht heilbar, eine Anfälligkeit ist in den Genen angelegt und Feststellbar (?).
Dieser Pilot hätte nie Pilot werden dürfen, denn vor dem Erhalt der Verkehrspilotlizenz hatte er schon einen Schub, die relative Kürze der Auszeit musste ein Hinweis auf eine Störung sein, eine heilbare Depression ist nicht mal eben in 6 Monaten erledigt. Geheilt ist nur derjenige, der ohne Medikamente und ohne latente Störung wieder völlig genesen ist. Dieswar bei dem Copiloten offentsichtlich nie der Fall.
Die Frage ist also nicht, ob Schweigepflicht gilt, sondern wann sie gebrochen werden muss!
Bei einer unheilbaren bipolaren Störung ist dies in Bezug auf den Beruf des Piloten gegeben.

Es gibt Dinge die kann man nicht kontrollieren.

Laut Staatsanwaltschaft war der Co-Pilot in der Zeit vor dem Unglück nicht in entsprechender psychischen Behandlung. Von seinen Absichten, wenn sie denn so stimmen, haben selbst die Ärzte nichts geahnt. Was soll dann eine Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht bringen? Es gibt so viele Fälle in denen die Psychiater mit ihrer Einschätzung so daneben liegen, dass man darauf keine Änderung eines Grundprinzips wie der ärztlichen Schweigepflicht begründen kann. Es kann auch sein dass man am Ende zum Schluss kommen muss, dass nichts und niemand dieses Unglück hätte verhindern können. Das ist natürlich für einen Staat in dem alles organisiert und kontrolliert werden muss, schwer hinzunehmen.

War ja klar das so etwas kommt

Jede Möglichkeit wird genutzt, um noch mehr Privatsphäre und Datenschutz des Bürgers abzubauen.
Bin auch dagegen.

@eli:"Unheilbare (erbliche) Störungen nicht Gefahr für Dritte?"

Natürlich sind schwere, erblich bedingte, Depressionen, gepaart mit akuter Persönlichkeitsstörung eine Gefahr für Dritte. Das weiß auch jeder Neurologe und Psychiater, er muss die Krankheiten mit Suizid- und Fremdgefahr allerdings auch erkennen können und dann melden. Das ist im Fall von Andreas L. offenbar nicht geschehen. Eine Lockerung oder der Bruch der ärztlichen Schweigepflicht würde daran nichts ändern.

"Handlungsdrang"

Warum fragt eigentlich keiner öffentlich, wie viele Flüge bis jetzt _ohne_ Probleme durchgeführt wurden, bevor man einfach nur wieder nach der Verschärfung von Regelungen ruft?

Und - jetzt wo wir etwas aus seinen Akten erfahren, hören wir auch, dass die Beurteilung jüngst als "nicht suizidal" ausgefallen ist - was hätte der zusätzliche Schutz also gebracht? Gar nichts - ausser, dass wir jetzt vielleicht einen "Schuldigen" Mediziner hätten, dem wir jetzt auch noch einen Strick aus seiner "Fehldiagnose" drehen könnten.

Ich bin nicht gerade der Vielflieger, aber ich werde in ein paar Wochen wieder genau so ruhig einen Flug besteigen, wie auch schon vorher - und ohne den Piloten vorher noch mal genau durchchecken lassen zu wollen. Bis jetzt waren meine Flüge alle gut - und ich habe keine Zweifel an der Leistung der Piloten.

@eli So eine Störung ist in

@eli So eine Störung ist in den Genen _nicht_ nachweisbar. Eine Verpflichtung zu einem Gentest, um bestimmte Berufe ausüben zu dürfen, halte ich überdies für äußerst fragwürdig. Ich kann Ihnen da den Film "Gattaca" empfehlen.

Für den Fall der

Für den Fall der Schweigepflichtentbindung müsste diese dann ja auch für alle Bus- und Bahnfahrer, Taxifahrer, Zugführer, Verantwortliche in der Chemie, in Atomkraftwerken, Fluglotsen, ..., und ich weiß nicht wen sonst noch gelten. Jeder Autofahrer mit Suizidabsichten stellt eine potentielle Gefahr dar. Wird er daher vor Erwerb des Führerscheins auf Herz und Nieren geprüft? Diese Forderung ist schlicht nicht umsetzbar.

Was für eine Märchenstunde!

Ein Freund von mir hat Jahre lange Erfahrungen machen müssen mit Therapeuten, die auch schon mal anderen Mitarbeitern (Pfleger) intimste Details erzählen und viel schlimmer feststellen müssen, dass man einfach als Therapeut die Akte anfordert und alles lesen kann. Nicht nur ohne schriftliche oder mündliche Erlaubnis, sondern sogar ohne der Therapeut dieses Patienten zu sein.
Wenn jetzt kolportiert wird, dass sogar bei einem suizidalem Piloten die Schweigepflicht gelten solle, ist das eine blanke Lüge dieser Psychologen. Erst Recht wenn keiner erkannt haben will, wie sehr narzisstisch dieser Andreas war.
Und was ein PsychKG mit bis zu 6 Wochen Freiheitsentzug angeht, sind Therapeuten bei Menschen, die einen Therapeuten wegen schlimmster Erlebnisse brauchen und keine Lebenshilfe wie "gönn Dir mal mehr Zeit für Dich", ganz schnell dabei.
Out of Reality dieses Gerede. Täterschutz wie neulich bei 28 Minutes ein Psycho, der das als altruistischen Suizid bezeichnete!!! (Letzte Woche Mi)

Wenn die deutsche Öfentlichkeit eine Person wäre...

Wenn die deutsche Öfentlichkeit eine Person wäre, dann dürfte sie auf keinen Fall Pilot werden. Diese Mischung aus Paranoia, Hysterie, übersteigerter Wahrnehmung von Einzelheiten und manischem Aktionismus ist nicht die Art von Besonnenheit, die in einem derart verantwortungsvollen Beruf unabdingbar sind.

Das Leben bleibt ein Restrisiko

Nicht alles kann verhindert werden. In diesem Fall denke ich auch, dass eine Aushölung der Schweigepflicht zu nichts führt, bzw. dem Anlass nicht angemessen ist.

Mein Hausarzt weis nicht was/wo/bei wem ich arbeite. Wenn ich nicht will, würde dies ein Therapeut auch nicht erfahren. Wem sollte das Klinikum denn den Vorfall melden? Vielleicht kannten Sie den (richtigen) Arbeitgeber gar nicht.

"Jeder Autofahrer mit Suizidabsichten stellt eine potentielle Gefahr dar" Richtig, und jedes Jahr/Monat sterben bei diesen Handlungen Menschen. Vielleicht sogar jährlich mehr, als bei dem aktuellen Anlass. Dazu kommen noch die Menschen mit anderen Erkrankungen, welche eine Gefahr im Strassenverkehr darstellen.

Ich weis, es ist nicht envogue... aber wir sollten nicht den Fehler machen, den aktuellen Vorfall überzubewerten. Das Geschehene ist ohne Zweifel tragisch, aber unbedingte Sicherheit wird es nie geben.

Motive des Copiloten nicht eindeutig geklärt

es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit richtig, daß der Copilot absichtlich die Maschine gegen den Berg gefahren und den Piloten ausgesperrt hat.

Warum er es getan hat, weiß man aber nicht. Die Frage ob krank oder nur kriminell ist eine Frage der Schuldfähigkeit. Möglicherweise stimmt auch die Aussage seiner Exfreundin, daß er einmal etwas tun werde und alle kennen seinen Namen.
Die Frau konnte wenn er es denn so gesagt hat auch nicht ahnen wie er das wirklich meinte. Es kann eine Art Mission oder auch Rache gewesen sein. Wie ein Selbstmordattentäter der seinen Tod zwar in Kauf nimmt, dem es aber nicht wirklich um Selbstmord geht.
Und kein Arzt hat da etwas attestiert. Ein herzkranker Pilot der um seine Lizenz fürchtet und nicht zum Arzt geht ist auch ein Risiko. Medizinische und vielleicht in Zukunft auch psychologische Untersuchungen vom Betriebsarzt sind da sinnvoller.

Aktionismus pur….

In der Tat, ist die ärztliche Schweigepflicht die Grundlage der Vertrauensbasis zwischen Arzt und Patient.

Wer schon einmal zu einem "Vertrauensarzt" musste, in der Kenntnis, dass dieser "seine Diagnose/Beurteilung" bspw. der Versicherung mitteilt, die ihn u.U. sogar dafür bezahlt, weiß, das die Schweigepflicht eine conditio sine qua non für das Arzt-Patientenverhältnis darstellt.

Der Pilotenvereinigung ist beizupflichten, dass eine Aufhebung der Schweigepflicht kontraproduktiv wäre, weil sich jetzt "erkrankte" Piloten nicht mehr, vor allem mit ihren psychischen Problemen, anvertrauen würden, oder gar als "Privatpatient" auf andere Ärzte ausweichen würden, die weder Beruf noch Arbeitgeber kennen.

Wenn Depressionen mittlerweile den Charakter einer Volkskrankheit haben, dann werden alle Berufsgruppen davon erfasst sein. Und ich fliege lieber mit einem in Behandlung stehenden Piloten, als mit jemandem, der heimlich vor sich hin tickt, weil er sich nicht anvertraut!

@KA0803

_Für den Fall der_

Ärztliche Schweigepflicht,ein zweiseitiges Schwert??

Der Mitarbeiter in der Lebensmittelbe-und Verarbeitung muß sich in regelmäßigen Abständen auf Tbc. usw.untersuchen lassen.
Wird eine Aufälligkeit festgestellt,wird der Arbeitgeber informiert,der betroffene Mitarbeiter wird "gesperrt" oder darf sogar in bestimmten Fällen seinen Beruf nicht mehr ausüben.

Wo ist das Problem......

.....letztendlich geht es doch nicht um die Schweigepflicht. Attestiert ein Arzt Arbeitsunfähigkeit, so gibt es schon heute einen Durchschlag für den Arbeitgeber OHNE DIAGNOSE. Die Frage ist doch, ob man den Arzt bei z.B. durch den Gesetzgeber festgelegten Berufsgruppen dieses Attest direkt an den Arbeitgeber weiterleitet. Das Problem war doch nicht die Schweigepflicht, sondern die Weiterleitung eines diagnosefreien Attests an den Arbeitgeber.

Stigmatisierung....Aktionismus...

und Formalismus ist alles nicht angebracht! Wer seinen Suizid beabsichtigt ...und dann auch noch wann....kann NIEMAND oder nur ganz selten eindeutig erkennen!Angesichts der Chance die "Nadel im Heuhaufen" z.B. unter Autofahrern zu finden...ist das Lockern der Schweigepflicht nicht vertretbar!Erst diese eherne Pflicht sichert die Öffnung von Betroffenen zum Behandlungseinstieg und reduziert damit die Gefahren für die Allgemeinheit(=unschuldige Opfer) !

@eli

07:19 von eli:
"Die Frage ist also nicht, ob Schweigepflicht gilt, sondern wann sie gebrochen werden muss!"

Diese Frage ist bereits im Beitrag beantwortet: Wenn dadurch die Schädigung Dritter verhindern werden kann.

Wenn man mit der Hinterher-ist-man-immer-schlauer-Manier jeden Piloten aussortiert, der in seiner Jugend mal beim Therapeuten war, bleiben womöglich nicht viele übrig. Und von den übrigen vermeiden einige womöglich lediglich die ärztliche Hilfe.

Ansonsten wäre es schön, wenn Sie aus Respekt vor den Angehörigen auf Ihre Psychoanalysen verzichten könnten. Die haben es schwer genug.

Alle Arbeitnehmer haben ein Recht auf Privatsphäre

Wieder so ein Traum der Unternehmer auf die perönliche Daten der Beschäftigten zuzugreifen.Piloten sind aber auch Bürger und keine Leibeigenen eines Unternehmens.Hier soll doch Unternehmerisches Risiko auf die Piloten abgewälzt werden bzw. in den privaten Bereich dieser Menschen eingebrochen werden.Das ist unzulässig und gibt nicht mehr Sicherheit.

@Puqio nicht unverantwortlich

Will die Pilotenvereinigung damit sagen, dass die Herren Piloten lieber einen weiteren Fall mit 150 Toten in Kauf nehmen wollen, bevor sie ihre psychioschen Probleme offen und ehrlich behandeln?

Sie will damit sagen, dass keiner mehr zum Arzt gehen würde, wenn er befürchten müsste deswegen seine Existenz zu verlieren. Unverantwortlich wäre es, so eine Regel einzuführen, denn dann wäre es wirklich unsicher. Piloten sind nämlich keine selbstlosen Übermenschen.

Es ist außerdem Quatsch, Piloten so zu überhöhen. Busfahrer und PKW-Fahrer können auch hunderte gefährden und müssten genauso behandelt werden.

Falsche Diagnose beim Arzt -> Führerschein weg, oder gleich Job weg. Würden Sie bei dem Risiko dem Arzt noch "offen und ehrlich Ihre psychischen Probleme" erzählen, wie Sie es so heroisch von anderen fordern?

Die Regel würde außerdem voraussetzen, dass jeder beim Arzt seinen Arbeitsvertrag vorlegen muss. Allein daran scheitert sie bereits.

Anonyme Anlaufstelle

Es müsste eine Anlaufstelle innerhalb der Airline oder zentral für alle Airlines geben, an die sich Menschen mit Bedenken hinsichtlich der Flugtauglichkeit eines Piloten wenden können.

Anonym. Ohne Vermerk in der Akte. Ein unabhängiges Team müsste als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Es wäre die Aufgabe dieser Leute den Hinweisen nachzugehen. Wird jemand gemobbt, oder sind Bedenken begründet? Diesen Leuten müsste ggfs. auch eine Rücksprache mit Ärzten möglich sein.

Psychiatrische Probleme gehören definitiv nicht ins Cockpit.

Bereits vor Ausbildungsbeginn werden die Familien der Piloten durchleuchtet; ein Suizid in der Familie gilt als sicheres Ausschlusskriterium. - Nun diskutieren wir die psychische Verfassung des Piloten selbst und nicht die des Grossvaters!

Es muss eine Struktur geben, die hier greift, ohne die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen (aller) grundsätzlich zu gefährden.
Hier geht es um die Rechte des Einzelnen gegen die Sicherheit Vieler.

keine Schweigepflicht, keine Kranken

Menschen gehen zum Arzt, damit ihnen geholfen wird, nicht damit sie angezeigt oder denunziert werden.
Und man muss dem Co-Piloten ja zu Gute halten - so grotesk das klingen mag - dass er in Behandlung war. Die Behandlung war bei ihm offenbar nicht erfolgreich und er hat schuldhaft und folgenschwer seinen Amoklauf (ich weigere mich hier von erweiterten Suizid zu sprechen) gestartet.
Wenn die Schweigepflicht aufgeweicht wird, weiß niemand mehr, ob er einem Arzt noch vertrauen kann, ob er sich ihm noch vollständig anvertrauen kann. Die Folge, weniger Menschen gehen zum Arzt, mehr Kranke gehen zur Arbeit. Das Risiko kann sich jeder, der einigermaßen bei Verstand ist, leicht ausmalen.
Wir werden die bittere Wahrheit aushalten müssen. Weder Ärzte, noch Freunde, noch Arbeitgeber trifft hier eine Schuld. Nur uns selbst, die wir jetzt in unserem Schmerz und unserer Hilflosigkeit im Umgang mit diesem unbedingt jemand noch lebenden an den Pranger stellen wollen.

Ein Pilot muss dann von einem Arzt

der Fluggesellschaft auf Flugtaugluchkeit untersucht werden. Das sollte möglich sein. Also ist die Debatte um die Aufweichung des Vertrauensverhältnisses zu dem privaten Arzt des Piloten sinnlos.
MfG

@ DiePositiveBratwurst 08:56 - !!!

"Das Problem war doch nicht die Schweigepflicht, sondern die Weiterleitung eines diagnosefreien Attests an den Arbeitgeber."

Genau.

Meldepflicht erweitern ?

Meiner Meinung nach müßten routinemäßige arbeitsmedizinische Untersuchungen für spezielle Berufsgruppen dem Risiko des jeweiligen Berufs Rechnung tragen. Dies setzt die geeignete Qualifikation der untersuchenden Ärzte und Psychologen voraus. Eine generelle Aufweichung der ärztlichen Schweigepflicht ist auf jeden Fall abzulehnen.

@07:55 von KA0803

"Für den Fall der Schweigepflichtentbindung müsste diese dann ja auch für alle Bus- und Bahnfahrer, Taxifahrer, Zugführer, Verantwortliche in der Chemie, in Atomkraftwerken, Fluglotsen, ..., und ich weiß nicht wen sonst noch gelten"

Die Frage ist, wo wird die Grenze zwischen einem allgemeinen und einem besonderen Risiko gesetzt. Fällt - in ein Flugzeug steigen - in die gleiche Kategorie wie - am Straßenverkehr teilnehmen - oder sind hier unterschiedliche Maßstäbe anzulegen. Geht von einem Mitarbeiter in einem Atomkraftwerk eine höhere Gefährdung aus, als von einem Geheimdienstmitarbeiter oder eine niedrigere und muss er deshalb weniger offenlegen?

@wm Verwechslung

Der Mitarbeiter in der Lebensmittelbe-und Verarbeitung muß sich in regelmäßigen Abständen auf Tbc. usw.untersuchen lassen.

Dem entspricht die Vorstellung beim Fliegerarzt, der auf eine Reihe von Gebrechen untersucht und dann ein zeitlich begrenztes Tauglichkeitszeugnis ausstellt (bei Berufspiloten alle 6 Monate). NUR mit diesem Zeugnis darf ein Pilot überhaupt fliegen.

Das hat aber nichts mit dem Hausarzt oder dem Facharzt zu tun, bei dem man sich in Behandlung befindet. Das ist eine völlig getrennte Baustelle, die beiden wissen nichts voneinander. Bei den Lebensmitteltechnikern ist das sicher genauso.

re 09:06 von SEPP58

Alle Arbeitnehmer haben ein Recht auf Privatsphäre

Wieder so ein Traum der Unternehmer auf die perönliche Daten der Beschäftigten zuzugreifen.Piloten sind aber auch Bürger und keine Leibeigenen eines Unternehmens.Hier soll doch Unternehmerisches Risiko auf die Piloten abgewälzt werden bzw. in den privaten Bereich dieser Menschen eingebrochen werden.Das ist unzulässig und gibt nicht mehr Sicherheit./////
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Wo haben Sie festgestellt, das hier im Forum oder in der Presse Unternehmer etwas gefordert haben?

Schweigepflicht

Auf der Basis des bisherigen Ermittlungsstandes schon irgendwelche Gesetzesänderungen zu fordern ist typischer Aktionismus. Wenn der Fall mal ganz aufgeklärt ist, kann man sich ja immer noch überlegen, welche Lehren man daraus zieht. Da nicht damit zu rechnen ist, dass etwas Vergleichbares sofort wieder passiert, besteht m.M.n. kein akuter Handlungsbedarf.
Wenn "Suizidalität" gut vorher erkannt werden könnte, gäbe es keine 10000 Suizide in Deutschland. Also nicht zu viel erwarten...
Mir gefällt die Frage, die um 06:33 von HerrMeier aufgeworfen wurde. Wie kann es eigentlich sein, dass Ergebnisse polizeilicher und staatsanwaltlicher Ermittlungen in den Medien auftauchen, bevor die Tinte trocken ist? Nur damit sie zerpflückt werden können, von Leuten, die weder das Fachwissen noch alle Informationen haben und sich auf die interessantesten oder vermeintlichen skandalösesten Details stürzen. Schweigepflicht?

Nach diesem tragischen Vorfall...

... ist es nicht möglich, den Kopf in den Sand zu stecken und nicht alles daran zu setzen, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt.

Jeder, der fliegt, vertraut sich der Airline an, vertraut den Anti-Terror Sicherheitschecks, der Sicherheit der Maschine und der Kompetenz und Zuverlässigkeit von Pilot und Copilot. Die Piloten sind ein Markenzeichen der Airline. Wenn der Pilot der Maschine, mit der ich gleich irgendwo hin fliege, an mir vorbeigeht, werfe ich ihm immer einen prüfenden Blick zu... Empfinde ich Misstrauen, beruhige ich mich selbst, indem ich mir sage, dass die Airline ihre Crew sehr genau kennt und prüft, so dass ich keine Bedenken haben muss.

Das Vertrauen ist nun dahin. Nicht nur durch diese Tragödie, sondern mehr noch aufgrund der Reaktion durch Cockpit. Man nimmt die Piloten und ihre Probleme in Schutz. Für Passagiere ist dies keine vertrauensbildende Haltung.

@ HerrMeier um 06:33

Dafür, dass es um eine vermeintliche Schweigepflicht geht, bekommt man täglich neue Details über aktuelle und zurückliegende Krankheiten vom Herrn Co-Piloten des Unglücksfliegers. [...]

Wie kann es überhaupt sein, dass so ermittlungstechnische Fakten voreilig verbreitet werden. Selbst von der Durchsuchung seiner Wohnung?
Alles sehr unwürdig und respektlos.

Ja, das sehe ich auch so. Dazu kommt, daß hier bisher nur Vermutungen und Unterstellungen kursieren. Die Absturzursache steht überhaupt noch nicht fest, da wird bereits der Name des Copiloten genannt. Dazu diverse "Enthüllungen" wie die seiner Tante, er habe das mit Absicht gemacht. Hallo? Es ist noch gar nichts bewiesen! Und trotzdem geht man wie selbstverständlich von Vorsatz aus? Was ist eigentlich aus dem Rechtsgrundsatz der Unschuldsvermutung geworden? Wurde der dem Sensationsjournalismus geopfert?

Absurd

Die Lockerung der Schweigepflicht ist Vertrauensbruch? Die Passagiere in der betroffenen Maschine haben dem Co-Piloten ihr vollstes Vertrauen geschenkt, und sind davon ausgegangen, das er seine Pflicht erfüllt, und sie sicher nach Hause bringt. Wer andere Menschen mit voller Absicht Massenweise mit in den Tod reißt, hat sich jedes Recht auf Vertrauensschutz verwirkt.

@ Puqio (06:55): Absolute Zustimmung - Lobbyismus!

hi Puqio

Will die Pilotenvereinigung damit sagen, dass die Herren Piloten lieber einen weiteren Fall mit 150 Toten in Kauf nehmen wollen, bevor sie ihre psychioschen Probleme offen und ehrlich behandeln?

Den Eindruck teile ich. Ich sage auch, dass es hier eine Meldepflicht braucht, sobald hier eine Suizidgefährdung bei Piloten sichtbar ist und Gefahr für Leib und Leben der Passagiere besteht!! Es kann nicht sein, dass sich die Piloten über das Grundgesetz und über die EU-Grundrechte-Charta (Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit) stellen!! Dieser Lobbyismus der Ärzte und Piloten muss hier gebrochen werden, so hoch ich sonst die Schweigepflicht schätze.

Sollen nicht gerade die Piloten aus dem Fall lernen, denn auch sie haben schließlich einen unschuldigen Kollegen im Cockpit und weitere in der Kabine verloren?

stimmt exakt und dass der Name von diesem Piloten der hier gegen die Cockpit-Türe gehämmert hat, nicht genannt wird, ist eine Schande!!

Piloten erhalten Riesengehälter und müssen das aushalten können

Wen sie depressiv werden haben sie nichts mehr in einem Cockpit verloren. Es ist Pflicht des Luftfahrt-Mediziners der Airline (Lufthansa hat 20 davon) dies festzustellen, und ggf. dem Piloten die Flugtauglichkeit-Lizenz zu verwehren. Auf Grund des bisher exorbitanten Gehaltes und einer Fluguntauglichkeitsversicherung haben diese Herren auch in Zukunft kein schlechtes Leben zu befürchten

@Thomas Wohlzufrieden (10:39): zu recht gestellte Frage

hi Thomas Wohlzufrieden

Die Lockerung der Schweigepflicht ist Vertrauensbruch?

Diese Frage stellen Sie völlig zu recht und ich sehe es auch so, dass diese Lockerung KEIN Vertrauensbruch ist, sondern Sie ist zum Schutze aller: also sowohl zum Schutze von anderen unschuldigen Piloten, wie auch zum Schutze der unschuldigen Kabinen-Crew und auch zum Schutze von Millionen Passagieren täglich!!

Die Passagiere in der betroffenen Maschine haben dem Co-Piloten ihr vollstes Vertrauen geschenkt, und sind davon ausgegangen, das er seine Pflicht erfüllt, und sie sicher nach Hause bringt.

Genauso ist es und dieses Vertrauen ist nun absolut enttäuscht worden. Außerdem haben bei diesem Desaster viele Familien dass Liebste verloren, was sie hatten: ihr eigenes Kind!! Das sollten die Piloten und die Ärzte mal bedenken!! Hier wurde eine ganze Schulklasse ausgelöscht für nichts!!

unrühmlich

Was derzeitig auf der TS läuft ist mehr als unrühmlich. Keine Sendung verläuft am Anfang ohne Erklärungen zum Copiloten, seinen Gebrechen und die vermeintliche Absturzabsicht. Nicht nur für die Opfer und die Betroffenen eine sägliche Katastrophe. Wann hört diese Form der Berichterstattung endlich auf. Es ist doch ohnehin schon alles so traurig und erschütternd.

@Eli

Von welchem Klatschblatt haben sie diese Information?? Eine Bipolare Störung lässt sich nicht an den Genen ermitteln, und zählt auch nicht zu den Erbkrankheiten. Und selbst, wenn er eine bipolare Störung gehabt hätte, wäre die depressive Phase für ein solches unterstelltes Verhalten verantwortlich. Man wäre also genau gleich weit wie jetzt, nur dass man noch einen anderen Patientengruppe unterstellt zu "Massenmördern" zu mutieren. Eine Schweigepflicht, ist gerade für solche Patienten essentiell. Das Arzt Patientenverhältnis liess ohne die Schweigepflicht, eine geeignete Therapie dann wohl kaum mehr zu. Denn das Verhältnis beruht auf Vertrauen.
@M. Nordheim
Und nur weil einige Therapeuten strafbare Handlungen machen, soll es für andere Patientengruppen jetzt "normal" werden??

"Ärztliche Schweigepflicht"

Seit sich die Herren der Inquisition vor gut 200 Jahren in die medizinischen Fakultäten eingeschlichen haben, besteht die "ärztliche Schweigepflicht" ohnehin nur noch von Arzt zu Patient. Fragen Sie doch einmal Ihren Arzt, wer, wie, wo und wann die ersten Psychopharmaka, insbesondere die Neuroleptika entwickelt hat. Wenn Sie überhaupt eine Antwort bekommen, dann müssten Sie danach glauben können, dass die Menschheit diesen "Segen" dem reinen Zufall und keiner systematische Forschung im rechtsfreien Raum zu "verdanken" hätte. "Gutgemeinte", aber falsche Sicherheitsversprechen ziehen Terror geradezu magisch an.

Kopfschütteln

Ich komme aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Die NSA ist böse, aber andere Menschen haben kein Recht auf verschwiegene Ärzte? Auch der Arbeiter im Kernkraftwerk hat hohe Verantwortung, Serveradministratoren und Krankenschwestern. Wenn die mal sagen "ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr" und sofort die Lizenz zum Arbeiten entzogen kriegen, bricht morgen die deutsche Wirtschaft zusammen. Ahnungslosigkeit sollte ein Grund sein, das Recht auf freie Meinungsäußerung einzuschränken. Veröffentlichter Unsinn ist nämlich ebenfalls lebensgefährdend.

Co-Pilot war doch ein verantwortungsvoller Mensch!

Und ist zum Arzt gegangen!!! Ich möchte nicht wissen, wie hoch die Dunkelziffer ist, die nicht zum Arzt gehen und wie hoch die Dunkelziffer sein wird, wenn man die Schweigepflicht aufhebt.
Und Glück oder Unglück, dass der Chef-Pilot gerade über den Alpen zur Toilette ging! Hätte ja noch viel schlimmer ausgehen können! Und da er zerrissene Krankschreibungen hinterlassen hat, halte ich einen Vorsatz als nicht gegeben. Man sollte weitersuchen, um den Flugschreiber zu finden. Doch alles eine gefundene Möglichkeit, dass Leben der Menschen weiter zu bespitzelen. Möchte nicht wissen, welche Menschen an einem Raketenabschußknopf sitzt?
Doch es gibt auch positives:
xhttp://www.welt.de/geschichte/article113674343/Dem-Helden-der-den-dritten-Weltkrieg-verhinderte.html
Was zeigt, dass man sich auf Technik nicht allein verlassen kann! Stellt endlich mehr Personal ein und weniger Technik und keine menschenunwürdige Untersuchungspraktiken bei den Ärzten!

@Caro-Line Um 10:14

Ich glaube, Sie missverstehen hier etwas grundsätzlich. Die VC hat, ebenso wie Lufthansa und die Aufsichtsbehörden, logischerweise größtes Interesse daran, dass sich so etwas nicht wiederholt. Vergessen mal nicht, dass die VC aus Piloten besteht, die ja selbst "mit im Boot" sitzen.

Im Gegensatz zu Ihnen und den meisten selbsternannen Experten haben sie aber noch drei Dinge:
1. Ahnung von der Luftfahrt, ihren Konzepten und Ihrer Sicherheitskultur
2. die Fähigkeit, einen Gedanken bis zum Ende durchzudenken und nicht nur oberflächlich
3. das Wissen, dass man in einer Hochrisikoumgebung NIEMALS etwas einführen darf, was im besten Fall irgendwo einen kaum messbaren Sicherheitsgewinn bieten soll, an einer anderen Stelle aber neue Risiken erzeugt, die um Größenordnungen höher liegen. Und genau das wäre der Fall, wenn man als Flieger keinem Arzt mehr vertrauen könnte.

Sie schlagen quasi vor, aus Angst vor einem Reifenplatzer lieber gleich ohne Luft darin loszufahrern. Wäre das sicherer?

Nichts gegen Lobbyismus

@ Resistance1405:
"@ Puqio (06:55): Absolute Zustimmung - Lobbyismus!"

Das ist mir viel zu pauschal. Grundsätzlich ist gegen Lobbyismus nichts einzuwenden. Wenn eine Gruppe ihre Interessen mit Engagement vertritt, ist mir das lieber, als bloße Gleichgültigkeit.

Zum Präsident der Bundesärztekammer Montgomery:

Ich finde es angenehm und beruhigend, jemandem zuhören zu können, der sachlich und fachlich kompetent ist und klar und schlüssig argumentieren kann!

Da kann man sich doch eine ganze Menge anderer Beiträge ersparen! Tatsächlich sind ja Vermutungen und unsinnige Forderungen dermaßen in's Kraut geschossen, dass ein sachlich und fachlich kompetenter Beitrag auch aus meiner Sicht nun mal dringend erforderlich war:

Dafür Dank an Herrn Montgomery!

Fall geklärt

Wenigstens ist jetzt der Fall geklärt. Der Copilot Andreas L hat definitiv und bei vollem Bewusstsein den Jet mit 149 unschuldigen Menschen an Bord in den Tod gelenkt.

Lockerung der Schweigepflicht

An einer Lockerung der Schweigepflicht und einer Stärkung der Rechte der Airline werden wir wohl nicht herum kommen.

um 11:04 von Resistance1405

Volle Zustimmung. Gruß.

Die Schweigepflicht zu lockern…

…wäre ein radikaler Einschnitt in das Vertrauensverhältnis Arzt – Patient an sich.

Bevor man nun in Aktionismus verfällt, bitte erst einmal nachdenken: was wäre denn bei einer allgemein gelockerten Schweigepflicht gewonnen?
Der Patient geht nicht mehr zum Arzt, oder verschweigt ihm wichtige Dinge, was zur Folge hat, dass ihm der Arzt nicht mehr umfassend helfen, geschweige denn eine Gefährdung anderer erkennen kann.

Bereits die bestehende Regelung erlaubt es Ärzten, sich in „Notlagen“, das heisst höher zu bewertenden Gefahrenpotentialen, über die Schweigepflicht hinwegzusetzen und eine Gefährdung zu melden.
Meines Wissens ist der Arzt dann sogar dazu verpflichtet.

Aus der geschlossenen Parallel-Diskussion...

@LLogik um 10:20:
Die Lösung ist doch einfach.
Wenn die Firma zur Auflage macht, dass Menschen mit einer endogenen Erkrankung keinen Dienst im Cockpit machen dürfen, so wäre das nur normal.

Na endlich hat mal jemand nachgedacht und die Patentlösung gefunden! Was halten Sie davon, wenn wir bei der Gelegenheit auch Tötungsdelikte, Diebstahl, rechtes Gedankengut und Dummheit verbieten? Dann wäre die Welt doch plötzlich viel sicherer und besser!

Meinen Sie denn allen Ernstes, dass derartige "Störungen" nicht schon längst ein Ausschlusskriterium SIND? Und, hat's geholfen?

Wenn ein intelligenter Patient es schafft, seine Krankheit vor denen, die die Entscheidung zur Tauglichkeit zu treffen haben, geheimzuhalten oder herunterzuspielen, und gleichzeitig denjenigen Ärzten, denen die Probleme bekannt sind, verheimlicht, dass er Pilot ist, dann hat nun mal keiner eine Möglichkeit, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dagegen gibts kein Rezept.

10:52 von Resistance1405

Ich bin chronisch krank. Meine Diagnose geht nur meine behandelten Ärzte, die Krankenkasse (dort nicht mal der freundliche Sachbearbeiter/in in der Geschäftstelle und am Telefon) und soweit ich dies möchte, meine Familie etwas an.

Erst Recht nicht meinen Arbeitgeber, es meine Sache wenn ich ihm meine Diagnose mitteile.
Im September l. J. "erfreute ich mich eines Klinikaufenthaltes. Mein Bettnachbar bekam dort von den Ärzten die dringende Empfehlung auf das Autofahren aus gesundheitlichen Gründen zu verzichten. Ich bin 100% sicher er hält sich daran. Eine Sache der Verantwortung!
Ich denke es sollte selbstverständlich sein dass man sich in einer solchen Situation an die Anweisung der Mediziner hält.
Hier ist es doch so, wie soll ein Arzt hervor sagen ob ich mich mit Selbstmordgedanken plage, hat er das 2. Gesicht, ist er ein Wahrsager, hat er eine Kristallkugel?

Ein klares Nein!
Deshalb sollte die Schweigepflicht keinesfalls aufgeweicht werden, im Gegenteil.

Das ist richtig, dass man

Das ist richtig, dass man nicht mehr zum Arzt gehen würde. MIr fehlt aber die Frage, ob Ärzte und Psychologen überhaupt eine Hilfe anbieten. Da gibt es nur wenige ehrenwerte Helfer, die anderen verschreiben das Rezept der Anpassung, ohne den Menschen verstehen zu wollen noch zu können. (Bei der Ausbildung zum Psychologen/Arzt ist das kein Wunder).

Depression ist immer eine Antwort auf die Gesellschaft, - da kann man nicht sagen, jemand suche sich aus depressiv zu sein. Die Gesellschaft (Politik!!!) muss sich an den Kopf fassen, welchen Sinn sie in dieser Gesellschaft den Menschen offen lässt, und wieviel Sinn sie den Menschen sogar nimmt. Da ich selbst depressiv war, weiss ich wovon ich rede. Es ging in erster Linie um das ankonditionierte Rollenbild, in das ich nicht hineinpasste. Ja nicht hineinpassen WOLLTE, weil ich dann meinen Lebenssinn nicht erfüllt sah. Der Gesellschaftsordnung kann nur mit persnlicher Stärke standgehalten werden und ist in sich bereits schizzophren.

Wahrscheinlich geht die Debatte am eigentlichen Problem vorbei

Es wird immer von "Erweitertem Selbstmord" geredet, verursacht durch vielleicht eine schwere Depression oder auch etwas ganz anderes.
Nur.. das ist bestenfalls ein sinnverdrehender Euphemismus. Bei einem erweiterten Selbstmord tötet der Selbstmörder in aller Regel ihm nahestehende Personen, Kinder z.B., um ihnen echtes oder eingebildetes Leid zu ersparen, also mit der Vorstellung, dass sie, könnten sie alles verstehen, es so wollen würden.

Hier aber wurden 149 Menschen ermordet, das Öffnen der Cockpit-Tür wiederholt per Schalter verhindert. Der Illusion, dass diese 149 es so wollen, hat sich der Täter also nicht hingegeben.

Nennen wir es also so, wie wir es bei jedem Nicht-Europäer genannt hätten:

Selbstmordattentat

*

Dass nämlich jemand, der nur selber sterben will, geplant über hundert Menschen ermordet, statt sich vor dem Flug zwei Packungen Schlaftabletten einzuwerfen, ist mit "Depression halt" kaum zu erklären. Da war Hass im Spiel, und woher der kommt, gilt es zu klären.

@Resistance 1404 um 11:04

Hier wurde eine ganze Schulklasse ausgelöscht für nichts!!

Richtig. Und war wäre passiert, wenn es so eine Meldepflicht schon gäbe?
Dann wäre eine ganze Schulklasse ausgelöscht worden für nichts.

Denn entweder wäre A.L. von überhaupt nicht zum Arzt gegangen, oder er hätte ihm verschwiegen, dass er Pilot ist. Das steht ihm nämlich nicht ins Gesicht geschrieben.

@alle:
Gefühlte 10.000 Forenexperten hier präsentieren immer wieder drei oder vier tolle, simple und einleuchtende Lösungsansätze. Immer wieder die gleichen. Und keiner davon hält einer kritischen Betrachtung mehr als drei Sekunden stand, jedes vorgeschlagene Verfahren ließe sich problemlos umgehen und wäre damit wirkungslos.
Daher mein Aufruf: Wenn Sie der Meinung sind, es gäbe eine sichere Lösung, dann arbeiten Sie sie doch ordentlich aus und stellen Sie sie hier vor! Und zwar nicht nur eine wackelige Anfangshypothese, sondern ein bis zum Ende durchgedachtes und überprüftes Konzept! Los, an die Arbeit!

Klares "Ja" zur Schweigepflicht

Viele psychische Erkrankungen können erfolgreich behandelt und, wie bei jeder anderen Erkrankung auch, ohne Garantie auf einer erneute Erkrankung, geheilt werden.
Vorfälle, wie dieser sind glücklicherweise sehr selten, es kommen durch alkoholinduzierte Unfälle im Straßenverkehr wesentlich mehr Menschen ums Leben, als durch Suizide im Luftverkehr, trotzdem verlangt auch keine große Mehrheit die Einführung eines (bereits serienreifen) Alcolock-Systems bei Kfz.
Jeder Mensch kann innerhalb von Sekunden in einen psychischen Ausnahmezustand geraten, ohne Vorerkrankung, ohne Vorgeschichte und ohne Vorankündigung. Die Anlässe hierfür können für andere banal sein, für den Betroffenen sind sie in dem Augenblick unlösbar.
Mit solchen Risiken werden wir daher leben müssen.
Ich werde mich auch weiter an Bord eines Flugzeugs sicher fühlen, wie eben auch im Auto und im sonstigen "normalen" Leben. Bungee-Jumping wäre mir beispielsweise zu risikoreich!

@10:52 von Resistance1405

Ich sage auch, dass es hier eine Meldepflicht braucht, sobald hier eine Suizidgefährdung bei Piloten sichtbar ist und Gefahr für Leib und Leben der Passagiere besteht!!

Und wie wollen sie diese Meldepflicht überhaupt umsetzen? Soll jeder (!) Patient beim Arztbesuch zuerst seinen Arbeitsvertrag vorlegen? Und zwar bei jedem Arztbesuch, inclusive der letzten Gehaltsabrechnung, er könnte ja mittlerweile die Firma gewechselt haben.
Den meißten Menschen steht ihr Beruf nun mal nicht auf der Stirn geschrieben und anderst kann der Arzt nicht sicherstellen, daß der Patient ihn nicht anlügt, weil dieser fürchtet, seinen Job zu verlieren.

Aber bei Lebensversicherungen schon....?

unabhängig davon, ob ich eine Entbindung von der Schweigepflicht bei Piloten befürworte, oder nicht - was mich schon verwundert: Wenn ich eine Lebensversicherung bei einem Versicherer abschließen möchte, muss ich meinen Arzt teilweise auch von der Schweigepflicht entbinden. Und das "nur" aufgrund des Risikos, dass die Versicherung einmal zahlen muss, für Erkrankungen, die ich ihr vielleicht verschiegen hätte. Stimmen hier denn die Verhältnisse noch?

@ ExKranich 11:17 - Ich erwarte Sicherheit

"Im Gegensatz zu Ihnen und den meisten selbsternannen Experten..."

Ich gebe mich hier nicht als Experte aus. Ich bin Konsument.

Ich habe keinen Einwand dagegen, dass die ärztliche Schweigepflicht nicht gelockert wird.

Marketingexperten werden zu dieser Stunde Morgenluft wittern. Die Airlines stehen in einer Bringschuld, und Fluggäste wählen selbst die Kriterien, nach denen sie sich für eine Fluggesellschaft entscheiden. Preis, Service, Sicherheit... - Der Fokus liegt in der Regel auf den Kosten. Sicherheit wird selbstverständlich vorausgesetzt.

Ich würde mich nun für die Airline entscheiden, die betriebsintern die besten Vorkehrungen getroffen hat, um die Zuverlässigkeit ihrer Crew zu garantieren.

Sie müssen die Schweigepflicht nicht antasten. Es kann genügen, betriebsintern entsprechende Tests und Kontrollen einzuführen bzw. zu verschärfen.

11:39 von bitterepille

"Dass nämlich jemand, der nur selber sterben will, geplant über hundert Menschen ermordet, statt sich vor dem Flug zwei Packungen Schlaftabletten einzuwerfen, ist mit "Depression halt" kaum zu erklären. Da war Hass im Spiel, und woher der kommt, gilt es zu klären."

Genau so sehe ich es auch. Und daran würde selbst eine komplette Abschaffung der Schweigepflicht, sowie Asperin, nichts ändern.

Und, RICHTIG, hier ist es faktisch ein Selbstmordattentat gewesen.

@11:41 von ExKranich

"Hier wurde eine ganze Schulklasse ausgelöscht für nichts!!

Richtig. Und war wäre passiert, wenn es so eine Meldepflicht schon gäbe?
Dann wäre eine ganze Schulklasse ausgelöscht worden für nichts.

Denn entweder wäre A.L. von überhaupt nicht zum Arzt gegangen, oder er hätte ihm verschwiegen, dass er Pilot ist. Das steht ihm nämlich nicht ins Gesicht geschrieben."

Vor kurzer Zeit hab war ich mit Ihnen mal einer Meinung über die Pilotenvergütung. Die Sache mit der Hypothek und dem Piloten. Morgen muss ich A320 fliegen mit Frau und drei Kindern. Meine Meinung zur Vergütung der Piloten hat sich nicht geändert weil ich in der hohen Vergütung eben auch eine Risikoprämie für Dienstuntauglichkeit sehe. Ich möchte aber schon, dass Dienstuntauglichkeit dann auch festgestellt werden kann. Deshalb klares ja zur Einschränkung der Schweigepflicht.

@Resistance1405

Am 31. März 2015 um 10:52 von Resistance1405:

Sie schrieben: "Ich sage auch, dass es hier eine Meldepflicht braucht, sobald hier eine Suizidgefährdung bei Piloten sichtbar ist und Gefahr für Leib und Leben der Passagiere besteht!!"

Die Tagesschau schreibt: "Schon jetzt sind Ärzte und Psychotherapeuten befugt, die Schweigepflicht zu durchbrechen, wenn sie dadurch die Schädigung Dritter verhindern können. In Fällen, in denen es um Leben und Tod geht, sind sie dazu sogar verpflichtet."

Also ist Ihre Forderung doch bereits erfüllt, oder?

"...dass der Name von diesem Piloten der hier gegen die Cockpit-Türe gehämmert hat, nicht genannt wird, ist eine Schande!!"

Warum ist es eine Schande, dass der Name des Piloten nicht genannt wird? Wollen Sie das dessen Familie ebenfalls von der Pressemeute belagert wird?

Klappsmühle Deutschland

Warum denn bei den Piloten aufhören. Der Polizist könnte ja auch mit der Waffe in die Menge schießen. Und der Lokführer? Oder mein Bäcker? Der benimmt sich auch ganz sonderbar. Vielleicht sollte man besser gleich bei jedermann ein Loch in den Kopf bohren und den Geisteszustand analysieren. Mit der passenden App laden wir die Daten dann in die Cloud, damit wir bei Verdacht die betreffenden Bürger umgehend "abschalten" können. Denn Sicherheit geht schließlich vor!

@Caro-Line:"Es muss eine Struktur geben, die hier greift, ...

... ohne die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen (aller) grundsätzlich zu gefährden. Hier geht es um die Rechte des Einzelnen gegen die Sicherheit Vieler."

Die konkurrierenden Rechtsgüter einzelner Personen und die der Allgemeinheit sind abzuwägen. Eine ausschließlich juristische Betrachtung des Einzelfalls würde im konkreten Fall aber wohl keine zufriedenstellende und zeitnahe Lösung des zu kommentierenden Themas bringen.

Der Vorschlag einer Anlaufstelle für Hilfesuchende zu schaffen , die an der Flugtauglichkeit eines Piloten zweifeln (oder für Piloten mit Selbstzweifeln), wäre nur dann konstruktiv, wenn eine Atmosphäre des Vertrauens herrschen würde, die nicht automatisch zum existenzgefährdenden Ausschluss vom Flugbetrieb führen würde.

Zudem sollte in der Gesellschaft, vor allem aber auch in Fluggesellschaften, über psychische Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen ohne Stigmatisierung offen gesprochen werden. Auch sollte der elitäre Mythos des Piloten geerdet werden.

... sonst könnte man auch die regelmäßigen Gesundheitsüberprüfungen der Fahrer im ÖPNV sein lassen. Warum wird ein Unterschied gemacht zwischen Erkrankungen der Psyche und z.B. Augenerkrankungen bzw. zwischen Piloten und Busfahrern. Es ist doch unzweifelhaft, das jemand mit einer ernsten Erkrankung der Augen nicht als Bus- oder Taxifahrer unterwegs sein sollte.
Das wird bereits überprüft. Vom Piloten erwarte ich auch einen regelmäßig überprüften Gesundheitszustand, egal ob Psyche, Augen oder sonstige Erkrankungen. Also entweder regelmäßige Überprüfungen aller für den Beruf relevanten Zustände oder .... ja, was denn ?!
Chaos auf den Strassen und in der Luft?

@anorak2

"Die Regel würde außerdem voraussetzen, dass jeder beim Arzt seinen Arbeitsvertrag vorlegen muss. Allein daran scheitert sie bereits."
Das ist sowieso ein Witz. Das Ausstellen von AU-Bescheinigungen machen die Ärzte doch regelmäßig ohne Kenntnis des Arbeitsplatzes.
Das führt dann immer wieder zu erstaunlichen Ergebnissen. Da werden Arbeitnehmer wegen arbeitsunkritischer Erkrankungen vom Arbeitsplatz ferngehalten während der schwerbehinderte Kollege, also mit dauerhaft ähnlich oder sogar stärkeren Einschränkungen seine Arbeit mit-übernehmen darf.
Mein Fazit: Mit AU-Bescheinigungen wird von Ärzten sehr pauschal und oft ohne Verhältnismäßigkeit umgegangen.

@ Kamminer 11:56 - Geschmackloser Kommentar

"...besser gleich bei jedermann ein Loch in den Kopf bohren und den Geisteszustand analysieren."
"damit wir bei Verdacht die betreffenden Bürger umgehend "abschalten" können. Denn Sicherheit geht schließlich vor!"

Ja, die Sicherheit und das Leben des Einzelnen gehen vor. Vielleicht hätte - auch - das Leben des Andreas L. gerettet werden können...

Menschen mit psychischen Problemen sollen nicht "ab-" oder ausgeschaltet werden. Ihnen kann nur dann geholfen werden, wenn ihr Problem beim Namen genannt und entsprechend behandelt wird.

Selbstmord oder Mord muss auf diese Weise vom Betroffenen erst gar nicht in Erwägung gezogen werden.

Als nächstes die Busfahrer

Die Katastrophe in Frankreich ist eine Tragödie.
Aber der übliche Aktionismus bringt auch nichts. In drei Bussen sitzen so viele Menschen wie in dem Airbus. Und welche Tests durchlaufen Busfahrer? Führerschein plus Personenbeförderungsschein. Das war's.

Also ruhig bleiben und darüber nachdenken, dass man im Leben nicht alle Eventualitäten ausräumen kann, so traurig das für manche sein mag.

Trotzdem ist Fliegen ja eben wegen der guten Ausbildung und den unzähligen Tests für Mensch und Maschine eine relativ sichere Reisevariante.

Wie viele Menschen sterben jährlich auf unseren Straßen...?

@12:52 von torx

Das Ausstellen von AU-Bescheinigungen machen die Ärzte doch regelmäßig ohne Kenntnis des Arbeitsplatzes.

Dazu braucht der Arzt auch nicht zu wissen, was der Patient arbeitet, sondern welche Tätigkeit er ausübt. "Sitzen sie am Schreibtisch ober müssen sie schwere Lasten heben?" Ein Lagerarbeiter, der den ganzen Tag Gabelstapler fährt, hat nun mal eine weniger anstrengende Arbeit, als einer, der die Paletten mit einem mechanischen Hubwagen verschiebt. Mal abgesehen davon, daß in ihrem Beispiel wohl ehr der Kollege in der Verantwortung ist, den Arzt darauf hinzuweisen, daß diese Erkrankung für seine Tätigkeit unkritisch und er deswegen arbeitsfähig ist.

@ Helmut Baltrusch 12:32 - Danke

für diesen Kommentar.

Zur Anlaufstelle für Hilfesuchende. Sie schreiben "wäre... würde.. würde". So sollte es "sein".

"Auch sollte der elitäre Mythos des Piloten geerdet werden."

Ich plädiere FÜR diesen elitären Mythos, der auch zu unserer Flugsicherheit beiträgt, (insofern sich ein Copilot, der sich ausgeschlossen fühlt, nicht einschliesst...). Die Menschen, die solche Flugschiffe durch die Lüfte bewegen, dürfen angesichts dieser Kunst und Verantwortung.. gerne mit Stolz geschwängerter Brust durchs Leben gehen.

Der Verantwortung eines Piloten ...

... obliegt auch, seine Flugunfähigkeit selbst beurteilen und entsprechend handeln zu können. Seit 2014 ist z.B. ein Gesetz in Kraft, dass Autounfälle auf Grund eines Kreislaufversagens, ein unverzügliches min. 1/2 jähriges Fahrverbot nach sich zieht. Hier besteht also schon eine Schnittstelle zwischen Gesundheitswesen und Verkehrskontrolle. Wir möchten ja nicht wissen, ob ein Pilot Hühneraugen hat aber doch sicher sein, dass eine krankheitsbedingte Einschränkung zur aktiven Teilnahme am Flugverkehr, diese Person auch in ihre Schranken verweist. Dass diese Selbstkontrolle der Piloten nicht immer funktioniert, hat das aktuelle Beispiel gezeigt.

@sirtobi um 11:53

Ich würde Ihnen ja sofort zustimmen, wenn es denn FUNKTIONIEREN würde.
Das tut es aber nicht. Sie werden kein Konzept finden, das sich nicht mit einfachsten Mitteln umgehen lässt. Im günstigsten Fall wird der Patient trotzdem noch um Hilfe ersuchen und dabei einfach verschweigen, dass er in einem sicherheitskritischen Beruf arbeitet. Dieses Problem ließe sich allenfalls mit extremem bürokratischem Aufwand lösen (z. B. europaweite Datenbank, auf die alle Ärzte, Arbeitgeber, Versicherungen und Behörden Zugriff haben) - auf gut Deutsch: nicht umsetzbar.
Im noch viel wahrscheinlicheren Fall würde der Patient einfach nicht mehr zum Arzt gehen und damit das Risiko deutlich erhöhen.
Natürlich wäre das verantwortungslos, insbesondere angesichts der (noch) vorhandenen recht guten Absicherung. Ich weiß das und habe daher meine Fluguntauglichkeit damals akzeptiert, auch wenn ich meine (nicht psychische) Erkrankung problemlos hätte verheimlichen können.
Wer jedoch psychisch derart beeinträchtigt ist, dass er eine derartige Tat in Erwägung zieht, der ist nicht mehr in der Lage, verantwortungsvoll zu agieren!
Auch wenn es vordergründig so erscheint: eine Aufhebund der Schweigepflicht würde die Sicherheit verringern und darf daher nicht umgesetzt werden!

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