Kommentare

Schon traurig, wenn ein Finanzminister nicht rechnen kann,

oder ist das Einstellungsvoraussetzung? Der vollständige Verzicht auf Zins für 20 Jahre bedeutet beim heutigen Zins etwa einen Verlust von nur 18% der Darlehenssumme. Und das auch nur verteilt über die 20 Jahre (Staaten bilanzieren ja nicht zum Fair Value). Und wenn es Griechenland irgendwann mal besser geht, gibt es ja vielleicht auch mal Zins. Damit das Griechenland was gebracht hätte, wäre ein Schuldenschnitt von wenigstens 40% erforderlich gewesen, auf die die Gläubiger sofort und unwiderruflich verzichtet hätten. Klar, ist ja auch gut so, dass die griechische Regierung ihr Geschwätz von gestern nicht stört. Natürlich bekommen wir das Geld nur zum kleinen Teil wieder, aber erst mal haben wir es auf der Guthabenseite stehen und Griechenland auf der Schuldenseite. Und solange bekommt Griechenland keine neuen Kredite mehr. Und nur darum geht es.

Original Ton

Es wäre schön wenn das Interview auch ohne voice overlay veröffentlicht werden würde. Englisch ist ja ein Sprache derer viele hier mächtig sind, und es einfach schöner reine Interviews ohne die Interpretation von Dolmetschern zu hören.

vg

Alle Achtung, der Mann kann

Alle Achtung, der Mann kann argumentieren.
Ich denke, in einer Fernsehdiskussion mit ihm würde unsere Kanzlerin schlecht abschneiden.

Nachfragen

Varoufakis lt. Beitrag:
"Als dann 2008 ... die Erde bebte, war es für jeden... klar: Wie Europa auf diese Erdbeben reagierte, war vielleicht schlimmer als das Erdbeben an sich. Denn diese Krankheit zu verleugnen, beziehungsweise uns die falsche Medizin zu verordnen, hat es für uns alle nur noch schlimmer gemacht."

Schade, dass in der Folge nur noch nach der "falschen Medizin" gefragt wurde, nicht aber nach deren Ursache, also der "Krankheit".

Könnte es sein, dass diese "Krankheit" ihre Ursache insb. darin hat, dass 90% der griechischen Schulden aus der Bankenrettung resultieren?
Dass also griechische Bürger für die Fehlspekulationen einzelner - vielleicht nicht einmal griechischer Staatsbürger - haften? Und zwar SCHULDlos?

Wobei die bei den Fehlspekulationen entstandenen Verluste natürlich zu Gewinnen anderer führten, die nicht haften? SCHULDig?

Ich hätte es gerne von Varoufakis selbst gehört.

Aber wie es aussieht, wird es ja noch Gelegenheit zum Nachfragen geben ...

Böser Varoufakis .... Oder doch nicht?

Der Mann sagt nur das, was sowieso jeder weiß: Griechenland kann und wird diese Schulden nicht zurückzahlen. Das muss jedem Europäer klar sein. Die Frage ist nur: Lässt man ein Land vor die Hunde gehen, nur weil man dies nicht zugeben möchte?? Eine Gesellschaft an den Rand des sozialen Kollapses zu treiben ist immer falsch - das sollte man doch aus der Gesellschaft gelernt haben.

Varoufakis

Wieso wird die neue griechische Regierung als populistisch diffamiert? Die bisherige "alternativlose" neoliberale Austeritätspolitik erzielte folgende "Erfolge": 230.000 Betriebe pleite, eine Million Arbeitsplätze vernichtet; Arbeitslosenquote bei 26,4%, bei den 15- bis 24-Jährigen sogar über 50 %; Haushaltseinkommen um ein Drittel gefallen, ein Viertel der Bevölkerung in Armut, Arbeitslosengeld (360 €) gibt es maximal ein Jahr, viele können sich die Krankenversicherung nicht mehr leisten; der Strom wird ihnen abgestellt, deutlich steigende Suizidrate etc.. 90% der Auslandshilfen flossen in die Bedienung der Schulden; so wurden nicht die Griechen gerettet, sondern die Kreditgeber. Tsipras will eine Demokratie, in der das Volk, nicht das Kapital herrscht. Deshalb will er das seinem Land aufgenötigte Spardiktat brechen, das auch ökonomisch absolut verfehlt ist. Denn viele Experten bestätigen: Griechenland wird seine Schulden (320 Mrd. €) niemals zurückzahlen können.

Gutes Interview

und absolut nachvollziehbar was der Mann sagt. Die neue Syriza-Regierung wird in Europa überwiegend positiv aufgenommen, das kann man vor allem den ausländischen Medien entnehmen, während Deutschland zunehmend isoliert ist in Europa. Jetzt muss sich die KroKo was Gutes einfallen lassen, um aus diesem Schlamassel wieder rauszukommen...

Thema verfehlt

Erstaunlich, wie schnell sich die Rhetorik wandeln kann. Aber er ist nicht ungeschickt. Er klammert die problematischen Punkte aus, bleibt allgemein und stellt das *gemeinsame* Leiden Europas in den Vordergrund.

Was nicht erwähnt wird ist, wodurch die Leiden einzelner Staaten Europas ausgelöst werden.

Was nicht erwähnt wird, ist die schon vor Jahren in Euroland unter Schmerzen gereifte Erkenntnis, dass eine Schuldenpolitik nach Keynes nur dann Aussicht auf Erfolg hat, wenn die strukturelle Basis gesund ist. Und genau das ist in Griechenland nicht der Fall. Griechenland braucht kein klassisches deficit spending, sondern Strukturreformen.

Griechenland hat die Jahrzehnte vor Lehmann deficit spending betrieben und dadurch keine Rücklagen mehr und aufgeblähte Preise. Deflation ist die Kur für Griechenland (aber nicht für Deutschland). Nur dadurch sinken Preise und das Land wird wieder wettbewerbsfähig.

Raffiniert

Der Mann erscheint mir aalglatt. Ich halte ihn für hochintelligent und ich glaube, er selbst hält sich für intelligenter als alle Politiker Europas zusammen.

Ich denke, er testet aus, mit welcher Methode er am besten seine Ziele erreichen kann. Vielleicht testet er auch gar nicht, sondern setzt seine verschiedenen Methoden ganz gezielt ein (vgl. http://www.welt.de/wirtschaft/article137056520/Griechenlands-Finanzminis...) Oder es ist eine Kombination aus beidem.

Hier im Tagesschau-Interview spielt er den fast schon devot um Verständnis Werbenden, fast so, wie ein bisher nicht erhörter Verehrer um die Gunst seiner Angebeteten fleht. Offensichtlich erscheint ihm dies am erfolgversprechendsten beim deutschen Volke.

Auf jeden Fall weiß er genau, was er will und ist davon auch um kein Jota abgewichen: so viel Geld von EU und Partnern, dass er nicht sparen muss und umfangreiche Wachstumsprogramme, welcher Art auch immer, unters griechische Volk bringen kann.

Moralisch ungleich gerecht!

"Jetzt machen wir uns an die Arbeit, um...Kosten für jeden in Europa zu minimieren, vor allen..., die am meisten leiden."

Zusammengefasst:Mit Ankündigung des € sind die Ersparnisse nach Südeuropa geflossen in Form von Investitionen, während D Schlusslicht in Sachen Wachstum war,mit schlechter Prognose,erinnert sich jemand? Daraufhin haben die Südländer die günstigen €-Zinsen genutzt,um einen gewaltigen Berg Schulden zu machen und Löhne zu erhöhen,während in D schlimme Einschnitte gemacht wurden, um den Wettbewerb standhalten zu können.Durch die Agenda 2010 wurden praktisch Löhne gedrückt,mit gravierenden Folgen für die Bevölkerung in D. Nun ist in den Südländern die Teuerengsrate, durch künstlichen Pump förmlich explodiert, da man weit über der Wirtschaftlichsleistung Löhne bezahlt hat,während in D die Reformen greifen und man gut dasteht. Und nun wird D praktisch darum gebeten die Fehler/den Lebensstandart dieser Länder zu bezahlen?Vermitteln Sie mal das einem Aufstocker in D, Herr V

Veränderungen

Wenn dieser Mann so handelt, wie er spricht, und wenn die Pläne, die die griechische Regierung hoffentlich bald vorlegt, ebenso von den Gedanken des Herrn Varoufakis getragen sind, wird sich in Europa einiges ändern. Das mag sehr vielen nicht gefallen, wie ihnen ja auch schon jetzt der neue Finanzminister nicht gefällt, obwohl gerade mal anderthalb Wochen im Amt, und wie er jetzt schon kritisiert wird mit kleinlichsten Mitteln - aber da könnte etwas auf Europa zukommen, das gerade für die Demokratie und die sozialen Gedanken von großer Bedeutung sein wird. Ich jedenfalls bin von dem Gesagten in dem Interview beeindruckt.

Nationalisten? Das sind die Anderen!

"betont er den europäischen Gedanken und warnt vor Nationalismus"

Ich kenne ihn nicht, aber er muss schon ein lustiger Typ sein. Seine Partei hat mit dem Gedanken der nationalen Interessen (als denen des EU-28 Rests weit übergeordnet) die Wahl gewonnen, sein "Koalitions"-Partner ist praktisch Personifizierung des Nationalismus.

Schade, dass er im Gespräch so oberflächlich bleibt. Er redet eine ganze Menge, ohne wirklich irgendetwas zu sagen.

Erinnert mich an eine Werbung!

Dann können ja alle zufrieden sein. Alles eine Sache der Darstellung. Fuer die einen ist es die Verlängerung der Zinssenkung, für den gr. Minister ein Schuldenschnitt.

Jetzt wird keiner sein Gesicht verlieren und jeder kann in seinem Land triumphieren. Man müsste mal ein Wörterbuch mit diesen Begriffen und ihren unterschiedlichen Bedeutungen schreiben.

Ich finde es erschreckend wie

Ich finde es erschreckend wie der griechische Finanzminister die Situation herunterspielt. Werden auch mal die Jahrzehnte die das Land in Saus und Braus lebte, niedrige Steuern veranlasst von einer gewählten Regierung? Somit sind die Griechen durchaus verantwortlich für die aktuelle Situation. Eurokriese 2008 als Auslöser? Wenn sie davor stabil waren warum mussten dann für den Beitritt zur Eurozone Bilanzen gefälscht werden? Mir wird schlecht wenn ich das hier lese.

um 20:29 von Fairnessverteidiger1

"Trotzdem, auch wir in Europa haben nicht die Krise zu verantworten, die sowieso immer der kleine Mann bezahlen darf, sondern die Griechen und deren Regierungen seit 2002."
Zitatende

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Doch, wir alle in Europa haben die Krise zu verantworten. Wir alle haben es versäumt, die Rahmenbedingungen so zu ändern, dass nicht immer der kleine Mann alles bezahlen darf.

Vor 50 Jahren konnte mein Vater als einfacher Arbeiter eine 7-köpfige Familie ernähren. Ich muss mich als Mitglied einer Generation von Versagern betrachten.

Alle die erwägen radikale

Alle die erwägen radikale Parteien zu wählen sollten sich die Chronik der Griechenlandwahl ansehen. Von den Wahlversprechungen über den Sieg von Syriza bis zu diesem Interview. Ich habe es öfter gesagt und ich sage es wieder: Die Realpolitik holt jeden Politiker ein, der Menschen in der Realität regieren will.

Webfehler des Euro

Na klar gab es einen Webfehler des Euros, nämlich dass nicht gleichzeitig eine Wirtschaftsunion geschaffen wurde, sondern jeder Staat mit dem Euro machen darf, was er will. Das war eine Einladung für korrupte Staaten, sich zu bedienen. Schon damals hat Kohl das gewusst, doch hatte die gemeinsame Währung höheren Wert als der lange Weg zu einer Wirtschaftsunion. Varoufakis hat Recht: Die frühere griechische Regierung wurde geradezu eingeladen, sich zu bedienen auf Kosten der nachfolgenden Generation - dieser Generation. Insofern haben wir ein europäisches Problem, denn die Möglichkeit zur Korruption ist in den dafür anfälligen Volkswirtschaften bleibt weiterhin vorhanden.

Ein fähiger Bursche

Varouflakis erklärt in (gemessen an seinem deutschen Amtskollegen) perfekten Englisch, worum es in Europa geht.
.
Schluss mit dem Merkel-Dikatat! Wir brauchen wieder einen wirklich europäischen Weg und nicht eine Blockade, die am Ende nur den Interessen der USA nutzt.
.
Die Übersetzung ist leider sehr lückenhaft. Es werden ganze Sätze ausgelassen....

Gefährlich

Es ist erstaunlich wie wenig Fragen und Antworten miteinander zu tun haben.

Er erinnert mich hier an Beppe Grillo und da der Mann Akademiker ist, benutzt er diese rhetorisch aufgeblähte Sprache ganz bewusst. Solche "Volkstribune" sind nur ganz eingeschränkt verlässlich. Das zeigt nicht nur die Geschichte. Denn wer würde einem windigen Gebrauchtwagenhändler Geld geben (um bei der Sache zu bleiben).

Vielleicht halte aber auch einfach nur zu wenig von rhetorischen Katz-und-Maus Spielchen.

Hoffnungsträger

"We are not corrupt - not now!"
Hopefully never ever!

Korruption, Geldwäsche und Geheime Verhandlungen sind eines der größten Probleme weltweit - wie auch in Deutschland.

(http://www.transparency.de/2014_CPI.2577.0.html?&contUid=5930)

Es gibt viel zu tun, packen wir `s an - bevor wir mit Fingern auf andere zeigen.
Giftige Gase, wie vergiftende Sprache töten nicht nur den Kanarienvogel.
Spannende Verküpfungen, Denkansätze Reflexion auch über Sprache in dem Interview - mehr davon!

"Sie sagten sich immer wieder,
irgendwann geht es zurück.
Und das Ersparte genügt zu Hause
für ein kleines Glück."

"Griechischer Wein ist so wie das Blut der Erde.
Komm schenk dir ein...
Udo Jürgens

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