Ihre Meinung zu: State of the Union: Welche Schwerpunkte setzte Obama bisher?

20. Januar 2015 - 16:41 Uhr

Für US-Präsident Obama ist es die sechste offizielle Rede zur Lage der Nation. Manche Themen sprach er immer wieder an, die Außenpolitik war meist Nebensache. Wo setzte er Schwerpunkte? Was versprach er? Ein Hintergrund.

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Kommentare

Rock Lesemich 15:58

Was gibts jetzt an "smart guns" auszusetzen? Auf jeden Fall besser als eine normale Waffe und davon gibts in den USA ja eh im Überfluss.
Und was daran so toll sein soll Kriminelle zu entkriminalisieren, weiß ich auch nicht. Kein Höhepunkt von Obamas Amtszeit, gar keine Vergleich zur überfälligen "Obamacare".

Obamas Versprechen

Viel Vorschusslorbeeren gab es für ihn, so z.B. den Friedensnobelpreis. Heute frage ich mich: wofür ? Ein Politiker, der viel versprochen, aber wenig davon gehalten hat. Der oberste Hüter von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten? Er hat das getan, was alle amerikanischen Präsidenten tun: Durchsetzen von amerikanischen Interessen ohne Rücksicht auf andere und koste es was es wolle.

@ 16:42 von Herr Mann

Ich stimme ihnen total zu. Der Mann verspricht viel und haelt nur sehr wenig davon. Was hat er denn in seinen ersten 2 Jahren (als er und seine Demokraten die volle Mehrheit hatten) geschafft? Nur seine Krankenversicherungsreform, sonst nichts. Was er jetzt Heute vorschlagen wird (hoehere Steuern fuer die Reichen, usw) haette er selbst bei demokratischer Mehrheit nicht erreicht. In knapp 2 Jahren ist die Welt ihn los, nur leider wird nichts besseres hinterher kommen.

kritik an obama

wie immer erlaubt und sicher auch oft berechtigt

man sollte aber nicht vergessen, dass er 8 jahre bush korrigieren musste

immerhin, die wirtschaft brummt, und die gesundheitsreform scheint erfolgreicher als erwartet

aussenpolitisch hat es obama so gut wie möglich vermieden, in kriege zu ziehen. zum lybien einsatz musste er sich schon von FR und GB prügeln lassen. in syrien viele rote linien gezogen, aber schlussendlich passiv geblieben.

die wirtschaft nicht vorangebracht, dafür aber kriege zb gegen nachbarländer haben in den letzten 6 jahren eher andere grossmächte begonnen und werden sich die folgeprobleme noch länger anschauen müssen

@ Herr Mann

"Heute frage ich mich: wofür ? Ein Politiker, der viel versprochen, aber wenig davon gehalten hat."

Vor sieben Jahren habe ich gesagt, wer dermaßen viel verspricht, ist entweder ein Lügner, oder aber er hat keine Ahnung davon, wie die Politik seines Landes funktioniert. Dafür musste ich mich als Zyniker, Republikaner und manchmal gar als Rassist beschimpfen lassen.

Nichts wäre mir lieber gewesen, als Unrecht zu haben, denn Mr. Obama hat in seiner Kampagne wirklich ein Amerika aufgezeichnet, in dem ich gern leben würde. Aber ein Wahlkampf, der allen alles verspricht, ist nun mal nicht mehr als das: Wahlkampf.

Ich möchte gern noch immer glauben, dass all das, was da versprochen wurde, wirklich machbar ist. Aber dafür reicht es nicht, eine Wahl zu gewinnen. Dafür bedarf es einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft.

Schade, dass jemand, der ein Hoffnungsträger hätte sein können, als tragische Gestalt in die Geschichte eingehen wird.

Schöne Grüße aus Kalifornien.

Ein sehr guter Redner ...

ist er wohl immer noch - und entsprechend wird wohl auch "state of the union" ausfallen. Genügend getrommelt wurde ja bereits auf allen Kanälen dafür.

Aber was ist wirklich von seinem "yes we can" übrig geblieben?

- Guatanamo: existert weiter.
- Umwelt: s. Schiefergas.
- Sozialpolitik: die Reichen wurden Reicher, die Armen ärmer und die Mittelschicht kleiner (trotz mehrerer Jobs)
- Obamacare: verwässert und weitgehend gescheitert.
- Drohnenangriffe: ungeahnte Rekordzahlen.
- Nachrichtendienste: jeder "Überwachungsstaat" würde blass vor Neid.
- Aussenpolitik: Inteventionen an vielen "Ecken" mit dem erwartbaren Chaos-Ergebnis (inkl. einem schlechteren Verhälnis zu Russland als im Kalten Krieg).

Mit Obama ist seit Bush nichts besser geworden - eher schlechter. Dabei ist die innpolitischen Macht dieser US-Eliten eher noch gewachsen.

Mir graust vor diesen USA.

Besserwisser sind eben nicht unbedingt Bessermacher.

Wo sind die Yes-We-Can Rufer heute?

Als Mr. Obama seine Kampagne begann, lag die halbe Welt dem neuen Messias zu Füßen. Berlin rollte ihm einen Roten Teppich aus, da war er noch nicht mal Präsident. Die deutsche Hauptstadt überschlug sich im "Yes We Can Gekreische und jeder, der damals sagte: "Nun mal langsam, seht Euch doch erst mal genau an, ob das, was er da verspricht, überhaupt machbar ist", musste sich Worte anhören, von denen "Rassist" noch das freundlichste war.

Ich finde es traurig, dass ich mit meiner Skepsis vor sieben Jahren recht behalten habe.

Ich wurde heute gern mal von jemandem hören, der/die sagt: Ja, ich habe damals zusammen mit der halben Welt gehofft und bin heute sehr enttäuscht. Nicht um mir zu bestätigen, dass ich es damals besser wusste, sondern einfach nur, um zu sehen, dass diejenigen, die damals ehrlich an ein besseres Amerika glaubten, auch heute noch ehrlich sind.

Ich würde gern in dem Amerika leben, das Mr. Obama uns versprochen hat. Aber dafür ist mehr nötig als eine Wahl zu gewinnen.

Einäugiger unter Blinden...

Ich bin auch enttäuscht von Obama und hätte wirklich mehr erwartet. Wenn man andererseits liest, was die Republikaner sich vorstellen, muss man ja noch dankbar sein für Obama. Ein Wahlsystem, das keine wirkliche Alternative bietet (bzw. nur wahlweise Pest statt Grippe), gehört meiner Meinung nach dringend abgeschafft.

@ 17:27 von Sasquatch

Danke für ihren klaren und waren Kommentar. Ich stimme 100%ig zu. Gruß zurück aus Florida.

@ kreuzwortraetsler

Danke für Ihre ehrliche Antwort, die Enttäuschung betreffend. Und ja, auch ich finde die letzten 8 Jahre immer noch besser als alles, was uns unter den Republikanern hätte passieren können.

Was unser Wahlsystem betrifft, muss ich Sie allerdings korrigieren. Wir haben weit mehr als nur die Wahl zwischen Pest und Cholera, nur leider nimmt das keiner wahr.

Bei der letzten Wahl standen 23 Kandidaten zur Auswahl, von der erzkonservativen Constitution Party über Grüne, Sozialisten, Liberale und Temperenzler bis hin zur sehr linken Party for Socialism and Liberation.

Was sich ändern muss, ist nicht das Wahlsystem, sondern das eindimensionale Denken, das nur zwei Parteien sieht.

@ 17:50 von Sasquatch

Ja, ich habe damals zusammen mit der halben Welt gehofft und bin heute sehr enttäuscht. Jetzt haben sie jemand der ihnen das sagt. Auch ich würde gerne in dem Amerika leben, das Barack Obama uns versprochen hat. Ich muss aber auch dazu sagen das ich seine Versprechen von Anfang an nicht geglaubt habe, denn so ein Utopia wie er versprochen hat, gibt es nicht auf dieser Welt.

17:50 von Sasquatch

"" Ich würde heute gern mal von jemandem hören, der/die sagt: Ja, ich habe damals zusammen mit der halben Welt gehofft und bin heute sehr enttäuscht. ""
#
Ja, ich war begeisterter Zuhörer Obama ersten Reden. Habe meine Verwandten in USA noch angerufen wie toll ich seine Rede fand. Musste mir von Dehnen aber anhören , abwarten der kocht auch nur mit Wasser. Und heute bin ich doch einwenig enttäuscht.

@ Strandhase43

Danke für die ehrliche Antwort! Da sind wir schon zwei, die enttäuscht sind. Dabei wäre das alles so einfach gewesen: Statt allen alles zu versprechen, und nach Möglichkeit sofort, hätte er nur sagen brauchen: "I have a dream ... Hier ist, wovon ich träume und hier ist das, was wir davon als Erstes in Angriff nehmen sollten. Es wird ein langer Weg, länger als zwei Wahlperioden, aber irgendwann müssen wir ja mal anfangen."

Als Martin Luther King seine berühmte Rede hielt, sprach er nicht von den nächsten vier Jahren, sondern von den nächsten beiden Generationen ("I have a Dream, that my children and grandchildren ...").

Daran hätten wir anknüpfen sollen. Aber leider denken Politiker heute nie weiter als bis zum nächsten Umfrage-Ergebnis.

@ Sasquatch 20:21

"Was sich ändern muss, ist nicht das Wahlsystem, sondern das eindimensionale Denken, das nur zwei Parteien sieht."

Damit haben Sie natürlich recht, aber meiner Meinung nach ist es das "The winner takes it all"-Prinzip, das dieses eindimensionale Denken hervorruft: In den USA ist meine Stimme "verschenkt", wenn ich eine Partei wähle, die keine realistische Chance auf Wahlmänner, also normalerweise 50% Stimmenanteil hat. Ich würde da lieber das für mich kleinere Übel der beiden großen Parteien wählen, womit ich natürlich die Dominanz der großen Parteien wieder untermauere.

Z.B. in Deutschland reicht dagegen bereits das Überschreiten der 5%-Hürde, damit meine Stimme einen Einfluß hat. Die Hemmschwelle, etwas anderes zu probieren ist damit viel geringer.

Insofern: das Wahlsystem bedingt das eindimensionale Denken (oder begünstigt es zumindest sehr stark).

Wo sind die Yes-We-Can-Rufer heute?

Ich bin unglaublich entsetzt und enttäuscht, eine große Chance ist vertan worden.

@ kreuzwortraetsler

"... aber meiner Meinung nach ist es das "The winner takes it all"-Prinzip, das dieses eindimensionale Denken hervorruft..."

Zustimmung. Aber etwas zu ändern, dass auf die "Gründerväter" zurückgeht, ist hier so gut wie unmöglich. Eher lässt ein Lehrer sich von seinen Schülern was beibringen.

Einerseits ist dieses ganze verkrustete System so stabil, dass es Dinge überstanden hat, an denen andere Staaten unweigerlich zerfallen wären (die Weltwirtschaftskrise von 1932 und Watergate, um nur zwei Beispiele zu nennen) - andererseits ist dieses ganze stabile System so verkrustet, dass es so gut wie keine Änderungen zulässt, schon gar keine revolutionären.

Hinzukommt, dass das Ganze auf der Idee basiert, dass man sich bei der Wahl "bekämpft" aber nach der Wahl im Interesse des Volkes zusammenarbeitet. Und dieser Gedanke ist in den letzten sieben Jahren von den Reps dermaßen torpediert worden, dass wir wirklich nichts hatten, außer sieben Jahren Stagnation.

@ schiebaer45

Auch hier danke für die ehrliche Antwort! Da sind wir also schon drei. :-)

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