Ihre Meinung zu: EZB: Staatsanleihenkauf ist mögliches Mittel gegen Deflation

2. Januar 2015 - 10:51 Uhr

Um auf die anhaltend niedrige Inflationsrate zu reagieren, bereitet die Europäische Zentralbank nach den Worten ihres Präsidenten Draghi verschiedene Maßnahmen vor. Der Kauf von Staatsanleihen könnte ein Werkzeug sein, so Draghi.

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Kommentare

Was ist an Deflation so schlimm?

Nun, zumindest für Otto Normalverbraucher wäre eine Deflation wünschenswert, um die Preise für die Dinge des täglichen Bedarfs auf ein normaleres Niveau nach unten zu korrigieren...und eine Mahnung an die Wirtschaft und insbesondere die Spekulatiusse, dass Renditen von mehr als 3% pa schon immer Luftschlösser waren.

So..

Ein Dummschwätzer, wenn ich mir auf Destatis meine persönliche Inflation berechne, komme ich auf gut 6 % Inflation, denn Lebensmittel sind nicht sehr stark gefallen, auch finde ich, das in der Liste zuviel Technik steckt, hier sollte man mehr auf die Liste der wirklich benötigten Sachen setzen. Ach ja.. die Krankenversicherung ist im Januar schon wieder um 3% gestiegen, auch ein Posten, der nicht unterschätzt werden sollte.

Wie wäre es denn einfach mal

Wie wäre es denn einfach mal mit einem Stop der Inflationsbekämpfung? Eine gesunde Inflation ist in Ordnung, denn nur mit einer solchen kann man auch "für Geld Zinsen bekommen". Das ist als Mittel notwendig, damit die Banken endlich aufhören unsägliche und riskante Finanz"produkte" auf den Markt zu werfen, mit denen sie dann Geld machen aber eben auch unsere Wirtschaft negativ beeinflussen und insgesamt riskieren.

Wechselgeld

Wenn ich die Geldtheorie in punkto Inflation richtig verstanden habe, so muss mehr Geld in den Umlauf gepumpt werden, dem eigentlich keine Leistung entspricht. Wenn also Draghi Staatsanleihen in größerem Stil aufkaufen will, von wem? Da sind doch nur Banken und Großinvestoren gefragt. Und die Erfahrung, die wir gerade jetzt machen, ist doch die, dass die Banken das Geld entweder horten oder spekulativ an der Börse einsetzen - es aber nicht als billige Kredite unters Volk bringen. Wie soll also der Aufkauf von Staatsanleihen etwas bringen, das die Inflation treibt? Allenfalls Blasen werden weiter aufgepumpt. Wenn es sehr gut läuft, könnten die frei gewordenen Milliarden allerdings in Junckers Investitionsplan fließen, wo den Investoren (also dann den Banken und Heuschrecken) Gewinne beinahe garantiert werden bei größtmöglicher Sicherheit. Stellt sich dann zugleich die Frage, warum Draghi seine Kohle zum Ankauf nicht gleich bei Juncker unterbringt. Weil das zu durchsichtig wäre?

Stabiler Euro

Bei allen Frustäußerungen, die man sonst so liest, muss man doch mal festhalten, dass der Euro die wohl stabilste Währung der Welt ist und dass wir froh sein können hier im Westen zu leben.

Eine Blase

Eine Blase nennt man erst Blase, wenn sie geplatzt ist. Vorher nennt man sie Aufschwung. Die Umlaufrendite, das DAX-Pendant für den Rentenmarkt, fällt seit 40 Jahren und sorgte damit stets für Kursgewinne. Wenn das Pendel dreht, dann stehen wir vor einem Trümmerhaufen.
Statt in die Realwirtschaft überzugehen, ist die Geldflut der EZB im Finanzsystem hängen geblieben und eben vor allem in Anleihen geflossen. Doch die EZB ist nicht alleinschuld; die Zinsen fallen seit 40 Jahren und da gab es die EZB noch nicht. Bei Staats-, aber auch bei Unternehmensanleihen, stehen Renditen und Risiko in keinem Verhältnis mehr. Die Renditen sind kurz davor, negativ zu werden. Spätestens dann steigen solche Anleger die das dürfen, aus den Bondmärkten aus, denn niemand möchte Geld verlieren. Der Verkaufsdruck könnte erste Verkaufswellen schaffen und die Entwicklung nimmt ihren Lauf.
Wir haben im Anleihenmarkt das Pulver für mehr als eine Generation verschossen.

Bruch des EU Vertrages

Das aufkaufen von Staatsanleihen verschuldeter Staaten verstößt gegen die EU Verträge.So werden alle EU Staaten und ihre Bürger in Haftung genommen.

Das ist die EU der Wirtschaft und der Banken aber nicht die der Bürger.

Nicht funktionstüchtig ist

Nicht funktionstüchtig ist das System (der Finanzen aber auch sonst alles was damit zusammenhängt, zB der nationale Staat, die Arbeitsgesellschaft eingebettet im Wachstumsmodell).

Umso mehr man versucht die grandiosen Verzerrungen und Verrenkungen des Zinses und alle dieser Mechanismen zu beheben, desto mehr fällt es - im Ganzen - gesehen auseinander. Nicht zuletzt ist die Börse unser künstlicher Armageddonknopf geworden.-

Da wird drauf rumgedrückt, aus Gier nach dem Geld, und ganze Szenarien spielen sich dann nicht in den Köpfen ab, sondern in der Realität eines schwachen Eurokurses. Die Leute die zocken, sind größtenteils Banken. Die wissen, was es bedeuten kann, die Geldschleuder und so weiter anzuschmeissen. Das entwertet den Euro. Also will niemand im Euro bleiben.

Wann endlich begreift der verantwortliche Mensch die Unsinnigkeit dieses Ausbeutersystems, allein anhand der darin liegenden Mechanismen, wenn man schon nicht bei Ethik oder Vernunft ansetzen will.

Gefühlte Inflation

@ Andi13:
"Ein Dummschwätzer, wenn ich mir auf Destatis meine persönliche Inflation berechne, komme ich auf gut 6 % Inflation, denn Lebensmittel sind nicht sehr stark gefallen, auch finde ich, das in der Liste zuviel Technik steckt, hier sollte man mehr auf die Liste der wirklich benötigten Sachen setzen."

Das würde ja unterstellen, dass jemand sagen darf, was "wirklich benötigt" wird. Wozu?
In der Liste steckt genau so viel Technik, wie die Deutschen im Durchschnitt kaufen. Das ist gerecht und nicht von einem gewünschten Bedarf bestimmt.
Ihre behaupteten 6% Inflation kommen vermutlich nur zustande, weil Sie einige Sachen weglassen. Dabei unterstelle ich jetzt mal, dass Sie zumindest einen Computer benutzen.

Die Einbahnstraße

Wir wissen es alle: Dogmatismus führt in die Sackgasse. Oder andersherum, wer nicht bereit ist, sich nach den Gegebenheiten zu richten, ist dem Untergang geweiht. Beispiel? Die Bevölkerung der Osterinseln starb aus, weil laut ihrem Glauben das Aufstellen von steinernen Götzenfiguren rund um die Insel Priorität hatte. Dafür wurde ein Großteil der Arbeitskraft aufgewendet und wurden die Bäume der Insel gefällt, um darauf die Steine zum Strand zu rollen und sie dort mit Hebelkraft aufzurichten.
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Seit Jahrzehnten frisst sich der Schimmelpilz Wachstum ins geistige Gebälk. Zwar könnten gerade die oben mit wesentlich weniger auskommen. Aber im Prunk-, Protz- und Profitwettbewerb befindlich, wäre Zurückstehen für sie Schande. Auch kommt der Appetit beim Essen. Wenn man 10% Rendite pro Jahr haben kann, warum dann nicht 25%? Damit das funktioniert, muss das Volk mit einsteigen und immer mehr konsumieren, diese Mühle in Gang zu halten.
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Druckt Geld! Wir schwingen uns zum Abgrund auf!

Was ist an Deflation so schlimm?

Deflation ist in der Tat schlimm für
- Konzerne
- Finanzminister
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Deflation ist Balsam für die Verbraucher
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An der Diskussion wegen Deflation sieht man sehr schön, wessen Interessen beachtet werden und welche keinerlei Rolle spielen.
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Im Übrigen:
Inflation oder Deflation lässt sich sehr unterschiedlich berechnen. Was die Statistiker berechnen, hat nichts damit zu tun, was der Verbraucher für sein tägliches Überleben an der Kasse bezahlen muss.

Bei mir ist Preisstabilität

Bei mir ist Preisstabilität bei 0% Preissteigerung. Das Ziel der EZB künstliche Inflation herbeizuführen ist falsch. Deflation ist schon lange kein Schreckgespenst mehr. Es wird durch Innovation bedeutungslos.

Drag(h)ischer geht es nicht..................

Er redet im Konjunktiv und bereitet uns auf die Wirklichkeit vor, weil wie gesagt kein Plan B vorhandenen. Diese Alternativlosigkeit ist greifbar und nicht nur bei Draghi. Der Parforceritt in die Schuldenunion wird ebenfalls kommen, da andernfalls das "Friedensprojekt Europa" scheitert. Ökonomisch ist es bereits im Niedergang durch die fehlende Bereitschaft zu Strukturreformen in Ländern wie I u. F. Da die bisher getroffenen Maßnahmen nicht greifen, auch höchstwahrscheinlich nicht greifen werden, wird die Geld-Druckerei in Gang gesetzt, um einen weiteren Zeitgewinn zu generieren oder zu schinden.
In diesem Zusammenhang erhält das Wort "Alternativlos" erst die echte und verständliche Kraft seiner Bedeutung.
Am Ende steht die Transfer-Union, die uns Deutschen mehr abverlangen wird als die Agenda 2010. Bereits jetzt werden wir über Realverluste in Spar und LV zur Kasse gebeten. Die Renten werden folgen. D wird am Ende herunter nivelliert, der Gleichheit wegen. Ach, TTiP verg.!

Draghi sorgt dafür dass andere Italiens Schulden zahlen

Außerdem sehe ich es so, dass Draghi hierauf spekuliert: er will dafür sorgen dass über diesen Weg die italienischen Schulden NICHT durch Italien bezahlt werden müssen sondern durch die anderen EU-Mitgliedsstaaten!!

Denn Herr Fuchs (CDU) hat hiermit:

Der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs warnte Draghi davor, mit Staatsanleihenkäufen der Notenbank weiteres Geld nach Griechenland und in andere Euro-Problemländer zu pumpen. Entscheide sich die Europäische Zentralbank (EZB) zu solchen Käufen, "dann geht der Druck wieder weg von diesen Ländern, Reformen zu machen", sagte des Vize-Fraktionschef der Union im Deutschlandfunk." Und da wäre ich dankbar, wenn Herr Draghi in diese Richtung einige Äußerungen machen würde."

absolut recht! Denn: Italien ist eines dieser Problem-Euroländer, in das KEIN Geld mehr gepumpt werden darf!! Warum sollen die anderen EU-Mitgliedsländer für Italiens Schulden bezahlen??

zitat: wikipedia

Draghi ist Mitglied in der von der Rockefeller-Stiftung gegründeten Group of Thirty, einer privaten Lobbyorganisation der Finanzwirtschaft. Aus diesem Grund wird ihm ein Interessenkonflikt als EZB-Chef vorgeworfen. Zudem gibt es Stimmen, die insbesondere auch Draghis vormalige Tätigkeit bei Goldman Sachs als Interessenkonflikt werten.

Draghi schürt völlig unnötig Deflationspanik!!

Außerdem ist diese Panikmache von Draghi:

Die Inflationsrate habe seit Juli im Durchschnitt bei 0,3 Prozent gelegen. Das Risiko einer Deflation, also eines Verfalls von Preisen und Löhnen, sei "nicht ganz ausgeschlossen, aber es ist begrenzt", sagte Draghi.

absolut unnötig und verfehlt!! Es gibt derzeit KEINE Deflation in der Eurozone! Wenn man die Wirtschaftslage korrekt bezeichnen wollte, dann als Rezession!! Und bei einer Rezession muss antizyklisch reagiert werden.

Und dass heißt genau die Maßnahmen, die ich bereits geschrieben habe!!

Großes Unbehagen bei der EZB-Politik

Ich habe großes Unbehagen, bei der derzeitigen EZB-Politik des billigen Geldes. Teure alte Schulden durch billigere neue Schulden zu ersetzen - so wie es dezent läuft - löst das Problem nicht. Es wird nur verschoben.
Durch die Niedrig-Zinsen der EZB geschieht genau das. Leider werden aber Vermögen vernichtet, was jeder Sparer merkt.
Am Ende haben die Schuldner immer noch Kredite am Hals und die Sparer haben einen Teil ihres Vermögens verloren.

Deflationsspirale

@ eselspinguin:
"Deflation ist Balsam für die Verbraucher
An der Diskussion wegen Deflation sieht man sehr schön, wessen Interessen beachtet werden und welche keinerlei Rolle spielen.

Balsam ist relativ. Deflation bedeutet sinkende Preise, z.B. für Handwerkerleistungen. Die Auftraggeber z.B. für Renovierungen warten dann auf noch niedrigere Preise und dem Handwerk geht langsam die Luft aus. Ähnliches gilt für alle Anbieter von Investitionsprodukten. Dann setzt sich eine Spirale in Gang, die schwer zu stoppen ist. Wenn wir nicht aufpassen landen wir in einer dicken Rezession, weil jeder nur abwartet und seine Investitionen zurück hält.

Die Verbraucher freuen sich vielleicht anfangs, müssen aber auch dann die Nachteile tragen, z.B. am Arbeitsmarkt. Bei Deflation müssen auch die Sozialleistungen sinken, da kein Geld mehr dafür vorhanden ist.

Ein Mann mit Kanten

@ holyknights:
"Zudem gibt es Stimmen, die insbesondere auch Draghis vormalige Tätigkeit bei Goldman Sachs als Interessenkonflikt werten."

Es gibt immer irgendwelche "Stimmen", die warnen. Was ist schlimm an Goldman-Sachs?

Draghi ist ein erfahrener Banker, und das ist besser, als einen Mann zu holen, der vielleicht ein unbeschriebenes Blatt ist, aber dem die Cleverness und die fachlichen Voraussetzungen fehlen.
Besser ein Mann mit Kanten, als immer nur schnödes Mittelmaß.

Operation gelungen, Patient tot.

Solange die EZB nur Anleihen bei den Banken kauft, um damit deren theoretische Fähigkeit zur Kreditvergabe zu erhöhen, wird sich an der Deflationsgefahr nichts ändern. Das tut sie schließlich seit Jahren. Die Banken können aber keine Kredite vergeben, weil sich dadurch an der Schere zwischen obszönem Reichtum Weniger und allgemeiner Überschuldung ja nichts ändert. In anderen Worten: Wer noch Geld aufnehmen könnte hat schon zu viel, und wer es bräuchte bekommt keines.

Die Doktrin der Bundesbank, eine Zentralbank dürfe keine "Staatsfinanzierung" betreiben, ist deshalb nicht nur widersinnig - die Bundesbank war vor der EZB die einzige weltweit, die so verfuhr - sondern im europäischen Kontext vor allem äusserst parasitär, da sie nur von der Geldaufnahme Anderer lebt. Die Strategie eines Parasiten, angewandt auf das Gesamtsystem, ist IMMER ein Schildbürgerstreich.

Die Zinsen müsste auch jemand erwirtschaften

@ Hotbiker07:
"Durch die Niedrig-Zinsen der EZB geschieht genau das. Leider werden aber Vermögen vernichtet, was jeder Sparer merkt.

Irgend jemand müsste aber die hohen Zinsen, die Sie fordern, erwirtschaften. Wer sollte das machen und wie?
Wenn die Inflation niedrig ist, müssen auch die Zinsen niedrig sein in einem stabilen Wirtschaftsgefüge.
Ein Gutes haben die niedrigen Zinsen: Junge Familien können sich heute ein Baudarlehen leisten. Bei 9% Darlehenszinsen wie 1996 war das für viele eine Illusion.

Am 02. Januar 2015 um 11:52

Am 02. Januar 2015 um 11:52 von Der Batscheler
Stabiler Euro

Bei allen Frustäußerungen, die man sonst so liest, muss man doch mal festhalten, dass der Euro die wohl stabilste Währung der Welt ist und dass wir froh sein können hier im Westen zu leben.
#
Augen auf,dann sieht man was anderes.
Der Euro ist stark gefallen

Der Geist der Weihnacht

war gestern.
Heute hat Herr Draghi schon wieder vom Geist der Deflation geträumt.
Ganz am Ende der Argumentationskette steht die Befürchtung, daß diese zu höherer Arbeitslosigkeit führen könnte.
Doch die ist in vielen Ländern schon seit langem sehr hoch, wen will er damit noch auf-(oder er-)schrecken?

Mit 0,3% im EU-Schnitt war die Preisstabilität doch nahezu ideal, der Ball liegt also nicht bei Herrn Draghi.
Tut er aber doch, weil "Stabilität" im Neusprech nicht das ist, was man landläufig denkt. Gewünscht ist eher eine "langfristige Instabilität" von knapp unter 2%.

Auch ansonsten läuft Draghis Gebetsmühle auf vollen Touren: "flexible Arbeitsmärkte" sollen wohl aus einem guten Job zwei schlechte machen, Symptombekämpfung ist jetzt "state of the art".
Und wie man hochverschuldeten Staaten immer empfehlen kann, die Steuern zu senken und damit auf Einnahmen zu verzichten, versteht nur der, der jegliche Sozialausgaben als blanken Luxus ansieht.

@eselspinguin

"Deflation ist Balsam für die Verbraucher"

Da fragen Sie mal die Verbraucher der 30er Jahre, wie balsamisch diese die Deflationsspirale damals empfanden. Die ersten Opfer der Deflation sind nämlich Arbeitsplätze, und fallende Preise und fallende Umsätze schlagen sich immer zuerst in steigenden Arbeitslosenzahlen und dann in reduzierten Investitionen nieder, welche zu mehr Arbeitsplatzverlusten führen, usw. Wohin das in Deutschland dann politisch geführt hat, ist bekannt.

@SEPP58

So ist es! Diese Staatsanleihenkäufe sind ein Vertragsbruch und dienen hauptsächlich dazu, die Zombiebanken weiter am Leben zu erhalten. Draghi sollte mal seine Geldjunkies auf Entziehung schicken, oder glauben diese Geier, dass die Wahnsinnsrenditen vom Himmel fallen.
Das Leben ist noch teuer genug, auch wenn die Benzin- u. Heizölpreise etwas gefallen sind. Für die Wirtschaft bedeutet es ein wunderbares Konjunkturprogramm, auch dem kleinen Mann tut es gut. Aber sobald der Michel etwas profitiert, muss gleich wieder was dagegen unternommen werden. Das mit der Kaufzurückhaltung ist sowieso Quatsch. Wenn ein Gerät oder Fahrzeug kaputt ist, muss ich gleich ein neues kaufen und kann nicht Monate warten.
@ Det Batscheler
Goldman Sachs ist schlimm, denn es ist ein Krebsgeschwür. Hier wird gegen die eigene Kundschaft gewettet und die Leute massivst über den Tisch gezogen. Diese Geldgeier gehen über Leichen.

@Der Batscheler

"Die Verbraucher freuen sich vielleicht anfangs, müssen aber auch dann die Nachteile tragen, z.B. am Arbeitsmarkt. Bei Deflation müssen auch die Sozialleistungen sinken, da kein Geld mehr dafür vorhanden ist."

Aber wem soll das Angst machen?
Rekordarbeitslosigkeit haben wir jetzt schon in der EU, ebenso extrem gekürzte Sozialausgaben.
Der Schuldenstand dieser Länder hat sich trotzdem seit der Krise immer nur erhöht.

Deshalb brauchen wir das Geld der Investoren. Die haben ihre Wichtigkeit aber erkannt und wollen jetzt nicht nur Gewinne, sondern auch kein Risiko mehr.
Diese Wünsche bedient Juncker mit seinem Wachtsumspaket.

Nur die Bürger weigern sich noch, den trostlosen Ist-Zustand als Paradies anzuerkennen und wehren sich gegen weitere Reformen, die aber notwendig sind, v.a. um die risikolosen Gewinne zu garantieren.

Weil wir uns durch Kurzzeitjobs, rigide Lohnpolitik, Herunterschrauben sozialer Standards etc. anderen europäischen Ländern gegenüber einen soviel größeren Exportvorteil verschafft haben, dass wir, wenn wir ein friedliches, wie auch immer vereintes Europa, wirklich wollen, es uns durchaus leisten können und sollten,
an Arbeitsplätzen mangelden europäischen Brüderländern durch einen Finanzausgleich
zur Seite zu stehen.
Da ist unsere förderale Länderstruktur mit ihrem Finanzausgleich ein gutes Vorbild.
Voraussetzung wäre allerdings, dass wir uns endlich auf gemeinsame europäische Finanzstandards einigen würden, wenn nicht gar auf ein europäisches Wirtschaftsministerium, damit ein Finanzausgleich auch da ankommt, wo es wirklich Sinn macht und nicht in einer Schluderbürokratie versackt, sondern diese beiseitigen hilft. Dann wäre ein Draghi auch nicht gezwungen einen verschwurbelten, halblegalen Weg des Ausgleichs über Anleihenkäufe zu gehen.

Nur altes neoliberales Gedankengut als Mogelpackung!

" Draghi erläuterte, der Kauf von Staatsanleihen sei eines der Werkzeuge, das die EZB zur Erfüllung ihres Mandats nutzen könne. Allerdings dürfe es nicht zur Staatsfinanzierung kommen. Der EZB-Chef forderte erneut Strukturreformen in Europa, insbesondere flexiblere Arbeitsmärkte, weniger Bürokratie und niedrigere Steuern. Hier komme man "deutlich zu langsam" voran. Alle Länder der Euro-Zone müssten mehr tun, auch Deutschland. Die Geldpolitik der EZB wäre viel wirksamer, würden die Regierungen Strukturreformen umsetzen."
Lieber Herr Draghi es floriert die Wirtschaft nur gut wenn das was produziert wird auch gekauft werden kann. Muß ja nicht jeder kaufen oder handeln oder spekulieren können immmer mehr. Es reicht wenn der Topf überläuft u. gefüllt wird von denen die sowieso kaum etwas aus nichtsebstständiger Arbeit zum kaufen bekommen. Reicht doch für das dumme Fußvolk u. Lohnsklaventum zu Hz4 (Reformen) u. ähnlichen Knechtungen?

Man sollte schon wissen, wie Deflation wirkt !

.... Herr Dragi.
Wenn Waren preiswerter werden, und die Käufer verschieben ihre käufe in die Zukunft, das ist die Gefahr bei einer Deflation.

Diese Gefahr besteht zur Zeit nicht:

- weil die geringe Preissteigerung hauptsächlich auf die geringen Öl-kosten zurückzuführen sind und keiner diese Woche nicht tankt, nur weil es in zwei wochen preiswerter sein könnte

- weil in den Ballungsgebieten die Wohnungen teurer werden - und somit keiner den Kauf in die Zukunft schiebt.

- weil der Mindestlohn Güter teurer machen wird.

Leider wird von dem Kommentator nicht inhaltlich auf " Deflation " eingegengen.

Schon 1. Geldschwemme erfolglos f. Arbeitsplätze verpufft.

Die Deflation darf als Zweckargument bezweifelt werden, da nur 1/3 der EU-Konsumgüter berechnet werden und z.T. hedonisch. Nach anderen Berechnungen kommt EU auf 2,4% und das spüren ja praktisch die niedrigen Einkommen am besten.

Die EZB-Bilanz um 1 Bio € mittels Staatsanleihenankauf und anderen Bankpapieren aufzublasen (DE haftet mit 27% inkl. Target2-Schulden des Südens!), heißt wie zur letzten Bio. € Geld für Billigzins an Banken zu geben und die sekundär an Regierungen. Wenn GRE-Syriza auf 240 Mrd. Schuldenerlass geht und FRA-FN aus dem Euro will, kommt es zu gewaltigen Verwerfungen und DE wird Melkkuh.
Die Umsatz- und Preisverfälle mancher Länder folgen dem ruinösen Einkommensverlust der Troika-Politik, worauf Banken Wirtschaftskredite ohne Kaufkraft für zwecklos halten, so das Juncker mit 315 Mrd. €, wieder vom Steuerbürger garantiert, ran will.
Jedes Jahrzehnt sinken auch dt. Zuwachsraten, unsere Banken um 1 % Rendite und EZB ist außer parlament. Kontrolle beim Geldrucken.

Preise

Kaum wird es für den Normalbürger etwas günstiger, kommt der Paria der Hochfinanz wieder als Mahner um die Ecke. In meiner Gemeinde wird die Grundsteuer um 70%erhöht. Abwasser und Straßenreinigung werden auch jährlich erhöht. Ich freue mich über den gesunkenen Ölpreis, so konnte ich wenigsten beim Heizöl und bei den Benzinkosten etwas sparen. Wird nicht lange so günstig bleiben.

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