Kommentare

Ich bitte Sie Herr Stephan Ueberbach!

Zitat: „Niemand in Deutschland soll weniger als 8,50 Euro pro Stunde verdienen. Bei einer 40 Stunden Woche wären das rund 1500 Euro brutto im Monat.“
Mein Rechner zeigt mir aber 1360 Euro brutto im Monat an, wo man vielleicht gerade noch von „rund 1400 Euro“ sprechen könnte.
Sorry, aber entweder können Sie nicht rechnen bzw. auf- oder abrunden, was ich nicht glaube oder aber Sie versuchen hier einen Bruttolohn schön zu schreiben, der dieser weiß Gott nicht ist! Weil bemühen Sie mal ein Brutto Netto Rechner, da kommen lächerliche 1014,- €uro Netto bei raus, wovon man wie leben kann und soll?!
LG Coolchen

Wie @Coolchen schon...

Wie @Coolchen schon bemerkt hat, stimmen die 1500 Brutto nicht, das wäre nämlich ein Mindestlohn von 9,38 Euro (bei 160 Stunden mtl.) und davon sind wir weit entfernt lieber Herr Ueberbach. Für Sie:
http://web2.0rechner.de/

Positiv ist allerdings anzumerken, das oben in der Kurzfassung der korrekte Begriff ALG2 verwendet wird (das ist selten), während im Artikel selbst wieder von "Hartz4-Empfängern" die Rede ist (tut das eigentlich Not ?)

Eine 40 Stunden-Woche ergibt

Eine 40 Stunden-Woche ergibt 8h am Tag, oder auch im Durchschnitt 173h im Monat.
Knapp 22 Arbeitstage (ein durchschnittlicher Monat eben) a 8h. 173 mal 8,50 macht nunmal 1470,50 €. Was durchaus aufgerundet 1500.- Talern entspricht.

1360.- durch 8,50 entspricht aber nur 160 Arbeitsstunden/Monat.
Oder nur 20 Arbeitstagen.

Das passt aber bestenfalls nur auf einen 28-Tage-Februar (28 Tage minus 4 Wochenenden a 2 Tagen). Bei 30- oder 31-Tage-Monaten fallen einfach mehr Arbeitstage an - die sich dann eben auch in mehr Geld niederschlagen. Die Rechnung von Herrn Ueberbach ist also durchaus korrekt und stattdessen die pauschale Grundlage "ein Monat hat 4 Wochen und somit nur 4 mal 5 Arbeitstage" leider absoluter Unsinn.

Da hat nicht er sich verrechnet, sondern Sie sich vergaloppiert...

Simpler Dreisatz führt zum korrekten Ergebnis

Um der "Verwirrung" mal etwas Entlastung zu gewähren:
Man rechnet den Monat üblicherweise so:
ein Quartal (=drei Monate) hat 13 Wochen (das Jahr 52) - das ist nicht neu und keine Auslegungssache sondern Fakt.
Nun kommt ein simpler Dreisatz zum Tragen: 13 Wochen à 40 Stunden = 520 Stunden. Diese 520 Stunden dividieren wir nun durch die Anzahl der Monate um eine saubere Durchschnittsmenge zu erhalten: ergibt 173,33 Stunden
Und nun noch der Stundenlohn von 8,50 multipliziert mit eben jenen Stunden ergibt: 1.473,31
Auf das Jahr bezogen sieht das nahezu identisch aus, warum, siehe unten:

Also sind "runde 1.500" nicht so vollkommen abwegig.
13x40
-------- x 8,50 = 1.373,31
3

Auf das Jahr gerechnet 52 Wochen (364 Tage) und ein Tag (damit die 365 Tage "voll" werden):
(52x40)+8
------------- x 8,50 = 1.479,00
12

Noch Fragen?

@ G-Townler

"Noch Fragen?"

Nein, so gerechnet stimmen die aufgerundeten 1500 Brutto natürlich. Ich hatte wohl zu wenig Kaffee heute morgen ;-)

Klasse

Wowwww, dass sind ca. < Euro 1100,00 lt. Brutto/Netto Rechner in NRW.
Das wurde mir von einer Zeitarbeitsfirma in Deutschland als Facharbeiterlohn angeboten. Allerdings für befristet auf 6 Monate. Auch die Mindestlohn Regelung wird es nicht bringen und der Überschuss nutzt dem Arbeitslosen über 50 zunächst überhaupt nicht. Wenn ich heute meine Heimat Besuche ist eines auffällig, die Frustration wächst und steht zusehend immer mehr Menschen im Gesicht geschrieben. Dies gilt auch für den Familien Vater der als Facharbeiter 45 und 50 Stunden in der Woche arbeitet und dessen Überstunden auf einem Zeitkonto gesammelt werden obwohl sie durch die Zeitarbeitsfirma beim Kunden abgerechnet werden. Ich denke das die Zahlen der BA geschönt sind. Die Realität auf Baustellen und in Betrieben sieht anders aus. Für Überschüsse gibt es sicher bessere Verwendungen als eine Rücklage da es die Menschen nicht motiviert.

Das Land der Pfennigfuchser

Beim Streit um die Aufaddierung der 8,5 Euro Stundenlohn zu einem Monatslohn ist die Tatsache, dass das wenig Geld ist, etwas in den Hintergrund geraten. Es gäbe noch weitere Bemerkungen:
1. Die Rentenversicherung wird um 0,2% (ey boah!) abgesenkt, dafür wird die Pflegeversicherung um 0,3% angehoben. Per Salso also steigt die Belastung um 0,1%.
2. Die Krankenkassenbeiträge werden von 15,5% auf 14,6% abgesenkt. Die Krankenkasse hat mir schon geschrieben, dass sie sich freut, den Beitrag stabil bei 15,5% halten zu können. Diese 0,9% muss aber der AN selbst bezahlen, weil der AG nur die Hälfte von 14,6% zahlt.
3. - 0,2% + 0,3% + 0,9% macht 1% Mehr Abzüge!
4. Nach einer 0,27%-Steigerung wird nun die Rente "spürbar" (köstlich!) steigen um 1 - 2 %. Das wäre ja fast ein Ausgleich der Inflationsrate!
5. Ich bin stolz! Uns geht es gut! So gut ist es uns in der Geschichte noch nie gegangen! - Danke, Frau Merkel!

Herr Coolchen:

Mit 1014,00 Euro netto im Monat müssen die allermeisten Rentner auskommen. Und das tun sie auch. Es kommt nämlich auf die Lebensqualitätsansprüche an, die man hat.
Allerdings ist es richtig, dass dieser Betrag für eine Familie auf keinen Fall ausreicht, da müssten schon beide Partner arbeiten.

@Leon16

Klasse ist es natürlich nicht.

ok und für gut für die zukünftige Entwicklung wäre ein Mindestlohn, der etwas private Altersvorsorge erlauben würde.

mit 8.5 Euro findet sowas aber nicht statt.

Leute, die nur die 8.5 Euro verdienen laufen Gefahr, bei erreichen in der Grundsicherung zu landen.

elektronische Gesundheitskarte

Ergänzend möchte ich hinzufügen:
Zitat aus Bundesmantelvertrag – Ärzte
vom 1. Oktober 2013:
§ 19
"Solange die elektronische Gesundheitskarte noch nicht an den Versicherten ausgegeben worden ist, ist der Versicherte verpflichtet, zum Nachweis der Anspruchsberechtigung die Krankenversichertenkarte gem. § 291 Abs. 2 SGB V vorzulegen. Für diesen Fall ist das Nähere zur Gestaltung und zum Inhalt der Krankenversichertenkarte sowie zu einem Ersatzverfahren in Anlage 4 geregelt. Die Regelungen zur elektronischen Gesundheitskarte in diesem Vertrag gelten entsprechend. Bei Befristung der Versichertenkarte ist das Gültigkeitsdatum vom Vertragsarzt zu beachten."

Bedeutet:
Alle bisherigen Krankenversicherungskarten bleiben bis zum aufgedruckten Gültigkeitsdatum gemäß Bundesmantelvertrag vom 1. Oktober 2013 (§ 19) beziehungsweise bis 1. Oktober 2014 gültig, auch nach dem 1. Januar 2015

@DeHahn

zu 2. Schon in 2014 trugen der Arbeitgeber 7,3% des Krankenkassenbeitrags und der Arbeitnehmer fixe 8,2%. Der zweite Wert wird nun krankenkassenindividuell variabel.
Insofern ist Ihre zynische Gesamtaussage hinfällig.
Diese depressive Stimmung spiegelt auch nicht die Lage der meisten Menschen in Deutschland wieder. Vergleichen Sie mit dem europäischen und außereuropäischen Ausland.

Schöne Rechnung, wenig

Schöne Rechnung, wenig realistisch. Was werden Arbeitgeber wohl tun um den Mindestlohn zu umgehen? Ihre Arbeitnehmer offiziell nur 30 oder 35 Stunden beschäftigen. Real arbeiten sie 40 oder 45...sind aber oft in prekären Arbeitsverhältnissen/Lebenssituationen so dass der Arbeitgeber sie zwingen kann das zu akzeptieren. Rechnet man so erhällt man noch 1290 bis 1100 Euro Brutto. Wer schon mal wie ich in der freien Wirtschaft gearbeitet hat wird wissen das Arbeitgeber gerne ihre Verhandlungsmacht missbrauchen um die Lohnstückkosten zu drücken. Der Wert von 1473 Euro ist leider nur eine nette Theorie...wird in der Realität von den betroffenen Arbeitnehmern nie wirklich erreicht werden. Mein Tipp für diese Leute: Branche wechseln und den Arbeitgeber seine Arbeit selbst machen lassen. Habe ich selbst so gemacht. Zuvor war ich im Nahrungsmittelgewerbe tätig...jetzt im Dienstleistungssektor verdiene ich das dreifache (nach Erwerb entsprechender Hochschulbildung). Ausbrechen ist also möglich.

Mindestlohn

Ein Mindestlohn, das impliziert doch, dass man diesen Betrag mindestens braucht, um hier zu überleben. Dazu einige Kritikpunkte:

1. 8,50 sind vollkommen willkürlich und nur durch politische Debatten entstanden. Das gehört von einem unabhängigen Gremium errechnet, genau wie die Hartz IV "Grundsicherung", die einfach als Durchschnitt der ärmsten berechnet wurde, die selbst schon zu wenig haben.

2. Löchriger und mit mehr Ausnahmen geht es ja wohl kaum. Brauchen Leiharbeiter, Rentner, Zeitungsträger und Co weniger zum Leben? Und wer profitiert denn überhaupt davon, wenn alle großen Branchen, die bisher weniger zahlen, das auch weiterhin zahlen dürfen.

3. Brutto/Netto: wenn man einmal einen Mindestlohn vernünftig ausgerechnet hat, dann muss der NACH Steuern vorhanden sein. Oder ganz steuerfrei. So wie es jetzt ist, liegt das was ankommt vom Mindestlohn doch effektiv nicht bei 8,50€ sondern geschätzt 6€ die stunde.

Pfennigfuchser?

Kaum - aber Betrogene sicherlich:
Die Politik akzeptiert die Besteuerung von global arbeitenden Konzernen in Höhe ca. 1% (LUXLeak).
Die gleiche Politik akzeptiert die Besteuerung von Pflichtversicherten in D, um ein vielfaches der v.g. 1%.
Wann beginnt eigentlich Ausplünderung?
Im Sozialsystem werden die staatlichen Zuschüsse gekürzt, die Leistungen, auch für sog. versicherungsfremde Leistungen, jedoch ausgeweitet.
Auch das passt nicht zusammen, ist jedoch ebenfalls durch die Politik so gewollt.

Was ändert sich für Beamte?

Richtig! die Pensionen steigen. Sonst nichts.
Ein "harter Sparkurs" steht ausser Frage.

8,50 sind Stundenlohn

es kommt also allein auf die Jahresarbeitsstunden an, um von der "Tagelöhnergesinnung" des Gesetzgebers auf das etwas modernere Jahresgehalt zu kommen und von da auf Monatseinkommen.
Statt planwirtschaftlich in die freie Wirtschaft sozial regulierend einzugreifen, sollte sich "der Staat" als grösster Einzel"arbeit"geber besser mit einem Maximal"gehalt" für Beamte beschäftigen.
In keinem Industriestaat ist die Differenz von tatsächlich verfügbaren Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit und Beamteneinkommen grösser als in Deutschland.

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