Kabinett: Kampf dem Ärzte- und Terminmangel

17. Dezember 2014 - 11:01 Uhr

Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz will Gesundheitsminister Gröhe den Ärztemangel auf dem Land beheben. Und: Kassenpatienten sollen schneller einen Termin bekommen. Das hat das Kabinett beschlossen. Doch wie genau soll das gehen?

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Kommentare

Kampf dem Ärzte- und Terminmangel

Die Menschen sollen ein oder mehrmals pro Woche einen Kalorienspartag einlegen - dann steigt das HDL-Cholesterin - und weniger Auto fahren, sondern sich mehr bewegen. Sport ersetzt oder verringert in vielen Fällen - selbst während einer Chemotherapie - den Einsatz von Medikamenten. Je weniger Leute zum Arzt gehen, desto mehr Zeit können sich die Ärzte für Patienten nehmen, die wirklich auf deren Hilfe angewiesen sind.

Da sind wir mal gespannt...

Die Wartezeiten als Nicht-Privatpatient sind besonders schön. 2 Monate, 4 Monate, 6 Monate. Alles schon persönlich erlebt. Klar möchte ich 6 Monate auf einen Termin warten, habe ja keine gesundheitlichen Beschwerden...

Dieser Lösungsansatz klingt mehr nach Lotterieverfahren. Aber vielleicht hilft es dennoch.

Das Problem ist die Ausbildung

Es gibt tausende junge Menschen, die gerne Medizin studieren wollen. Ein grotesker "Nummerus Clausus", mit dem die Ärzte eine Art Elitestatus aufrecht erhalten wollen, verhindert ihr Studium. Dabei werden nicht die "fachlich Besten", sondern nur die "Schulnoten Besten" auserwählt.
Die Praxis zeigt uns leider viel zu oft:
Wer gut in der Schule lernen kann, kann noch lange nicht gut mit Menschen umgehen und bei der Medizin dreht es sich hauptsächlich um Menschen.
Und so kommt es dann zu so seltsamen Konstellationen, das die jungen Leute nach Ungarn gehen müssen, um Arzt werden zu können. Nach Qualität ihrer Ausbildung fragt dann kein Mensch mehr, wenn sie fertig sind. Anstatt mehr jungen Studenten das Studium in Deutschland zu ermöglichen, werden die Krankenhäuser mit "Ungarn-Ärzten" aufgefüllt.
Ich will nicht sagen, das die schlechter oder besser sind. Aber dann könnten wir die auch hier ausbilden. Und gleich noch viel mehr.

Verwaltung des Mangels

Mehr ist das nicht. Vor allem entsteht hier ein Druck, noch mehr Patienten "abzufertigen". Vielleicht ist das nur ein fadenscheiniger Versuch, letztlich dann doch die ideologisch begründete Einheitsversicherung einzuführen. Nach dem Motto "GKV für alle". Nur, auch damit gibt es nicht einen Euro mehr für die Ärzte, die diese motivieren könnte, noch mehr zu arbeiten.

Der Wunschtraum "Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze" ist verfassungsrechtlich unmöglich, da es sich trotz allem um einen "Versicherungsbeitrag" handelt, der nicht beliebig über dem Aufwandsbedarf liegen darf. Bei einem Bedarf von vielleicht 700 € im Monat, darf der Beitrag nicht 2.000 € betragen. Denn sonst wäre es eine Steuer und dafür gelten andere Grundsätze. Also: Aufhören zu träumen. Besser wäre da die private KV für alle, wo dann wirklich über eine Steuer die Reichen die staatliche Subventionierung des Beitrags der Armen bezahlen. Dann sind alle privatversichert, es gibt genug Ärzte und alle kommen schnell dran.

Mangel

Voriges Jahr ging ich mit Rückenprobleme in eine, auf Orthopädie spezialisierte, Klinik zum Notdienst. Resultat war, Schmerztabletten, die Empfehlung schnellstens ein Orthopäde auf zu suchen, und die Empfehlung ein Scan vom Rücken machen zu lassen. Drei Monate später hatte ich mein Scan, aber nur weil mein Orthopäde für mich angerufen hat. Alle andere Termine würden 6-8 Monate dauern.
In Belgien, Hasselt, kommt man nach eine Woche dran. Da kann der Termin auch morgens um 1 sein. Diese Klinik macht Aufnahmen rund um die Uhr. Warum ist das in eine Stadt wie Köln nicht möglich?
Für Ärzte auf dem Land ist eine einfache Möglichkeit. Jeder Arzt MUSS X Jahre auf dem Land, und X Jahre im Krankenhaus arbeiten. Und jeder Arzt und sein Personal werden vom Staat bezahlt, und verdienen das Gleiche. Aber das ist wahrscheinlich zu Kommunistisch.

Es gibt keinen Ärztemangel

Es gibt in Deutschland keinen Ärztemangel, es wird bloss skandalös viel ärztliche Arbeitszeit durch Bürokratie vernichtet und dazu trägt die Gesundheitspolitik ungebremst weiter bei, zuletzt durch das sinnlose Patientenrechtegesetz, das nur Wortgeklingel und Dokumentationsaufwand bedeutet, aber in keiner Weise zur Verbesserung der Patientenversorgung beiträgt. Ambulant wie stationär arbeitende Ärzte sitzen zu viel am Schreibtisch, um einen Wasserkopf an Krankenkassen, MDK, anderen Versicherungen, Behörden, Gerichten, etc. mit beschriebenem Papier zu versorgen und zu alimentieren. Dass wir übrigens dafür noch Kollegen aus osteuropäischen Ländern, die dort zur echten medizinischen Versorgung gebraucht werden, abwerben, halte ich für ungeheuerlichen Zynismus.
Mehr ambulante Behandlungen Im Krankenhaus? Tolle Idee, wir Krankenhausärzte wissen doch gar nicht, wie wir die stationäre Versorgung noch schaffen sollen!

Die Leute gehen zu oft zum

Die Leute gehen zu oft zum Arzt, kein Land der Welt macht so viele Hausarztbesuche.

Das liegt aber auch am System. Einmal das System, der Arbeit : psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch und wo es solche Erkrankungen gibt, gibt es Stress, und wo es Stress gibt, leidet auch der physische Körper. Und zum anderen ist es irgendwie typisch deutsch, dass man erst Mal Bürokratie walten lässt. Die Leute gehen zum Hausarzt um sich überweisen zu lassen, anstatt gleich zum gesuchten Facharzt zu gehen.

Und das alles wird immer aufgeplusterter und teurer. Fünf Apotheken in Sichtweite und sie können sich nur halten dank der Beratungspauschale von 8 Euro, dass sie für jedes verschriebene Medikament bekommen. Jeder normale verkäufer berät in anderen Geschäften ohne so einen Bonus! Und die Beratung beim Apotheker ist auch keine. Alles so gewollt, weil Lobbyisten ihren Einfluss ausüben . Diese innere Abhängigkeit der Politik von Lobbyisten muss endlich gestoppt werden.

Das Problem ist Geldmangel

Das Problem ist das Gesundheitssystem. Die Einnahmen von den Kassenpatienten wird seit Jahren schon weniger. Wenn man pro Patient weniger Einnahmen erzielen kann, dann kann man nur noch genug erwirtschaften, wenn man viele Untersuchungen pro Quartal durchführt.

Das kann man in einem Dorf nicht machen. Deswegen ziehen die Ärzte aus finanziellem Not in die Großstädte. Da gibts eben mehr Patienten und einen höheren Umsatz. Auch wenn sie die Zahl der Ärzte verdoppeln wird diese Entwicklung nicht zu verhindern sein.

Was bringt der Zuschuß von 60.000 EU wenn der Arzt aber im Dorf jedes Jahr 50 - 100 EU weniger verdient als in einer Großstadt, weil er dort auch weniger Patienten und Möglichkeiten hat?
Die Dörfer und Kleinstädte sind zum Teil unterversorgt.

Terminservicestellen - auf Kosten der freien Arztwahl?

Das Kernproblem ist, dass der Patient eben nicht den Termin bei dem Facharzt seines Vertrauens oder seiner Wahl erhält, sondern mit der "Beauftragung" der Terminservicestelle seine freie Arztwahl aufgibt.

Für einen freiheitlich denkenden Menschen ist es aber ein hohes Gut, dass ich mir meinen Arzt selbst aussuchen darf, weil dieses Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient die Qualität unseres Gesundheitssystems ausmacht.

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/…

Ist das hier so abwegig? Ist das nicht in anderen Ländern schon so?

Und schon wieder für dumm verkauft

Wer genau nachliest, sieht schon wieder den Widerspruch:

"Krankenhäuser sollen häufiger ambulante Medizin anbieten, also sie sollen die Aufgaben niedergelassener Ärzte bei Bedarf stärker mit erledigen."

Hä? Soweit ich weiß, stehen Krankenhäuser in Städten. Und in Städten herrscht Überversorgung, sollen sogar Praxen zwangsgeschlossen werden.

Wo bitte profitiert also die ländliche Bevölkerung von mehr ambulanter Versorgung in Krankenhäusern? Helios, Asklepios & Co sind die einzigen, welche von einer solchen Regel profitieren würden!

Ärztemangel?

Es wird zwar ständig gesagt und geschrieben, dass wir einen Ärztemangel haben, aber deswegen muss es noch lange nicht so sein. Ich habe jedenfalls erhebliche Zweifel.

Ich bin jedenfalls der Ansicht, dass viele Ärzte Arzt geworden sind wegen der Einkommenssituation sowie des gesellschaftlichen Ansehens und nicht vorrangig, um Menschen zu helfen.

Für jedes Zipperlein sind Unmengen an (teuren) Untersuchungen notwendig. Bei Augenärzten wird als erstes Werbung für kostenpflichtige Zusatzuntersuchungen gemacht. Warum? Wegen der Patienten oder der Umsätze?

Was fehlt, sind Hausärzte, die auch Hausbesuche machen. Aber das will kaum mehr einer der vielen Ärzte. Radiologische Praxen sind schließlich viel rentabler.

Ich bin zutiefst überzeugt: Die betriebswirtschaftliche Organisation des Gesundheitswesens ist das Problem. Denn so gilt noch immer,, dass ein gesunder Patient ein schlechter Patient ist. Ärzte produzieren sich ihren Behandlungsstau selber. Es sind doch die zukünftigen Einnahmen.

Terminierung

wer bereit ist, einige Telefonate mehr zu führen und sich schlau zu machen, wo ein weiterer Spezialist sitzt, der kommt auch zu seinem Termin: mein erster Anruf galt Stuttgart Mitte = Termin Ende April.
nach weiteren zwei Telefonaten habe ich dann 12 km entfernt einen Termin Mitte Januar erhalten.
Dafür fahre ich doch gerne das Stück, denn schliesslich will ich einen Termin aufgrund Beschwerden (und nicht, weil mir langweilig ist).

Mehr Solidarität

Vielleicht genügt ja schon eine kleine Umverteilung innerhalb der Ärtzeschaft.

Hausärzte, also auch Landärzte verdienen immer noch am schlechtesten, während Radiologen mehr als doppelt so viel bekommen.
Warum ist das so?
Letztlich machen sie eine kompetente Bildinterpretation, aber bei sehr geregelten Arbeitszeiten und ganz ohne Hausbesuche. Blut sehen sie eigentlich gar nicht und es ist auch noch kaum ein Patient in den Armen eines Radiologen gestorben.

Vielleicht können die Landärzte ein wenig mehr Solidarität von ihren Facharztkollegen (auch aus anderen Sparten) erwarten, dann müsste man nicht mit Steuergeld eigentlich sehr gut verdienende Mediziner unterstützen.

Die Gesundheitsindustrie ist die größte Branche in Deutschland, es ist genug Geld vorhanden, nur leider konzentriert es sich an wenigen Stellen.

Und leider hat sich der Gedanke festgesetzt, daß "harte Reformen" immer nur die ohnehin sozial Schwachen treffen müssen.

@ Orfee

Finanzielle Not bei Ärzten ist schon grotesk.

Das durchschnittliche Einkommen eines niedergelassenen Arztes liegt ein 135.000 Euro jährlich.
Nur von den Kassen. Dazu kommen dann noch Privatpatienten mit durchschnittlich 30.000.- und Studien, die von Pharmafirmen bezahlt werden (3000 - 10000 Euro jährlich)

Selbst ein Arzt, der nur 1/3 des Durchschnittseinkommens verdient steht mit 60.000 Euro nicht gerade in der finanziellen Not.

Numerus Clausus

Wir haben den Luxus eines Numerus Clausus, jammern aber über Ärztemangel. Die wenigen Ärzte die aus dem Ausland kommen, die meisten gehen ja in die USA oder nach Skandinavien haben in ihren Ländern keinen Numerus Clausus.
Also, diese Diskussion ist, solange es einen N.C. gibt unsinnig!

Danke

Danke, hatte es woanders auch erwähnt. Bin Krankenpfleger von Beruf, ich habe nicht Medizin studiert, obwohl Krankenpflege mit sehr gut bestanden, da ich ein 3er Abi hatte. Solange es einen NC gibt, ist das Gejammer und jegliche Diskussion ja reines Sommerloch und nicht ehrlich!

@um 11:42 von Autograf

Unlogisch!
Die Unterschiede in der Vergütung bei PKV und GKV liegt darin begründet das die GKV's mit ca 85% der Bevölkerung eine größere Marktmacht gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung hat, und dementsprechend die Vergütung drückt, im vermeintlichem Sinne der Versicherten. Wenn es keine GKV mehr gibt haben die PKV diese Macht und werden sie auch nutzen, jetzt aber im Sinne der Aktionäre.
Ich denke es ist eigentlich genug Geld im System, nur ist die Verteilung falsch. Warum bekommen Schwestern/Arzthelfer nur einen Hungerlohn und der Herzchirurg geht mit dem xxx-fachen nach Hause? Klar er hat viel mehr Geld/Zeit in seine Ausbildung gesteckt, aber der Mehrverdienst ist unverhältnismässig. Warum kosten ein Teil das in der Medizintechnik erworben wird das zigfache wie das selbe Teil aus einem nichtmedizinischen Bereich? Warum darf eine Pharmafirma ein Medikament zum mehrfachen Preis in Deutschland verkaufen wie im Ausland? Diese Fragen sollten mal geklärt werden.

@um 12:48 von tefo

"Für einen freiheitlich denkenden Menschen ist es aber ein hohes Gut, dass ich mir meinen Arzt selbst aussuchen darf,"
Das wird man auch weiterhin dürfen, nur eben mit vielleicht längeren Wartezeiten.
Es gibt auch Zusatzversicherungen die den Unterschied zwischen PKV und GKV ausgleichen.
Man kann diesen Unterschied auch aus der eigenen Tasche bezahlen - wenn man kann.

@um 13:09 von Norden

"Das durchschnittliche Einkommen eines niedergelassenen Arztes liegt ein 135.000 Euro jährlich."
Ist das schon die ganze Wahrheit?

Ist da schon berücksichtigt das ein Arzt sich die Praxis kauft - und dementsprechend Schulden/Zinsen tilgen muss?

Technik/Wartung/Personal/Reinigung ist das alles schon berücksichtigt oder geht das noch davon ab? Dann würde aber nicht mehr viel übrigbleiben.

Ärztemangel?

Viel Zeit geht für unsinnige Bürokratie drauf. Aber dennoch sind zu wenig Ärzte da, weil zu viele zum Arzt laufen. Weil zu viele und zu teure Untersuchungen gemacht werden - weil sie vom Patienten verlangt werden. Daher stehen überall beim Facharzt teure Geräte rum, die sich wiederum amortisieren müssen, sonst ist der Arzt Pleite.

In England sind die Ärzte meist staatlich angestellt. Die Behandlung ist kostenlos. Und es funktioniert. Wirklich?

Es gibt in England zu wenige Ärzte, weil es jahrelang nicht lohnte, die Ausbildung zu machen. Jetzt muss mehr gezahlt werden. Deutsche Ärzte gehen jetzt nach England, weil man dort mehr verdient und man wird dort pro Stunde bezahlt. Und um 17 Uhr fällt das Stethoskop runter.

Die Wartezeiten sind extrem lang, aber man kennt es nichts anders. Denn es wurde schon immer gespart, wo es nur ging. Man geht nur zum Arzt, wenn es unbedingt sein muss, weil man stundenlang warten muss. Es gibt keine freie Arztwahl. Da geht es uns wirklich Gold

Sind es nicht die Ärzte die uns krank sprechen?

In Deutschland werden eine ganze Reihe von Behandlungen aus Unkenntnis der Patienten durchgeführt. Natürlich ist es für die Ärzte einfacher Geld zu verdienen wenn sie ihren Patienten einreden man müsse die und die Behandlung machen. Würde man nur die Leute behandeln die wirklich krank sind und einen Arzt brauchen, gäbe es keinen sogenannten Ärztemangel.

@Norden

"Das durchschnittliche Einkommen eines niedergelassenen Arztes liegt ein 135.000 Euro jährlich."

Das ist der Umsatz ohne Steuern und Ausgaben. Wenn Sie aber die Steuern und Ausgaben dazu rechnen ist das Nettoeinkommen viel weniger. Eine Arztpraxis muß auch die Möglichkeit haben mehr investieren zu können, um z.B. sich neue Geräte anzuschaffen. In einem kleinen Dorf geht das nicht.

@AlterSimpel

"Hausärzte, also auch Landärzte verdienen immer noch am schlechtesten, während Radiologen mehr als doppelt so viel bekommen."

So einfach ist es nicht.
Die Radiologen haben viel mehr Kosten als ein niedergelassener Hausarzt. Wenn man das so umsetzt, wie Sie es vorschlagen, müssen Sie damit rechnen, daß Sie in Zukunft mit uralten Geräten untersucht werden, die dem aktuellen Stand der Technologie nicht mehr gerecht sind. Das bedeutet schlechtere Diagnosen.
Diese Erscheinung sieht man schon in einigen Praxen. Außerdem wird immer in die Richtung finanziert, die mehr Gewinn und wenig Kosten natürlich macht.

Ärztemangel

Jo - ich habe heute einen Termin zum MRT für den 26. Januar 2015 bekommen ! *freu
Mein Partner soll einen Termin beim Neurologen machen - frühestens in einem 1/4 Jahr !!!

Privatpatienten....

wie der BGM und sonstige Politiker sehen das anders.
Diese glauben immer noch, dass ein Kassenpatient genauso behandelt wird wie ein Privatpaient.
Woher sollten Sie das auch wissen, unsere Bundesentscheider??
Ich bin ja mal gespannt darauf, wie unsere Künstler in Berlin das lösen wollen!!

Ärztemangel

Beispiel hier, zuständig für mehrere Orte in der Umgebung:

1 Ärztin, Mitte 50; 2 Ärzte, 74 Jahre (wirklich wahr!)

1 Kinderarzt (zum Glück)

2 Zahnärzte

Problem bei der Suche nach Nachfolger:

mehr Arbeit durch hohen Anteil Älterer;
schlechtere Bezahlung - im Osten UND auf dem Land

...und dass Leute aus Spaß an der Freude und Langeweile zum Doc rennen, kann ich als chronisch Kranke nun wirklich nicht behaupten.

Wer das von sich gibt, hat wirklich keine Ahnung.

Grotesk

Es ist schon ulkig.
Hier in der Gegend sind Wartezeiten auf ein Langzeit-EKGs von 2 Monaten zu erwarten (super, wär ja nicht so, dass man die Beschwerden vielleicht jetzt hat), da wäre eine zentrale Terminbuchungsstelle sicher nicht falsch. Andererseits möchte man bei komplizierteren Sachen doch eher zum Arzt des Vertrauens.
Auch der Begriff "Bagatellkrankheiten" stört mich:
Warum wird man denn zum Facharzt überwiesen; bestimmt aus Langeweile. Meistens eher weil der Hausarzt sich nciht so ganz sicher ist, ob das nur eine Kleinigkeit, die sich schon wieder gibt, ist, oder doch mehr dahinter steckt.
Zum Glück gibt es auch in D immer noch Hausärzte, die sich für die Patienten einsetzen (da gibts dann den Termin beim Facharzt dann plötzlich doch noch in der gleichen Woche) sowie Fachärzte, die etwas flexibler arbeiten (zB "kommen sie zwischen 8:00 und 8:30 morgens, dann machen das irgendwann am vormittag", zwar nciht optimal, aber besser als 3 Monate warten).

13:57 von Autograf

" Deutsche Ärzte gehen jetzt nach England, weil man dort mehr verdient und man wird dort pro Stunde bezahlt. Und um 17 Uhr fällt das Stethoskop runter."

Ich wohne in Schweden und dort ist die Arbeitszeit fuer Ärzte auch so geregelt wie in England.

Bisher haben wir aber bei unseren wenigen Arztbesuchen keine Wartezeit gehabt.
Ein Beispiel: Am 02.Dez. hat der Optiker mir einen Termin beim Augenarzt gemacht.
Am 15.Dez. um 14:40 war der Termin.
Das Wartezimmer war voll. Der Termin wurde genau eingehalten. Die Augenuntersuchung dauerte mit einer Unterbrechung von 20 min. genau eine Stunde. Zahlen musste ich umgerechnet 31 Euro.
Schweden hat uebrigens Ärztemangel.

Wie es bei anderen Fachärzten aussieht weiss ich nicht. Beim Augenarzt hat es super funktioniert.

Es wurde heute in den Nachrichten behauptet dass Deutschland die kuerzesten Wartezeiten bei Fachärzten in Europa hat.
Das kann man so also nicht bestätigen.

Ärzte

Regelstudienzeit 6 Jahre, dann Assistenzzeit.

Kosten? ehrlich, ich weiß es nicht, aber so billig kann es nicht sein.

Kann man dann nicht von den jungen Ärzten verlangen, zumindest für eine Zeit dahin zu gehen, wo sie akut gebraucht werden?

Bei einer Frage an eine gewisse Ulla bekam ich damals zur Antwort: nein - denn es gibt eine freie Wohnortwahl.

Allerdings muss JEDER AN dahin gehen, wo die Arbeit ist - gilt aber anscheinend nicht für Mediziner.

Zum Thema NC

Es genügt eben nicht ein bisschen Empathie zu haben um ein guter Arzt zu sein. Der Mensch steht zwar im Mittelpunkt, aber wenn ich keine Ahnung von der Komplexität der Erkrankungen habe, kann ich recht wenig tun. Die Medizin kann immer mehr bewirken, aber dafür muss ich mich auch entsprechend auskennen. Die Zeiten von ein bisschen Reden und alles wird gut, sind längst vorbei.
Ein NC ist daher absolut unabdingbar. Wer es in 13 Jahren Schule nicht geschafft hat Motivation zu zeigen und seinen Grips anzustrengen soll dann auf einmal die Komplexität des menschlichen Körpers verstehen und den Biss haben alles zu lernen und zu behalten? Im Traum nicht.

Ein selbstständiger Arzt arbeitet gut und gerne 60h die Woche. Ich habe kein Problem als Angestellter zu arbeiten, aber dann schaffe ich auch nur die Stunden, die bezahlt werden und das sind im Normalfall um die 40. Es ist also ein Irrglaube, dass alles mit angestellten Ärzten billiger wird. Aber hauptsache die Politik schwätzt was raus...

@Mitte um 12:07 ...

... hat eigentlich den wesentlichen Punkt genannt.
Meine Frau arbeitet als Assistenzärztin im Krankenhaus einer Kleinstadt.
Ich glaube niemand außer den Betroffenen selbst kann sich das abstruse Ausmaß der überbordenden Bürokratie vorstellen.
Die Dokumentation nimmt definitiv mehr Zeit in Anspruch als die tatsächliche ursprüngliche Arbeit am Krankenbett.
Der Patient erlebt nun leider nur die paar Minuten bei der Visite - die Stunde akribisch-redundanter Dokumentation jedes Details in seiner Akte bekommt er naturgemäß nicht mit.
Menschlich ist das Ganze ein Unding.
Eigentlich.
Aber dann erleben Sie mal einen unzufriedenen ehemaligen Patienten, der - aufgestachelt von reißerisch aufgemachten Einzelmeldungen irgendwelcher TV-Schmonzetten - das ganze Krankenhaus verklagt.
Und WEHE, dann fehlt eine Pille mit Uhrzeit in den schriftlichen Aufzeichnungen: Dann werden die verbrecherischen Ärzte vor den Kadi geschleppt, aber sofort!
Tja. Chacun à son gout ...

Ohne Terminkalender geht es auch . . .

Einfach den Terminkalender vom Schreibtisch verbannen, dann wäre sogar eine Stelle frei für die fürsorgliche Hinwendung zu den Patienten. Die zunehmende Verwaltung der Termine mit ihren Schiebungen nimmt wertvolle Zeit weg, was nicht nötig wäre. Denn wenn ich auch einen Termin habe, muss ich doch bis zu 1,5 Stunden warten, das ist doch ein Widerspruch in sich.
Termine müssen nicht unbedingt verwaltet werden, wer zuerst die Praxistür durchquert, dem wird auch als erster die Tür zum Sprechzimmer geöffnet.

Also ein unnötiger Verwaltungs-Aufwand, der nicht sein muss.

Ärzte haben wir genug, wenn ihnen jedoch ein gemachtes KK-Kissen geboten wird, werden auch Ärzte schwach.
Vielleicht auch ein Grund in die Termineflucht.

@joffix

ok, wenn man im Alter von 16 Jahren schon weiss das man Arzt werden will? Wie gesagt, habe ein Staatsexamen in der Krankenpflege Note 1, verstehe die Abläufe, sagen wir mal ganz gut. Nur zum Arzt werden, dafür war mein NC eher schlecht, da ich im Alter von 16 Jahren andere Dinge im Kopf hatte. So wird es wohl vielen gehen. Mir ist ein Arzt mit menschlicher Fürsorge und schlechten Kenntnissen der Mathematik ganz Recht....

Vergleiche

Ich wusste gar nicht, dass es inzwischen so schlimm ist in Deutschland mit den Wartezeiten fuer Facharzttermine. Bin als Kind von "Kassenpatienten" aufgewachsen und laestig waren nur die oft ueberhaeuften Wartezimmer mit 2 Stunden Wartezeit. Ab etwa Mitte der 80er Jahre schien das Problem jedoch bei den meisten Aerzten behoben.
Da muss ich ja nun sagen, dass ich im Vergleich zur deutschen Situation hier in USA sehr zufrieden bin. Einen Facharzttermin bekomme ich sofort, manchmal sogar am selben Tag, z.B. gibt es eine Gemeinschaftspraxis die einen Termin am selben oder folgenden Tag garantiert. Da mag man dann bei jungen Nachwuchsaerzten landen und jedes Mal bei jemand anderem, aber das macht nichts. Und natuerlich sind die auch unter Zeitdruck, gehen von einem Behandlungszimmer zum anderen im 15 Minutentakt. Roentgen oder Ultraschall macht der Arzt nicht selbst, sondern ein Spezialzentrum, das dann nur einen Bericht faxt/emailt. Das empfinde ich als Nachteil.

Ich weiß nicht, woher die

Ich weiß nicht, woher die max. 9 Wochen Wartezeit in dem Artikel herkommen. Auf Termine bei zwei verschiedenen Fachärzten musste ich dieses Jahr 3 Monate warten, und meinen nächsten Facharzt-Termin habe ich Mitte Februar 2015! Es ist eine Katastrophe und zugleich eine Frechheit, kranke Leute solange warten zu lassen!

Arzt meines Vertrauens

Eigentlich haben ich doch das recht und den Arzt meines Vertrauens selber zu wählen oder zu dem zu gehen den ich schon kenne oder auch regelmäßig aufsuche und auch fahrtechnisch erreiche,jetzt soll mir so eine merkwürdige Hotline oder was auch immer das ist den Facharzt zuweisen ,dann schicken die mich ans andere Ende von Deutschland weil da ja noch Termine frei sind,obwohl ich das nicht glaube die Fachärzte sind überall soweit ausgelastet???Ich kann nur feststellen das wir in vielen Bereichen immer
mehr zu einen Überwachungs und Bevormundungsstaat gemacht werden,der Bürger hat fast garnichts mehr zu sagen.
Das ganze ist einfach nur eine Schnapsidee,
ohne mehr Fachärzte wird auch das nicht gehen.

von solchen Honoraren können deutsche Augenärzte nur träumen

Das Quartalsregelleistungsvolumen in Brandenburg liegt bei 17,74.
Das ist das Honorar, das ein deutscher Augenarzt für einen Patienten für ein ganzes Quartal abrechnen darf !!!
siehe http://www.kvbb.de/fileadmin/kvbb/dam/Praxis/Honorar/2014/2014_09_30_Fa…

Terminknappheit herrscht nicht deshalb, weil die PKV besser bezahlt, sondern weil nach Ausschöpfung des Budgets so gut wie gar nichts mehr bezahlt wird. Deshalb werden dann Termine im nächstem oder übernächstem Quartal vergeben.

Auch der Ärztemangel ist nur eine Nebelkerze. Bei Fachärzten gibt es keinen Mangel sondern nur überall "Überversorgung". Auch in der dünnbesiedelten Prignitz.

siehe http://www.kvbb.de/presse/pressemitteilungen/newsdetail/article/417-mae…

Dumm ist es, nur daß man trotz Überversorgung monatelang auf einen Termin warten muß. Scheinbar stellen dreimonatige Wartezeiten noch eine Überversorgung dar :)

Vorteil ..............

@--autograf :

Priv. KV f. ALLE ?

OK, aber zu d. Abrechungssätzen
d. bisherigen Gesetzlichen ,
u. subventionierung d. d.Beiträge
der Unteren Etagen ..

alternativ: 2 jahre Arztstudium aussetzen ......
einfache , praktiable Lösung ...

"Allerdings muss JEDER AN

"Allerdings muss JEDER AN dahin gehen, wo die Arbeit ist - gilt aber anscheinend nicht für Mediziner."

Klar, aber der Unterschied ist nunmal, dass Sie ja im Grunde fordern, dass der Staat Ärzte wie Schachfiguren hin-und herschieben darf und nicht, wie in anderen Branchen der Fall, Angebot und Nachfrage gedeckt sind (wenn dies der Fall wäre, würde kein Arzt in der Stadt ein Job bekommen).

Ich bin selbst Medizinstudentin...und nein, ich bin kein Staatseigentum! Sind Absolventen anderer teurer Studiengänge schließlich auch nicht.
Solange es nicht attraktiver wird, sich auf dem Land niederzulassen, bleibt die Situation so wie sie ist und wird sich gar verschlimmern.

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