Generalstreik in Belgien: Kein Flug, kein Zug, kein Bus

15. Dezember 2014 - 11:25 Uhr

Belgien ist zum Stillstand verdonnert: Wegen eines Generalstreiks ruht der gesamte Flugverkehr. Auch Züge, Busse und Metros fahren nicht, Behörden und Schulen sind geschlossen. Die Gewerkschaften protestieren gegen Sparpläne der Regierung.

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Kommentare

ja! geht also doch

Wohltuend sachlicher, an Fakten orientierter Bericht ohne weitere Hintergrundinformationen. Warum nur erst die Stimmungsmache um 5:16 Uhr? Ich verstehe das jetzt hier mal als Korrektur.

Alle Räder stehen still

wenn der kleine Mann das will!

Es wird Zeit, daß Großunternehmen und ihre Erfüllungsgehilfen in der Politik das wieder lernen.

Alles Gute, Belgier. Schön, daß ihr noch starke Gewerkschaften habt!

@Politikkritiiker123

"Was ist das bloß für eine EU,die einen,wie D machen die notwendigen Reformen und die Steuerzahler üben seit 10 Jahren Lohnenthaltung und andere Länder machen bis heute nicht die notwendigen Reformen und D darf das wieder Zahlen oder Bürgen."

Zuerst einmal dürften die Kosten auf Belgien zukommen.

Und ob genau diese Reformen notwendig sind, ist durchaus strittig.
Schließlich haben wir sie hinter uns, und der Erfolg ist dürftig.
Mit 0,1% Wachstum sind wir knapp an der Rezession vorbei geschliddert. Die Lohnstagnation haben Sie selbst schon erwähnt, das Rentenalter wurde herausfgesetzt, das Rentenniveau wird kontinuierlich abgesenkt, inzwischen haben wir 7 Mio H4-Empfänger.

Es gibt düstere Szenarien, wie sich das langristig auf Gesellschaft und Konsum auswirken könnte.

Reformen sind nicht per se immer gut, und v.a. sind sie niemals alternativlos.
Der Generalstreik ist nur eine Reaktion darauf, daß diejenigen, die die Alternativen verhindern wollen, momentan die Nase vorn haben.

Es kann auf jeden Fall nicht sein,

dass manche Länder Reformen angehen und andere sich davor drücken. Bei einer Gemeinschaft funktioniert so etwas nicht.
Es ist aber in jedem Euroland das gleiche. Auch bei uns leiden am meisten die Arbeitnehmer und Sozialsysteme unter den Sparmassnahmen. Erst vor kurzen sah ich den Bericht auf 3sat: Geld regiert die Welt. Ich stimme mit den Aussagen von Finanzexperte Dr. Otto überein, dass unsere soziale Marktwirtschaft vor dem Kollaps steht. Alle Bürger der EU werden vornehmlich von Goldman-Sachs und BlackRock-Heuschrecken ausgesagt bis auf die Knochen. Alle EU-Bürger müssen sich gemeinsam gegen diese Geldgeier wehren.

Der Kleine Mann will dies aber gar nicht...

sondern wird von Gewerkschaften MIT GEWALT dazu verpflichtet. Bei diesem Streik geht es–ähnlich wie in Deutschland mit der DGL–nur um die Macht der Sozialistischen Partei und vor allem der sozialistischen Gewerkschaft FGTB. Die Gewerkschaft arbeitet mittlerweile mit Mafiaähnlichen Methoden. Leider wird hierüber nicht im Ausland berichtet, aber in Belgischen Medien wird immer wieder davon gesprochen. Es sind Fälle von Erpressung (Einzelhändler in Brüssel), Entführung (Vorstand Arcelor Mittal), Gefährdung der öffentlichen Sicherheit (Freie Schulen werden bedroht nur ja zu streiken) und Sachschaden (bei Streikposten wird Firmeneigentum beschlagnahmt und mutwillig beschädigt). Das schlimmste ist: Hiergegen wird nichts unternommen! Wer aus Angst die Polizei benachrichtigt, erhält den Rat, den Anweisungen der Gewerkschaft zu folgen. Auch juristisch hat dies keine Konsequenzen, bei keinem der oben genannten Handlungen wurden juristische Schritte eingeleitet. Alle haben Angt vor der FGTB!

@Meinung100

"Die Gewerkschaft arbeitet mittlerweile mit Mafiaähnlichen Methoden. [...] Auch juristisch hat dies keine Konsequenzen, bei keinem der oben genannten Handlungen wurden juristische Schritte eingeleitet. Alle haben Angt vor der FGTB!"

Und wie würde man wohl die Methoden nennen, wenn die Regierung als Besitzer einer Firma, die gerade bestreikt wird, ein Gesetz vorschlägt, das das Streikrecht ebendieser streikenden Gewerkschaft einschränken soll?

Es wird eben auf allen Seiten mit harten Bandagen gekämpft.
Während es aber auf der einen Seite nur um den politischen Erfolg von Einsparungen geht, ohne selbst betroffen zu sein, geht es bei anderen mitunter um die Existenzgrundlage.

@13:14 von Meinung100

... doch, doch, das will er schon.

Aber wie in Deutschland mit der GDL (nicht DGL!) werden Streiks, die wirklich in die "Substanz" gehen, diffamiert. Der Grund dürfte klar sein ...

"Die Gewerkschaft arbeitet mittlerweile mit Mafiaähnlichen Methoden."

Wenn es denn so wäre, hat sie sich das aber ganz gut von den Vorständen abgeguckt.

"...bei keinem der oben genannten Handlungen wurden juristische Schritte eingeleitet."

Dann wird es wohl nicht so schlimm gewesen sein.

"Alle haben Ang(s)t vor der FGTB!"

Nicht alle, aber die Politiker und Vorstände sicherlich.

13:14 von Meinung100

"Der Kleine Mann will dies aber gar nicht...
sondern wird von Gewerkschaften MIT GEWALT dazu verpflichtet"
Das ist anmaßend.
Sie sollten zur B Zeitung gehen die glauben auch das Sprachrohr des "kleinen Mannes zu sein.
"Die Gewerkschaft arbeitet mittlerweile mit Mafiaähnlichen Methoden"
Beweise bitte.
Mit diesen ´Methoden scheinen Sie aber gut zu schreiben.
" Es sind Fälle von Erpressung (Einzelhändler in Brüssel), Entführung (Vorstand Arcelor Mittal), Gefährdung der öffentlichen Sicherheit (Freie Schulen werden bedroht nur ja zu streiken) und Sachschaden (bei Streikposten wird Firmeneigentum beschlagnahmt und mutwillig beschädigt."
Sind diese Fälle Gerichtsanhängig,
Sie sollten sich als Zeuge melden da Sie ja mehr Wissen als ich selber recherchieren kann.
" Wer aus Angst die Polizei benachrichtigt, erhält den Rat, den Anweisungen der Gewerkschaft zu folgen. "
Ich fasse es nicht.
Wie kann man sich nur solche Räuberpistolen ausdenken, aber Sie sind ein propagandistischer Fachmann.

Super die Belgier

Na wenigstens die Belgier haben noch starke Gewerkschaften, die sich für die Arbeitnehmer einsetzen. Auch nach über 10 Jahren ist es unverständlich, dass die deutschen Gewerkschaften die Hartzreformen und andere Einschnitte in den Sozialstaat (z.B. GMG) so stillschweigend hingenommen haben, obwohl diese auf den Lohn zielen.

Sollten wir auch tun.

Wer möchte einem denn erzählen, dass bei der gegebenen Deflation im Euroraum "Lohnzurückhaltung" geboten sei??

Wenn wir in Deutschland zu blöd sind, gesamteuropäisch zu denken, sondern trotz des riesigen Währungsvorteils durch den Euro auch noch in volle Lohnkonkurrenz zu unseren Nachbarn gehen, dann heißt das noch lange nicht, dass den Mist nachmachen müssen.
Vielleicht sollten lieber wir lernen:

"Von den 27 Staaten der Europäischen Union ist der politische Streik nur in England, Österreich und Deutschland illegalisiert. Ein Verbot ist indes nirgendwo festgeschrieben.
[...]
Diese Illegalisierungen, Einengungen, Einschränkungen und Verbote stehen im krassen Widerspruch zu dem Art. 23 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, den Übereinkommen 87 und 98 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), dem Artikel 6 Abs. 4 der Europäischen (Menschenrechts- und) Sozialcharta."

Wiesbadener Appell,
http://politischer-streik.de/

Generalstreik in Belgien,kein Bus...

Das ist endlich mal eine erfreuliche Nachricht,es gibt Gewerkschaften die den Namen verdienen und sich gegen Sozialkahlschlag wehren.Eben keine Mutti-Gewerkschaften.
Zum Glück sind nicht alle wie die Mehrheit der deutschen Arbeiter die alles mittragen.Die ganzen Hartz-Reformen und Privatisierungen mit kleinen Tarifabschlüssen.
Und dann als Ausgleich Rosamunde Pilcher-Soaps gucken.Sich außerdem meist nur für Gewinnspiele interessieren und wieviel der "Fußballstar" und andere "Stars"verdienen.
Sowie ewig von Möglichkeiten reden die sie niemals haben.

Das was manche Reform bei uns

Das was manche Reform bei uns nennen sind Spielregeln zu Gunsten der Wirtschaft so ändern das die Wirtschaft davon profitiert bei uns. Das heißt aber nicht das besser verdient wird beim Arbeitnehmer oder ausgelagert wird oder ganze Fabriken nach Fern- Ost oder auch nur auf dem Papier steuermindernd verscherbelt verschoben usw. werden.
Hat sich schon mal jemand gefragt warum es uns in der EU z.B. trotz höherer Sozialer Marktwirtschaft u. weniger Staatsverschuldung u. weniger Produktion damals bzw. BIP besser ging allein von den Zahlen her? Leute schaut doch mal auf die Entwicklung des BIP im Vergleich zu anderen u. zeitlich u. auf die gleichzeitige Höhe der ansteigenden Staatsschulden überall. Was kann man denn da noch dämlichere Zusammenhänge daraus ablesen um die Massen weiter zu verblöden.
Viel Glück liebe Nachbarn in B; NL ihr habt so einige Dinge besser geregelt als wir es seit vielen jahren nicht hin bekommen.Und wer macht Wirtschaft mit dem Sozialetat u. seinen Gewinn u. zahlt?

@ Zeitungs-Ente

Nicht so schlimm?! Was ist daran nicht so schlimm wenn mehrere Vorstandsmitglieder mehrere Tage von einigen Gewerkschaftsmitgliedern mit Gewalt festgehalten werden - Ist bei Arcelor Mittal in Lüttich so wirklich passiert. Was ist daran nicht so schlimm wenn im Woluwe Shopping Center in Brüssel Gewerkschafter offen in alle Geschäfte gehen und die Eigentümer bedrohen, sie bekämen alles zerstören wenn sie öffnen würden und die Polizei aus Angst auch nichts unternimmt. Was ist daran nicht schlimm, wenn man damit öffentlich droht, auch Kinder gewaltsam am betreten der Schulen zu hindern (Schulen, die sowieso keinen Unterricht abhalten wollten aber zumindest eine angemessene Versorgung der Kinder an diesem Streiktag garantieren wollten). Was ist nicht so schlimm wenn ein Kollege bei uns wegen eines Streikposten seine tägliche und lebensnotwendige Infusion zur Bekämpfung seine Mutliple Sklerose nicht erhlaten kann?

@ DerHeuchler

Ja, streiken müssten wir alle, bis die Schwarte kracht und zwar gegen die Finanzdiktatur. Die Grossbanken werden vom Staat kontrolliert, aber die Schattenbanken und Vermögensfonds lässt man aussen vor. Wie darf es sein, dass der 4 Billionen schwere Finanzfond BlackRock überall auf der Welt seine Fangarme ausstreckt und immer mächtiger wird. Er kauft sich bei Grossimmobilien und Konzernen ein, wie z.B. bei der Firma WMF geschehen. Als erstes wird gleich rationalisiert und Leute entlassen, damit auch genügend Rendite für Manager und Aktionäre rausspringt. Und das ist bei etlichen Firmen so. Gesunde Firmen entlassen Leute nur zwecks Gewinnmaximierung oder es wird Lohndumping betrieben.
Leute wehrt euch, bevor diese Geldgeier auch über euch kreisen.

Irgendwie kann der Artikel hier...

...nicht ganz stimmen... Mein Arbeitskollege kam heute morgen aus Belgien, nachdem er seine Kinder zur Schule gefahren hatte, pünktlich hier an und hatte nach eigenen Aussagen keinerlei Stau, geschweige denn irgendetwas von Generalstreik mitbekommen... Daher denke ich, dass hier mächtig übertrieben wurde...

Starker Arm --- alternativlos !

@--Meinung 100 :

Man sieht wieder beispielhaft ,
zu was d. Malocher fähig sind .
Wenn sie denn wollen .
Nur gemeinsam sind WIR stark ,

Organisiert Euch , dann klappts auch m.d.Lohn !

alles andere ist Pille-Palle !

Organisation ist ALLES ! - alternativlos-

@-- der heuchler :

Kann ICH ganz dick unterstreichen ,

Anmerkung :

die Malocher sind noch viel zu zahm ...,
es müßte ganz anders rappeln im Karton ....
dann wird auch ein Schuh daraus ..

die Letzte , Ultimative Keule d.
Malochers ..

Keine Romantiker !

@--Meinung 100 :

Ich sage DIR :

Weicheier brauchts das Land definitiv NICHT ,
die haben WIR, leider, schon genug !

Jetzt sind Harte Kerle gefragt, die auch mal
Fünfe gerade sein lassen !
Romantiker war Gestern !

@Meinung100

Das in 2012 und 2013 vorübergehend die Direktoren von Arcelor Mittal in Liège und
Charleroi gegeiselt wurden, ist zwar nach dem
Gesetz eine strafbare Aktion aber für die betroffenen Mettalos die einzig richtige Antwort auf dem ebenso strafbaren Misbrauch vom Steuerzahler bezahlten
Emmisionsrechten, die der Herr Mittal für
gutes Geld verkauft hat.
Genauso denke ich hier an FORD Genk dessen Werk am Donnerstag dem 18. Dezember 2014 für immer die Tore schliesst,
und dann mehr als 5.000 Werkwillige auf Suche nach einen neuen Job müssen. Noch in 2012 schloss der damalige Europa CEO Steven Odell mit den Gewerkschaften einen Vertrag für den Erhalt des Werkes Genk bis
2020 ab. Der Preis: Senkung der Personalkosten um 10% - die Arbeiter hielten sich daran. Ford dagegen nicht, dass
Werk schliesst...
...nun lässt man die damals versprochenen Modelle in Spanien bauen.
Die Gewerkschaften fordern zu Recht die Besteurung von Vermögen, was aber von
NVA Chef Bart de Wever noch abgelehnt wird...

Gratuliere

Belgien zu einer der wenigen verbliebenen Restdemokratien. Hier gibt es noch Arbeitnehmer die ernst genommen werden und nicht von den Medien kaputtgehetzt werden nach dem Motto: Eine Minderheit die eine Mehrheit in der persönlichen Reiseentfaltung einschränkt.

Politisch

Dieser Streik hat nichts mit Sparmaßnahmen zu tun. Wenn Gewerkschaftsführer verkünden"Wir streiken bis die Regierung fällt" ist das einfach Politischer Kampf.
Jetzt wo endlich mal keine französischsprachige Sozialisten in der Regierung sind, legen die Gewerkschaften das Land platt. Viele Forderungen gibt es seit Jahren. Die vorige Regierungen haben sich auch nicht darum gekümmert.
Es ist wirklich so das die meisten Menschen nicht mit diese Aktionen einverstanden sind. Wenn aber die Arbeitswilligen gehindert werden ihre Betriebe zu erreichen, und dabei sogar Gewalt benutzt wird, liegt wirklich das Ganze Land Platt.

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