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Fragwürdige Vorgehensweise

Viel Geld bezahlen, um ein jesidisches Mädchen freizukaufen, und mit dem Geld bezahlt der IS dann den Aufwand, zehn weitere Mädchen einzufangen.

Ob unter diesen Umständen das Argument noch zieht, dass es nur darum ginge, einem Menschen in Not zu helfen? Hilft dieses Geld wirklich, die Not insgesamt zu lindern? Ich denke, dass eher das Gegenteil der Fall ist.

Man muss den IS kompromisslos in die Knie zwingen. Die Kollateralschäden dabei sind traurig, aber aus Rücksicht auf sie den IS zu stützen schafft am Ende nur noch viel größere Kollateralschäden.

Vierstelliger Betrag für ein Menschenleben

Wenn man das mal hochrechnet:

wurden in den vergangenen Wochen vierstellige Beträge unter Jesiden in Deutschland gesammelt... und Zwischenhändler sollen die Geiseln dann freikaufen.

Ein vierstelliger Betrag kann alles zwischen 1.000€ und 9.999€ sein. Rechnet man jetzt mal der Einfachheit halber 10.000€ für den Freikauf einer Person (was im Geiselgeschäft wohl als "Schnäppchen" zu werten ist), und geht man von 5000 Geiseln aus, dann wären das 5000 x 10000 = 50 Mio €. Das ist eine Menge Geld aber es sind auch 5000 Menschenleben.

Man sollte keinen Moment zögern, und alle Geiseln freikaufen. Menschenleben sind wichtiger als Geld.

Wir behandeln nur die Symptome

jedoch nicht die Krankheit.

Wenn man das alles liest, was die IS so an Grausamkeiten an den Tag legt und hier ganze Nationen und Völker Terrorisiert, dann frage ich mich langsam, ob dies gewollt ist...

Meiner Meinung nach sollte die Westliche Welt aufhören, die Symptome zu behandeln,sondern vielmehr das Geschwür IS vernichten und sämtliche Handlager und Nutznießer.

@G0TT sei dank!

wenigstens *sie* haben es begriffen.

natuerlich muss man alles tun, um diese leute freizukaufen. den tod oder die koerperliche versehrtheit der yesiden als kollateralschaden in kauf zu nehmen, laeuft bei mir unter zynismus.

diese geldgeschaefte sind uebrigens in den vielgepriesenen USA verboten, wie man sich denken kann. die behoerden hindern die verwandtschaft der enthaupteten geiseln ueblicherweise daran, loesegeld aufzutreiben. wie eine gesellschaft sich anmassen kann, die beteiligten in derartiger ohnmacht zu belassen, ist mir schleierhaft. klar ist, dass diese verwandten rein naturrechtlich keine schuld auf sich laden koennen, wenn sie dies versuchen.

aber ich will nicht schon wieder in meine uebliche kritik des angelsaechsisch gepraegten rechts verfallen. die versteht sich schliesslich von selbst.

u.a. @ Friedrich Spee um 17:44

"die behoerden hindern die verwandtschaft der enthaupteten geiseln ueblicherweise daran, loesegeld aufzutreiben. "

Nur mal als Info. Weder die USA noch Deutschland HINDERN jemanden daran, auf PRIVATEM Wege Lösegeld zu zahlen. Das wäre aufgrund der vielen Möglichkeiten, die man über Mittelsleute hat, auch schlichtweg nicht möglich.

Die Nationen als solche verhandeln nicht mit diesen Terroristen und das halte ich für richtig. Es bleibt also nur der inoffizielle und damit private Weg.

Wäre ich in der Situation einen Angehörigen in der Gewalt dieser Typen zu wissen, würde ich ebenfalls versuchen, das nötige Geld anderweitig aufzutreiben.

Den IS stoppen können WIR sicher nicht. Schon gar nicht mit Bodentruppen, da diese ansonsten auf Ewig in den Regionen bleiben müssten um einigermaßen für Ruhe zu sorgen. Ansonsten wiederholen wir Irak, Afghanistan usw. Das geht wohl nur über die Länder, in denen der IS agiert. Unterstützung, das kann nur unser Beitrag sein!

Ich kann die Familien verstehen

trotzdem ist es falsch. Logik kann verdammt schmerzen...

@Friedrich Spee um 17:44

diese geldgeschaefte sind uebrigens in den vielgepriesenen USA verboten, wie man sich denken kann...aber ich will nicht schon wieder in meine uebliche kritik des angelsaechsisch gepraegten rechts verfallen. die versteht sich schliesslich von selbst.

Es versteht sich gar nichts von selbst. Am wenigsten verstehe ich, wie man das Leid der Jesiden und den abscheulichen Terror des IS dafür nutzen kann, seine antiamerikanischen Ressentiments zu transportieren.
Dass Staaten gehalten sind, anders zu handeln als Privatleute, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ein Staat, der mit Terroristen verhandelt, macht sich erpressbar. Den Jesiden im Ausland macht deshalb niemand Vorhaltungen, wenn sie alles Erdenkliche versuchen, um ihre Angehörigen freizubekommen. Unsere Aufgabe in Deutschland sollte sein, sicherzustellen, dass die jesidischen Flüchtlinge nicht demnächst auf offener Straße ihren zurückgekehrten Peinigern oder deren salafistischen Fanclub in die Hände fallen.

@Hightop

Text ist passend.
Den IS-Tumor wäre besser in seiner Entstehungsphase
vernichtet worden,bevor er sich vergrössern-und Metastasen bilden konnte.
.

Auch wenn ich Menschlich

Auch wenn ich Menschlich verstehen kann das man die Menschen frei kaufen will, halte ich das für hochgradig gefährlich wenn nicht sogar Terrorunterstützung.
Das Geld wird in Waffen investiert um Menschen zu unterwerfen und den IS aus zu weiten...
Hier fördert man Verbrecher.

@Hightop - Hier handelt nicht die 'westliche Welt'

Meiner Meinung nach sollte die Westliche Welt aufhören, die Symptome zu behandeln,sondern vielmehr das Geschwür IS vernichten und sämtliche Handlager und Nutznießer.

Dies ist als gesellschaftspolitische Maßnahme sicherlich richtig, man muss eigentlich sogar fragen ob nicht schon der Verzicht auf alle uns möglichen Maßnahmen eine Schuld auf uns läd, dadurch dass wir angesichts dieses Dramas hauptsächlich zusehen.

Wenn aber einzelne Menschen anfangen Geld zu sammeln um ihre Angehörigen zu befreien hat das nichts mit einer gesellschaftspolitischen Maßnahme zu tun, jeder würde alles in seiner Macht stehende tun um einen geliebten Menschen das Leben zu retten.
Es ist geradezu absurd von ihnen zu erwarten dies nicht zu tun weil es für die Gesellschaft als solche Nachteile haben könnte.
Und solange die westliche Welt nicht alles tut um solche Entführungen zu verhindern hat sie ohnehin nicht das Recht den Zeigefinger zu erheben oder die Betreffenden gar dabei einzuschränken.

Gerne Lösegeld

Obwohl ich bei Terrororganisationen wie Boko Haram, Al Shaabab oder wie auch immer die Trottel alle heißen gegen Lösegeldzahlungen bin, kann ich diese hier machvollziehen. Der IS ist durch die Eroberung von Mossul und durch die Ölfelder so reich, dass ihn einpaar tausend Dollar nicht interessieren. Man muss dem IS die Versorgungswege abschneiden und ihn strategisch angreifen, sonst wird der Kampf endlos werden.

Oder nicht?

So wie ich das verstanden habe landet das Geld gar nicht direkt bei der IS, denn diese hat die Frauen ja schon an jemanden in Saudi Arabien usw. verkauft.
Daher braucht hier keiner moralische Bedenken beim Freikaufen zu haben.
In Saudi Arabien sitzen doch nur Freunde von uns – da könnten die Politiker doch ein Wörtchen mit unseren Freunden reden.
Oder nicht?

Ich bin auch der Meinung das

Ich bin auch der Meinung das ein Menschenleben mehr wert ist als Geld (und ich glaube das gewinne die der is durch das Frei kaufen von geißeln eher eine nebeneinander in Vergleich zu ihren anderen ist) aber was ich nicht verstehe ist warum die zum auffangen der ex-geiseln ein so prächtiges Haus (fast schin ein richtiges Herrenhaus) gebaut hat man hätte tausende von Euros sparen können wenn man das Haus schlichter kleiner und pragmatischer gebaut hätte! Und was ich auch nicht verstehe warum soll Deutschland die letzte Hoffnung auf ein ruhiges leben für die Frauen dort sein?

@ Tada

Es ist im Artikel keine Rede davon, dass der IS die Frauen nach Saudi-Arabien verkauft. Ich finde es nicht richtig, das Leid der entführten Frauen zu benutzen, um noch gleich eine Kritik in Richtung Saudi-Arabien abzulassen - und das ohne jeden Beleg.

@ Nic. 20:49

An Ihrem gesamten Beitrag verstehe ich nur eins: Es ist richtig, dass kein Menschenleben mit Geld aufzuwiegen ist. Andererseits vergrössert sich durch jede freigekaufte Geisel das Leid anderer, die ebensowenig dafür können. Verstehen Sie das?

Die Kosten für irgendwelche Häuser von Ex-Geiseln sollten allerdings mehr als irrelevant sein, btw...

Bärendienst

Das Lösegeld ist eine der wichtigsten Geldquellen des Terrorismus. Etwas überspitzt kann man sagen, dass jede Geisel, die heute durch Lösegeld freigekauft wird, morgen zu weiteren Geiselnahmen führen wird. Wäre eine konsequente Verweigerung von Lösegeldzahlungen nicht klüger?

Missbrauch an Menschen aus einem Missbrauch des Glaubens

Das Leid der jesidischen Frauen ist unerträglich, dieses ist auch für mich eine Ausnahme, wenn Geiseln dann freigekauft werden. Optimal wäre es, wenn wir diesen Frauen und Mädchen mit ihren Familien in Deutschland ein neues Zuhause bieten würden.

Diese Menschen sind auch Zeitzeugen, sind Zeugen unsagbarer Verbrechen und eines Tages werden einige von ihnen wie ich hoffe dann vor internationalen Gerichten ihren Folterknechten noch einmal gegenüber stehen um diese ihrer gerechten Strafe zuzuführen.

Ich bin kein gläubiger Mensch im religiösen Sinn, aber ich glaube an Gerechtigkeit, die den Opfern widerfahren muss.

Ich appelliere an unsere Bundesregierung, hier schnell und unbürokratisch mit allen Mitteln zu helfen.

Ich habe mich schon lange von meiner Religion abgewendet, Nächstenliebe lebt nicht in fremden Gebetshäusern sondern in uns, aus unserem gelebten Gemeinschaftsgeist und der Solidarität mit jenen, die unserer Hilfe bedürfen.

Auch wenn ich verstehen kann,

Auch wenn ich verstehen kann, dass das Leben eines unschuldigen Menschen nicht mit Geld aufzuwiegen ist. So wäre das Geld meiner Meinung nach besser in Kopfgelder auf die Entführer investiert.

Null Toleranz

Die USA zahlen prinzipiell kein Lösegeld an Terroristen.

@Der Auserwählte

"@ Tada Es ist im Artikel keine Rede davon, dass der IS die Frauen nach Saudi-Arabien verkauft. Ich finde es nicht richtig, das Leid der entführten Frauen zu benutzen, um noch gleich eine Kritik in Richtung Saudi-Arabien abzulassen - und das ohne jeden Beleg." Am 26. November 2014 um 21:47 von Der Auserwählte

Die Frau im Beitrag spricht definitiv von Verkauf nach Saudi Arabien und Bahrain. Da ist ein kleiner Pfeil links unten im Bild zum anklicken.
(Den haben Sie anscheinend nicht angesehen. Sollten Sie aber.)

Differenzieren bitte!

Es wäre klüger, den IS nicht mit Lösegeldern zu versorgen, aber es ist gut, wenn Familien entführte Mitglieder, die mit dem Tod bedroht werden, freikaufen.

Interessendifferenz - was für den einen richtig, ist für den anderen falsch. Wozu das diskutieren?

Den IS wird man nicht besiegen oder "ausrotten", wie manche formulieren. Ich schätze, dass sich diese Organisation, die sich primär durch Terror im bestehenden Machtvakuum ausbreitet, irgendwann etablieren wird.

@ DerPhi

"Auch wenn ich verstehen kann, dass das Leben eines unschuldigen Menschen nicht mit Geld aufzuwiegen ist. So wäre das Geld meiner Meinung nach besser in Kopfgelder auf die Entführer investiert."

Bitte nicht. Ich möchte zu allem Überdruss nicht auch noch Kopfgeldjäger...

@DeathAndPain

"Fragwürdige Vorgehensweise"

Wenn meine Tochter in den Händen dieser Schergen wäre, würde ich mich darum nicht scheren. Ich würde sie, wenn das die Lösung wäre natürlich auch freikaufen.

@Der Auserwählte

"Die USA zahlen prinzipiell kein Lösegeld an Terroristen."

Es geht hier nicht um Lösegeldzahlungen von STAATEN, sondern von PRIVATPERSONEN. Und es ist falsch zu behaupten, dass kein US-Amerikaner seine Angehörigen freikaufen würde, wenn es nötig sein sollte.

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