Kommentare - Kooperationsverbot gelockert: Bund darf Hochschulen unterstützen

13. November 2014 - 20:22 Uhr

Viele Hochschulen in Deutschland haben Finanzsorgen. Bisher durfte der Bund sich nur sehr begrenzt an den Hochschulen einschalten. Der Grund: Das Kooperationsverbot im Grundgesetz. Das wurde nun vom Bundestag gelockert.

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Kommentare

gut so, aber

ich hoffe nicht, dass jetzt nur noch überregionale Eliteeinrichtungen Unterstützung finden. Zudem müsste neben einer Förderung, die gleichermaßen für alle guten (und nicht nur exzellenten!!) Bildungseinrichtungen gelten muss, auch diese unendlich furchtbare Schein-Konkurrenz zwischen den Ländern bzw den einzelnen Hochschulen normalisiert werden. Es hacken alle aufeinander herum, jeder versucht sich über Gehälter und Länder-individuelle Förderungen besser darzustellen, was aber nicht immer zugunsten der BildungsINHALTE und INTENSITÄT geht. Da dürfte neben dem Kooperationsverbot noch weiterer Verbesserungsbedarf sein!

19 Jahrundert

Es wirkt grotesk das Deutschland im Jahr 2014 insgesamt 16 verschiedene Bildungssysteme hat. Das eine bessere oder schlechtere als das andere.

Das Kooperationverbot gehört komplett abgeschafft und ein einheitliches System das wie auch immer gestaltet ist muss her.

Unglaublich, dieses Föderalismusgesetz

"Kooperationsverbot"

Wer hat sich diesen Mist erst ausgedacht?

Die alten Parteikader von CDU und SPD. Und jetzt wollen sie ein Lob, fürs Abschaffen?

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Nun kann also der Bund direkt

Nun kann also der Bund direkt und gezielt Universitäten herausgreifen und diese fördern. Und die welche halt nicht bequem sind, wo sich Studenten oder gar die Uni selber nicht ganz Regierungskonform verhalten bekommen eben kein Geld. Über kurz oder lang wird es wohl nur noch angepasste Unis geben. Der Bund kann nun mittelbar die Politik der Unis steuern. Ich bin erschreckt und erstaunt wie leicht es ist einen weiteren Pfeiler der Demokratie zu entfernen. Und alle jubeln noch. Grundgesetz Änderungen mit gerade mal Zweidrittelmehrheit? Ich kenne sonst kein Land wo man da nicht wenigstens dreiviertel brauch um die Verfassung zu ändern.

Projekte...

Hier an der Uni hangeln wir uns von Projekt zu Projekt, weil es kein Geld für Arbeitsstellen gibt. Wir machen halb-legal Lehre, obwohl wir (über ein Projekt...) nur für Forschung bezahlt werden. Ich selbst bin gerade dabei mir die Fortsetzung der Finanzierung meiner Doktoranden stelle ab Januar (in 6 Wochen!) sicherzustellen, weil das aktuelle Projekt doch nicht fortgesetzt wird - tolle Jobsicherheit. Die Professoren machen akademische Selbstverwaltung, weil es kaum noch Verwaltungstellen gibt und kommen gar nicht mehr zum Forschen - höchstens zum Projekt-Anträge schreiben. Gerade heute habe wurde bekannt gegeben, welche Fachgebiete an unserer Uni bis 2020 geschlossen werden müssen, weil (hier in Thüringen) Geld fehlt. - Das macht Mut!

Bei der Artikel-Überschrift habe ich mich noch gefreut. Aber dann lese ich... wieder nur für Projekte! Am besten nur an drei "Elite"-Unis... ^^

Weil jeder seinen Studienort frei kann, sollte der Bund mehr von der Grundfinanzierung der Unis übernehmen.

@Melamin

""Kooperationsverbot"
Wer hat sich diesen Mist erst ausgedacht?"

Die Unabhängigkeit der Bildungseinrichtungen von Bundespolitik war eine Antwort auf den systematischen Missbrauch im 19. sowie 20. Jahrhundert. "Zentralismus" heißt das Schlagwort.

Wir sind sehr gut mit dem System gefahren. Das deutsche Diplom war der höchst anerkannte Abschluss in der Welt. Die Anpassung an das Mittelmaß, nichts anderes als die Senkung des Bildungsniveau, führte zu:
"Die Berufsausbildung beziehungsweise der Hochschulabschluss ist sozusagen »nur« zur Eintrittskarte für eine Berufsausübung geworden."

Willkommen im Mittelmaß.

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