Interview: "Ebola-Impfstoff keine Hilfe für aktuelle Epidemie"

20. Oktober 2014 - 17:17 Uhr

Bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Ebola gibt es Fortschritte. Doch in der aktuellen Epidemie wird das nichts mehr nützen, meint Ebola-Experte Schmidt-Chanasit. Im Gespräch mit tagesschau.de erklärt er, was noch getan werden muss.

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Kommentare

Am Besten

gleich die Führungsriege von Monsanto (wirkt an der Impstoffherstellung mit!?!?!) und die Puppen an den Strippen des Finanz-Industriekartells gut durchimpfen, um zu testen, ob dieser was taugt. :-)
Ebola ist keine Krankheit, sondern ein Krieg gegen die Ärmsten der Erde.

Armut ist Entwicklingshilfe für Krankheiten

Die aktuelle Epidemie wäre nicht ausgebrochen, wenn es schon längst einen Impfstoffe gegeben hätte. Aber bisher war die westliche Welt ja nicht bedroht, und was interessieren uns die anderen? Außerdem ist Ebola wie viele andere Krankheiten ein Armutsproblem, also ein durchaus lösbares.

Die allergröße Gefahren werden verschwiegen

denn Ebola ist die neue Geißel der Menschheit.

Glaube nicht dass die nächsten Jahre ein Impfstoff dafür geben wird. Gegen HIV und Malaria gibt es auch keine Impfung.

@18:19 von Sandimgetriebe

Es wundert mich, dass Ihr Kommentar freigeschaltet wurde. Und ich bin erfreut, dass Meinungen von Menschen "die nicht mit der Herde laufen" akzeptiert, und veröffentlicht werden.
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Vor ein paar Monaten wäre dies m. M. nach nicht möglich gewesen. Vielleicht tut sich ja endlich etwas, indem auch die Leitmedien die ein- oder Andere Sache kritisch hinterfragen.
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Es wäre uns allen zu wünschen.
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Gruss, Dittsche

zurueck zum thema...

@sandimgetriebe: es nutzt niemandem, wenn man ebola auf seine sozialen urgruende und implikationen reduziert.

das fuehrt nur zu falschen vorstellungen. aehnlich hat mal jemand behauptet, AIDS sei keine krankheit, sondern eine strafe.

solche aussagen fallen einfach nur auf den urheber zurueck, waehrend es eigentlich besser waere, der herausforderung wissenschaftlich und technologisch zu begegnen.

Ich habe es noch nicht

Ich habe es noch nicht verstanden

Ist Ebola so ein variabler Virus wie HIV und Grippe, oder eher sowas statisches wie Pocken und Polio?

Und was hat Monsanto damit zu tun, die machen doch Saatgut, gentechnisch veränderte um den eigenen Herbiziden zu widerstehen?

Wieso bekämpft man Ebola mit Contergan, das ist doch ein Schmerzmittel gewesen?

Kann man da nicht einen Antikörper finden, mit dem dann geimpft wird?

Krankheit oder Krieg?

Ebola ist keine Krankheit, sondern ein Krieg gegen die Ärmsten der Erde.

Nein, Ebola ist tatsächlich eine Krankheit. Im allgemeinen bringt eine ideologiegeladene Sicht der Realität keine Klarheit.

@ Dittsche um 19:14

Was verstehen Sie denn unter Leitmedien?

Der Ebola-Virus

Der Ebola Virus gehört weder zu den schlimmsten noch zu den tödlichsten Viren. Aber er versetzt die Menschen, auch die die überhaupt nicht betroffen sind, in Angst und Schrecken. Einen Impfstoff wird es daher in absehbarer Zeit nicht geben, denn Angst ist ein guter Motivator für verschärfte Gesetze.

@ tont um 20:22

Ist Ebola so ein variabler Virus wie HIV und Grippe, oder eher sowas statisches wie Pocken und Polio?

Es gibt in der wirklichen Welt nichts statisches. Alle Viren verändern sich und das nennt man Evolution.

Die ersten Ebola-Diagnosen in Zentralafrika

Im sudanesischen Nzara waren die erkrankten Arbeiter der dortigen Baumwollfabrik Pestiziden und anderen Chemikalien ausgesetzt. Im Zentrum des parallel verlaufenden Ausbruchs im 130 km entfernten Maridi (ebenfalls Sudan) stand ein Lehrkrankenhaus, in dem u. a. das Malariamedikament Chloroquin, Impfungen gegen Typhus und das bereits damals umstrittene Insektizid DDT eingesetzt wurde.

Ähnliches galt für die etwa 1.000 km von Nzara entfernte Klinik von Yambio (Zaire), dem dritten Ausbruchsort. Augenzeugen berichteten, dass viele Patienten unter Durchfall und Erbrechen litten und wie typische Cholerapatienten aussahen - was auf den Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln hinweisen könnte.

Doch all diesen Hinweisen gingen die untersuchenden sudanesischen und international angereisten Ärzte, darunter ein Team der WHO, gar nicht nach:
Sie hatten sich von vornherein auf eine Virusdiagnose festgelegt.

Das Team bestand aus Virologen,damit war das Ergebnis der Suche bereits vorprogrammiert

@ tont

Die Ebola-Viren (5 bekannte Typen) zählen aufgrund ihrer Struktur zu den stabilen. Für kurzfristige, schwerwiegende Mutationen (wie z.B. in Richtung Übertragung durch die Luft) haben sie nicht die "molekulargenetischen Voraussetzungen" (es ist furchtbar kompliziert zu erklären).

Montesano, Contergan...etc.
Mir ist längst unangenehm, hier so viel zu schreiben.

Im Forum findet sich alles an "Meinung", was ja auch grundsätzlich in Ordnung ist. Allerdings werden durch Nicht-Fachwissen, Halbwissen, Ängste und manchmal auch den Wunsch zu provozieren(?) gerne mal Dinge verwechselt, verknüpft, unzulässig in Beziehung gesetzt usw.

Leider entsteht dann bei anderen gelegentlich der Eindruck, dies wären Fakten, und so wiederholen sich in die Irre führenden Beiträge. Niemand ist Fachmann für alle Themen ;).

Auch mit Antikörpern wird geforscht (und gelegentlich bereits experimentell behandelt), aber Arzneimittelforschung ist hochkomplex und Erfolg nie garantiert.

Gruß

@träumensollteerlaubtsein Dan

@träumensollteerlaubtsein
Danke!
Es freut mich, hier endlich mal einen kompetenten Kommentar zu lesen.

@ Babilla

'traeumensollteer...' schrieb kurz nach Ihnen: " Im Forum findet sich alles an "Meinung", was ja auch grundsätzlich in Ordnung ist. Allerdings werden durch Nicht-Fachwissen, Halbwissen, Ängste und manchmal auch den Wunsch zu provozieren(?) gerne mal Dinge verwechselt, verknüpft, unzulässig in Beziehung gesetzt usw. " ... dem kann ich mich nach wochenlangem Lesen auf dieser Seite, mitunter auch mal fast verzweifelnd ob so mancher Kommentare, uneingeschraenkt anschliessen.

Sie schreiben eine Art Bericht ueber Infos im Zuge der ersten 'Ebola-Ausbrueche' in Sudan und Zaire/DRC - da hatte ich doch gerne mal die Quellen hierfuer ...

Und insgesamt, wenn ich das so lese, sehe ich in Ihrem Beitrag heftige Zweifel, dass 'Ebola' als solches ueberhaupt existiert ... weil ja das damalige Ergebnis qua eingesetzter Spezialisten der Species 'Virologen' schon im Voraus feststand ...

Durchfall und Erbrechen sind sehr unspezifische Symptome - da fallen mir noch gut ein Dutzend anderer Ursachen ein !

Nur weil man den Erreger kennt

Nur weil man den Erreger kennt, kann man noch lange kein Impfstoff herstellen. Wenn das so wäre, wäre z. B. AIDS schon längst ausgerottet. Und selbst wenn es nächstes Jahr einen Impfstoff gäbe, wäre er als Neuentwicklung sehr teuer. Und davon hätten gerade die armen Länder gar nichts, weil sie ihn sich nicht leisten könnten (Die Entwicklungshilfe versickert im Prinzip immer auf Privatkonten oder es werden Waffen gekauft.)

Überhaupt kommt mir die "Aussicht" auf einen Impfstoff so vor, als wolle man damit sagen: Wenn wir diese Ebola-Welle überstanden haben, können uns die Viren nichts mehr anhaben. So eine Art Durchhalteparole.

@zUpf

Sie schreiben: > Und davon hätten gerade die armen Länder gar nichts, weil sie ihn sich nicht leisten könnten < ... doch da gibt's andere Loesungen: durchaus maechtige Organisationen, die im Zuge von Lobbyarbeit und Advocacy die Hersteller dazu bringen, auf den ganz grossen Gewinn zu verzichten, damit eben gerade die armen Laender die Medikamente bekommen koennen. MSF hat vor 10-15 Jahren enormes fuer die Verfuegbarkeit von ARVs (gegen die Folgen der HIV-Infektion) getan ... und diese Medikamente gibt's dank potenter Spendeorganisationen (CHAI con Bill Clinton ... Bill Gates ... und anderen) in fast jeden Entwicklungsland umsonst !
Ferner werden gerade jetzt enorme oeffentliche Mittel in die Forschung gesteckt - diese muessen sich ja nicht amortisieren, sondern sind eine Unterstuetzung der Forschungsarbeit aus allgemeiner Hand ...
Sie: > Die Entwicklungshilfe versickert im Prinzip immer auf Privatkonten oder es werden Waffen gekauft < ... na, das wird der Realiteat NICHT gerecht !

@ Babilla 21:16

Ich habe eigentlich recht wenig Zweifel an der Existenz des Ebola-Virus.
Wer sich die Mühe macht, findet eine große Menge seriöser Informationen im Internet. Das beginnt mit wissenschaftlichen Forschungsstudien genannter Virologen (u.a. Piot), diversen Doktorarbeiten - dummerweise meist in Englisch, was für manchen sehr mühevoll zu lesen ist - bishin zu ausführlichen Erläuterungen z.B. im Brockhaus, aber auch - sehr gut verständlich - bei Wikipedia. Also, für den Laien könnte ich einfach mal sagen:
1. Man kann das Virus unter dem Elektronenmikroskop sehen
2. Man hat hundete Male die Krankheitsverläufe der Ebola-Patienten von 1976 bis heute genau untersucht und eben genau dieses fadenförmige Etwas (Virus) gefunden.
Grundsätzlich möchte ich mich an dieser Stelle 'Entsorgter Papa und träumensollteer anschließen und bitte um Quellenangaben.
Am fruchtbarsten für die Diskusionen sind gut recherchierte Informationen und Quellen, im besonderen Maße bei diesem Thema.

@ trauschau... und entsorgter Papa

Danke!
Diesen zurück für Ihre wiederholten Beiträge zur Versachlichung des Themas.

Es wird so viel geschrieben, da kommt einer alleine gar nicht gegen an...

@ Papa: Ich weiß nicht, ob Sie es heute morgen im anderen Thread gelesen haben? - Danke für Ihre links, eine Antwort dazu dürfte zu persönlich für ein öffentliches Forum ausfallen.

Grüße an Sie beide!

70-70-60

Die WHO will die Epidemie in den betroffenen Ländern wie folgt eindämmen:
70% der Infizierten sollen derart versorgt werden, dass sie niemanden mehr anstecken (können)
70 % der an Ebola Verstorbenen sollen derart beerdigt (oder verbrannt?) werden, das sich niemand an den Toten infizieren kann.
60 Tage (b. 15. Dez.) soll es dauern, bis diese Vorraussetzungen geschaffen seien.

Weiß jemand von Ihnen/Euch, wie das im Einzelnen umgesetzt werden soll?

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