Kommentare - Arbeitsmarkt im September schwächer als erwartet

30. September 2014 - 10:06 Uhr

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September um 94.000 auf 2,808 Millionen gesunken - der Rückgang fiel damit geringer aus als erwartet, saisonbereinigt stieg die Zahl sogar. Die Arbeitslosenquote fiel um 0,2 Punkte auf 6,5 Prozent.

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Kommentare

Etwas verwirrender Artikel

Da wird in der Meldung mit den Begriffen "steigen" und "sinken" der Arbeistlosigkeit etwas sehr verwirrend durcheinder argumentiert.
Zwei der in meinen Augen wichtigen Aussagen dieser Meldung sind:
1. " Die Arbeitslosenzahl war um 41.000 geringer als vor einem Jahr und kaum höher als in den Boomzeiten Anfang der 90er-Jahre. In kaum einem anderen Land der Euro-Zone ist die Arbeitslosenquote so gering."
Und:
2. "Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind nach Angaben der BA in den vergangenen Monaten saisonbereinigt gestiegen"
*
Dass die Daten monatlich schwanken ist normal. Vergleiche mit dem Vorjahreswerten haben meistens den größten Wert. Insofern sind die positiven Aussagen mit dem sinken der Arbeistlosenzahl und dem steigen der Erwerbstätigkeit und der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahr die wesentlichen Erkenntnisse dieser Meldung!

Arbeits(losen)verwaltung

Die lancierten und fingierten Arbeitslosenzahlen sind ein Witz.

Können wir auch die

Können wir auch die "Schummel-bereinigten Zahlen" mal bekommen? D.h. inklusive aller Menschen die vom Arbeitsamt in "Weiterbildungen" oder "Billigarbeitsmaßnahmen" gesteckt werden?

Und wie sieht es mit den "Hartz-IV-Aufstockern" aus? Wie viel subventioniert das Volk da noch die Gewinne diverser Unternehmen?

Die offiziellen Zahlen sind doch schon seit Jahren reiner Selbstbetrug des Arbeitsministeriums, um sich damit die Statistik schön zu rechnen.

Schwächling Arbeitsmarkt

Man muss endlich zu der Einsicht gelangen, das man das Millionenheer der Erwerbslosen nicht mehr verkleinern kann. Dazu kommt, das prekäre Arbeitsverhältnisse und unsinnige"Wiedereingliederungsmaßnamen" die ohnehin hohe Zahl der Arbeitslosen nur beschönigen. Es geht daher kein Weg am bedingungslosem Grundeinkommen vorbei. Man muss Geld für die Menschen in die Hand nehmen, nicht für eine völlig überflüssige Wiederbelebung der Bundeswehr. Denn Armut ist der größte Feind für den inneren Frieden.

Die mit mehr AL kaufen bei uns weniger = uns gehts besser

Funny. Und: Weniger Förderprogramme = weniger Arbeitslose?

Tatsächlich werden Millionen in die Unterbeschäftigung (im Sinne AlG-2 nicht arbeitslos) geschoben. Kürzt man nun die Förderungsmaßnahmen, so fehlt (außer krank, Kinder, Beschäftigungszuschüsse zu Hungerlöhnen und 58er Vorrentner) der Grund sie als UB zu werten und sie fallen wieder in die AL-Statistik.

Anders gesagt, die BA produziert völlig unabhängig vom Arbeitsmarkt und Saison per Sparhaushalt eben die Arbeitslosigkeit, die sie vorher in die UB wegzauberte.
Rechnet man das Plus in die Saisonbereinigung (mittlere Zahlen der letzten Jahre), kann man diese hausgemachte "saisonale" Abweichung von Normal nicht mehr mit funny Frühling, Sommer, Herbst und Winter verklären wie bisher. Also gibt man andere Losungen aus.

Dass der Mittelstand immer mehr Kurzarbeit wegen der (Merkel "noch lange") RF-Sanktionen hat, die bald arbeitslos werden könnten, sieht man in der Angabe "UB o. KA" nicht.

Wir leben ja auch besser ohne Exporte.

"Saisonbereinigt legte die

"Saisonbereinigt legte die Arbeitslosenzahl unerwartet stark um 12.000 zu."
#
#
Warum unerwartet??
Hat Herr BA-Chef Frank-Jürgen Weise die Sanktionen gegen Russland vergessen??
Laut unseren Politikern müssen wir aus solidarität auch einbusen (höhere Arbeitslosenzahlen) in kauf nehmen.

Gute Nachrichten

Wenn die Arbeitslosenzahlenzahlen um 41.000 unter der des Vorjahresmonats liegen ist dies insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung in Europa sowie internationaler Kriesen umso beachtenswerter. So viele Fehler können unsere Regierung und unsere Wirtschaftsteilnehmer dann doch nicht gemacht haben, wie hier häufig behauptet wird. Das es immer noch besser gehen könnte, ist natürlich unbenommen.

@ 10:50 von CE

SIe schreiben:
"Können wir auch die "Schummel-bereinigten Zahlen" mal bekommen? D.h. inklusive aller Menschen die vom Arbeitsamt in "Weiterbildungen" oder "Billigarbeitsmaßnahmen" gesteckt werden?"
*
Ja, natürlich können Sie diese Zahlen auch nachlesen.
Und zwar hier:
http://statistik.arbeitsagentur.de
*
Dort finden Sie den jeweils aktuiellen "Arbeistmarktbericht".
Das wissen Sie aber denn das wurde schon sehr häufig hier gepostet. Man muss sich allerdings die Mühe machen auf den mehr als 80 Seiten des Berichtes die richtigen Daten zu finden:
Kleine Hilfe:
Auf der Seite 47 finden Sie eine Tabelle mit der Übersicht aller wichtiger Zahlen.
Die offiziell gemeldeten Arbeitslosen die der Vermittlung zur Verfügung stehen:
2.807.806
*
Insgesamt steht die Arbeitslosenzahl inklusive der in "Weiterbildungen" oder "Billigarbeitsmaßnahmen" befindlichen Menschen in der Zeile:
"Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit":
3.690.695
*
Die Differenz ist 882.889.
Das waren in früheren Jahren schon mal mehr!

@Thomas Wohlzufrieden

Naja ... das geht nur dann nicht, wenn man keinerlei Einsicht zeigt und immer so weitermachen will wie bisher. Also: Rationalisieren was das Zeug hält und alles nur auf "billiger und effizienter" statt "besser und verträglicher für die Umwelt" auszulegen.

Wenn die Bevölkerung es akzeptieren würde, dass NICHT JEDER arbeiten muß, sondern dass auch der Beruf "Hausfrau" wichtig ist für die Gesellschaft (und insbesondere die Erziehung von Kindern), dann würde der Druck schon erheblich gesenkt werden. Damit dies aber möglich ist, müssen die Menschen akzeptieren dass sie "den anderen" in ihrem täglichen Leben eben einen vernünftigen Lohn gönnen müssen (von dem dann eine Familie auch leben kann). Also: Weg mit Amazon und Zalando und hin zum Einkauf um die Ecke (auch wenn das etwas teurer ist).

Wichtig wäre auch das insbesondere die Politiker kapieren, dass nicht die Industrie sondern der Mittelstand und das Handwerk für mehr Beschäftigung sorgen. Dafür brauchen wir aber eine andere Politik!

Fachkräftemangel

Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich mal gut und laut lachen.

Ich spüre am eigenen Leib, was Fachkräftemangel bedeutet. Obwohl gut ausgebildet und mit reichlich Erfahrung, kann ich keinen Job finden. Und das aus einer festen Anstellung heraus. Nicht als Arbeitsloser. Hier gibts jedoch eien Firma die stellt massiv ein. alelrdings stelle ich nun fest, die Löhne die diese Firma für Ingenieure zahlt, darüber würde sich ein VW-Arbeiter krank lachen. Dann kam mir die Erleuchtung, ca. 50% der Leute die dort morgens anfangen (Hauptsächlich Ingenieure in der Entwicklung) haben eine Hautfarbe wie Inder, Pakistani, Asiaten...

warum der hohe Anteil an offensichtlich nicht einheimischen Mitarbeitern? Und was verlangen solche Menschen monatlich auf ihrem Konto?????

Dem muss sich die einheimische Bevölkerung anpassen, oder zu Hause bleiben -->> Fachkräftemangel

Selbstbetrug

Abgesehen davon, dass die deutsche Konjunktur ganz gut ist, fallen seit einigen Jahren mehr Menschen aus dem Arbeitsprozess, als neu einsteigen (Demografie). Das ist die Hauptursache der verbesserten Arbeitslosenquoten. Unabhängig davon wird natürlich schöngerechnet. Und was das größte ist, die Politik heftet sich das als großen Erfolg ihrer Arbeit ans Revers. Die haben damit aber auch gar nichts zu tun, eher im Gegenteil. Im Übrigen ist der Artikel etwas verwirrend geschrieben. In nicht allzu langer Zeit werden die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Dann droht der Wirtschaft ein noch größerer Mangel an Arbeitskräften. Auch kommen wir an einen steigenden "Bodensatz" Arbeitsunwilliger und -unfähiger. Den gab es schon immer und wird es immer geben. Das kann eine soziale Marktwirtschaft auch vertragen, wenn sie denn eine wäre. Und es kommt dazu, dass der Boden für derlei Unwillige gut gedüngt wurde, um den sozialen Frieden für die Bonzen und Politiker zu erhalten.

@ 11:04 von vanPaten

Sie schreiben:
"Tatsächlich werden Millionen in die Unterbeschäftigung (im Sinne AlG-2 nicht arbeitslos) geschoben"
*
Diese Aussage hat allerdings wenig mit den wirklichen Fakten zu tun.
Mit 3.690.695 Menschen in "Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit" und somit etwa 883.000 "in Maßnahmen befindlichen etc" liegt die Zahl der Unterbeschäftigten auf einem niedrigeren Niveau als jemals zuvor.
DAS ist die Realität!
In der Hochzeit der Arbeitslosigkeit 2005/2006 lag die Zahl der Unterbeschäftigung bei weit über 6,5 Mio. wovon mehr als 1,5 Mio "in Maßnahmen etc." versteckt wurden, also weit mehr als heute!!
Schauen Sie mal in die Monatsberichte Anfang 2006!
Damals gab es rund 9 Mio Empfänger von Leistungen wie ALG1, ALG2 und Sozialgeld, also knapp 3 Mio mehr als heute.

Arbeitsmarkt

Ich möchte mich der Meinung von CE anschließen und in diesem Zusammenhang noch an die Zwangsverrentung von Hartz 4
Empfängern erinnern ! Das ist das wahre Deutschland!!!

Strukturveränderungen auf dem Arbeitsmarkt

Jenseits des Geschreis, dass die offizielle Arbeitslosenquote die tatsächliche Arbeitslosigkeit unterzeichnet - tut sie um ca. 3-4 Prozentpunkte - sind die mittel- und langfristigen Strukturveränderungen auf dem bundesdeutschen Arbeitsmarktes interessant:

1. Es besteht weiterhin ein starkes Nordost-Südwestgefälle.

2. Die Transformationsarbeitslosigkeit in den Neuen Bundesländern "geht in Rente". Seit Jahren sinken die absoluten Zahlen und AL-Quoten weil die Langzeitarbeitslosen zu Armutsrentnern werden: blühende Landschaften

3. Es gibt zwei Regionen die auf Dauer deutlich über dem regionalen / bundesweiten Schnitt liegen dürften: die Grenzregionen in Meck-Pomm, Nordbrandenburg, Ostsachsen und - das Ruhrgebiet.

4. Das wirkliche Problem ist die fehlende bzw. nicht marktgerechte Qualifizierung vieler Langzeitarbeitsloser.

5. Eine Quote von ca. 2 vH Langzeitarbeitsloser ergibt sich aus nicht-arbeitsmarktfähigen Personengruppen: chronisch Kranke, Alleinerziehende, Drogenabhängige usw.

@Bernd1 : Danke für Bestätigung

Ich : "Tatsächlich werden Millionen in die Unterbeschäftigung (im Sinne AlG-2 nicht arbeitslos) geschoben"

Sie: Diese Aussage hat allerdings wenig mit den wirklichen Fakten zu tun.

Sie: ... 3.690.695 Menschen in "Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit"...

--> Also doch Millionen als "wirkliche Fakten".

Ansonsten hatte ich ein anderes Thema.

"Man muss endlich zu der

"Man muss endlich zu der Einsicht gelangen, das man das Millionenheer der Erwerbslosen nicht mehr verkleinern kann. ...
Es geht daher kein Weg am bedingungslosem Grundeinkommen vorbei. "

Ich werde dann auch Arbeitslos! Freue mich schon auf die erhöhung meines Einkommens, und mehr Freizeit habe ich dann auch noch.

Wenn es eine erhöhung der Sozialhilfe gibt, oder ein Grundeinkommen, müssten die unteren Gehälter ebenfalls angepasst werden.

Ich könnte mehr Zeit mit der Familie verbringen und hätte mehr Asche.....
Also insofern von mir ein Daumen hoch!

Allerdings werde ich nicht der einzige sein, der so denkt. Wenn abertausende Kündigen und gleichzeitig die Gehälter angepasst werden müssten, Kollabiert unser Sozialsystem.

Wer arbeitet noch im unteren Lohn- Sektor, wenn die Sozialhilfe höher ist. (Ist sie übrigens heute manchmal schon.)

Diesen Zusammenbruch unserer Wirtschaft möchten sie womit gegenfinanzieren?

um 11:25 von CE

Sehr guter Kommentar. Gruß.

@Bernd1

Vielen Dank für die Zahlen, aber ich glaube Sie haben da etwas falsch interpretiert, denn "Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit" dürfte die Arbeitslosen NICHT beinhalten, weshalb die Differenz keinen Sinn macht. Die echte Zahl wäre also:
6.498.501 Menschen mit ungenügender oder gar keiner Beschäftigung.

Oh und meine Bemerkung galt der Tagesschau, denn dort hätte man nicht einfach nur die Agenturmeldung (also die Regierungsmeinung) abdrucken dürfen, sondern stattdessen etwas umfassender eben auch das was man dort eben verschweigt hinzurechnen müssen.

Was nun

Ist die richtige Zahl : 6,7 % oder 6,5 % ?

>>saisonbereinigt stieg die Zahl<< Welche Zahl??

Arbeitsagentur

>>Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September um 94.000 auf 2,808 Millionen gesunken - der Rückgang fiel damit geringer aus als erwartet, saisonbereinigt stieg die Zahl sogar. <<
Also was denn nun? Sagt uns endlich die Wahrheit und "eiert" nicht herum! Wir müssen schließlich für diese "Nachrichten" zahlen!

@ 12:38 von vanPaten

Bitte richtig lesen:
Die genannten 3.690.695 Menschen in "Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit" sind die GESAMTZAHL an Arbeitslosen von denen tatsächlich nur etwa 883.000 (zuzüglich zu den offiziell gemeldeten Arbeitslosen) in Maßnahmen sind bzw. aus anderen Gründen nicht zur Vermittlung zur Verfügung stehen.
Was sollen solche populistischen Verfälschungen der realen Daten bringen?
Nur um schlechte Stimmung zu machen?
Fakt ist dass die Arbeitslosigkeit in den letzten 8 Jahren extrem gesunken ist und dass so viele Menschen wie noch nie zuvor in Deutschland einen Arbeistplatz haben!

"Deutschland steht im europäischen Vergleich gut da"

Na das hätte mich doch auch gewundert, wenn das anders wäre. Schließlich hören wir das ja so oft, dass es unmöglich falsch sein kann.
Meine Firma hat grade einen Praktikanten, der arbeitet für lau und kellnert abends, damit er leben kann. Arbeitslosengeld bekommt er nämlich nicht, denn er steht ja der Vermittlung nicht zur Verfügung. In den AA-Statistiken gilt er also als Beschäftigter.
Wenn er fertig ist, wird er Bekanntschaft mit dem "Facharbeitermangel" machen und vermutlich noch ein Weilchen länger umsonst arbeiten.

@Bernd1

Es hat keinen Sinn. Ich habe auch schon versucht, mit dem kompletten Arbeitsmarktbericht (monatlich neu, alle gewünschten Zahlen ablsebar) zu argumentieren.

Die Mitkommentatoren, wollen nicht den Arbeitsmakrtbericht lesen, sie möchten keinen Vergleich der nackten Daten mit Vorjahren oder eurpäischen Nachbarn. Es geht ihnen um ein politisch motiviertes Statement. Und dieses lautet "alles erlogen und verfälscht". Teilweise haben sie ja sogar Recht damit, wenn man nur die Berechnung der offiziellen AL-Quote betrachtet und schaut, wie auch oft nur diese Zahl über die Medien transportiert wird. Dass sich aber auch andere Zahlen erfreulich entwickelt haben, wird leider oft ausgeblendet und man kann nicht erwarten, dass sich jeder den kompletten Bericht der BA reinzieht, um sich ein Urteil zu bilden.

@Bernd1

Interessante Zahlen, danke fürs Recherchieren.
Was man noch wissen müsste: Wie viel arbeitete ein Unterbeschäftigter 2006 im Schnitt, wie viel heute? (Oder: Wie stark ist die Zahl der insgesamt geleisteten Arbeitsstunden angestiegen, im Verhältnis zu Ihren Zahlen oder weniger?)
Zweitens: Wie viele der damaligen Empfänger waren zum Wendezeitpunkt ältere Ost-AN, die nach der Wende niemand wollte und die inzwischen in Rente sind?

Falls tatsächlich eine strukturelle Besserung eingetreten ist, müsste man um Ursachenforschung zu betreiben noch ein paar zusätzliche Daten wissen. (Ist eine Umschichtung von Investitionen innerhalb der EU beteililgt, die während des Booms in Spanien Investoren von hier abzog, die jetzt wieder zurück sind? Sind die neuen Arbeitsplätze alle im Pflegebereich entstanden, weil die Bevölkerung altert?)

@ Bernd1 : Wirrnisse

Sie wollen eben nicht bei der Sache bleiben, auch wenn man es Ihnen nachweist.

Sie: Die genannten 3.690.695 Menschen in "Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit" sind die GESAMTZAHL an Arbeitslosen ...(zuzüglich zu den offiziell gemeldeten Arbeitslosen)..."

Die ca. 60% UB o. KA sind aber offiziell nicht arbeitslos.
Völlig verwirrend ist es zu schreiben: "von denen tatsächlich nur etwa 883.000 (zuzüglich zu den offiziell gemeldeten Arbeitslosen) in Maßnahmen sind bzw. aus anderen Gründen nicht zur Vermittlung zur Verfügung stehen.

Also stehen die offiziellen Arbeitslosen auch nicht zur Vermittlung zur Verfügung?

Inzwischen gibt es (bei der BA nachlesbar) so viele statistische Zähländerungen, dass kaum noch Vergleichbarkeit der AL-Quoten gegeben ist.

Übrigens stieg die mittlere Armutsgefährdungsquote aller Haushalte ab 2005 von 14,7% auf 15,2% (ohne mildernde Sozialleistungen sogar >24%).

Immer mehr in Arbeit und dann das?

Praktikant

Dass Ihr Praktikant für lau arbeitet ist die Gesellschaft schuld und der Praktikant selber.

"Wenn er fertig ist, wird er Bekanntschaft mit dem "Facharbeitermangel" machen und vermutlich noch ein Weilchen länger umsonst arbeiten."

Auch bei Ihnen?

Internationale Vergleichbarkeit

Nun mag man kritisieren, dass die BA durch Qualifizierungsmaßnahmen oder Kurzarbeit einige potentiell Arbeitslose aus der Statistik verschwinden lässt. Umgekehrt ist die deutsche BA sehr streng mit ihrem Maßstab für Arbeitslosigkeit: Erst ab 15 h/Woche, also in Teilzeit, gilt man als Erwerbstätiger. Mit 14,9 h/Woche oder 450 €-Job zählt man also als Arbeitsloser.

In anderen Ländern gilt man bereits bei 1 h/Monat bezahlter Arbeit als nicht mehr Arbeitslos. International vergleichbar ist deshalb nur die Statistik der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Nach diese ILO-Statistik steht die BRD nicht bei 6,5 oder 6,7 % Arbeitslosen, sondern bei 5,1 % (April/Mai 2014) oder aktuell vermutlich sogar bei 4,X %.

Allen Nörglern zum Trotz, damit liegt die BRD in Europa und weltweit mit wenigen anderen Ländern ziemlich einsam an der Spitze.

Wir sollten uns daher mit der Kritik lieber auf die Arbeits- und Rahmenbedingungen für "Fachkräfte" konzentrieren. Da klemmt es nämlich wirklich arg!

@ AbseitsDesMains: BA- und ILO-Statistik

Da es üblich war und ist, das jedes Land al gusto seine Arbeitslosen zählt, fehlte ein int. Vergleichsstandart, der mit der UN-ILO Statistik dann gefunden wurde, den auch die EU (Eurostat) neben den weiter geltenden Nationalstandards wie bei der BA (inzwischen orientiert an USA monatliche Telefonumfragen statt reale Fallstatistik- mit aktiver Arbeitssuche als Hauptmerkmal, wodurch etwa nur die Hälfte ausgewiesen wird) praktiziert.

Wenn Sie ernsthaft meinen, es sei ausreichend einen Menschen, der im Monat wie auch immer offiziell nachweisbar für eine Stunde einen Hiwi-Job gefunden zu haben, den Restmonat als beschäftigt zu führen, dann meinen Sie auch, das der sich von den restlichen 4x40-1 Stunde Vollzeit voll ohne staatliche Transferleistungen versorgen kann.

Die BRD liegt mit einigen Daten in Europa an der Spitze, nur nicht bei allen Sozialerhebungen.

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