Kommentare

Richtig so

Pleite ist pleite, das muss man einfach mal so hart sagen.

Aha ... ein US-Gericht

Aha ... ein US-Gericht bestimmt also nun über die Finanzen Argentiniens ...

Es war zwar sträflicher Leichtsinn Argentiniens so viele Schulden zu machen, aber dies hier ist auch falsch.

Wir dürfen nicht vergessen,

Wir dürfen nicht vergessen, dass die genannten Schulden von der Pinochet Junta (der faschistischen Diktatur von Amerikas Gnaden) stammen.
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Dass die Gläubiger überhaupt etwas davon zurück bekommen ist eigentlich ein Skandal, da es sich um Blutgeld handelt. Jeder dieser Gläubiger hat den faschistischen Staatsterror aktiv unterstützt. Warum sollten diese Leute überhaupt etwas zurück bekommen?

um 13:16 von Bikky-kun

Die USA halten sich immer noch für den Welt-Polizisten. Sie machen bloß ständig den gleichen Fehler: Sie selber gehen fortlaufend mit schlechtem Beispiel voran...

Man kann es bewerten wie es will.

Das kapitalistische System,in dem in wenigen Händen vorhandenes Kapital immer mehr zählt, als eine selbst erbrachte Eigenleistung,ist zum Scheitern verurteilt.
Wie einst die sozalistischen Systeme UDSSR,
die angehängten Ostblockstaaten, einschliesslich DDR.
Der Kapitalismus schafft immer neue Probleme, wofür dann die Mehrheit der wenig oder gar nichts Besitzer praktischerweise aufkommen müssen. Setzt sich diese Erkenntnis durch, ändern würde sich nichts. Ein schlauer Mensch sagte mal,
wenn Wahlen das Zeug dazu hätten,irgendwas an bestehenden Herrschafts Verhältnissen was zu verändern,würde man sie verbieten.

Bloß nicht mit den USA einlassen

Das haben die Argentinier von dem Freihandelsabkommen! Sie werden von den US-Finanzkonzernen ausgenommen wie eine Weihnachtsganz. Ist zwar widerlich, aber aus US-Sicht legal.

Deshalb keine Unterwerfung der EU mittels TTIP! Die treiben Europa dann genauso in den Ruin.

Frei nach US-Diplomatin Nuland:
"Fuck the USA" (als Europäer darf ich dies sagen)

Schulden

Bikky-kun, die Pinochet-Junta war doch in Chile und nicht in Argentinien.Sie verwechseln hier zwei südamerikanische Länder

Pinochet Junta

die Pinochet Junta war in Chile.Sie verwechseln die beiden südamerikaschen Länder

Lieber nichts kommentieren..

..bei Halbwissen

@Bikky-Kun: Pinochet war der Diktator Chiles..in Argentinien war eine andere Junta aktiv. Viele der Schulden sind nach der Militärdiktatur aufgenommen worden und sind auch mit dem Staatsbankrott Argentiniens 2001 in Verbindung zu setzen.
@CE: Ganz so schwarz-weiß ist es nicht...Argentinien hatte sich damals aufgrund günstigerer Zinsen für die USA entschieden...dass dies unter den Gerichtsstand der USA fällt, wurde leider anscheinend übersehen

Für mehr Infos hier ein sehr guter Artikel
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article130719418/So-ging-das-einst...

@Bikky-kun falsches Land

Pinochet war in Chile. In Argentinien war von 1976 bis 1983 eine Militärjunta unter Jorge Videla am Hebel. Die hat zwar die Politik der übermäßigen Verschuldung eingeleitet, aber eskaliert ist sie erst unter dem demokratisch gewählten Carlos Menem und seiner Politik der Bindung des Peso an den US-Dollar (Effekt ähnlich wie beim Euro-Eintritt von Griechenland etc)

@ Bikky-kun

Die US-unterstützte Diktatur Pinochets war aber schon in Chile, nicht in Argentinien!

@13:33 von Denkerist

Das haben die Argentinier von dem Freihandelsabkommen!

Welches Freihandelsabkommen denn? Argentinien hat sich freiwillig vertraglich verpflichtet, Staatsanleihen unter US-Recht herauszugeben, deshalb ist der Gerichtsstand New York und nicht Buenos Aires (@13:08 von CE: deshalb kann überhaupt ein US-Gericht hier ein Urteil sprechen) und versucht mehrfach einseitig die Vertragsbedingungen zu ändern.

wie kommt Griesa auf solche Ideen?

Ernsthaft - von einem Richter erwartet keiner, dass er Herzen verpflanzen oder Autos entwickeln kann. Aber man erwartet, zurecht, dass er unvoreingenommen ist, und über die Folgen seiner Entscheidungen nachdenkt.

Beides war hier wohl nicht gegeben. Argentinien kann nur deshalb überhaupt noch Geld zurückzahlen, weil sich ein Großteil der Gläubiger auf einen Schuldenschnitt geeinigt hat. Warum will Griesa jetzt durch seine Entscheidung, dass Argentinien *erst* die Geierfonds, und *dann* die Kooperativen bezahlen muss, jene bestrafen, die die Rückzahlungen erst möglich gemacht haben?

Und kann Griesa sich nicht vorstellen, was seine Entscheidung bedeutet? Mit diesem Fall als Referenz wird nie wieder jemand einem Schuldenschnitt zustimmen, wenn nach US-Recht entschieden wird. Dadurch werden viele Firmen pleitegehen, die sonst gerettet werden könnten, und viele Gläubiger alles verlieren, statt nur ein bisschen.

Das ist ausgesprochen kurzsichtig.

Mal ganz pragmatisch gedacht ...

... was würde passieren, wenn Argentinien die Fonds ganz einfach die kalte Schulter zeigen und garnix tun würde?

Kommt dann die Aurelius Armee mit Wasserpistolen?
Oder würde sich Onkel Sam erdreisten, mit schwerem Gerät einzumarschieren?

Ich denke doch eher, alle sollten froh sein, solange Argentinien Gesprächsbereitschaft signalisiert und die Schergen nicht einfach rausschmeißt.

Von Argentinien würde ich als Gläubiger nicht weniger erwarten

Da blockiert also ein Gericht unter merkwürdigen Umständen die Rückzahlung an alle Gläubiger, um Argentinien zu zwingen, *erst* zwei Investmentfonds *alles* zurückzuzahlen, bevor andere Gläubiger auch nur zum Teil bedient werden. Da würde ich als Gläubiger aber von Argentinien erwarten, dass es einen Weg findet, mich auszuzahlen. Und wenn dieser Weg ist, Gerichte zu umgehen, die ganz offensichtlich die Rechte zwei isolierte Investmentfonds höher bewertet als die von allen anderen, dann ist das nicht nur legitim, sondern schlicht Argentiniens Pflicht.

Betroffenheit über diese Spielchen---

der US Justiz. Ich hoffe Argentinien gibt nicht klein bei. Und von wegen pleite. Wenn einer pleite ist, dann sind es die USA mit ihrem Schuldenberg!
Es ist ein Wahnsinn des Systems, das wir aufgebaut haben, dass die Justiz solche Geldspekulanten wie die Hedgefonds, die darüber hinaus kaum Steuern zahlen, unterstütz(en muss)t.

Moralisch vielleicht anstößig,

was diese Hedgefonds da treiben, aber absolut legal.

Die haben für billiges Geld Schuldverschreibungen aufgekauft, die der argentinische Staat freiwillig und ohne jeden Zwang herausgegeben hat, und mit seiner Staatspleite, also der ersten, augenscheinlich nichts mehr wert waren. Zumindest der kurzfristige Anleger musste seinen Schaden begrenzen.

Wenn nun irgendwer diese Verschreibungen in Papiere tauscht, die argentinischem Recht unterliegen, ist er entweder mit unendlicher Dummheit gestraft, oder selbst fast pleite.

Nur zur Erinnerung: Argentinien hat jahrzehntelang den Ölkonzern Repsol durch ausländische Investoren aufbauen lassen, um ihn dann kurzerhand zu verstaatlichen.

Ganz nüchtern und objektiv betrachtet ist Argentinien kein verlässlicher Partner.

Kleiner Patzer

@Bikky-kun:

Wir dürfen nicht vergessen, dass die genannten Schulden von der Pinochet Junta (der faschistischen Diktatur von Amerikas Gnaden) stammen.

Nein, das müssen wir, bei aller möglicherweise berechtigten Kritik an den USA, nicht sagen. Denn Pinochet war in Chile, nicht in Argentinien.

Glaubwürdigkeit

@Thomas Wohlzufrieden:

Die USA halten sich immer noch für den Welt-Polizisten. Sie machen bloß ständig den gleichen Fehler: ...

Und Sie machen auch einen Fehler, Sie kritisieren die USA mit den falschen Argumenten.

Doppelzüngig

Argentinien hat sich bei der Ausgabe der Staatsanleihen dazu verpflichtet, sie nach US-Recht zu handhaben. Nur so gelang es Gelder herein zu holen. Es ist einfach nicht ehrlich von der argentinischen Regierung, davon jetzt nichts mehr wissen zu wollen. Unschön, dass die Gläubiger ihre Rechte vor Gericht einklagen müssen.
Diese Gelder übrigens hat die Regierung leider zum Teil verschwendet. Sollen daruter die Gläubger leiden? Nein.

Pleite

@Forengedöns:

Richtig so
Pleite ist pleite, das muss man einfach mal so hart sagen.

Danke. Manchmal ist der erste Beitrag auch der beste.

Argentinien ist nicht im Recht

@eibe59:

Ich hoffe Argentinien gibt nicht klein bei.

Das hat nichts mit klein beigeben zu tun, Argentinien ist nach dem Urteil im Unrecht. Fertig.

@19ikarus43

Sie argumentieren lang und breit gegen das kapitlistische System und geben dann als Beispiele den Zusmmenbruch von UdSSR und DDR an? Wie sollen wir das denn verstehen?

Na nun darf man ein paar Sachen nicht verwechseln

Arg. hat sich mit den Schuldnern die Arg. Geld geliehen haben auf einen Schuldenschnitt geeinigt. D.h. Arg. war jetzt nicht pleite sondern hat Milliarden zurückgezahlt ode wollte das tun und hat Geld auf einem Konto in den USA hinterlegt.
Teil2 diese beiden Hedgefonds haben jetzt die Staatsramschpapiere die nichts mehr Wert waren billigst aufgekauft um hochspekulativ damit richtig Kasse zu machen. Arg. hat den Fonds auch Geld geboten, die Rendite wäre dann für diese Fonds 40% oder mehr gewesen.
Diese Fonds haben Arg. nie Geld geliehen, sondern hätten so oder so plus gemacht. Nun verlangen diese Fonds aber, das die Ramschpapiere zu ihrem ursprünglichen Wert ausgezahlt werden, was einem Gewinn von über 300% ergibt. Arg. kann das aber nicht machen, weil dann allen Schuldnern 100% Auszahlung zustehen würde. Jetzt haben die über das Gericht erzwungen, das der Schuldenschnitt auf EIs gelegt wird so lange bis die ihre 300% Gewinn bekommen, ohne je Arg. Geld geliehen zu haben. Ausbeutung nennt

@15:02 von hut absolut legal

Jeder Gläubiger, der von seinem Geld etwas wiedersehen will, wird nicht drumherumkommen die Anleihen zu tauschen.

Was hätte Argentinien für eine Motivation, die Schulden nach altem Recht zu bedienen? Die "neutralen" Rating-Agenturen haben es ja schon mit der Bewertung "D" größtmöglich abgestraft. Noch insolventer kann das Land ja nicht werden. Und warum sollte sich der Staat Argentinien um irgendwelche Anordnungen eines US-Bezirksrichters scheren, der vermutlich im gleichen Golf-Club wie dieser Hedgefond-Mensch ist? Wie will er diesen Rechtsanspruch durchsetzen?

Kann man Schulden prellen?

@Pivo:

Mal ganz pragmatisch gedacht was würde passieren, wenn Argentinien die Fonds ganz einfach die kalte Schulter zeigen und garnix tun würde?

Gegenfrage: Sie machen es mit Ihrer örtlichen Sparkasse genau so (kalte Schulter ...). Was würde passieren?

Es gibt zwei Schuldige, nämlich Argentinien

und das US-Gesetz.
In den USA erkaufen sich die Superreichen ihre Politiker und damit die passenden Gesetze. Ein US-Recht, dass den Geierfonds über 1000% Rendite zusagt, ist mehr als sittenwidrig und deshalb nicht zulässig.
So wie es Argentinien macht, geht es aber auch nicht. Erst haben sie sich auf diese Heuschrecken-Regeln eingelassen und nun wollen sie sie nicht mehr akzeptieren.

fehlende Informationen

"Auf eine frühere Anordnung des Richters Griesa hin muss Argentinien erst den beiden Hedgefonds 1,3 Milliarden Dollar auszahlen, ehe es die Forderungen weiterer privater Gläubiger begleichen darf."

Auch dieser Beitrag ist in dieser Form nutzlos. Griesa muss ja eine Begründung genannt haben, warum die Hedgefonds zuerst ausgezahlt werden müssen. Warum wird diese Begründung im vorliegenden Beitrag nicht genannt? Alles andere baut doch darauf auf!

Völlig unsinnig, so eine Berichterstattung.

@harry.berlin 15:16 leidende Gläubiger

"Diese Gelder übrigens hat die Regierung leider zum Teil verschwendet. Sollen darunter die Gläubger leiden? Nein."

Nicht jedes makroökonomische Thema lässt sich mit den moralischen Begrifflichkeiten eines schwäbischen Handwerkers angehen. a) Das Geld wurde nicht "verschwendet". Die Auslandsschulden sind besonders durch die verfehlte Politik der Bindung an den US-DOllar angefallen.

b) Argentinien hat sich nach dem Staatsbankrott 2002 mit einem Großteil der ausländischen Gläubiger auf eine Umschuldung geeinigt. Diese Gläubiger "leiden" nicht an einer Verschwendung, sondern an dem Plot eines Paul Singers und seines Hausrichters Griesa, denen eine Rendite im zweistelligen Prozentbereich zu niedrig ist und die lieber in den drei- bis vierstelligen Bereich wollen.

@ 19ikarus43

Nicht der normale Kapitalismus ist schuld, sondern der pervertierte. Diese ganzen Auswüchse konnten nur geschehen, weil Reagan und Thatcher die Finanzwelt dereguliert und die Heuschrecken los gelassen haben.
Was glauben Sie, was passiert, wenn wichtige Verkehrsregeln ausgehebelt werden. Schimpfen Sie dann auch auf den Straßenverkehr allgemein? Sollte man dann alle Autos verbieten?

@killing joke

Nun wegen eines Rechtsanspruches schlägt man sich hier sicherlich nicht. Der ist wohl unbestritten. Es scheint doch in der Tat mehr um die Frage der Rechtsdurchsetzung zu gehen. Wie wird wann, wo und von wem die Durchsetzung eines Rechtes garantiert und wer bestimmt, was ein Recht und das Recht ist. Welche Signalwirkung hat dieses Verfahren auf den Rest der Welt? Darum geht es hier und deshalb das ganze Brimborium. Man kann natürlich auch einfach einmarschieren. Sieht aber nicht so gut aus.

@harry.berlin 15:33 Kreissparkasse

Ein schönes Beispiel, weil hier sich der Unterschied zwischen Herrn Zipfl aus Unterhuchtlingen und Argentinien zeigt: Herr Zipfls Fall fällt unter das Insolvenzrecht im BGB. Sein Insolvenzverwalter einigt sich mit der Sparkasse über eine Umschuldung o.Ä. Im schlimmsten Fall droht Zwangsvollstreckung gedeckt durch das staatliche Gewaltmonopol. Nach der geregelten Insolvenz und der Bedienung des angeordneten Schuldendienstes ist Hr. Zipfl sicher vor weiteren Forderungen.

Argentiniens Staatsbankrott 2002 hatte keinen rechtlichen Rahmen. Die Einigung mit 96% der Gläubiger erfolgte über das bilaterale Verhandlungen. Paul Singer hat für die 4% einen Rechtstitel eines US-Bezirksgerichts. Wenn Argentinien nicht zahlen will, muss er sich als Privatmann an den US-Staat wenden, um den Titel gegen Argentinien zu erwirken.

Mit welchem Recht übrigens sollte Argentinien

auch diesen unverschähmten Forderungen nach maßloser Rendite nachgeben? Und mit welchem Recht sollen denn jetzt die Geierfonds zuerst entschädigt werden mit dem vollen Preis den Sie nie bezahlt haben?
Und die sollen dann auch noch ohne Risiko vor allen anderen mit Mörderrendite ausgezahlt werden?
Vor allem gibt es ja überhaupt nur etwas weil alle anderen dem Schuldenschnitt zugestimmt haben, die Arg. wirklich Geld geliehen haben und die Geld verlieren.
Die Geierfonds haben gar keinen Schuldenschnitt, haben nur Geld gewonnen, sind aber mit einer Rendite von 40% nicht zufrieden und wollen eine Komplette Volkswirtschaft ruinieren.
Und die wollen noch die echten Gläubiger verarschen.

wie jetzt?

" Ein Schuldner muss alle Gläubiger gerecht bedienen"

harry.berlin

"Argentinien muss *erst* die Investmentfonds *voll* auszahlen, bevor alle anderen zumindest einen Teil des Geldes erhalten"

Aus dem Urteil von Richter Griesa (sinngemäß)

Harry, Argentinien verweigert nicht etwa die Rückzahlung seiner Schulden. Im Gegenteil, es bemüht sich da redlich. Es sind zwei Geierfonds, und ein reichlich merkwürdiger Richter, die Argentinien dazu verdonnern wollen, einseitig nur die Fonds zu berücksichtigen, und die solange die Zahlungen an die ehrlichen Gläubiger VERHINDERN.

Entsprechend müsste man als Gläubiger - dies ist allerdings wirklich schade - gegen die vorgehen, nicht gegen Argentinien. Lesen Sie die Zusammenhänge nochmal gründlich nach.

@sirtobi 16:22

Ich glaube auch, dass sich die USA derzeit keinen Einmarsch ans Bein bindet für die Profitinteressen einer Privatperson...

Aber das ist hier denke ich klargeworden: Recht ist Nationalstaatliches Recht und wird mit dem staatlichen Gewaltmonopol durchgesetzt, streng nach der Theorie.

Diese Durchsetzung ist aber praktisch und deswegen auch immer ein bißchen politisch, zumindest in einer Demokratie. Recht, dass dem allgemeinen Rechtsempfinden widerspricht, wird wohl früher oder später vom Gesetzgeber geändert. Und da der Fall im internationalen Bereich liegt, ist das mit dem Recht noch um einiges schwammiger.

Wie sieht es mit dem Rechtsempfinden aus? Darf es rechtens sein, dass eine Privatperson einen Staat mit 40 mio EInwohnern als Geisel für leistungsfreien Profit nimmt? In meinen Augen und, wie ich glaube, in den Augen vieler anderer nicht. Deswegen wird Herr Singer auch Probleme haben, politische Unterstützung für die Durchsetzung seines formalen Rechtstitels zu bekommen...

Keinerlei Verständnis

Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass irgendein mittlerer US-Richter über das Schicksal eines fremden Landes entscheiden darf.
Sind die USA jetzt schon faktisch Herren der Welt und wir alle ihre Sklaven?

@17:03 von killing joke

mein Hinweis auf die Signalwirkung war nicht nur so dahingehaucht. Formaljuristisch sind die Singerfonds im Recht und wenn man die derzeitigen internationalen Machtverhältnisse als gegeben nimmt, sehe ich nicht, wie Argentinien einer Vollstreckung entkommen will. Wer sollte denn den sicheren Hafen geben um einer Vollstreckung gegen Argentinisches Vermögen im Ausland zu verhindern? Forderungen Argentinischer Firmen oder Banken, Güter im Transit. Hier findet eine planmäßige Hinrichtung streng nach Recht und Gesetz statt damit die Anderen wissen, wie der Hase läuft.

16:22 von ladycat

Nun,ich habe nichts gegen Kapitalismus,so wie ich ihn verstehe. Tatsächlich befeuert er die Wirtschaft,solange jeder nach seinen Möglichkeiten daran teilhaben kann.
Nur seit dem Fall der Mauer,wo man meinte man hätte über den Sozialismus gesiegt,ist dieses System pevertiert.
Ich denke mal an die Thesen von Ludwig Erhard, Herrn Eicken,die davon ausgegangen sind,Vermögen muss es auf breiter Basis geben. Wer nur dafür arbeitet um seine elementaren Grundbedürfnisse zu befriedigen, Kleidung, Nahrung, Miete,Zinsen usw, wird auch nicht der Lage sein, die Wirtschaft mit seinem Konsum zu beflügeln.

@17:28 von sirtobi

Meinen Sie wirklich? Aber welche Signalwirkung hätte das denn außenpolitisch, wenn die US-Regierung sich vor den Karren eines x-beliebigen Hedgefondspekulanten spannen ließe? Das würde ja so aussehen, als ob die Durchsetzung formaler Eigentumsrechte wichtiger sei als zwischenstaatliche Diplomatie und internationale Stabilität. Ich weiß nicht...

@17:48 von killing joke

nun wer hier Karren und wer Esel ist wissen wir nicht.

@Puqio:

Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass irgendein mittlerer US-Richter über das Schicksal eines fremden Landes entscheiden darf.
Sind die USA jetzt schon faktisch Herren der Welt und wir alle ihre Sklaven?

Nein, sind wir nicht. Es ist nur so, dass Argentinien sich aus freiem Willen US-Recht unterworfen hat, als es die Schulden gemacht hat.
Den antiamerikanische Beigeschmack in Ihrem Post möchte ich jetzt mal nicht kommentieren.

@19ikarus43:

Nun,ich habe nichts gegen Kapitalismus,so wie ich ihn verstehe. Tatsächlich befeuert er die Wirtschaft,solange jeder nach seinen Möglichkeiten daran teilhaben kann.
Nur seit dem Fall der Mauer,wo man meinte man hätte über den Sozialismus gesiegt,ist dieses System pevertiert.

Der Sozialismus war schon lange vor dem Mauerfall pervertiert.

um 17:20 von Puqio

Absolute Zustimmung. Das wollte ich auch schon mit meinem obigen Kommentar zum Ausdruck bringen. Gruß.

@sirtobi 17:28

"um einer Vollstreckung gegen Argentinisches Vermögen im Ausland zu verhindern? Forderungen Argentinischer Firmen oder Banken, Güter im Transit.."
.
Mit ersterem haben Sie wohl recht, mit dem zweiten Satz wohl nur insoweit, als Firmen, Banken und Güter (zum Zeitpunkt der Beschlagnahme) Eigentum des argentinischen Staates bzw. der öffentlichen Hand sind.
.
Den Fall hatten wir ja in Deutschland, als ein Gerichtsvollzieher das Flugzeug eines Mitglieds der Thailändischen Königsfamilie in München an die Leine liegen ließ. Es musste freigegeben werden, nachdem nachgewiesen war, dass die Maschine Privatbesitz des Prinzen war.

@sirtobi 17:28 (Nachtrag)

Die argentinische Privatwirtschaft kann sich vertraglich absichern, indem Exporte per Vorkasse geliefert werden und bei Überschreiten der argentinischen Grenze den Besitzer wechseln, und Importe dies erst mit Überschreiten der Grenze tun.

um 15:16 von harry.berlin

Sie sind selber doppelzüngig oder miserabel informiert. Es sind nicht "die Gläubiger". 93 % der Gläubiger haben mit dem jetzigen Streit nichts zu tun. Der erbärmliche Rest, der hier versucht, eine ganze Nation ins Verderben zu treiben (denn wenn Argeninien nachgäbe, würde durch eine Vertragsklausel die Einigung mit den restlichen 93 % hinfällig) sind Mitglieder des internationalen Heuschreckariats, die mit 400 % Rendite nicht zufrieden sind. (Sie haben ihre Anteile weit unter Nennwert erworben.) Hier leidet niemand, jedenfalls kein Geier-Gläubiger.

ist ein starkes Indiz für den von @Puqio kolportierten Größenwahn!

zu: "Den antiamerikanische Beigeschmack in Ihrem Post..."

Es herrscht halt der Eindruck vor, dass die USA alles und jedes bestimmen bzw. beeinflussen wollen

@ 15:29 von killing joke

Die Hedgefonds sind Inhaber von gültigen Schuldverschreibungen des argentinischen Staates. Es ist so, als hätte sich dieser direkt bei den Fonds das Geld geliehen. Es gibt kein Gesetz, das die Inhaber von Schuldverschreibungen verpflichtet, diese umzutauschen, oder gegen geringeren Wert einzulösen. Wenn der bzw. die Inhaber ihr Geld einfordern, dann muss das bezahlt werden.

Würde Argentinien dies nicht tun, würden die Gläubiger alles weltweit zur Vollstreckung bringen. Das hieße, dass Argentinien keinen Außenhandel mehr betreiben könnte, und sich selbst isoliert, den sämtliches Vermögen außerhalb der Landesgrenzen würde sofort beschlagnahmt und verwertet.

Und nur so eine Überlegung: Wer sagt den eigentlich, dass die beiden Hedgefonds nicht nur die Speerspitze bilden, damit auch die anderen Gläubiger sich nicht mehr an den Schuldenschnitt halten müssen?

@ Bikky-kun: Pinochet war Chile

Damit ist ihre Argumentation soweit hinüber.

argentien

bitte lesen sie sich den Bericht mal richtig durch. dann werden sie feststellen das dies Wort der argentinischen Regierung zu recht bestecht. die passenden Gerichte machen auch noch mit.

@Pivo Nein, wenn Argentinien

@Pivo
Nein, wenn Argentinien einfach aufhört US-Gläubiger auszuzahlen, dann kommen die 3 (ebenfalls US) Ratingagenturen, stufen das Land auf die unterste Stufe. Damit wird alles noch teurer und dann kommen auch reale Probleme für die argentinische Bevölkerung. Denn die ganze Welt tanzt kredittechnisch nach der Pfeife der US Agenturen.

um 18:03 von Hartz-IV-Ossi

"Den antiamerikanische Beigeschmack in Ihrem Post möchte ich jetzt mal nicht kommentieren."
Kommentieren sie ruhig. Bringen sie Argumente. Zählen sie Tatsachen auf. Aber echte.
Wieviel freier Wille bei der Festlegung des Gerichtsstandes involviert war, möcht ich mal noch in Frage stellen. Vor allem aber drauf hinweisen, dass dies in Zeiten der faschistischen Diktatur - die übrigens ca. zehn Mal mörderischer war, als die chilenische - in Argentinien geschah, wie auch das Gros der Schulden, deren Tilgung eigentlich schon seit Jahren erledigt wäre, wenn nicht ein paar allzu Geldgierige sich im letzten Moment noch 7 % davon zu einem Spottpreis gesichert hätten, noch aus dieser Zeit stammt.

Man kann aus den Kommentaren

Man kann aus den Kommentaren herauslesen, dass es viele Leser unmoralisch finden, dass Hedgefonds ein ganzes Land in "Geiselhaft" halten können.

Dabei vermisse ich den Unterschied zwischen Moral, Anstand, "dem richtigen Tun" und Recht. Im Recht gibt es weder Moral, Logik, noch Herz.

Dementsprechend spielt es keine Rolle ob es nun Hedgefonds waren oder nicht, es spielt ganz genauso keine Rolle ob diese leistungsloses Einkommen generieren oder nicht. All das darf im Recht keinen Einfluss darauf haben, ob Argentinien hier nicht falsch handelt.

Dazu gibt es eine kleine alte Geschichte, in welcher ein hungernder Mann von einem gerade anlegenden Fischer einen Eimer Fisch kaufen möchte um sich und seine Familie zu ernähren. Der Fischer lehnt jedoch ab. Schlussendlich greift sich der Mann einen Eimer, wirft dem Fischer das Geld hin und läuft weg.

Hier darf man nicht mit Moral oder Mitgefühl für die hungernde Familie argumentieren. Es ist ein ganz klarer Verstoss gegen das Vertragsrecht.

Zusammenhaenge verstehen

Alle die hier den Richter oder die USA kritisieren, verstehen den Zusammenhang nicht. Fuer internationale Transaktionen wird ein Gerichtsstand vereinbart, oder der Gerichtsstand kann dort sein wo die Transaktion stattfindet. Der Streit ist vor amerikanischen Gerichten weil Argentinien das so vereinbart hatte als es die Anleihen an der New Yorker Boerse ausgab. Und ein Gerichtsstreit beginnt immer vor einem unteren Gericht, mit der Moeglichkeit danach vor einem hoeheren Gericht Berufung oder Revision einzulegen (um deutsche Terminologie zu benutzen.) Haetten sie die Anleihen in Frankfurt ausgegeben, wuerde da jetzt ein hessischer Landrichter die Entscheidung pinseln. Um dann tatsaechlich an Geld ranzukommen ist die Frage wo sich das Geld befindet, d.h. ob diese gesperrten Konten von denen die Rede ist sich in USA order Argentinien befinden.

Griechenland ist überall

Was an Hintergrundinformation fehlt ist, dass die Gläubiger, welche den Schuldenschnitt seinerzeit akzeptierten (die große Mehrheit), weil aus dem Land partout nicht mehr rauszuholen war durch den Richterspruch, der keine Rücksicht auf das künftige Wohl der Bürger nimmt (wir kennen das von Griechenland und der Troika), nun wieder alle Ex-Gläubiger gleichstellt. Argentinien riskiert dadurch nach Angaben bis 140 Mrd. USD Nachzahlungen, also die Totalverarmung und Übernahme des Eigentums des Landes durch die Ex-Gläubiger und damit Verlust des inneren und äußeren Friedens. Wer will so etwas? Der Richter Griesa.

Kein Wunder, dass die lateinamerikanische Welt (G77 der UN) weg will vom Dollar, IWF etc. für eine neue Weltordnung in ihrer Bolivien-Deklaration, wo in fast 200 Punkten ihre Positionen erklärt sind. Kam hier nicht.

Seitdem greifen EU und USA China (Nr. 134 der G77 an und RF ist eingeladen) an, im UA-Konflikt gegen RF zu agieren, statt das Bündnis zu stärken..

@Bikky-kun

Pinochet war Chile. Hat hiermit nichts zu tun.

Geld aus dem Nix schaffen,

Geld aus dem Nix schaffen, davon Staatsanleihen kaufen und die Welt in der Zinsknechtschaft zu halten, dieses Modell läuft aus. Die US-FED Familien werden sich noch wünschen, diesen Planeten unbeschadet verlassen zu dürfen. Immer mehr Menschen durchschauen das Geldsystem.

Richter Thomas Griesa

Was kann man auch schon von einem 83jährigen!!!! Richter Thomas Griesa erwarten. In seiner Entscheidung scheint schon etwas Senilität durchzuschimmern - mindestens hat er in seinem Alter wohl den Überblick über die gesamtgesellschaftliche Verantwortung verloren.

"... was würde passieren,

"... was würde passieren, wenn Argentinien die Fonds ganz einfach die kalte Schulter zeigen und garnix tun würde?
Kommt dann die Aurelius Armee mit Wasserpistolen?
Oder würde sich Onkel Sam erdreisten, mit schwerem Gerät einzumarschieren?"

Kommen keine Marines und besetzen die Staatsbank. Nichts der gleichen. Bloß, das Land gilt als Zahlungsunfähig, und wenn sie wieder Geld brauchen (das ist immer der Fall), gibt es eben keinen, oder es gibt welches, von sonst wo her, aber unter sehr schlechten Konditionen, da das Land als Risiko gilt. Potentielle Geldgeber, oder Fonds, müssen dann Anleger mit hohen Zinsen anlocken.
Alles schön und gut, Argentinien gut, USA böse, ich würde persönlich kein Geld in solch ein Fond anlegen, da ich um mein Geld fürchten musste, genau wie jeder andere, der sein schwer verdienten Groschen sicher anlegen will.

@pnyx

um 18:03 von Hartz-IV-Ossi
"Den antiamerikanische Beigeschmack in Ihrem Post möchte ich jetzt mal nicht kommentieren."
Kommentieren sie ruhig. Bringen sie Argumente. Zählen sie Tatsachen auf. Aber echte.

Wozu? Reiner Antiamerikanismus ist ohnehin nicht gleaubwürdig.

@18:48 von hut

Schon klar wie Schuldverschreibungen funktionieren.

Was heißt Speerspitze? Die Hedgefonds haben halt die Titel inne, für die kein Schuldenschnitt vereinbart wurde. Und Paul Singer hat nach meinem Wissen als einziger geklagt, was Sinn ergibt, da sein gesamtes Vermögen auf dieser "Investitions"-Strategie aufbaut. Die übrigen Investoren haben ja den Schuldenschnitt abgenickt und schon lange verbucht. Wenn er gerichtlich angezweifelt wird, werden sie aber warscheinlich nicht bescheiden verzichten..

"Würde Argentinien dies nicht tun, würden die Gläubiger alles weltweit zur Vollstreckung bringen." Da kenne ich mich nicht im internationalen Recht aus. Heißt das, dass Mr Singer in allen Ländern, wo die argentinische Präsidentenmaschine landet, Klage einreichen muss? Oder müssen die US-Behörden um Amtshilfe ersuchen? Wie schon geschrieben, nur Staatsvermögen, deswegen hat das mit dem Außenhandel nichts zu tun.

@17:23 von buemo_3

Nehmen wir die BRD. Keine Verfassung, nur Grundgesetz. Wo steht geschrieben, dass Staatsschulden zurückgezahlt werden müssen.

Nehmen wir halt für's Erste das Grundgesetz, hier §14 Abs 1 und 3:

(1) Das Eigentum [...] [wird] gewährleistet.

(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

Was ist denn ein Schuldenschnitt anderes, als eine teilweise Enteignung?

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