Kommentare - Mutmaßlicher Bengasi-Drahtzieher in USA vor Gericht

28. Juni 2014 - 23:04 Uhr

Gut zwei Wochen nach seiner Festnahme ist der mutmaßliche Drahtzieher des Anschlags auf das US-Konsulat in Libyen in Washington einem Haftrichter vorgeführt worden. Ahmed Abu Khatallah wird des Mordes und Terrorismus angeklagt. Ihm droht die Todesstrafe.

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Kommentare

Ihnen ...

... ist anscheinend ein offensichtlicher Tippfehler unterlaufen.
"US-Spezialkräfte hatten Khatallah am 17. Juni am Rand der ostlibyschen Stadt Bengasi ---->gefangen genommen<---- ."
Richtig wäre ---->entführt<----!, denn es wäre relativ neu das die USA in Libyen polizeil. Befugnisse hat.
Kann ja mal passieren ...

Abhängig vom Großkapital

Es ist eigentlich eine Schande, dass die Amerikaner den Beschuldigten ohne Vorwarnung in Libyen fangen durften. Eigentlich hätte sein Anwalt vorgewarnt werden müssen. Das zeigt, dass Libyen kein souveränes Land ist sondern abhängig vom US-Kapital und den Ölkonzernen.

Entführung und Verhör ohne Rechtsbeistand

@Wolfes74 hat schon Recht. "Entführt" statt "gefangen genommen" wäre besser und richtiger formuliert. Aber dass die libysche Regierung dagegen protestiert, interessiert die Amis nicht. Rechtsstaatliche Denkweisen und Handlungsweisen, also z.B. Ahmed Abu Khatallah von den libyschen Sicherheitsbehörden per internationalem Haftbefehl verhaften lassen und dann einen Auslieferungsantrag stellen, hat man in Waschington schon lange über Bord geworfen. Dem Inhaftierten Rechtsbeistand in Form eines Rechtsanwaltes zukommen zu lassen, kommt für die Amis auch nicht mehr in Frage. Und das amerikanische Volk jubelt.

Armer Terrorist

@Regime in D.C.:
"Entführt" statt "gefangen genommen" wäre besser und richtiger formuliert. Aber dass die libysche Regierung dagegen protestiert, interessiert die Amis nicht.

Ausnahmsweise kann ich die Amis da gut verstehen. Die wollen den "armen Terroristen" eben vor Gericht stellen.

@Regime:

Dem Inhaftierten Rechtsbeistand in Form eines Rechtsanwaltes zukommen zu lassen, kommt für die Amis auch nicht mehr in Frage.

Das ist nicht richtig. In den USA bekommt jeder Angeklagte einen Anwalt. Wenn er ihn nicht selbst bezahlen kann, steht ihm ein Pflichtverteidiger zu. Dieses Recht ist unveräußerlich und unabhängig von der Schwere der Anklage.
Ich find's nicht gut, auf diese Art Stimmung gegen die USA machen zu wollen.

@Laurisch

Ein Verdächtiger hat kein Anrecht darauf, vor einer Verhaftung vorgewarnt zu werden. Strafverfolgungsbehörden eines Landes dürfen in Ausnahmefällen auch in einem anderen Land tätig werden.

Dass Sie den Fall mit einer Portion Kritik an den USA und dem Kapitalismus verbinden, finde ich hier nicht sachdienlich.

@ Wolfes74

Die Wortwahl "gefangen genommen" ist richtig, denn sie enthält keine Wertung. Ihre Wortwahl "entführt" wertet. Das Gegenstück hierzu wäre übrigens "verhaftet", was genauso wertend wäre.

Ich bin mir übrigens noch nicht sicher, ob Ihre Ausführung zum "Tippfehler" ein Versuch ist Ihre Meinungsmache zu tarnen oder einfach nur Polemik.

Wortlaut

Der Text lautet:

"US-Spezialkräfte hatten Khatallah am 17. Juni am Rand der ostlibyschen Stadt Bengasi gefangen genommen. Anschließend wurde der Terrorverdächtige auf einem Militärschiff verhört und in die USA gebracht. Die libysche Regierung protestierte gegen das Vorgehen der USA in ihrem Land."

So, wie der Text formuliert ist, geht die Sachlage völlig eindeutig aus ihm hervor. Das Wort "entführt" passt nicht, da es eine Doublette mit den restlichen Verben erzeugen würde.

@ 00:33 von Regime in D.C.

Glauben sie wirklich das die libyschen Behörden (wenn es die zur Zeit überhaupt gibt) diesen Mann festgenommen und an die USA ausgeliefert hätten? Kaum zu denken. Und der Inhaftierte hat einen kostenlosen Rechtsanwalt gestellt bekommen. Und es wäre anständiger wenn sie die Bewohner der USA nicht "Amis" nennen würden. Die Amerikaner nennen Euch auch nicht die "Krauts". Aber Anstand wird bei ihnen wohl nicht groß geschrieben. Übrigens die Terroristen, egal wo sie sich verstecken, sollen wissen das sie von den USA verfolgt und fest genommen (oder von mir aus auch entführt) werden, und das sie nirgendwo sicher sind. Wem das nicht passt soll die USA und ihre Bürger nicht angreifen.

Festnahme ist nur konsequent

Wenn die Amerikaner dem Verdächtigen in Libyen auf die Spur gekommen sind, ist es doch nur konsequent, ihn festzunehmen und vor Gericht zu stellen. Ein rechtsstaatliches Verfahren wird ihm sicher sein.
Oder möchte hier jemand ernsthaft dafür streiten, dass sich Terroristen unbehelligt in Libyen bewegen dürfen?

@ harry.berlin

Davon das sie das recht auf einen Anwalt haben wissen die Guantanamo häftlinge aber irgendwie nichts schon komisch oder?

Sie sollten weniger Fernsehen, die Realität sieht leider anders aus.

@"Regime in DC"

" Rechtsstaatliche Denkweisen und Handlungsweisen, also z.B. Ahmed Abu Khatallah von den libyschen Sicherheitsbehörden per internationalem Haftbefehl verhaften lassen und dann einen Auslieferungsantrag stellen, hat man in Waschington schon lange über Bord geworfen. Dem Inhaftierten Rechtsbeistand in Form eines Rechtsanwaltes zukommen zu lassen, kommt für die Amis auch nicht mehr in Frage."

Beides einfach falsch. Erstens haben die libyschen, nicht die US-Behörden ihn zuerst als Hauptverdächtigen identifiziert, dann aber nichts zu seiner Ergreifung unternommen.
Zweitens hat er selbstverständlich sofort Rechtsbeistand bekommen. Seine Anwältin heisst Michelle Peterson, falls Sie echte Informationen nicht zu sehr stören.

harry.berlin

Das ist nicht richtig. In den USA bekommt jeder Angeklagte einen Anwalt.

Beim Verhör auf dem Kriegsschiff hatte er keinen Rechtsanwalt. Die Verhörmethoden der Amis sollten bekannt sein. Ich habe mich nicht auf den zukünftigen Prozess bezogen, sondern auf die im Artikel beschriebenen Vorkommnisse. Die Amis haben den Verdächtigen entgegen der libyschen Souveränität außer Landes gebracht und dann ohne Rechtsanwalt verhört. Das sind gleich zwei Verstöße gegen rechtliche Normen. Und das amerikanische Volk jubelt.

Strandhase43

Glauben sie wirklich das die libyschen Behörden (wenn es die zur Zeit überhaupt gibt) diesen Mann festgenommen und an die USA ausgeliefert hätten? Kaum zu denken.

Wenn das "kaum zu denken" ist, hat die Bombardierung Libyens offenbar einen "Failed State" hinterlassen. Das Ignorieren völker- und menschenrechtlicher Normen scheint dann nur "folgerichtig".

Absalom

Auch für Sie noch mal: wenn man jemanden habhaft werden will, der sich nicht im eigenen Hoheitsgebiet befindet, stellt man einen internationalen Haftbefehl. Die Amis haben das nicht gemacht, sich dafür aber über die libysche Souveränität hinweggesetzt. Zu Michelle Peterson, sie ist die Anwältin für den Prozess. Das Verhör auf dem Kriegsschiff fand ohne sie statt. Auch wenn man das in Amerika inzwischen wohl anders sieht, aber Verdächtige haben Rechte.

@Keyalha

"...die Guantanamo häftlinge...Sie sollten weniger Fernsehen, die Realität..."
.
=> die traurige Realität ist, dass islamistische Terroristen JEDEN TAG mehr Menschen töten, als in Guantanamo einsitzen

@Regime

Die Amis haben den Verdächtigen entgegen der libyschen Souveränität außer Landes gebracht und dann ohne Rechtsanwalt verhört. Das sind gleich zwei Verstöße gegen rechtliche Normen.

Gegen welche Normen (bitte konkret das Gesetz und die Paragraphen nennen) wird denn Ihrer Meinung nach hier verstoßen?

Verhoer ohne Rechtsanwalt

Der Zweck des Verhoers auf dem Schiff war herauszufinden ob und was der Mann ueber moegliche bevorstehende Terroraktivitaeten gegen die USA wusste. Seine Aussagen koennen nur dazu gebraucht werden solche Aktivitaeten zu verhindern, nicht ihn zu verurteilen. Nur was er nach der Vorlesung seiner Rechte und unter Beistand eines Anwalts aussagt kann dazu verwendet werden ihn zu verurteilen.

@peter04 das ist richtig

und genauso falsch nur wenn wir deswegen unsere Rechtsstaatlichkeit aufgeben reduzieren wir uns wieder auf auge um auge und zahn um zahn.

Wenn wir das zulassen haben die Terroristen gewonnen...

@ 02:29 von Hartz-IV-Ossi

"Gegen welche Normen (bitte konkret das Gesetz und die Paragraphen nennen) wird denn Ihrer Meinung nach hier verstoßen?"

Sie scheinen sich ja in der US-Gesetzgebung auszukennen. Dann seien Sie doch bitte so freundlich, uns an Ihrem Wissen teilhaben zu lassen und entsprechende Gesetze und deren Quellen im Internet zu benennen.

@Harry Berlin

Nope. Ohne WISSEN und ZUSTIMMUNG der Regierung hat KEIN Land das recht fremde Staatsbuerger auf fremdem Terretorium festzunehmen. Voelkerrecht! Das scheint fuer die USA keinerlei Gueltigkeit mehr zu haben. Soviel zur Rechtslage.

Ohne wenn und aber...

handelt es sich hier um eine Entfuehrung einer Person die libyscher Staatsbuerger ist vom Terretorium Libyens ohne Benachrichtigung und Genemigung der dortigen Regierung. Voelkerrechtsverstoss. Basta. Was gibts da zu diskutieren?

@Opho

Die Wortwahl "entführt" ist korrekt, denn die US Truppen haben ihn dort "gefangen", wo sie keine Zuständigkeit haben. Wäre er von Libyschen Truppen gefangen und dann an amerikanische übergeben worden, dann wäre das korrekt gewesen, aber so ist er von "Privatpersonen entführtworden".

Diese "ich setze mich über geltendes internationales Recht hinweg"-Art und Weise der USA ist doch ein großer Teil dessen, weswegen jeder dieses Land verachtet.

Die USA handelten richtig

Die Ergreifung der Mörder der US-Botschaftsangehörigen in Bengasi durch US-Streitkräfte in Libyen ist genauso richtig wie die Verfolgung Bin Ladens durch die Amerikaner in Pakistan.
In beiden Fällen wäre ein Ergreifen der Täter durch lokale Autoritäten entweder sehr ungewiss (im libyschen Fall aufgrund der momentan teilweise archaischen Zustände im Land, die erst noch dabei sind, sich zu einem konsolidierten Staatswesen zu entwickeln) oder sogar völlig unmöglich gewesen (im Falle Pakistans hatte Bin Laden offensichtlich mächtige Rückendeckung beim pakistanischen Militär bzw. der Polizei).
In solch konkreten, offensichtlichen Fällen degeneriert der Vorwurf der Verletzung der lokalen staatlichen Souveränität durch die USA in einen pseudojuristischen Sturm im Wasserglas.
Wir sollten vielmehr zusammen mit den USA froh sein, dass schlimme Verbrecher nun der Gerechtigkeit zugeführt werden. That's what counts. Oder ist es besser wenn solche terroristischen Mörder frei herumlaufen?

@ Regime in D.C. Amerikafeindlichkeit?

Ihnen scheint so ziemlich alles recht zu sein, wenn bloß gegen die von Ihnen so (diskriminierend) bezeichneten "Amis" geht. Warum nur? Können es die Deutschen immer noch nicht ertragen, dass ihnen Amerika (die USA) Freiheit und Demokratie gebracht hat?

Was ist bitteschön an "Amis" diskriminierend?

Das war im besetzten Berlin in den 50er Jahren eine eher respektvolle Bezeichnung von US-Soldaten, auch von kleinen Jungs wie ich es damals war.

Einigermaßen anmaßend finde ich eher, von "Amerika" zu reden, wenn man die USA meint - auch wenn das rein machtpolitisch wohl eher den Tatsachen entspricht!

@ CE

"Die Wortwahl "entführt" ist korrekt..."

Einfach mal aus reinem juristischen Interesse: Wie stehen Sie eigentlich dazu, dass Adolf Eichmann 1960 durch Privatpersonen aus Argentinien entführt und später in Israel verurteilt wurde?

Hätten Sie sich da auch dafür eingesetzt, dass der "mutmaßliche" Massenmörder sofort auf freien Fuß zu setzen sei, da er vom israelischen Geheimdienst ja an einem Ort gefangen wurde, an dem Israel keine Zuständigkeit hatte? Wäre interessant zu wissen, ob sie damals Freiheit für Eichmann gefordert hätten.

"ist doch ein großer Teil dessen, weswegen jeder dieses Land verachtet."

Ich bin begeistert, hier einen so wichtigen Menschen anzutreffen, der gleich für die komplette Weltbevölkerung sprechen kann!

Wirklich? JEDER verachtet die USA? Ist mir meinem sehr internationalen Freundeskreis noch gar nicht aufgefallen. Und meine Freunde sind alle, so wie ich auch, bekennend "Links" und aktive Unterstützer sozialistischer Bewegungen in ihren Heimatländern.

@tagtest

Ihnen ist hoffentlich bewusst, dass mit solchen Aktionen "internationale Gepflogenheiten bezüglich Recht und Gesetz" untergraben werden? Wenn sich die USA nicht daran halten, dann braucht das auch kein anderer Staat ... und dann braucht sich auch niemand darüber aufregen, wenn - theoretisch gesprochen - Russland z.B. Waffen an Separatisten liefern würde.

JEDER STAAT MUß SICH AN RECHT UND GESETZ HALTEN ... SONST GIBT ES CHAOS UND KRIEG! KEINE AUSNAHMEN!

@Strandhase43

"Shit happens" ... und man kann nicht alles haben!

Wenn sich die Amis nicht an Regeln halten, dann muß das auch kein anderer. Wenn man sich schon zur Weltpolizei hochstilisiert, dann muß man auch konsequenter als "die Bösen" Recht und Gesetz befolgen. Da die USA dies aber NICHT TUN, wird jeglichen illegalen und geheimen Aktionen Tür und Tor geöffnet.

Wir können diese Welt nicht besser machen, wenn wir "das Recht des Stärkeren" für uns geltend machen. Das gilt für wirtschaftliche Expansion der EU genauso wie für die militärischen Aktionen der USA. Alleine die Tatsache, dass Menschen entführt und JAHRELANG ohne Anklage in Guantanamo Bay gefangen gehalten und gefoltert worden sind, macht jegliche moralische Legitimation der USA zunichte.

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