Kommentare - USA nehmen Verdächtigen wegen Anschlags in Bengasi fest

17. Juni 2014 - 19:49 Uhr

Ein mutmaßlicher Drahtzieher des blutigen Anschlags auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi ist gefasst. Spezialeinheiten nahmen den Verdächtigen offenbar bereits am Sonntag in dem Land fest. Ihm soll jetzt in den USA der Prozess gemacht werden.

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Kommentare

Entführung in Libyen durch US-Militär

Der Verdächtige Ahmed Abu Khatallah sei bei einer geheimen Kommandoaktion in Libyen festgenommen worden, teilte Pentagon-Sprecher John Kirby mit.

Eigentlich ist Libyen ein souveränes Land, und Festnahmen sollten von der dortigen Polizei durchgeführt werden. Die USA könnte dann einen Auslieferungsantrag stellen. Aber die Amis interessiert das nicht. Sie entführen einfach so Leute aus fremden Ländern und bringen sie einfach irgendwohin. Ob Ahmed Abu Khatallah mit Rechtsstaatlichkeit inkl. Rechtsanwalt rechnen kann muss bezweifelt werden.

Wenn die Amis schon etwas mitteilen,

dann ist es eh meist gelogen.
Nur erstaunlich, dass die TS immer wieder so tut, als kämen von den Amis seriöse außenpolitische Nachrichten. Tja, dieser Glaube ist wahrscheinlich gewollt, sind doch diese Kriegstreiber die Freunde der CDU und SPD.

"USA nehmen Verdächtigen wegen Anschlags in Bengasi fest"

"Der Verdächtige Ahmed Abu Khatallah sei bei einer geheimen Kommandoaktion in Libyen festgenommen worden, teilte Pentagon-Sprecher John Kirby mit."

.

Eine Frage hat die TS hier leider nicht beantwortet oder beleuchtet. Wurden die staatlichen Organe von Libyen von den USA vorher über diese Aktion informiert oder hat sich die USA hier wie eine Kolonialmacht benommen und sich über jedes internationale Recht hinweggesetzt?

Gut dass er gefasst ist

@Regime in D.C.:
Die USA könnte dann einen Auslieferungsantrag stellen. Aber die Amis interessiert das nicht. Sie entführen einfach so Leute aus fremden Ländern und bringen sie einfach irgendwohin.

Gut so. Ich denke, wir können im Gegensatz zu Ihren Bedenken auf umständliche Rechtsanalysen verzichten. Gut für den Rest der Welt, dass dieser Terrorist gefasst ist.

Klarheit

Die US-Justiz macht auf der ganzen Welt unmissverständlich klar, dass Untertauchen bestenfalls auf Zeit möglich ist. Irgendwann wird jeder Terrorist festgenommen.

Entführung

Hab beim Lesen dieses Artikels an E. Snowden gedacht. Ich hoffe, dass er nie in die Fänge des USA- (Un)rechtssystems kommt.

@Freier nWesten

"Neu
Am 17. Juni 2014 um 21:37 von Freier Westen
Gut dass er gefasst ist
@Regime in D.C.:
Die USA könnte dann einen Auslieferungsantrag stellen. Aber die Amis interessiert das nicht. Sie entführen einfach so Leute aus fremden Ländern und bringen sie einfach irgendwohin.
Gut so. Ich denke, wir können im Gegensatz zu Ihren Bedenken auf umständliche Rechtsanalysen verzichten. Gut für den Rest der Welt, dass dieser Terrorist gefasst ist"

.

Das ist in meinen Augen eine interessante Argumentation, denn das ist in meinen Augen der Anfang einer Diktatur.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diktatur

Klare Absprachen

Wie man auf Spiegel-Online lesen kann, gab es eine klare Absprache zwischen amerikanischen und libyschen Vertretern. Einzelheiten waren der libyschen Seite allerdings nicht bekannt, um die Gefahr zu minimieren, dass das Umfeld des Täters vor dem Zugriff gewarnt wird. Die Marines kamen und gingen lautlos, ohne viel Federlesen. Kein Terrorist in der ganzen Welt sollte sich sicher fühlen.

Recht der Terroristen

Auch die Terroristen haben Menschenrechte. Die USA haben nicht das Recht, in einem souveränen Land ohne dass der Verdächtige durch seinen Anwalt gewarnt werden kann, zuzugreifen. Hier wird in jedem Falle das Völkerrecht durch die Kolonialmacht USA verletzt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Volkerrecht

@Berlinerin:

Hab beim Lesen dieses Artikels an E. Snowden gedacht. Ich hoffe, dass er nie in die Fänge des USA- (Un)rechtssystems kommt.

In den Fängen des RF- (Un)rechtssystems ist er ja schon seit einem Jahr. Traurig.

@ Berlinerin

"Hab beim Lesen dieses Artikels an E. Snowden gedacht."

Sie wollen doch nicht allen Ernstes einen Friedensaktivisten wie Snowden mit Terroristen, die den Tod von Zivilisten billigend in Kauf nehmen, auf eine Stufe stellen.

Edward Snowden hat das demokratische Recht des Whistleblowers wahrgenommen und ich hoffe, die Geschichte wird es ihm eines Tages genauso danken wie damals Daniel Ellsberg, der die Tonking Affäre offenlegte. Die Attentäter von Benghazi hingegen haben sich bewusst außerhalb des Gesetzes gestellt, erwarten jetzt aber, nach dem Buchstaben des Gesetzes, das sie gebrochen haben, behandelt zu werden.

Mir gefällt auch vieles an der US-Justiz nicht, aber deswegen sollten wir doch noch lange nicht Terroristen zu Friedenshelden hochstapeln. Der Gegner meines Gegners ist nicht immer mein Freund.

@Laurisch.

" In den Fängen des RF- (Un)rechtssystems ist er ja schon seit einem Jahr. Traurig."

.

Nun dort wäre er aber nicht wenn nicht die USA eingeschritten wären, denn dann wäre er in Ecuador. In einem demokratischen und sozialistischen Staat. Anders als der Herr Manning. der sitzt im Unrechtsstaat USA.

@20:07 von Regime in D.C.

Eigentlich ist Libyen ein souveränes Land, und Festnahmen sollten von der dortigen Polizei durchgeführt werden. Die USA könnte dann einen Auslieferungsantrag stellen. Aber die Amis interessiert das nicht.

Der Fall Bengasi hat innerhalb der USA dermaßen Wellen geschlagen, dass sich Obama auf keinen Fall leisten konnte, dass hier irgendwas schief geht. Hier musste unbedingt ein Erfolg her.

Außenpolitische Konsequenzen drohen im Prinzip keine, weil sich nur die aufregen, die sich sowieso bei alles und jedem über die USA beschweren, egal ob sie beteiligt sind oder nicht.

@21:55 von Laurisch.

Die USA haben nicht das Recht, in einem souveränen Land ohne dass der Verdächtige durch seinen Anwalt gewarnt werden kann, zuzugreifen.

Das ist doch lächerlich. Seit wann muss irgendjemand eine Festnahme VORHER einem Anwalt melden?

Ihr Einwand bzgl. Völkerrecht läuft ins Leere, solange die Aktion mit den zuständigen libyschen Behörden abgestimmt war. Wie es aussieht, war sie das.

@Laurisch,21.55

Plumper Anti-Amerikanismus!
Warum zuerst den Mörder warnen? Dass er fliehen kann? Wie hat er und seine Spießgesellen die Menschenrechte in Bengazi geachtet?
Ich hoffe, dass er einen fairen Prozess bekommt.

@laurisch Warnung durch einen Anwalt???

Seit wann muss man durch einen Anwalt vor einer Verhaftung gewarnt werden? Das wäre ja sehr sinnlos, weil ich so denjenigen Zeit gebe zu fliehen oder Beweise zu vernichten.

" Hier wird in jedem Falle das Völkerrecht durch die Kolonialmacht USA verletzt."

Also erstens ist die USA keine Kolonialmacht mehr und zweites war der Zugriff mit Libyen abgesprochen und damit auch legal.

Übliches Feindbild

Zitat Berlinerin: "Hab beim Lesen dieses Artikels an E. Snowden gedacht."
Zitat Sasquatch: Sie wollen doch nicht allen Ernstes einen Friedensaktivisten wie Snowden mit Terroristen, die den Tod von Zivilisten billigend in Kauf nehmen, auf eine Stufe stellen.

Ich denke, es ging eher darum, etwas zu finden, mit dem man gegen die USA sein kann.

@ Sasquatch

Kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen.

Internationales Recht

Aus russischer Sicht muss man ganz klar sagen, dass jegliche Einmischungen in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Landes unterbleiben müssen. Es ist nicht hinzunehmen, dass ein libyscher Staatsbürger hier ohne vorgewarnt zu werden, von US-amerikanischen Soldaten verhaftet und entführt wird.
http://de.wikipedia.org/wiki/Souveraenitaet

@Laurisch.

Anders als der Herr Manning. der sitzt im Unrechtsstaat USA.

Weshalb gehen Sie davon aus, dass die USA ein Unrechtsstaat wäre? Manning ist in einem völlig fairen Verfahren nach internationalen Standards verurteilt worden. In Russland werden Verräter übrigens ebenfalls bestraft.

an Sasquatch

In den allermeisten Fällen sind Ihre Kommentare lesenswert und zustimmungsfähig. Umso trauriger ist es, dass Sie sich hier der Sichtweise anschließen, ein durch USA Verdächtiger ist automatisch Terrorist.

@Freier Westen

"Ich denke, wir können im Gegensatz zu Ihren Bedenken auf umständliche Rechtsanalysen verzichten."

"Dann kamen sie meinetwegen und es war niemand übrig, der für mich hätte sprechen können.”

wenn sie sich keine sorgen darueber machen dass eine nation willkuerlich menschen verschleppt ohne sich um recht und gesetz zu kuemmern dann ist ihnen nicht mehr zu helfen ...

im irak: boese al qaida, boese isis, alle mit drohnen wegpusten.

in syrien: gute al qaida, mit waffen und geld unterstuetzen.

wie verrueckt muss es eigentlich noch werden?

@Sasquatch

"Sie wollen doch nicht allen Ernstes einen Friedensaktivisten wie Snowden mit Terroristen, die den Tod von Zivilisten billigend in Kauf nehmen, auf eine Stufe stellen."

sie nehmen noch die aussagen der us administration fuer bare muenze?

wer dauernd luegt, dem glaubt man nicht... ;)

informieren sie sich einfach mal ueber die ganzen ungereimheiten um die bin laden toetung und dem schicksal der einheit die ihn angeblich "neutralisiert" hat.

und was man so alles an informationen ueber hillary clinton und ihre verwicklungen in der benghazi krise bekommen kann - echt spannend und teilweise verstoerend.

und nein ich mein nicht die alu-hut fraktion, sondern da war genug in den msm, sogar in den usa, die ein sehr schlechtes licht auf die clinton werfen.

mal sehn ob die clinton nochmal mit der "ich bin gestuerzt und habe einen schweres kopftrauma und kann deshalb nicht vor dem ausschuss aussagen" nummer durchkommt ;)

@ Freier Westen

Sie meinen wohl, wenn sich denn die USA die "Freiheit" nehmen, dann ist das schon gut so. Die Vorstellungen von "Freiheit" werden zwar immer absurder, aber die USA behaupten ja wohl selbst, dass es eine Absprache mit Lybien gegeben habe.

Sollte so etwas in Deutschland passieren, dann ist die BRD tatsächlich am Ende, und die Freiheit hier ist die Freiheit anderer, die dann "mal so frei" sind.

@ DerGollum

"Umso trauriger ist es, dass Sie sich hier der Sichtweise anschließen, ein durch USA Verdächtiger ist automatisch Terrorist."

Dieser Sichtweise schließe ich mich absolut nicht an. Ich habe nicht von Personen geredet, sondern von Taten, die nicht vergleichbar sind. Und ich habe die Freiheit besessen die eine Tat - den "Geheimnisverrat" (der für mich ein völlig legitimes Whistleblowing ist) anders zu bewerten als die andere Tat. Ich will einfach das Veröffentlichen von Kriegsverbrechen nicht auf eine Stufe mit Terrorakten gestellt sehen, ganz egal wer da welche Tat begangen hat.

Manchmal wünschte ich mir allerdings, die Opfer von Terrorakten, begangen von anti-amerikanischen Organisationen würden in unserer so sehr auf Rechstsstaatlichkeit bedachten Welt genauso viele Anwälte finden, wie die Mörder von Frauen und Kindern. Aber solange diese Mörder nur Gegner meines Heimatlandes sind, ist das wohl völlig in Ordnung. Hauptsache, den Terroristen werden die Mirandarechte verlesen.

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