Kommentare

Firmeninsolvenzen verringern sich,

weil die Insolvenzwelle schon den größten Teil der Firmen und Betriebe "geputzt" hat. Die entleerten Bürogebäude und Schaufenster in den Städten ringsherum sprechen Bände.
Ganz clevere "Geschäftsleute" kennen sich heute in den Fördergesetzen - auch der EU - besonders gut aus, gründen große Betriebe anstatt kleine Firmchen, und sorgen so - dank fehlender oder verkalkulierter Aufträge für besonders große und schwerwiegende Verluste bei Gläubigern und den Sozialwerken, wenn der Insolvenzverwalter einbestellt werden muss.

Der kleine Mittelstand ist schon fast tot, und jeder Neuversuch zur Betriebsgründung muss schon dank der Verwaltungs-Vorschriften und -Kosten im Chaos enden.
Menschen lernen eben dazu.

Bei manchen Händlern die

Bei manchen Händlern die trotzdem überleben, frage ich mich doch wie diese überleben können, denn ich kenne eine Menge die so gut wie keinen Publikumsverkehr haben ... angefangen von Matratzenlagern über Handyshops hin zu Hutgeschäften. Auch ein Chinarestaurant mit SEHR vielen Tischen und 99% leeren Tischen in Berlin-Charlottenburg sieht etwas suspekt aus. Bei den Gewerbemieten plus den notwendigen Lohnkosten, ist es verwunderlich wie sich diese Betriebe halten können ...

und Neugründungen ?

Interessant wäre für mich dazu die Entwicklung der Anmeldungen zur Neugründung einer Firma.
Und auch die Entwicklung der regulären Firmenabmeldungen, also keine Insolvenzen.

Die Frage wäre auch, wie viele kleinere Mittelständler sich am Rande der Insolvenz bewegen und für einen geringes Entgelt arbeiten, kaum noch investieren, nur um nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten (in die sich sich aber schon befinden).

Kein Wunder

Wohl auch deswegen wettern so viele gegen den Mindestlohn.
Es gibt zig Geschäftsmodelle, die explizit nur deswegen funktionieren, weil die Beschäftigten durch das Arbeitsamt subventioniert werden.
.
Die Firmen, die jetzt ihre Felle davonschwimmen sehen, weil sie ihren Leuten soviel zahlen können, dass sie zumindest davon einigermaßen leben können, sollen ruhig insolvenz gehen.
Die Strategie "Jobs um jeden Preis" wirkt kontraproduktiv - ja der gesamte Niedriglohnsektor ist eine tickende Zeitbombe.
Was nützen die Jobs jetzt, wenn weder soviel verdient wird, damit Steuern gezahlt werden, von Rentenbeiträgen etc. mal ganz zu schweigen? Dazu kommen dann noch öffentliche Zuschüsse.
.
Klasse ... dann lieber ein paar Jobs weniger, dafür aber einigermaßen vernünftig bezahlt und nicht öffenltich gesponsort.

Weniger Firmeninsolvenzen

Scherzkeks! Es werden ja auch immer weniger. Da hat sich doch längst die Spreu vom 'Weizen' getrennt. Wobei es immer den %Satz geben wird, der früher als die anderen aufgibt.
Von ehemals 100% sind 30% den Bach runter. Aus den neu entstandenen 100% (zahlenmäßig weniger, aber doch 100%) gibt es wieder den %Satz, der schwächer ist, als der Rest.
Man muss sich das wie die WM vorstellen: zum Schluß gibt es zwei, die im Endspiel sind. Selbst wenn alle anderen Kader gut gespielt haben.

Man sollte mal im europäischen Ausland fragen

Wie viele Unternehmen dort abwandern, weil es dort einen Mindestlohn gibt und in Deutschland so einen netten Niedriglohnsektor.

Was soll denn jetzt noch pleite gehen?

Angesichts der bereits vollzogenen "Pleiten", bleibt nicht mehr viel übrig.

Seit vier Jahren immer weniger Pleiten

Da in den letzten 15 - 20 Jahren ein extrem starkes verdrängen von kleineren Firmen (teils aufkauf oder unnötige abwicklung da die Banken keine Kredite mehr geben) statt findet, geht die anzahl der Pleiten natürlich zurück.
Da die forderungen der Gläubiger von 5,6 auf etwa 6 Millarden Euro gestiegen ist, kann jeder sehen das hier wieder Augenwischerei betrieben wird.

wer nicht wagt

kann auch nicht mehr Pleite gehen. Wenn ich kein Startkapital mehr bekomme, kann ich gar nicht erst anfangen zu prüfen, wie gut meine Idee ist. Geschäftsplan hin oder her. Weniger Pleiten sind synonym mit weniger Risiken. Wenn Extreme vermieden werden, gut. Aber hier wird den Kleinen die Luft abgedreht. Ich denke mal, das wird sich rächen. Eine lebendige Kultur von Kleinbetrieben und Selbständigen ist Lebensqualität.

@paul58

"Wenn ich kein Startkapital mehr bekomme, kann ich gar nicht erst anfangen zu prüfen, wie gut meine Idee ist".

Na ja, aber sie sollten schon vorher von Ihrer Idee überzeugt sein und fast sicher wissen, dass sie funktioniert und nicht erst prüfen (lassen).

Um Startkapital zu bekommen, was nicht so einfach ist, müssen sie andere von ihrer Idee überzeugen. Und wenn danach kein Geld fließt, ist die Idee evtl. doch nicht so gut, zumindest für den Augenblick.

Ich denke, das Investitionsklima, oder der Wille, gute Ideen positiv zu bewerten, hat auch abgenommen.
Es ist halt nicht mehr die Aufbruchstimmung wie vor 10 oder 15 Jahren wo fast jede Idee wohlwollend aufgenommen und unterstützt wurde.

Darlehen alleine tut´s nicht

Jedes Darlehen muss auch getilgt werden, was durch die prozentualen Verzinseszinsungen (wieder PPuZZ) und den Billigkauf-Kunden sowie durch Billig-Subis dank Umsatz-Verhinderung genau so unmöglich ist, wie der Abbau von Deutschlands Schuldenberg. Zumal die Arbeiten in einem Betrieb, ob groß oder klein, zweigeteilt sind: in unproduktive für die explodierende Verwaltungsarbeit und die produktive zur Geldgewinnung.
Ein Betrieb ist nicht nur Schreibtisch, Schreibmaschine, Schrank und eine "Tippse", wie einst in der ehem. DDR, heute ist es eine hochmoderne programmierte aktive EDV, aktuellstes Kommunikations-Equipment, alles beherrschende geprüfte Sekretärin, Vertriebler, Steuerberater, Jurist, Haftpflicht und Krankenversicherungen, Geschäftsräume - und natürlich der Boss, der Meister.
Um das alles stemmen zu können, muss der Tag mehr als 24 Stunden zählen und der Geschäftsinhaber ein einsames Super-Genie sein. Bei drohendem Forderungsverlust verleiht nicht eine Bank auch nur 1 Cent.

Darstellung: