Ihre Meinung zu: Front National sorgt für politisches Erdbeben in Paris

26. Mai 2014 - 12:16 Uhr

Frankreich im Schock: Der rechtsextreme Front National wurde mit gut 25 Prozent der Stimmen erstmals stärkste politische Kraft. Die Sozialisten von Präsident Hollande stürzten ab. Der Wahlsieger fordert nun Neuwahlen auch in Frankreich.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
3.57143
Durchschnitt: 3.6 (7 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Was heißt Protestwähler?

Wenn ich Erklärungen sehe, warum viele und immer mehr "radikal" wählen, seitens etablierter Politiker höre/lese, dann frage ich mich allerdings, wo die Selbstkritik bleibt. Die meisten Politiker sogenannter etablierter Parteien versuchen diesen Wählern eine verzerrte bis völlig illusorische Wahrnehmung zu unterstellen, aber das ist natürlich zu durchschaubar. Also nennt man sie Protestwähler, endet aber in der Wahrnehmung mit diesem Zauberwort. WARUM diese Wähler nach eigener Erkenntnis protestieren überfordert viele - dann narzisstische - Politiker. Selbstherrlich, größenwahnsinnig und einen Wahn nicht kritisiert zu werden. Wer bitte ist hier radikal?? Ohne das ich so eine Partei gewählt habe oder inhaltlich verteidige!

Linkspopulismus abgestraft

Um dieses lächerliche, medial hyperinflationär genutzte, politikwissenschaftlich höchst fragwürdige und bewusst abwertend kategorisierend genutzte Adjektiv ("rechtspopulistisch") mal ebenso zu gebrauchen:
Die linkspopulistische Sozialisten von Präsident Hollande sind scheinbar aufgrund ihrer Politik eingegangen. Die Wahl der leidenden Franzosen sind da nachvollziehbar.

Abgewatscht

Der Erfolg der Front National ist schon sehr beängstigend, aber die etablierten Parteien wie die UMP und die PS wurden abgewatscht und ich bin gespannt, wie sich das in la belle France noch entwickelt.

Tief erschuettert

Wahrscheinlich hat die Kommentatorin bezueglich der Gruende, warum in Frankreich verstaerkt rechtsextrem gewaehlt wurde, recht. Dennoch: seit 2001 lebe ich in Frankreich, und fuehlte mich als Deutsche stets herzlich willkommen..
Nach diesen Wahlen - sowohl Kommunal -als auch Europawahl- bin ich mir da nicht mehr so sicher..Ich weiss nicht, ob diese Franzosen, die so gewaehlt haben, das ganze Ausmass ihrer Entscheidung begreifen.

Auch wenn es....

...die Journalisten nicht so sehen wollen/können/dürfen: Diese Wahl war in Frankreich, Österreich und auch in Deutschland ein erster Befreiungsschlag.
Warum wurde in Deutschland kein einziges Mal von den "etablierten" Parteien darüber diskutiert ob Europa gemeinsame Werte und eine gemeinsame Identität hat? Wenn man diese Frage aufgegriffen hätte, käme man auch um die Antwort nicht herum, welche Werte, Traditionen und Ethnien NICHT zu Europa gehören.
Aber der Wähler wacht (langsam) auf.

Warum Neuwahlen?

Klar das sie das jetzt fordern, da sie Oberwasser haben.

Wenn die Leute Zeit haben sollten zur Besinnung zu kommen, könnten sie es sich nochmal anders überlegen.

Es wie immer und überall. Wenn es den Menschen schlecht geht wählen sie Extremisten. Die Aufgabe der Politik ist es jetzt, dafür zu sorgen, dass es den Menschen wieder besser geht, so einfach ist das.

Ganz schwach

Wie auch immer man es dreht und wendet, Hollandes sozialistische Regierungspartei hat lediglich 14,5% der Stimmen geholt - das ist schon mehr als ein Armutszeugnis und nimmt ihm wirklich fast die Legitimation.

Fakt ist aber auch: es wurde das Europaparlament gewählt, nicht das Französische. Und über Wahlbeteiligung, etc. reden wir dann auch besser nicht. Hollande ist so oder so am Ende, ob nun früher oder später, seine ganze Bilanz ist beispiellos schlecht.

13:37, Peter G.

Es liegt also Ihrer Ansicht nach am Narzissmus der "etablierten" Politiker, dass rassistische, fremdenfeindliche, nationalistische und dezidiert antidemokratische, antifreiheitliche Parteien Zulauf bekommen?

Diese wohlfeile, oft gehörte Politikerschelte überzeugt mich nicht, sie langweilt mich.

Ein Blick in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts macht deutlich, dass die Rechten immer dann stark werden, wenn die wirtschaftliche Lage schwierig ist.

Hitlers Aufstieg war ein Resultat der Weltwirtschaftskrise.

Ist es wieder so weit? Haben die Menschen aus der Geschichte so wenig gelernt?

Neuwahlen sind angebracht...

"Der Wahlsieger Front National will sich mit diesen Ankündigungen nicht zufrieden geben. Aus dem Ergebnis bei der Europawahl müssten auch Konsequenzen in Frankreich selbst gezogen werden. Der FN will Rücktritte und dass Frankreichs Parlament neu gewählt wird."
.
Die Forderungen des FN sind angebracht. Ich denke mal das es in Frankreich nicht anders ist als bei uns, das Volk wird abwechselnd bzw. gemeinsam von einer schwarzroten Konsenssoße regiert, die Bürger fallen langsam nichtmehr auf die Lügen der etablierten herein und wählen schlichtweg eine Alternative.

13:47 von Peter G.: Dekadenz und Selbstkritik?

"WARUM diese Wähler nach eigener Erkenntnis protestieren überfordert viele - dann narzisstische - Politiker. Selbstherrlich, größenwahnsinnig und einen Wahn nicht kritisiert zu werden."
=> Anstatt sich Gedanken über Alternativen und deren Umsetzung zu machen, wurde wieder nur DIESES dekadente selbstzerstörerische System gewählt. ALLE Parteien sind systemkonform, haben dasselbe Ziel: Unendliches Wachstum auf begrenztem Lebensraum. Umstritten ist nur die Verteilung der "Früchte" des Unmöglichen.
 
All unsere Probleme entstehen durch die Verwendung von Geld in jedweder Ausprägung und Systematik und unserer Gier nach Wohlstand, was sich in Kombination als destruktive Symbiose herausstellen wird.
 
"Wir haben die Wahl zwischen Sparsamkeit und Freiheit, oder Überfluss und Knechtschaft."
Thomas Jefferson, 1816, Mitbegründer und 3. Präsident der USA
 
"Wir" haben den Überfluss gewählt, also die Knechtschaft. Und nichts anderes stand zur Wahl!
 
Æ

Stachel in die EU

Ich glaube nicht, dass Frankreich jetzt rechts ist, vielmehr sind viele Menschen dort wie auch hier unzufrieden mit dem was in der EU passiert. Sie wollten einfach nur einen "Stachel" darein setzen. Und den Gedanken hatten dort offenbar viele.
Es ist lediglich erstaunlich, dass die anderen Parteien jetzt so betroffen reagieren. Wenn sie sich im Vorfeld nicht so arrogant über die Menschen und ihre realen Probleme hinweg gesetzt hätten, wäre es gar nicht erst so weit gekommen.

Jetzt will die (momentane)

Jetzt will die (momentane) franz. Regierungspolitik Steuern senken. Wie sie die exorbitante Verschudung in den Griff kriegen wollen, ist ja auch egal. 90% des BIP sollen es dieses Jahr sein. Zudem soll es um viele Banken sehr kritisch stehen, was natürlich von den Etablierten und Medien verschwiegen wird. Immer erst muss es an Fakten knallen, bis wir die Wahrheit erfahren. Ein gefährliches Spiel der Etablierten!

Und viele haben lauthals gejubelt, die Eurokrise sei überstanden. Der Euro ist möglicherweise Geschichte. So siehts aus.

zu wenig und zu spät

Frankreichs Premierminister Manuel Valls: "Ja, wir müssen unsere Unternehmen unterstützen, damit sie Arbeitsplätze schaffen. Ja, wir müssen die Steuern senken[...]. Vor allem für die Mittelschicht und die Arbeiter ist sie unerträglich hoch. Die wollen Verbesserungen in ihrem Portemonnaie sehen."

Der Optimist in mir denk, siehe an, Politiker sind doch zur Einsicht fähig, also besser spät als nie.

Der Pessimist in mir denkt, dass die "Offenheit & Ehrlichkeit" doch nur wieder ein Trick ist, um die letzten verbliebenen Wählerstimmen an die eigene Partei zu binden. Gerteu dem Motte, vor der Wahl ist nach der Wahl und wir versprechen uns diesmal wirklich zu bessern,
Echt jetzt
Ganz ehrlich
Ehrenwort...

Dem Realisten in mir, ist dieser ganze Wahlkampfrummel sowieso zu wider. In den Programmen wird doch eh nur das Blaue vom Himmel gelogen. Ich beurteile Parteien und Vertreter prinzipiell nur noch nach ihren TATEN.

25% FN sind für mich darum ebenso nachvollziehbar, wie verstörend.

Bleibt zu hoffen, dass die

Bleibt zu hoffen, dass die CDU/CSU schnellstmoeglichst ihre Rolle der besseren Sozialdemokraten aufgibt und anfaengt konservative Politik zu machen. Ansonsten wird der Rechtsruck auch in Deutschland nicht ausbleiben.

Für alles einen Sündenbock

Für alles einen Sündenbock haben, aber keine Lösungen? So klingt jemand der Angst hat! Prof. Dr. Lucke allein ist schon lösungskompetenter als ein dutzend von Martin Schulzes Schlag!

@fathaland slim

>>Ist es wieder so weit? Haben die Menschen aus der Geschichte so wenig gelernt?<<

Hätten Sie anstatt das Wort : Menschen
das Wort: Politiker verwendet, könnte ich Ihnen zustimmen.
Wenn z.B. in Griechenland ein Arbeiter mit Familie mit ca. "4000 Euro im Jahr" klarkommen muss,
wenn in Frankreich Mietpreise ins Unermessliche steigen usw. usw.
Glauben Sie die " Menschen" trösten sich mit einem Blick in die Geschichtsbücher?

@reconquistador

sie meinen also damit dass nur bestimmte ethnien zu europa gehören dürfen?
soetwas ähnliches hatten wir hier in deutschland auch einmal....da wurde gesagt dass die ethnie der juden nicht zu deutschland und auch nicht zu europa gehört....sie...wissen sicherlich wie dies endete
ich für meinen teil bin schockiert darüber wie sehr die rechtsextremen kräfte in frankreich zugelegt haben!

war doch zu erwarten

die konservativen haben das land in jahrzehntelanger kleinarbeit ruiniert, und die sozialisten werden dafür abgestraft das sie es nicht mit dem zauberstab in jahresfrist repariert kriegen; sie lassen die nation nicht genug hochleben um die geschundene sehle einer ex-weltmacht zu streicheln
ob in frankreich, england oder deutschland; überall dasselbe spiel...es brauchte schon einen stoiber um den sozies eine 2te amtszeit zu verpassen.
die größte hofnung ist das das rechtspopulistische personal sich wie immer so schnell als nicht nur korupter als der rest sondern auch als zu ungeschickt um es zu vertuschen herrausstellt - das hatt schon einige dieser parteien wieder in die schranken verwiesen (erinnert sich jemand noch an schill?)

@ fathaland slim

Die Unfähigkeit in absoluter Dimension eigenes Fehlverhalten reflektieren zu können und Feudalpolitik zu betreiben lässt viele zu extremen Parteien gehen. Ja natürlich. Die tun fast alles für die, die es sogar am wenigsten nötig haben und machen nopch Sprüche wie spätrömische Dekadenz, weil Verbände eine Anhebung des Sozialsatzes um 50 Euro fordern. Ferner sollen die Leistungsträger wieder es sich lohnend entlohnt werden, wobei hart arbeitende Menschen, aber ohne Doktorbetrugstitel, sorry Dissertation heißt das offiziell, und Millionen WIRKLICH hart arbeiten, wofür man aber kein Studium braucht, ausgebeutet werden.
Natürlich ist das Narzissmus. Größenwahn, Selbstherrlichkeit, Hass und die Unfähigkeit der Selbstreflektion unter der Annahme nichts mehr wert zu sein als alle anderen Menschen. Was verstehen Sie denn unter Narzissmus??
Und Hitler hat selbst erklärt, dass der deutsche Narzissmus der stärkste der Welt wäre, unabhägig davon hat er bewiesen, wie stark der deutsche Narzissmusist

15:18, Ben_Freddo

Mir ist nicht ersichtlich, dass, wenn die wirtschaftliche Lage schlecht ist, es entschuldbar ist, wenn die Menschen rechtsradikal wählen. Deswegen habe ich auch " Menschen" und nicht "Politiker" geschrieben.

Erst wählen die Menschen marktradikale Politiker an die Macht, und dann beschweren sie sich, wenn es ihnen schlechter geht und suchen bei der Rechten Zuflucht? Das ist kein mündiges, sondern Kleinkindverhalten.

Ich kann nur mit meinem Forenbruder "Lenz" hoffen, dass sich dieser unappetitliche, bräunliche Haufen bald durch seine Korruptionsaffinität selbst entzaubern wird, bevor es zu spät ist und die Katastrophe ihren Lauf nimmt.

Pogrome, diesmal gegen Moslems, bleiben uns hoffentlich erspart.

@Herzbube

"Nicht nur über die Franzosen sondern auch über die Deutschen.Steuern senken--- unglaublich naiv."

---

Ich finde das gar nicht einmal so naiv, denn es wird wieder Wachstum fördern und Investoren und Arbeitgeber anlocken. Dies braucht Frankreich ganz dringend, nachdem Hollande mit seinem purpurroten Traum von exorbitanter Reichensteuer so ziemlich alle mit nennenswertem Vermögen aus dem Land vertrieben hat.

Betrachtet man Hollands Steuer- und Wirtschaftspolitik wird klar, diese war linksextrem und hat natürlich nicht funktioniert. Dass die Menschen nun das andere Extrem wählen ist nur konsequent.

Es wird Zeit einzusehen, dass in Zeiten einer globalisierten Welt extremer Arbeitnehmerschutz, hohe Unternehmenssteuern, Vermögenssteuern, etc kontraproduktiv sind. Auf lange Sicht dient dies nämlich niemandem. Auch nicht den Arbeitern, die sich stets denken man könne den "Reichen" einfach in die Tasche greifen. Auch ist ein Umdenken und eine Förderung des Mittelstands statt Konzerne nötig.

neuwahlen sind

Bei diesem ergebniss das einzig richtige! Dann wird so manchem euromanten ein lichtlein aufgehen wie einig seine eu doch ist

Oh ihr politiker aller Laender

Moeget ihr die zeichen sehen, die eure Voelker euch setzen.

Leider sehr unwahrscheinlich.

Mittlerweile sollten wir allen Protestnichtwaehlern dankbar sein, dass sie (noch) nicht Protestextremwaehler sind.

Seit jahren weigere ich mich "die da oben" mit meiner Stimme zu unterstuetzen. Aber Obacht - Wenn ich nun sehe, dass politiker ab 25% pro Extrempartei doch zuhoeren waehrend bis zu 50% Nichtwaehler keinen Effekt haben.........dann muss ich meine Proteststrategie wohl ueberdenken

tief erschuettert

Ich lebe seit 1987 in Frankreich und habe mich hier immer sehr wohl gefuehlt. In den letzten 10 bis 15 Jahren ist das Land aber in einen 'stagnativen' Strudel geraten, den zu stoppen die etablierten Parteien einfach nicht in der Lage sind. Dabei hatte Sarkozy zu Amtsantritt das Mandat, dieses Land von Grund auf zu reformieren. Er hat seine Chance nicht genutzt und seine Waehler fallen gelassen. Daher wurde dann Hollande gewaehlt, der nun noch schlechter regiert als sein Vorgaenger. Man koennte zwar sagen, das jedes Volk die Regierung verdient, die es gewaehlt hat- aber bei Hollande und seiner PS fehlen einem einfach die Worte... Dass nun also der Front National ein starkes Mandat erhaelt ist daher absolut keine Ueberraschung - sie hatten ja noch die Moeglichkeit zu enttaeuschen !! Ich mache mir Sorgen um dieses schoene Land: denn nicht nur der Staat ist pleite sondern das etablierte politische System auch. Hier ist nicht deutsches Besserwisserei gefragt sondern unser Verstaendnis

@ Der Lenz

... ich kann Ihnen nur zustimmen.
Doch leider hat Marine Le Pen in der Partei aufgeräumt. Die zu rechtsextremen wurden einfach rausgeworfen. Ihr Ziel ist es, die gewonnenen Komunen effektif zu verwalten, um innenpolitisch weiter zu profilierent.
Sie hat die Lehre gezogen aus dem Wahlerfolg ihres Vaters 2007 ...
Im nächsten Präsidentenduell will sie eine echte Chance haben. Sie will Premier oder Präsidentin werden.
Die europäische Bühne wird sie finanziell und politisch nutzen, dass sie ihre Partei in Frankreich bestens profiliren kann.
Hoffentlich scheitert sie !

16:24, cynic

Eine Politik, die versucht, der Verarmung der Gemeinwesen abzuhelfen, indem die großen Vermögen adäquat besteuert werden ist also linksextrem? Wie sich die Maßstäbe doch im Zeitalter des Marktradikalisnus verschoben haben....

In diesem Lichte betrachtet kann man das Ahlener Programm der CDU wohl als bolschewistisch bezeichnen.

Wieso Schock?

Lesen unsere Politiker, egal wo in der EU, keine Zeitungen?

Das Ergebnis des FN war zu erwarten. Genauso wie das Ergebnis in GB.

Das kommt davon, wenn man sagt: nur ein paar Spinner und Menschen die nix kapieren, seien gegen die EU.

Das ging lange gut, aber kann nicht ewig vorhalten. Und so verliert man eben die Hemmungen. Dann wählt man eben gegen diejenigen, die einen nicht ernst nehmen.

Der grösste Fehler war und ist: die Parteien tun alle so, als sei alles super und es gäbe keine berechtigte Kritik an dem Konstrukt EU. Man hat damit den Rechten das Feld überlassen.

Das einzige das mich schockiert: dass die Botschaft, die der Wähler sendete nicht gehört und schon gar nicht verstanden wird.

Das ist wieder so ein Fall von: demokratisch ist es dann, wenn es uns gefällt.

Diese Selbstgefälligkeit, ach das Volk hat ja keine Ahnung, wir müssen es zum Glück zwingen, hat die Politik vergessen lassen: sie hat einen Auftrag vom Volk.

17:06, Dr. Merkwuerdigliebe

Ja sicher. Natürlich.

Und Unruhen wie in Thailand hoffentlich auch. Und Bürgerkrieg wie in der Ukraine ebenfalls.

Ich schrieb aber über Pogrome gegen Minderheiten, die eine rechtsradikale Spezialität sind. Dass die üblichen Verdächtigen sich dadurch bemüßigt fühlen, auf die islamistische Gefahr hinzuweisen, war mir klar.

Dieser Automatismus ist unvermeidlich, deswegen nehme ich ihn in Kauf.

Eine latente Pogrombereitschaft ist durchaus vorhanden, fürchte ich.

um 17:08 von Ina

haider wollte auch hoch hinaus
nur leider bleibt das personalproblem der populisten immer das gleiche;
entweder die leute sind loyal und tun was man ihnen sagt, was den nachteil hatt das sie dann auch glauben müssen was man ihnen sagt, sie also eigentlich zu dumm für politik sind, oder sie sind fähigepolitdarsteller die ihren profit (wahlerfolg z.b.) in der dummheit der anderen suchen; das sie es in der wirtschaft zu nichts brachten liegt dann meist an einer ausgeprägten narzistischen störung die man als garant sehen kann das diese jeden und alles im afekt ins messer schubsen werden, v.a. den scheff; sowas stellt keiner ein.
das sie es nicht im besser bezahlten showbiz probieren liegt an der abneigung gegen die "mühen der ebene" - was eine afinität zu schlecht versteckten geldkoffern erzeugt.

17:23, tisiphone

Die Rechten hätten wir auch ohne die EU an der Backe, und zwar noch heftiger als jetzt.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist nämlich keine Folge der EU, sondern des Kapitalismus. Wer seinen Marx gelesen hat, weiß, dass solche Krisen systemimmanent sind.

Der/die durchschnittliche Rechte liest aber eher selten Bücher, geschweige denn Marx, und lässt sich deswegen gern mit Sündenböcken abspeisen.

Momentan sind dies die EU, die Amis, die Moslems und die Zigeuner.

Selbst Menschen, die sich selbst als links bezeichnen würden, fallen auf so einen brandgefährlichen Quatsch herein.

unglaublich...

wie der Phönix aus der Asche steigen die neo
faschisten in Europa wieder auf...
Die FN ist eindeutig Antisemitisch (einfach mal Googel)-
Der Nationalismus sollte eigentlich durch die EU überwunden werden- was also machen solche Parteien in einem EU Parlament?
Eine Widerspruch in sich-oder?
Artikel 1-2 der EU Verfassung:
"Die Werte auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte..."
Die Neo Faschisten verstoßen gegen diese Verfassung!!!

@fathaland slim

Auch ein "fathaland slim" setzt die Psyche eines Menschen in einer extremen Lage nicht außer Kraft. Die Menschen sind nun mal so,
ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht.
Von Politikern kann ich eher erwarten, dass sie aus der Geschichte lernend agieren.
Politiker hungern nicht, Politiker müssen nicht jeden Tag um´s physische Leben kämpfen, Politiker weltweit sind rundum versorgt. Haben zwar eine höhere Schulbildung als das" gemeine Volk",
aber verhalten sich dümmer, als es die Polizei erlaubt.
Die Politiker sind es, die die Vorraussetzungen für einen
braunen oder roten Sumpf schaffen.

Die bürgerliche Mitte rebelliert auf.

In Frankreich entsteht eine Rebellion in der bürgerlich-konservativen Mitte. Hohe Jugendarbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, hohe Steuern, Massenzuwanderung und das "Sich bestimmt fühlen aus Brüssel"- dies alles u.a. sind Indikatoren zum Aufstieg von der Front National - und natürlich eine sympathische Frau an der Spitze.

Und diese ist z.Zt. die stärkste Partei in Frankreich.

17:41, Ben_Freddo

"Politiker hungern nicht, Politiker müssen nicht jeden Tag um´s physische Leben kämpfen, Politiker weltweit sind rundum versorgt. Haben zwar eine höhere Schulbildung als das" gemeine Volk",
aber verhalten sich dümmer, als es die Polizei erlaubt.
Die Politiker sind es, die die Vorraussetzungen für einen
braunen oder roten Sumpf schaffen."

Ich bitte Sie. Politikerhass steht einem Untertan gut zu Gesicht, aber doch nicht einem mündigen Bürger, der überlegte Wahlentscheidungen trifft und sich vielleicht sogar selbst politisch engagiert.

Politiker sind übrigens nur in ruhigen Zeiten einigermaßen sicher, ansonsten werden sie gern mal hingerichtet, erschossen oder ähnliches. Und selbst in ruhigen Zeiten gibt es Attentate. Ihnen ist schon klar, warum Wolfgang Schäuble im Rollstuhl sitzt?

Ihr Neid auf diese Berufsgruppe geht von falschen Voraussetzungen aus.

um 17:41 von Ben_Freddo

das ist mir nicht ganz klar
wenn es sich bei allen politikern so verhält
warum werden dann die aus dem "braunen oder roten Sumpf "(eine unredliche vermischung unterschiedlicher biotope nebenbei) von menschen die so über politiker denken gewählt?
die geschichte ist übrigens voll mit politikern die hunger(te)n, ums physische überleben kämpf(t)en oder als ungebildete quereinsteiger aufstiegen, hängt meistens mit den umständen die das ganze volk betreffen zusammen.

fathaland

"Mir ist nicht ersichtlich, dass, wenn die wirtschaftliche Lage schlecht ist"
.
die wirtschaftliche lage ist katastrophal - in süderopa!
.
und die eurobefürworter legitimieren ihre position ja nun auch durch die probleme, die eine rückkehr zu eigenen währungen deutschlands exportwirtschaft bringen würde (was ich übrigens stark anzweifel!).
.
im umkehrschluss (also wenn man davon ausgeht, dass eine dm aufwerten würde, härter würde) darf man erkennen, dass der euro als mixwährung zu HART ist für die weniger wettbewerbsfähigen süd-volkswirtschaften. dies erkennen linke. dies erkennen moderate kräfte in der spd und der cdu (die mundtod gemacht wurden) und dies erkennen auch afdler die - im gegensatz zur märchenmerkel - nachvollziehbar argumentieren.
.
ich sehe ich realkonservativ. eine position, die heute am ehesten von den linken vertreten wird, weil gabriel, merkel und grüne elitären atlantiker- und bilderbergerclubs zugeneigt sind. und ich bin sicherlich nicht rechts. der euro zerstört.

@Ben_Freddo

So sehe ich das auch. Unter großem wirtschaftlichem Druck interessiert sich der einfache Familienvater weniger für fremdenfeindliche Parolen der entsprechenden Parteien. Er nimmt einfach nur wahr, dass seine Interessen offensichtlich nichts zählen. Er macht sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz (wenn er einen hat) und ist deshalb empfänglich für Heilsversprechen.
Gerade Hollande hat doch uns allen vorgemacht, wie man mit Bravour Wirtschaftskraft liquidiert. Ich habe mit vielen Franzosen darüber gesprochen, die haben alle die Nase voll von linken Versprechungen, die nie gehalten werden bzw. auch dem Dümmsten als utopisch und nicht realisierbar erscheinen.
Die 25% von gestern bedeuten ganz gewiss nicht, dass alle diese Menschen Fremdenhasser sind. Solche Behauptungen lenken nur von der Unfähigkeit der meisten stromlinienförmigen Politschwätzer ab, die von Wohlstand reden, aber nur den eigenen meinen.

Also wenn Hollande schlimm ist...

...dann wird der Le Pen der Untergang.
Armes Frankreich und arme Franzosen, vor allem die, die diesen Wahnsinn nicht wollen, und das ist nach wie vor die Mehrheit.

um 18:04 von gierde zerstört

den € für die folgen des angriffes auf ihn über die staatsanleihen der mittelmeerländer verantwortlich zu machen ist wie wenn sie für die bauchschmerzen die sie nach dem verzehr von 4 eisbeinen haben das schwein bezichtigen.
der einzige unterschied ist das man bisher die beabsichtigte schlachtung des € verhindern konnte weil es nur ein-zwei anderen währung zur zwischenzeitigen stabilisierung gedient hätte - zum schaden aller €-staaten (und 4-5 anderen währungen die einen unschätzbaren beitrag zur verhinderung der kathastrophe leisteten).
das die schlachter es jetzt mit dem weg durch die institutionen versuchen... noch nie hatten ihre politischen landesvertretungen so viel werbemittel und dadurch soviel erfolg wie diesmal; man muss schon mächtig die trommel rühren damit die leute in der not nicht zusammenrücken sondern einander mit dreck bewerfen.

@fathaland slim

Neidisch auf Politiker? Ich?? Um Jotteswillen!
Haben Sie schon mal was von " Berufsrisiko" gehört? Jeder Polizist, ja sogar jeder Bauarbeiter hat ein hundertfaches mehr an Risiko um sein Leben als jeder Politiker.
Meine Politikerschelte ist berechtigt und kann ich 100%ig belegen.
Nur die Bedingungen hier im Forum lassen es nicht zu.

Wen soll man wählen?

Ich würde, wenn ich Franzose wäre, auch niemals den FN wählen, weil er so etwas wie der Nachfolger vom Vinchy-System ist und damit strukturell in eine Kategorie mit den anderen Rechtsextremisten in Deutschland (NPD) oder England (BNP) gehört, auch wenn man sich heute davon abgrenzt. Aber was sind die Alternativen? Konservative, die wie die CSU vor der Wahl die Rechtspopulisten spielen und nach der Wahl doch wieder so tun, als wäre im multikulturellen Staat alles ohne ernsthafte Probleme? Da kommt man sich als Wähler schon verhöhnt vor, und zwar ganz unabhängig von den derzeitigen Personalquerelen. Oder soll man die Partei seines Präsidenten wählen, der vor 2 Jahren an die Macht kam und seither quasi jedes Wahlversprechen gebrochen worden ist und es dem Land sowie der Normalbevölkerung schlechter geht als jemals zuvor seit der Nachkriegszeit, und das ausgerechnet unter einer "sozialistischen" Regierung? Wer sich so präsentiert, der darf sich nicht wundern, sondern sollte sich schämen.

Selbst Menschen, die sich selbst 17:38 fathaland slim

"als links bezeichnen würden, fallen auf so einen brandgefährlichen Quatsch herein."

Das tun sie nicht, denn sie waren nie Linke.
Bestenfalls verkappte Huldiger von Väterchen S.
Anders ist die quasi semantische Wortgleichheit der sog. neuen Rechten mit manchen "Linken" nicht zu erklären.
Es erklärt auch massiven "Wechsler" von "die Linke" zur AfD.

@14:09 von 00Schneider

"Fakt ist aber auch: es wurde das Europaparlament gewählt, nicht das Französische. Und über Wahlbeteiligung, etc. reden wir dann auch besser nicht. Hollande ist so oder so am Ende, ob nun früher oder später, seine ganze Bilanz ist beispiellos schlecht."

Stimme Ihnen voll zu.
Eben weil es eine EU-Wahl ist, spielt vielleicht auch diese recht aggressive Aussenpolitik von Hollande eine Rolle. Immer und überall bei kriegerischen Auseinandersetzungen in der ersten Reihe marschieren gefällt sicher nicht jedem Franzosen.

hier mal...

Fakten zu Wahlergebnissen der Neofaschisten in EU Mitgliedsstaaten:
Frankreich 24%
Griechenland 9%
Östereich 20%
Ungarn 14,7%
(Quelle:http://www.merkur-online.de/aktuelles/politik/europawahl/europawahl-2014-wahlergebnisse-ganz-europa-zr-3585491.html)
....
nicht dazu gezählt die Nationalisten aus GB, Skandinavien und Benelux!

Good Night....

um 18:16 von erstaunt

das etwas dem "Dümsten als utopisch und nicht realisierbar erschein(t)en." würde ich nicht unbedingt zu den bewertungskriterien zählen die ich direkt in meine meinungsbildung aufnehme.
in etwa sowenig wie wahlkampf"versprechen".
diese beiden punkte ergeben auch zusammen keine relevanz

@ 18:26 von Der Lenz

es geht nicht um staatsanleihen. per staatsanleihenoption wurden die politiker geködert.
.
der haupt-kollateralschaden ist der zusammenbruch der volkswirtschaften. die währug ist zu hart. lesen sie meinen beitrag!
.
die staatshaushalte sind völlig irrelevant - die können noch so ausgeglichen sein, nachdem die staatsbetriebe den heuschrecken zum fraß vorgeworfen werden.
.
der staat hat die aufgabe den menschen zu dienen. den bürgern. menschen die arbeiten wollen und ihre existenzgrundlage nicht zuletzt den vorfahren verdanken.
dass der staat diese menschen in ihr unglück stürzt ist das problem! nciht die lösung! das zu begreifen setzte einen gewissen grad an empathie voraus.

@Good Night 19:13 von unbändig01

was die Lesefähigkeit mancher angeht.
Man sollte schon differenzieren lernen.

20% Neofaschisten in Österreich?
Lassen sie das den Haider nicht hören.
Der erscheint umgehend in ihren Träumen
und macht endgültig nen Alb draus.

Schon abenteuerlich was hier Schubladendenken und Propagandalügen an Kommentaren hervorbringen kann.
Also noch sind wir hier nicht in Fort Meade oder auf dem Ljubjanka-Platz.

um 18:52 von artist22

das problem ist zum teil auch das links und rechts doch recht schwammige begriffe sind
da werden dinge die sich zum teil 100% wiedersprechen zusammengefasst um der einfachheit des eindimensionalen weltbildes willen.
frau gierde muss ich z.b. darin zustimmen das die linke(uspd nachfolgepartei) relativ konservativ was das geselschaftsbild betrifft daherkommt - mit ihrem geistigen verharren in der späten industriegeselschaft der mitte des 20jh sind sie der spd zwar immernoch ein jahrhundert voraus (was deren konservativismus so traumtänzerisch unrealistisch macht) und hätten das potential zum strukturdemokratischen stil der neueren parteien aufzuschliessen, aber auch die chance das geselschaftspolitische schlusslicht zu werden - ein wenig liberalismus währe hier schon hilfreich - nur wird der als rechts betrachtet...

Man kriegt wirklich Angst

Aber nicht über den Erfolg der FN sondern über die extrem parteiische Berichterstattung.

Wie kann ein Land geschockt sein, wenn so viele diese Partei gewählt haben?

Diese Stimmungsmache hier ist mehr als peinlich

Neuwahlen sind nicht angebracht!

Wahlen gehören zur (repräsentativen) Demokratie, und Legislaturperioden gehören zu Wahlen in einer Demokratie. Anders ist eine stabile Arbeit von Parlament und Regierung nicht zu gewährleisten.
Aus einem Stimmungsumschwung in Wahlen zu einem Parlament die Forderung nach Neuwahlen für ein anderes Parlament abzuleiten, bedeutet, dass man etwas vom Wesen der Demokratie nicht verstanden hat oder nicht verstehen will.

Punkt "Zuwanderung"

Im Gegensatz zu NPD, Morgenröte oder Front National, die kategorisch jede Art von Zuwanderung in das Heimatland ablehnen (plus Rückführung), gestalten sich Parteien wie AFD, FPÖ, UPIK usw. ja eben so, dass Zuwanderung auf hochqualifizierte Fachkräfte (Akademiker, also bspw. Ärzte) willkommen ist (keine Zuwanderung in Sozialsysteme wie Hartz4).

Diese Unterscheidung muss man tun, um Extrem oder moderat zu unterscheiden.

um 19:40 von gierde zerstört

irgendwie habe ich gerade ein deja-vu
der angriff lief über cds für die anleihen
optionen sind was anderes
und über eine künstliche anleihenverteuerung durch die hintertür und die anschliessende reaktionskette der zusammenbrechenden staatsfinanzen, der zahlungsschwierigkeiten der mit dem staat verquikten banken und dem darauf folgenden wirtschaftszusammenbruch(kennen sie aval?) hätte man jede währung , egal wie weich sie ist geknackt; einzig die masseträgheit der schieren größe des € hatt einen komplettkollaps der definitiv NOCH schlimmer geworden währe verhindert.
ausser dem$ und dem pfund hätte niemand etwas vom verschwinden des €
damals wie heute
auch griechenland nicht
währungen sind übrigens weder hart noch weich
nur ihr wert steigt und fällt
schneller wenn sie kleiner sind, was schlecht ist für den kleinen man der sein geld nicht anders als in bar anlegen kann

als wenn das wahr waere

als wenn sich frankreich im schock befaende.

wer's glaubt wird seelig.

es war schon lange abzusehen das die fn einen starken zuwachs erhalten wird.

jeder, der auch nur ein bisschen die franz. nachrichten verfolgt hat, wusste, dass hollande weg vom fenster ist und die fn die neue starke kraft wird.

insofern ist das keine ueberraschung, sondern nur die manifestation der bisherigen ergebnisse.

marine le pen ist schon lange in den news und ihre werbe trommel schlaegt schon lange laut.

wer jetzt denkt das kam aber ploetzlich wir ein erdbeben, hat entweder nicht die news verfolgt oder kennt die franzosen nicht.

jedenfalls bricht mit ihrem durchbruch eine neue aera an, die vielen franzosen nur recht ist.

Das ist das Ergebnis von

demokratischen Veranstalltung, die von Lug und Trug geprägt sind....Dort wo sich Menschen von Ihren Volksvertretern im Stich gelassen fühlen, dort entsteht Nährboden für einfache oft rechte Parolen. Das weis jedes Kind.
MfG

lächerlich

ob ein linker oder ein rechter gegen ttip oder den euro ist ist völlig egal. dass hier verwirrung gestiftet wird lässt tief blicken. ich ordne mich der mitte zu und hasse rassismus. und ich verachte ttip und die euro-fehlkonstruktion.
.
der eigentliche skandal ist, dass die etabkierten parteien keine ttip- oder eurogegnerschaft dulden. das ist der skandal!

Darstellung: