Kommentare - Interview: Eingefrorene Eizellen für späten Nachwuchs

22. Mai 2014 - 18:06 Uhr

Der Ethikrat beschäftigt sich auf seiner Jahrestagung mit "Social Freezing": Immer mehr Frauen lassen ihre Eizellen einfrieren, um Jahre später noch Kinder bekommen zu können. Über Fluch und Segen spricht der Gynäkologe von Wolff im tagesschau.de-Interview.

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Kommentare

cool, dann kann ich in 1000

cool, dann kann ich in 1000 Jahren noch mal ein Kind bekommen -:)

Leihmutter erlauben

Persönlich kann ich nicht nachvollziehen warum das einfrieren und spätere verwenden von eiern erlaubt ist, aber das eine andere Person die befruchtete Eier austrägt verboten ist. Es gibt doch auch viele Menschen die keine Kinder bekommen können auch trotz der in Deutschland erlaubten Reproduktionsmedizin. Solche Leute kann dann beispielsweise eine Leihmutter helfen. Wenn man ethische bedenken hätte könnte man es beispielsweise auch wie in Spanien machen.
Ich würde mir wünschen dass Leihmutterschaft in Deutschland in medizinisch notwendigen fällen erlaubt wird und wenn eine Partei diesen Punkt in ihr Wahlprogramm aufnimmt würde ich diese sofort wählen.

Social Freezing und Krebs

Dieser Artikel diskutiert nur das freiwillige Einfrieren von Eizellen. Das ist aber nur ein Grund für diese Prozedur. Es gibt viel zwingendere.

Ich wohne in America und habe letztes Jahr meine Eizellen einfrieren lassen, weil ich mit Brustkrebs diagnostiziert wurde. Eine der Nebenwirkungen der Chemotherapie ist entweder unmittelbare Unfruchtbarkeit oder das viel frühere Eintreten der Menopause. Um sicher zu gehen, dass ich nach meiner Behandlung noch Kinder bekommen kann, habe ich diese Prozedur durchgemacht. Da ich Krebs habe, wurde ich hier von mehreren Pharmakonzernen und Firmen unterstützt. Die Stimuliereungsmedikamente bekam ich kostenlos. Das Krankenhaus hat meine Behandlung zum Selbstkostenpreis durchgeführt.

Momentan wird diese Prozedur nicht von Krankenkassen bezahlt. Es gibt aber schon Bemühungen, das zu ӓhndern.
Ich bin überzeugt, dass das Einfrieren von Eizellen das Leben von Krebspatientinnen wesentlich verbessert.

Späte Befruchtung

Es muss jede/r für sich entscheiden, wann man/frau Eltern werden wollen.
Jedoch sollte man/frau auch immer überlegen, WANN und WIELANGE man/frau geistig und körperlich noch "frisch" genug für Kinder und Jugendliche ist !
Es ist soooo wichtig, dass man/frau mit den Kindern leben und ihnen Werte vermitteln kann !

Schöne neue Welt

Eigentlich könnte es so schön sein:
Mehr Kinder können bei Müttern großwerden die sich schon selbst verwirklicht haben. Kein Idiot sagt mehr "Tick tack, tick tack." Und plötzlich werden kinderlose Frauen Ende Dreissig für Männer attraktiv die eine Mutti eigentlich nur für sich selber suchen.
Kurzum, wir können uns alle noch später entscheiden was wir eigentlich mit unserem Leben anfangen wollen.

Ach, halt, stimmt ja nicht. Nur ein paar können das. Die Frauen jenseits der Wohlstandsgrenze kämpfen derweil fürs Überleben ihrer Kinder ohne sauberes Wasser und adeaquate Nahrung und dafür, dass sie fürs Abtreiben nicht eingesperrt werden.

Die Psyche des Menschen ist

Die Psyche des Menschen ist darauf ausgelegt, Kinder erheblich früher zu bekommen.

Voll daneben

Es gibt Grenzen.
Und hier ist eine.
Wir reden davon, dass ein Mensch entsteht, nicht ein Zelllhaufen, aus dem wir uns beliebig etwas aussuchen können.
Ja, und dann zwingen wir diesen Menschen, dass er - weil die Mutter Gegebenheiten nicht akzeptieren will wie das Alter - durchaus auch mit leichten Behinderungen (Gen-Defekten) geboren wird.
Bevor jetzt jemand schreibt, es gebe auch ohne diesen Vorgang Kinder mit Behinderungen: Ja, leider! Aber hier nimmt man das erheblich höhere Risiko in Kauf. Und das Kind / der erwachsene Mensch muss dann halt damit leben. Da kann er sich dann freuen, dass er lebt, gell?
Und wenn dieses Zell-Experiment doch schief geht, dann entsorgt man eben diese Zellsuppe. Kein Problem.
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Aber auch wenn es gelingt: Dann hat also eine alte Frau ein Kind und das Kind muss dann eben damit klarkommen, dass die Mutter bei seinem 12. Geburtstag bereits 55-60 Jahre alt ist. Dass aus dem Kind "nur" ein erwachsener Mensch wird mit Empfindungen ist dabei egal. Sein Problem.

Man muss sich hat mal entscheiden,

ob man Selbstverwirklichung um jeden Preis haben will oder Familie. Familie heißt das eigene Ego zurückstellen und merken, dass Erfüllung auch auf einer anderen Ebene eintreten kann. Die Vorstellung unserer modernen Gesellschaft, dass jeder Alles haben kann, auf nichts mehr verzichten muss und Entscheidungen überflüssig sind entspricht nicht der Realität und hat schon den ein oder anderen böse getroffen, der im Alter damit konfrontiert war, dass die Natur vor manches dann doch einfach einen Riegel schiebt.

Fertiprotekt

"Fertiprotekt" klingt wie "Fertigprojekt", wobei ich die Assoziation an "Fertigprodukt" habe: Kinder kommen aus dem Supermarktregal, auf Knopfdruck und im Doppelpack günstiger.
Ich respektiere den dringenden Wunsch nach Kindern, aber das Aufschieben des Kinderwunsches, weil etwas anderes gerade dringender ist, kann ich nicht nachvollziehen. Wenn man Kinder hat, gibt es keine anderen Prioritäten mehr. Daran sollte man sich bereits beim Kinderkriegen inkl. geplantem Zeitpunkt gewöhnen, sonst hat man nicht verstanden, welche Verantwortung man da übernimmt.

Recht egoistisch

"Überwiegend sind das Frauen zwischen 35 und 40 Jahren und zwar solche, die keinen Partner haben. "

In vielen Fällen zeugen sie dann mit Hilfe eines ihnen unbekannten Samenspenders ein Kind, welches von vornherein niemals die Möglichkeit hat seinen Vater kennenzulernen, bzw. ihn auch im Zweifelsfall finanziell in Anspruch nehmen zu können. Die Rechte des Kindes zugunsten denen des Spenders zurückzustellen ist den Kindern gegenüber recht unfair. Anders bei Paaren - hier könnte ja dann der Adoptivvater die Vaterpflichten übernehmen.

Wenn eine Frau sich nicht binden will ist das ihr gutes Recht, jedoch ist es oft fragwürdig ob dann eine Mutterschaft wirklich im Interesse des Kindes ist. Wir treiben es mittlerweile einfach zu weit, so ist es in den USA schon üblich das Geschlecht des Kindes auszuwählen - das Kind wird zur Ware.

Wissenschaftlicher Fortschritt ist eine gute Sache, aber nur, wenn auch der ethische mitwächst. In dieser Sache zeigt sich leider ein Defizit.

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